Schneeberg / Klosterwappen als Senderstandort

Startbeitrag von dxbruelhart am 20.03.2007 13:19

Ich habe gerade mit Google Earth einige Versuche und Rundumsichten gemacht bzw. angeschaut; da ist mir (mal wieder) aufgefallen, welch fantastische Lage doch der Schneeberg = Klosterwappen hat.
Von da aus sieht man z.B. Wien, grosste Teile von Niederösterreich und weite Teile der Steiermark (südliche Ebene) gleichzeitig, aber auch das ganze Burgenland breitet sich vor einen aus, wenn man von da oben runterschaut. Es fehlt auch nicht viel Höhe, um selbst noch Graz sehen zu können, wenn man da auf dem Klosterwappen steht...
So denke ich, dass dieser Berg als Senderstandort erschlossen werden sollte; so könnte man zumindest die ganze Region Wien, das ganze Burgenland, und zum grössten Teil Niederösterreich sowie die südliche Steiermark von einem einzigen Senderstandort aus versorgen. So könnten sich die Senderbetreiber viele Sender einsparen, und für uns DXer würden wieder viele Frequnzen frei.
Wien könnte vollständig von da versorgt werden, somit entfielen die beiden Füllsenderstandorte Himmelhof und Neuwaldegg. Die ORF-Programme, aber auch Kronehit könnte von da oben senden. Die privaten (nur für Wien lizensierten) Wiener Programme würden weiterhin von Wiener Standorten aus senden.
PS: Wer/was sendet vom Klosterwappen? Da hats zumindest Richtstrahlsender, siehe http://www.addict.de/~dreli/schneeberg/images/0611/061126/html/061126_43klowapp_pano.htm

Antworten:

Ich habe jetzt auch einen Radiomobile-Plot erstellt und hochgeladen, mit einer Sendeleistung von 100 kW berechnet (horizontal oder vertikal möglich); da wäre dann also nicht nur das Wiener Becken, sondern eben auch noch Graz mit Ortssendersingalstärke versorgt... Aber schaut doch mal selbst:
http://homepage.hispeed.ch/ukwdx/schneeberg_klosterwappen.jpg

von dxbruelhart - am 20.03.2007 14:37
Braucht man nur noch eine freie Frequenz ...

Nein, im Ernst, die Senderstandorte sind in Ö historisch gewachsen. Es gibt auch nur wenige Private, die von komplett neuen Standorten senden, Pyramidenkogel ist so einer.

Außerdem ist die Legende eher schlecht gewählt, denn es sollten mind. 54 sein, in Städten 66 µV und in Großstädten 74 µV. Oder verwechsele ich da irgendwelche Einheiten?

Weiters würde aufgrund der zu erwartenden Reflexionen nur eine digitale Ausstrahlung in Frage kommen.

von andimik - am 20.03.2007 14:56
Interessanter Gedanke, aber wohl doch ein wenig eine utopische Idee von dir!

Möchtest du z.B. 4 (!) ORF-Regionalradios (Wien, NÖ, Burgenland, Steiermark) vom Schneeberg abstrahlen. So genau könnten die Antennen und die Strahlungsleistung gar nicht eingestellt sein, dass sie nicht trotzdem zu einer Vierfachversorgung in unnötig großen Gebieten führen würden.

Aufgrund der topographisch schwierigen Gegend im unmittelbaren Umkreis des Schneebergs (viele tiefe Taleinschnitte und blockierende Höhenrücken) würde für besagtes Gebiet ein Sender am Klosterwappen gar nicht viel nützen. Man müsste wohl in "mixed" Polarisation abstrahlen. Meiner Meinung würde man sich aber trotzdem einige Füllsender nicht ersparen.

Außerdem: Sollte man dann deiner Meinung nach die Sender Semmering-Sonnwendstein, Mattersburg-Heuberg, Rechnitz-Hirschenstein, Graz 1-Schöckl, Bruck/Mur-Mugel und Wien 1-Kahlenberg in die Luft sprengen? - Ich denke, dies ist im Großen und Ganzen ein gut aufgebautes Sendernetz an günstigen Standorten. Ich finde, besagtes Gebiet ist weit besser durch diese bestehenden Sendeanlagen versorgt.

