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Steirischer Funzelreport (1)

Startbeitrag von Wasat am 11.07.2007 19:20

Neulich machte ich eine Wanderung auf die Vordergoferalm bei Admont in der Steiermark. Dort oben sollen nämlich 2 Sendeanlagen stehen, von denen man aber nichts sieht und hört.


Die Vordergoferalm (roter Kreis) liegt südlich des Eingangs zum Gesäuse, dem größten Durchbruchtal der Ostalpen.


Über eine streckenweise ziemlich abenteuerliche (durch Gerölllawinen verschüttet, Kühlschrank große Felsbrocken am Weg) Forststraße gelangt man auf die ehemalige Alm.


Oben angekommen steht man plötzlich vor einer netten TV-Sendeanlage.


Sie wurde einst von der Gemeinde Weng errichtet, um die etwa 50 (!) Bewohner des Ortes Gstatterboden mit TV zu versorgen (ORF1&2 auf Kanal E8&E12 mit je 17,6 Watt). Heute ist die Anlage außer Betrieb, weil man in Gstatterboden auf DVB-S umgestiegen ist.


Dem entsprechend wird Anlage nicht mehr gepflegt und verfällt langsam. Die Ballempfangsantennen (Richtung Salberg bei Selzthal) wurden durch die immer höher wachsenden Bäume bei Sturm schon geknickt.


Blick hinunter nach Gstatterboden.


Etwa 200 m weiter nördlich steht aber eine noch viel seltsamere, geradezu einzigartige Sendeanlage. Manches ist hier aber auch aus anderen Gründen seltsam, was Zweifel aufkommen lässt, dass es sich tatsächlich um eine Rundfunksendeanlage handelt.
Der Standort ist generell problematisch, weil man mit einem Fahrzeug schon schwer auf die Alm hinauf kommt, und dann nur bis in die Nähe der ehemaligen TV-Anlage. Dort gäbe es übrigens auch Strom, abgegriffen von einer Hochspannungsleitung, die nach Johnsbach führt. Doch (angebliche) "Antenne Steiermark"-Anlage liegt noch einmal 200 m entfernt und 50 m höher. Dorthin kommt man nur über einen schmalen Jagdsteig. Bleibt zur Wartung und Versorung somit nur der teure Hubschrauber.


Von hier sollte eigentlich "Antenne Steiermark" auf 106,8 MHz senden - netzautark mit Solarstrom. Die Standortangaben stimmen exakt mit den genehmigten Daten der RTR überein, doch man hört kein Signal. Angeblich ist der Standort noch gar nicht in Betrieb gegangen.


Wäre es ein UKW-Rundfunksender von "Antenne Steiermark", müsste die Signalzuführung vom Sonnenberg bei Rottenmann aus erfolgen. Die Empfangsantenne ist aber eine Band III-Antenne, die dann "vertikal polarisiert" montiert für UKW horizontal benützt werden würde. Die Sendeantenne ist auch entgegen der RTR-Genehmigung vertikal polarisiert angebracht.


Ebenfalls merkwürdig: Wenn es der Sender von "Antenne Steiermark" wäre, würde (mit 33 Watt) leicht gerichtet in das Johnsbachtal, wo nur 150 Leute auf 80 km² leben, gesendet werden. Das Hauptversorgungsgebiet (mit rund 5000 Leuten) wäre aber das weite Ennstal östlich von Admont, wo der Sonnenberg nur schlecht empfangbar ist.
Handelt es sich daher wirklich um die - gegenwärtig nicht funktionierende - Sendeanlage von "Antenne Steiermark"? Oder ist es ein Relais der Feuerwehr? Deren Funknetz arbeitet nämlich sowohl im 170 MHz- als auch im 80 MHz-Bereich. Dem enstpechend würde die Antennenanordnung mehr Sinn machen als für einen UKW-Rundfunkumsetzer.


Blick vom Senderstandort Richtung Westen in das Ennstal.


Blick vom Senderstandort Richtung Osten zur Berggruppe Planspitze, Hochtor (2369 m) und Gr. Ödstein.

Antworten:

Interessanter Bericht. Danke! Schade, dass der TV-Umsetzer nicht mehr gepflegt wird. Die solarstromgespeiste UKW-Funzel ist ein echtes Kultobjekt!

von Rolf, der Frequenzenfänger - am 12.07.2007 03:56
Wauw, sehr schöne Bilder Wasat!

