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Café Philo
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vor 11 Jahren, 10 Monaten
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Hochbegabte Erwachsene in aussichtsloser Situation

Startbeitrag von Tatjana R. am 24.11.2005 12:38

Hallo Forumer,ich war ewig nicht mehr bei euch.
Nachdem ich jetzt über 2 Stunden,die mir entgangenen Kommentare gelesen habe,möchte ich jetzt was loswerden.

Ich sterbe......jeden Tag aufs neue...den Langeweiletot.

Ich werde Montag 31j. und habe durch meine Tochter,die hochbegabt ist und demnach im März 05 getestet wurde, erfahren dass sie die Begabung von mir hat.

Neugierig wie ich bin habe ich mich auch testen lassen.Ich bin natürlich auch hochbegabt.

Ich trete auf der Stelle,für mich habe ich immer gewußt,dass ich anders bin aber so extrem.......

Ich möchte mich gerne beruflich verändern,bekomme aber eine Absage nach der nächsten.Ich schreibe natürlich nicht das ich hb bin.

Ich habe mich bisher immer auf mein Instinkt verlassen aber der ist wohl im Urlaub.

Ich habe den Bericht gelesen von der Frau,die erst mit 41j. erkannt hat was mit ihr los ist......der ging mir sehr nahe.

Manchmal habe ich das Gefühl nur von Idioten umgeben zu sein.

Ich möchte gerne Kontakt zu anderen Hochbegabten haben.

Ich habe festgestellt das hb unter sich doch ein anderes Völkchen sind.

Wer weiß Rat????

Die 50 interessantesten Antworten:

Hallo Tanja,

mir geht es gerade wie Dir.
Auch ich habe durch die Testung meines Sohnes und den damit verbundenen Probleme erkannt, dass ich ebenfalls betroffen bin. Auch mein Mann und meine Tochter gehören zu dieser Kategorie.
Nun weiß ich zwar, warum ich anders bin, aber damit kommen ja auch nicht mehr Kontakte zustande.
Auch ich bin mit dem Haushalt und der Erziehung meiner Kinder unterfordert. Ich suche immer wieder die Herausforderung, das ist aber gar nicht so einfach zu lenken.

Würde mich gerne austauschen.

LG
Birgit

von Birgit1 - am 24.11.2005 14:18
Hallo Tanja,

hier ist die 41-jährige Frau ;-). Ich weiß nicht recht, ob ich mich freuen soll, dass mein Bericht Dir sehr nahe ging oder ob ich jetzt lieber verschreckt reagiere *lach*, aber ich kann auch gut mit dieser "Zwischensituation" leben *schmunzel*.

Vielleicht ist dieses neue Forum (mein Dank ans Logios-Team :-)) ja genau die Chance auch für uns mal etwas mit unserer HB anzufangen und uns über uns auszutauschen. Und vielleicht gibt es ja auch die Möglichkeit, dass wir uns auch im realen Leben mal treffen und zusammensetzen.

Ich freue mich auf jeden Fall auf einen regen Austausch :)

Liebe Grüße
Shana

von Shana_hh - am 24.11.2005 20:34
Hallo Birgit,

Kontakte kommen zustande, wenn wir sie knüpfen und wir sind ja gerade fleißig dabei ;-).

Und wie im oberen Posting bereit erwähnt: Ich freue mich auf regen Austausch und vielleicht gibt es ja tatsächlich auch mal die Möglichkeit für reale Treffen.

Lieben Grüße
Shana

von Shana_hh - am 24.11.2005 20:36
Hoi Tanja

Erst mal würde ich damit anfangen, andere Menschen nicht als Idioten zu bezeichnen.

Und zweitens kannst du ja etwas gegen deine Langeweile machen. Wenn es beruflich bisher nicht hat klappen wollen, dann schau dich doch mal hobbymässig nach was Anregendem um...

von Andromache007 - am 25.11.2005 14:25
Zitat
Shana_hh
Hallo Birgit,

Kontakte kommen zustande, wenn wir sie knüpfen und wir sind ja gerade fleißig dabei ;-).

Und wie im oberen Posting bereit erwähnt: Ich freue mich auf regen Austausch und vielleicht gibt es ja tatsächlich auch mal die Möglichkeit für reale Treffen.

Lieben Grüße
Shana


Ja, darüber würde ich mich sehr freuen. Es ist ja auch nicht so, dass ich gar keine Kontakte habe. Aber oftmals ist mir auch mal nach Gesprächen jenseits von Kindergarten und Schule. Zum Glück kann ich mich da sehr gut mit meinem Mann austauschen. Freue mich aber auch auf einen Austausch hier.

LG
Birgit

von Birgit1 - am 25.11.2005 15:31
@ Andromache007:
*klugscheissermodus an*
Tanja hat andere Menschen nicht als Idioten bezeichnet, sondern von ihrem Gefühl gesprochen. Das ist für mich ein kleiner, aber wichtiger Unterschied ;-).
*klugscheissermodus aus*

@ Birgit:
Für Gespräche jenseits von Kindergarten und Schule bin ich (fast) immer zu haben. Kann losgehen *schmunzel*.

Ein schönes Wochenende wünscht
Shana




von Shana_hh - am 26.11.2005 11:43
Na dann...

Ich teile diese Interpretation nicht.

*Klugscheissermodus an* Wenn man andere Menschen als Idioten bezeichnet, setzt das voraus, dass man das so empfindet. Klar ist es ein Gefühl, aber das rechtfertigt diesen Ausdruck nicht. Die einzige Abschwächung in diesem Satz ist das "manchmal". Aber anstelle von "Idioten" hätte Tanja auch eine andere Bezeichnung wählen können. Beispielsweise "Menschen, die weniger intelligent sind als ich". Was dann auch kein Wunder wäre, da sie ja hochbegabt ist.*Klugscheissermodus aus*

Sorry, solche Sätze machen mich immer ein wenig wütend. 'tschuldigung. War wahrscheinlich von Tanja aber auch nicht so gemeint.

von Andromache007 - am 26.11.2005 12:46
Hallo,

ohne jemanden diskriminieren zu wollen ist es aber schon ziemlich nervig ständig mundtot neben dem "Geschehen" vor Kiga oder Schule zu stehen und nur über das Wetter, die Kinder, neue Klamotten und die Frisur anderer Mütter zu reden. Ich habe schon öfters in solchen Runden zugehört, wie über eine HB-Mutter hergezogen wurde, weil die immer so "dummen Mist schwätzt" und dass es kein Wunder sei, dass sie keine Kontakte bekäme. Ich versuche in solchen Momenten die Situation ein wenig abzuschwächen aber ich halte mich bei solchen Gelegenheiten immer stark zurück.

Außerdem steht bald niemand mehr neben einem, wenn man auf einer Feier versucht hinter die Geheimnisse eines superkleinen MP3-Players zu kommen oder sich über die Ungerechtigekeit der momentanen Gesellschaftsordnung auslässt. Aber mein Mann rempelt mich dann mit zuverlässiger Regelmäßigkeit an, woraufhin ich dann ganz schnell die Handbremse anziehe.

Jedenfalls wäre ich froh, wenn mir jemand das Patentrezept für mehr Lebendigkeit und Sinn im Leben rüberreichen könnte. Die Idee mit den kreativen Hobbies ist glaube ich ein ganz guter Anfang. Was macht Ihr so ?

LG Atlas

von Atlas - am 26.11.2005 13:57
Hallo Atlas,

wer auch immer mich zu einer Feier einlädt, muss damit leben, dass dabei unter Umständen eine hübsche Diskussion über unsere ungerechte Gesellschaftsordnung oder was auch immer herausspringt. Mein Gerechtigkeitssinn ist halt im Lieferumfang ohne Aufpreis enthalten... ;) Wen das stört, der soll mich lieber nicht einladen.

Kreative Hobbies wechseln bei mir je nach der Lebenssituation. Im Augenblick ist eins davon, in HB-Foren zu lesen und zu schreiben. :) Ich denke noch nach, ob daraus ein Buchprojekt werden könnte (vielleicht über hb-Frauen und ihre Geschichten?)

Ich war mal in einer Reha-Klinik und habe dort Zeichnen und Malen gelernt. (Kunstnoten in der Schule: drei bis unbeschreiblich). Auch wieder etwas, das ich mir nie zugetraut hätte, aber doch ganz gut kann...

Gärtnern finde ich sehr schön, auch weil es draußen stattfindet und man mal ins schnaufen kommt. Unser Garten war eine echte Herausforderung und wird immer schöner. Das was da blüht, kann ich dann auch malen.

Mit meiner Tochter modelliere ich in Ton, derzeit Krippenfiguren für meinen super-christlichen Schwager und seine Familie. In meinen Herz-Schmerz-Phasen schreibe ich Gedichte... Aber tatsächlich absorbiert das tägliche Leben viel von meiner kreativen Energie. Ich backe übrigens auch gerne, zum Beispiel Weihnachtskekse. Da habe ich dann ein Thema, das mich mit den anderen Müttern in der Schule verbindet...

Upps. Jetzt muss ich mal dringend mit dem Hund raus. (Der ist auch hb, weiß genau, wie er mích dazu kriegt)..

LG

T.


von Takahe - am 26.11.2005 18:45
Hallo Atlas,

wenn Dir jemand das Patentrezept dafür geben kann, bekomme ich dann bitte eine Kopie davon? ;-)

Meine kreativen Hobbies beschränken sich bei mir z.Zt. vor allem auf meine Grafiken (Fraktale) und auf meine privaten Internetseiten. Damit ich aber nicht nur vorm Commputer sitze, gehe ich noch regelmäßig Standard/Latein tanzen und mache Sudoku's bis zum Abwinken (ich kann mich damit hervorragend entspannen *g*).

Was die Feiern angeht, halte ich es ähnlich wie Takahe. Wer mich einlädt, lädt mich ein, d.h. so, wie ich bin. Wenn ich nicht mit all meinen Facetten willkommen bin, verzichte ich gern auf die jeweilige Feier und verbringe meine Freizeit mit Dingen, die mir gut tun (z.B. Fraktale erstellen ;)).

LG
Shana

von Shana_hh - am 26.11.2005 19:42
Hallo Birgit !
Dankeschön für dein Zuspruch....ich habe festgestellt dass hier im Chat nicht viel los ist...aber vielleicht hast Du ja den icq - Messenger,der ist kostenlos.
Wenn ja, würde ich es super finden wenn wir eine Möglichkeit finden zu chatten.
Gruß aus Hamburg Tanja

von Tatjana R. - am 27.11.2005 19:54
Hallo Shane und Birgit und........

Erstmal freue ich mich sehr über soviel Reaktionen,sowohl Positive als auch Negative.
Mit meiner Aussage zu dem Thema Idioten habe ich mir nicht angemaßt Menschen zuverurteilen sondern mich vielleicht ein bisschen unglücklich ausgedrückt.

Dennoch bin ich der Meinung,dass es immer Menschen geben wird die unter meinem Niveau liegen,d.h. ich zähle nicht zu der Sorte die morgens um 6:00h Bier trinken oder ähnliches assoziales Verhalten an den Tag legen.

Ich bin auch nicht in der Lage mich stundenlang über Backrezepte zuunterhalten.
( Obwohl ich gerne backe und koche sogar seit Neuestem nach Weight watchers.)

Ich möchte gerne mit euch chatten....wann seid ihr im chat oder hast Du-ihr einen Messenger wie z.B. icq ?????

Ich bin bei icq unter ......bluuuhmoon....zufinden,also wenn ihr mögt ,gerne.



von Tatjana R. - am 27.11.2005 20:05
hi tanja,

ich kann dich bei icq nicht finden ... kann es sein, dass du den yahoo-messenger hast?

lieben gruss
shana

von Shana_hh - am 27.11.2005 20:58
Hallo Tanja,

leider habe ich kein icq, aber wir können uns gerne mal für den Chat verabreden.

