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Habakukk, Mainspitzdreieck, PeterSchwarz, tresti, HeibelA, DX-Fritz, Wasat

Besuch Kitzbühler Horn / Harschbichl (21.4.2007) / Hahnenkamm (25.8.2007)

Startbeitrag von Habakukk am 28.05.2007 13:48

Am 21.4.2007 hatte ich nichts besseres zu tun und deshalb spontan beschlossen, dem Sender Kitzbühler Horn (1996m) und dem vorgelagerten von den Privaten genutzten Standort Harschbichl (ca. 1600m) einen Besuch abzustatten, insbesondere, weil es auf dem Harschbichl laut Senderkataster offenbar drei verschiedene Sendeanlagen geben soll:



Mein ursprünglicher Plan war, die Panoramastraße bis ganz rauf zu fahren (befahrbar bis zum Gipfelhaus auf ca. 1800m) und von dort kurz zum Gipfel zu schauen und den ORF-Sender zu besichtigen, um dann über einen Steig zum Harschbichl abzusteigen, den Sender dort anzusehen und dann auf selben Weg wieder hinauf zum Gipfelhaus, wie man folgender Karte schön entnehmen kann.



Natürlich ist es eher unangenehm, wenn der Abstieg vor dem Aufstieg liegt, aber so dachte ich, könnte ich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen.

Leider war nun aber die Panoramastraße nur bis zu einer Schranke auf ca. 1450m befahrbar (in der Karte mit 1 markiert). Na gut, immerhin, ich änderte meinen Plan dahingehend, dass ich halt die fehlenden 600m auf der Asphaltstraße hochlatschen und vom Harschbichl dann halt über den gestrichelten Pfad direkt zum Auto zurück gehen wollte.

Relativ ätzend zu Fuß ist der Aufstieg zum Kitzbühler Horn, da der Weg bis zum Gipfel (dem ORF-Sender) asphaltiert ist.



Für Mountainbiker sicher ein Paradies, zumal man mit den Sprüchen auf der Straße noch angefeuert wird, aber zu Fuß eher nervtötend.



Insgesamt ist das Kitzbühler Horn als Berg an sich relativ hässlich. Ein Grasbuckel vollgestopft mit Liftanlagen, und eben von Kitzbühel aus offenbar nur über die Asphaltstraße zu erreichen. Allerdings muss man dem Berg zu Gute halten, dass die Aussicht von da oben in alle Richtungen phänomenal ist.



Nach einiger Zeit war ich dann tatsächlich auf dem Gipfel. Ein Gipfelkreuz scheint das Kitzbühler Horn nicht zu haben, dafür den wunderschönen ORF-Sender. :D Weitere Fotos davon gibt es in Kürze in der Rubrik Senderfotos.



Nun wollte ich also den Steig zum Harschbichl runter gehen, der einen mit folgendem schönen Schild begrüßt (in der Karte mit 2 markiert):



Natürlich ließ ich mich davon nicht schocken, musste allerdings dann nach kurzer Zeit an dieser Stelle kapitulieren, kein Durchkommen mehr, das Risiko, auf diesem Schneefeld rumzulatschen und irgendwas ins Rutschen zu bringen, war mir dann doch zu groß...



Also zurück und die Teerstraße wieder runter bis zum Auto (uff)... Dort habe ich mir dann überlegt, einfach den Pfad an der Goinger Alm vorbei rüber zum Harschbichl und wieder zurück zu gehen. Sieht in der Karte immer alles nicht so wild aus, allerdings hörte der dann tatsächlich mitten im Wald auf (auf der Karte 3). Dort kämpfte ich mich dann durch das Dickicht, über Lawinenfelder drüber, bis ich nach ner Stunde oder länger tatsächlich wieder auf befestigtem Weg war.

Nun galt es also, die drei Anlagen (sofern vorhanden) zu finden. An der Stelle, an der die Anlage von Kronehit sein soll (Nähe Stanglalm auf ca. 1475m), gibt es eine Bergstation eines Lifts, aber an der ganzen Station war keine Antenne zu erkennen, der Signalpegel am Sangean ATS909 mit eingezogener Antenne erreichte nicht Vollausschlag. Ebenso war an der Stanglalm nichts zu erkennen. Der Sender konnte hier also nicht sein.

