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Radioforum Österreich
Beiträge im Thema:
7
Erster Beitrag:
vor 4 Jahren, 11 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 4 Jahren, 11 Monaten
Beteiligte Autoren:
Optimierer, Peter Schwarz, DH0GHU, Zwölf, hit24_for_ever, MPDX - UnterkärntenDX, Manuel1982

Raumklang auf UKW

Startbeitrag von Manuel1982 am 30.08.2013 16:52

Hallo zusammen!

Mir ist Folgendes zumindest auf 3 verschiedenen Empfängern aufgefallen:

Wenn man sich nahe bei einem leistungsstarken UKW Sender befindet bzw. wenn man etwas weiter weg ist aber Sichtkontakt hat, dann klingt das Tonsignal detailreicher und der Stereoeffekt kommt voll zur Geltung.
Besonders auffallend ist dieses Phänomen bei den öffentlich rechtlichen Sendern (liegt wohl an der Qualität des Ausgangsmaterials sowie am Kompressor).
Sobald man den Sichtkontakt verliert bleibt der Empfänger durchwegs auf Stereo aber der Raumklang kommt mit weniger Details rüber.
Voraussetzung ist natürlich, dass man halbwegs gute Lautsprecher hat.

Mir ist dieser Effekt an 2 Blaupunkt und an einem Beckerradio aufgefallen. Leider konnte ich das Ganze von zu Hause aus noch nie reproduzieren. Ich verwende zwar einen relativ hochwertigen Poineer Tuner der von einer Außenantenne (3 Element-Yagi) versorgt wird aber einen derartig guten Klang habe ich noch nie erreicht.

Kennt diesen Effekt jemand? Liegt das nur am Empfänger oder anders gesagt, gibt es hochwertige Empfänger, die auch bei schlechteren Bedingungen ein derartig sauberes Signal ausgeben?

Gruß,

Manuel

Antworten:

Hallo,
konnte diesen Effekt auch schon beobachten, sowohl beim Becker-Mercedes-Radio wie auch beim Mercedes Command. Befindet man sich in der Nähe eines starken Senders und hat Sichtkontakt klingt das Programm ganz anders als bei einem schwachen Sender oder keine Sicht. Offiziell wird kein Quadro-Sgnal von den Sendern übertragen, es geb wohl in den 80ern Versuche dazu und einige hochwertige Empfänger waren zumindest für Quadrofonie vorbereitet, wurde aber nie zum Regelbetrieb.
Eine mögliche Erklärung die mir in den Sinn kommt ist eine Umschaltung der empfangenen Signalbandbreite. Je breiter das Spektrum ist, das empfangen wird, umso störanfälliger ist das Signal, aber man hat auch das volle Klangspektrum. Wird nun der Empfang schlechter schaltet das Radio auf schmalbandigen Empfang um Störungen zu minimieren, natürlich auch auf Kosten des Klangs...ich weiß es ehrlich gesagt nicht...nur so eine Idee...

von hit24_for_ever - am 31.08.2013 10:00
Also ich kenne dieses Phänomen, aber Quadrophonie ist es sicher nicht!
Ist bei mir genau so, ich weiß immer ganz genau, wenn ich in der Nähe von einem Sender bin,
weil er dann "Drückt", aber ich glaube, dass hat eher mit der hohen Feldstärke im Nahgebiet zu tun
und auch, dass das Signal in diesem Bereich nahezu ungestört wird (Sprich nicht gestört von anderen Stationen, auf der gleichen Frequenz, Reflexionen, usw...).

von MPDX - UnterkärntenDX - am 31.08.2013 10:11
Ich meine den Effekt auch ganz schwach an meinem Degen (trotz 80er Filter) wahrnehmen zu können, wenn ich vom Grundnetzsender meines Vertrauens (ca. 4km Entfernung, 100kW) auf die Funzel im Nachbardorf (ca. 7km Entfernung, 0,01kW) umschalte. Der Grundnetzsender klingt irgendwie eine Idee heller und dadurch klarer.

von Zwölf - am 31.08.2013 10:45
Um Stereo sauber, also rauschfrei wiederzugeben, benötigt ein UKW-Empfänger ungefähr 20 dB mehr Störabstand (also 100-fachen Signalleistungspegel) als für rauschfreien Monoempfang.
Daher ist es ganz normal, dass bei Unterschreiten eines bestimmten Pegels auf Mono geschaltet wird. Eventuell reduzieren manche Empfänger auch erst nur ein wenig den L-R-Anteil im Signal?
Auch eine Reduktion der ZF-Filterbandbreite (z.B. wegen Nachbarkanalstörer) beeinträchtigt zuerst das Stereo-Signal...
UKW-FM wurde halt nicht für Mobilempfang geschaffen - das ist eine "Vergewaltigung" des Konzepts - sondern für stationären Empfang mit auf den Sender ausgerichteter Dachantenne.

von DH0GHU - am 01.09.2013 08:33
Manche Autoradios schalten bei schwächer werdendem Empfangspegel "gleitend", also allmählich, auf Mono um, um das Rauschen zu minimieren, den Umschalteffekt aber möglichst nicht auffallen zu lassen. Dadurch geht natürlich der räumliche Effekt der Stereophonie genauso gleitend verloren.

von Optimierer - am 03.09.2013 12:17
Alpenländisches Voodoo? Eine unbekannte neue Übertragungstechnik?
Nein, sicher nicht!
Aber viele Geräte neueren Datums, besonders gerne Autoradios, besitzen eine automatische dynamische Stereo/Mono-Umschaltung. Es wird allerdings nicht "hart" von mono auf stereo um- und wieder zurückgeschaltet (was unangnehme Effekte zur Folge hätte), sondern das Stereopanorama wird gleitend auf- und zugeregelt. Daher der Effekt, dass sich bei einwandfreiem Signal das Stereosignal breiter anhört als bei einem schwächeren Signal. Auch die Bandbreite regeln viele dieser Radios (z.B. mit Sharx) automatisch, was dann ebenfalls noch das Klangbild beeinflusst. Umso mehr hier der Empfänger die Bandbreite zuschiebt, umso "schlechter" wird auch das Klangbild. Es gibt u.U. leichte Verzerrungen.

Dann kommt noch in Gebirgslagen der Mehrwegempfang hinzu. Der kann mitunter auch für merkwürdige Halleffekte und Stereoverbreiterungen sorgen. Da entsteht häufig der Eindruck eines "schwebenden" Klangbilds, d.h. die Signalquelle scheint durch den ganzen Raum herumzudiffundieren.

Was Zwölf beschrieben hat, kann wieder eine andere Ursache haben: Vermutlich klingt hier der Füllsender (Burgberg-Halden?) generell weniger brillant als der "Muttersender" (Grünten).

von Peter Schwarz - am 08.09.2013 22:11
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