LG
Birgit

P.S.: Ich hatte das richtig verstanden mit den "Idioten". Ich komme mir auch oftmals so vor, als wäre ich die einzige auf meiner "Niveaustufe", ohne dass ich die anderen damit abwerten möchte. Ich finde es in Ordnung, wenn sie in ihrer Welt glücklich sind und beneide sie sogar manches Mal darum, dass sie so einfach zufriedenzustellen sind.

von Birgit1 - am 28.11.2005 07:30
Ich weiß nicht, ob ich HB bin, getestet wurde nur unser Sohn. Aber unabhängig von HB durfte es doch wohl den wenigsten( jedenfalls in meinem Freundeskreis) genügen, sich über Kinder, Schule, Backrezepte u.ä. zu unterhalten. Wenn wir uns mit Freunden treffen, wird oft auch hoch kontrovers diskutiert. Ich habe durch Nachbarschaft und Kinder einen kleinen Frauenkreis, indem von selbständiger Unternehmerin bis Hausfrau und Mutter alles vertreten ist. Auch die Gespräche und Treffen in diesem Kreis sind sehr interessant und beschränken sich keinesfalls auf die drei K's. Deshalb bin ich der Auffassung, das Interesse an der Umwelt, Gesellschaft u.ä. nicht auf HB's beschränkt ist. Auch andere Menschen können interessant und kreativ sein. Ich staune manchmal, was die Menschen für Hobbys haben.

Sabine

von SabineM - am 28.11.2005 11:43
Hallöchen,

also meine Lieblingsbeschäftigungen zwischendurch sind auch Sudokus, knifflige und normale Rätsel fast aller Kategorien und Puzzles je größer desto besser. Und für alle, die von ihrem Computer nicht gerne weggehen hier ein Link für viele super Knobelspiele (viele chinesische u.a.) online: Privatseite völlig kostenlos, da schau ich hin und wieder rein und probiere stets was neues aus: [www.janko.at]

Ich bin "Alleinunterhalter" und bin abends meistens alleine wenn mein Räuber im Bett ist. Also habe ich ewig viel Zeit für solche Sachen. In meiner letzten Reha habe ich auch was dazugelernt, die Seidenmalerei das ist so genial, weil man unendlich kreativ sein kann. Ich hoffe auch mit diesem Steckenpferd meinen Perfektionismus etwas zu hintergehen, denn auf Seide zu malen ist fast nicht perfekt hinzukriegen. Ich bin noch in der Probierphase aber es stellt mich zumindest etwas zufrieden was das Ergebnis angeht ;)
...also auch (zumindest für mich) therapeutisch wertvoll!!!

LG Heike

von Löwin - am 28.11.2005 17:48
Hallo Shana ......mein icq Name ist ....bluuuhmoon .... mit 3 uhs.
Oder noch besser....269 589 453.
Ich gehe jetzt einkaufen und lasse mein Rechner an,damit Du mich finden kannst.....Okay?
Lieben Gruß Tanja


von Tatjana R. - am 29.11.2005 07:10
Liebe Tanja:
Ich bin an Ihrem Problem/Thema sehr interessiert, weil mich seit der Veröffentlichung meines Buches "Das Drama der Hochbegaten" viele Anfragen zu diesem Thema erreichen.
Ich habe mit meiner Frau Ruth in München eine "Beratungsstelle für hochbegabte Erwachsene" gegründet (www.aik-talente.de) (meistens sind das "(Spätentwickler") - weil es zwar für Kinder inzwischen jede Menge Beratung zu geben scheint - aber null für Erwachsene.
Die Probleme der h. Kinder kommen jedoch meiens Erachtens von den h. Eltern bzw. sind ein Spiegelbild von deren Problemen und Nöten.
Als Kind kann man in unserer Kultur nur H. leben, wenn man sich sehr gut (!) an das Schulsystem anpaßt. Dessen Problematik kennen wir jedoch alle - und hochbegabte Kinder durchschauen sie schon in den ersten Schultagen. Dann die Wahl:
° Anpassung
° Teilanpassung?
° Verweigerung?
Sogar der hochbegabte Zauberlehrling "Harry Potter" wird - am Schluß von Bd. VI" -zum Schulaussteiger!
Viele (die meisten?) H. entscheiden sich daher (bewußt oder unbewußt) nur für die allernötigste Anpassung - also für Minderleistung mit dem Ergebnis "Langeweile pur" in der Schule.
Das Problem ist nur: als Jugendliche und dann als Erwachsene behält man diese Teil-Anpassung und Minderleistung bei - obwohl man eigentlich "loslegen" könnte.
(Auf der Uni wird ebenfalls nur Anpassung verlangt - wehe Sie sind kreativ!)
UND MAN BLEIBT STÄNDIG UNZUFRIEDEN, WEIL EIN WICHTIGER TEIL DES INTELLEKTS UND DER KREATIVITÄT UNGELEBT BLEIBT:
eine besch.... Situation.
Und was macht man, wenn man selbst Kinder hat und der Zirkus von vorne losgeht? Genau: man paßt nun mangels Alternativen die eigenen Kinder ans System an - so wie man einst sich selbst angepaßt hat. Deshalb wird die "DGhK" mit 6000 Mitgliedern als Verein nichts weltbewegendes Neues schaffen - solange sie nicht bei den Erwachsenen ansetzt mit der Hilfe. Und in dieser Gegend sehe ich NICHTS.
Bleibt also nur, als Erwachsener neue Wege zu gehen. Aber die meisten h. Erwachsenen sind seit der Kindheit vereinsamt und -nicht selten auch konstaktgestört. Meistens ist eine der gängigen Psychotherapien das Mittel der Wahl - aber viele Psychotherapeuten haben keine Ahnung von Hochbegabung und daß diese die Ursachen vieler psychischen Störungen ist. "Hochbegabung" ist jedoch keine Krankheit, die man heilen müßte.
Mein eigener Versuch besteht darin, ein Netzwerk von Mentoren aufzubauen, die vorsichtig "nächste Schritte" der Selbstverwirlichung eigener Hochbegabung und "latenter Talente" machen und diese Erfahrungen dann weitergeben. Raten Sie mal, warum wir dies als "Minotauros-Projekt" bezeichnen!
Feundliche Grüße aus München - Jürgen vom Scheidt

von Jürgen vom Scheidt - am 30.11.2005 12:55
Zitat
Jürgen vom Scheidt
Liebe Tanja:
Ich bin an Ihrem Problem/Thema sehr interessiert, weil mich seit der Veröffentlichung meines Buches "Das Drama der Hochbegaten" viele Anfragen zu diesem Thema erreichen.

Das Buch habe ich hier noch liegen und werde gleich morgen beginnen, es zu lesen. Habe schon soviel davon gehört.
Zitat
Jürgen vom Scheidt
Ich habe mit meiner Frau Ruth in München eine "Beratungsstelle für hochbegabte Erwachsene" gegründet (www.aik-talente.de) (meistens sind das "(Spätentwickler") - weil es zwar für Kinder inzwischen jede Menge Beratung zu geben scheint - aber null für Erwachsene.

Das finde ich ja klasse. Da werde ich mich mal umschauen.

Zitat
Jürgen vom Scheidt
Aber die meisten h. Erwachsenen sind seit der Kindheit vereinsamt und -nicht selten auch konstaktgestört.

Einsam war/bin ich oft, besonders wenn mein Mann mal wieder auf einer seiner unzähligen Dienstreisen ist. Bei ihm habe ich das passende Gegenstück gefunden. In der Umwelt ist allerdings weitaus schwieriger.
Zitat
Jürgen vom Scheidt
Mein eigener Versuch besteht darin, ein Netzwerk von Mentoren aufzubauen, die vorsichtig "nächste Schritte" der Selbstverwirlichung eigener Hochbegabung und "latenter Talente" machen und diese Erfahrungen dann weitergeben.


Vielleicht mögen Sie darüber ja mal mehr erzählen.

Liebe Grüße

Birgit

von Birgit1 - am 30.11.2005 16:08
Zu Ihrer Tochter:
Da gibt es wirklich nur eines: Geduld haben. Ich kenne einige Geschichten von jungen Männern / Frauen, die es erst mit dreißig geschafft haben, ihr Leben in den Griff zu kriegen. Die Pubertät bei (allen? vielen?) Hochbegabten scheint deutlich verlängert zu sein.
Abgesehen davon: Dies ist keine Welt für Hochbegabte. Der Zustand unserer Welt ist gerade Hochbegabten schon als Kind infolge der größeren Sensibilität sehr bewußt - "Das Wudnerkind Tate" im gleichnamigen Film mit Jody Foster bekommt deswegen Magenprobleme! Bei anderen spielt sich das nur im Kopf ab und ist dann nicht einmal sichtbar.
Die Probleme der Kinder sind zwar außerdem so etwas wie ein Spiegel der Probleme der Eltern (wie jede Familientherapie zeigt) - aber Kinder bringen eben auch ihr eigenes Schicksal in diese Welt mit. Das muß man gar nicht esoterisch sehen oder als "Karma" früherer Leben.
Das Konzept der "Heldenreise" hat mir da sehr viel geholfen - nachzulesen bei Joseph Campbell ("Der Held in 1000 Gestalten", Taschenbuch bei Suhrkamp, manchmal vergriffen, aber immer wieder neu aufgelegt - s. amazon).
Das Konzept ist komprimierter dargestellt bei Christopher Vogler, "The Writer´s Journey" - dt. bei Zweitausendeins: "Die Odyssee des Drehbuchschreibers" (war auf deutsch vergriffen - ist vielleicht wieder lieferbar - englisch bei amazon zu kriegen).
Ist aber nicht nur für Autoren hilfreich - sehr gut lesbar - löst viele "aha"-Reaktionen aus.
[Apropos "Held" - es gibt natürlich auch weibliche "Heldinnen". Sehr eindrucksvoll die Smilla in "Fräulein Smillar Gespür für Schnee" etc. Gut 80 Prozent der Helden in den heutigen Fernsehserien sind weiblich - warum wohl?]
Doch zurück zur Tochter und ihren Schwierigkeiten. Wenn man ihren Lebensweg im Licht der "Heldenreise" sieht, ist sie gerade kräftig in der "Unterwelt"...
Vermutlich leiden Sie als Mutter sehr darunter, daß die Tochter aus ihrem großen H-Potenzial "nichts macht" - Abitur, Studium und so. Aber hängen davon Zufriedenheit, Glück, Sinn im Leben ab?
Rund 250.000 arbeitslose Akademiker, gut 10.000 joblose Journalisten in den letzten Jahren und hier und dort Entlassungswellen 1000-derweise bei gut qualifizierten Leuten zeigen doch deutlich, daß auch noch so große Anpassung oft nichts bringt!
Also: Geduld. Es ist nicht Ihr Fehler als Mutter, daß sich alles so entwickelt hat - ab einem bestimmten Punkt (den Ihre Tochter längst überschritten hat auf ihrer Heldenresie) ist der betreffende Mensch nicht mehr "Kind", sondern für sein Schicksal selbst verantwortlich - Sie haben nur noch die Funktion des sozialen Netzes...
Mit den besten Wünschen - JvS

von Jürgen vom Scheidt - am 01.12.2005 09:11
re: "Probleme der Kinder als Spiegel der Elternprobleme:
Sie haben recht - da fehlt ein "aber". Natürlich bringen Kinder ihr eigenes Schicksal mit in die Welt - das muß man gar nicht esoterisch sehen oder als "Karma" früherer Leben".
Aber die Familie und die Eltern prägen eben auch sehr massiv die Kinder.