Das Gebiet sieht echt wunderschön aus dort! Vielleicht mal ein Urlaubstipp für uns? :D

von Jassy - am 12.07.2007 06:59
Wie immer tolle Bilder, sehr beeindruckend sogar!
Diese Solarstromfunzel wird wohl in dem Sommer selten funktionieren... :D

von DX-Project-Graz - am 12.07.2007 07:18
Hab ich richtig verstanden, dass Antenne Stmk ein Seitental für 150 Personen versorgt?

von andimik - am 12.07.2007 07:51
Photovoltaikanlagen funktionieren normal auch bei bewölktem Himmel. An trüben Nebeltagen (hier eher: Berge in Wolken) kann es aber sicher schon Ausfälle geben. Das PRoblem dürfte sein, daß nach einem kurzen Ausfall, die Anlage nicht mehr von alleine hochfährt. Da müsste dann wohl schon einer vorbeigucken und das ganze wieder in Betrieb nehmen. Das ist eben das Problem an solchen Standorten ohne Infrastruktur. Kennt man ja noch von Schwarzenstein und Co.

Vertikale Polarisation hab ich in AUT auch schon bei dr 88.9 in Scheffau gesehen. Auch eine sehr kultige Funzel. Und auch dort zeigt der Dipol in die "falsche" Richtung. Allerdings hat man ja annähernd Rundstrahlung. Die Reflektorwirkung des Mastens kann man im Hochgebirge eigentlich vernachlässigen. Da wird eh alles von überallher mehrfach refelktiert.

von PeterSchwarz - am 12.07.2007 11:34
Mir sind an der "Antenne Steiermark"-Funzel Zweifel gekommen. Ich habe daher den obigen Bereicht auch etwas umgeschrieben.

Handelt es sich daher wirklich um die - gegenwärtig nicht funktionierende - Sendeanlage von "Antenne Steiermark"? Oder ist es eher ein Relais der Feuerwehr? Deren Funknetz arbeitet nämlich sowohl im 170 MHz- als auch im 80 MHz-Bereich. Dafür würde die Antennenanordung mehr Sinn machen als für einen UKW-Rundfunkumsetzer.

von Wasat - am 13.07.2007 11:03
Ja, das ergibt Sinn. Man plante dann wohl, für die Antenne diese Infrastruktur zu nutzen, aber vermutlich ist denen das auch zu unsicher.


von PeterSchwarz - am 14.07.2007 22:51
David Gruber ist bei "Radio Freequenns" in Liezen für die Sendetechnik zuständig. Er erkundet auch neue Sendestandorten für seine Station. Dabei kam er auch auf die Vordergoferalm, bestätigte meine oben genannten Mußmaßungen und stellte mir nachfolgende Bilder dankenswerterweise zur Verfügung. Sie entstanden diesen Sommer, als die TV-Sendestation der Gemeinde Weng endgültig abgestellt wurde.

"Radio Freequenns" hofft, die Lizenz um 10 Jahre verlängert zu bekommen. Wenn dies erfolgen sollte, möchte man den bisherigen (einzigen) Hauptstandort verlegen und um einige weitere Standorte ergänzen, um so das gesamte steirische Ennstal zwischen dem Gesäuse und Schladming versorgen zu können. Dies war auch schon immer in den einschlägigen Planungen so vorgesehen. Ein solcher Standort wäre die Vordergoferalm, da hier bereits die nötige Infrastruktur vorhanden ist und die Gemeinde Weng als Eigentümer andernfalls die jetzt unnötige Anlage abtragen müsste. Allerdings würde auch "Antenne Steiermark" den (auch schon genehmigten) Standort gerne nutzen, scheiterte bisher aber an der Signalzuführung. Vom Sender Sonnenberg bei Rottenmann ist nämlich kein ausreichender Ballempfang möglich und einen auch schon vorgesehenen Standort am Salberg bei Selzthal möchte man sich offenbar nicht leisten (zu hohe Mieten bei ORS und PTA dort).


Seit 1993 führt eine 30kV-Leitung nahe der Sendeanlage hinüber nach Johnsbach. Man zapfte hier die paar Watt für die Funzel ab. Zuvor wurde die Anlage - wie das Feuerwehrrelais weiter oben - mit Solarstrom versorgt.


Netzteil mit Reserve.


Die Ballempfänger und Sender. Sieht alles nicht sehr alt aus, da die Anlage wie fast alle etwa 100 gemeindeeigenen Sendeanlagen in Österreich auch erst so Mitte der 1980er errichtet wurde. Empfangen wurde vom ORS-Sender Salberg bei Selzthal (ORF1 E5, ORF2 E32), gesendet wurde mit jeweils etwa 2 Watt Senderausgangsleistung (17,6 Watt ERP an der Antenne) auf E8 (ORF1) und E10 (ORF2). Ursprünglich kam ORF2 auf E12, musste aber wegen der nicht realiserten DAB-Planung auf E10 umgestellt werden.


