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Forum:
Anwender- und Interessentenforum Harzer Statik
Beiträge im Thema:
10
Erster Beitrag:
vor 10 Jahren, 9 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 10 Jahren, 9 Monaten
Beteiligte Autoren:
Klaus Meyer, R. Harzer, B. Weber

Neue Programme Vers. 7 / 02.1

Startbeitrag von Klaus Meyer am 29.01.2007 07:44

Hallo Herr Harzer,
von den neuen Programmen bin ich sehr begeistert. Besonders von der "Kellerwand" und "Winkelstützwand".

Habe aber zu einigen Programmen Fragen bzw. Anmerkungen:

1. Programm "Durchstanzen":
Bei dem Programm wird die mittlere Bodenpressung sig,d abgefragt. Diese ist doch sicherlich die mittlere Pressung unterhalb des Fundamentes aus Last / Fundamentfläche = Nd / A_Fundament
bzw. bei Bodenplatte die Bodenpressung im Einflußbereich der Stützenlast.

---- In der nachfolgenden Berechnung (Variante 2) nach DIN 1045-1 ist diese dann um 50% abzumindern, um den Stanznachweis zu führen... was auch geschieht.

---- Beim Nachweis nach -NABau nach Heft 525- (Variante 1) wird diese Bodenpressung im Programm NICHT um 50% abgemindert ! Warum nicht bzw. womit ist dieses Begründet ?
Oder muß ich dann bei der Eingabe der Bodenpressung sig,d diese schon selber um 50% abgemindert eingeben bzw. habe ich etwas übersehen ?

2. Programm 3-seitige und 4-seitig gelagerte Platte
Bei diesen Programmen habe ich die Möglichkeit mit und ohne Einspannunmg die Platten zu bemessen.Bei der Wahl mit EINSPANNUNG werden jedoch die Plattenfeldmomente mit Volleinspannung bemessen. Diese Feldmomentenbemessung ist jedoch für die Bewehrungsangabe nicht "Brauchbar". Besser bzw richtig wäre die Feldbemessung für nur eine 50% Einspannung, welche bei einer solchen Plattenbemessung STANDART ist (analog Pieper/Martens). Für die Stützbewehrung wäre die Option 75% auch noch eine Alternative.

Natürlich wäre die Programmerweiterung mit unterschiedlichen Einspannungsvarianten auch nicht schlecht. ;)

Auf einen Antwort freue ich mich !

mfg

Klaus Meyer
(Greven)

Antworten:

Hallo Herr Meyer,

zum Stanznachweis nach NABau:
hier wird im Prinzip der Nachweis nach Heft525 DAfStb geführt, d.h. Stanzkegel unter
45° (kritischer Schnitt bei d), Erhöhung von vrd,ct (Faktor ca. 1,2) und Abzug der vollen
Bodenpressung innerhalb dieses Bereiches. Es ist eigentlich das, was auch nach alter
Norm gerechnet wurde (Stanzkegel 45° bei Abzug der Bodenpresssung). Dieser Nachweis
darf nach NABau für alle Fundamente und nicht nur für gedrungene Fundamente angewendet
werden

zu den Platten:
es ist richtig, dass die Einspannung nach Stiglatt/Wippel mit 100% angesetzt wird. Dies
ist m.E. bei einer Einspannung in steife Wände auch durchaus ansetzbar. Die Einspannung
mit 50% wird in der Praxis oft gewählt und liegt eigentlich immer auf der sicheren Seite.
Ich selbst setze eigentlich nie eine Einspannung an und lege an den Rändern eine konstruktive
obere Bewehrung ein. Dies gilt vor allem für die dreiseitig gehaltene Platte, die ich für Podeste
nehme. Es ist in der Praxis oft so, dass die Wände durchgezogen werden und die Podeste mit
Halfen HBT oder Comax-Schienen angeschlossen werden, was streng genommen gelenkige
Anschlüsse darstellt. Ich werde Ihren Vorschlag jedoch gerne aufnehmen und eine 50% Einspannung
noch in einer der nächsten Versionen aufnehmen!

Ansonsten freue ich mich, dass Ihnen die Programme zusagen!

