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Radioforum Österreich
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Habakukk, delfi, mor_, andimik, drahtlos, 102.1, Wasat, BöseKatze83

Veranstaltung: Digitales Radio - Wann, wie und warum?

Startbeitrag von Habakukk am 13.11.2006 09:36

Vielleicht ganz interessant: die RTR plant für den 22.11. eine Veranstaltung "Digitales Radio - Wann, wie und warum?", siehe
http://www.rtr.at/web.nsf/deutsch/Portfolio_Veranstaltungen_aktuelle_Veranstaltungenaktuell_DigitalesRadio?OpenDocument

Im Programm u.a.:

9:15 „Perspektiven für digitalen Hörfunk nach der Stockholm-Nachfolge-Konferenz“, Franz Prull, stv. Leiter der KommAustria
9:45 „Digital Radio und DMB nach der RRC 06 – Entwicklungschancen in Deutschland“, Reiner Müller, Bereichsleiter Technik, Bayerische Landeszentrale für Neue Medien (BLM)
11:30 „DAB in Deutschland – was lief falsch“, Mathias Priebe, media concepts
11:50 Podiumsdiskussion: DAB, HD Radio, DRM, UMTS & Co – was wird’s?

Interessant vielleicht deshalb, da es ja hieß, man werde sich nach der Einführung von DVB-T um das Digitale Radio kümmern. Evtl. gibt es nach dieser Veranstaltung ja erste zaghafte Schritte, ob in DVB-T, DMB, DAB oder sonstwie....

Antworten:

So, heute läuft ja diese Veranstaltung. Ich denke, von uns hier ist wahrscheinlich keiner dort. Interessant wäre es trotzdem, was da so besprochen wurde. Falls da wer was zu lesen findet, oder wieder erwarten doch selber berichten kann, nur her damit.

von Habakukk - am 22.11.2006 12:06
Die diversen Präsentationen der Veranstaltung kann man sich hier schon mal zu Gemüte führen:

http://www.rtr.at/web.nsf/deutsch/Portfolio_Veranstaltungen_bisherige_Veranstaltungenbisherige_DigitalesRadio2006Praes?OpenDocument


von Habakukk - am 24.11.2006 15:34
@Habakukk

Interessant, dass man hier offenbar auch ueber die Situation in Deutschland sprechen moechte.

Digitales Radio hat sich hier nicht wirklich durchgesetzt, und wird sich auch nicht durchsetzen wenn man derzeit so weitermacht. Das Problem liegt darin, dass via DAB die gleichen "Dudelsender" wie ueber FM verbreitet werden, und dafuer schafft sich keiner ein DAB Radio an.

Da die Radioszene - gleichlautend wie in Deutschland - in Oesterreich aus "Dudelfunk" und "quasi Monopolsendern" besteht, wuerde ich meinen, dass DAB in Oesterreich gleichermassen schlechten Erfolg wie in Deutschland haben wird.

Ganz anders in UK, wo DAB weitaus mehr anzubieten hat und dort vermutlich am fruehesten fussfassen kann.

DRM wuerde ich weitaus bessere Chancen zuschreiben wollen.

von 102.1 - am 24.11.2006 19:56
Zitat

DRM wuerde ich weitaus bessere Chancen zuschreiben wollen.

Ich meine, dass auch DRM scheitern wird, weil sich ja an den (inhaltlich unbefriedigenden) Programmangeboten nichts ändern wird.

Dass es im UK besser lief, hat mit der "Radiokultur" der angelsächsischen Länder zu tun. Dort hat man es nie zur "Totalverdudelung" kommen lassen. Es wird dort mehr differenziert und es gibt gleichermaßen hochwertige wie flotte Talkprogramme. Im deutschsprachigen Raum kam es dagegen schon sehr frühzeitig zu einer Polarisierung zwischen seichtem "Dudelradio" und steifem "Oberlehrerradio".

Wenn ich z.B. in einer der Präsentationsunterlagen lese, dass Programmvielfalt der entscheidende Faktor für den Erfolg von Digitalradio sein soll, dann muss ich lachen, denn es gibt bei uns keine reale Programmvielfalt. Auch wenn man 30 Radioprogramme zur Verfügung hat, so gibt es nur eine Hand voll unterschiedliche Formate. Das ist wie im Supermarkt bei den vielen Waschmitteln: Wenn man den Inhalt analysiert, wird man feststellen, dass überall das gleiche drinnen ist.