Über eine Kanalweiche geht es zur gemeinsamen Sendeantenne.


Die Kabelführung ist etwas abenteuerlich.


Die bisherige - sturmgeschädigte - Antennenbestückung. Man wird sie wohl bald durch UKW-Antennen ersetzen.

von Wasat - am 13.08.2007 19:54
Für den Standort Vordergoferalm sind ja insgesamt 5 UKW-Frequenzen koordiniert (89.8, 95.8, 99.5 und 103.0 MHz horizontal, rund, mit je 20 W) und halt auch die 106.8 MHz, horizontal mit 33 W für Antenne Steiermark in die Richtungen 40°-90° und 270°-320°. Es bleibt also abzuwarten, ob man die Stromversorgung und den Ballempfang in den Griff bekommt, ein prima Senderstandort für das Ennstal ist die Alm allemal.
Die Bilder sind wirklich 1a, Wasat hat wohl die Begabung zum Profi-Fotograf ! Da kommen gleich richtige Urlaubsgefühle auf.

von Mainspitzdreieck - am 13.08.2007 21:12
Ist die Kanalweiche von unserem RFT aus der DDR? War mir bisher nicht bekannt, dass man auch sowas exportiert hat.

von ts01 - am 14.08.2007 08:59
Zitat
Wasat


Die Ballempfänger und Sender. Sieht alles nicht sehr alt aus, da die Anlage wie fast alle etwa 100 gemeindeeigenen Sendeanlagen in Österreich auch erst so Mitte der 1980er errichtet wurde.

1 mal bearbeitet. Zuletzt am 13.08.07 21:58 durch Wasat.



mitte der 80er, so spät erst? dass heisst man konnte bis mitte der 80er überall dort KEIN FERNSEHEN empfangen? mitte der 80er gabs doch schon SAT und es war absehbar dass es sehr schnell auch für den endverbraucher bezahlbar wird. warum erichtet man dann mitte der 80er noch überall in österreich solche anlagen, dass wäre ja in den 70ern sinnvoller gewesen.

von orf-fan - am 21.08.2007 23:30
Zitat

mitte der 80er, so spät erst?

Ja, in der ORF-Sendertabelle von 1981 gibt es noch keine einzige Gemeindeeigene Sendeanlage.

Zitat

dass heisst man konnte bis mitte der 80er überall dort KEIN FERNSEHEN empfangen?

In vielen Häusern im Gebirge ist es heute noch so, dass ohne Satellit nichts ginge.

Zitat

mitte der 80er gabs doch schon SAT und es war absehbar dass es sehr schnell auch für den endverbraucher bezahlbar wird

Bis zur Aufschaltung von RTLplus, Sat1 und Pro7 auf ASTRA 1A im Dezember 1989 war es überhaupt nicht abzusehen, das sich das Satellitenfernsehen in der breiten Masse so rasch verbreiten würde.

Der ORF hatte zudem immer Probleme mit den Lizenzgebühren zugekaufter Sendungen, da man diese Gebühren nicht für den gesamten deutschen Sprachraum zahlen will. Man hat daher lange auf eine Austrahlung via Satellit verzichtet und nutzt heute diese Möglichkeit nur in verschlüsselter Form mit exklusivem Bezugsrecht für Österreicher.

Zitat

warum erichtet man dann mitte der 80er noch überall in österreich solche anlagen, dass wäre ja in den 70ern sinnvoller gewesen.

In den 1970ern war auch das ORF-Sendernetz noch sehr lückenhaft. 1971 gab es z.B. in ganz Österreich nur etwa 70 UKW-Sendeanlagen. Dazu kamen einige reine TV-Umsetzer. Insgesatm waren es weniger als 100 Sendeanlagen. 1980 waren es schon 155 UKW-Sender. Mit den reinen TV-Umsetzern werden es etwa 200 Sendeanlagen gewesen sein. Heute betreibt die ORS dagegen fast 500 Sendestationen.

Viele kleine Orte hofften daher in den 1970ern, im Zuge des laufenden Ausbaus des Sendernetzes in den Versorgungsbereich eines neuen TV-Senders zu kommen. Dann wurde aber klar, dass es wirtschaftlich nur sinnvoll sei, für mehr als etwa 500 Leute einen eigenen TV-Sender zu errichten. Der ORF bot daher an, in sehr kleinen unversorgten Orten entweder die Errichtung einer Kabelanlage zu unterstützen oder es den Gemeinden zu gestatten, eigene Sendeanlagen geringer Leistung zu errichten.

von Wasat - am 22.08.2007 17:15
Zitat

Der ORF bot daher an, in sehr kleinen unversorgten Orten entweder die Errichtung einer Kabelanlage zu unterstützen

In der Frequenztabelle des ORF vom 31.12.1984 sind bereits zahlreiche dieser Kabelanlagen gelistet.

