Spielbericht: LSV Ziegelheim - Blau Weiss Goldbach/Hochheim

Startbeitrag von D.G. am 19.02.2006 13:19

LSV Ziegelheim - SV BW 1893 Goldbach/Hh. 29:26 (13:12)
In einem hoch dramatischen Spitzenspiel der Oberliga haben die LSV-Männer den Tabellenzweiten aus Goldbach niedergekämpft. Gut 600 Zuschauer brachten den Hexenkessel Wieratalhalle zum gefürchteten Brodeln und feierten ihre Mannschaft am Ende mit stehenden Ovationen. In der bis zum Schluss offenen Partie gaben beide Teams keinen Millimeter preis und bereits zur Hälfte war abzulesen, dass es wieder ganz eng werden würde. So sollten letztlich die Nerven entscheiden. Die Gäste hatten ihre jedoch am Ende nicht mehr im Zaum und machten ihrem Frust offensichtlich Luft. Unter anderem hämmerte Stegner ohne Begrängnis aus kurzer Entfernung dem LSV-Youngster Andre Heinig 20 Sekunden vor Ende den Ball mitten ins Gesicht. Andre schied danach mit Verdacht auf Nasenbeinbruch aus. Dazu noch weiteres Tohuwabohu auf der Gäste-Bank, die dadurch mit nur noch zwei Feldspielern mit ansehen mussten wie Ralf Reusch unter Jubelstürmen mit dem Abpfiff den Ball ins leere Goldbacher Gehäuse zum 29:26 verfrachtete.

Der LSV erwischte zunächst einen starken Auftakt (4:1, 5.). Die Abwehr stand nach einer kurzen Schlafwageneinlage gleich zu Beginn ganz sicher. Goldbach fand nur über Fernwürfe den Weg zum LSV-Tor, wobei die ersten noch vorbeirauschten oder vom gut disponierten Torsten Urwank im Tor der Ziegelheimer gehalten wurden. Der Kreisläufer war bei Andreas Zielke abgemeldet. Die Ziegelheimer begannen mit Knöfler, Sense und Moritz im Rückraum, Andre Heinig hielten sie sich bewusst in der Hinterhand. Dadurch reduzierte sich aber die Torgefahr aus der Ferndistanz. Zudem besaßen die Goldbacher mit Schneegaß einen bestens eingestellten Keeper, der die wenigen Wurfversuche souverän meisterte. Brenzlig wurde es zumeist, wenn die LSV-Akteure mit viel Druck durch die Lücken im Deckungsverband der Gäste zogen und selbst vollstreckten (Sense) oder nur auf Kosten von Strafwürfen zu stoppen waren (Knöfler). Ein Ruhepolster sollte die Anfangsführung aber keineswegs sein. Die Goldbacher ließen sich nicht abschütteln, im Gegenteil. Mit „schneller Mitte“ und Gegenstößen blieben sie brandgefährlich. Nicht selten markierten sie durch ihre Tempoeinlagen blitzschnell zwei, drei Treffer und dämpften Anflüge von Euphorie auf LSV-Seite ziemlich kompromisslos (6:4, 11., 7:8, 17.).

Nach dem Seitenwechsel lagen die Ziegelheimer wieder knapp vorn (16:14, 37.), ehe die Gäste wieder auf die Tube drückten und den Rückstand zur eigenen 17:16-Führung verwandelten. Besonders Mitrovic und Juhnke bereiteten dem LSV mit ihren Würfen einige Sorgen. Vorn mühten sich die Ziegelheimer gewaltig ab, verteidigten ihre knappe Führung (20:19, 43.). Nach einer doppelten Unterzahl drohte die Partie jedoch zu Gunsten der Gäste zu kippen (21:23, 48.). In dieser Phase nahm Robert Kühnert (in den letzten Spielen vom Wurfpech verfolgt) sein Herz in beide Hände und wuchtete freistehend von Rechtsaußen den Ball zum 22:23-Anschluss ins Netz. Der LSV war wieder im Spiel. Dann der Knaller von Andre Heinig – 25:24 (55.)! Keinen hielt es mehr auf den Sitzen, erst recht nicht als Goldbach zweimal den Ausgleich schaffte (26:26, 58.). Ziegelheim nun mit Geduld und Mut durch die Lücke – Strafwurf! Steffen Moritz verwandelt auch den zehnten Siebenmeter. Es folgen 90 Sekunden Kampf auf Biegen und Brechen. Goldbach versagen die Nerven, Ballverlust. Der LSV beantwortet die offene Manndeckung der Gäste mit der Entscheidung zum 28:26. In den verbleibenden 30 Sekunden wird es noch turbulent, weil sich einige Goldbacher nicht mit einer Niederlage abfinden können (siehe oben). Ralf Reusch bleibt die Krönung eines mitreißenden Handballabends vorbehalten, als er den Abpraller eines von Torsten Urwank gehaltenen Wurfes aufnahm und kurz vor der Schlusssirene verwandelte. Mit dem Abpfiff brachen alle Dämme und Ziegelheim durfte wieder bis in die Nacht ausgiebig feiern. Dieser Sieg gewinnt weiter an Wert wenn man bedenkt, dass, während die Goldbacher aus dem Vollen schöpfen konnten, auf Ziegelheimer Seite Sylvio Graichen (aufgrund der Verletzung aus dem Apoldaspiel), Karsten Knöfler (stark grippegeschwächt) und auch Steffen Moritz (seit Wochen mit gesundheitlichen Problemen behaftet) doch arg gehandicapt ins Spiel gingen.

LSV: Urwank, Hahn; S. Graichen (3), Ch. Graichen, A. Heinig (3), Moritz (15/10), Reusch (3),
Etzold, Bartlick, Knöpfler (1), Ro. Kühnert (1), Sense (3), Harles, A. Zielke
Strafminuten: LSV 16 + 1 RK (3x2'); BWG 22 min + 1 RK (grobe Unsportlichkeit), 7m: LSV 10/10; BWG 5/3
Schiedsrichterinnen: Deininger / Pengel (HSV Weimar)

Quelle: www.LSV-Ziegelheim.de

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