re: "Einsamkeit":
Sicher, die gut an unsere Kultur und Gesellschaft angepaßten Hochbegabten kommen bestens zurecht. Aber es gibt eben auch die vielen anderen - von denen die unzähligen Beiträge auf dieser Website ja eine mehr als deutliche Sprache sprechen!
Und der (frühe) Rückzug in die eigene Innenwelt wird leicht zum "Bunker" - aus dem später der Erwachsene nur mühsam herausfindet. Psychotherapie hilft da nur bedingt, wenn nicht die Hochbegabung ausdrücklich thematisiert wird.

re: "Selbstvertrauen":
Ich habe zwei lange Psychoanalysen gebraucht, um mein Selbstvertrauen zu finden - trotz Psychologiestudium und Doktortitel (speziell das Psychologiestudium hat mich zunächst einmal ziemlich "versaut" -d.h. ich konnte danach mit anderen Menschen kaum kommunizieren - erst die Ausbildung in "Themenzentrierter Interaktion (TZI)" bei Ruth Cohn und ihren Mitarbeitern war da echte Lebenshilfe).
Daß ich selbst hochbegabt bin, habe ich erst mit 54 entdeckt - also nochmals einiges später - bei den Recherchen zu meinem Buch "Das Drama der Hochbegabten". In beiden Psychoanalysen war das kein Thema - auch nicht, daß gerade dies mächtige Probleme mit sich bringt, weil man ständig unterfordert ist.
Aber auch der allmähliche Gewinn an Selbstvertrauen bringt keine Zufriedenheit, wenn ein Gutteil des Potenzials nicht genützt wird - weil man es gar nicht kennt! Sinnlosigkeitsgefühgle bis hin zu schweren depressiven Verstimmungen sind ein heftiger Preis.
Ich verdanke beiden Analysen unendlich viel - aber DAS Problem haben beide weder erkannt noch gelöst: was mache ich mit dem Hochbegabten-Potenzial? Da hätte ich gute Mentoren gebraucht.

re: "Neidverhalten"
Was das angeht, ist da ja nicht nur der Neid der Normalbegabten auf die Hochbegabten. Für viel schlimmer halte ich den Neid der - zum Beispiel - hochbegabten Eltern (vor allem mancher Väter), die um ihre Hochbegabung nicht wissen - auf die Kinder, bei denen beispielsweise ein Test die H. zum Vorschein bringt. Auch Mütter, die ihr eigenes Potenzial nicht verwirklichen konnten bzw. durften, sind nicht ungefährlich! Gefährlich, weil das alles sehr unbewußt abläuft, über die komplexe Übertragung und Gegenübertragung von alten Gefühlen.
Und dann erst die Lehrer! Ich hatte das Glück, von einem Deutschlehrer im Gynasium sehr gefördert zu werden, von dem ich weiß, daß er ein Hochbegabter ist. Aber was machen die vielen durchschnittlich Begabten, die "Lehrer" studieren und dann mit so besserwisserischen und aufsässigen, verträumten, unkonzentrierten, gelangweilten kleinen Bestien konfromntiert werden, die ihren Unterricht stören? Das müßte schon ein Heiliger sein, der damit cool und gelassen weiter "normal" reagiert!
Und was ist mit den gut angepaßten Hochbegabten, die Lehrer werden - und dann mit teil- und un-angepaßten kleinen Genies konfrontiert werden? Auch so ein Problem - der Neid der Unfreien auf die (angeblich) "Freien"....
Aber das Hauptproblem dürften schon die Eltern sein. Da laufen dann heftige Sachen ab - völlig unbewußt wird der Erfolg des Kindes sabotiert. (s. oben "Familiendynamik" - da werden leicht die Probleme von Eltern zum Zerrspiegel)
Dann das manchmal recht seltsame Verhalten von Aufsteigern aus einfacheren Verhältnissen nach "oben" (vielelicht auch Neid sogar der Erfolgreichen?): Siehe diese unglaubliche Flegelei von Chemie-Prof. Sauer, dem Mann von Kanzlerin Angela Merkel, der locker an den eigenen Arbeitsplatz eilt, statt bei ihrem großen Tag im Parlament präsent zu sein: Der Mann stammt aus einer Bäckerfamilie und hat einfach nicht die "Codes" gelernt, das gute Benehmen, das Kinder aus "besseren Familien" draufhaben.
(Bitte, bevor jemand heftig preotestiert: Es gibt auch Bäcker mit guten Manieren - und mit Lebensart und Herzlichkeit sowieso - aber hier geht es um etwas ganz anderes: um Aufsteigermentalität, die gerade bei Hochbegabten leicht seltsame Formen annimmt - nicht nur bei den finanziell erfolgreichen Neureichen - auch bei den intellektuell-akademisch neureichen Wissenschaftlern vom Typ "Prof. Sauer".)
Neid schließlich sehe ich auch im letzten Editorial der Zeitschrift "Labyrinthe" der "Deutschen Gesellschaft für das hochbegabte Kind (DGhk)", wo man sich aufregt, daß nun andere Leute Geld mit dem verdienen (dem Thema "Hochbegabung") auf einem Feld, das die vielen ehrenamtlich Tätigen der DGhK so mühsam vorbereitet haben. Daß mangelnde Professionalität Effizienz nicht wettmachen kann (und professionell = fulltime kann man nur arbeiten, wenn man entsprechend Geld damit verdient) zeigt gerade die DGhK: rund 6000 (!) Menschen, von denen doch wohl die überwiegende Zahl selbst hochbegabt ist, hat es nicht fertiggebracht, die Power zu einer echten Lobby-Arbeit zu entwicklen, eine eigene Modell-Schule auf die Bein zu stellen und und und.
Das kann man mit ehrenamtlich tätigen Autodidakten nicht schaffen! Das schafft kein Verein noch fleißiger Ehrenamtlicher (die besten werfen ohnehin nach einiger Zeit das Handtuch oder machen ihren eigenen Verein auf) - das könnte man eigentlich nur mit einer Firma schaffen...
Aber neidisch sein auf die Profis...

von Jürgen vom Scheidt - am 01.12.2005 10:09
Sanke, @#$%& - guter Hinweis!
JvS

von Jürgen vom Scheidt - am 01.12.2005 12:09
Hallo Herr vom Scheidt,

Neid, gleich ob er von Hochbegabten oder von Normalbegabten gegenüber einem Hochgabten ausgehen, führt ja meist zur offenen Abwertung der betreffenden Person und ich würde keinen Unterschied machen, welcher neid gefährlicher für die Entwicklung ist. Natürlich ist Neid von Seiten der Eltern, seien sie hochbegabt oder nicht, am gefährlichsten. Ich habe es selbst erlebt, dass meine Familie bei der Äußerung meines Wunsches zu studieren neidisch reagiert hat und mir jegliche Logik abgesprochen hat. Das ist das Trauma, von dem Margarit in ihrer Diplomarbeit spricht. Aber diese Gefahr und dieses Trauma kann auch eine Stärke in einem erzeugen, nach dem Motto: wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Ich habe alles gewagt und dennoch studiert und irgendwie ist dieses Erlebnis so prägend für mich geworden, dass gerade Neid und die damit verbundenen Aussprüche wie: „Du schaffst das eh nicht“, oder „du bist etwas grandios, was willst du denn?“ mich besonders beflügeln. So wurde aus dem dummen Kind doch noch etwas und versucht sich weiter zu entwickeln. Natürlich ist das mit Kämpfen und Distanz den eigenen Eltern gegenüber verbunden.

Neidische Chefs können die Existenz bedrohen, wenn sie zu schwach sind. Sie können aber ebenso beflügeln in der Art: „Ich zeige es dem mal!“ Trotz Erfolgs liegt in den ständigen Zweifeln auch eine demütigende Abwertung, die dann wieder zu Selbstzweifeln führt. Aber Neid kann nicht nur destruktiv für den Beneideten wirken! Auch wenn ich selbst neide, kann ich das ja konstruktiv umsetzen, indem ich versuche umzusetzen, was ich dem anderen neide.

Zu Prof. Sauer: gewiss ist er gut angepasst und ein intellektuell-akademisch Neureicher, aber sein Benehmen lässt sich eher auf mangelnde Herzensbildung zurück führen als auf die fehlenden Codes. Ich stamme auch aus einer kleinbürgerlichen Familie und wüsste, was ich täte, stünde ein solch wichtiger Tag meines Partners bevor. (wie ich als Mann reagieren würde, könnte ich nicht zuverlässig sagen, aber ich denke wohl doch, dass ich mit meiner Frau mitgehen würde, weil ich sie vielleicht liebe).

Selbstvertrauen: Ich glaube, im Unterbewusstsein „weiß“ man doch, was mit einem los ist. Nur wird dieses „Wissen“ immer wieder überdeckt (durch Neidverhalten der anderen, Misserfolge durch evtl. Selbstsabotage u.a.). Man merkt ja doch irgendwie, dass man anders denkt, aber Sie haben recht, dass man die Idee, hochbegabt zu sein, oft als jugendliche Größenfantasien abtut. Umso stärker ist dann der Wandel im eigenen Erleben, wenn man z.B. Ihr Buch liest und denkt: „Oh, da gehöre ich evtl. dazu. Ach deshalb habe ich diese Probleme.“ Ich habe auch erst spät, weit nach Abschluss meiner gesamten Ausbildung eben durch Ihr Buch mich dieser Erkenntnis angenähert und es erleichtert doch zu sehen, woher das Anderssein und die Probleme kommen. Ich kann zu mir stehen, ohne mich für mich für mein Verhalten schämen zu müssen, mich versuchen, der Normalität vergeblich anzupassen oder mich zu pathologisieren, weil es vielleicht andere auch tun.

Zuvor habe ich aber immer nach dem Motto gelebt: Du bist zwar dumm, aber versuchen kannst du dies und das doch mal. Und dann hat es geklappt. Das ist ja auch eine Form von Selbstvertrauen, wenn auch kein Selbstbewusstsein. Für dieses Vertrauen braucht man nicht die Erkenntnis: ich bin hochbegabt - vielleicht noch durch Tests untermauert.
Im Übrigen ist für mich ein Test ausgeschlossen, weil ich nicht wieder dieses Erlebnis haben will, das Trauma, dass man mir auch noch amtlich meine durchschnittliche Intelligenz attestiert. Da lebe ich lieber nach der Devise: ich mache die Sachen, die ich plane, führe meine Projekte durch, arbeite kreativ, schreibe und versuche Erfolg zu haben. Das geht auch nicht-amtlich, ohne psychologisch bestätigten IQ.
Zur Anpassung: Ich passe überhaupt nicht in Ihren Rahmen, so wie Sie ihn beschreiben, in der Schule nicht angepasst, an der Uni angepasst, da Spaß an der Materie und viele Fächer, im Leben unangepasst. Zusammen genommen bin ich also ziemlich un – an- gepasst. Eine renitente Mimikry.

Zur Einsamkeit: Ich glaube, wer etwas schaffen will, wer gerne liest oder sich intensiv mit einer Sache beschäftigt, so dass die Welt um ihn herum nicht mehr wahrnehmbar ist, braucht Einsamkeit. Ich brauche die Einsamkeit, um kreativ sein zu können. Natürlich auch den guten Kontakt zu Menschen, die mich verstehen. Für andere sitze ich vielleicht im Bunker. Aber ich empfinde das nicht so. Welche Maßstäbe legen Sie an? Die der meisten Leute? Für sie ist es normal, gemeinsam zu einem Weihnachtsmarkt zu gehen. Oder in die Kneipe, Sonntags zu Verwandten. Ich habe daran keinen Spaß. Und das, was ich spannend finde, ist für sie langweilig.
In einem solchen Forum hat man wenigstens die Gelegenheit, Dinge zu thematisieren, die es für andere nicht gibt. (logisch)

Beste Grüße von strenua


von strenua - am 01.12.2005 19:13
Echte Lobby-Arbeit bedeutet ja nicht, gelegentlich auf sich aufmerksam zu machen (das tut die DGhK). Sondern Entscheidungsträgern ständig wirksam auf die Füße zu treten. Letzteres können sich Psychologen aber nicht "leisten" (Pädagogen schon gar nicht), das schaffen nur Investoren aus der Wirtschaft...

von ostfriese - am 10.12.2005 14:35
Hallo erfolg, du hast mich offenbar missverstanden. Mit "Lobby-Arbeit" meine ich nicht einfach, sich für HBs einzusetzen. Das tun, wie wir wissen, viel zu wenige, aber das können selbstverständlich Psychologen und erst recht Lehrer, wenn sie sich Mühe geben.