Dort heißt es:
Zitat

Ortsgemeinschaftsantennenanlage (errichtet mit Beteiligung des ORF)
Kabelanlagen zur Verteilung der Programme Ö1/Ö2/Ö3/FS1/FS2



Anzahl dieser Anlagen nach Bundesländern:
Kärnten 1
NÖ 7
OÖ 14
Salzburg 10
Steiermark 35
Tirol 3
Vorarlberg 5



von Manager. - am 22.08.2007 17:39
Zitat
Wasat
Zitat

dass heisst man konnte bis mitte der 80er überall dort KEIN FERNSEHEN empfangen?

In vielen Häusern im Gebirge ist es heute noch so, dass ohne Satellit nichts ginge.


sind eigentlich fälle bekannt wo kein terrestrischer empfang möglich ist UND KEINE frei sicht nach süden, also astra gegeben sind und somit kein fernsehen möglich ist.

von orf-fan - am 22.08.2007 22:20
Zitat
Der Schwabe
Zitat
torsten_sax
Ist die Kanalweiche von unserem RFT aus der DDR? War mir bisher nicht bekannt, dass man auch sowas exportiert hat.


Ja ist sie.

Stern Radio und RFT-Köpenick haben fleißig bis zum Ende ins sozialistische Bruderland exportiert

Österreich=sozialistisches Bruderland? Sorry für OT, aber das versteh ich nicht.

von ts01 - am 23.08.2007 09:58
Versteh ich auch nicht.

Mein Oma hatte auch ein DDR-Radio-Gerät (mit Kurzwelle sogar), das haben wir beim Interspar ganz normal gekauft.

von andimik - am 23.08.2007 12:53
Zitat

Versteh ich auch nicht.

Das ist gar nicht so schwer zu verstehen. Österreich mit seinen früher zahlreichen Staatsbetrieben war einer der größten westlichen Investoren in der DDR. Mit Staatsbetrieben neutraler westlicher Staaten Geschäfte zu machen war für kommunistische Staaten nämlich ideologisch unverfänglich. Außerdem war es eine gute Gelegenheit, an westliche Technik zu kommen. So hatte die DDR in den 1970ern ein arges Mengen- und Qualitätsproblem bei Stahl. Man vergab daher den Ausbau des EKO (Eisenhüttenkombinat Ost) in Eisenhüttenstadt in den 1980ern bewusst an ein Unternehmen im "nichtsozialistischen Wirtschaftsgebiet", der Voest-Alpine in Linz.

Nun konnte aber die DDR nicht mit Devisen oder Rohstoffen zahlen. Man lieferte daher Industrieprodukte nach Österreich. Die meisten DDR-Konsumgüter entsprachen freilich nicht westlichem Standard, aber es gab auch Etliches, was qualitativ ganz gut war: Werkzeugmaschinen, optische Geräte, Chemische Vorprodukte, unverarbeitete Textilien, Bauteile für Industrieelektrik. Und mitunter verirrten sich auch Radio- und TV-Geräte oder Antennenweichen aus der DDR nach Österreich.

Mein Nachbar, ein Händler für Werkzeug und Landmaschinen, hat übrigens in den 1980ern auch etliche Miststreuer der Marke "Fortschritt" in der DDR eingekauft. Diese waren viel größer als westliche Produkte, unschlagbar billig, sehr stabil und "russisch" (= ländlich-österreichischer Begriff für einfach und zweckmäßig).

von Wasat - am 23.08.2007 17:59
Die ideologische Besetzung des "Sozialismus" ist ein Überbleibsel aus der bürgerlichen Emanzipationsberwegung des 19. Jahrhunderts. Aus der damaligen Bewegung entstanden manch ideologische Konstrukte, die heute absurd anmuten, aber vor allem vor Wahlen gerne bemüht werden. So ist das ideologische Gegenteil von "sozialistisch" konservativ; das ist, als wäre dunkel das Gegenteil von laut.

Aus einer pragmatischen Sicht ist das Gegenteil von "Sozialimus" aber der Individualismus. Es ist daher klar, dass jede Geselllschaft bis zu einem gewissen Grad "sozialistisch" (ohne ideologischen Hintergedanken) sein muss, um funktionieren zu können.

Das sieht man z.B. in den USA deutlich, wo die bürgerliche Emanzipation schon am Ende des 18. Jahrhunderts stattfand und daher keine ideologische Besetzung der Politik erfolgte.