In der Folge ging ich weiter bis zum Gipfel des Harschbichls. Dort befindet sich eine weitere Bergstation eines Lifts, und auf dieser sind auch ganz eindeutig UKW-Sendeantennen montiert. Das musste zumindest der Standort der 103,4 von Life Radio sein (angegeben mit 1604m Fußpunkthöhe).



Hier die Sendeanlage nochmal aus der Nähe. Man sieht links oben eine Yagi, die offenbar für Ballempfang zuständig ist (sie zeigt Richtung Kitzbühel-Hahnenkamm), die drei Sendeantennen sind weiter unten zu finden, das sind die typischen 4-Elemente-Yagis.



Die Sendeantennen nochmals aus der Nähe. Interessant finde ich die beiden Antennen, die fast in die selbe Richtung zeigen. Ich habe mir oben schon die Frage gestellt, ob die sich nicht gegenseitig ins Gehege kommen, denn ihre Elemente liegen ja z.T. übereinander und der vertikale Abstand scheint mir nicht allzu groß zu sein, auf keinen Fall der erforderliche Abstand, ab dem sich Antennen nicht mehr beeinflußen.



Natürlich kann man mutmaßen, ob vielleicht nicht von jeder Sendeantenne alle drei Programme kommen, immerhin haben die Frequenzen am Harschbichl unterschiedliche Diagramme. Dennoch halte ich die Konstruktion für etwas seltsam.

Klar ist jedenfalls: gesendet wird hier nur Richtung Westen (Brixental, Kirchberg, Hopfgarten) und nach Osten (Fieberbrunn, Sankt Ulrich), nach Norden gibt es keine Sendeantenne. Das erklärt auch den relativ schlechten Empfang Richtung Norden trotz der 1600m. Das Tal zwischen Kössen und Sankt Johann ist quasi kaum mit Privatfunk versorgt, ebenso die Gegend zwischen Kössen und Walchsee.

Eine zweite Anlage auf dem Gipfel des Harschbichls war nicht zu erkennen. An dem Verlauf des Lifts entlang runter war auch nichts zu erkennen, sodass auch der Sender von U1 nicht aufzufinden war. Dieser soll ja nördlich des Senders von Life Radio auf 1584m Höhe stehen. Die zusätzlich geplanten Frequenzen 90,6 und 100,6 MHz sind auch für den U1-Standort koordiniert, allerdings lautet die Höhenangabe bei gleicher Koordinatenangabe nur 1527m. Also reichlich verwirrend, das Ganze...

Der Sangean ATS909 zeigte auch oben an der Bergstation Vollausschlag auf allen drei Frequenzen, weshalb ich vermute, dass alle drei Frequenzen wirklich von dort oben kommen, 100%ig sicher kann ich allerdings nicht gehen, denn es ist nicht vollkommen ausgeschlossen, dass nicht doch im Wald noch irgendwo eine Minianlage steht, die vielleicht zufällig in quasioptischer Sichtweite war und den Vollausschlag erzeugt hat. Dafür müsste man fast den Wald durchkämmen und dazu war ich nach diesem Gewaltmarsch (600 Höhenmeter Teerstraße, über eine Stunde durchs Dickicht) nicht mehr fähig. Da ich aber eh mal den schönen Steig vom Kitzbühler Horn zum Harschbichl runter gehen möchte, wenn er schneefrei ist (das sollte er seit einiger Zeit ja sein), werde ich da wohl nochmal hinschauen.

Dass alles von ganz oben kommt, würde erklären, warum z.B. Kronehit nur mit 50 Watt statt der zulässigen 100 Watt sendet (50W 1600m gegenüber 100W 1475m).

Der Rückweg war dann zum Glück angenehmer als der Hinweg, denn ich ging dann etwas unterhalb des anderen auf dem Pfad, der auf der Karte zunächst mit durchgezogener Linie eingezeichnet ist, dann gestrichelt ist und irgendwann endet. Tatsächlich führt der aber direkt zur Goinger Alm und kann problemlos begangen werden, wenn er auch etwas rustikal ist. Aber hier muss man nicht durch das Dickicht und kommt direkt bei der Alm raus.



