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Erster Beitrag:
vor 11 Jahren, 7 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 11 Jahren, 7 Monaten
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La Dolce Vita, Zecke, Eddie 72, Scheißerle, -Mami-, Garageland

Vor 66 Jahren...

Startbeitrag von Zecke am 07.03.2006 23:25

Heute (bzw. mittlerweile gestern, da nach Mitternacht) vor 66 Jahren wurde Rudi Dutschke geboren.

In Abwandlung eines berühmten Zitates von ihm:

Rudi, der Kampf geht weiter!!! ;-)



Antworten:

Hi, Da bist Du ja !;-)
Sorry wollte jetzt nicht Deine Huldigung an Rudi Dutschke versauen.

von La Dolce Vita - am 07.03.2006 23:30
Aber nur kurz, weil ich morgen recht früh raus muss.
Und das Versauen der Huldigung ist schon geschehen. :hot:

von Zecke - am 07.03.2006 23:43

Literatur

[de.wikipedia.org]

[de.wikiquote.org]



von Zecke - am 08.03.2006 00:00
Ich muss auch gleich ins Bett , ich hab nämlich rasende Migräne.

von La Dolce Vita - am 08.03.2006 00:01

Re: Literatur

Das kannte ich schon , hatte ich mir nämlich die Tage Dir zu Ehren mal durchgelesen obwohl ich seine Geschichte in etwa kenne.
Seine Frau Gretchen war ja mal mit Campino bei der Böttinger.Campino ist aber nicht so der Dutschke Freak sondern eher so Fritz Teufel.

von La Dolce Vita - am 08.03.2006 00:04

Re: Literatur

Stimmt, die Sendung hatte ich damals auch gesehen. Erinnere mich aber nicht mehr wirklich daran, wie es ablief. Ich finde, dass man Dutsche um so mehr zu schätzen beginnt, je mehr man sich mit ihm beschäftigt. Ich habe echt wenige Menschen erlebt, wo ich so oft sagen könnte "jo so denke ich auch". Der hat halt auch eine sozialistische basis-demokratische Ader gehabt, aber auch total diese liberalen, antiautoritären, teils sogar anarchistischen Schwerpunkte. Das kann ich schon sehr gut nachvollziehen.

von Zecke - am 08.03.2006 00:12

Re: Literatur

Aha. Ja seine Ansichten sind sicherlich zum Teil interessant.
Zumindest war er auch bei aller Radikalität gegen Gewalt.
Und Du bist für antiautoritär? Das passt nicht zur PDS finde ich.
Würdest Du etwa auch Deine Kinder antiautoritär erziehen , also ohne Grenzen zu setzen und mal einen Klaps auf den Po zu geben?

von La Dolce Vita - am 08.03.2006 00:19

Re: Literatur

Na ja, so teils gegen Gewalt halt. Gegen Gewalt gegen Sachen hatte er nichts und in besonderen Situationen hatte er auch nichts gegen Gewalt gegen Menschen. Auch wenn er im Prinzip ein gewaltfreier Mensch war. So denke ich eben auch.
Antiautoritär bin ich wenn es um Eliten, Machtfragen, Regeln und so weiter geht, also um politische und gesellschaftliche Fragen, um die Kindererziehungsstrategie habe ich mir noch nie Gedanken gemacht.
Und die PDS ist nicht die SED, also auch nicht geschlossen autoritär, es gibt in ihr verschiedene Strömungen, das kann man alles nicht verallgemeinern. Bei ihr ist das sicher weniger als in anderen Parteien der Fall. Und in gewissen politischen Fragen ist ein wenig Autorität ja auch nicht verkehrt, solange es sich nicht um den einzelnen, kleinen Bürger dreht. Und wie gesagt, ich habe ja auch nie gesagt, dass die Linkspartei das Maß aller Dinge ist. Sonst wäre ich Mitglied. Es ist nur die Partei, die derzeit von den größeren die einzig für mich wählbare ist.

von Zecke - am 08.03.2006 00:25
Boah, das glaubt man ja kaum, dass der heute schon so alt wäre!