Niemand würde in den USA die Post privatisieren wollen. Die "Tennessee Valley Authority", einer der größten Energieversorger, ist eine Staatsbetrieb, weil diese Gesellschaft auch andere öffentlich anerkannte Aufgaben zu erfüllen hat. Unmengen an Geld werden jährlich für Gutscheine ausgegeben, damit sich die Armen Konsumgüter leisten können, was der Wirtschaft ungemein hilft - auch eine versteckte Subvention. Und alle Unternehmen, die direkt oder indirekt Rüstungsgüter herstellen - immerhin rund 20% der Gesamtwirtschaft - werden quasi über das Rüstungsbudget subventioniert.

Und sollte einmal in einem wichtigen Wirtschaftszweig ernsthafte Probleme auftreten, greifen auch die USA zum Mittel der Verstaatlichung. Nur nennt sich das dort anders und ist nur temporär. So brachen in den 1970ern im Nordosten der USA die Eisenbahngesellschaften zusammen, was zu einer Staatsgesellschaft mit Namen "Conrail" führte. Ebenso erging es einigen Fluggesellschaften nach 9/11, die unter staatliche Verwaltung gestellt wurden, ehe sie von europäischen Fluglininen aufgekauft worden wären.

Zitat

Österreich ist das letzte Land mit "Hammer und Sichel" in der Flagge.

Problematisch wurden diese Symbole auch nur im Zusammenhang mit der ideologischen Besetzung.

von Wasat - am 26.08.2007 09:13
Dürfen wir uns hier für den nächsten Funzel-Report einen Standort wünschen ? ;-)
(ich lese diese Berichte von dir, wasat, sehr gerne. Super-Fotos, Hintergründe .......)


von Der Korken - am 26.08.2007 19:11
Hat sich da eigentlich mittlerweile was getan? Ich frage deshalb, weil die 103,0 MHz laut heutigem BNetzA-Update von bisher 20 Watt (rund, horizontal) auf knapp 100 Watt (vertikal, gerichtet) hochkoordiniert wurde. Offenbar will also jemand die 103,0 in Betrieb nehmen? Denke mal, dass es da bald eine Ausschreibung gibt. Dementsprechend sollte ja evtl. auch die 106,8 (bald) wieder regulaer in Betrieb sein, vermutlich hat man also wie geplant die Gemeindeanlage entsprechend mit UKW-Antennen ausgeruestet und kann auf die solarbetriebene Anlage 200m weiter verzichten.

von Habakukk - am 20.07.2009 13:15
Und schon ist die 103,0 Admont 2/Vordergoferalm 0,1kW beschraenkt ausgeschrieben, zusammen mit der 104.0 Schladming 6/Bergstation Hauser Kaibling 0,05kW (gerichtet nach Norden), die ja auch kuerzlich neu koordiniert wurde (bei der BNetzA allerdings am ORS-Standort und mit 0,1kW rund). Die KOA-Nummer 1.462 deutet darauf hin, dass Radio freequenns diese beiden Frequenzen beantragt hat.

http://www.rtr.at/de/rf/KOA146209003

Die Koordinaten der 103,0 lauten nun 14e32 47/47n34 11, die 106,8 war bisher fuer 14e32 49/47n34 19 koordiniert. Ich gehe mal stark davon aus, dass letztere Koordinaten auf die alte solarbetriebene Anlage passen, erstere auf die Gemeindeanlage mit den neuen UKW-Antennen.

Kann jemand nachpruefen, ob die 106,8 also wieder in Betrieb ist?

von Habakukk - am 28.07.2009 08:03
Blöde Frage: Wie stark fällt denn dort noch Linz ein? Da sendet ja bekanntlich FM4 auf der 104.0. Hier kommen tlw. beide Standorte herein, Linz natürlich besser und flächendeckender. Der Hauser Kaibling hat aber schon eine ganz gute Reichweite.


von Peter Schwarz - am 28.07.2009 15:43
Zitat
Habakukk
Kann jemand nachpruefen, ob die 106,8 also wieder in Betrieb ist?

Die 106,8 auf der Vordergoferalm war nie in Betrieb und ist es auch jetzt nicht. Der Grund war, dass es von dort keine Sichtverbindung zu einem anderen Standort der "Antenne Steiermark" gibt und somit die Signalzuführung schwierig gewesen wäre.