Es ist meiner Meinung nach bei uns zu spät, als dass man das Radio noch retten könnte. Immer mehr Leute brauchen das Radio ganz einfach nicht mehr, egal mit welchem technischen Verfahren es verbreitet wird.

von Wasat - am 24.11.2006 20:54
@Wasat

DRM schreibe ich insoferne bessere Chancen zu, da es eine brauchbare Verbesserung der Qualitaet darstellt, zumindest fuer das LW und MW Hoererpublikum. Der derzeitige LW und MW DXer bzw. Weltempfaenger Besitzer wird sicher ofter ueber DRM nachdenken, als ueber DAB.

Was die Radiokultur angeht, sowohl aus Deutschland als auch Oesterreich, ist es eine Katastrophe.
Deutsche und Oesterreichische Radiosender senden "an mir vorbeit". In einer Zeit von Internetradios aus aller Welt, ist dieses Problem ohnehin von selbst geloest. In Stuttgart hast Du auch noch den Vorteil zwischen AFN ( auf FM und MW) zu waehlen, oder auch das eine oder andere franzoesische Programm aus Alsace zu kriegen.

Und die Menschen, die Dudelfunk lieben, koennen ja reichlich waehlen, zwischen Oe3, Hit Antennen, Hit FMs, und anderen Hit Radios, und sich 10 x am Tag die gleichen Lieder anhoeren waehrend sie ihren unsinnigen und frustrierenden Jobs nachgehen. Ich bin jeden Tag dankbar dass ich nicht dazu gehoere !!!

von 102.1 - am 24.11.2006 21:14
Interessanter Bericht bei reinhören.de:

Österreich plant DAB-Start
Etwa 100 Besucher folgten der Einladung der österreichischen Regulierungsbehörde RTR in Wien zur Veranstaltung ”Digitales Radio – wann, wie und warum?“ am 22. November 2006. Langsam aber sicher wird Digitalradio auch in Österreich zum Thema. Sogar bei den Radioveranstaltern wird die Digitalisierung des Hörfunks inzwischen für notwendig erachtet.

Zahlreiche Vertreter der österreichischen Privat-Rundfunklandschaft, wie Life Radio, Radio U1, Kronehit, Arabella und Radio Osttirol bekundeten durch den Besuch der Veranstaltung ihren Informations- und Abstimmungsbedarf. Auch ORF und ORS waren mit geballter Mannschaft vertreten.

Die wichtigsten Aussagen zur Digitalisierung des Radios kamen von der Regulierungsbehörde RTR selbst. Hier ist man sich im Klaren, dass kein Weg an DAB vorbeiführen wird. Auf der Funkverwaltungskonferenz RRC 06 konnte sich Österreich ausreichende Übertragungskapazitäten sichern. Vorerst sind drei Band-III-Bedeckungen im Detail koordiniert. Die zugesprochene Kapazität für weitere vier VHF-Bedeckungen ist vorhanden, aber noch nicht ausgearbeitet. Erst nach der vollständigen Umstellung des analogen terrestrischen Fernsehens auf DVB-T und entsprechender Nachfrage könnten diese Kapazitäten zum Einsatz gelangen.

Anders als in Deutschland ist die maximale Sendeleistung der einzelnen DAB-Sender kein Thema. Die unsinnige, in Deutschland existente Beschränkung von einem Kilowatt auf dem VHF-Kanal 12 gibt es in Österreich nicht. Die künftigen österreichischen DAB-Kanäle dürfen mit 10 kW senden. Hofrat Franz Prull, stellvertretender Leiter der KommAustria, räumt jedoch ein, dass es zu gewissen Einschränkungen in Grenznähe zu Deutschland kommen wird. Hier werde man nicht die vollen 10 kW ausschöpfen können. Die Voraussetzungen für einen problemlosen Indoor-Empfang seien dennoch geschaffen.

DAB-Startschuss ab 2008
Nahmen noch vor nicht einmal einem Jahr österreichische Hörfunk-Veranstalter eine überwiegend negative Haltung zu DAB und der Digitalisierung des Radios ein, hat sich diese Meinung grundlegend gewandelt. Inzwischen scheint man erkannt zu haben, dass Digitalradio viele Möglichkeiten bietet, Radio wieder attraktiver zu machen und neue Geschäftsfelder zu entwickeln. All zu schnell wird DAB aber nicht in Österreich Einzug halten. Gegenwärtig ist man mit der Einführung von DVB-T voll und ganz ausgelastet. Sobald sie weitgehend abgeschlossen sein wird, wird man sich, zumindest seitens ORF/ORS, dem Thema DAB-Digitalradio annehmen. Erste Vorarbeiten werden bereits geleistet. So wurde auch das über Satellit verbreitete Hitradio Ö3 unter diesem Aspekt mit der Videokomponente erweitert.

