Tagesthemen OST

Startbeitrag von Heike. am 24.02.2006 16:56

Was die West-Elbier gestern nicht für meldungswürdig erachten - S P A L T E R !!!!!!!!!!!! >:-[



HAPPY BIRTHDAY TÄVE!



Gustav Adolf Schur - genannt Täve - feiert seinen 75. Geburtstag. Die deutsche Radsportlegende, die in den 50er und 60er Jahren Triumpfe feierte, ist auch heute noch jedem Kind ein Begriff. Der zweifache Straßen-Weltmeister, der auch eineinhalb Jahrzehnte die Friedensfahrt - ursprünglich einmal eines der schwersten Amateurrennen der Welt - mitbestimmte und großen Anteil an dessen Popularität hatte, hielt dem Rennsport auch später die Treue: So konnte und kann man darauf wetten, ihn an jeder Rennstrecke im Umkreis von 100 km um seinen Wohnort bei Magdeburg anzutreffen. Und in den 90er Jahren engagierte er sich für den Erhalt des Radrennens, das er so entscheidend mitprägte: mit zwiespältigem Erfolg. Die "Fahrt für den Frieden" bliebt zwar erhalten, doch leider ging ihr Geist im Kommerz verloren. Schade!

Täves Beliebtheit beruht aber nicht nur auf seinen sportlichen Erfolgen, sondern auch (und vor allem) auf seiner menschlichen Ausstrahlung und der Tatsache, dass er trotz seiner Erfolge nie abgehoben und immer der "Junge von Nebenan" geblieben ist. So wundert es auch nicht, dass noch Jahrzehnte nach dem Ende seiner aktiven Laufbahn immer wieder Menschen zusammenströmen, wenn TÄVE auf der Bildfläche erscheint. Und egal, wie eilig er es hat, er nimmt sich die Zeit für seine "Fans". Daher blieb der Familie - seine Kinder Susanne und Jan traten erfolgreich in die Fußstapfen ihres Vaters - gestern kaum eine Chance auf ihren Jubliar, der eigentlich nur im engsten Kreise feiern wollte, denn alle, alle kamen, um zu gratulieren.

Trotz seines Alters schwingt sich Täve immer noch regelmäßig aufs Rad und strampelt seine Kilometer ab. Und so kann es leicht passieren, dass Otto Autofahrer auf Magdeburgs Landstraßen plötzlich eine "Erscheinung" neben sich hat. Seine nächste Herausforderung? 100 werden! Na denn: Kräftig treten, Täve!







DANKE PETER!



Halle (Saale), größte Stadt Sachsen-Anhalts und "heimliche Kulturhauptstadt", verleiht in einer Feierstunde dem Schauspieler, Regisseur, Gründungsvater und langjährigen Intendanten des "neuen theaters" Peter Sodann die Ehrenbürgerschaft für seine Verdienste um die Stadt und deren Kulturlandschaft, die er entscheidend mitprägt(e).

Die Strafversetzung des alles andere als stromlinienförmigen Schauspielers Anfang der 80er als Leiter der hallischen Schauspielabteilung, die damals hinter Oper, Ballett und Philharmonie das 5. Rad am Wagen war, sollte sich für Halle als riesen Glücksfall erweisen. Denn anstatt sich dem Schicksal zu fügen, packten er und "seine Schauspieler" im wahrsten Sinne des Wortes zu, besetzten ein leerstehendes Kino und bauten sich dort in "unbezahlter zweiter Schicht" (Subbotnik genannt) eine eigene Spielstätte auf. Sodann wird sogar nachgesagt, dass er Schauspieler, die ihn um ein Engagement ersuchten, zunächst nach ihren handwerklichen Fähigkeiten im Umgang mit Maurerkelle und Betonmischer fragte. *gg* (Schauspielern mussten sie natürlich auch können!) So hatten die Hallenser, unter denen sich die "kriminellen Machenschaften" schnell rumsprachen, dann Gelegenheit, "Schauspiel auf der Baustelle" - also lebensnah bis zum Äußersten - zu erleben und sie nutzten die Gelegenheit reichlich. Denn getreu seinem Motto: "Wer des Weges kommt, trete ein", sprengte Sodann so ziemlich alle Schwellen weg, die "Ungeübte" vom Betreten des "Hohen Hauses" abhalten konnten: Er brach mit den herkömmlichen Strukturen der Guckkastenbühne und bespielte den gesamten (dreidimensionalen) Raum bei ständig wechselnder, dem Stück angepasster Sitzanordnung auf Kino-"sesseln" (Vorsicht Riesen: Touristenklasse! *lol*), kommentierte mit seinem Spielplan immer das Zeitgeschehen, ohne dabei Oberehrer zu sein oder die Stücke modern zu entstellen. Und egal ob Faust oder Kishon: Bei ihm standen MENSCHEN und keine KUNSTFIGUREN auf der Bühne, mit denen man lachen und weinen konnte und wollte. Von der "legendären Hamlet-Inszenierung" spricht man heute noch. Dabei wurde - anfangs notgedrungen, später aus Prinzip - die Kulisse auf ein Minimum reduziert; nichts sollte von den Texten ablenken. (WENN DAS ALTMODISCH IST, DANN BIN ICH ALTMODISCH UND DAS AUS LEIDENSCHAFT!) Und in schwarzem Anzug und Abendkleid kommt hier keiner mehr, eher schon in Flickenjeans und Schlabberpullover. Auch sein soziales Engagement bleibt im Gegensatz zu den meisten Schwadronierern kein Lippenbekenntnis: Der Mann redet nicht, er handelt. Seine 5 DM-Vorstellungen (die später 6 Euro wurden) für JEDERMANN ohne Armutsnachweispflicht haben so manchem Stützeempfänger OHNE Gesichtsverlust zu einem Theaterabend verholfen, auf den er sonst wohl verzichtet hätte. Dafür sparte Sodann dann lieber bei der Ausgabe von Freitickets an die darbenden Herrscherkreise. Und die Einnahmen bei ausverkauftem Hause dürften trotzdem weit über den heutigen gelegen haben, wo bei vollen Preisen, die Zuschauer einzeln begrüßt werden.

Mit halben Sachen gab und gibt sich Sodann nicht zufrieden und so entstand in 20 Jahren rund um das Kino ein Kulturkomplex mit insgesamt 3 Bühnen plus Hoftheater, ein Lese-Cafe, ein Lesesaal mit fast komplettem Satz aller DDR-Veröffentlichungen für den "kleinen Hunger zwischendurch" (Bücher, die er 1990 vor Vernichtung rettete: "Wer Bücher verbrennt, ...") und eine Bierkneipe für den großen Durst danach.

Nach Fertigstellung seiner "Kulturinsel" im Kampf gegen zwei Systeme hieß es dann für Peter Sodann: "Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan, der Moor kann gehen!" Und so wurde der Intendant im vorigen Jahr unter einer unsäglichen Medienkampagne (MZ, schon allein dafür müsste man euch abfackeln!) geschasst und gegen einen "pflegeleichten" Neuzugang ersetzt. (Der mittlerweile auf dem besten Wege ist, 20 Jahre Arbeit in weniger als 20 Monaten erfolgreich zu vernichten!) Was die Stadtoberen allerdings nicht verhindern konnten, ist die Ehrung dieses Mannes, der sich nie Lieb-Kind gemacht hat, und den "seine Hallenser" genau deswegen lieben! Und so feierten sie ihn auch mit "Standing Ovations", von denen seine Feinde nur träumen können. *gg*

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