Eines stimmt allerdings: So manche Mehrfachversorgungen könnte man wirklich ein bisschen zurückdrehen und damit für so manches Lokalradio einige neue Frequenzen koordinieren. So ist ja z.B. derzeit vom Sonnwendstein keine Frequenz mehr frei, obwohl von diesem Groß-Standort "nur" 5 Programme ausgestrahlt werden. Und z.B. überhaupt nicht notwendig wäre Ö1 (89,0) und Ö3 (100,9) von Mattersburg-Heuberg, da im nördl. Burgenland sowieso überall die Programme vom Kahlenberg oder Sonnwendstein zu empfangen sind. Auch nicht notwendig wäre Radio Steiermark (100,1) vom Hirschenstein, da der Schöckl (Radio Steiermark auf 95,4) in der Oststeiermark wirklich ausreichend versorgt - von den beiden Sendern Wien 2-Himmelhof und Wien 3-Neuwaldegg red ich gar nicht ...



von tresti - am 20.03.2007 15:11
Meine Idee ist da, die ORF-UKW-Frequenzen vom Kahlenberg da rauf zu transferieren; dies gäbe in dem Becken und dem weiteren Umkreis von Wien sicherlich weitaus besseren Empfang (da viel weniger Reflexionen und damit Verzerrungen) als heute vom Kahlenberg. Im westlichen Niederösterreich, im südlichen Burgenland und in Teilen der Steiermark wären Verzerrungen aufgrund von Reflexionen zu erwarten. So könnte man also nicht einfach alle Senderstandorte im Umkreis des Klosterwappens abschalten, den Jauerling (zum Beispiel) brauchte es wohl auch so noch; man könnte ihm aber beispielsweise einen stärkeren Einzug nach Osten installieren.
In Graz könnte es vielleicht etwas Verzerrungen geben; den Schöckl würde ich weithin in Betrieb lassen, da das Klosterwappen ja nur die südliche Steiermark einwandfrei versorgen könnte. Man könnte aber allenfalls die Sendeleistung vom Schöckl reduzieren.

von dxbruelhart - am 20.03.2007 16:05
Der Radio-Mobile Plot hat es echt in sich :eek:
Der Sender würde sogar in Virovitica noch als Ortssender ankommen, ganz schön heftig. Halb Ungarn wäre auch schon mitversorgt..

Auch wenn bundesweite Private, wie Kronehit, von dort ganz Ostösterreich abdecken könnten, denke ich dass so etwas nie durchgehen würde, wegen viel zu hoher Störung in den Nachbarländern. Der Overspill ist ja extrem hoch...

von DX-Project-Graz - am 20.03.2007 18:14
Mit dem Schneeberg Klosterwappen als Senderstandort könnte man sich wirklich eine ganze Menge anderer Sender und Funzeln (nebst dem bereits erwähnten Wiener Standorten) einsparen, hier für den ORF:
- Raabs
- Horn
- Hirtenberg
- Baden
- Mattersburg
- Rechnitz-Hirschenstein
- Kirchschlag
- Pinkafeld

Sowie event. auch (da bin ich mir nicht ganz sicher wegen event. möglicher Reflexionen/Verzerrungen)
- Semmering-Sonnwendstein
- Mürzzuschlag
- Waldegg
- Puchberg
- Aspang
- Birkfeld

Vielleicht würden auch noch weitere Standorte obsolet, die ich hier nicht aufgeführt habe.

Eventuell müsste man die Sendeleistung gen Südosten (Ungarn) etwas begrenzen; wobei aber heute der Schöckl auch schon recht weit gen Ungarn einstrahlt; da würde ich dann in dem Fall eher die Schöckl-Sendeleistung gen Osten runterschrauben, und den Schneeberg-Klosterwappen als West-Ungarn-Versorger hernehmen.

von dxbruelhart - am 21.03.2007 10:46
Das ganze wäre sowieso ein Ding der Unmöglichkeit. Aber: Träum weiter ...

von tresti - am 21.03.2007 16:01
Ich halte es auch für wenig zweckmäßig, Sender hoch anzusiedeln, um große Gebiete zu versorgen. Bei hohen Standorten und damit verbundenen großen Reichweiten gibt es flächenmäßig große Randzonen, in denen die Signalausbreitung Schwankungen unterworfen ist und selbst kleine Hügel Abschattungen ergeben. Man würde daher erst recht wieder für jede kleine Stadt und jede Senke einen Umsetzer benötigen.