Na oder halt gestern *g*

Der hat ja am gleichen Tag Geburtstag wie meine Mutter. Das hab ich gar nicht gewusst.

von -Mami- - am 08.03.2006 09:05

Re: Literatur


Mag sein das er ein Seeleneverwandter von Dir ist, so etwas gibt es.

Inwiefern hatte er, oder auch Du nichts gegen Gewalt gegen Menschen? Im Falle Che Guevara oder anderen Befreiungskampfaktionen , die ja eigentlich jeder für legitim halten sollte, oder auch Gewalt gegenüber Feindbildern generell ?

von La Dolce Vita - am 08.03.2006 12:39

Re: Literatur

wo blinde die macht haben brauchen sehende gewalt.
stand in meinem ethik-buch. halt diesen satz für äußerst gefährlich. würde aberniemals sagen, dass er "richtig" oder "falsch" ist. eine antwort darauf hab ich (noch) nicht gefunden.

von Garageland - am 08.03.2006 16:52
Ja, erstaunlich, wie sich das Denken bei relativ jung Gestorbenen dann auswirkt.

von Zecke - am 08.03.2006 17:47

Re: Literatur

Ich habe wie er nichts gegen Gewalt in bestimmten Länden, wo die Menschen übelst unterdrückt werden. Außerdem in gewissen Extrem-Situationen wie auch bei bestimmten Gegnern, von denen selber Gewalt ausgeht. Und gegen Gewalt gegen Sachen hab ich eigentlich gar nichts, sofern die Sache sinnvoll ist.

von Zecke - am 08.03.2006 17:50

Re: Literatur

Ich bin da aber wahrscheinlich da auch so veranlagt wie er beschrieben wird. Bei ihm steht ja auch, dass er diese Sachen zwar unterstützt ist, aber selber nicht an Gewalttaten teilgenommen hat. Ich bin persönlich ja ein recht friedfertiger Mensch.

von Zecke - am 08.03.2006 17:51

Re: Literatur

Widerstand in solchen Situationen ist schon okay. Er sollte nur von einer größeren Gruppe ausgehen und nicht von Einzelpersonen. Aber generell ist die Frage dessen, ob Widerstand legitim ist, eh immer erst im Nachhinein von anderen Leuten zu beantworten und daher ist guter Widerstand immer eine Frage des Zeitpunkts und der Betrachtung der Sieger.

von Zecke - am 08.03.2006 17:54

Re: Literatur

Ja das sehe ich ähnlich. Leider geht es nicht immer ganz ohne Gewalt ab, aber man sollte es sich unbedingt für die Extremsituationen vorbehalten.

von La Dolce Vita - am 08.03.2006 21:42

Re: Literatur

Also ich halte Gewalt in ganz bestimmten Situationen für legitim. Es geht leider manchmal nicht anders um die Gerechtigkeit wieder herzustellen. Pazefistisch ( so wie die PDS das vertritt) kann man nur sein wenn die gesamte Welt um einen herum friedlich ist und ohne Militär und Waffen. Alles andere ist Unsinn und gefährlich. Aber ich denk das weiss auch jeder halbwegs vernünftige Mensch ohne mein schlaues Posting.

von La Dolce Vita - am 09.03.2006 22:12

Re: Literatur

Gott diese fehlende Editfunktion ist für schludrige Tipper wie mich der Horror.
"Pazifistisch" sollte das heissen.

von La Dolce Vita - am 10.03.2006 01:29
da hätte ich nochmal ein ganz grundlegende Frage an Dich.
Warum glaubst Du war Rudi Dutschke so wie er war. Was glaubst Du waren seine Beweggründe dermassen revolutionieren zu wollen oder müssen? Sprich alles Böse "aussen zu suchen" wie die analytische Psychologie das klassifizieren würde.
Glaubst Du dass er auch im Kleinen, sprich wenn es seinem Allernächsten mal mit irgendwas nicht gut ging, das auch so schnell und intensiv bemerkt hätte, zB wenn es seiner Frau gar nicht mal so gut ging mit diesem Leben das er ihr mit aufgezwungen hat ?

