Noch eine kuriose TV-Funzel

Startbeitrag von Wasat am 29.08.2007 19:42

Bei den gemeindeeigenen Sendeanlagen gibt es etliche seltsame Konstruktionen, z.B. jene in Grüneben bei Vorderstoder in Oberösterreich, die nur aus üblichen Empfangsantennen aufgebaut ist.


Das Bauernhaus Grünebner in Vordertambergau, Gemeinde Vorderstoder.


An der Westseite des Grundstücks steht ein Ding, das wie eine Gemeinschaftsantennenanlage aussieht, aber ein (mittlerweile still gelegter) TV-Sender ist.


Die Sendetechnik ist offenbar im nahen Bauernhaus untergebracht. Empfangen wurde vom Sender Kleinerberg bei Windischgarsten. Gesendet wurde auf Kanal 22 und 25 mit je 3,4 Watt ERP für etwa 50 Häuser in diesem Seitental.


Ganz oben die Empfangsantennen, darunter die 3 Sendeantennen, die - ungewöhnlich für solche Zwecke - stark gerichtet sind. Eine einzige wenig gerichtete Antenne hätte es eigentlich auch getan.

Antworten:

Immer wieder erstaunlich, was für lustige Funzelkonstruktionen noch in der Gegend herumstehen! Die hier sieht ja wirklich aus wie eine reine Empfangsanlage. Gut getarnt... ;)

von Rolf, der Frequenzenfänger - am 29.08.2007 20:30
naja wie es aussieht is ja egal, es sollte halt so billig wie möglich sein. hauptsache es (hat) funktioniert. das is ja alles was man wollte.

nur 1 gerichtete antenne hätte wohl meht sendeleistung erfordert, auf dauer also teuer als 2 oder 3 antennen.

also ich find sowas genial, hätte ich selbst gerne miterlebt. war wohl bei den ganzen gemeindeanlagen immer ein riesenereignis wenn es da mitte der 80er auf einmal zum 1. mal fernsehen gab!

von orf-fan - am 29.08.2007 22:58
Zitat

nur 1 gerichtete antenne hätte wohl meht sendeleistung erfordert, auf dauer also teuer als 2 oder 3 antennen.

Bei den hier praktizierten Antennenanordnungen beträgt die Senderausgangsleistungen in jedem Fall weniger als 1 Watt, womit das Kostenargument flachfällt. Stark gerichtete Antennen haben überdies den Nachteil, dass sie schmale Sendekeulen produzieren. Bei mehrere solcher Antennen hat man immer ein sehr unregelmäßiges Strahlungsdiagramm. Bei einem Versorgungsbereich von weniger als 2 km ist das wohl egal, aber sonst wenig zweckmäßig.

von Wasat - am 30.08.2007 16:59
@Wasat

Sind diese Antennen eigentlich genehmigungspflichtitg?

Ich kann mir irgendwie nicht vorstellen, dass man in Oesterreich so einfach auf einem Feld nahe einem Bauernhof einfach einen Sender hinstellen darf. Irgendeine Buerokratie wird wohl dabei sein.

von 102.1 - am 30.08.2007 17:29
Zitat

Sind diese Antennen eigentlich genehmigungspflichtitg?

Sicher muss die Fernmeldebehörde die Anlage wie jede andere Funkanlage auch genehmigen. Das dürfte aber wie bei jeder anderen ortsfesten Funkanlage laufen.

von Wasat - am 30.08.2007 17:51
Zitat
Wasat
Zitat

nur 1 gerichtete antenne hätte wohl meht sendeleistung erfordert, auf dauer also teuer als 2 oder 3 antennen.

Bei den hier praktizierten Antennenanordnungen beträgt die Senderausgangsleistungen in jedem Fall weniger als 1 Watt, womit das Kostenargument flachfällt. Stark gerichtete Antennen haben überdies den Nachteil, dass sie schmale Sendekeulen produzieren. Bei mehrere solcher Antennen hat man immer ein sehr unregelmäßiges Strahlungsdiagramm. Bei einem Versorgungsbereich von weniger als 2 km ist das wohl egal, aber sonst wenig zweckmäßig.



du schreibst doch oben 3,4 watt?

von orf-fan - am 30.08.2007 17:56
Zitat

du schreibst doch oben 3,4 watt?

Richtantennen haben einen hohen so genannten Antennengewinn, d.h. durch die Richtwirkung der Antenne wird die zugeführte Sendeenergie in jene Richtung, in die die Antenne zeigt, gebündelt abgestrahlt. Bei den hier dargestellten Antennen gibt es 10 bzw. 17 Direktorelemente, was einen Antennengewinn von rund 12 bzw. 16 dB bedeutet. Die 3,4 Watt beziehen sich auf den Maximalwert im Strahlungsdiagramm, also auf die 16 dB-Antenne. Hier brauchen wir (mit Leitungsverlusten) rund 0,1 Watt Senderausgangsleistung, um an der Antenne 3,4 Watt Strahlungsleistung zu erzielen. Ich vermute, dass man die anderen beiden Antennen mit der gleichen Leistung gespeist hat, womit wir bei rund 0,3 Watt Senderausgangsleistung wären.

von Wasat - am 30.08.2007 18:21
Sowas ähnliches hab ich vor Jaaaahren mal im Hochschwarzwald bei Todtnauberg gesehen. Ein Turm mit Antennenwald mitten im Wald, weitab jeglicher Wohnbebauung. Keine Ahnung, ob das nur eine Gemeinschaftsempfangsanlage oder ein Umsetzer war. Einen regulären Mini-TV-Umsetzer gab/gibt es ja ortsnah in Todtnauberg selbst.



von Peter Schwarz - am 01.09.2007 16:32
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