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Radiotest 2. HJ 2015

Startbeitrag von forza_viola am 28.01.2016 11:45

Ein Wort dazu "signifikant"

Klatsche für Ö3, Aufwind für Private
Radiotest, 2. Halbjahr 2015: ORF Radios verlieren statistisch signifikant bei Hörern ab 10 und den Werberelevanten – Privatradios leicht im Plus
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Radiotest, 2. Halbjahr 2015: 79,3 Prozent der Österreicher ab 10 Jahre haben im 2. Halbjahr 2015 im Tagesdurchschnitt – Montag bis Sonntag - Radio gehört (das sind um 1,1 Prozentpunkte weniger als im Vergleichszeitraum 2014 – und ist statistisch signifikant!). 186 Minuten sind es im Tagesschnitt – fünf Minuten weniger als im Vergleichszeitraum. Die Grundgesamtheit der Österreicher ab 10 Jahre ist im 2. Halbjahr 2015 zum Vergleichszeitraum 2. Halbjahr 2014 um 22.000 Personen auf nunmehr 7,575.000 Personen gewachsen.

In der – werberelevanten - Gruppe der 14-49jährigen hören 79,2 Prozent (-0,3 Punkte) täglich Radio, 190 Minuten lang – das sind Plus drei Minuten!). Diese Gruppe – von den Radiovermarktern auch Kernzielgruppe genannt, da am meisten von der Werbewirtschaft nachgefragt – ist um 44.000 Personen auch nunmehr 4,095.000 kleiner geworden (soviel, ganz nebenbei ein Produkt in der Media-Marktforschung, auch zur demografischen Entwicklung Österreichs im Zeitverlauf).

ORF Radios: Durchwachsen

Für die Radioflotte des öffentlich-rechtlichen ORF bringt das 2. Halbjahr statistisch signifikante Verluste in beiden Zielgruppen: National von 66,5 Prozent Tagesreichweiteauf nunmehr 64,4 Prozent bei allen Hörern ab 10 Jahre, das ist ein statistisch signifikantes im Minus von 2,5 Prozentpunkten.

Ebenso statistisch signifikant im Minus ist bei Hörern ab 10 Jahren ORF Hitradio Ö3 (Minus 1,5 Punkte auf 34,9 Prozent nationale Tagesreichweite und der werbefreie Info-/Kultursender Ö1 – Minus 1,4 Punkte auf nunmehr 7,4 Prozent Tagesreichweite).

Ö3 muss in allen Bundesländern – Ausnahme Kärnten – Reichweite abgeben.

Analoges Bild bei den Werberelevanten: Die ORF-Radios verlieren 2,5 Punkte auf nunmehr 59,1 Prozent Tagesreichweite; Hitradio Ö3 verliert 2,4 Punkte auf nun 43,0 Prozent, Ö1 verliert 0,8 Punkte auf nunmehr 4,5 Prozent – allesamt statistisch signifikante Verluste.

Ö3 verliert bei den „Werberelevanten“ – auch hier mit Ausnahme Kärnten zum Teil kräftig Reichweite. Nur mehr in einem Bundesland – Burgenland kommt Ö3 auf (und das ist sehr beachtlich) über 50 Prozent Reichweite (im Vergleichszeitraum 2014 kam Ö3 im Burgenland, Niederösterreich, Oberösterreich und Salzburg über die 50-Prozent Marke.

Tapfer schlägt sich in diesem Szenario FM4: Plus 0,2 Punkte auf 3,9 Prozent nationale Tagesreichweite bei allen Hörern ab 10 Jahre; +0,4 Punkte auf 6,0 Prozent Tagesreichweite bei 14-49 Jahre.

Die Regionalradios des ORF erzielen Ergebnisse innerhalb der statistischen Schwankungsbreite – bei allen Hörern im Plus sind nur Radio Niederösterreich, Steiermark; bei den Werberelevanten NÖ und Burgenland.

