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Radioforum Österreich
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warum gibt es kein Inforadio ?

Startbeitrag von Frank S. am 23.03.2014 18:45

Ab und an bin ich in Österreich. Was mir in diesem wunderschönen Land immer fehlt ist ein Programm für Informationen (wie B5 Info oder MDR Info) oder ähnlich dem Deutschlandfunk. Es gibt nur Musikprogramme (Klassik OE1, Pop OE3, Schlager OE2) mit einigen wenigen Magazinsendungen.

Antworten:

Manchmal höre ich als Deutscher auch das OE1 Mittagsjournal und muss feststellen, dass die Nachrichten sehr auf Österreich und besonders auf Wien fixiert sind. Internationale Politik findet kaum statt. Da lobe ich mir soch SRF4News. In einem solchen Format würde ein Inforadio auch Sinn machen, ansonsten nicht. OE1 ist prinzipiell gar nicht schlecht gemacht, etwa wie SWR2 in Deutschland.

von rolling_stone - am 23.03.2014 19:20
Weil im ORF-Gesetz steht, dass der ORF nur 9 Bundesländerprogramme und 3 landesweite Radioprogramme verbreiten darf, wobei das 3. landesweite Programm überwiegend fremdsprachig sein muss. Die stark politisch beherrschten Aufsichtsgremien des ORF haben stets dafür gesorgt, dass keine zusätzlichen Programme verbreitet werden. Zeitungsmacher und Privatradiobetreiber üben Druck auf die ORF-Räte aus. Die Privatradios wollen nicht, dass der ORF mehr Programme ausstrahlt, weil dadurch deren Anteil am Werbekuchen geringer ausfallen würde. Die Zeitungen wollen wiederum kein Inforadio, weil sie dadurch eine Einbuße bei den Leserzahlen befürchten.

von Wasat - am 23.03.2014 20:44
Naja, die BBC durfte in den 1920er Jahren auch erst dann Nachrichtensendungen ausstrahlen, wenn die Abendzeitungen verkauft waren. Aber wir sind doch schon am Beginn des 21. Jahrhunderts:eek:

von rolling_stone - am 24.03.2014 00:17
Spielt da nicht auch noch die Frequenzknappheit mit rein? Wurden nicht vor ein paar Jahrzehnten starke Frequenzen ans Ausland abgegeben? Von daher würde ein Inforadio wohl erst mit DAB+ Sinn machen.

von Zwölf - am 24.03.2014 03:43
Zitat
Wasat
Weil im ORF-Gesetz steht, dass der ORF nur 9 Bundesländerprogramme und 3 landesweite Radioprogramme verbreiten darf, wobei das 3. landesweite Programm überwiegend fremdsprachig sein muss. Die stark politisch beherrschten Aufsichtsgremien des ORF haben stets dafür gesorgt, dass keine zusätzlichen Programme verbreitet werden. Zeitungsmacher und Privatradiobetreiber üben Druck auf die ORF-Räte aus. Die Privatradios wollen nicht, dass der ORF mehr Programme ausstrahlt, weil dadurch deren Anteil am Werbekuchen geringer ausfallen würde. Die Zeitungen wollen wiederum kein Inforadio, weil sie dadurch eine Einbuße bei den Leserzahlen befürchten.


Das ist auch der Hauptgrund, warum sich in Oesterreich bis heute kaum eine lebhafte Radioszene entwickeln konnte, - im Gegensatz zu den osteuropaeischen und vormals kommunistischen Nachbarlaendern. Die gesetzliche Begrenzung auf 3 Landesweite Programme und 9 Bundeslaenderprogramme ist der Hauptgrund, warum man in Oesterreich in der derzeitigen Situation DAB+ definitiv nie einfuehren wird. Durch DAB+ und gleichen Empfangsmoeglichkeiten aller Marktteilnehmer wuerde der ORF und somit der politische Arm in den Hintergrund treffen. Dies will man nicht.

Auch ist die Bevoelkerung durch weniger Auswahl leichter politisch im Griff zu halten. Nicht nur fehlt es an Meinungsvielfalt, sondern an musikalischer Vielfalt. Ein landesweites Klassikprogramm, wie etwa Bayern Klassik, oder ein landesweites Program, welches reine oesterreichische Volksmusik bringt ( und damit meine ich nicht, div. Oe Regional Deutschland-Schlager aus 1960 u. dgl.) blieb Oesterreich verwehrt. Als historisches Kultur u. Musikland wie Oesterreich hat der ORF ganz klar seine Aufgabenstellung als oeffentlich rechtlicher Anbieter verfehlt.