Der Sendetechniker von "Radio Frequenns" hat im Frühjahr 2007 die künftig möglichen Sendestandorte erkundet und mir darüber auch ausführlich berichtet. Demnach plant man für die 103,0 die still gelegte Gemeindesendeanlage zu nutzen. Allerdings muss man zuvor auch den Hauptsender vom Salberg östlich von Liezen auf den Wörschachberg (dort steht schon eine Anlage von Feuerwehr oder Rotem Kreuz) westlich von Liezen verlegen, weil man sonst auch das oben genannte Problem mit der Signalzuführung hätte. Das Hauptproblem von "Radio Frequenns", das ja von einem Verein betrieben wird, sind die hohen Standortmieten (ca. 10.000 Euro im Jahr für Standorte von ORS oder PTA). Deshalb sucht man sich Standorte, die vorzugsweise im öffentlichen Besitz stehen.

Zitat
Peter Schwarz
Wie stark fällt denn dort noch Linz ein?

Der Dachstein und das Tote Gebirge schirmen nach Norden ziemlich gut ab, sodass man im Tal kaum etwas vom Lichtenberg hört. Die Hänge südlich des Ennstales reflektieren wenig. In der Gegenrichtung sieht es anders aus, weil z.B. die Dachsteinsüdwand die Signale vom Dobratsch gut reflektiert. Auch RTL 102,5 aus Italien geht im Raum Schladming stellenweise ganz gut.

von Wasat - am 28.07.2009 22:42
Radio Frequenns hat die beiden ausgeschriebenen Frequenzen in Schladming und Admont laut RTR-Frequenzplan bekommen:

#
SCHLADMING 6
Bergstation Hauser Kaibling
104,00
0,0501
A961
Raum Liezen

#
ADMONT 2
Vordergoferalm
103,00
0,0977
A961
Raum Liezen

von Habakukk - am 14.01.2010 09:52
Zitat
Peter Schwarz
Blöde Frage: Wie stark fällt denn dort noch Linz ein? Da sendet ja bekanntlich FM4 auf der 104.0. Hier kommen tlw. beide Standorte herein, Linz natürlich besser und flächendeckender. Der Hauser Kaibling hat aber schon eine ganz gute Reichweite.



Zitat

Zitat:
Peter Schwarz
Wie stark fällt denn dort noch Linz ein?


Der Dachstein und das Tote Gebirge schirmen nach Norden ziemlich gut ab, sodass man im Tal kaum etwas vom Lichtenberg hört. Die Hänge südlich des Ennstales reflektieren wenig. In der Gegenrichtung sieht es anders aus, weil z.B. die Dachsteinsüdwand die Signale vom Dobratsch gut reflektiert. Auch RTL 102,5 aus Italien geht im Raum Schladming stellenweise ganz gut.


ich war letzten sommer (juli 2009) mal in admont auf urlaub.

bei meinem sangean ats 909 habe ich eine ATS durchgeführt. die stärksten sender waren :
ö1, radio stmk, ö3 und life radio oö!! vom hauser kaibling und von bruck/m. nur schwache signale!?!

lt.fmscan sollte ich dort sender aus bruck/m. gut reinbekommen :confused:

kann mir da wer antwort geben???

von bp_95 - am 19.01.2010 11:53
Zitat
bp_95
Zitat
Peter Schwarz
Blöde Frage: Wie stark fällt denn dort noch Linz ein? Da sendet ja bekanntlich FM4 auf der 104.0. Hier kommen tlw. beide Standorte herein, Linz natürlich besser und flächendeckender. Der Hauser Kaibling hat aber schon eine ganz gute Reichweite.



Zitat

Zitat:
Peter Schwarz
Wie stark fällt denn dort noch Linz ein?


Der Dachstein und das Tote Gebirge schirmen nach Norden ziemlich gut ab, sodass man im Tal kaum etwas vom Lichtenberg hört. Die Hänge südlich des Ennstales reflektieren wenig. In der Gegenrichtung sieht es anders aus, weil z.B. die Dachsteinsüdwand die Signale vom Dobratsch gut reflektiert. Auch RTL 102,5 aus Italien geht im Raum Schladming stellenweise ganz gut.


ich war letzten sommer (juli 2009) mal in admont auf urlaub.

bei meinem sangean ats 909 habe ich eine ATS durchgeführt. die stärksten sender waren :
ö1, radio stmk, ö3 und life radio oö!! vom hauser kaibling und von bruck/m. nur schwache signale!?!

lt.fmscan sollte ich dort sender aus bruck/m. gut reinbekommen :confused:

kann mir da wer antwort geben???

MfG B.P.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 19.01.10 12:55 durch bp_95.


fmscan.de berücksichtigt keine berge dazwischen, nur die entfernung zum sender!

von forza_viola - am 19.01.2010 14:42
Zitat
bp_95
ö1, radio stmk, ö3 und life radio oö!! vom hauser kaibling
Life Radio kommt sicher aus OÖ, nicht aus der Stmk ...