Eigentlich wollte ich an dem Tag auch noch klären, ob es am Kitzbühler Hahnenkamm tatsächlich 2 Sendeanlagen hat (laut Senderkataster am Gipfel und an der Bergstation der Seilbahn), aber dazu fehlte mir dann doch die Zeit und auch die Kraft, denn die Hahnenkamm-Seilbahn hatte im April auch noch nicht auf und ein erneuter Fußmarsch von über 500 Höhenmeter war nicht mehr drin. So reichte es nur für ein Foto aus der Ferne.



Den Hahnenkamm werde ich mir aber mal in nächster Zeit ansehen...

Antworten:

Re: Besuch Kitzbühler Horn / Harschbichl (21.4.2007)

@Habakukk:
Na, da hast du dir ja was angetan!
Ein kleiner Hinweis: Dein letztes Foto ist nicht der Hahnenkamm, sondern die Ehrenbachhöhe (1802 m). Die Seilbahnstützen und -bergstation ist nicht die Hahnenkammbahn, sondern die Fleckalmbahn, welche von Klausen (zwischen Kitzbühel und Kirchberg) auf die Ehrenbachhöhe führt.

Beim Sender vom Kitzbüheler Horn ist das selbe Problem wie bei anderen großen "Gebirgs-Sendern" auch (siehe Thema "Sender Mugel"): Die 4,5 kW, mit denen die ORF-Radioprogramme von dort abgestrahlt werden, sind für diese gebirgige Gegend fast schon zu viel. In dieser Gegend gibt oft trotz guter Sichtverbindung zum Sender ziemliche Reflexionen.
Im Bereich der Stadt Kitzbühel gehen die Frequenzen vom Kitzbüheler Horn überhaupt nur recht verzerrt, da der Höhenrücken, der dem Kitzbüheler Horn zur Stadt Kitzbühel vorgelagert ist, ziemlich abschirmt. Hier gehen die Frequenzen von der Hohen Salve besser.
Erstaunlich weit ist die Reichweite des Kitzbüheler Horns ins Flachland hinaus: So gehen etwa im Chiemgau, im Flachgau und im Innviertel die Frequenzen vom Kitzbüheler Horn teilweise einwandfrei.

Warum ist eigentlich der offizielle Name des Senders am Kitzbüheler Horn "Kufstein-Kitzbüheler Horn"? Wenn man sich die gebirgige Topographie zwischen Kitzbüheler Horn und Kufstein so anschaut, kann doch das Kitzbüheler Horn in Kufstein niemals Ortssender sein??




von tresti - am 28.05.2007 19:16

Re: Besuch Kitzbühler Horn / Harschbichl (21.4.2007)

Danke, dann hab ich mich da wohl vertan. Von der Richtung her dachte ich, das müsste der Hahnenkamm sein... Mal sehen, was da in meinen Fotos dann noch in Frage kommt.

Ja, das Kitzbühler Horn geht in Kufstein schon, aber kein Mensch wird es ernsthaft einschalten, dafür geht es viel zu schlecht und tlw. auch verzerrt. Wenn irgendein Sender den Namen "Kufstein 1" verdient hätte, dann ist es die Hohe Salve, die neben dem Patscherkofel und dem Niederndorf-Füllsender Kufstein versorgt. Keine Ahnung, warum man da auf die Idee gekommen ist, das als "Kufstein 1" zu bezeichnen.

von Habakukk - am 28.05.2007 20:37

Re: Besuch Kitzbühler Horn / Harschbichl (21.4.2007)

@Habakukk

Schöner Bericht!

Bei den Angaben zu Privatsendern ist der Senderkataster eine Katastrophe. Weil die meisten Anlagen von Subunternehmern errichtet und betrieben werden, wissen die Lizenzinhaber offenbar selbst nicht genau, wo ihre Sender stehen. Auch so manche technischen Parameter wurden offenbar nachträglich in Absprache mit der Fernmeldebehörde ohne großes Verfahren geändert.

Ein Beispiel auch hier: http://forum.mysnip.de/read.php?15048,501001

Zitat

Warum ist eigentlich der offizielle Name des Senders am Kitzbüheler Horn "Kufstein-Kitzbüheler Horn"?