Zitat

Naja, die BBC durfte in den 1920er Jahren auch erst dann Nachrichtensendungen ausstrahlen, wenn die Abendzeitungen verkauft waren. Aber wir sind doch schon am Beginn des 21. Jahrhunderts


Was Radio betrifft, ist Oesterreich noch sehr weit in der Vergangenheit. In der mehrheitlichen oesterreichischen Gesellschaft wird dieser Zustand leider als normal empfunden und wird meist diskussionslos akzeptiert und ist mental fest verankert worden. Die Politik wollte es so.

Zitat

Spielt da nicht auch noch die Frequenzknappheit mit rein? Wurden nicht vor ein paar Jahrzehnten starke Frequenzen ans Ausland abgegeben?


Ja, die Frequenzknappheit ist korret. Es ist auch meine Meinung, dass dies bewusst vom ORF und der Politik gewollt war, und zur Monopolzeit auch so gehandhabt wurde. Vergebe ich bewusst leistungsstarke 100 KW Frequenzen ans Ausland hat der ORF automatisch weniger Wettbewerb. Dies war nichts anders als Strategiedenken, des ORF und der oesterreichischen Politik. Ich denke, man wusste ganz genau dass das ORF Monopol zumindest rein juristisch, nicht auf ewig halten wird. Daher musste man "anderswertig" vorsorgen.

von 102.1 - am 24.03.2014 09:37
Würde es einen bundesweiten DAB+ Mux alleine mit dem ORF geben, wären die 9 Landesprogramme schon ein gewisser Mehrwert. Je nach Region in Österreich kann man ja nur 1 bis 3 davon mehr oder weniger gut auf UKW hören.

Was zuvor schon mehrfach genannt wurde, dass es ein Klassik- und ein Inforadio brauchen würde, sehe ich auch so. Ö1 ist ja nur je die Hälfte von beidem. Betrachtet man Ö1 genauer, deckt der Kanal in Österreich das ab, wozu es in Bayern Bayern 2, Bayern4 und Bayern 5 gibt. Womit eine Aufspaltung von Ö1 in drei Digitalkanäle schon ein enormer Mehrwert wäre. Nicht zu vergessen wäre auch ein Kinderradio. Der Bedarf dafür wäre bei uns enorm.

Dass die derzeitigen Gesetze an die sich der ORF freilich zu halten hat, nicht mehr zeitgemäß sind, muss man auch sehen. Andererseits, warum darf er im Internet das Ö1 Inforadio anbieten und über Rundfunkwege nicht? Eigentlich verrückt.

von delfi - am 24.03.2014 11:02
Zitat
102.20
Ja, die Frequenzknappheit ist korret. Es ist auch meine Meinung, dass dies bewusst vom ORF und der Politik gewollt war, und zur Monopolzeit auch so gehandhabt wurde. Vergebe ich bewusst leistungsstarke 100 KW Frequenzen ans Ausland hat der ORF automatisch weniger Wettbewerb. Dies war nichts anders als Strategiedenken, des ORF und der oesterreichischen Politik. Ich denke, man wusste ganz genau dass das ORF Monopol zumindest rein juristisch, nicht auf ewig halten wird. Daher musste man "anderswertig" vorsorgen.


Genau, der ORF hat die Frequenzen rausgehauen, damit ja keine Konkurrenz entstehen kann. Heute gibts deswegen einen Frequenznotstand. In Slowenien gibt es viele Programme und genügend Frequenzen, weil dieser "Abverkauf" der Frequenzen nicht stattgefunden hat.

Zitat
delfi
Was zuvor schon mehrfach genannt wurde, dass es ein Klassik- und ein Inforadio brauchen würde, sehe ich auch so. Ö1 ist ja nur je die Hälfte von beidem.