Etwa ab 2008 könnte der DAB-Startschuss fallen. Unmittelbar mit der DVB-T-Einführung hängt auch die Verfügbarkeit der weiteren DAB-Bedeckungen im VHF-Band-III zusammen. Erst nachdem die Frequenzen von analogen TV-Sendern im In- und benachbarten Ausland geräumt sind, stehen sie für DAB tatsächlich bereit.

Wohl kein MPEG-4 zum Start
Ein Schwerpunkt des Tages war natürlich das Thema DAB und MPEG-4 AAC. So wurde bekannt, dass die Information, DAB mit einem neuen Komprimierungsstandard auszustatten, durch Unachtsamkeit etwa ein Jahr zu früh an die Öffentlichkeit gelangt sei. Man wollte zuerst der Industrie Gelegenheit geben, sich auf den neuen Standard vorzubereiten. Man ist sich einig, dass es keinen Sinn macht, einen Übertragungsstandard zu starten, für den es noch keine Endgeräte gibt. Ein realistisches Szenario für Österreich, aber auch für Deutschland ist, vorerst DAB weiterhin ausschließlich im MPEG-1, Layer 2 zu betreiben und erst in etwa fünf Jahren behutsam auf den neuen Standard zu wechseln. Vorausgesetzt, dass genügend preiswerte Empfangsgeräte, die beide Normen beherrschen, verfügbar sind.

Mobiler TV-Empfang scheint von der RTR eindeutig auf der Basis von DMB favorisiert zu werden. DVB-H wurde zwar erwähnt, man sieht aber offensichtlich keine Chance, dafür in Österreich ausreichende Frequenzen bereitstellen zu können.

HD-Radio für den Lokalfunk?
Als weiterer Digitalradio-Standard wurde HD Radio unter die Lupe genommen. Hier sieht man eventuell Chancen für kleine Radiobetreiber, die wegen ihres geringen Versorgungsgebiets nicht in einen DAB-Multiplex passen. Seitens der RTR war zu hören, dass HD Radio besser funktioniere, als man ursprünglich erwartet hatte. Durch die technische Koexistenz von analogem UKW- und digitalem HD-Signal ließe sich das Verfahren möglicherweise in die bestehende österreichische UKW-Landschaft integrieren. Das Gespräch mit einem Vertreter des HD-Radio-Pioniers in Europa, der schweizerischen Ruoss AG, machte allerdings auch klar, weshalb etliche Privatradios dieses System favorisieren: Mit HD-Radio lassen sich potenzielle neue Konkurrenten vom bestehenden Radiomarkt fernhalten. Nachdenklich sollte auch stimmen, dass sich die Ruoss AG in der Schweiz inzwischen auch auf ausgeschriebene DAB-Übertragungskapazitäten beworben hat.

Veranstaltung mit Signalwirkung

Die Veranstaltung ”Digitales Radio – wann, wie und warum?“ zeigt den Weg Österreichs in Richtung Digitalradio DAB auf. Von der Veranstaltung ging vor allem das Signal aus, dass sich die Radioveranstalter für die Digitalisierung ausgesprochen haben. Die geschaffenen Rahmenbedingungen dürften sowohl bei den öffentlich-rechtlichen wie kommerziellen Radiobetreibern Interesse geweckt haben.

von Habakukk - am 30.11.2006 09:42
Danke für das Zitat. Ist echt interessant.

von andimik - am 30.11.2006 09:58
Zitat

Danke für das Zitat. Ist echt interessant.

schliesse mich an - wundere mich aber das der sonst so gut informierte OM Delfi nichts gepostet hat.

von mor_ - am 30.11.2006 11:27
Hier noch das, was der Standard schreibt:

Digitales Radio in Österreich noch "unausgereift"
DAB wird noch einige Jahre auf sich warten lassen - Kurzwelle "von der Entwicklung her am Ende"

Während die Digitalisierung im TV unaufhaltsam voranschreitet, ist das digitale Radio (DAB) noch "unausgereift", konstatierte Alfred Grinschgl, Geschäftsführer der RTR-GmbH, am Mittwoch im Rahmen eines Symposiums in Wien. "Das Ende des UKW-Zeitalters wurde möglicherweise zu früh eingeläutet." Auch wenn es voraussichtlich noch einige Jahrzehnte dauern wird, bis der analoge UKW-Hörfunk durch DAB ersetzt wird, sei das Ultrakurzwellenradio "von seiner Entwicklung her am Ende", gab Franz Prull, stv. Leiter der KommAustria, zu denken.