RMS Top-Kombi und Kronehit

Wie schon über die letzten Jahre: Die Privaten – in dieser Betrachtung in der nationalen RMS-Top-Kombi zusammengefasst – machen Boden gut auf den Giganten ORF: Die RMS-Top Kombi kommt bei allen Hören ab 10 Jahre auf eine Tagesreichweite von 28,2 Prozent (Minus 0,4 Punkte); bei den 14-49jährigen auf 37,5 Prozent (Plus 0,3 Punkte) – beide Werte innerhalb der statistischen Schwankungsbreite.

Der nationale Privatradioanbieter Kronehit setzt seinen Aufwärtstrend fort: 12,4 Prozent Tagesreichweite bei Hörern ab 10 Jahre (+0,2) und beachtliche 18,8 Prozent bei den 14-49jährigen (plus 0,7 Punkte) – beides innerhalb der statistischen Schwankungsbreite.

Wien & Bundesländer

Werbesprüche sind so eine Sache – aber der „Wien ist anders“-Slogan passt tatsächlich zum aktuellen Radiotest: 68,3 Prozent der Wiener ab 10 Jahre haben im 2. Halbjahr im Tagesdurchschnitt Radio gehört – das sind glatt fünf Prozentpunkte weniger (und 31 Minuten weniger auf nunmehr 131 Minuten). Nicht ganz so krass, aber analoges Bild bei den 14-49jährigen: 67 Prozent hören täglich Radio – 2,4 Prozentpunkte weniger. Das bereitet dem Analysten schon Kopfzerbrechen – Stadtflucht in den heißen Sommermonaten?

Bei den Werberelevanten müssen in Wien Sender Reichweite abgeben – Ö3 liegt mit 29,2 Prozent Reichweite (-2,2 Punkte) hinter den Privaten in der RMS-Top-Kombi (30,4 Prozent Reichweite - -0,7 Punkte). Aufwärts geht´s in Wien in der Zielgruppe der 14-49jährigen bei Radio Ö24 (von 1,7 auf nun 2,8 Prozent) und Radio Arabella (+0,1 Punkt auf 5,9 Prozent). Kronehit ist mit 15,1 Prozent Tagesreichweite (-0,3 Punkte) vor Radio Energy (8,7 Prozent - minus 2,6 Punkte) in Wien in der Zielgruppe der 14-49jährigen reichweitenstärkster Sender.

Ein Blick in die Bundesländer: Der Musiksender 88,6 macht in Niederösterreich einen – auch statistisch signifikanten – Sprung um 4,2 Prozentpunkte auf nun 9,9 Prozent Reichweite bei den Werberelevanten; deutlich im Plus (wenngleich innerhalb der Schwankungsbreite) performen auch Antenne Steiermark und Soundportal (Graz), Antenne Kärnten und Welle 1 in Kärnten und Oberösterreich und Salzburg, Radio Energy in Salzburg sowie Antenne Vorarlberg.

Marktanteile: Privat holt weiter auf

Im Match um die Marktanteile muss die ORF-Radioflotte jeweils zwei Punkte abgeben: Auf 72 Prozent Tagesmarktanteil bei allen Hörern ab 10 Jahre, auf 64 Prozent bei den Werberelevanten. Die RMS-Top Kombi kommt ab Allen auf einen Tagesmarktanteil von 24 Prozent (Plus ein Punkt), bei den 14-49järhigen auf 33 Prozent (Plus zwei Punkte). Heisst: Ein etwas ungewöhnliches Halbjahr für den ORF, Zuversicht für die Privaten.