Aber um politisch wirksame Lobby-Arbeit zu leisten, braucht man entweder eine dahinter stehende große Bewegung (die können HBs naturgemäß nicht formieren) oder eben wirtschaftliche Macht. So war´s gemeint, nicht anders.

Und damit wollte ich die DGhK in Schutz nehmen gegen den Vorwurf, sie betreibe zu wenig oder zu unwirksame Lobby-Arbeit. Der DGhK, Mensa und Jauchs IQ-Show ist es doch zu verdanken, dass die Öffentlichkeit überhaupt jemals auf das Thema aufmerksam wurde und dass heute der Begriff "Elite" nicht mehr für Hetzkampagnen taugt.

von ostfriese - am 10.12.2005 23:12
Zitat

danke für die klärende Antwort, der ich entommen habe, dass Du jedenfalls kein Psychologe noch ein Pädagoge bist.

Mag sein. Aber "Lehrer" schimpft man mich trotzdem. ;-)

Übrigens hoffe ich mal, dass du deine Tochter nicht allzu sehr spüren lässt, wie sehr du unter ihren Problemen leidest. Aufmunterung, Unterstützung, Verständnis -- natürlich. Aber lass nicht zu, dass dir die ständige Sorge ins Gesicht geschrieben steht oder als Unterton bei jedem Telefongespräch mitschwingt. Sonst trägst du nämlich ungewollt dazu bei, dass sich die Pubertät deiner Tochter verlängert...

Auf Dauer ist es vermutlich besser für euch beide, wenn du akzeptierst, was sich offenbar seit einiger Zeit abzeichnet: dass du ihre Probleme nicht lösen kannst. Sie wird es selber schaffen müssen.

von ostfriese - am 11.12.2005 01:26
Hallo erfolg,

meine "bedeutsamen Tipps" (danke, sehr schmeichelhaft ;-)) entnehme ich meiner eigenen Geschichte als Sohn. Meine Mutter wollte einerseits gar nicht wissen, was sie wirklich falsch gemacht hat, andererseits "sühnte" sie jahrelang dafür, indem sie sich mit ständigen Sorgen meinetwegen quälte. Das war von geradezu tragischer Nutzlosigkeit, denn es machte keinem von uns das Leben leichter, noch änderte es etwas an der Vergangenheit, noch löste es irgendein Problem.

Zitat

Dem einen war ich ihr gegenüber zu streng, dem anderen zu liberal, habe sie zu viel, zu wenig verwöhnt.

Woraus du ablesen kannst, dass wahrscheinlich weder der eine noch der andere Vorwurf zutrifft. Aber so sind die Menschen: Wenn etwas schief läuft, muss es einen Schuldigen geben. Betonung am liebsten auf "einen". Davon kann ich als Lehrer ja auch mein Liedchen singen. ;-)

Löst euch von den Verstrickungen eurer Probleme, durchschlagt den Knoten, gebt euch gegenseitig die Chance, die Fäden eurer Beziehung neu zu knüpfen. Der Versuch, den Knoten aufzudröseln, ist müßig, das ewige Mitschleppen von Vorwürfen und Selbstvorwürfen belastet beide und führt zu nichts.

Herzlicher Gruß, ostfriese

von ostfriese - am 12.12.2005 08:26
Hallo erfolg!

dein Bericht über deine Tochter ist mir sehr zu Herzen gegangen.

Mir ging es in der Pubertät ähnlich schlecht wie deiner Tochter. Deshalb möchte ich dir davon erzählen. Mit vier, fünf Jahren empfand ich mich schon als "falsch", d.h. nicht so wie ein Kind anscheinend sein sollte. Ich konnte mich den anderen Kindern nicht anpassen und empfand mich deswegen als Versagerin und misslungen.
Oft hörte ich auch Gespräche und Streiterein der Familie mit, in denen meiner Mutter vorgeworfen wurde, sie würde mich zu sehr verwöhnen oder alles falsch machen oder dass sie keine Ahnung von Kindern und Erziehung hätte usw.
(Sie unterstützte und beschützte mich so viel sie nur konnte.)
Aber da die anderen Leute sie beschimpften, so dachte ich als Teeny, müsste ihre Haltung ja auch falsch sein. So falsch wie ich war.
Ich folgerte daraus, dass ihr Leben durch mich belastet wurde, dass ich Schuld bin an ihren Problemen. Und wenn es mich nicht gäbe oder ich ganz anders wäre, würde sie glücklicher sein.

Ich rutschte ebenfalls in selbstzerstörerischem Verhalten ab. Brach Schulen ab, usw.

Meine Gefühle waren so: Ich bin nicht wie die anderen, also bin ich krank, wertlos, falsch.
Meine Mutter bekommt Ärger wegen mir, also ist das der Beweis für mein verkehrtes Sein.

Weil ich mich anderen nicht anpassen konnte und auch nicht tun was andere erwarteten, fiel ich in eine grenzenlose Leere. Als Teenager sucht man besonders nach der eigenen Identität, sucht einen festen Boden, Anerkennung in Freundeskreisen, sucht danach wer man ist und wo man eigentlich hingehört.
Weil ich mich so "falsch" empfand, begann ich eigene Gefühle, Wünsche, Talente zu unterdrücken, zu verdrängen. Alles an mir schien mir falsch.
Mich an anderen orientieren war auch nicht möglich.

Heute, 20 Jahre später, kann ich sagen, ich hätte jemanden gebraucht, der mir mein Anderssein als positiv erklären konnte. D.h. mir ernsthaft erklären warum ich "anders" bin, was daran gut ist, warum ich anders denke.
Jemand, der mir Bücher zum Thema gegeben hätte, mit mir Filme angesehen hätte, mir Kontakt zu Menschen vermittelt hätte, die mich verstanden.

Der schlimmste Teil in meinem Leben war die stumme Erwartung, ich solle endlich "normal" werden. Ich sollte brav studieren und mich unauffälliger benehmen.

Bis heute schleppe ich dieses Gefühl mit mir herum, alles Ungewöhnliche, das nicht allgemein unauffällig und akzeptabel ist, unterdrücken, verstecken zu müssen.

Vielleicht trifft etwas davon auf deine Tochter zu.
Von mir wurde natürlich auch erwartet Verantwortung für mein eigenes Leben zu tragen. Aber ich empfand mich ja als wertlos und unnütz. Da handelt man auch negativ gegen sich selbst.
Ich habe als Teenager innerlich gekämpft den Erwartungen der Umgebung gerecht zu werden und weil ich es nicht konnte, habe ich mich selbst verachtet und sabotiert.
Dieses "ICH" das so falsch und mißlungen war, wollte ich nicht auch noch unterstützen.

Ich suchte von Schule zu Schule, von Idee zu Idee, immer in der Hoffnung dort oder dort würde ein Wunder geschehen und ich finde meinen Platz, meine "Norm", dort würde ich auch wie jedermann werden und ganz unauffällig sein können.

Ich bin keine Psychologin, aber ich denke, dass deine Tochter ähnliche Probleme hat.
Such einen Weg, damit sie erkennt, dass es positiv ist anders zu sein. Such für sie nach Kontakten von Menschen, die nicht "normal" leben und sie für ihr Anderssein nicht kritisieren, sondern sie unterstützen etwas daraus zu machen.
Ich denke, sie kann nicht etwas Gutes für sich tun, so lange sie sich selbst nicht schätzen kann, sich nicht selbst als wertvoll empfinden kann.

Ich habe oft den Satz gehört: Wenn du so schlau bist, dann musst du doch auch erfolgreich sein können.
Aber viel stärker wird man davon beeinflußt NICHT aus der Reihe fallen zu dürfen.
Aber genau das ist nicht möglich.
Ich habe den Eindruck, deine Tochter sabotiert sich auch selbst, verletzt sich selbst, weil sie sich nicht als wertvoll empfindet.
Und ich denke, eine "normale" Umgebung wie Schule, betreutes Wohnen oder ähnliches (auch eine Lehrstelle), konfrontiert sie immer weiter damit, dass sie eben anders denkt und empfindet. Sie braucht Gleichgesinnte.
So wie der Junge Tate im gleichnamigen Film.
So wie jeder junge Mensch Gleichgesinnte braucht um sich selbst kennenzulernen. Vielleicht sucht sie in Plänen wie eine Ausbildung einen Weg um alles "in Ordnung" zu bringen, damit alle mit ihr zufrieden sind, auch sie selbst. Aber ich bin überzeugt davon, dass sie in einer Lehre total unterfordert sein wird und sich wieder als Versagerin fühlen. Weil die anderen Leute es doch können, wieso sie also nicht.

Dieser Zwiespalt hat mich verrückt gemacht: die Dinge, auch Schule oder eine Lehre waren so einfach, aber ich konnte mich nicht darauf konzentrieren.
Andere Menschen konnten es. Das war ein weiterer Beweis für mein Versagen.
Vielleicht braucht deine Tochter auch erst die Erkenntnis, dass es kein Versagen ist, sondern dass es tatsächlich ein ZU EINFACH gibt und sie komplizierte Dinge braucht um gut zu sein.

Alles Gute


von Vendora - am 29.12.2005 15:10
Hallo erfolg,

Deine Verzweiflung darüber, keinen Zugang zu Deiner Tochter zu haben, kann ich gut verstehen. Man bietet den Kindern alle Möglichkeiten und nichts hilft. Man selbst wäre froh, hätte man das alles geboten bekommen, aber nichts wird angenommen. Mein Sohn hat alle Möglichkeiten, die "öffentliche" Förderung geboten hätte, rundweg abgelehnt. Die Idee, ihn auf eine passende Schule zu schicken, hat er im Keim erstickt (da war er neun). Er wollte einfach so leben, wie er sich das vorstellt, und nicht, wie andere es sich für ihn vorstellen. Er besucht zur Zeit die 12. Klasse des hiesigen Gymnasiums (nach dem Besuch und Abschluß der Realschule) und hat teilweise mittelmäßige Leistungen. Nichts sieht nach HB aus. Die tobt er im Schachclub aus und damit, daß er sich das Computer-Programmieren selber beibringt. Und er ist zufrieden und ausgeglichen. Alle anderen Angebote schlägt er aus, aber wenn es ihm gut geht- dann kann das nicht falsch sein!
Vielleicht empfindet Deine Tochter das, was von ihr verlangt wird, einfach als einengend und stellt sich quer. Sie muß ihren Weg selber finden. Gern würden wir unseren Kindern so vieles ersparen, aber ihr Leben müssen sie letztendlich selber leben und ihre Erfahrungen selber machen. Die Förderung will eigentlich das vorhandene Potential wirtschaftlich nutzbar machen, da spielt eben nicht jeder mit. Daß die Pubertät bis 30 dauern kann, würde ich mal nicht so bedrohlich sehen. Das ist doch wohl eher selten der Fall. Bei meinen Kiddies sehe ich eher frühere Reife. Vielleicht führen ja die hohen Erwartungen an die Kinder zu längeren Protestphasen, weil sie sich immer dagegen wehren müssen, in eine bestimmte Ecke geschoben zu werden. Das wird dann als pubertäres Verhalten ausgelegt, ist aber eher reiner Selbstschutz. Ich wünsche Dir viel Kraft,
liebe Grüße,
pepe

von pepe - am 31.12.2005 13:19
Hallo erfolg,

ich erkenne viel von mir in deiner Tochter.
Ich habe die Schule in der 10. Klasse abgebrochen, bekam das Angebot nur an den Abiprüfungen teilzunehmen, ohne zur Schule zu gehen - kein Interesse.
Später an Studiengängen teilzunehmen - kein Interesse.
Habe Ballett, Jazztanz u.a. brach liegen lassen.

