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M@rkus

Ahrensburg: "Verpasster Aufstieg ist schwere Kost"

Startbeitrag von M@rkus am 29.05.2008 07:03

"Verpasster Aufstieg ist schwere Kost"

Der verlorene direkte Vergleich gegen die HG Norderstedt hat den Oberliga-Handballern des Ahrensburger TSV den Wiederaufstieg in die Regionalliga gekostet. Das Tageblatt blickt mit Trainer Hans Riedel zurück und voraus.

Ahrensburg/mf
– Nur aufgrund des verlorenen direkten Vergleichs mussten sich die Oberliga-Handballer des Ahrensburger TSV im Kampf um den Wiederaufstieg in die Regionalliga geschlagen geben. Im Interview mit unserer Zeitung nennt Trainer Hans Riedel die Gründe und blickt voraus.

Herr Riedel, haben Sie den knapp verpassten Aufstieg nach einigen Wochen des Abstands verdaut?

Das ist sicherlich schwere Kost. Wir hatten Weihnachten drei Punkte Vorsprung und wenn man sich die Entwicklung in der Rückrunde ansieht, ist das eine Sache, die wirklich schwer verdaulich ist. Auf der anderen Seite ist es aber auch erklärlich, weil wir in der Rückserie bedingt durch Fehlzeiten und auch die Trainingszeitensituation von der Körperlichkeit her nicht das Gleiche auf die Platte bringen konnten wie in der Hinrunde. Außerdem waren wir spieltaktisch im Angriff, vor allem was das Zusammenspiel zwischen Kreis und Rückraum angeht, gegen offensive Verteidigungen nicht so, wo ich mir das vorgestellt hätte.

Mit der HG Norderstedt stand am Ende ein Verein ganz oben, den vor der Saison fast niemand auf der Rechnung hatte. Was hat diese Mannschaft ihrem Team voraus?

Auch wenn der Spruch etwas abgedroschen ist, aber es gilt weiterhin, dass man Spiele im Angriff gewinnt und Meisterschaften in der Abwehr. Dort hatten wir deutliche Defizite und haben von den ersten vier Mannschaften in der Tabelle sogar die meisten Gegentore gefangen. Außerdem hatte die HGN mit David Caballero auf der zentralen Position in der Rückraummitte einen Akteur, der eine überragende Saison gespielt hat, und war uns damit in puncto Spielsteuerung überlegen. Trotzdem bin ich von der Saison – auch angesichts der personellen Situation – nicht völlig enttäuscht. Schließlich waren wir am Ende punktgleich und sind in der Tordifferenz 45 Tore besser als der Hamburger Meister.

Es ist immer wieder zu hören, der ATSV habe zwar viele gute Einzelspieler, sei aber keine Mannschaft. Was entgegnen Sie diesen Kritikern?

Das Innenleben in der Mannschaft ist intakt. Das zeigt, dass fast die gesamte Mannschaft auf Abschlussfahrt nach Usedom gefahren ist. Allerdings würde ich es unterschreiben, dass wir sowohl in der Abwehr als auch im Angriff spieltaktisch nicht abrufen konnten, was individuell da ist. Das liegt an der großen Fluktuation im Kader.

Sie haben die Fluktuation angesprochen. 20 Akteure sind in dieser Spielzeit in das ATSV-Trikot geschlüpft. Sind das nicht zu viele? Und haben die kurzfristigen Verpflichtungen von ehemaligen Bundesligaspielern nicht nur Unruhe gebracht?

Ich sehe das nicht so. Die Fluktuation war zu groß. Aber nach der notwendigen Trennung von Marc Feldmann und der Verletzung von Carsten Moritzen war im rechten Rückraum Handlungsbedarf. Wir mussten reagieren. Auch die Verpflichtung von Jörg Engelhardt war aufgrund der Rippenverletzung von Steffen Reider und gleichzeitiger Krankheit von Florian Schmidt eine Notwendigkeit, weil wir sonst ohne Torhüter dagestanden hätten. Schließlich waren wir auch im Fall Stephan Schlegel wegen der bakteriellen Infektion von Christoph Palder zum Handeln gezwungen. Das Spiel in Barmstedt hätten wir ohne Engelhardt und Schlegel verloren. Das waren richtige Entscheidungen.

Sie wollen das Team mittelfristig in der Regionalliga etablieren. Wurde dieser Plan durch die verpasste Meisterschaft über den Haufen geworfen?

Nein. Wir brauchen allerdings eine Mannschaft, die diesen Ansprüchen gerecht werden kann. Wir haben ein Jahr verloren, sind aber innerhalb der Planung.

Sie starten also einen neuen Versuch?

Ja, wir wollen es wissen, obwohl es natürlich durch den Abstieg von drei Hamburger Vereinen aus der Regionalliga ungleich schwerer wird.

Die Verträge fast aller Spieler sind zum Saisonende ausgelaufen. Wer wird in der kommenden Spielzeit für den ATSV auflaufen?

Die Mannschaft bleibt fast unverändert zusammen. Fünf Neuzugänge stehen mit Spielmacher Christoph Strubel (26, von der HSG Kropp-Tetenhusen), Linksaußen Christoph Stukenbrock (24, vom Regionalligisten VfL Horneburg), Rechtsaußen Nils Schwanke (Bramstedter TS, zuletzt zwei Jahre Pause), Allrounder Christoph Reetz (20, HSV Insel Usedom) und einem weiteren überragenden Rechtsaußen, dessen Namen ich noch nicht nennen kann, fest, die uns alle weiterbringen werden. Strubel deckt gut, hat ein sehr hohes Spielverständnis und kann auch eine Mannschaft führen. Schwanke ist vor allem ein guter Abwehrspieler und Stukenbrock hat in der starken Regionalliga Nord sein Können unter Beweis gestellt. Charakterlich passen alle gut zu uns. Wir werden zudem einen zweiten Torwart und einen Rückraumspieler verpflichten und suchen für die Kreisposition.

Sind Sie zuversichtlich, dass es nächstes Jahr klappt?

Natürlich. Es wird eine schwere Saison, wir sind nicht der Favorit. Aber das müssen wir auch nicht sein, wie man an Norderstedt gesehen hat. Vielleicht hilft uns das sogar. Wir krempeln die Ärmel hoch und versuchen es mit viel Elan und Einsatz erneut.

Aus: Stormarner Tageblatt vom 29.05.2008

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