Nunja, auch wenn es nicht schlecht wäre, scheitert das eher an den finanziellen Kosten. Der ORF kann sich ja nichtmal zweisprachige Verkehrsnachrichten leisen- entweder du sprichst auf der Autobahn deutsch oder Pech gehabt- auch in der größten Urlaubszeit, wo Österreich ein Transitland ist, haben nicht deutschsprechende Personen ganz einfach Pech gehabt, in Kroatien gibt's Verkehrsnachrichten dann in Kroatisch, Englisch, Deutsch, Italienisch ;)

Zitat
delfi
Nicht zu vergessen wäre auch ein Kinderradio. Der Bedarf dafür wäre bei uns enorm.


Bedarf für ein Kinderradio? Kinder haben doch wichtigeres zu tun als Radio zu hören. Woher nimmst du die Annahme, dass es dafür einen Bedarf gäbe? Radio hören war als Kind sogar bei mir so mit Abstand das Letzte was ich getan hätte.

Eher Bedarf - dafür wären eigentlich die Privaten zuständig - wäre mehr unterschiedliche Musikstile. Schau ich mir die Download-Charts an, erkenne ich große Unterschiede zwischen dem, was auf Ö3, Antenne und Co. läuft und dem, was dort gekauft wird. Ein progressives Electro-Dance Radio (alla Slam Fm aus den Niederlanden) (was natürlich mir sehr gefallen würde), wäre mit der Zielgruppe 14-40 und dementsprechender Gestaltung mit Niveau (nicht wie Kronehit) meiner Meinung derzeit der größte Quotenbringer, wenn man die Charts sich genauer ansieht. Hohen Marktanteil kann man denk ich auch mit Schlager und Oldies erzielen (wegen dem steigenden 50+ Anteil).

Aber ein Kinderradio, wüsst nicht wer das hören würde...

von RTL 102.5 Fan - am 24.03.2014 11:33
Zitat
delfi

Dass die derzeitigen Gesetze an die sich der ORF freilich zu halten hat, nicht mehr zeitgemäß sind, muss man auch sehen. Andererseits, warum darf er im Internet das Ö1 Inforadio anbieten und über Rundfunkwege nicht? Eigentlich verrückt.


@Gesetz
Ja, nur hier bedarf es einer Gesetzesaenderung, und diese wird nicht so leicht herbeizufuehren sein. Selbst innerhalb einer Organisation wie dem ORF sind Neuerungen sehr schwer zu implementieren. Dort hocken zu viele Leute, die dafuer bezahlt werden moeglichst wenig zu veraendern, und Neuerungen grundsaetzlich kritisch zu sehen. Hier stehen sich die Starrkoepfe selbst im Wege und jeder hat Angst irgendwas zu verlieren, was er sich ohnehin nicht verdient hat.

@ "Oe1 Inforadio" und wenig Sender-Auswahl.

In Bayern gibt es Bayern 1 bis 5, in UK gibt es BBC 1 bis 5, und ein Radio 6 Music, in Oesterreich will man bewusst nicht diese Vielfalt namentlich und markentechnisch bieten und in der Gesellschaft etablieren.

Nachdem man in Oesterreich seitens der Politik erfolgreich der Gesellschaft beigebracht hat, wie "schick" es sei, wenige Sender zu haben, werden die auch sehr wenig neues vermarkten, und wenn sie etwas neues vermarkten, werden sie es mit "altem" verbinden. Mehr ist der oesterreichischen Gesellschaft nicht zuzumuten und will man auch nicht, nachdem man sie erfolgreich auf "das wenige eingeschworen hat" was man heute so vorfindet.

Damit meine ich konkret, ein moegliches "Info Radio" wird sicher nicht heissen "ORF Inforadio" oder "Oe Info" oder dergleichen, sondern man wird sich eher "Oe1 Inforadio" oder "Oe3 Inforadio" nennen werden. Die Einfuehrung eines komplett neuen Markennamens wird man tunlichst vermeiden.

von 102.1 - am 24.03.2014 11:40
Zitat:
Bedarf für ein Kinderradio? Kinder haben doch wichtigeres zu tun als Radio zu hören. Woher nimmst du die Annahme, dass es dafür einen Bedarf gäbe?

Bei mir gibt es dank DAB aus Südtirol ja schon seit laaangem auch Kinderradio im Haus. Wie ist das so, wenn man ein kleines Kind hat? Freunde vom Kindergarten und Co kommen mit Mamas zu Besuch und wenn Kinderradio einfach so normal spielt, nehmen die auch wahr, dass da was für sie Unbekanntes läuft. Die Frage, was das denn für ein Programm sei, kam eigentlich von jeder Mutter. Die Enttäuschung war aber groß, als unsereins sagen musste, dass "ihr" das mit dem normalen Radio nicht bekommt, weil es sowas in Österreich nicht gibt. Den Verweis auf Sat oder Internetradio fanden die weniger spannend.