Ich sah mich unter handwerklichen Berufen um, speziell handwerklich um nicht mehr über das Denken definiert zu werden, um das eigene Grübeln einzudämmen.
Und auch die stumme Erwartung der Umgebung loszuwerden, dass ich endlich was tue und alles in Ordnung ist.

Ich hatte als 17-jährige sehr stark den Eindruck, dass mein Denken ein Problem für alle Leute ist und sich jeder in meiner Familie mehr um mein berufliches Wohl sorgte, als um mich.
Da fragte ich mich oft: Und wenn ich nichts schaffe? Kein Studium, kein Diplom, keine Superkarriere? Was ist dann? Bin ich dann ein Nichts?
Ich habe beinahe bewusst einen einfacheren Beruf mit Routine gesucht. (mich dann ganz schlimm gelangweilt und weggelaufen, aber das ist ein anderer Punkt)

Eigentlich rebellierte ich gegen alles, so wie du es von deiner Tochter erzählst.
Wenn meine Mutter versuchte mich zu einem Studium zu überreden, weil sie es als gut ansah,fragte ich mich : Was ist, liebt sie mich nur wenn ich ein besonderes Diplom habe und sie mit mir angeben kann?
Wenn sie mich zu einer Berufsausbildung überreden wollte, fragte ich mich: Versteht sie mich denn nicht, dass das zu einfach für mich ist?
Wenn sie mich zu irgendwelchen Kursen schicken wollte, hatte ich das Gefühl, als Mensch nur etwas wert zu sein wenn ich etwas leiste.
Es war für meine Mutter eine aussichtslose Zeit.

Heute führe ich diese Rebllion auf mein Gefühl zurück nicht "richtig" zu sein, mit mir selbst nicht zurechtzukommen.
Auf das Gefühl wertlos zu sein. Mein Kopf konnte sich nicht auf Studium oder Kurse konzentrieren, weil ich mich selbst blockte, von mir selbst erwartete endlich wie alle anderen zu "funktionieren". Weil ich eben nicht so funktionieren konnte (aus meiner Sicht) setzte ich mir selbst die Forderung es endlich zu schaffen. Aber da ich es nicht konnte, fühlte ich mich als Versagerin und von anderen auch nicht akzeptiert.

Wie geht es deiner Tochter in der Liebe? Ich fühlte mich nur zu Jungs hingezogen, die mich nicht mochten um mir zu beweisen, dass ich nichts wert war. Und nahm es als Beweis, dass jeder nur Mädchen mag, die "normal" sind.

Im Prinzip hat das Gefühl "ich bin nicht wie die anderen Mädchen" also bin ich wertlos, unnütz und nicht akzeptabel, mein ganzes Verhalten bestimmt.
Also habe ich auch nichts für mich getan, gegen Kurse, Studium, usw, rebelliert.
Keine Hobbies mehr ausgeübt, nichts was mir Freude gebracht hätte.
Da ich mich selbst als wertlos und falsch empfand, tat ich auch nichts für mich.

Vielleicht ist das bei deiner Tochter auch der Ansatzpunkt. Dass sie sich nicht durch Leistung definieren MUSS. Dass sie sich mit der Frage beschäftigt : Was macht mir Freude? Und warum tue ich mir selbst weh?
Vielleicht ist sie zu sehr verheddert in ihren Vergleichen mit anderen Menschen, mit den Gefühlen wie sie ist im Vergleich mit anderen.
Vielleicht würde ihr eine bewusste Distanz helfen um sich erst als Mensch zu finden, BEVOR sie sich mit ihren Talenten beschäftigt.
Als Kind orientieren wir uns ja erst an der Umgebung und vielleicht ist sie zu sehr in Beobachtungen verheddert wie andere Menschen sind, wie "man sein soll" und wie nicht.

Der esoterische Gedanke, dass wir uns ein Leben aussuchen, mit bestimmten Eltern, bestimmten Talenten, d.h. auch mit einer bestimmten Aufgabe, hat mir sehr geholfen.
Die Idee, ich habe mir dieses Leben, als diese bestimmte Person ausgesucht, hat mich sehr neugierig gemacht und mich zur Suche ermuntert das Warum und Wozu herauszufinden.
Davor grübelte ich über mein Können, mein Sein und mein Nichtkönnen im Vergleich mit anderen Leuten. Die neue Idee, die ich prüfen wollte, setzte voraus, dass alles eine positive Absicht beinhaltet. Ich wollte meine Absicht herausfinden.
Ich neigte sehr zum Grübeln, Analysieren und dem Versuch Gefühle durch den Verstand und Logik zu kontrollieren. Mich durch Kontrolle und Denken so "hinzukriegen" wie es erfordert wird.
Die Idee, dass das Leben einen höheren Sinn hat und man nicht zufällig so ist wie man ist, hat mir den Mut gegeben mich selbst anzunehmen und mich selbst neugierig statt kritisch zu betrachte.
Mich selbst kennenzulernen wie man fremde Menschen kennenlernt. Mir Fragen zu stellen wie : Wie fühlst du dich gerade? ohne mich zu kritisieren oder zu vergleichen.
Herauszufinden was mir eine Freude macht, was mir in dem Moment Spass macht ohne festlegen zu wollen wie ich zu sein habe.

Übrigens habe ich auch heftigst meine Mutter und jeden anderen kritisiert. Es war eine Verteidigung gegen meine innere Forderung auch so zu sein wie sie. DIe Kritik und die Angriffe sollten mich selbst überzeugen, dass sie nicht so toll sind im Vergleich zu mir und ich nicht so mies bin wie ich mich fühlte.

Hoffentlich nützt dir was aus diesem langen Text. Viel Grüße



von Vendora - am 02.01.2006 13:09
@vendora

deine geschichte ist echt beeindruckend. und ich finde es fabelhaft, dass du dich aus dieser situation befreien konntest.

kannst du beschreiben, wie du den ausweg gefunden hast? manchmal wirken diese geschichten so festgefahren, dass gar kein ausweg möglich scheint. deine geschichte macht mut, die hoffnung nicht aufzugeben, auch wenn es sehr schwierig ist.

gruz
scout


von scout1 - am 05.01.2006 23:21
@erfolg

Du hast gar nicht so unrecht in Bezug auf HB und Borderline. Andrea Brackmann (Dipl.Psych.) beschreibt in ihrem Buch "Hochbegabt und hochsensibel?" dass sie noch keinen Borderliner in ihrer Praxis hatte, der im nachhinein nicht HB war. Sie hat alle Borderline-Patienten auf HB testen lassen. Nachdem diese unerkannten HB'ler verstehen konnten, warum sie sich so anders fühlen, konnte auch eine erfolgreiche Therapie begonnen werden, nachdem zuvor andere Therapien immer wieder scheiterten. Interessant ist auch, wie sie die Borderliner beschreibt, dass diese oft mehr informiert sind über ihre Krankheit als der Therapeut. Sie hinterfragen die Therapeuten auch ständig etc.

Dieses Buch ist wirklich sehr interessant und zeigt auch gerade für uns Erwachsene Aspekte, die wir so noch nicht bewusst wahrgenommen haben. Andrea Brackmann bringt die Gefühlslage eines HB ganau auf den Punkt und zeigt erstaunliche Gemeinsamkeiten und unbewusste Sinneswahrnehmungen auf.

@shana u.a.

Auch ich war voller Wut, als ich mich mit meiner eigenen (unerkannten) Hochbegabung auseinandersetzte. Als ich auf einem Vortrag der Hochbegabtenförderung war, musste ich mich mächtig zusammennehmen, um nicht loszuheulen, da ich das Gefühl hatte, die Referentin spräche über mich.

Bei einem späteren Telefonat mit meiner Mutter sagte diese mir, dass sie das gewusst hätte, dass ich HB sei. Aber ich hätte ja trotzdem nichts aus meinem Leben gemacht................ Ebenso wie mein Bruder, der deshalb getestet wurde, weil er auf die Sonderschule gesteckt werden sollte.

Ich habe mit Ach und Krach so eben die Hauptschule geschafft, dann den Realschulabschluss nachgeholt. Meine erste Ausbildung als Verkäuferin habe ich dann um ein Jahr verkürzt. Ebenso meine zweite Ausbildung als Rechtsanwaltsgehilfin. Da lief ich irgendwie in Hochform auf. Ich hatte auch einen supertollen Chef, der mich schon in den ersten Wochen sehr selbstständig arbeiten ließ, so dass ich sogar einige Fälle alleine bearbeiten durfte. Nicht nur tippen und Mahnverfahren. Tja, das wurde mir dann später zum Verhängnis, da blieb es dann nur bei Tippen und Mahnverfahren.

Nach meiner zweiten Ausbildung kamen die Kinder. Als ich wieder anfing zu arbeiten, flog ich bis auf einmal (Insolvenz) aus allen möglichen Bürojobs raus. Ich verstand die Welt nicht mehr. Dazu muss ich bemerken, dass ich auch immer glaubte ich sei blöd und könne nix so richtig auf die Reihe bringen. Wobei mein Mann mir jedesmal, wenn ich einen Job wieder verloren hatte, sagte, ich solle nicht immer schlauer tun als der Chef. Ich verstand ihn nicht.........

Aufmerksam bin ich auf HB durch unsere älteste Tochter geworden. Für mich war sie "normal". Nur für unser Umfeld nicht. Aha, habe ich also schon wieder versagt, diesmal als Mutter. Ich habe ja auch schon als Tochter versagt. Meine Mutter hielt mir immer wieder vor, dass ich zu allem zu blöd sei und nix leisten würde. Jetzt konnte ich auch noch nicht mal mit meinem Kind richtig umgehen. Ich würde meine Tochter dazu zwingen, so früh selbstständig zu sitzen, krabbeln und laufen. Dann war ich schuld, weil sie so "altklug" tat und ständig Fragen stellte. Ich würde sie als etwas "besseres" darstellen und vorführen. Naja, alles weitere kann man auch auf meiner homepage www.schluderbude.de nachlesen.

Nach dem oben erwähnten Vortrag der Hochbegabtenförderung musste ich auch erstmal Hilfe aufsuchen. Die Psychiaterin wollte mir Pillen verschreiben. Hat mich überhaupt nicht verstanden. Da bin ich dann nicht wieder hin. Mein anthroposophischer Homöopath konnte mir dann helfen. Einerseits im Gespräch (er verstand ohne viele Worte, worum es ging) und zur Unterstützung noch ein Mittel in Tropfenform.

Nach der Phase der unendlichen Traurigkeit und Depression kam eine Phase der Wut. Wut eben auch über die entgangenen Chancen. Aber da half mir wieder mein Heilpraktiker auf den Teppich. Denn die Vergangenheit kann ich nicht ändern, nur die Zukunft. Und das tat ich.

Ich bastelte meine eigene HP. Dann gründete ich mit meiner Freundin (wir haben uns über ebay = Bücher über HB, kennen gelernt) eine Selbsthilfegruppe Eltern unterforderter und hochbegabter Kinder Intellegimus. Durch diese Aktionen konnte ich meine eigene Vergangenheit verarbeiten. Es war auch eine unendliche Erleichterung zu wissen, ich bin nicht blöd!! Ich traue mir jetzt auch mehr zu. Naja, und weil ich eben aus jedem Job fliege, habe ich mich selbstständig gemacht. So toll läuft es noch nicht, aber ich gebe nicht auf, weil ich jetzt weiß, was ich leisten kann.

