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Café Philo
Beiträge im Thema:
14
Erster Beitrag:
vor 10 Jahren, 11 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 10 Jahren, 11 Monaten
Beteiligte Autoren:
latido, Tracy, Takahe, Kapitänin, gladdis, Dorischka, oh-ein-papa, Ingrid, anywhere_is

tickle- HB-Test, wie aussagekräftig?

Startbeitrag von latido am 02.12.2006 00:26

Hallo,

habe Anfang dieser Woche den HB-Internet-Test (tickle) gemacht und heute zufällig in diesem Forum gelesen, daß der Test relativ verlässlich und aussagekräftig sein soll. Weiß jemand darüber etwas???

Eigentlich hatte ich mit vorgenommen, an solchen Tests niemals teilzunehmen, weil ich für mich keine reelle Chance sah, sie zu bestehen. Das hat 2 Gründe.
Wenn ich unter Zeitdruck gesetzt werde, bin ich total langsam. Denkbar schlechte Vorraussetzung für einen HB-Test, (obwohl ich auf einer Tagung letztens gehört habe, daß zeitliche Begrenzung als Kriterium für den HB-Test nicht mehr unbedingt das A und O ist.)
Zweitens habe ich seit der 1. Klasse eine Abneigung gegen Mathematik und Zahlen. U. a. irretiert mich die gestelzte Spache von Textaufgaben, deren inhaltliche Aussagen mir aufgrund des spachlichen "Textchaos" nur selten deutlich geworden sind. Den Sinn des Ergänzens von Zahlenreihen habe ich bis heute ebenfalls nicht wirklich herausfinden können. (Sicherlich, bestimmte Gestzmäßigkeiten usw...., aber so weit ich mich erinnere, haben es unsere Mathematiklehrer nie für nötig gehalten, den tieferen Sinn mal zu erklären. Im Klartext: Textaufgaben, Zahlenreihen und Sonstiges versetzen mich schon beim Sehen in Panik.

Zwei Super-Voraussetzungen also, einen HB-Test nicht zu bestehen. Den Test trotzdem zu versuchen und auch bis zum Ende zu bearbeiten, war für mich eine Kraftprobe.

Das Ergebnis des Testes ist für mich der absolute Schocker! Das Ergebnis lag noch immer über 130!!! Und das, obwohl ich den Test um 23.00 Uhr nachts gemacht habe. Ehrlich gesagt bin ich von dem Ergebnis sehr verwirrt, obwohl und weil es mir (vom Begabungsprofil her) präzise bestätigt, was ich bisher schon über meine Begabung herausgefunden habe.

Wenn Ihr mir etwas über die Zuverlässigkeit des Tickle- HB-Tests erzählen könntet, würdet Ihr mir sehr weiterhelfen.

VG
latido




Antworten:

Hallo Latido,
ich habe auch gehört, dass der Tickle Test noch der Aussagekräftigste von den Internet Tests sei und viele hier im Forum ein ähnliches Ergebnis bei diesem und einem anerkannten Test erreicht haben. Ich habe auch diesen Test gemacht und 131 erreicht; beim Mensa Test waren es dann 124. Also von der Tendenz her stimmte es.
Für mich war das Tickle- Ergebnis auch eine Überraschung, aber ich habe nicht wirklich dran geglaubt, erst als der Mensa Test kam, war ich geschockt.
Nur Mut, es gibt Schlimmeres als plötzlich festzustellen, dass man schlauer ist als gedacht. Stell Dir mal vor, es wäre umgekehrt!
Herzliche Grüße
Ingrid

von Ingrid - am 03.12.2006 20:10
Hallo!
Ich habe in meinem Leben zwei IQ-Tests gemacht. Beim ersten hab ich mir nichts gedacht. Ich hatte beim Psychologen vorab schon eine Reihe von Tests gemacht und somit war dieser nur einer von vielen. Also ging ich recht locker an die Sache ran. Und heraus kam, dass ich einen IQ von über 130 habe. Auch ich war geschockt.
Beim zweiten Test setzte ich mich extrem unter Druck nicht zu versagen. Und als ich das Gefühl hatte, den Druck nicht stand halten zu können, gab ich absichtlich falsche Antworten, nur um später nicht enttäuscht zu werden.
Ich will dir nur damit sagen, dass ich sehr gut nachfühlen kann, wie es dir jetzt geht. Bei mir kam allerdings noch erschwerend hinzu, dass man mir als Kind immer sagte, dass ich zu dumm für alles sei.