Auch in Ballungsräumen gilt es Probleme vor allem bei Mobilempfang. Nicht umsonst hat der BR in Ismaning einen eigenen UKW-Sender für den Raum München gebaut. Und auch am Hohenpeißenberg, in Gelbelsee, bei Landshut und am Hochberg/Traunstein stehen Sender, obwohl doch der Wendelstein bequem ganz Oberbayern und noch darüber hinaus versorgen könnte.

Man baut daher die starken Sender möglicht nahe an Großstädte bzw. sogar mitten hinein, damit dort die Signale stark und nicht zu flach einstrahlen.

Die Regelungen der FCC (US-Fernmeldebehörde) kan man daher als idealen Kompromiss betrachten. Dort dürfen in den dicht besiedelten Gebieten im Nordosten UKW-Sender nur max. 25 kW Sendeleistung haben und dürfen dabei aus max. 150 m Höhe über Grund senden - wenn höher, dann muss die Leistung runter, z.B. in New York, wo man 18 Millionen Leute mit 6 kW versorgt.

von Wasat - am 21.03.2007 21:35
@ Wienerwald: Weshalb *kopfschüttel"? Bitte erkläre mir dies etwas genauer.

@ all:
Weshalb ich diesen Vorschlag eigentlich gebracht habe:
- Um die Stadt Wien zu versorgen, braucht der ORF 3 Standorte (Kahlenberg, Himmelhof und Neuwaldegg), da der Kahlenberg offenbar bereits in Wien an manchen Punkten/Gebieten verzerrt.
- Bei meinen Balaton-Besuchen 2002, 2003 und 2005 ist mir aufgefallen, dass der Kahlenberg bereits auf der Westautobahn im Gebiet Altlengbach und dem Naturpark Förenberge teilweise doch ziemlich verzerrt.
- Am Balaton, genauer in Vonyarcvashegy und Révfülöp ist der Kahlenberg nur noch (sehr) schwach zu empfangen (wobei dort der Schöckl mit RDS-Niveau empfangbar ist)
- In Wien sind heute eine ganze Menge ORF-Senderstandorte empfangbar, da herrscht also eine ganz deutliche Ueberversorgung.
- Im flacheren Teil von Ostösterreich, also östlich der Alpen, laufen derzeit eine ganze Menge Sender (siehe 6. Posting in diesem Thread); im Sinne der Frequenzökonomie sollte es doch möglich sein, diese Region von einem Standort aus zu versorgen.
Diese Ueberlegungen brachten mich schon vor ein paar Jahren (also vor Google-Earth) zum Gedanken, man sollte von einem Alpengipfel aus senden, und da ist mir schon damals der Schneeberg aufgefallen.

Da dieser Vorschlag mit dem Schneeberg hier aber nicht wirklich gefällt, welche Gegenvorschläge habt Ihr, um die obigen Punkte besser lösen zu können als mit der heutigen Senderstandort-Konfiguration?

PS: In Oesterreich scheint mir ein (baldiger) Umstieg auf DAB oder eine andere Digitalradio-Norm in absehbarer Zeit nicht realistisch, zumal Oesterreich in diesen Fragen derzeit noch weit weniger den Digitalradio-Normen aufgeschlossen ist, wie im Vergleich mit der Schweiz und Deutschland (wobei auch in diesen Ländern DAB bislang bisher auch nur mehr oder weniger ein Mauerblümchen-Dasein fristet).
Deshalb sollte man für die kommenden Jahrzehnte in Oesterreich weiterhin auf eine überlegte und optimierte UKW-Planung setzen.

von dxbruelhart - am 25.03.2007 04:45
dxbruelhart: BEachte aber auch, daß RadioMobile keine Mehrwegempfangsverzerrungen berücksichtigt.
Du kannst also nicht sicher sein, daß durch den Schneeberg die Funzeln in Wien und in den übrigen Gebieten Ostösterreichs wegfallen können.

