Diese Seite mit anderen teilen ...

Informationen zum Thema:
Forum:
Kontakthof
Beiträge im Thema:
10
Erster Beitrag:
vor 11 Jahren, 9 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 11 Jahren, 9 Monaten
Beteiligte Autoren:
OLAV., Der Imperator, Ente2, miikka, Zecke, La Dolce Vita

Korruptions-Reisen von NRW-Politikern

Startbeitrag von Zecke am 21.01.2006 15:33

Hehe, jetzt steht der Bürgermeister von Frechen schon indirekt auf Spiegel Online, dieses Arschloch...


Konzerne

Kurztrips in Krisenzeiten

Von Andrea Brandt, Frank Dohmen und Guido Kleinhubbert

Mit kostspieligen Ausflügen hat E.on Ruhrgas versucht, Stadtwerke als Großkunden an sich zu binden. Das Unternehmen stand mit dieser Praxis indes nicht allein.

Die Reise führte nach Barcelona, und sie begann an einem heißen Sommertag im Jahre 2003. Die 17 Teilnehmer residierten in einem Traumhotel mit Klimaanlage, besuchten Theater wie Museen und kamen sich abends bei Rioja und Meeresfrüchten näher. "Gesellig" sei das alles gewesen, erinnert sich Franz-Josef Britz.

Was dem Aufsichtsratschef der Stadtwerke Essen und den anderen Mitreisenden besonders gefiel an dem Drei-Tage-Trip war die Finanzierung: Flug, Unterbringung und Eintrittsgelder wurden fast komplett von E.on Ruhrgas bezahlt.

Die kostspielige Kurzreise, die insgesamt weit über 100.000 Euro verschlang, steht stellvertretend für eine jahrelang praktizierte Politik des Gebens und Nehmens zwischen deutschen Stadtwerken und dem umstrittenen Essener Gasversorger. Stichwort: politische Landschaftspflege.

Nach derzeitigen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Köln soll E.on Ruhrgas für seine treuen Abnehmer eine Art Reisebüro betrieben haben - und dabei zum Teil sehr bereitwillig auf die Wünsche seiner wichtigsten Großkunden eingegangen sein. Eine Praxis, die es offenbar nicht nur bei E.on Ruhrgas gab, sondern auch bei RWE. Inzwischen mehren sich die Hinweise, dass es sich bei den bezahlten Trips um ein Problem der gesamten Energiebranche handeln könnte. Ins Visier der Ermittler geraten ist auch die heute von RWE-Energy betriebene Thyssengas.

Wie bei E.on Ruhrgas durchsuchten die Staatsanwälte auch dort bereits im vergangenen Jahr Geschäftsräume und beschlagnahmten kistenweise Reiseunterlagen. Der Verdacht ist der gleiche wie im Fall E.on Ruhrgas: Auch Thyssengas soll Reisen von Stadtwerke-Aufsichtsräten finanziert haben, die nur einen untergeordneten Bezug zu gasfachlichen Themen hatten. Im Klartext: Es war nicht immer leicht, den Ausflügen einen amtlichen Anstrich zu verpassen.

Insgesamt sollen fa Kommunalpolitiker, die beispielsweise in den Aufsichtsräten über die Arbeit der Stadtwerke wachen, von den Freigebigkeiten der Branche profitiert haben. So finanzierte E.on Ruhrgas Abenteuertrips auf eine Bohrinsel, Sightseeing-Touren nach Rom und Barcelona sowie Tagesausflüge zu Luxusrestaurants. "Auch Lust- und Genussreisen" seien da früher bezahlt worden, räumt ein hochrangiger Manager ein.

Die Ermittlungen treffen die Energieversorger in einer Phase, die selbst krisenerprobte Manager als "Vorstufe zur Eskalation" umschreiben: Unterstützt von Verbraucherverbänden, gehen in der Republik Interessengemeinschaften gegen die ihrer Meinung nach horrenden Gaspreise vor. Die EU-Kommission fordert eine schnellere Öffnung der Gasmärkte in Europa. Und auch Kartellwächter wollen die Marktmacht des deutschen Oligopols stutzen.

Angesichts solch massiver Bedrohungen scheint es nicht verwunderlich, dass bei den Unternehmen die Pflege der wichtigsten Großkunden ganz oben auf der Prioritätenliste angesiedelt ist. Um die 100.000 Euro ließ sich E.on Ruhrgas die Gruppenreisen von zehn bis zwölf Personen kosten. Teilweise wurden die lustigen Trips der Stadtwerke-Vertreter sogar von den kommunalen Versorgern selbst organisiert. Solange ein gaswirtschaftlicher Bezug zumindest in den Programmen zu erkennen war, sprang E.on Ruhrgas als großzügiger Finanzier ein und übernahm die Kosten - entweder ganz oder zu großen Teilen.

