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Oberliga - Thüringen - Handball
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vor 11 Jahren, 8 Monaten
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vor 11 Jahren, 8 Monaten
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Handball-Sonneberg

Käpt`n Müller behält die Nerven

Startbeitrag von Handball-Sonneberg am 13.02.2006 09:09

Der HV Spielzeugstadt trennt sich im Südthüringenderby vom HC Suhl 99 mit 25:25 (12:11)

Dank der Nervenstärke von Manuel Müller kam der HV Spielzeugstadt Sonneberg mit einem blauen Auge davon.
Der Kapitän übernahm Verantwortung und verwandelte sechs Sekunden vor Spielende einen Siebenmeter sicher zum 25:25 Endstand.

SONNEBERG -. HV-Trainer Stephan Albrecht saß noch lange nach dem Spiel auf der Auswechselbank, schüttelte den Kopf und brummelte: „Man kann doch von einer auf die andere Woche das Handballspielen nicht verlernt haben.“ Tage zuvor tönte der Coach noch, dass Suhl zirka fünf Tore mitbekäme, falls alles normal laufen würde. Nichts lief normal! Zumindest nicht die Chancenverwertung. Was die Sonneberger schon im ersten Abschnitt an so genannten Freien versiebten, war in der Tat zum Haareraufen.
Dazu wurden vier Siebenmeter vergeigt. Schlimm!
Zunächst lief alles nach Plan Suhls Coach Gerd Stefanowski wollte Sonneberg mit einer extrem offensiven Abwehr überraschen. Das ging schief! Zwar war durch diese Variante der Sonneberger Rückraum nahezu lahm gelegt worden, doch mit sehenswerten Einzelaktionen hatte der HVS ein wirkungsvolles Mittel parat. Auch das 7:4 resultierte aus einem solchen Solo — Torschütze Fazik. Und als Suhl dann doch zu einer etwas defensiveren Abwehr überging, reifte M. Blechschmidts große Zeit. Eine Augenweide seine Tore aus dem Rückraum!
Der gnadenlos schwachen Sonneberger Chancenverwertung hatten es die Suhler zu verdanken, dass der Kuchen nicht schon zur Pause gebacken war. Ein Tor Vorsprung war in der Tat viel zu wenig.
Das rächte sich. Suhl kämpfte verbissen und kompensierte mehrmals 3-Tore-Rückstände. Bei Sonneberg ging zwischenzeitlich gar nichts. Und dann der Schock: Behling und M. Gerstenberg brachten Suhl 24:22 in Front! Die Uhr verkündete 56:21 Minuten. Albrecht veranlasste eine Auszeit. Kobusinski und Fazik besorgten den Anschluss zum 24:25. Und als Müller den Siebenmeter verwandelte, hatten die hellauf begeisterten Fans dann doch noch Grund zum Jubeln, Wenigsten ein Punkt war gerettet.

Sonneberg: Werner, Büchel, de Rooij; Kobusinski (2), Müller (3), Schmidt, Fazik (9), M. Blechschmidt (7), R. Blechschmidt (1), Kienel, Gurtowoy (3), Weiß

Suhl: Hanschuch, Wetzl; Beneche, Denz, Krieg (1), Leipold, R. Gerstenberger (2), Münzner, M. Gerstenberger (5), Behling (8), Thieme (9)

Zeitstrafen: Sonneberg (6), Suhl (9) +1 Disqualifikation;
Siebenmeter Sonneberg (7/11); Suhl (3/3)
Schieferdecker (Gera), Hanse (Rothenstein) — 300

PIEHLER Freies-Wort 13.Februar 2006

Bilder vom Spiel auf www.Handball-Sonneberg.de

Antworten:

Spielbericht aus Suhler Sicht

HP Suhl

Der Favorit wankte mächtig

HV Spielzeugstadt Sonneberg – HC Suhl 99 25:25 (12:11)

Der HC Suhl 99 bleibt seinen Fans in dieser Saison wohl ein ewiges Rätsel. Den Ausflug nach Sonneberg werden die mitgereisten Anhänger aber sicher nicht bereut haben. Die Suhler boten dem klaren Favoriten von Beginn an leidenschaftlich Paroli und durften am Ende einen unerwarteten, ohne Zweifel aber hoch verdienten Punkt mit nach Hause nehmen.