Der ORF hat seinerzeit etliche Sender "seltsam" bzw. falsch benannt. Generell wurde der nächste bedeutende Ort genommen. Am Anfang, als es in ganz Österreich nur 15 UKW-Sendeanlagen gab, hat man die nächst gelegene größere Stadt zur Benennung genommen. Doch auch hier war man inkonsequent. So liegt der Jauerling ja auch Krems viel näher als St. Pölten, und auch der Dobratsch liegt bei Villach und nicht bei Klagenfurt. Beim Kitzbühler Horn ist es auch schwer nachvollziehbar, weil Kitzbühel zwar früher als Wintersportort noch nicht die heutige Bedeutung hatte, aber schon immer auch Bezirkshauptort ist.

von Wasat - am 28.05.2007 20:40

Re: Besuch Kitzbühler Horn / Harschbichl (21.4.2007)

Hier hab ich nochmal das komplette Foto aus dieser Richtung:



Wenn das in dem Foto oben die Ehrenbachhöhe ist, dann muss der Hahnenkamm ja der Rücken auf der rechten Seite hier im Foto sein, oder? Sozusagen der Fortsatz der Eherenbachhöhe.

Bei Sankt Pölten und Klagenfurt ist es vielleicht noch nachvollziehbar, denn so konnte man die Haupstadt des jew. Bundeslandes mit einem starken Grundnetzsender in Verbindung bringen. Und immerhin gehen die beiden Sender Jauerling und Dobratsch ja tatsächlich auch gut in diesen Städten.

Bei Kufstein 1 ist das aber wirklich ein Käse, denn Kufstein würde ich nicht unbedingt als so viel bedeutender als Kitzbühel einschätzen (beides Bezirkshauptstädte) und das Kitzbühler Horn versorgt alles andere, aber nicht Kufstein.

von Habakukk - am 28.05.2007 20:45

Re: Besuch Kitzbühler Horn / Harschbichl (21.4.2007)

@Habakukk:
Der Hahnkamm ist der - leider nur schwer erkennbare Hügel - schräg links vor bzw. unter der Ehrenbachhöhe. Oder von der anderen Richtung erklärt: Dort wo die große Waldfläche Richtung oben zu Ende ist, ist noch ein Stückchen Wiesenhang und dann der Hahnenkamm.
Wenn du auf diese Stelle hin das Foto vergrößerst, kann man vielleicht die Bergstation der Hahnkammbahn sehen (die Hahnkamm-Bergstation ist mit Holzschindeln vertäfelt, daher erscheint sie sehr dunkel und auf dem Foto kaum sichtbar).

Und bezügl. Sendernamen:
Obwohl der Empfang vom Kitzbüheler Horn gerade im Bereich der Stadt Kitzbühel auch nicht ganz einwandfrei ist, so wäre aber als Name "Kitzbühel-Kitzbüheler Horn" oder nur "Kitzbühel-Horn" sicher angebrachter. Außerdem ist Kitzbühel als Bezirkshauptstadt im Vergleich mit Kufstein sicher nicht unbedeutender.


von tresti - am 29.05.2007 06:27

Re: Besuch Kitzbühler Horn / Harschbichl (21.4.2007)

Also den Hahnenkamm werd ich in gut 3 Wochen mal unter die Lupe nehmen! Habakukk, kannst gern mal mitkommen...oder wer sich sonst dafür interessiert. Ich hoffe, daß ich mich dann zumindest unter 2000m nicht mehr durch Schneefelder kämpfen muß...naja, wissen kann man's nie.
Vielleicht schau ich mir dann den Harschbichl nochmal an.

Das Kitz übersteuert tatsächlich tlw. in Sichtweite, das hat mich auch gewundert. Zudem werd ich mal ein Foto von dem lustigen Senderlein Scheffau schießen. Vielleicht ist ja im Sommer auf der Alm einer da und ich kann mir den Sender selbst mal hochoffiziell anschauen...ohne das Scheunentor selbst aufzuhebeln!

Weiß einer, wo man da gut dxen kann? Voraussetzung: Der Standort ist mit dem Auto zu erreichen, man darf dort parken und eine Antenne aufbauen (nicht, weil ich zu faul zum Laufen wäre, sondern weil ich den Tuner mit Spannungswandler im Auto betreiben will)


von PeterSchwarz - am 29.05.2007 08:07

Re: Besuch Kitzbühler Horn / Harschbichl (21.4.2007)

Zitat

Also den Hahnenkamm werd ich in gut 3 Wochen mal unter die Lupe nehmen! Habakukk, kannst gern mal mitkommen...oder wer sich sonst dafür interessiert.