Wenn du sicher gehen willst, dann mach noch einen anderen IQ-Test. Ansonsten, wenn es dir ähnlich ergeht wie mir, lass es dabei. Auch wenn du nicht HB sein solltest, so kannst du dir doch trotzdem sicher sein, sehr klug zu sein.

Liebe Grüße
Romina

von anywhere_is - am 03.12.2006 20:59
Hallo,

soweit ich mich erinnere, lagen bei mir Tickle- und Mensa-Test etwa 5 Punkte auseinander - zugunsten von Mensa. Ich fand die Fragen auch vom Niveau her ziemlich ähnlich. Deswegen würde ich, bei allen notwendigen Vorbehalten, davon ausgehen, dass du tatsächlich ein sehr hohes Potenzial hast.
Warum ist das eigentlich ein Anlass, schockiert zu sein???

:cheers:

Willkommen im Club!

Takahe

von Takahe - am 04.12.2006 08:10
Beim Tickle liegt der Durschnitt ja angeblich bei 117, xxx. Wird jedenfalls auf der Homepage so genannt. Insofern ist er entweder anders genormt, hb fängt erst ab 147 an, nur überdurschnittlich intelligente Menschen machen diesen Test... also so sehr seriös finde ich dies nun nicht. Darüber hinaus ist er ohne zeitliche Begrenzung, was ihn einfacher macht und man muss sich nur 20 min. konzentrieren im gegensatz zu 2 Stunden oder mehr beim Psychologen.
Insofern gibt er vielleicht Hinweise, ist aber trotzdem nicht mit einem richtigen Test zu vergleichen

Lg
Tracy


von Tracy - am 04.12.2006 08:25
Ich habe auf der Tickle-Seite nichts darüber gelesen, dass er überhaupt im Sinne einer Studie normiert wurde. Und die Besucher dieser Seite sind sicher nicht repräsentativ. Also feste dran glauben und sich freuen. :)

- Martin


von oh-ein-papa - am 04.12.2006 20:40
Hallo,

vielen Dank für Eure Rückmeldungen und die ermutigenden Gedanken. :) Hm...Ich weiß auch nicht so genau, warum mich das alles so durcheinander bringt. Vielleicht weil ich vieles neu zurechtrücken und überdenken muß.

Ich glaube, ich erzähle einfach mal, wie ich auf meine Hochbegabung gestoßen bin.

Gespürt, daß ich "irgendwie anders" war, habe ich schon als Kind. Ich habe mich mit Themen der Erwachsenen beschäftigt. Die Erwachsenen wollten zwar darüber reden, "aber für ein Kind meines Alters wäre das nicht angemessen." Vorschlag: Spiele mit Kindern deines Alters und beschäftige dich mit ihren Themen. :confused:
Sagte ich, was ich dachte, fanden es die Erwachsenen sehr spannend, aber "Du redest viel zu altklug, das passt nicht zu Deinem Alter". :confused:

Aussagen wie diese und viele mehr sagten mir immer wieder: irgend etwas scheint an dir anders zu sein? Entsprechend hatte ich kaum Freunde in meinem Alter, wenn dann ältere, war Außenseiterin trotz hohen sozialen Engagements ... Das Schweigen nach Außen und die Stille nach Innen wurden und sind meine täglichen Begleiter. Schnell stellten sich ausgeprägte Träumerei und Phantasie ein, sehr zum Leidwesen meiner Umgebung, vor allem der Lehrer, denen ich nie eine "Angriffsfläche" bot, obwohl sie mich gerne erwischt hätten. :rp:

Mit 2 Begabungen fiel ich allerdings auf. Musik und die Liebe zur Sprache.
Sobald ich schreiben konnte, verfasste ich Gedichte und Geschichten, später auch Theaterstücke, hatte Spaß an Lyrik und Literatur, am Vortragen und Theater spielen ... Ich wußte, ich wollte Schriftstellerin werden und dazu unbedingt das Handwerk lernen . Aber wie???? Grübel, grübel!! So viele Möglichkeiten (Kreatives Schreiben, Kurse für Kinder...) gab es nicht und meine Umgebung wußte auch nicht, wie sie mich unterstützen sollte. Gab es mal ein Angebot, hieß es "erst ab 18!". :hot:

Weitergeschrieben habe ich trotzdem, auch als mir eine Deutschlehrerin jahrelang zusetzte und ich mit meiner Begabung total untertauchen musste und dadurch viel Potential verloren gegangen ist und verschüttet wurde. :rp:
Ermutigend war, daß es immer wieder einzelne Lehrer und später Professoren (Germanistik) gegeben hat, die mir von sich aus eine Verlagsadresse besorgten. :)

Mit Musik habe ich sehr früh begonnen. Sobald ich ein Instrumente zu spielen lernte, improvisierte ich auch. Gerne hätte ich das Komponieren gelernt, "aber bitte nicht erst ab 18!" Also komponierte ich für mich selbst und kam eines Tages auf die Idee, eines meiner Klavierstücke meiner Klavierlehrerin zu zeigen, ohne ihr zunächst zu verraten, daß das Stück von mir war. Sie schätzte das Stück als eines der alten Meister (wahrscheinlich Brahms) ein. Aber: "eine 15-jährige kann das Stück nicht geschrieben haben, und schon gar nicht jemand wie Du!" :eek:
Noch heute laufen Musikstücke wie Fugen usw. und auch Choreographieen in meinem Kopf ab. Ich freue mich darüber und lasse sie ziehen.
Musik habe ich trotzdem studiert. :)

Im Studium hatte ich dann zum ersten Mal das Gefühl, wieder frei denken zu können, ohne untertauchen zu müssen. :spos: Das Auftauchen war allerdings härteste Arbeit - schwitz, schwitz!!!
Der Psychologieprofessor (er selbst ist hochbegabt und kennt sich sehr gut damit aus), bei dem ich meine Diplomarbeit geschrieben habe, hat dann herausgefunden, daß eine HB vorliegt. Er hat es an der Art und Weise festgestellt, wie ich meine Arbeit geschrieben habe ((wissenschaftliches Arbeiten, Gedankengänge, kreative Ideen, schriftstellerisches Handwerk usw.). Mein Auftauchen war ihm auch nicht entgangen...) Er meinte, ich sei HB u. u.a., daß ich die Arbeit auf dem 5 fachen Niveau von dem geschrieben hätte, was er sonst von den meisten Studierenden an Abschlußarbeiten zu lesen bekäme. Die Arbeit müsse unbedingt veröffentlicht werden.(Diese Chance bietet sich vielleicht demnächst.) :-)

Vor einigen Jahren wollte ich dann wissen, wie gut ich schriftstellerisch (im Vergleich) bin und habe an einer Ausschreibung eines Stipendiums einer Akademie teilgenommen. Von über 250 Einsendungen war ich mit 11 anderen Bewerbern in die engste Wahl gekommen. Gewonnen hat einer, der schon Schriftsteller war und Asyl brauchte. Mir haben sie dann ein halbfinanziertes Stipendium angeboten. Das war leider zu teuer.

So könnte ich noch vieles erzählen, möchte aber hier jetzt enden.

LG
Eure Latido



von latido - am 07.12.2006 23:07
Zum Durchschnittswert von tickle:

Der deutlich erhöhte Durchschnittswert kommt dadurch zustande, dass man ja selbst entscheidet, den Test zu machen und ihn aktiv im Internet sucht.
Es ist also keine genormte Durchschnittsbevölkerung, die daran teilnimmt, sondern vorwiegend Leute, die sich davon erwarten, dass ihr Ergebnis mehr oder weniger deutlich über 100 liegt. Oder gibt es hier jemand, der einen Test mitmachen würde, um sich seinen eigenen Mangel an Intelligenz bestätigen zu lassen?