"UKW ist ausgeplant", betonte Prull. Es seien weder quantitative noch qualitative Verbesserungen möglich. Daher wird der analoge Hörfunk künftig noch stärker als bisher der massiven Konkurrenz durch andere mobile Technologie, wie etwa den I-Pod, ausgesetzt sein. Das Radio müsste versuchen, technologisch mitzuhalten und digital zu werden, so Prull.

Vorteile gegenüber analog

Das Digitalradio habe gegenüber dem analogen zahlreiche Vorteile, wie etwa eine bessere Audioqualität, bestmöglichen mobilen Empfang und eine flächendeckende Versorgung, betonte Reiner Müller von der Bayerischen Landeszentrale für Neue Medien. Für private Sender ermögliche DAB außerdem technische Chancengleichheit zu den öffentlichen-rechtlichen Radios.

Nachteile gebe es für die Privatradios, indem mit der Digitalisierung auch die Konkurrenz der Privaten zunehme, räumte Prull im Gespräch mit der APA ein. "Bisher gibt es genau abgesteckte Versorgungsgebiete" und einen entsprechend aufgeteilten Werbemarkt. Würden Privatradios nun über einen Multiplexer landes- oder sogar bundesweit senden, "würde das alles auf den Kopf gestellt werden".

Auch wenn die Entwicklung des Digitalen Radios in Österreich derzeit noch unausgereift ist, gelte es, auf neue Technologien aufzuspringen, sagte Albert Malli, stv. Programmchef von Ö3. Das ORF-Hitradio hätte deshalb zum Beispiel mit eigenen Podcasts auf den I-Pod reagiert und sei via DVB-S als "Visual Radio" im Fernsehen empfangbar. "Als nächster Schritt ist geplant, dass unser Verkehrsservice digital wird. Die Zeit der Verkehrsnachrichten, die alle halbe Stunde vorgelesen werden, ist vorbei." (APA)

von Habakukk - am 30.11.2006 11:49
Hallo,

entschuldigt, dass ich zum Thema nichts gepostet habe. Ab und zu muss man halt zuerst seine eigenen Schäfchen ins Reine bringen.

Noch was zum Thema. Radio über DVB-T gibt man in Österreich als Alternative keine Zukunft. Man räumt zwar ein dass das gehen würde, aber die sendernetze seien nicht so koordiniert, um etwa die Aufgabe von UKW übernehmen zu können.

von delfi - am 30.11.2006 11:55
Zitat

Kurzwelle "von der Entwicklung her am Ende"

Vermute mal das sollte UltraKurzwelle heissen ;)

von mor_ - am 30.11.2006 12:19
Zitat
mor_
Zitat

Danke für das Zitat. Ist echt interessant.

schliesse mich an - wundere mich aber das der sonst so gut informierte OM Delfi nichts gepostet hat.
:confused: Im Prinzip (aber nur im Prinzip) stimmt deine Aussage, aber trotzdem Augen auf, aber mehr sage ich dazu nicht.

von andimik - am 30.11.2006 15:27
Zitat

Von der Veranstaltung ging vor allem das Signal aus, dass sich die Radioveranstalter für die Digitalisierung ausgesprochen haben.

Digitalisierung ja, aber nicht in Form von DAB.

Zitat

Das Digitalradio habe gegenüber dem analogen zahlreiche Vorteile, wie etwa eine bessere Audioqualität, bestmöglichen mobilen Empfang und eine flächendeckende Versorgung

"bessere Audioqualität" ... wird von 99% der Hörern nicht benötigt. Die meist gehörten Radiostationen der USA senden auf Mittelwelle - klingt dumpf, rauscht und knistert.
"bestmöglichen mobilen Empfang" ... analog rauscht, wenn das Signal schwächelt, digital fällt komplett aus - Wo ist da der Vorteil, wenn ich dem Programm folgen will?
"flächendeckende Versorgung" ... wird von vielen Radioanbietern gar nicht benötigt. In "klassischen" Radioländern sind kleinräumige Radiokonzepte höchst erfolgreich. In einer immer vielfältigeren Medienwelt ist das auch eine Chance des Radios. Großflächiges Radio verursacht nur hohe Kosten für Urheberrechte etc.