Da bin ich auf alle Fälle dabei. Ich würde sagen, wir mailen uns da einfach zusammen.

Zitat

Ich hoffe, daß ich mich dann zumindest unter 2000m nicht mehr durch Schneefelder kämpfen muß...naja, wissen kann man's nie.

Momentan sieht's aber schon wieder eher danach aus. Habe eben auf die Webcam der Kampenwand-Bergstation geschaut (1400m), da oben ist alles weiß! Uff!

Zitat

Vielleicht schau ich mir dann den Harschbichl nochmal an.

Gerne. Mittlerweile kenne ich ja die Wege, da müssen wir nicht mehr im Dickicht rumkrebsen. Möglicherweise können wir auch, sollte die Zeit eng werden, mit dem Auto die breite Forststraße bis zur Stanglalm hochfahren. Dort kann man gut parken. Weiß nur nicht, ob man da wirklich rauffahren darf.

Interessant wäre vielleicht noch, ob man irgendwie noch ein präziseres "Messinstrument" als den ATS909 mit eingezogener Antenne mitnehmen könnte. Der hat bei mir zwar bei Sender < 1kW tatsächlich nur dann Vollausschlag, wenn ich mich in unmittelbarer Nähe zum Sender aufhalte, aber natürlich kann es schon sein, dass ein versteckter zweiter Standort in 500m-1km Entfernung, der zufällig grad in Sichtweite ist, vielleicht auch volles Signal erzeugt.

von Habakukk - am 29.05.2007 15:34

Re: Besuch Kitzbühler Horn / Harschbichl (21.4.2007)

Ja, es schneit, auch auf dem Hartkaiser. Unglaublich, vielleicht kann ich dann den Skiurlaub vom März nachholen???

Ich will ja sowieso auch etwas in der Gegend rumkrebseln, jetzt nicht direkt freiklettern, aber so ein bissl bergwandern halt. Der Hahnenkamm ist da weniger interessant, das ist ja ein reiner und dazu noch verbauter Grasberg. Da wäre es besser, kurz und schmerzlos hochzukommen.


von PeterSchwarz - am 29.05.2007 17:11

Re: Besuch Kitzbühler Horn / Harschbichl (21.4.2007)

Ich schlag euch eine Wanderung auf das Hintere Sonnwendjoch vor. Auf einer geteerten Mautstraße (3 Euro) kann man von Landl (16 km westlich von Kufstein) bis zur Ackernalm auf 1350 m hinauffahren und dort parken. Vom Parkplatz sind es dann nur noch rund 600 HM in leichter Gangart auf einen überaus aussichtsreichen Gipfel! Ausserdem weiß ich, dass der Anderl da auch schon lang mal raufmöchte. Ich selbst war zwar seit letzten Okt. schon dreimal droben, geh aber gern wieder einmal nauf. Brauchad bloß no s'Wetter passen. ;-)
Luftbild: Klick


von DX-Fritz - am 31.05.2007 16:42

Re: Besuch Kitzbühler Horn / Harschbichl (21.4.2007)

Jetzt war ich doch nochmal spontan auf dem Hahnenkamm droben, und wie vermutet, gibt es auch dort oben nur eine Antennenanlage, die nicht *auf* der Bergstation der Hahnenkammbahn steht, sondern knapp daneben. Am Gipfel (sofern man so einen überhaupt ausmachen kann) gibt es jedenfalls keine weitere Anlage. Die Fotos reiche ich noch nach...

Ich war übrigens auch an den geplanten Standorten Sankt Johann/Gaux und Kitzbühel/Seidlalm.

Für Sankt Johann/Gaux waren ursprünglich geplant:
87,7, 100,6, 90,6 und 105,6 MHz
Die 87,7 ist mittlerweile bereits vom Harschbichl aus in Betrieb, die geplanten 90,6 und 100,6 wurden mittlerweile auch dorthin umkoordiniert, und ob die einzig als Planung verbliebene 105,6 angesichts von 105,7 Wendelstein hier noch realisiert wird, wage ich zu bezweifeln.