Im übrigen, mir fällt es auch schwer, smalltalk zu halten. Ein Beispiel: Ich ging mit meinem Mann zu einer Abschiedsfeier eines Kollegen meines Mannes. Mir graute schon davor, da ich genau wusste, dass ich mich mal wieder nicht richtig mit den anderen unterhalten könnte. Irgendwie fehlt mir bei den Gesprächen mit anderen etwas, was ich aber auch nicht genau definieren kann.

Ich lernte an diesem Abend die Frau eines neuen Kollegen meines Mannes kennen. Wir hatten sofort irgendwie einen Draht zueinander gefunden. Ansonsten bin ich immer eine der ersten, die von solchen Zusammentreffen verschwinden will, da es mir zu langweilig ist. Letztendlich hocken Pia und ich als Allerletzte an unserem einsam gewählten Tisch. Später erzählte mir mein Mann, dass der Ehemann von Pia zu ihm gesagt hat, dass er so etwas noch nicht erlebt hätte. Seine Frau sei immer eine der ersten die gehen will, weil sie sich mit niemanden so richtig unterhalten kann.

Ihr Sohn wurde übrigens ein paar Wochen später auf HB getestet. Na, wo er das wohl her hat.....?

Die Idee mit der Vernetzung finde ich gut. Shana, ich wohne im Allgäu, also gar nicht so weit von München entfernt. Im übrigen bin ich nur ein Jahr älter als Du. Es würde uns allen HB-Erwachsenen bestimmt gut tun, sich auszutauschen. Ich denke, dabei wird es bestimmt lustig zugehen und nicht unbedingt nur über Quantenphysik diskutiert werden. :cheers:

Herzliche Grüße

turbobinchen

von turbobinchen - am 16.01.2006 10:53
Zitat
turbobinchen
@shana u.a.

[...]

Die Idee mit der Vernetzung finde ich gut. Shana, ich wohne im Allgäu, also gar nicht so weit von München entfernt. Im übrigen bin ich nur ein Jahr älter als Du. Es würde uns allen HB-Erwachsenen bestimmt gut tun, sich auszutauschen. Ich denke, dabei wird es bestimmt lustig zugehen und nicht unbedingt nur über Quantenphysik diskutiert werden. :cheers:

Herzliche Grüße

turbobinchen


Hallo Turbobinchen,

ich bin inzwischen aktiv auf www.ariadnesfaden.de (Netzwerk für hochbegabte Erwachsene) unter dem Nick "Shana" zu finden. Hier bin ich nur noch äußerst selten unterwegs, aber ich würde mich sehr über einen Austausch auf "Ariadnes Faden" freuen :-).

Viele Grüße
Shana

von Shana_hh - am 16.01.2006 11:28
Hallo Erfolg,

vielleicht ist einfach der Ansatz "wo ich den Hebel ansetzen soll" schon in die verkehrte Richtung gedacht. Wir sollten nichts aus unseren Kindern machen wollen, sie sind schon was, und zwar ganz viel! Ich verstehe Deine Sorgen, Deine Tochter soll im Leben klarkommen, dazu muß sie gewisse Dinge akzeptieren. Aber das geht nicht mit Tricks oder Gewalt in einen solch kreativen Kopf. Bei meinem Sohn ist die Haltung weniger extrem, aber es ist seine Grundeinstellung, dieses Leben habe keinen Sinn, man müsse es nur mit Anstand hinter sich bringen. Da jault was in mir auf, aber er macht keinen unzufriedenen Eindruck und ist auch nicht lebensmüde oder sowas. Deine Tochter sieht vielleicht auch keinen Sinn im Leben. Ihr Hang zu den Gothics läßt das vermuten. Sie hat vermutlich das Gefühl, es ist sinnlos, was aus sich zu machen, weil die Menschheit sowieso alles kaputt macht. Macht sie denn Dir gegenüber total dicht oder läßt sie auch mal durchblicken, was sie sich vorstellt? Vielleicht glaubt sie ja auch, daß ihr alle was bestimmtes von ihr wollt, aber nicht das, was sie bieten kann oder will. Wenn sie kreativ arbeiten will, braucht sie dann Abitur? Manchmal macht es viel aus, wenn man den Standpunkt wechselt.
Ich wünsch Dir alle Kraft die du brauchst!
Liebe Grüße,
pepe

von pepe - am 19.01.2006 19:26
Hallo Erfolg,

meine Ausbildung hat mich auch gelangweilt und ich sah in einer Karriere keinen Sinn, obwohl alle Welt das von mir erwartet hat. Mit 22 (nach Abschluß der Ausbildung) habe ich geheiratet und zwei Kinder bekommen, weil ich das Gefühl hatte, wenigstens damit was zu machen, was Sinn hat-Kindern eine Basis für ihre Entwicklung zu bieten und sie mit menschlichen Werten aufwachsen zu lassen. Es ist sicher oft sehr öde gewesen, nur Haushalt, Kinder und langweilige Putzjobs zu haben. Trotz allem habe ich heute das Gefühl, den richtigen Weg gegangen zu sein.Aber ich habe dafür meine Eltern, Lehrer und Ausbilder enttäuscht. Was diese Kinder mir geben, könnte mir kein Erfolg in anderen Bereichen geben. Beruflich versuche ich jetzt, noch was auf die Beine zu stellen, aber mit einer anderen Einstellung, als ich das früher gekonnt hätte. Vielleicht ist es bei Deiner Tochter ähnlich. Vielleicht vermutet sie, wenn sie ihre Talente einsetzt, daß sie nur in Fremd-Erwartungen und Zwänge gerät, die sie bremsen, wenn sie wieder mal was anderes machen will (oder muß...). Ich vermute, daß ihr ein selbstbestimmtes Leben das Wichtigste ist. Erwartungen von anderen spürt sie wahrscheinlich als Gefängnis, und da hat sie verdammt Recht. Wir wünschen uns das Beste für unsere Kinder. Aber was wir uns vorstellen, muß es nicht immer sein. Das einzusehen ist wohl das Schwierigste am Elternsein. Ich hoffe, sie verrennt sich nicht in ihrer Protesthaltung. Und ich hoffe mit Dir, daß sie ihren Weg findet.
Liebe Grüße,
pepe

von pepe - am 20.01.2006 21:04
Hallo Erfolg,

meine Begabungen waren mir nicht schnurzegal, ich hätte gern Journalistik studiert. Diese Idee wurde gleich im Keim erstickt mit dem Hinweis, dafür sei kein Geld da. Ich bin reaktionär erzogen und meine Eltern haben die Begabungen ihrer Kinder (meine Schwester ist auch HB) nie wahrgenommen. Wir waren halt gut in der Schule, man hatte keinen Ärger mit uns, das war das Wichtigste. Ich bin ja heute noch auf Anpassung gepolt. Die habe ich mit 200prozentiger Perfektion geleistet. Ich wußte ja selbst nicht, was los war. Was mir wichtig war, paßte nie, also wurde es ignoriert (wird es heute noch) und ich war zu unsicher, um darauf zu bestehen oder es zu verfolgen. Eines meiner Talente ist Einfühlung in andere Menschen. Dieses Talent ließ sich im gesellschaftlich akzeptierten Rahmen einsetzen, ohne dumm aufzufallen. Ich habe einen Mann geheiratet, der bei unserem Kennenlernen selbstmordgefährdet war und mit ihm zwei wunderbare Kinder in die Welt gesetzt. Diesen Menschen habe ich eine Basis geboten, mich bis zum Anschlag für sie eingesetzt und erreicht, daß sie gut und gern leben, obwohl die Welt sicher nicht so ist, wie wir sie uns wünschen. Das buche ich für mich auf der Haben-Seite. Was mich das an Selbstverleugnung gekostet hat, möchte ich nicht aufrechnen, ich ernte heute die Früchte des Einsatzes und sage noch immer, es hat sich gelohnt. Sicher habe ich das alles gemacht, weil ich meine Talente nicht einzusetzen wußte, bei entsprechender Förderung hätte es vielleicht alles ganz anders laufen können. Aber das Gefühl, mein Leben selber zu bestimmen, ist mir mit den Jahren immer wichtiger geworden. Wenn ich mit irgendwas auffalle, gerate ich wahrscheinlich in irgendwelche Zwänge, die mir die Freiheit rauben. Ich möchte nie berühmt sein, das würde mich einschränken, wenn alle immer gucken, was macht die denn und man alles in der Zeitung lesen kann, auch das, was nicht stimmt. Oder Leute, die einen gefördert haben, wollen Gegenleistung sehen. Das schränkt die Freiheit ein!!! Ich will Deiner Tochter weder ab- noch zuraten, früh Kinder zu kriegen. Eigentlich wollte ich Dir zeigen, daß es nicht immer das Beste für andere ist, was wir dafür halten, auch wenn wir es gut meinen. Ich kann verstehen, wenn Deine Tochter den Sinn für sich in der Familie sieht, auch wenn es Dir nicht einleuchtet. Man braucht viele Talente zum Muttersein, die Kinder können von einer derart begabten Mutter sicher profitieren. Es ist natürlich eine Entscheidung, die man nicht rückgängig machen kann. Da braucht man dann Durchhaltevermögen, man kann es nicht wieder hinwerfen, wenn es einem nach 2 Jahren nicht mehr gefällt.
Deine Situation ist überaus schwierig, das Ding schon ziemlich verfahren. Wenn Du mit Deiner Tochter ins Gespräch kommen kannst über ein sinnvolles Leben, vielleicht bekommst du dann einen Einblick in ihre Denkweise. Vielleicht fühlt sie sich dann gesehen, nicht nur als Ansammlung von Talenten, sondern als Mensch.
Ich muß mich stark zurückhalten, damit mein Helfersyndrom nicht mit mir durchgeht.
Deshalb höre ich hier mal auf.
Alles Liebe,
pepe

von pepe - am 21.01.2006 16:37
---.

von erfolg - am 21.01.2006 21:50
Hallo Erfolg,

wie ich schon vermutet habe, weiß Deine Tochter vor lauter Talenten nicht, in welche Richtung sie gehen soll. Ob es Druck ist, den sie braucht, wage ich zu bezweifeln. Das mag in der "normalen" Pädagogik der Königsweg sein, aber sie ist schlau genug, sich dem zu entziehen, sie trickst euch doch alle aus. Oder macht völlig dicht. Sie braucht vermutlich Orientierungshilfe, keinen Druck!
Könnten Praktika in verschiedenen Tätigkeiten ihr vielleicht eine Orientierung geben? Es ist so schwer, sich in dem Alter zu entscheiden, weil man gar keine rechte Vorstellung hat, was einen im Beruf erwartet. In den Ferien könnte sie doch mal reinschnuppern, oder hat sie da gar kein Interesse? Schlag es ihr vor uns laß sie selber was suchen. Meine Kinder waren nach ihren Schulpraktika begeistert von "richtiger" Arbeit, weil das so ganz anders ist als Schule.
Ganz grundsätzlich glaube ich, daß gerade Hochbegabte Herausforderungen suchen, ihre Grenzen kennenlernen wollen. Da sie vieles aus dem Ärmel schütteln, finden sie diese Herausforderung in anderen Bereichen, nicht da, wo ihre Talente offensichtlich liegen. Wenn alle sagen, das und das ist schwer, und mir fällt das leicht, wie soll ich rausfinden, was ich bin, wenn ich nicht herausfinde, wo es bei mir aufhört? Sich selber kennenzulernen, wenn man unter Druck gesetzt wird, Anforderungen zu erfüllen, die unter dem eigenen Niveau liegen, ist schwierig.
Leider gibt es kein Rezept, das man einfach befolgt und alles wird gut. Aber das gibt es auch in der Erziehung anderer Kinder nicht. Erziehungskonzepte sind Leitlinien, die immer individuell angepaßt werden müssen. Nicht jedes Kind reagiert auf Druck und Ansporn mit Leistung. Es kann auch aufgeben. Das ist die große Herausforderung für Eltern: Sehen, wie begleite ich DIESES Kind in seiner Wesensart so, daß es seinen Weg ins Leben findet. Dann erspare ich ihm Umwege, die andere die Hälfte ihres Lebens kosten können. Aber man reift auch an den Umwegen, wenn man sie als Aufgaben betrachtet... "Erfolg" ist etwas, was jeder für sich selber definieren muß. Das muß nichts sein, was ins Auge sticht. Mit einem Menschen zu leben, der sein Leben wegwerfen wollte, und zu sehen, er lebt jetzt gerne, ist sicher nichts, womit man auffällt. Aber dazu beigetragen zu haben, daß es so ist, ist ein Erfolg.
Mensch, ich bin richtig neugierig geworden auf Deine Tochter! Es ist Geschenk und Aufgabe zugleich, so ein Kind zu begleiten.
Alles Gute wünscht
pepe


von pepe - am 22.01.2006 09:17
Hallo Erfolg,

Du hast Deine Tocher nicht zu "sowas" erzogen! Bei den Problemen, die sich da entwickelt haben, ist es Dir hoch anzurechnen, daß Du noch nicht aufgegeben hast.