Warum es abgesehen davon nicht funktionieren wird da oben:
- Infrastruktur muß aufgebaut werden, teuer!
- Wartungskosten an einem solchen Standort extrem, u.U. muß das per Hubschrauber erfolgen, siehe Schwarzenstein einstens.
- Natur/Landschaftsschutz wird es kaum zulassen

Vielleicht wäre ein 100kW-Sender auf dem bereits als Senderstandort ausgebauten Sonnwendstein eine Alternative. Dessen Frequenzen waren überall in NÖ zu empfangen, ich war erstaunt ob dessen Reichweite. Für Wien und die dann durch den Wienerwald abgeschatteten Bereiche bräuchte es dann aber wohl ein paar Funzeln, an anderer Stelle, im Burgenland und im südl. NÖ würden welche wegfallen...dürfte also 1:1 stehen.
Da wird der ORF dann doch die entstehenden kosten scheuen und den status Quo beibehalten.
Ideal ist der Kahlenberg freilich nicht. Er steht im Nordwesten der Stadt und die Höhenrücken in deren westlichem Teil verlaufen orthogonal dazu, das ist natürlich suboptimal, daher gibt es enorme Verzerrungen und es braucht die erwähnten Stadtteilfunzeln tatsächlich. Für den Nordosten dagegen ist der Kahlenberg sehr gut. Allerdings ist mir aufgefallen, daß die Araballa-Funzel vom Donauturm trotz geringerer ERP fast genausoweit geht wie z.B. 88,6 und Antenne Wien vom Kahlenberg. Zudem strahlt der Donauturm auch in die Täler rein, wo der Kahlenberg nicht hinkommt.
Wie wäre es also, wenn man den Kahlenberg durch den Donauturm ersetzt und diesen zum Großsenderstandort ausbaut.
Es mag zwar komisch klingen, da er ja ausgesprochen niedrig steht, aber seine Reichweite im Vergleich zum Kahlenberg hat mich dann doch überrascht.
Lediglich im Raum Tulln hat Kahlenberg deutliche Vorteile.



von PeterSchwarz - am 25.03.2007 12:21
@PeterSchwarz:

Also, bitte wo sind die Frequenzen vom Sonnwendstein in ganz NÖ zu empfangen? Meinst du, das südöstliche NÖ wäre ganz NÖ?? - Dann kennst du dieses Bundesland nicht, bist wohl kein Niederösterreicher!

Grundsätzlich ist der Sonnwendstein in folgenden Gebieten empfangbar:
Semmering-/Wechselgebiet, Bucklige Welt, Schwarzatal, Steinfeld, Wiener Becken bis zum Stadtrand von Wien (in der Stadt nicht mehr unbedingt), tw. auch noch Marchfeld/südl. Weinviertel, nördl. und tw. mittleres Burgenland und im steirischen Mürztal bis etwa Kapfenberg.

Aber auch in diesen Gebieten gibt es wegen der oftmals ziemlich tiefen Taleinschnitte und Höhenrücken Empfangsprobleme. Man siehe nur die vielen Funzeln im südl. NÖ (Rax, Aspang, Trattenbach, Kirchschlag, Puchberg, Hohe Wand, Waldegg, Gutenstein, Rohr/Gebirge). Auch am westlichen Rand des Wiener Beckens, an der sogenannten "Thermenlinie", wird der Sonnwendstein - wie übrigens auch der Kahlenberg - teilweise ziemlich abgeschirmt (siehe die Funzeln Hirtenberg, Berndorf, Baden). Dies würde sich auch bei einem Hochschrauben der Leistung des Sonnwendsteins nicht wesentlich verbessern (er strahlt ohnehin schon "mixed" ab). Außerdem ist beim Sonnwendstein immer auch die steirische Frequenz-Landschaft zu berücksichtigen, da er ja auch ziemlich weit ins Mürztal einstrahlt.

Und nocheinmal zu deiner These, der Sonnwendstein wäre in ganz NÖ zu empfangen:
Also im gesamten westlichen NÖ (also westlich des Wienerwalds, Waldviertel, Mostviertel) habe ich vom Sonnwendstein noch nie was gehört ... - ich probier's vielleicht diese Woche mal, wenn ich nach Amstetten oder Zwettl komme ...

von tresti - am 25.03.2007 15:15
@Wienerwald:

Ja, der Sonnwendstein in Richtung NNO oder NO vielleicht, aber sobald ein bisschen Richtung NNW oder NW, ist's mit dem Sonnwendstein nix mehr. Da werden seine Frequenzen zu sehr von Schneeberg, Hoher Wand und den Abhängen der Thermenlinie abgeschirmt.