Für Kitzbühel/Seidlalm waren ursprünglich geplant:
106,0, 92,6, 104,5 und 94,8 MHz
Die 106,0 ist mittlerweile bereits am Hahnenkamm in Betrieb, die geplanten 92,6 und 104,5 wurden mittlerweile auch dorthin umkoordiniert (104,5 auf 104,4 geänderT), und ob die einzig als Planung verbliebene 94,8 angesichts von 94,8 Gaisberg, der im Raum Kitzbühel tlw. in RDS-Qualität einstrahlt, noch realisiert wird, wage ich ebenfalls zu bezweifeln.

Fotos von Sankt Johann/Gaux und Kitzbühel/Seidlalm reiche ich ebenfalls nach.

von Habakukk - am 27.08.2007 07:53
Eine kleine Anmerkung: Die beiden Standorte Harschbichl und Gasthof Seidlalm werden in der Senderdatenbank als "Kitzbühel 3" geführt, sollte man nicht einen mit "2" bezeichnen ?

von Mainspitzdreieck - am 27.08.2007 12:03
@Mainspitzdreieck:
Das sind die "offiziellen" Bezeichnungen bei der RTR bzw. der BNetzA. Da Kitzbühel 2/Hahnenkamm mit Kitzbühel 3/Hahnenkamm identisch ist, bin ich aber auch dafür, da Kitzbühel 2 draus zu machen, dann hat die Seidlalm Kitzbühel 3 für sich alleine.

von Habakukk - am 27.08.2007 12:10
okay... übrigens, eine beneidenswerte Sender-Exkursion, sehr schöne Fotos, da wünscht man sich, ein paar Jahre jünger und wieder fit zu sein ...
Bereits bei leichtem Tropo konnte man früher auch in Sachsen das Kitzbüheler Horn empfangen, speziell die damals relativ freien Frequenzen 99,9 und 103,9 MHz

von Mainspitzdreieck - am 27.08.2007 15:19
So, hier wie besprochen noch ein paar Bilder meiner Hahnenkamm-Exkursion...

Auf dem Weg nach Kitzbühel bin ich am oben erwähnten geplanten Senderstandort Sankt Johann/Gaux vorbeigefahren, für den mittlerweile nur mehr die 105,6 MHz geplant ist, die Frequenzen 87,7, 100,6 und 90,6 MHz, die ursprünglich für hier geplant waren, wurden zum Harschbichl verlagert. Eine Sendeantenne war nicht zu erkennen, es ist auch fraglich, ob die 105,6 MHz angesichts noch 2 verfügbarer besserer Frequenzen je in Betrieb geht. Im Bild ist gegenüber das Kitzbühler Horn zu erkennen, mit dem links vorgelagerten Harschbichl.



Darauf bin ich nach Kitzbühel und dort mit der (sauteuren !!!!) Seilbahn rauf auf den Hahnenkamm. Kurz vor der Bergstation sah man rechts schon den Sender dastehen:



Oben angekommen, habe ich den Sender gleich mal aus der Nähe betrachtet.


Hier die UKW-Antennen, die in 3 Richtungen strahlen: Richtung Norden (Sankt Johann/Kössen), Richtung Westen (Kirchberg, Brixental) und Richtung Osten (Aurach/Pass Thurn).



Diese Anlage war die einzig zu erkennende UKW-Senderanlage da oben, der Sangean hatte in ihrer Nähe auf allen Hahnenkamm-Frequenzen Vollausschlag, ich gehe also davon aus, dass es keine zwei Anlagen KB 2/Hahnenkamm-"Gipfel" und KB3/Hahnenkamm-Bergstation gibt, wie im Senderkataster vermerkt.

Hier der Blick Richtung Ehrenbachhöhe...



Es wäre auch relativ unsinnig, wenn man die UKW-Anlage auf dem höchsten Punkt des Hahnenkamms gebaut hätte. Denn dieser ist nur 50m höher als der Punkt vorne an der Bergstation, aber schon so weit von der "Kante" entfernt, dass man keine direkte Sicht mehr in alle Ortsteile von Kitzbühel runter hat. Der Empfang wäre dann wohl eher schlechter.

Ach ja, eine interessante Sat-Schüssel (mit Stoff bespannt) war auch zu sehen:


Runter bin ich dann über die Seidlalm, da auch hier ein UKW-Standort geplant war. Von den Frequenzen 106,0, 92,6, 104,5 und 94,8 ist aber nur noch die 94,8 für die Seidlalm geplant, der Rest wurde hoch zum Hahnenkamm umkoordiniert.