Das Bild mit dem Esel hat nur einen Schönheitsfehler: Deine Tochter durchschaut beide Taktiken, sie zu etwas zu bringen, das sie vermutlich nicht will. Sie ist zu intelligent, um auf Manipulation reinzufallen und nimmt diese offenbar übel, rebelliert mit Protestverhalten und psychosomatisch gegen das, was sie als Zumutung empfindet. Sie soll "brauchbar" gemacht werden, soll angepaßt werden an das, was im System normal ist. Das ist offenbar nicht ihre Kragenweite. Sie wird wahrscheinlich (nicht von Dir!) wie ein bockiges Kind behandelt- mal nachsichtig, mal eher genervt. Das soll einem intelligenten Menschen wohl gegen den Strich gehen. Dauernd bekommt sie die Botschaft "Du bist nicht okay wie Du bist, paß Dich an".
Ich mußte speziell meinen Sohn schon früh in bestimmten Bereichen "auf Augenhöhe" behandeln, um den Kontakt nicht zu verlieren. Auseinanderzuhalten, wann man ihn wie einen Erwachsenen und wann wie ein Kind behandeln mußte, war nicht einfach und wäre einem Außenstehenden nie gelungen, nicht mal mein Mann war dazu in der Lage. Mir ist es wohl gelungen, weil ich mich sehr genau einfühlen kann und aus eigener Erfahrung weiß, wie sehr man unter Unverständnis leiden kann. Wenn man Dinge wahrnimmt, die andere nicht wahrnehmen, kann die Welt ein einsamer Ort sein.

Mit den Anforderungen der Schule und des Jugendamtes wird sie klarkommen können, denke ich. Würdest Du sie wieder aufnehmen können, wenn sie die Unterstützung für die Wohngruppe verliert? Hast Du noch Kraft? Ich stelle mir das sehr schwierig vor.
Kannst du hinter all den Talenten das Mädchen sehen, das verzweifelt seinen Weg sucht und ständig verwirrt ist, weil nichts, was sie tut, zu passen scheint?
Mein gefühlsmäßiger Durchbruch zu meiner Trauer über mein Unerkanntsein gelang mir über ein Lied von "Within Temptation". "See who I am, break through the surface. Reach for my hand, let's show them that we can free our minds and find a way.."
Ich weiß nicht, wie oft ich es gehört habe, bis ich nicht mehr laut losgeheult habe. Je nach dem stehen mir heute noch die Tränen in den Augen, wenn ich es höre.
Auch hochbegabte Menschen sind "nur" Menschen...
Alles Liebe,
pepe


von pepe - am 22.01.2006 21:01

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von erfolg - am 23.01.2006 18:50
Hallo Mexxi,

so wie Du die Beziehung zu Deinen Eltern beschreibst, erging und ergeht es mir noch heute. Nur, das "zwischen den Zeilen lesen" kann ich nicht bei ihnen, bzw. meiner Mutter, finden.

Auch mir wird immer vorgeworfen, ich würde nix auf die Reihe kriegen. Was haben sie doch alles (in finanzieller Hinsicht) für mich getan. Ich jedoch sehe schon Erfolge in meinem Leben, doch die werden nicht gewürdigt. Ich habe zwei sehr erfolgreiche Ausbildungen gemacht. Dies wird mir aber zum Vorwurf gemacht, ähnlich wie bei Dir.

Als ich meiner Mutter neulich erzählte, dass an mich von einer Institution für Hochbegabte die Anfrage auf die örtliche Leitung dieser angetragen wurde, stellte sie mir die Frage, ob ich denn aufeinmal studiert hätte und dafür qualifiziert wäre. Dann erzählte ich ihr, dass ich schon mit meiner Freundin eine Selbsthilfegruppe für HB leite, seit zwei Jahren. Sie wusste bis zu diesem Zeitpunkt davon noch nichts, weil ich mich in persönlichen Dingen in den letzten Jahren zurückgehalten habe, um nicht immer wieder verletzt zu werden.

Meine Mutter zerriss die ganze Thematik auf das übelste. Wer ich denn sei, dass ich der Meinung sei, ich könnte "so etwas".

Wenn ich meiner Mutter von meinen "Erfolgen" berichte, möchte ich im Grunde genommen nur mal den Satz hören "das hast Du toll gemacht, ich bewundere Dich". Zu hören bekomme ich aber immer, "das kannst Du nicht, lass die Finger davon, mach was gescheites, kümmere Dich um Deine Kinder und nicht um solchen Firlefanz (dies bezog sich auf meine Jobs und Interessen) etc., etc., .........

Ich weiß, ich kann die Vergangenheit nicht ändern, nur die Zukunft. Aber ich fühle mich durch die ewigen Verletzungen oft ausgebremst. Es rotiert in meinem Hirn, was denken andere von mir. Sehen die mich auch als "Doofe"?

Mein Bruder ist auch HB, das Verhältnis zu unserer Mutter ist sehr gestört. Sie will erst wieder Kontakt zu ihm aufnehmen, wenn er sich eine andere Frau sucht.

Meine Schwester ist "normal". Sie wird in den Himmel gehoben. Obwohl sie meiner Meinung nach nicht mehr als ich "geleistet" hat. Das tut weh.


@erfolg

Eigentlich wollte ich Dir das Buch "Das Lol²a Prinzip" empfehlen.

Loslassen
Liebe x Liebe
Aktion = Reaktion

Aber wenn ich so meine eigenen Zeilen oben durchlese, merke ich, dass ich das Buch selber erst nochmal lesen und verstehen muss, um loszulassen. Es kann doch nicht angehen, dass ich mich immer noch von dieser Vergangenheit beeinflussen lasse. Okay, eigentlich dachte ich, dass ich damit abgeschlossen hätte, aber als wir zu Weihnachten in den Norden zu meiner Mutter gereist sind, rissen die paar Tage wieder riesengroße Wunden auf. Jeden Tag mit meiner Mutter zusammen und ständig nur Vorwürfe. Wir fuhren auch viel früher ab, als geplant. Es war nicht mehr auszuhalten.

Naja, was ich mit diesem Buchtitel ausdrücken wollte, ist, Du musst Deine Tochter vielleicht "loslassen". Richte Deine gedanklichen Energien nicht auf den Punkt, wie Du ihr "helfen" kannst. Helfen = Leben beeinflussen.

Jetzt muss ich aber selbst erstmal "loslassen". Meine Gedanken positiv nach vorne schauen lassen und nicht soviel negative Energie an die Vergangenheit verschwenden. Negative Energie kostet mehr Kraft als positive. So ist kein Freiraum mehr für Positives. :(

Ach so, ich bin 42 Jahre alt, meine Mutter 66. Mein Vater starb vor einigen Jahren. Er war ein sehr einfühlsamer und liebevoller Mensch und hatte gar nichts mit den Gehässigkeiten meiner Mutter gemein. Aber er schritt auch nie ein und sagte meiner Mutter mal, dass sie damit aufhören sollte.

Aber es tut gut zu lesen, dass andere ähnliche Erfahrungen haben. Man fühlt sich nicht mehr als "einsames Monster". Ich bin nicht alleine.

Danke.

Turbobinchen

von turbobinchen - am 24.01.2006 10:24
Hallo Erfolg,

bitte mach Dir keinen Streß wegen "angemessener Reaktionen". Ich schreibe Dir, weil ich glaube, die Erweiterung der Sichtweisen auf ein Problem, das uns beherrscht, kann neue Lösungswege sichtbar machen, die man allein nicht findet, weil man "zu nah" davorsitzt. Man verliert den Weitblick, krallt sich fest und verzweifelt. Dann geht irgendwann gar nichts mehr. Laß die Dinge einfach auf Dich wirken, das ist eine angemessene Reaktion. Wenn Du etwas davon brauchen kannst, ist das sehr schön.

@mexxi und turbobinchen:

Das Loslassen auf BEIDEN Seiten ist die Achillesferse der Eltern-Kind-Beziehung. Wie das Kind muß auch die Beziehung erwachsen werden, was aber leider selten gelingt. Auch Eltern müssen reifen hin zum Loslassen, dürfen nicht an der Zeit kleben, als "die Kleine noch sooo süß war", sondern begreifen, daß auch erwachsene Kinder Menschen sind, die einem etwas geben können. Auch wenn sie jünger sind, was nicht ihre Schuld ist. Eltern haben keine lebenslange Verantwortung für ein Kind, weil es die Verantwortung für sein Leben irgendwann selbst in die Hand nehmen muß, und das kann es nur, wenn es sie auch in die Hand bekommt, bei allen Risiken, die das birgt. Dazu gehört Vertrauen (auch in die eigene Erziehung) und Mut. Man kann immer da sein, um in Notfällen zu helfen. Aber die Verantwortung muß den Besitzer wechseln. Ein Kind ist nicht das Produkt seiner Eltern, sondern ein eigenständiger Mensch. Eltern sind dazu da, diesem Menschen auf seinen Weg zu helfen. Und nicht dazu, ihn vorzuschreiben.
Puh, so viel Idealismus auf einmal.
Liebe Grüße,
pepe

von pepe - am 24.01.2006 16:13
Hallo erfolg,

Zitat

Ich beginne dies dahingehend zu interpretieren, dass ich offenbar so viel dummes Zeug von mir gebe, dass alle anderen sich sagen: "lassen wir die 'erfolg' nur machen. Irgendwann hält sie endlich mal ihre Klappe".


Falsch gedacht ;).
Ich persönlich finde eure Diskussion sehr spannend. Allerdings habe ich kein Bedürfnis, mich einzubringen, weil einerseits sehr viel von dem, was ich vielleicht zu allgemeinen Fragen schreiben könnte ohnehin schon da steht und ich andererseits zum Ausgangthema nicht viel beitragen kann.
Außerdem (ganz ehrlich) seid ihr mir ein bisschen zu schnell beim antworten ;).

Also nur weiter so!

Liebe Grüße
indri

von indri - am 26.01.2006 18:31
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von erfolg - am 26.01.2006 18:49
Hallo Erfolg,

da ich krank war, konnte ich die Diskussion nicht mitverfolgen. Vielleicht liest du ja noch mit, auch wenn Du Dich verabschiedet hast.