;-)

T.

von Takahe - am 08.12.2006 10:56
Hallo, ihr Lieben,

nach den Beiträgen hier bin ich doch neugierig geworden und habe mal nach dem Tickle-Test gegoogelt.
Dann wollte ich mir mal das Niveau der Fragen anschauen, und schwuppdiwupp, war ich dabei. Die meiste Zeit habe ich mich allerdings gefragt, ob die mich verarschen wollen, weil die meisten Fragen ja ziemlich einfach sind. Wahrscheinlich gibt´s da irgendeinen doppelten Boden, dachte ich.
Trotzdem war ich dann gespannt auf das Ergebnis. Hätte ja sein können, daß mich inzwischen ( mit dem Erwachsenwerden), der von einem bekannten Professor behauptete Intelligenzverlust erwachsener Frauen betroffen hat.
Insofern war ich beruhigt, daß mein Ergebnis weit über den magischen 130 lag.
Meine letzte IQ-Testung hatte ich schließlich im zarten Alter von 12 Jahren. Ich erinnere mich nur, daß mir das damals einen Höllenspaß gemacht, ich die Psychologin supernett fand, ( viel netter als meine Klassenlehrerin, die mich am liebsten auf die hauptschule geschickt hätte).
Sind die Mensa Tests wirklich so ähnlich, nur länger?
Liebe Grüße
Dorischka

von Dorischka - am 08.12.2006 21:18
Hallo Dorischka,

mir ist es auch so gegangen, es gab so viele leichte Aufgaben, daß ich mich veräppelt fühlte und genau wie du nach "dem Hacken an der ganzen Sache" gesucht habe.
Was mir an dem Test noch aufgefallen ist, war daß nach der ersten Seite z. B. das Alter abgefragt wurde. Möglich, daß ein 20 -jähriger andere Testaufgaben lösen muß als ein 30 -jähriger? Hab mir gedacht, den Test vielleicht noch mal zu machen und dann aus Spaß ein anderes Alter einzugeben....;) Mal schauen.

Liebe Grüße
latido



von latido - am 09.12.2006 08:40
Bei IQ Tests wird immer nach dem Alter gefragt, auch beim Mensa Test. Beantwortet dort ein 20jähriger genau so viele Fragen wie ein 40 Jähriger, wird der 40jährige einen höheren IQ als Ergebnis erhalten als der 20jährige.

Tracy

von Tracy - am 09.12.2006 08:51
Hallo Tracy,

ist doch schön, dass das Alter Vorteile und Würdigung mit sich bringt...:D

Vielleicht sollte man mit den Testen warten, bis man 70 ist, und wenn man dann genausoviele Fragen wie ein 20 Jähriger beantwortet, ist man höchstbegabt....;-)

Gut Ding will Weile haben....


tschöööö
Kapitänin

von Kapitänin - am 09.12.2006 16:46
Das hat etwa damit zu tun, dass man in diesem Alter anscheinend am leistungsfähigsten ist. Jüngere und Ältere müssen daher weniger beantworten..
Der Prpzentrang wird ja übrigens auch im Vergleich mit den Gleichaltrigen angegeben
Lg
tracy

von Tracy - am 09.12.2006 21:38
Also ich bin sehr skeptisch bei diesem Test. Allein 4 aus meiner Familie/Bekanntenkreis haben diesen Test gemacht und alle haben einen Wert von über 130 erreicht......Demnach wären meine Mutter, mein Bruder, ich und eine Freundin von mir hochbegabt. Ich halte es da mit Martin: feste dran glauben und sich freuen ;). Was den Durchschnitts-IQ von Tickle angeht, könnte eine annähernde Erklärung aber auch sein, dass ein bestimmter Typ sich überhaupt nur für solche Tests interessiert und so allein dadurch eine gewisse Auslese besteht. (Oh, so hat es Takahe ja schon formuliert ;-))

Liebe Grüsse
Gladdis

von gladdis - am 19.12.2006 12:31
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