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Informationen zum Thema:
Forum:
Anwender- und Interessentenforum Harzer Statik
Beiträge im Thema:
9
Erster Beitrag:
vor 10 Jahren, 8 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 10 Jahren, 8 Monaten
Beteiligte Autoren:
w o o d p e c k e r, Th. Dobner, R. Harzer

Druchlaufsparren - Flachdach - Wind ?

Startbeitrag von w o o d p e c k e r am 28.11.2007 16:21

Moin moin,
mir ist folgendes aufgefallen:

Wenn ich einen Flachdach-Durchlaufsparren rechne,
dann kann ich in der Windzone 4 eine KLEINERE Sparrenabmessung nehmen
als in der Windzone 1, da die abhebende Windlast in der Zone 4 höher ist.
Wenn ich keinen Wind eingebe, dann muß der Sparren entsprechend GRÖSSER werden.

Bei der Bemessung müßten doch die LF überlagert werden und dann
der ungünstigste Fall (Schnee ohne abhebende Windlast) als maßgebend
angesetzt werden !
Wieso ist dies nicht der Fall ?

Gruß Woodpecker

Antworten:

Hallo!

Da in beiden Fällen (Zone 1 und Zone 4) nur Windsog vorliegt ist es in Ihrem speziellen
Fall wahrscheinlich so, dass immer die Kombination 1,35xG + 1,50xS massgebend ist, der
Wind also gar keine Rolle spielt! Erst wenn der Wind positiv wird, d.h. auf das Dach drückt, dann
wird dieser für die Bemessung mit maßgebend, entweder mit 1,35x(G+S+W) oder mit
1,35xG + 1,50xW. Wenn nur Windsog vorliegt, dann kann dieser für die Bemessung erst dann
wieder massgebend werden, wenn die Kombination 1,35xG+1,50xW absolut größere Schnitt-
größen ergibt als 1,35xG+1,50xS. Ansonsten ist immer 1,35xG+1,50xS massgebend.

R. Harzer

von R. Harzer - am 28.11.2007 17:43
Hallo,

es liegt in beiden Zonen (1+4) nur Windsog vor...
aber,
warum MUSS der Sparren größer dimensioniert werden,
wenn ich denn Wind = 0 setzte ?

Mir kommt es so vor --> Durch den Windsog wird der Sparren entlastet
und dies spiegelt sich in der Berechnung wieder.
Wenn ich also keinen Wind ansetzte, dann muß ich einen größeren Sparren nehmen.
Und genau da habe ich mein Problem...

Beispiel:
Flachdachsparren von 5 m Stützweite:
ohne Wind = Durchbiegung max. eta = 1.14 > 1.00 !!!!!
mit Wind (Zone 1) = Durchbiegung max. eta = 0.78 < 1.00
mit Wind (Zone 4) = Durchbiegung max. eta = 0.91 < 1.00

Wenn also 1,35xG+1,50xS massgebend ist, dann dürfte doch nicht o.g. Ergebnis kommen, oder ?

Gruß Woodpecker


von w o o d p e c k e r - am 28.11.2007 19:44
Hallo Woodpecker,

ich habe mal versucht, Ihr System nachzubauen. Bei reinem 1-Feld-Flachdach, ohne Dachüberstand hat die Windlastzone keinen Einfluss auf die Durchbiegung; so sollte es ja auch sein. Haben Sie evtl. noch einen Kragarm, der Unterwind bekommt? Vielleicht könnten Sie mir Ihr System zuschicken.

von Th. Dobner - am 29.11.2007 05:32
Moin Herr Dobner,

ich erstelle heute mal 2 PDF mit den betreffenden System...

Mit sonnigen Grüßen
Woodpecker

von w o o d p e c k e r - am 29.11.2007 08:00
Hallo Woodpecker,

Bei Ihrem System handelt es sich um einen Supersonderfall.
Für die Konstruktion und Dacheindeckung haben Sie insgesamt 0,09 kN/m² angesetzt. Das ist zusammen mit dem Schnee (0,52 kN/m²) derart wenig, dass für den Nachweis der Duchbiegung der Windsog (negative Durchbiegung) maßgebend wird (Windsog > g+s)!

Dieser ungewöhliche Fall tritt in der Realität eigentlich eher gar nicht auf. Haben Sie sich bei der Eingabe der Eigenlasten evtl. um eine Kommastelle vertan?

von Th. Dobner - am 29.11.2007 10:11
Hallo Woodpecker,

für die Durchbiegung werden die Kombinationen für quasi-ständige bzw. seltene
Situationen gebildet und untersucht und nicht 1,35xG+1,50xS etc.. Wenn in Ihrem Fall z.B.
ohne Wind, d.h.für Eigengewicht und Schnee eine positive Durchbiegung herauskommt, die
einer Ausnutzung von 1,14 ergibt und nun in Zone 1 eine Windsoglast diese
Durchbiegung wieder etwas "nach oben" zieht, dann wird hier die Ausnutzung
schon geringer sein (0,78). Wenn nun in Zone 4 der Windsog extrem groß wird und sich
dadurch bei g+w insgesamt eine negative Verformung einstellt, die absolut gesehen größer
ist als die bei Zone 1, dann kann hier auch wieder eine größere Ausnutzung herauskommen.
So viel zu den grundsätzlichen Möglichkeiten. Ich werde mir Ihre pdf-Ausdrucke jedoch
natürlich auch noch genau ansehen und das Programm selbst auch noch einmal prüfen.

MFG
R. Harzer

von R. Harzer - am 29.11.2007 10:24
Zitat
Th. Dobner
Hallo Woodpecker,

Bei Ihrem System handelt es sich um einen Supersonderfall.
Für die Konstruktion und Dacheindeckung haben Sie insgesamt 0,09 kN/m² angesetzt. Das ist zusammen mit dem Schnee (0,52 kN/m²) derart wenig, dass für den Nachweis der Duchbiegung der Windsog (negative Durchbiegung) maßgebend wird (Windsog > g+s)!

Dieser ungewöhliche Fall tritt in der Realität eigentlich eher gar nicht auf. Haben Sie sich bei der Eingabe der Eigenlasten evtl. um eine Kommastelle vertan?

___________________
Gruß, Thomas Dobner


Moin Herr Dobner,

die Dacheindeckung besteht aus Doppelstegplatten, welche "nur" ca. 3 kg/m² wiegen.
Dann kommt man auf ca. 0,09 kN/m².

Gruß Woodpecker

von w o o d p e c k e r - am 29.11.2007 14:29
Hallo Woodpecker,

ah ja, das würde dann auch erklären, warum hier der Windsog maßgebend ist.
Bliebe nun noch die Überlegung, ob anstelle der 0,65 für Schnee nicht 0,94 (0,75/0,8 -> siehe Beitrag von RKS) anzusetzen sind.

von Th. Dobner - am 29.11.2007 15:26
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