Alle Daten zum Radiotest gibt es bei der ORF Enterprise und Audiovermarkter RMS-Austria.
[Herwig Stindl]


Quelle: http://www.horizont.at/home/news/detail/klatsche-fuer-hitradio-oe3-aufwind-fuer-privatradios.html?cHash=fb53746cf6b160cb64f39a869e8dce6a

Antworten:

Zitieren will gelernt sein!

von andimik - am 28.01.2016 12:18
Bei Ö3 wundert mich das nicht, die werden immer schlechter.
Ich hörs meistens nur in der Früh,und wenns mich nach
einer halben Stunde nerven schalt ich um auf Welle 1
oder Ö24 hört sich auch nicht schlecht an.

von speedy01 - am 28.01.2016 15:18
Wie gesagt es ist immer noch abnormal.. in kaum einem Land hat der öffentlich-rechtliche Rundfunk solch eine Stärke. Ich finde den Umstand immer noch erschreckend..

Ich höre derzeit so gut wie gar kein österreichisches Radio, auch nichts lokales mehr, nur mehr Internetradio. Ich bin gespannt ob sich das bei meinem (vorrübergehenden) Ortswechsel ändern wird..

von RTL 102.5 Fan - am 31.01.2016 20:27
Zitat
RTL 102.5 Fan
Wie gesagt es ist immer noch abnormal.. in kaum einem Land hat der öffentlich-rechtliche Rundfunk solch eine Stärke. Ich finde den Umstand immer noch erschreckend..


Ich vermute, das liegt auch darann, dass der ORF oesterreichweit fast ueberall die besseren Frequenzen bekommen hat, die lange ORF Monopolzeit, und die Bevoelkerung eher gewohnt ist immer das gleiche Programm einzuschalten. Vielen Privaten fehlt's in Oesterreich einfach an akzptablem Umgang oder Konzept, ( Geduze und geistloses Gerede auf KroneHit, oder die Funzlen in Linz von Oe24, bis hin zu wenig tiefgruendigen Nachrichten und Informationen), und dann gibt's einige die auch wirklich eine brauchbare Alternative sind, Radio Stephandsdom, etwa, oder Superfly, und dgl.

In UK etwa hoeren viele die Nachrichten auf BBC Radio 4, oder Radio 2, schalten aber bei flotter Musik oft auf private Anbieter um. Wer da wie lange was genau hoert, ist da oft nicht so leicht herauszufinden. Aus anderen Laendern kenne ich da aehnliches. Trotz allem hat BBC in UK etwa, ebenfalls die staerksten Frequenzen, zumindest auf UKW, und landesweites privates Popradio gibt's auf UKW in UK auch nicht, dafuer eine private landesweite Klassik-Kette.

von 102.1 - am 31.01.2016 22:24
Hm. Und was ist dann mit den ganzen Heart FM Ablegern?
Kein Pop oder nicht landesweit?

(... und über DAB siehts sowieso ganz anders aus in UK)

M.

von Cyberjack - am 31.01.2016 23:43
Zitat
Cyberjack
Hm. Und was ist dann mit den ganzen Heart FM Ablegern?
Kein Pop oder nicht landesweit?

(... und über DAB siehts sowieso ganz anders aus in UK)

M.
Heart FM scheint nicht UK weit zu sein. Ich habe Heart immer als Lokalradio fuer einen bestimmten Teil von UK wahrgenommen, das Programm scheint ziemlich regionalisiert zu sein. Zudem sind weite Teile von Schottland und Nordengland, etwa Lake District nicht mit Heart versorgt. Letztens war ich am Lake Windemere, und Heart war dort nicht empfangbar, ausser mit Rauschen das Programm aus Manchester. Weiter noerdlich in den Border Regions ging gar nichts, erst ab Glasgow wieder.