Und dass du Schladming um einiges besser als Bruck empfängst, sollte ein kurzer Blick auf die Landkarte sofort verraten.

von andimik - am 19.01.2010 14:48
Zitat
Habakukk
Radio Frequenns hat die beiden ausgeschriebenen Frequenzen in Schladming und Admont laut RTR-Frequenzplan bekommen:

#
SCHLADMING 6
Bergstation Hauser Kaibling
104,00
0,0501
A961
Raum Liezen

#
ADMONT 2
Vordergoferalm
103,00
0,0977
A961
Raum Liezen


Die 104,0 ist nun laut RTR-Frequenzbuch und Radio FreqqQUENNS offenbar nicht an der Bergstation Hauser Kaibling in Betrieb gegangen, sondern am Standort Planai auf ca. 1550m (nicht identisch mit der Richtfunkstation Planai auf 1830m, von wo KRONEHIT aus sendet). Sendeleistung ist 80 Watt.

http://www.freequenns.at/index.php?id=22&backPID=22&tt_news=401

Die 103,0 für Admont soll auch in Kürze auf Sendung gehen, laut RTR-Frequenzbuch nun am Klosterkogel. Die 100,8 Liezen kommt nun doch weiter vom Salberg, jetzt mit 0,56kW. Geplant war ja mal eine Standortverlagerung.

von Habakukk - am 07.06.2010 09:42
Noch weniger Sendeleistung geht wohl nicht :D

von RTL 102.5 Fan - am 07.06.2010 14:40
Zitat
Habakukk
...sondern am Standort Planai auf ca. 1550m (nicht identisch mit der Richtfunkstation Planai auf 1830m...

Das war schon am Beginn der Sondierungen klar, dass man von der Bergstation der Planaiseilbahn senden wird, da hier die Miete am geringsten ist.

Zitat
Habakukk
Die 103,0 für Admont soll auch in Kürze auf Sendung gehen, laut RTR-Frequenzbuch nun am Klosterkogel. Die 100,8 Liezen kommt nun doch weiter vom Salberg, jetzt mit 0,56kW. Geplant war ja mal eine Standortverlagerung.

Wie schon weiter oben von mir vermerkt, wäre der Standort Vordergoferalm nur bei einem Standortwechsel nutzbar. Geplant war Wörschachberg/Unterkogler, wo es eine Funkstation gibt, auf der auch Mobilfunker eingemietet sind. An deren Miete orientiert sich der Preis, und war offenbar zu hoch.

Vom Klosterkogel gibt es allerdings auch keine Sichtverbindung zumn Salberg. Vielleicht empfängt man via Reflexion an den Felswänden? Das macht auch "Radio Salzkammergut" in Obertraun so.

Zitat
RTL 102.5 Fan
Noch weniger Sendeleistung geht wohl nicht

Da sich die Feldstärke mit dem Quadrat der Entfernung verringert, entsprechen die Leistungen etwa den notwendigen sicheren Entfernungen.

von Wasat - am 07.06.2010 18:35
Hallo Kollegen,

ich möchte den Beitrag hier mal ausgraben da ich ein paar Fragen habe.
Ich habe die letzten 5 Tage in Liezen verbracht und mich würde folgendes interessieren:

1. Hat man die Sendeanlage Vordergoferalm nun wirklich umgebaut und wird sie wieder verwendet?

2. Die Situation in Liezen ist recht interessant finde ich. So wie ich das sehe ist ein großer Teil von Liezen doppelt versorgt, zum einen vom Hauser Kaibling und zum anderen vom Sonnenberg. Man sieht auch TV Antennen in beide Richtungen (der Großteil in Richtung Hauser Kaibling weil man für Sonnenberg ja eine Band I Antenne gebraucht hat...diese findet man aber auch vereinzelt).

Nur in der Pension in der ich untergebracht war (Liezener Hof) war der Sonnenberg nicht besonders gut zu empfangen...ging dafür der Hauser Kaibling umso besser.

Welcher der beiden Sender ist eigentlich für die Versorgung von Liezen primär zuständig oder teilen die sich das Gebiet?

Gruß,

hit24_for_ever

von hit24_for_ever - am 07.10.2017 09:18
Laut Senderkataster [Man muss ziemlich weit hineinzoomen, damit man die Senderstandorte sieht] ist der ehem. Standort Vordergoferalm nicht mehr aktiv.