Der heute entscheidende Vorteil des Mediums Radio ist, dass es (beinahe) überall verfügbar ist. Das geht nur, weil Millionen Apparate bereits vorhanden sind und man neue Empfangsgeräte beinahe geschenkt bekommt. Auch die Betriebskosten (Batterien) sind verschwindend gering.

Warum wird immer versucht, ein altes Gaul von hinten aufzuzäumen? Techniker entwickelten ein Übertragungskonzept, für das jetzt die existierenden ausgelutschten Programmkonzepte adaptiert werden sollen, um dann dafür die Hörer zu gewinnen.

Umgekehrt wäre es wohl zielführender: Zuerst die geänderten Hörgewohnheiten erkunden und daraus Zukunftsperspektiven ableiten, daraus Programmformate entwickeln und abschließend die dafür notwendigen Übertragungstechniken schaffen.

Zitat

Nachteile gebe es für die Privatradios, indem mit der Digitalisierung auch die Konkurrenz der Privaten zunehme...

Die armen Privaten und das "allerprivateste" Ö3 müssten sich dann vielleicht wirklich einmal einem gerechten Wettbewerb stellen ;-)

von Wasat - am 30.11.2006 20:42

Zitat

Digitalisierung ja, aber nicht in Form von DAB


Schön gesagt. Macht es wirklich Sinn, wenn in den europäischen Ländern überall andere Digitalstandards genutzt werden würden ????

Die Leute können zettern und schimpfen was sie wollen. Aber sehen wir die Sache mal nüchtern. Wenn auf der RRC06 zahlreiche DAB-Bedeckungen für aller Herren Länder koordiniert wurden, wird das schon seine Ursache haben. HD Radio oder DRM+ wird man da wohl kaum übertragen dürfen.



von delfi - am 30.11.2006 21:55
Zitat

Digitalisierung ja, aber nicht in Form von DAB


Schön gesagt. Macht es wirklich Sinn, wenn in den europäischen Ländern überall andere Digitalstandards genutzt werden würden ????

Die Leute können zettern und schimpfen was sie wollen. Aber sehen wir die Sache mal nüchtern. Wenn auf der RRC06 zahlreiche DAB-Bedeckungen für aller Herren Länder koordiniert wurden, wird das schon seine Ursache haben. HD Radio oder DRM+ wird man da wohl kaum übertragen dürfen.



von delfi - am 30.11.2006 21:56
Zitat

:confused: Im Prinzip ...
passt schon deshalb ja die Frage ;)

von mor_ - am 30.11.2006 22:43
Sind die Österreicher ganz bescheuert?
Die wollen unbedingt mit MP2 und DAB benutzen und nicht AAC+ mit DABv2 und DMB.
Die beginnen 2008 mit DAB wo langsam die günstige AAC+ mit DABv2 rauskommen.
Die können auch mit MP2 anfangen aber denn soll die DAB Geräte ohne AAC+ Unterstützung in paar Jahre zurückbezahlt werden.

Ich würde die Österreich empfehlen die DABv2/DMB Geräte mit DRM120 mit 100¤ bezuschlüssen.
Die nur DABv2 Geräte mit 50¤ und die normalen DAB Geräte überhaupt nicht.

Das aber für ein halben bis ein Jahr.


von BöseKatze83 - am 04.12.2006 19:34
Na toll, die ganz ganz böse Miezekatze hat auch dieses Forum entdeckt.

von andimik - am 04.12.2006 21:10
So wie ich das sehe, geht Österreich einen ganz guten Weg. Warum soll man sich heute schon für einen Standard festlegen, für den es heute noch keine Endgeräte gibt? Ich sehe da durchaus ein harmonisches Nebeneinander und einen fließenden Übergang auf AAC+. Bis ein sendernetz tatsächlich aufgebaut ist, fließt ja noch einiges Wasser die Donau runter.

Vor der bösen Katze fürchte ich mich nicht. Treibt sie es zu wild, würde ich vorschlagen, den bösen Forumshund mal loszulassen. (Ist jetzt nicht böse gemeint)

von delfi - am 04.12.2006 21:45
ja, unsere "böse" Katze weiss immer alles besser - nicht aufregen.

Wenn ich mir überlege, was selbst bei heutigen DAB Chipsätzen noch fehlerhaft oder unterschiedlich implementiert ist, so kann ich mir überhaupt nicht vorstellen, dass es mit den EierlegendenWollmilchSäuen besser werden soll.