Hast Du Dich schonmal damit befasst was eigentlich hinter dieser Art Verhalten steckt?

von La Dolce Vita - am 10.03.2006 10:53
versucht der Sohn von Rudi Dutschke noch immer Fuß zu fassen in der Politikszene ???

von Eddie 72 - am 10.03.2006 20:46
Keine Ahnung, ich hatte mal gehört das Marek Dutschke für den Bundestag kandidiert hatte , aber so richtig viel hören tut man ja nicht von ihm. Der müsste auch , wenn ich mich recht entsinne, noch links von Ströbele anzusiedeln sein, und die kommen innerhalb der Grünen nicht mehr bis nach vorn.

von La Dolce Vita - am 12.03.2006 09:39
also irgendwie bringe ich den Junior Dutschke mit den Grünen in Verbindung. Aber das war vor den letzten Bundestagswahlen. Na ja an den Herrn Papa kommt er eh nicht heran. Gibt leider heute viel zu wenig Leute die zu ihren Idealen stehen :(

von Eddie 72 - am 12.03.2006 12:01
Marek Dutschke wollte bei der letzten Wahl für den Bundestag kandidieren, ist aber von den Grünen abgeschlagen in einer Stichwahl nicht nominiert worden. Meines Wissens gehört er zum linken Flügel. Wie weit er die Ansichten seines Vaters (den er ja gar kennt) teilt bzw. überhaupt eigenes oder familiäres Profil besitzt, kann ich nicht beurteilen. Die wenigen Interviews gaben da nicht viel Aufschluss. Wenn er krass drauf sein sollte, ist er aber wohl in dieser Partei falsch aufgehoben... *g*

von Zecke - am 12.03.2006 18:03
Ja er ist bei den Grünen. Das sagte ich ja.

von La Dolce Vita - am 12.03.2006 18:18
Gute Frage. Letztes Jahr versuchte er es wohl noch. Hat aber scheinbar bei den Grünen ja nicht so beide Beine auf den Boden bekommen.

von Zecke - am 12.03.2006 18:46

Re: Literatur

Ich bin eigentlich pazifistisch orientiert. Nur bei bestimmten Unterdrückungszuständen finde ich Gewalt gegen Menschen ein legimes Mittel der Unterdrückten. Gegengewalt ist nicht immer falsch. Ich denke aber, dass Du den Einsatz bzw. den grundsätzlichen Bestand an Militär etwas anders siehst. Oder wo siehst Du Gewalt als legitimes Mittel an?

von Zecke - am 12.03.2006 18:58

Re: Literatur

Kann sein weiss ich jetzt nicht so genau ob und was ich da anders sehe.
Das Militär dient für mich zum Schutz des jeweilig zu beschützenden Landes ich denke darüber muss ich mich mit einem halbwegs vernünfigen Menschen nicht gross streiten.Desweiteren find ich es gut das sie in Katastrophengebieten zum Einsatz kommen um zu helfen wie z B Tsunami usw.
Gewalt halte ich für legitim, wie Du schon sagst, wenn es darum geht Unterdrückungszustände zu beenden , korrupte Regieme zu stürzen. Also die Art militärische Ausseinandersetzung die nur sehr selten vorkommt.
Denn die geführten Kriege sind ja fast alles reine Wirtschaftskriege.Diese halte ich natürlich nicht für legitim.
Natürlich, ich bin auch "pazifistisch orientiert."


von La Dolce Vita - am 12.03.2006 20:00
Die Gründe lagen in einer völlig verkrusteten Gesellschaft der 50er und 60er Jahre. Außerdem wie heute auch gegen allgemeine politische Missstände, mit dem Unterschied, dass die Leute heute nicht mehr so konsequent sind.
Seine Frau war doch selber sehr politisch und in der Studentenpolitik aktiv. Wie er persönlich zu Menschen war, kann ich nicht beurteilen. Ich habe in die Richtung auch bisher nicht recherchiert. Erstens weil es schwer ist und man es auch nicht als wahrheitsgemäß problemlos annehmen kann, zum zweiten weil mich zuerst bei solchen Leuten eigentlich andere Dinge interessieren.

von Zecke - am 13.03.2006 00:16
Diese Dinge werden "zum Anlass genommen" sagt die Psychologie, sie sind nicht der eigentliche Grund des Engagements. ich weiss dass das ziemlich ernüchternd klingt aber es geht ja hier im Moment um Ursachenforschung und nicht um das politische Werk von Rudi Dutschke.Von daher seh ich solche Menschen von vorne herein etwas anders als Du.Wobei ich nicht deren Werk damit schmälern will.
ja klar war sie politisch, die Gretchen, aber wohl weniger als er, im Gespräch mit der Böttinger kam ganz klar heraus fand ich zumindest, dass sie eine doch eine Frau war die auf Grund ihres hochengagierten Mannes ewig zurückstecken musste.

von La Dolce Vita - am 13.03.2006 00:56
Und wieso studiere ich dann Politik, Frau Psychologin? *g*

Also bitte, politisches Engagement ist doch nicht nur ein Ventil für andere Probleme.

