Keiner ist wie ich

Startbeitrag von Helene-senpai am 26.09.2017 12:49

Hallo liebes Forum,:)

ich gehe momentan in die 9. Klasse eines Gymnasiums in Bayern, an welches ich dieses Schuljahr aus Baden-Würtemberg gewechselt bin.
Einer der Gründe dieses Schuljahrs war, dass ich von meiner Klasse komplett ausgeschlossen wurde und ich so wirklich zu niemandem gehörte, weil alle einfach anders waren als ich. (Nach dem IQ-Test war klar warum)
Nun bin ich etwa drei Wochen auf der neuen Schule und hoffe, dass ich irgendwie jemanden finde, der die selben oder ähnliche Interessen und vertritt wie ich und auch meine Gedankengänge nachvollziehen kann.
Ich weiß, ich sollte dem noch etwas Zeit geben, da ich sie wie gesagt erst drei Wochen kenne, aber ich habe schon jetzt das Gefühl, auch hier würde es nicht wirklich klappen.
Die Mädchen, die in etwa meine Interessen haben, sind zum Teil charakterlich einfach komplett anders.
Eine von ihnen ist leider geistig ziemlich verletzt (familiäre Probleme) und hat mit sich selbst zu kämpfen während die anderen beiden total schüchtern sind und nur unter sich so richtig nervig laut werden.
Die anderen Mädchen sind einfach das Standartbild eines weiblichen Geschöpfes im Alter von 14/15 Jahren, mit welchem ich wenig zurecht komme.
Von den Jungs werde ich größtenteils ignoriert.

Ich habe Angst, wieder allein zu sein...
Keiner hat so wirklich Lust mehr Zeit mit mir zu verbringen und häufig bin ich es, die sie für eine Konversation anspricht.

Was soll ich machen?

Antworten:

Hallo Helene!

Du kannst weiterhin offen bleiben und auf Mitschüler zugehen aber wenn das zu nichts führt, dann kannst du wohl im Moment nicht viel machen. (Ein Klassensprung wäre langfristig vllt. eine Option?). Die Frage ist dabei: Wonach suchst du in deinen Mitschülern? Nach ernsten Freundschaften oder reichen oberflächliche Kontakte? Seine Mitschüler kann man sich leider nicht aussuchen und wenn man Pech hat, findet man in seiner Klasse/Stufe gar niemanden, mit dem man wirklich gut reden kann. So ging es mir auch. Allerdings kann man sich trotzdem zumindest oberflächlich um ein gutes Verhältnis zu seinen Mitschülern bemühen, wodurch man dazu beiträgt, dass man nicht aus der Klassengemeinschaft ausgeschlossen wird.

Hast du denn, sozusagen als Ersatz, außerhalb der Schule Freunde, z.B. über Hobbys? Darauf solltest du dich denke ich konzentrieren, denn in welchem Umfeld du dich in deiner Freizeit bewegst, das kontrollierst du, im Gegensatz zur Schule.

Syvar

von Syvár - am 29.09.2017 18:58
Hey und willkommen!

Ich weiß, wie es dir geht. Ich hab zur Oberstufe die Schule gewechselt gehabt, weil ich keine Lust mehr hatte mich noch zwei weitere Jahre so extrem Mobben zu lassen. Ich hatte das Glück, dass ich gleich in meiner ersten Stunde neben die Jungs gesetzt wurde, mit denen ich jetzt auch noch befreundet bin.

Ich glaube du musst etwas überdenken, was genau du suchst. Ich hab mit meinen Jungs keine wirklichen gemeinsamen Interessen, uns verband eigentlich nur die Schule. Trotzdem haben wir dann auch außerhalb viel Spaß gehabt und halten auch jetzt, fast 3 Jahre nach dem Abi, noch guten Kontakt und treffen uns zu gemeinsamen Aktionen. Wir haben keine gemeinsamen Hobbys, studieren in verschiedenen Städten verschiedene Fächer. Aber die Chemie stimmt.

Wie sieht es denn aus mit AGs? Da hab ich mir Kontakte gesucht. Ansonsten hatte ich lange Jahre nur außerhalb der Schule Freunde, über den Tierschutz, Bekannte von Bekannten und die Reiterei, außerdem über den Chat hier.
Ich glaube in der Schule findet man selten die "perfekten Freunde" - Leute mit passendem Charakter und passenden Interessen und passender Art UND der passenden Chemie. Das ist ein Wunschtraum. Irgendwo muss man leider Abstriche machen.

Da wirst du wahrscheinlich versuchen müssen rauszufinden, was für dich die wichtigsten Punkte sind. Das Wichtigste ist eigentlich (meiner Meinung nach), dass die Leute interessiert sind, egal ob sie das Interesse teilen oder nicht, und dass man sich nicht verbiegen muss. Seit ich das für mich rausgefunden habe fällt es mir deutlich leichter, Kontakte zu knüpfen - nicht alles sind Freundschaften, aber es ist schön in die Uni zu kommen und dort Leute zum Quatschen zu haben bzw mit denen man einfach gut arbeiten kann.

Liebe Grüße, Garfield

von Garfield - am 05.10.2017 16:28
Hallo,
Kommst du häufiger mit Gedanken um die Ecke, die als "Schwachsinn" oder überfordernd aufgefasst werden?
Ich kann es mir manchmal einfach nicht verkneifen, wenigstens ein paar Thesen mitzuteilen, auch wenn daraus keine befriedigende Diskussion entsteht.
Gerade in deinem Alter achtet man ja sehr auf sein Auftreten und will, so schlimm dieses Wort auch ist, "cool" wirken.

"Die anderen Mädchen sind einfach das Standartbild eines weiblichen Geschöpfes im Alter von 14/15 Jahren, mit welchem ich wenig zurecht komme."

Das klingt für mich nach rationalem Verhalten deinerseits und einem daraus resultierenden Unverständnis für deine emotional geprägte Umwelt. Dagegen kann man wenig machen, fürchte ich.
Du kannst aber versuchen, Interessensfelder zu finden, die für "normale" zugänglicher sind.
Dabei befürchte ich, ist dir vieles zu banal, das wird allerdings in späteren Jahren besser.
Deine Beiträge sollten weniger eloquent rüber kommen, sondern sich eher an Jugendsprache orientieren.

Mir hat es auch sehr geholfen, zu einem Mensa Treffen zu gehen, die Leute waren zwar viel älter als ich, aber es gab endlich die Möglichkeit meinen Geist zu entlasten. Das ist leider nicht immer der Fall, viele Leute essen einfach nur und nutzen die Möglichkeit nicht richtig.

Immerhin weißt du schon jetzt über die Ursache deiner Andersartigkeit bescheid, das war bei mir erst im Abitur der Fall und das ist gerade einmal zwei Jahre her :D

von User23829 - am 22.11.2017 23:22
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