Den Teil Motivation konnte Gerd Stefanowsky bei seiner Spielvorbereitung diesmal getrost weglassen. Das hatte nämlich sein Sonneberger Trainer–Kollege Stephan Albrecht bereits bestens erledigt. Er hatte die Suhler bei ihrem Heimspiel am vergangenen Sonntag gegen Hermsdorf beobachtet und anschließend vollmundig verkündet: „Wenn alles normal läuft, dann müssten wir den Suhlern eigentlich vier bis sechs Tore mitgeben.“ Am Ende durften er und seine Mannschaft hoch zufrieden sein, dass sie wenigstens noch einen Punkt retten konnten. Dabei standen die Vorzeichen alles andere als günstig für den HC. Während die Hausherren in Bestbesetzung antreten konnten, müssen die Suhler für den Rest der Saison nun auch noch auf Jiri Jicha verzichten. Viele Alternativen hatte Gerd Stefanowsky also nicht zur Verfügung. Wie seine Spieler dann aber das taktische Konzept umsetzten, nötigte auch dem Gegner spürbar Respekt ab. Mit einer sehr offensiven Deckungsvariante gelang es den Gästen immer wieder, den Spielfluss der gefürchteten Sonneberger Aufbaureihe empfindlich zu stören. Zwar waren die Blechschmidt, Fazik und Gurtowoi dank ihrer individuellen Klasse nie ganz auszuschalten und der HV Spielzeugstadt ging in der 15. Minute erstmals mit drei Toren in Führung (7:4), abschütteln ließ sich der HC Suhl aber nicht. Einzig die nicht immer konsequente Chancenverwertung trübte in dieser Phase etwas den positiven Gesamteindruck im Spiel der Suhler, die dennoch bis zur Pause wieder auf 11:12 herankamen.

Die zweite Hälfte begann mit dem Suhler Ausgleich. Doch nur wenige Sekunden später musste Kapitän und Abwehrchef Remo Gerstenberg nach seiner dritten Hinausstellung das Spielfeld verlassen. Der HC Suhl brauchte verständlicherweise einige Minuten, um diesen Schock zu verdauen und wieder Ordnung in die eigenen Aktionen zu bekommen. Dies nutzten die cleveren Hausherren natürlich umgehend aus und zogen bis zur 35. Minute wieder auf 16:13 davon. Eine Vorentscheidung schien sich anzubahnen. Doch so einfach wollten sich die Gäste dann doch nicht geschlagen geben. „Wir müssen dran bleiben, dann kriegen wir noch unsere Chance“, feuerte Gerd Stefanowsky seine Schützlinge immer wieder an. Und die kämpften sich mit einer imponierenden Energieleistung tatsächlich wieder heran. Vorn rackerte vor allem Lars Thieme unermüdlich und schuf immer wieder Lücken für sich und seine Mitspieler. Auch die Abwehr mit einem immer stärker werdenden Steffen Wetzl im Tor hatte ihren Rhythmus längst wieder gefunden. Überrascht von einer derartigen Gegenwehr leisteten sich nun auch die Gastgeber eine Reihe ungewohnter Fehler. Binnen fünf Minuten machten die Suhler aus dem 17:20 eine 21:20 – Führung. Und die Gäste legten nach. Jeder Sonneberger Ausgleich wurde postwendend mit der erneuten Führung beantwortet. Und als Oliiver Behling nach einer weiteren Glanzparade von Steffen Wetzl in der 59. Minute sogar das 25:23 für den HC erzielte, schien plötzlich gar ein Suhler Sieg in Reichweite. Der insgesamt 11fache Torschütze Fazik verkürzte im Gegenzug, ehe dem HC Suhl 50 Sekunden für einen letzten Angriff blieben. Doch dabei unterlief Youngster Christian Münzner, der einmal mehr sehr nervös agierte, ein völlig unnötiger Abspielfehler, der die Gastgeber nochmals in Ballbesitz brachte. Der Angriff endete mit dem insgesamt 11. (!) Siebenmeterpfiff für Sonneberg, über dessen Berechtigung es in den beiden Lagern allerdings unterschiedliche Auffassungen gab. Der Ex–Suhler Manuel Müller nutzte die Chance und sicherte seiner Mannschaft damit ein mehr als glückliches Remis, das die Gastgeber schließlich wie einen Sieg feierten. Die HC–Akteure dürfen sich indes vollkommen zu Recht als moralischer Sieger dieses emotionsreichen Derbys fühlen.

HC Suhl: S. Wetzl, Hornschuch; Denz (1), Krieg (2), Leipold, R. Gerstenberg (1), Münzner , M. Gerstenberg (5), Behling (7/3), Thieme (9), Benecke (n.e.)

Schiedsrichter: Schieferdecker/Hanse (Gera/Rothenstein)

Zuschauer: 200

Siebenmeter: Sonneberg: 11/8 Suhl: 3/3

Zeitstrafen: Sonneberg: 7 x 2 min Suhl: 9 x 2 min und rote Karte für R. Gestenberg (32.; dritte Zeitstrafe)

von Handball-Sonneberg - am 13.02.2006 17:02
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