Mit freundlichen Grüßen
R. Harzer

von R. Harzer - am 29.01.2007 09:58
Hallo Herr Harzer,
schönen Dank zunächst für Ihre schnelle Antwort.

Nochmals auf den Durchstanznachweis zu kommen:
Sie werden vermutlich aktuellere bzw. mehr Literatur zur Problematik besitzen, als ich mir "leisten" kann ;) .
Ich habe zwar das Heft 525 und ein paar Betonbaubücher,finde aber nicht den Berechnungsweg oder die entspr. Angaben, in dem es zulässig ist die volle Bodenpressung abzuziehen. Könnten Sie mir, soweit ich nicht zu sehr Ihre kostbare Zeit in Anspruch nehme :), diesen Berechnungsgang mit Literaturangabe mitteilen??

Recht herzlichen Dank !

Es ist schon trauig, wie sich in den letzten Jahren alles geändert hat: früher hatte man eine Norm und ggf. ein paar Bücher (z.B Werner Ingenieur Texte) und war damit sehr gut ausgestattet. Heute hat man DIN-Normen, Äderungen zur DIN, Hefte (z.B. 525) mit zugeh. Änderungen, NABau-Auslegungsfragen, Vorträge mit Referenten die auch nichts genaues mehr wissen (z.B zur Windlastnorm), usw. usw.usw.


mfg
Klaus Meyer
(Greven)

von Klaus Meyer - am 29.01.2007 10:34
Hallo Herr Harzer!
ich möchte noch einmal auf meine schon angesprochene Problematik zurückkommen.
Beim neuen Update sind erfreulicherweise auch maßgebende Kombinationen angegeben, aber
leider (noch) nicht für die Biegeträger. Bei einem Stahlträgerbeispiel wird z.B. die Vollast/ max F
aus g + q ausgewiesen, mit q= s-w wird dies falsch! Man muß nachkontrollieren,
daß diese Kombination nicht auch für die Bemessung verwendet wurde.
Eine Angabe der entsprechenden Kombination wäre also auch hier sinnvoll, und ist vielleicht
aus Zeitgründen noch nicht erfolgt.
Eine ähnliche Problematik betrifft auch das Einzelfundament. Die maßgebende Kombination
des vorgelagerten Bauteiles (z.B. Stütze) ist in den wenigsten Fällen auch die maßgebende für
das Fundament. Die neue (eigentlich auch schon die alte) Kombinatorik verlangt deshalb für jedes neue Bauteil eine erneute Ermittlung der maßgebenden Lasten. Dies ist meiner Meinung nach
am besten zu erzielen, wenn die charakteristischen Lasten eingegeben werden und das Programm
nun die maßgebenden Kombinationen ermittelt (dies kann ja mehr als nur eine sein - und diese
sind oft wohl kaum aus der vorhergehenden Position ersichtlich, weil hier nicht maßgebend).
Dieses Problem wurde von mir schon einmal angesprochen, und es sollte daraufhin eine alter-
native Berechnungsmöglichkeit im Programm vorgegeben werden. Vielleicht klappt es doch noch
einmal, wenn die Notwendigkeit von anderen Forumteilnehmern auch so gesehen wird.
MfG B. Weber

von B. Weber - am 29.01.2007 13:48
Hallo Herr Weber,

zur Eingabe der charakteristischen Lasten beim Einzelfundament kann ich Ihnen nur beiflichten,
da es bei der jetzigen Lasteingabe immer sehr aufwendig ist, die "richtigen" Werte (Faktor der ständigen Last usw.) zuvor zu ermitteln, die dann für die weitere Berechnung --- einmal für die Betonbemessung, dann für die Bodenpressung, Gleiten etc. --- erforderlich sind.
Auch wenn die Möglichkeit besteht mehrere Lastfälle zu berechnen, sind diese im nachfolgenden nicht so einfach zu durchschauen.
Bei der Eingabe als charakteristische Lasten könnte dann einfach die Lasten als Einwirkung g, s,w q eingegeben werden und diese dann autom. im Programm mit entspr. Sicherheitswerten überlagert werden


mfg
Klaus Meyer
(Greven)


von Klaus Meyer - am 29.01.2007 14:26
Hallo zusammen,

in der nächsten Version des Einzelfundamentes wird es einen Lastfallgenerator
geben, der aus den Einwirkungen g, s, w und q die notwendigen Kombinationen
bildet und diese dann automatisch in die einzelnen Lastfallkombinationen ein-
trägt (wahlweise auch Eingabe wie bisher möglich). Es ergeben sich dann
26 Kombinationen, die das Programm durchrechnet. Ansonsten hatte ich
mich an anderen Herstellern orientiert, die es so handhaben, wie es im
Moment auch bei meinem Programm ist.