Ein typisches Beispiel:
Wenn man auf der A2 die Abfahrt Baden abfährt und dann auf der B210 Richtung Helenental weiterfährt: Bei der Abfahrt Baden und auch ein Stück weiter geht der Sonnwendstein noch einwandfrei, jedoch beim Aquädukt der Wr. Hochquellwasserleitung beim Eingang ins Helenental gibt's auf den Sonnwendstein-Frequenzen schlagartig nur mehr Rauschen - er wird dort von der Hohen Wand und den Abhängen der Thermenlinie vollkommen abgeschirmt.
Das selbe ist auch z.B. bei der Einfahrt ins Triestingtal bei Hirtenberg, oder ins Piestingtal bei Wöllersdorf.
Bei den genannten Beispielen kommt übrigens auch der Kahlenberg nur sehr verzerrt an. Deshalb - wie ich oben bereits erwähnt habe - die vielen Funzeln in diesem Gebiet.

Umgekehrt ist es allerdings auf manchen Höhen des Wienerwaldes: So bringt der Sonnwendstein z.B. auf der A21 etwa zwischen Gießhübl und Heiligenkreuz die am stärksten zu empfangenden Frequenzen (Kahlenberg auch hier verzerrt, Jauerling noch nicht so stark). - Aber ansonsten kann man den Sonnwendstein Richtung NNW und NW eher vergessen.

von tresti - am 25.03.2007 17:18
Okay, ich kenne natürlich nicht das ganze schöne Bundesland Niederösterreich. Ich war vorletzten HErbst nur recht intensiv im Nordosten unterwegs, also von Tulln aus bis an die tschechische und slowakische Grenze. Und da ging der Sonnwendstein auffallend gut, umso weiter man nördlich kam, umso besser, kann man fast sagen. Ansonsten kaum Überversorgungen.

Generell bin ich gegen diese Hochleistungssender auf hohen Bergen. Die produzieren nur a) jede Menge unerwünschten Overspill und b) heftig Übersteuerungen im Nahbereich. So sind auch 100kW-Sender direkt über Großstädten eher sinnlos. Wie oft habe ich mich schon in Stuttgart über die schlechten DX-Bedingungen aufgeregt. Generell sollte man eher Sender mit kleineren bis mässigen Sendeleistungen einsetzen. Dadurch wird das Band insgesamt freier und selbst mit schlechten Empfängern wird man Aha-Erlebnisse haben, da diese dann nicht mehr so leicht überfahren werden. Die Empfindlichkeit ist bei den wenigsten Empfängern das Problem, eher die Trennschärfe und die Großsignalfestigkeit. Ich wäre also schon dafür, z.B. die ORF-Programme in Wien via Donauturm auszustrahlen, mit max. 20-25kW, eher noch weniger.
Dafür könnte man vielleicht im Raum Poysdorf noch einen Füllsender aufschalten, der ist ja eh schon geplant.
Auf die Wiener Funzeln könnte man dann verzichten und vielleicht sogar auf ein paar weitere südlich von Wien.
Gut, ganz so genau kenne ich die Gegend nicht.
Insgesamt hatte ich aber nicht den Eindruck, daß Niederösterreich zugefunzelt ist. Die Füllsender in den Tälern brauchts halt in jedem Fall. Nur den Kahlenberg fand ich zur Versorgung Wiens eher ungeeignet.
Das mit dem Kalten Krieg leuchtet ein. Ein österreichischer "Ochsenkopf" quasi.
Die starken Verzerrungen bei Antenne Wien fielen mir auch auf. Mag auch noch daran liegen, daß diese Antenne ganz unten am Turm montiert ist und somit noch weniger über die Höhenrücken kommt. Schon im Raum Grinzing tlw. Verzerrungen, ganz schlimm war es in Hütteldorf, da war die 102.5 ungeniesbar.
Dies dürfte bestimmt auch mit Schuld sein an den miesen Quoten des Programmes. In NÖ dagegen Super-Empfang, nur wen interessiert da ein Programm, daß schon vom Namen her eindeutig so auf Wien konzentriert ist. Gibt da ja anscheinend eh so eine Hassliebe zw. Wien und dem Umland (jeweils der andere ist doch der "Gscherte")

Wenn der ORF auf die Himmelhof-Frequenzen verzichtet, könnte auch Energy eine bessere Frequenz als die 104.2 bekommen. Die war nämlich sofort perdü, wenn man aus dem engeren Stadtbereich rausfuhr. Auch im Wienerwald war sofort "Proglas" zur Stelle und es gab ein ewiges Gezischel.