Wenn Kinder älter sind, mag es sein, dass die was Besseres zu tun haben, als Radio zu hören. Was Kinder aber generell machen, wird ihnen nicht zuletzt von den Eltern vorgemacht. Wenn sich die den ganzen Tag die unnützen Reality-Formate von RTL2 und Co reinziehen, werden die Kinder auch nichts anderes machen. Wenn man Kindern früh genug zeigt, dass es auch Bücher gibt, werden sie sie auch für sich entdecken, usw.

von delfi - am 24.03.2014 11:44
Zitat
RTL 102.5 Fan
Zitat
102.20
Ja, die Frequenzknappheit ist korret. Es ist auch meine Meinung, dass dies bewusst vom ORF und der Politik gewollt war, und zur Monopolzeit auch so gehandhabt wurde. Vergebe ich bewusst leistungsstarke 100 KW Frequenzen ans Ausland hat der ORF automatisch weniger Wettbewerb. Dies war nichts anders als Strategiedenken, des ORF und der oesterreichischen Politik. Ich denke, man wusste ganz genau dass das ORF Monopol zumindest rein juristisch, nicht auf ewig halten wird. Daher musste man "anderswertig" vorsorgen.


Genau, der ORF hat die Frequenzen rausgehauen, damit ja keine Konkurrenz entstehen kann. Heute gibts deswegen einen Frequenznotstand. In Slowenien gibt es viele Programme und genügend Frequenzen, weil dieser "Abverkauf" der Frequenzen nicht stattgefunden hat.


Ich halte deshalb den ORF fuer ein perfides System, das in einem Land wie Oesterreich nichts zu suchen hat. Sein Arbeiten und Handeln hat dazu gefuehrt, das Staedte wie Tirana in Albanien heute mehr Radiosender haben, als Wien. Das Medien-Albanien trifft heute auf Oesterreich zu.

Als landesweite Ketten sollen beim ORF nur Oe1 und Oe3 vermarktet werden, halberzig und gezwungen drueckte man "4" als "FM4" durch, um eine weitere Kette landesweit belegen zu koennen.

Jedes moegliche Neuprogramm unter DAB+ (sollte es das ueberhaupt geben) wird der ORF nur unter dem Namen Oe1 od. Oe3 mit irgendwelchen Zusatzbegriffen vermarkten wollen.

Als einigen landesweiten Privatsender will die Politik nur Kronehit, ein Sender der vielleicht flottere Musik als Oe3 bringt, allerdings mit engerer Rotation, und primitivem Auftreten, tlw. inhaltslosen Nachrichten und dem laecherlichem Geduze.

@fremdsprachige Verkehrsnachrichten.
Wuerde Sinn machen! Am Besten als "Autobahnradio" in den Landessprachen div. oesterr. Nachbarlaender. Moeglw. auch eine Idee fuer DAB+.
Hat man zu "Blue Danube Radio Zeiten" mal versucht, nur waren diese wenig genau, und eher nur selten zu hoeren. Ob FM4 dies macht, weis ich nicht.

@Kinderradio
Natuerlich koennte man das machen. Etwa oesterreichische Maerchen und Sagen als Hoerspiele vorzulesen und Kindern naeher zu bringen, dies waere wiederum eine Aufgabe fuer einen oeffentl. rechtlichen Rundfunk, und ein Beispiel wo der ORF klaeglich versagt hat.

von 102.1 - am 24.03.2014 12:13
Zitat
RTL 102.5 Fan
Der ORF kann sich ja nichtmal zweisprachige Verkehrsnachrichten leisen- entweder du sprichst auf der Autobahn deutsch oder Pech gehabt- auch in der größten Urlaubszeit, wo Österreich ein Transitland ist, haben nicht deutschsprechende Personen ganz einfach Pech gehabt


Du irrst dich.