Herr Weber:
Wofür benötigen Sie eigentlich die massgebliche Kombination für einen
Biegeträger? Nur zur Kontrolle? Es kann bei einem Durchlaufträger
an den unterschiedlichen Stellen auch unterschiedliche Kombinationen
geben, die massgeblich sind. Gerade beim Stahlträger, wo die Vergleichs-
spannung aus Biegung und Schub massgeblich ist. Es ist dann etwas
umständlich, die jeweils massgebenden LFK auszugeben. Man kann
relativ einfach die massgebende LFK für die Stelle der max. Ausnutzung
angeben.

R. Harzer

von R. Harzer - am 29.01.2007 20:40
Hallo Herr Meyer,

wenn Sie das Heft 525 haben, dann können Sie auf Seite 87ff den Nachweis auf
Durchstanzen für gedrungene Fundamente nachlesen. Ursprünglich waren hier
nur Fundamente mit gemeint, bei denen der kritische Rundschnitt bei 1,5d schon
außerhalb der Fundamentkanten lag. Der NABau hat dies jedoch dahingehend
erweitert, dass alle Fundamente so gerechnet werden dürfen, was i.A. dazu
führt, dass man keine oder weniger Stanzbewehrung benötigt.

R. Harzer

von R. Harzer - am 29.01.2007 20:44
Hallo Herr Harzer,
danke für Ihren Hinweis. Habe nun auch noch einmal das Heft 525 zu Händen genommen und etwas genauer gelesen (Abschnitt 10.5.2 ). Da stellt sich mal wieder heraus :"Wer lesen kann ist klar im Vorteil" ;)

Auch im EC wird die Bodenpressung zu 100% angenommen .

Klaus Meyer
(Greven)

von Klaus Meyer - am 30.01.2007 06:51
Hallo Herr Harzer,
das mit dem Lastfallgenerator hört sich sehr gut an.
Dann habe ich in Zukunft nicht mehr das Problem mit der Lastfallzusammenstellung und anschließend die Ergebnisse richtig auszuwerten im Bezug auf Betonbemessung, Bodenpressung etc.
Das Sie sich an andere Hersteller orientieren ist gut.
Da Sie jedoch auch auf Anwenderwünsche eingehen und noch viel mehr in die Programme bringen, zeichnet Ihre Programme eben aus. :) Aus diesem Grund sind halt Ihre Programme auch besser. :spos:

Genug nun.


mfg

Klaus Meyer
(Greven)

von Klaus Meyer - am 30.01.2007 07:03
Hallo Herr Harzer,
mir geht es nicht um die Kontrolle an sich, sondern um die Nachvollziehbarkeit der Ergebnisse.
Bei Einwirkungen g+s ergibt sich ja die maßgebende Kombination von selbst, aber wie ist es
z.B. mit 3 oder 4 unabhängigen veränderlichen Einwirkungen?
Die Kontrolle bei o.g. Beispiel hatte ich nur durchgeführt, weil mir die max. Auflagerlast zu
niedrig erschien, was meiner Meinung nach auch der Fall ist (max V=g+s und nicht g+s-w).
- Dies wäre z.B. schon eine maßgebende Kombination!-
Grundsätzlich finde ich es gut, daß die Programmanwender Einfluß auf die Programme nehmen
können, wo gibt es sowas schon?
Und daß nicht jeder Wunsch erfüllt werden kann, ist auch logisch. Deshalb freue ich mich,
daß das Einzelfundament erweitert wird. Dies wird dann allen Anwendern gerecht, und wäre
ein großes Plus gegenüber anderen Programmanbietern!
MfG B. Weber

von B. Weber - am 30.01.2007 10:23
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