Bei Donauturm statt Kahlenberg müsste man halt sehen, wie es im Raum Klosterneuburg/Tulln ausschaut. Kann sein, daß es dort dafür dann unbefriedigend ist.



von PeterSchwarz - am 25.03.2007 17:44
Auf dem Schneeberg / Klosterwappen gibt es bereits installierte Sendeanlagen (Richtfunkanlagen), da ist auch meine Frage, was wird von da oben gesendet (ist kein Radio oder TV auf üblichen Wellen), hier die Fotografie, die ich bereits im ersten Posting verlinkt habe: http://www.addict.de/~dreli/schneeberg/images/0611/061126/html/061126_43klowapp_pano.htm
Zur Versorgungsfrage folgt von mir in Kürze noch ein weiteres Posting.



von dxbruelhart - am 25.03.2007 19:52
Die Anlage am Schneeberg/Klosterwappen gehört dem Bundesheer und dient der Luftraumüberwachung. Die Richtfunkantennen sendet die Signale der Radaranlage am Steinmandl/Leiser Berge (bei Mistelbach) zur Anlage am Koppenkarstein (Dachsteinseitengipfel mit 2853 m). Dort werden die Daten aller 3 militärischen Radaranlagen gesammelt und zur Zentrale der militärischen Flugüberwachung bei St. Johann/Pongau geleitet. Diese ist dort tief in einem Berg atombombensicher untergebracht (früher Regierungsbunker genannt).

Hier gibt es mehr dazu: http://www.airpower.at/fldiv/lrue/ors.htm

und http://www.airpower.at/fldiv/lrue/netz.htm (Die "Netzfunkstelle Niederösterreich" ist unverkennbar jene am Schneeberg, die "Netzfunsktelle Steiermark" befindet sich am Zirbitzkogel (2364 m))

von Wasat - am 25.03.2007 20:39
Ich habe heute mit 3 kompetenten Kollegen gesprochen; dabei ist nun einiges klar geworden:

- Der ORF sollte zirkular senden, nicht horizontal, nicht vertikal oder gemixt, sondern eben zirkular (die 88.6 geht in ganz Wien störungsfrei und unverzerrt, und auch die 88,6 kommt vom Kahlenberg) - gemäss Wienderwald. Die zirkulare Polaristation leuchtet mir ebenfalls ein, das würde so viel besser bezüglich Verzerrungen.
- Der Kahlenberg ist als Standort zu tief, um Wien wirklich mit der hohen Leistung störungsfrei versorgen zu können, und im Grunde viel zu nahe am Ziel dran, solange er mit 100 kW sendet.
- Der Donauturm dürfte für die Versorgung der Stadt Wien wirklich ganz gut geeignet sein; hier könnte eine Sendeleistung von wenigen 100 W reichen, um die Stadt Wien optimal zu versorgen - ohne zusätzliche notwendige Standorte. Um ein grösseres Einzugsgebiet zu versorgen, da wird der Donauturm wohl genauso scheitern wie heute der Kahlenberg, ich werde dies aber noch mit Radiomobile durchrechnen...
- Auslöschungen der UKW-Wellenphase und damit Verzerrungen bei Mehrwegempang können da (im Bereich der quasi-optischen Sicht) vorkommen wo ein sehr starkes Signal da ist - hier können die UKW-Empfänger den riesigen Unterschied zwischen Signalspitze und Nullstelle nicht mehr selbst korrigieren, und es kommt zu Verzerrungen. Deshalb ist es eben viel sinnvoller, einen Senderstandort auszuwählen, der nicht allzu nahe am Zielgebiet ist, damit die Empfänger Auslöschungen des Signals selbst ausgleichen können, da das Signal nicht mehr extrem stark ist (aber immer noch Ortssender-stark) und es somit nicht so schnell zu Verzerrungen kommt bei Mehrwegempfang.
- Praxis im UKW-Empfang von näheren und weiter entfernten Standorten: In der Region Zürich/Uster ist insbesondere im Mobilempfang die Empfangsqualität der relativ entfernten Standorte Säntis und Rigi wesentlich besser als der Empfang des Züricher Hausbergs Uetliberg. Der Uetliberg ist auch ein relativ tiefer Standort, der Uetliberg sendet von einer Höhe von rund 900 m Seehöhe. Zürich/Uster liegt auf einer Seehöhe von rund 400 - 500 Meter. Der Rigi hingegen ist rund 1800 m hoch, der Säntis rund 2500 m. Die Empfangspegel der drei Standorte ist etwa gleich stark im Raum Uster; ein gleichmässigeres Signal bieten aber nur die beiden Höhenstandorte (Distanz von Uster: Rigi (30 kW) 35 km, Säntis (60 kW) 49 km.
In Netstal ist der bestempfangbare (stärkste und verzerrungsfreiste) Standort des SWR die 180 Kilometer entfernte Hornisgrinde. Die Hornisgrinde ist denn auch im Mobilempfang besser zu empfangen im Glarnerland als praktisch alle (ziemlich nahen) Standorte von Radio DRS, solange man nicht RDS nutzt und sich ständig von einem Sender zum nächsten weiterreichen lässt.