Also in Ö3 gibt es an den starken Reisetagen Verkehrsmeldungen in dt. und auch in englisch (übirgens: so ein schönes Englisch hab ich im Radio auch noch nie gehört, das verdient ein :spos:). In Radio Agora sogar noch dazu in slowenisch. Wie es auf FM4 ist (und ob da überhaupt Meldungen kommen), kann ich nicht sagen, weil ich den Sender nie höre.

von andimik - am 24.03.2014 12:27
Zitat
RTL 102.5 Fan
Bedarf für ein Kinderradio? Kinder haben doch wichtigeres zu tun als Radio zu hören. Woher nimmst du die Annahme, dass es dafür einen Bedarf gäbe? Radio hören war als Kind sogar bei mir so mit Abstand das Letzte was ich getan hätte.


Mir ist es absolut unverständlich, warum eine gesamte Altersgruppe von einem Medium derart ausgeschlossen wird. Das gesamte Kinderprogramm im ORF-Hörfunk beschränkt sich von Montag bis Freitag auf 5 (!!!) Minuten "Rudi" in Österreich 1! In Deutschland sieht es in vielen Bundesländern zwar etwas besser aus, dennoch bin ich der Meinung, dass 30 Minuten Kinderprogramm am Tag zu wenig sind. Ich finde es gut, dass mittlerweile einige Landesrundfunkanstalten mit dem WDR kooperieren und dass das Deutschlandradio gerne ein nationales Kinderradio veranstalten möchte. Wichtig fände ich, dass das Programm mehere Altersgruppen abdeckt, also alles vom Grundschüler bis zum 14/15-jährigen, was man über den Tag verteilt sicher gut machen könnte. Ich habe mich im Alter von 14/15 Jahren jedenfalls immer gefragt, warum es so gut wie keine Sendungen gibt, die sich genau an mich wenden. Die typischen Kindersendungen wenden sich an jüngere, die Jugendwellen an ältere.
Und last but not least: Wenn die "Hörer der Zukunft" nicht zum Medium hingeführt werden, steigen sie später vielleicht auch nicht mehr ein.

von DigiAndi - am 24.03.2014 18:59
Zitat

Ö1 ist ja nur je die Hälfte von beidem. Betrachtet man Ö1 genauer, deckt der Kanal in Österreich das ab, wozu es in Bayern Bayern 2, Bayern4 und Bayern 5 gibt. Womit eine Aufspaltung von Ö1 in drei Digitalkanäle schon ein enormer Mehrwert wäre.

Wobei man auch sagen muss - die Marktanteile die Ö1 hat, davon können die deutschen Kultursender nur träumen. SWR2, das Ö1 ja noch relativ ähnlich ist, erreicht nicht mal 2%; Ö1 über 8% wenn ich die Zahlen noch richtig in Erinnerung habe.

Dennoch; eine Trennung wäre schon ein gewisser Mehrwert. Was z.B. den Klassiksender angeht, muss man ja eigentlich auch nicht das Rad neu erfinden - warum nicht mal ein bayerisch-österreichisches Gemeinschaftsprogramm wagen; quasi ein "BRORF-Klassik". Man könnte sich die Kosten teilen und grenzüberschreitende Nachrichten+Verkehr+Wetter+Veranstaltungshinweise fände sicherlich der ein oder andere ganz hilfreich; gerade die Klassik verbindet ja die beiden Länder.

von Zwölf - am 24.03.2014 19:30
Zitat
andimik
Also in Ö3 gibt es an den starken Reisetagen Verkehrsmeldungen in dt. und auch in englisch (übirgens: so ein schönes Englisch hab ich im Radio auch noch nie gehört, das verdient ein :spos:).


Gut, ich höre Ö3 aus Prinzip nicht, aber wenn ich mal zufällig was mitkriege, waren da keine englischen Verkehrsnachrichten zu hören. Wie oft ist dann auch "starke Reisetage"? Gerade als Transitland bräuchte man eigentlich immer zumindest englische Verkehrsnachrichten, gibt ja gute Beispiele wie Radio SI.

von RTL 102.5 Fan - am 24.03.2014 20:42
Radio SI richtet sich auch primär an nicht-slowenische Hörer. Dauerhaft englischsprachiger Verkehrsservice würde mir ganz schön auf die Nerven gehen, egal ob bei Ö3, Bayern 3 oder NDR 2. Aus meiner Sicht ist es nach wie vor Aufgabe der Programme, die einheimischen Hörer zu bedienen und ich erwarte in Rom auch nicht, dass ich deutschsprachigen Verkehrsservice bekomme (und auch keinen englischsprachigen). Bei reinen Verkehrsprogrammen, wie etwa Rai Isoradio oder BR Verkehr, ist das wieder etwas anderes...

von DigiAndi - am 24.03.2014 20:55
Naja... was den Verkehrsfunk betrifft...
Wenn man wissen will, was in Wien los ist, ist der Ö3 ganz gut. Ansonsten ist der Ö3 Verkehrsdienst wohl e für den Hugo. Wenn was im Ö3 durchgesagt wird, dann kann man davon ausgehen, dass man e wieder freie Fahrt hat.

