Vorteile eiskalt zu nutzen gewusst - Ilmenau:Sonneberg

Startbeitrag von Handball-Sonneberg am 24.01.2006 08:19

Vorteile eiskalt zu nutzen gewusst

HV Ilmenau 55 – HV Sonneberg 31:36

ILMENAU — Der HV Spielzeugstadt gewann sein Punktspiel beim Tabellenletzten letztlich sicher. Ein normales Ergebnis, mag jeder dabei denken. Und in der Tat wäre alles andere auch eine herbe Enttäuschung gewesen.
Allerdings wehrte sich der Gastgeber mit allen Mitteln und hatte dabei sogar seine beste Saisonleistung gebracht. Ilmenau wusste genau: Geht dieses Spiel verloren, ist der Abstieg nicht mehr aufzuhalten Entsprechend motiviert und couragiert gingen die Legionäre aus Eisenach (vier Stammspieler) und Erfurt (2) auch zur Sache. Sonneberg war sicherlich in allen Belangen die bessere Mannschaft und sah vor allem im Konterspiel hervorragend aus. Der Gastgeber hingegen setzte alles auf eine Karte und hatte aus dem Rückraum auch oft das Glück des Tüchtigen, so dass es fast 10 Minuten dauerte, bis sich der Favorit beim 8:4 erstmals absetzte. Kurze Zeit später stand es sogar 13:7 und eine Vorentscheidung schien gefallen zu sein. Fortan bäumte sich Ilmenau gegen die drohende Niederlage auf und spielte am Limit. Der Gast aus der Spielzeugstadt war beeindruckt und ließ die Seidel und Co. gewähren. So stand es zur Pause nur noch 15:13 und eine Entscheidung war noch nicht in Sicht.
Nach dem Wechsel der Anschlusstreffer der Ilmenauer. Das Spiel wogte auf und ab, keiner konnte sich absetzen und erst eine kleine Schwächephase der Gastgeber (39.) nutzte Sonne-
berg, um sich auf 21:17 abzusetzen. Speziell mit Martin Blechschmidt auf der linken Seite hatte der HVS einen pfeilschnellen Mann im Gegenstoß, den niemand etwas dagegen zu setzen vermochte. Doch Ilmenau gab nie auf, hatte beim 23:21 noch einmal Tuchfühlung. Dann spielte Sonneberg vor allem seine athletischen Vorzüge aus und entschied das Spiel mit Routine, jugendlichem Übermut und gekonntem taktischen Verhalten. Über die Stationen 26:22 (46.), 29:25 (52.) bis zum 32:27 (57.) fiel die Entscheidung. Der Rest des Spieles war dann ein offener Schlagabtausch, wobei Kapitän Manuel Müller zu jeder Zeit die Situation überschaute.
Sonneberg siegte dank einer starken Offensivabteilung verdient. Ilmenau präsentierte sich allerdings nicht wie ein Abstiegskandidat.
Im Gegenteil: Mit dieser Leistung kann der HV 55 optimistisch in die ausstehenden Aufgaben gehen.
Am Sonntag, 29. Januar, empfängt der HV Spielzeugstadt den Tabellenzweiten Goldbach/ Hochheim. Der wird mit breiter Brust in Steinbach auflaufen, hat er doch Hermsdorf ein Bein gestellt. Für genügend Zündstoff dürfte aber auch das Hinspiel, oder besser die Erinnerung daran, sorgen. Die Niederlage der Sonneberger Mannschaft war damals mit groben Unsportlichkeiten begleitet „Wir brennen auf eine sportliche Revanche. Mit fairen Mitteln wollen wir Goldbach die Punkte abtrotzen“, so der Tenor aus der Mannschaft nach dem Spiel in Ilmenau. (red)

Sonneberg: de Rooij, Werner; Kobusinski (3), Müller (1), Schmidt (3), Fazik (5), Heinz, M. Blechschmidt (13), R. Blechschmidt, Gurtowy (6), Kienel

Freies-Wort 24.01.2006

AUS SICHT DER GEGNER - HP Ilmenau

Das Jahr 2006 hat für die HV- Handballer noch keine Sonnenseite bereitgehalten. Auch am zweiten Spieltag gab es nur Minuspunkte, diesmal aber nach Spielen, wo die Siege gar nicht so weit weg waren. Aber insbesondere im Spiel der Männer Oberliga wurde deutlich, warum die HV- Mannschaft am Tabellenende liegt.