Ja, auf DAB gibts einige landesweite private Anbieter. Ich bezog mich allerdings rein auf UKW.

von 102.1 - am 01.02.2016 11:02
Auch etat.at hat einen Artikel

http://derstandard.at/2000035200140/Fehler-bei-Radiotest-Erhebung

von andimik - am 20.04.2016 06:51
Muss dieses nackte-Links-Posten sein? Man könnte doch zumindest ein, zwei Sätze dazu schreiben um was es geht, v.a. wenn es nur am Rande mit dem eigentlichem Thread-Thema zu tun hat.

von Zwölf - am 20.04.2016 10:23
In beiden Links sieht man schon an der URL, worum es sich hier handelt.

von andimik - am 20.04.2016 11:49
Es wäre trotzdem schön, wenn man es auch noch hinschreiben würde. Zumindest ich lese normaler Weise Links nicht durch, bevor ich sie anklicke.

von Zwölf - am 20.04.2016 13:20
Zitat
Zwölf
Es wäre trotzdem schön, wenn man es auch noch hinschreiben würde. Zumindest ich lese normaler Weise Links nicht durch, bevor ich sie anklicke.


Ich denke, das ist nicht das Thema hier. Das Thema ist die Manipulation zu Gunsten des ORF.

Auch dieser Artikel schreibt darueber: ( wenngleich man weniger das Wort "signifikant" verwendet)

http://diepresse.com/home/kultur/medien/4978349/RadiotestManipulationen_Nutzniesser-war-der-ORF?_vl_backlink=/home/index.do

Ich finde auch das die Privaten hier Schadenersatz fordern wollen. Gute Entscheidung. Hoffentlich kommt man davon nicht wieder ab.

von 102.1 - am 29.04.2016 10:48
Wer kann denn so etwas entscheiden? Die Komm Austria?

von andimik - am 29.04.2016 10:55
Zitat
andimik
Wer kann denn so etwas entscheiden? Die Komm Austria?


Das wuerde ein Richter entscheiden, wenn es zu einem Gerichtsfall kommen wuerde. Am Ende geht's um entgangenes Werbevolumen, und darum geht auch die Schadenersatzforderung.

Die Manipulation der Zahlen ist wiederum eine andere Sache.

Ueberholt die Antenne Vorarlberg auch Oe3 wuerde ich schon von "signifikant" sprechen. Auch von arglistiger Taeuschung kann man sprechen, werden die Zahlen genau andersrum ausgelegt.

von 102.1 - am 29.04.2016 11:04
Es wäre zu hinterfragen, wer alles zu den Auftraggebern des Radiotests gehört. Es ist alleine deren Schuld, wenn bei den Umfragen nur Stuss rausgekommen ist. Sie hätten sich mal die Mühe machen sollen, die Frageroutinen zu hinterfragen. Ich hatte schon das Vergnügen, für den Radiotest befragt zu werden. Da wird ganz bewusst manipuliert, damit man ganz bestimmte Sender nennt.

von delfi - am 29.04.2016 19:17
@delfi: Ich vermute, wie so oft in Oesterreich bei Umfragen die ueblichen Suggestivfragen.

Hier gibt's wieder einen Artikel zum Thema:

http://diepresse.com/home/kultur/medien/4978906/Massive-Manipulation-beim-Radiotest?from=gl.home_kultur

Auf jeden Fall sei Antenne Vorarlberg fuer den Erfolg zu Gratulieren!

von 102.1 - am 30.04.2016 09:37
Ich dachte, es ginge um 2 oder 3 Prozentpunkte, aber was da v.a. Antenne Vorarlberg passiert ist, ist ja der Hammer. Man hat den Wert von Ö3 nicht nur über den tatsächlichen Wert von AVOL erhöht, sondern AVOL noch satte 12 Prozentpunkte abgezogen. Wem die wohl zu Gute kamen - ob man noch mehr ORF-Quoten in Vorarlberg beschönigt hat?

von Zwölf - am 30.04.2016 12:10
Es ist so, dass einem die Antworten eigentlich in den Mund gelegt werden. Passt man nicht auf, hat man schnell einen Lieblingssender, den man aber in Wirklichkeit nie hört.

Nennt man andere, durchaus ortsübliche terrestrisch empfangene Sender, hört man vom Interviewer immer wieder: "Den hab ich gar nicht auf meiner Liste." Fragt sich, was er dann ankreuzt...

von delfi - am 30.04.2016 12:22
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