Ein dreitägiger Kurzurlaub, den sich die Stadtwerke Essen laut Staatsanwaltschaft von dem Energieversorger spendieren lassen wollten, wäre mit 160.000 Euro allerdings so teuer geraten, dass E.on eine Woche vor Reiseantritt absagte.

Das Gasunternehmen übernahm indes die Stornogebühren in Höhe von rund 16 500 Euro - und zeigte sich weiterhin großzügig. Zur Entschädigung der enttäuschten Aufsichtsräte wurde flugs ein Abendessen im Schlosshotel Lerbach in Bergisch-Gladbach anberaumt. Dass dort Drei-Sterne-Koch Dieter Müller an einem Gasherd steht, unkte ein Ermittler, sei wohl der einzige Zusammenhang zur Arbeit des Unternehmens.

Skrupel hatten lange Zeit weder die Unternehmen noch die kommunalen Nutznießer bei solchen Ausflügen. Erst als beispielsweise mit dem Kölner Müllskandal im Jahr 2002 Kommunalpolitiker wegen der Annahme von Geschenken ins Visier von Ermittlungsbehörden gerieten, wurde E.on Ruhrgas unter seinem neuen Chef Burckhard Bergmann vorsichtiger. Von da an, heißt es, habe man zumindest auf mögliche Probleme hingewiesen und Politikern freigestellt, einen Teil der Kosten selbst zu tragen. Wie hoch dieser Anteil dann sein sollte, überließ man den Stadtwerke-Vertretern praktischerweise selbst.

Beim RWE-Konzern, der die Hausdurchsuchungen und Ermittlungen im Zusammenhang mit Thyssengas bestätigte, schließt man solche Reisen zumindest seit dem vergangenen Jahr aus. Da sei ein Verhaltenskodex erarbeitet worden, an den alle Töchter gebunden seien.

Auch E.on-Ruhrgas-Chef Bergmann will bereits vorhandene Regeln nun strenger fassen lassen. So könnte beispielsweise detaillierter vorgeschrieben werden, ob Kunden und Politiker eine Eigenbeteiligung bei Reisen tragen müssen. Bis zur Fertigstellung, so Bergmann gegenüber dem SPIEGEL, werden "sämtliche Kundenveranstaltungen dieser Art komplett eingestellt".

Die Gaskunden in Deutschland dürfte zumindest diese Mitteilung freuen. Denn in letzter Konsequenz finanzierten sie die feudalen Ausflugsreisen über ihre Gasabrechnungen.

Antworten:

dat nennt man KLÜNGEL.



:)

von OLAV. - am 21.01.2006 15:37
thyssengas duisburg hat auch dreck am stecken, die staatsanwaltschaft ist am ball.

aber bestraft wird sicher niemand und ändern tut sich auch nicht.

nett, das der sprachgebrauch dezenter wird.

die vw ler waren in südamerika im puff.

die gasleute machen es auf einer "bohrinsel" :D :D

von miikka - am 21.01.2006 16:04
deine doppeldeutigkeit im bezug auf BOHR-insel kam an:)

von OLAV. - am 21.01.2006 16:36
da sieht mans mal wieder. Alle da oben sind korrupte Schweine. mein Reden.Fängt doch schon beim kleinen Bürgermeister an.

von La Dolce Vita - am 21.01.2006 16:37


also ich bin ja geduldig.


und warte immer noch drauf,

das man dem KÖNIG von köln an die karre pisst.


aber bisher ist über antwerpes nix raus.
trotz müllverbrennungsanlage und trinekens und und und...

von OLAV. - am 21.01.2006 16:39
Das nennt man nicht Klüngel das nennt man Korruption.

von Der Imperator - am 21.01.2006 17:23

Ein SUMPF...

der mich nicht wundert...

von Ente2 - am 22.01.2006 19:10
ich finde bohrinselbesichtigungen für bürgermeister

sehr wichtig.



stell dir mal vor man findet in frechen öl !

was dann?

keiner kennt sich aus!

von OLAV. - am 22.01.2006 19:14

Das passt der halbwegs zu

Frage an Radio Moskau: "Stimmt es, dass in unserem größten Industrieunternehmen am Ort Vetternwirtschaft herrscht?" - "Im Prinzip nein, die drei leitenden Männer sind nicht Vettern, sondern Brüder."

von Der Imperator - am 23.01.2006 00:23
Zur Information:
MySnip.de hat keinen Einfluss auf die Inhalte der Beiträge. Bitte kontaktieren Sie den Administrator des Forums bei Problemen oder Löschforderungen über die Kontaktseite.
Falls die Kontaktaufnahme mit dem Administrator des Forums fehlschlägt, kontaktieren Sie uns bitte über die in unserem Impressum angegebenen Daten.