HV Ilmenau 55 - HV Spielzeugstadt Sonneberg 31:36 (13:15)

Die Männer des HV Ilmenau konnten auch im Spiel gegen Sonneberg den Bock nicht umstoßen. Sie bleiben bei ihrer Niederlagenserie, obwohl mehrmals im Spiel die Hoffnung aufloderte. Nur bis zum 3:3 konnten die Ilmenauer wieder ausgleichen, danach übernahmen die Gäste die Führungsrolle auf dem Parkett. Über 4:8, 6:11 und 7:13 bestimmten sie die nächsten Minuten nach Belieben und Können auf dem Parkett. Schnelle Konter, überlegtes Positionsspiel und gekonnte Kreisanspiele machten die Überlegenheit der Gäste deutlich. Die Ilmenauer hatten immer wieder mit ihren einfachen Fehlern zu tun, Fehlabspiele im Spielaufbau und ungenügender Druck und Effizienz im Abschluss. Allein M. Blechschmidt auf Sonneberger Seite vernaschte die Ilmenauer auf allen Positionen. Dazu besaß er soviel Ehrgeiz und kämpferische Qualitäten, auch in der Abwehr seinen Manns zu stehen und seine wenigen Fehler wieder wettzumachen. Damit glich er allein 3-4 Ilmenauer aus, die nichts Gleichwertiges in der Gesamtheit zu bieten hatten. Auch in diesem Spiel hatte die Ilmenauer Mannschaft große Probleme, ihren eigenen Erfolg zu produzieren. Einem guten Spielzug folgten in der Regel immer wieder zwei schwache. Dies allein reichte den Sonnebergern diesen Vorsprung zu erspielen. Beim 7:13 hatte schon die Mehrzahl der Fans die erwartete Niederlage eingeplant. Nur gut dass bei den Ilmenauer doch noch der Versuch unternommen wurde, nicht unterzugehen. Allen voran Uwe Seidel, aber diesmal auch beide Torhüter, Anschütz und Wunderlich, stemmten sich gegen die sich abzeichnende Pleite. Über 10:14 kämpften sich die Ilmenauer wieder auf 13:15 zur Pause heran. Insbesondere konnte auch Kiraly in dieser Zeit überzeugen. Dieser Zwischenstand weckte bei allen Beteiligten noch einmal Hoffnung, in der zweiten Halbzeit vielleicht doch noch heranzukommen. Tatsächlich schafften Trommer und Seidel das 14:15 und 15:16. Aber wieder eröffneten 3 dumme Fehler
den Gästen die 16:20 Führung. Wieder rafften sich die Ilmenauer auf und kämpften sich auf 20:21 heran. Neue Hoffnung auch auf der Tribüne unter den Zuschauern. Dank Seidel und Trommer wurde jetzt mehrere Minuten lang das Spiel offen gehalten, aber die Ilmenauer kamen nicht zum Ausgleich. 22:24 und 23:26 waren die nächsten Stationen, die Ilmenauer hatten aber schon da deutlich Nachteile auf den meisten Positionen. Außer Kiralys starken 5 min vor der Pause, waren die Ilmenauer Außenspieler fast harmlos, die Mittel- und Halbrechtsposition stand deutlich im Schatten der Gäste. Dies gab auch den Ausschlag für den erneuten Sonneberger Führungsausbau, der mit 25:29 an der Tafel stand. Noch ein kurzes Aufbäumen bis zum 27:29, um dann in den letzten 6 min noch deutlich zu verlieren. 27:32 und 29:36 waren dann das Ergebnis des größeren Willens der Gäste, allein o.g. Gästespieler M. Blechschmidt versenkte fast jeden Gästeangriff. Die letzten beiden Tore von Trommer und Seidel waren nur noch Ergebniskorrektur und beredtes Zeugnis für die unterschiedlichen Leistunganteile. Die Mannschaft schafft es einfach nicht, als Einheit von allen Positionen heraus Druck zu machen. Sie ist so von jedem Gegner leicht auszurechnen, die sogar bewusst 20 Tore von zwei Spielern in Kauf nehmen, weil der Rest immer wieder abfällt. Auch taktisch hat die Mannschaft keinen neuen Versuch unternommen, um durch Umstellungen vielleicht erfolgreicher zu sein. Mularczyk kann sein Können auf der Kreismitte schon seit Wochen nicht zeigen, weil im gesamten Spiel kaum mehr als zwei Bälle dort ankommen. Körtge musste als Seidel Ersatz im Aufbau spielen und hat als Individualkönner 10 Tore gemacht. Als Außen bleibt er mit 2 Toren blass. Es gibt noch eine ganze Reihe von Möglichkeiten, mit einer erfolglosen Aufstellung sollte aber doch nicht weiter gespielt werden. Erzwingen kann man den Erfolg nicht, aber mit einer effizienteren Spielweise eine bessere Grundlage dafür schaffen.
Der HV spielte in folgender Aufstellung: Anschütz, Wunderlich; Seidel (11), Mularczyk (1), Trommer (9), Körtge (2), Kiraly (3), Schlösser (1), Ludwig (4), M. Dreher, Eckardt(n.e.)
Strafwürfe: Ilmenau: 4/4 Sonneberg: 3/2
Strafminuten: Ilmenau: 4x 2 min Sonneberg: 4x 2min

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