Eigentlich bin ich froh, dass man auch in Österreich einen sanften Übergang machen will. So wie es aussieht, tendiert man beim mobilen Fernsehen nach DVB-H und damit ist die DMB Sache vermutlich in weite Ferne gerückt. Also bestehendes übernehmen, später migrieren und das bestehende Netz ausbauen. 4 Programme wie im Tirol und in Wien sind einfach zuwenig. Entweder ein paar Private oder in jedem Bundesland das eine oder andere Nachbar-Programm ins Ensemble nehmen. Die Kosten dafür müssten eigentlich ziemlich tief sein. Zusätzlich vielleicht einen Info-Kanal oder ein Touristenprogramm ins Ensemble aufnehmen, damit könnte sich Österreich touristenfreundlich zeigen, wie man es schon lange lieben gelernt hat.

Der sanfte Umstieg kann zwar auf den Absatz neuer Geräte zunächst etwas hemmend sein, dafür helfen tiefere Gerätepreise das ganze wieder ein wenig auszugleichen. Ich glaube, dass noch einige Zeit vergeht, bis DMB Chipsätze auch wirklich DAB kompatibel sein werden. Das Problem wird sein, wie man im ORF dies auch den zukünftigen DAB-Hörern kundtun wird und ob im ORF auch alle hinter der Sache stehen werden und gemeinsam am gleichen "Strick" ziehen werden.

Da wird aber vermutlich noch viel Wasser die Donau herunterfliessen.


von drahtlos - am 06.12.2006 20:56
Ich finde die Idee des sanften Übergangs recht gut. Das Problem, dass gerade er den Absatz geeigneter, sagen wir mal Multinorm-DAB-Geräte hemmt, sehe ich auch nicht. Die Industrie wird schon im eigenen Interesse sehen müssen, dass diese neuen Geräte nicht zu teuer sein werden. Und da in Österreich ja Sendernetze erst aufgebaut werden müssen, arbeitet ohnehin der Zeitfaktor für Österreich.

Dass sich DVB-H als alleiniger Standard durchsetzen wird, glaube ich nicht so wirklich. Ich rechne eher damit, dass es ein Nebeneinander von DVB-H und DMB geben wird.
Zum einen gibt die RTR zu bedenken, dass man für DVB-H nicht wertvolle und eigentlich e rare Frequenzen opfern möchte. Zum anderen erinnere ich mich an die letzten Medientage in München, wo ich ein sehr interessantes Gespräch mit den Mannen vom BR hatte. Von deren Seite kam sogar die Aussage, dass ihnen DMB eigentlich besser gefalle.

Schauen wir einfach mal, was kommt.

von delfi - am 06.12.2006 21:49
Ok, die Rundfunk-Veranstalter wollen DMB - das ist schon fast die Regel, die Handy-Netz-Betreiber wollen DVB-H: Was hat das für Auswirkungen? Im Moment finde ich, die Handy-Netz-Betreiber haben mehr Innovations-Schub.

von drahtlos - am 06.12.2006 22:04
Ein ganz interessanter Beitrag über DAB in Österreich wurde letztens im DLF Medienmagazin "Markt und Medien" ausgestrahlt (danke an die A-DX-Mailingliste für den Hinweis):

http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2007/01/06/dlf_200701061714.mp3

Kernaussagen:
- derzeit weder von Privaten noch vom ORF ernsthaftes Interesse an einer DAB-Abstrahlung, deshalb auch über die Testsendungen hinaus kein weiterer Ausbau
- die privaten Radioanbieter haben Angst vor der Digitalisierung, v.a. wohl davor, dass die Karten dadurch neu gemischt werden, und bleiben lieber erst mal am Status Quo hängen
- der ORF hat kein Interesse an einer Digitalisierung des Hörfunks, da er sehr sehr gute UKW-Sendernetze hat und dort die Karten für ihn gut stehen
- Österreich hat mit seiner abwartenden Haltung die richtige Entscheidung getroffen, da immer noch nicht klar ist, was nun mit DAB wird
- Österreich kann sich auch den Einsatz alternativer Techniken (DVB-T, DVB-H, v.a. aber DRM+ als direkte Fortführung von UKW) vorstellen und wird darin auch die Aussendung von Hörfunk testen, man wird aber gegenüber dem restlichen Europa keinen Alleingang machen, mit der man sozusagen eine digitale Insel im restlichen Europa werden würde...

von Habakukk - am 08.01.2007 18:13
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