Was mexxi versucht hat, war, Dir einen Eindruck zu verschaffen, wie die ganze Geschichte aus Sicht des betroffenen Kindes aussehen KANN. Sie wollte- genau wie ich, Dir helfen, Deinen Blickwinkel zu erweitern (und nicht herumjammern). Aus dem, was du schreibst, entsteht für mich der Eindruck, Du suchst das Patentrezept, um Deine Tochter nach Deinem Verständnis lebensfähig zu machen. Wir versuchen hier, Dir klarzumachen, daß sie das vielleicht so gar nicht will, daß ihr Weg ein anderer sein kann, ohne daß sie Dich damit verletzen will. Da aber alle etwas bestimmtes von ihr fordern, die Anpassung ans System nämlich, geht sie in Opposition. Sie bekommt Dinge, die sie nicht will, und bekommt Vorwürfe, wenn sie ohne "Danke" nimmt. Die Pädagogen wollen sie in ein bestimmtes Verhalten zwingen, indem sie Druck machen. Druck erzeugt bekanntlich Gegendruck- auch ein gern angewandtes Mittel der Gruppenpsychologie, um Leute zu einem Team zu machen. Psychologie in dem Sinne zu verwenden, um bei anderen ein gewünschtes Verhalten zu erreichen, kann man "Motivation" nennen ( siehe Birkenbihl) - oder Manipulation. Wenn Du merkst, daß Dich jemand manipulieren will, wie reagierst Du? Ich bin sicher, bei einem IQ von 136 bemerkt Deine Tochter alle Manipulationsversuche und unterläuft sie. So lange da nicht ein anderer Ansatz gewählt wird, werden die Bemühungen vermutlich im Sande verlaufen. Die Botschaft, die sie immer wieder bekommt, ist die, daß sie nicht okay ist, wie sie ist. Darum geht es eigentlich in diesem Thread, denke ich.
Alles Gute wünscht
pepe

von pepe - am 27.01.2006 09:17
Hallo Erfolg,

ich habe das Gefühl, dass Du hier etwas falsch verstanden (interpretiert) hast. Ich hatte nicht den Eindruck, dass Dir hier etwas um die Ohren gehauen wird oder die Diskussion eine Ausseinandersetzung mit den eigenen Eltern ist. Ich habe die ganze Zeit interessiert und fasziniert mitgelesen. Es war spannend, auch für sich mal ganz andere Denkansätze durchzugehen, resultierend aus dieser Diskussion.

Was ich herauslese, ist, dass Mexxi versucht, sich in die Lage Deiner Tochter hinein zu versetzen. Da sie jünger ist als die meisten von uns in diesem Thread, hat sie eine andere Sichtweise der Generation.

Desweiteren bin ich der Meinung, dass die Diskussion hier typisch ist für HB. Weitverzweigte Lösungsansätze resultierend aus verschiedenen Denkansätzen, begleitet mit der eigenen Biographie. Typisch aber ist auch, dass man als HB sehr sensibel ist und einiges sehr schnell persönlich nimmt. (grübel, grübel, was meint die jetzt?, was soll das?) Man fühlt sich verletzt, obwohl dieses überhaupt nicht so ist. Eine Gabe von HB ist auch, dass sie immer versuchen beide Seiten zu beleuchten und "Entschuldigungen" für bestimmte Verhalten bei jeder Partei zu finden. Sie können Verständnis aufbringen auch für eine Gegenpartei, da sie immer versuchen alle Seiten zu beleuchten und zu analysieren, um zu einem Ergebnis für sich zu kommen.

Zu den Eltern möchte ich noch folgendes bemerken: Woher haben wir denn die Hochbegabung, wenn nicht von unseren Eltern? HB wird meistens von den Müttern vererbt. Unsere Eltern haben also auch eine eigene Biographie mit Verletzungen etc. Woher sollen sie von ihrer eigenen HB wissen, nur dass sie vielleicht auch immer gemerkt haben, anders zu sein. Bedenkt man dann auch noch die Wertevermittlung der Generation ihrer eigenen Eltern, sind sie ebenso "traumatisiert" wie wir.

In diesem Sinne........

Turbobinchen

von turbobinchen - am 28.01.2006 10:37
Hallo Erfolg,

ich habe Deine kompletten Beiträge gelesen und versucht, das Grundproblem ausfindig zu machen. Wenn man etwas verändern will, muß man an die Wurzeln gehen. Ich bin mir sicher, mit keinem Wort über meine Eltern hergezogen zu sein, und wenn ich schreibe, daß ich nicht gefördert wurde, ist das schlicht eine Tatsache. Ich habe nie versucht, Mitleid zu schinden oder von Dir eine Lösung präsentiert zu bekommen. Das Ding mit meinen Eltern habe ich für mich selber bearbeitet, Dein Entsetzen über "solche Eltern" hat mich eher befremdet. Sie haben das getan, was sie für richtig hielten, genau wie Du und ich.
Was ich spüre, ist die Wut, die Du auf Deine Tochter hast und die Du hier auf mexxi und mich überträgst, weil wir versuchen, Verständnis für sie zu wecken, das Dir über die Jahre - verständlicherweise - ausgegangen ist.
Meine Frage an Dich: Was suchst Du bei uns? Unterstützung für Deinen Standpunkt oder Hilfe für das Verständnis von HBlern? Deine Verzweiflung darüber, keinen Zugang mehr zu Deiner Tochter zu haben, kann ich verstehen. Daß Du alle Versuche, dir einen neuen Weg zu ihr zu bahnen, mit aller Macht abwehrst, tut mir leid.
pepe



von pepe - am 28.01.2006 14:46
Hallo Erfolg,

ich habe nie großes Aufhebens um eine Tatsache gemacht, die nun mal eine ist: Ich bin HB und erwarte keine Bewunderung, lediglich Akzeptanz für die Tatsache. Ob Du HB bist, weiß ich nicht, Du hast gesagt, Du bist es nicht. Geht es darum, um das Erkennen? Mach einen Test, wenn Du promoviert hast, kann der Test nicht wirklich schlecht ausfallen!
Nocheinmal meine Frage: Möchtest du von uns Hilfe, Deine Tochter besser zu verstehen, oder einfach nur Unterstützung für Deinen Standpunkt?
Wäre vielleicht ein Forum für Eltern von hochbegabten Kindern der geeignetere Platz für Dein Problem?
Welche Grundwerte und Grundeinstellungen sind für Dich wichtig? Es gibt da durchaus unterschiedliche Denkansätze, eine genauere Definition könnte Mißverständnisse reduzieren, wenn sie sie vielleicht auch nicht völlig verhindern kann.
Liebe Grüße,
pepe

von pepe - am 28.01.2006 19:47
Hallo Erfolg,

die Einzige, die hier meint, kämpfen zu müssen, bist Du. Du kämpfst vermutlich hier gegen das Gefühl der Hilflosigkeit, das Dich im Umgang mit Deiner Tochter auch immer überkommt. Das ist verständlich, aber ich sehe meine Rolle nicht darin, den Boxsack für Deinen Frust abzugeben. Wenn Du den Thread nochmal aufmerksam liest, wirst Du eventuell feststellen können, daß die einzigen emotionalen Beiträge von Dir stammen, weil Du Dich von Sachen angegriffen fühlst, die lediglich Schilderungen sind. Wenn Dir Dein mangelndes Selbstwertgefühl im Weg steht, weil Du trotz erfolgreicher wissenschaftlicher Arbeit keinen Job bekommst und damit Deiner Tochter indirekt das Argument lieferst, daß sich der Einsatz in dieser Gesellschaft offenbar nicht lohnt, ist das sicher unschön, aber kein Grund, verbal auf Menschen herumzuprügeln, die Dir freiwillig helfen wollten, mit Deiner Situation besser klarzukommen.
Es tut weh, der eigenen Bedürftigkeit zu begegnen, das weiß ich aus Erfahrung. Deine eigene Leistung wird weder von Deiner Mutter noch von der Gesellschaft gewürdigt, Deine Erziehungsleistung herabgesetzt und die Kraft, die Du eingesetzt hast, einfach übersehen. Deine Tochter hingegen streicht ohne Leistung Beachtung ein. Für Dich bleiben nur die Kritik und die hohen Erwartungen, die Du nicht erfüllen kannst. Du bist am Ende Deiner Kraft und bräuchtest vermutlich erstmal selber Anerkennung. Dieses Forum ist aber für den Austausch gedacht und erfüllt keine Therapie-Anforderungen. Außerdem ist es sicher auch nach Birkenbihl keine geeignetet Motivationsstrategie, mit gezückter Keule auf Leute loszustürmen, von denen man Verständnis und Zuspruch erwartet. Du pochst darauf, daß hier reflektiert wird. Das muß dann aber für alle gelten, Dich eingeschlossen. Leider merke ich wenig davon, daß Du über Dein Verhalten hier nachdenkst. Die Leute hier haben Dir Einblick in ihre Seelen gewährt und Dir ihre verletzliche Seite gezeigt. Du hast nichts eiligeres zu tun, als darauf herumzuhacken- eine Erfahrung, die diese Leute gut kennen. Ich weiß nicht, welchen Vorteil es für Dich hat, Dein persönliches Drama hier öffentlich zu inszenieren, aber ich habe nicht vor, weiter den Statisten zu spielen.
Es grüßen Hinz, Kunz und pepe!




von pepe - am 29.01.2006 10:56
Hallo Erfolg,

ich verfolge diesen Thread seit einiger Zeit, werde mich aber ab jetzt vollständig ausklinken, weil ich die Diskussion immer abstruser und sehr sonderbar finde.

Zunächst einmal finde ich es klasse, wie du versuchst, dein und euer Leben zu meistern. Immerhin habt Ihr ja einen langen Weg hinter euch, von dem die meisten, die dir hier Ratschläge erteilen, keine Ahnung haben. Es ist immer schwierig, mit Migrationshintergrund in der deutschen Gesellschaft Fuß zu fassen und ich denke, dass die Sorgen mit deiner Tochter auch daher rühren.

Ich bin davon überzeugt, dass du dich mit deinen Talenten zeigen kannst, allein die hohe Sprachbeherrschung des Deutschen als Nichtmuttersprachlerin ist ungewöhnlich und beachtenswert. Da steckst du so manchen in die Tasche. Von daher habe ich großen Respekt vor dir. Niemand kann hier ermessen, was es heißt, hochqualifiziert und arbeitslos zu sein.

Mich wundert nur, dass du Hilfe bei Menschen suchst, die mit ihrem eigenen Leben so offensichtlich nicht zurecht kommen, unzufrieden, unglücklich und leer sind und DIR für dein Leben, das sie nicht annähernd kennen oder gar bewältigen könnten, raten wollen, dich mit allerlei Empfehlungen zuschütten und dann noch beleidigt sind, wenn du dich gegen manche Dinge wehrst und die gnadenlos zuschlagen wie Pepe, deren letzte Mail ich einfach unmöglich fand. Da geht es nicht mehr ums Helfen! Geht es ums Niedermachen? Das müsste man sich doch mal überlegen.

Ich denke, hier versucht doch jeder den Splitter im Auge des anderen zu entfernen, ohne den Balken im eigenen Auge wahrzunehmen! Helfen kann dir doch nur jemand, der mit sich im Reinen ist, der innerlich so erfüllt ist und damit glücklich, dass er anderen wirklich etwas geben kann. Das sind Menschen, die einen langen Weg gegangen sind, die sich und ihre Talente verwirklichen, die sich von zu Hause abgenabelt haben, gelernt haben, was Leben heißt, die bereit sind Kritik anzunehmen, die nicht gescheiter sein wollen als Menschen, die sich schon einmal gründlich mit einer Materie beschäftigt haben.
Das sind Menschen, die ihren Weg wissen und ihn gehen und die bereit sind, dich zu begleiten und dir nicht mit dem Holzhammer eins überziehen, wenn du nicht so reagierst, wie sie es wollen. Das LASSEN, um das es hier geht, vermisse ich vollständig in dieser Diskussion. Das ist hier doch alles sehr widersprüchlich!

Ich kann dir nichts raten, das kann nur jemand, der dich sieht, und zwar wirklich dich vor sich hat, deinen Hintergrund besser kennt und der dich als Menschen nicht nur virtuell kennen lernen will. In diesem Thread triffst du jedenfalls nur hilflose Helfer. Ich verlasse diesen Platz jedenfalls, das ist mir doch zu blöd.

Alles Gute für dich, erfolg, von strenua


von strenua - am 31.01.2006 08:56
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