Der Schneeberg liegt rund 65 Kilometer entfernt vom Stadtzentrum Wien. Koordinaten des Schneebergs Klosterwappe 47°46'1 N 15°48'16 E

von dxbruelhart - am 25.03.2007 21:10
Die Anlage am Schneeberg/Klosterwappen gehört dem Bundesheer und dient der Luftraumüberwachung. Die Richtfunkantennen sendet die Signale der Radaranlage am Steinmandl/Leiser Berge (bei Mistelbach) zur Anlage am Koppenkarstein (Dachsteinseitengipfel mit 2853 m). Dort werden die Daten aller 3 militärischen Radaranlagen gesammelt und zur Zentrale der militärischen Flugüberwachung bei St. Johann/Pongau geleitet. Diese ist dort tief in einem Berg atombombensicher untergebracht (früher Regierungsbunker genannt).

Wirklich potthässlich, dieses Ding! Manchmal bin ich wirklich gegen Sendeanlagen, wenn sie inmitten der Natur stehen, wo diese eigentlich noch weitgehend heil ist und sie die majestätische Bergwelt verschandeln. Am Säntis bspsw. ist es ja gut gelungen, das ganze in den Berg zu integrieren, interessantes Design. Aber solch ein Stahlverhau ist echt BÄH! Es sieht sogar danach aus, daß die Spitze des Berges für diese Bombenwerferlauschanlage sogar gekappt worden ist!

"eigentlich eher Radio Blanik Jizní Morava (1 kW) als Radio Proglas (100 W) hörbar sein sollte."
Du hast Recht, es war bzw. ist Blanik...Verwechslung meinerseits!!

Bezügl. der Verzerrzugen:
Die gibt es ganz extrem in Tirol. Hinterm wilden Kaiser sind die meisten Sender verzerrt. In Going-Prama hatte ich im Mobilempfang trotz direkter Sicht auf das Kitzbüheler Horn bei dessen Frequenzen immer wieder leichte Verzerrungen, minimal zwar, aber deutlich hörbar. Da sind wohl die Reflexionen am Kaiser so massiv, daß diese sich mit dem direkten Signal überlagern. Vielleicht sollte man da die Sendeleistung etwas reduzieren, 4kW inmitten der Berge ist nicht wenig und das eigentlich zu versorgende Gebiet ja auch nicht soooo groß.

"In Netstal ist der bestempfangbare (stärkste und verzerrungsfreiste) Standort des SWR die 180 Kilometer entfernte Hornisgrinde."
Das erklärt sicher auch mit die vielen Schweizer Hörer früher bei den SWF-Programmen. (nebst der Telefonrundspruch-Übertragung). Damals war das Sendernetz der DRS ja noch wesentlich dünner und mich würde es nicht wundern, wenn es da einige Winkel gab, wo DRS kaum oder nur schlecht zu empfangen war, SWF dagegen einwandfrei!



von PeterSchwarz - am 25.03.2007 22:16
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