Es gab mal die Diskussion, ob die 106,0 MHz von U1 Radio ganz zu Anfang (die ersten Tage) von der Seidlalm kam, da sich die Empfangsverhältnisse nach kurzer Zeit wieder etwas verändert hatten. Heute ist zumindest auf der Seidlmalm keinerlei Sendeanlage mehr auszumachen, deshalb denke ich immer noch, dass die 106,0 wohl von Anfang an vom Hahnenkamm abgestrahlt wurde und anfangs nur einige Änderungen an den Parametern durchgeführt wurden.

von Habakukk - am 28.08.2007 17:08
Welch schöne Aufnahmen und dieser blaue Himmel !
Interessant auch die zu den Tälern hin geneigten UKW-Strahler, da sind Techniker am Werk, die von der
UKW-Ausbreitung was verstehen ....

von Mainspitzdreieck - am 28.08.2007 17:59
Zum Harschbichl ist mir nochmal was eingefallen.

Kann es sein, dass vielleicht gar nicht beabsichtigt ist, dass zwei Yagis in fast die selbe Richtung zeigen?



Die letzten Jahre konnte ich nämlich hier zuhause den Sender Harschbichl relativ brauchbar empfangen, seit dem Ende des letzten Winters kommt der Sender nur mehr sporadisch durch. Das *könnte* ein Indiz dafür sein, dass vielleicht die dritte Yagi ursrprünglich doch mal nach Norden (wäre im Bild nach rechts unten) gezeigt hat ?

Falls ja: hat man das Diagramm bewusst verändert, oder hat evtl. der Wind eine der Yagis gedreht? Immerhin zeigt die Antenne nach Osten, die *könnte* also der Westwind gedreht haben.

Ich finde es halt sehr untypisch, dass zwei Yagis in quasi dieselbe Richtung zeigen, wie man hier nochmal schön sieht:



Was meint ihr?

von Habakukk - am 28.08.2007 18:53
Mich irritiert etwas der Ausleger der unteren UKW-Antenne, der macht doch eigentlich nur Sinn, wenn man einen horizontalen Versatz zur oberen Antenne realisieren will ....

von Mainspitzdreieck - am 28.08.2007 19:45
Zitat
Mainspitzdreieck
Mich irritiert etwas der Ausleger der unteren UKW-Antenne, der macht doch eigentlich nur Sinn, wenn man einen horizontalen Versatz zur oberen Antenne realisieren will ....


Jedenfalls finde ich es sehr unüblich, zwei Yagis in fast die gleiche Richtung zeigen zu lassen. Würde mich mal interessieren, was bei dieser Antennenanordnung für ein Diagramm rauskommen soll.

Übrigens: beim RTR-Frequenzbuch hat es für Kronehit nun doppelte Einträge:
102,9 Kitzbühel/Hahnenkamm 0,1kW und NEU 0,3kW (analog zur BNetzA-Liste bzw. ITU)
105,1 Sankt Johann/Harschbichl 0,05kW und NEU 0,1kW (analog zur BNetzA-Liste bzw. ITU)

Ich frage mich dabei nur, ob man hier nun tatsächlich plant, die Leistungen zu erhöhen (schaden würde es sicher nicht), oder ob man da nur in der Datenbank die "offiziell" koordinierten Maximalleistungen eingetragen hat, ohne dass dies einen praktischen Grund hat...

von Habakukk - am 03.09.2007 13:16
Ich habe heute erstmals die 102,9 (Hahnenkamm) von Kronehit im NO Münchens mit dem Roadstar loggen können. :hot: Zwar knapp über der Grasnarbe aber noch verständlich. Angehobene Bedingungen herrschen m.E. nicht.

von HeibelA - am 17.08.2008 10:06
Ein Nachtrag hierzu: es gibt offenbar doch zwei Sendeanlagen auf dem Kitzbühler Hahnenkamm. Die oben zu sehende Anlage wird für Life Radio und Kronehit genutzt. Für U1 und demnächst Antenne Tirol gibt es offenbar aber separate Antennen, die nur wenige Meter von der anderen Antennenanlage am Gebäude der Seilbahnbergstation angebracht wurden. Diese habe ich bei meinem Besuch offenbar übersehen.

von Habakukk - am 10.08.2009 10:06
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