Der Sender Sonnenberg ist vornehmlich für Rottenmann (120°, 100 Watt) und das Lassingtal (240°, 32 Watt) bestimmt. Richtung Liezen gehen nur ca. 3 Watt raus. Wegen der geringen Entfernung (8 km) reicht das aber in den östlichen Teilen von Liezen für einen brauchbaren Empfang.

Hauptsender für Liezen ist der Hauser Kaibling. Im Südosten der Stadt liefert aber sicher der Salberg einen höheren Pegel. Dieser Sender ist für das Ennstal Richtung Osten sowie die südliche Talseite gedacht, die weder vom Hauser Kaibling noch vom Sonnenberg erreicht wird.

von Wasat - am 08.10.2017 21:59
Wurde über den Standort Vordergoferalm nur TV abgestrahlt? Meines Wissens sind mittlerweile drei Frequenzen koordiniert worden (somit für den ORF), aber bisher noch nicht in Betrieb.

von MHM - am 09.10.2017 11:12
Die Sendeanlage gehörte der Gemeinde Weng bei Admont. Abgestrahlt wurde nur Analog-TV

Koordiniert waren dort:
Antenne Steiermark auf 106,8 MHz mit 32 Watt horizontal
Radio FreeQuenns auf 103,0 MHz mit 100 Watt vertikal

Es sind allerdings zwei unterschiedliche Standorte. Radio FreeQuenns hatte vor, die TV-Umsetzeranlage der Gemeinde Wenig abzukaufen. Antenne Steiermark dürfte vorgehabt haben, das ebenfalls auf der Vordergoferalm befindliche BOS-Funkrelais, das 200m nördlich liegt, zu adaptieren.

Beide Zulassungen sind jedoch mittlerweile wegen Nichtnutzung verfallen. In den aktuell gültigen Zulassungen beider Rundfunkveranstalter scheint der Standort nicht auf.

von Wasat - am 10.10.2017 16:07
Ich dachte, die waeren nun vom Standort Klosterkogel bei Aigen aktiv?

von Habakukk - am 10.10.2017 18:27
Ja, der Kosterkogel bei Admont war wohl die billigere Lösung.

von Wasat - am 10.10.2017 18:45
Die 103,0 und 106,8 MHz sind selbst schon in Betrieb, wobei man sich den Standort Klosterkogel nicht als einen Bergsender vorstellen darf. Er liegt zwar in Hanglage, aber die Antenne (ein vertikaler Dipol vom Typ 762943) befindet sich auf dem Hausdache eines Bauernhofs und ist von der Straße so gut wie gar nicht sichtbar, da muß man erst über die angrenzende Wiese laufen. Der Klosterkogel selbst ist viel höher (1565 m).

Für die Vordergoferalm sind koordiniert: 89,8 - 95,8 - 99,5. Inwieweit das für den ORF gerade aktuell ist, weiß ich nicht. Momentan stockt es ja noch bei einem anderen geplanten Füllsender in der Steiermark, nämlich Klöch. Die Frequenzen sind gefunden und erfolgreich koordiniert worden, aber derzeit werden noch keine Gelder für den Standort bewilligt.

In Admont sendet ja bereits der ORF, wobei der Standort höchst ORF-untypisch aussieht (zwei Kreuzdipole übereinander). Eine Ballempfangsantenne ist nirgendwo sichtbar, anscheinend ist sie im Gebäude versteckt.

von MHM - am 11.10.2017 00:48
Zitat
Wasat
Der Sender Sonnenberg ist vornehmlich für Rottenmann (120°, 100 Watt) und das Lassingtal (240°, 32 Watt) bestimmt. Richtung Liezen gehen nur ca. 3 Watt raus. Wegen der geringen Entfernung (8 km) reicht das aber in den östlichen Teilen von Liezen für einen brauchbaren Empfang.

Hauptsender für Liezen ist der Hauser Kaibling. Im Südosten der Stadt liefert aber sicher der Salberg einen höheren Pegel. Dieser Sender ist für das Ennstal Richtung Osten sowie die südliche Talseite gedacht, die weder vom Hauser Kaibling noch vom Sonnenberg erreicht wird.


Hallo,
also in der Firma in der ich war hörte man Ö3 mal auf 98,2 MHz und mal auf 102,4 MHz...die haben da so Bosch-Werkstattradios.
Manchmal sah ich auch Antenne Steiermark auf 104,4 MHz.

Und wie gesagt bei mir im Hotel kamen die ORF Sender auf den Hauser-Kaibling-Frequenzen am besten.

Schade dass man aus dem Sender der Gemeinde Weng nicht mehr gemacht hat...dann wird der wohl bald abgetragen nehme ich mal an?

Gruß,
hit24_for_ever

von hit24_for_ever - am 11.10.2017 17:27
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