Wenn es um die wirklich wichtigen Verkehrshindernisse im Lande geht,... die höre ich auch auf Bayern 3.

von delfi - am 24.03.2014 21:13
Zitat
DigiAndi
Radio SI richtet sich auch primär an nicht-slowenische Hörer. Dauerhaft englischsprachiger Verkehrsservice würde mir ganz schön auf die Nerven gehen, egal ob bei Ö3, Bayern 3 oder NDR 2. Aus meiner Sicht ist es nach wie vor Aufgabe der Programme, die einheimischen Hörer zu bedienen und ich erwarte in Rom auch nicht, dass ich deutschsprachigen Verkehrsservice bekomme (und auch keinen englischsprachigen). Bei reinen Verkehrsprogrammen, wie etwa Rai Isoradio oder BR Verkehr, ist das wieder etwas anderes...


HRT-HR 2 hat übrigens den fremdsprachigen Anteil letzten Sommer bedeutend gekürzt, es gab keine Übernahmen von Bayern 3, Ö3 und RAI mehr, nur mehr Voice of Croatia alle 3-4 Stunden und dafür aber in 3-4 Sprachen (Deutsch, Englisch, an Samstagen auch Italienisch und Tschechisch) Verkehrsservice nach den Nachrichten um :30. Was ich so vernommen habe, hatte man die Einheimischen mit dem fast komplett ausländischen Programm genervt und die Hörer sind zu den Privaten abgewandert. Daher diese Entscheidung. Muss zugeben, es war teilweise schon zu viel des Guten, wo dann auch nur mehr dt. und ital. Musik lief, und fremdsprachige Werbung... hat dem Programm seinen Charakter entzogen.

Ich wäre sehr stark dafür, im Juli und August stündlich auf englisch Verkehrsfunk zu senden.... auf Ö3 als wichtigster Transfersender in AT. Und das auch auf den Anzeigetafeln auf den Autobahnen (wie in Italien: "TRAFFIC INFO FM ....") bewerben !

von DX-Project-Graz - am 26.03.2014 19:07
Wie gesagt, Ö3 sendet den VF auch in englisch.

Wie sieht es mt FM4 aus?

von andimik - am 26.03.2014 22:01
Zitat
andimik
Wie gesagt, Ö3 sendet den VF auch in englisch.

Wie sieht es mt FM4 aus?

Ich glaube die Frage ist eher, ob man FM4 den ausländischen Autofahrern "antun" kann, als Hauptinformationsquelle. Das ist jetzt nicht wertend gemeint, aber die Musik ist schon relativ speziell.

Abgesehen davon kommen wir vom eigentlichen Thema "Inforadio" ab. Zumindest da wäre ja ein zweisprachiger Verkehrsservice (wenn man sich am B5 & Co.-Modell orientiert), zeitlich kaum möglich.

von Zwölf - am 27.03.2014 03:14
Zitat
Zwölf

Ich glaube die Frage ist eher, ob man FM4 den ausländischen Autofahrern "antun" kann, als Hauptinformationsquelle. Das ist jetzt nicht wertend gemeint, aber die Musik ist schon relativ speziell.


FM4 ist irgendwie seltsam. Wirklicher Alternativ Sender ist er nicht und selbst fuer Menschen aus dem Anglo-Raum klingt FM4 seltsam, nicht nur von der Musik sondern auch wegen den sonderbaren Wortbeitraegen. Als Jugendsender koennte FM4 durchgehen, allerdings kaum mit SWR DASDING vergleichbar.

In Sueddeutschland wird FM4 gerne geheort, weil es eben anders ist, als das uebliche Hit-Gedudel.

von 102.1 - am 27.03.2014 12:17
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