Zu der Ehe Dutschke-Klotz kann ich wohl genausowenig was sagen wie Du. Dass sie politisch nicht so aktiv war wie ihr Mann, lag wohl auch schon etwas in den Interessen begründet. Sie studierte Theologie, er Soziologie.

von Zecke - am 13.03.2006 01:08
Jein es ist nicht das Ventil aber der Hintergrund für grosse Engagements ist sehr häufig
die Angst sich mit sich selber ernsthaft ausseinander zusetzen oder "bei sich mit einer Veränderung anzufangen "

(zb Hass komplett aufzugeben)
Die indischen Heiligen(klingt jetzt blöd aber die nennen sich da so) in den Klöstern sagen zB jeder mensch kann diese Welt nur verändern indem er sich selber reinigt und ändert, im Kopf. Mit diesem Ändern ist aber keine Verbesserung des sozialen Bewusstseins gemeint sondern es geht darum Frieden mit sich zu schliessen und sich selber wieder näher zu kommen. hat man das erreicht man auch die anderen Menschen.Das ist im Grunde genau das was auch die analytische Psychologie besagt zu diesem Thema.
Und Du wirst mich jetzt auslachen weil Du nicht verstehst was ich meine ;-)

So ich muss nun dringend in die Heia, werde morgen dann noch die weiteren
Postings bearbeiten die eventuell noch ausstehen,
hab irgendwie den Überblick verloren !!
Gute Nacht !!

von La Dolce Vita - am 13.03.2006 01:54
Warum Du Politik studierst ? Na weil es Deine Leidenschaft ist und Du wirklich ungezähmtes Interesse an der politischen Weltgeschichte zu haben scheinst.
Denke ich mir. Da ich Dich ja nicht persönlich kenne kann ich da so jetzt nicht viel mehr zu sagen.

von La Dolce Vita - am 13.03.2006 13:01
Auslachen nicht, aber solches psychisches Gelaber geht mir persönlich ziemlich am Arsch vorbei. ;-)

von Zecke - am 13.03.2006 16:27
Interessant wie wenig Du am tiefen Inneren eines Menschen interessiert zu sein scheinst. Sonst hättest Du die These nämlich zumindest interessant gefunden( Du musst sie ja deshalb nicht glauben) und nicht gleich so abfällig abgetan.
Das zeigt doch ganz deutlich das an meinen Worten zumindest was dran ist.
Ich will Dich damit nicht angreifen oder kritisieren , ich hanb immer gesagt das ich es gut finde das es Menschen gibt die sich engagieren.
Weisst Du das Schlimme ist ja das wenn man seinem eigentlich ICH wieder näher kommen würde man verlernen würde zu hassen, und das ist es was den meisten Menschen (inklusive ich!) nicht passt.

von La Dolce Vita - am 13.03.2006 21:49
Wieso, du spekulierst doch die ganze Zet schon darüber warum Zecke Politik studiert ohne ihn persönlich zu kennen und das nur weil du meinst seine Psyche zu kennen !
Das meinte er doch gerade mit seinem Posting ! :hbf

von Scheißerle - am 13.03.2006 21:56
Ne ich spekuliere nicht er hat mich danch gefragt.
Die Verhaltensmuster gelten allgemein nicht auf ihn bezogen. Das sind grobe Leitlinien in der analytischen Psychologie mehr nicht.Ein erster grober Ansatz zu weiteren , feineren Analysen, falls Du mir soweit folgen kannst.

von La Dolce Vita - am 13.03.2006 22:20
Ehrlich gesagt, habe ich nach Deiner ersten These mir die zweite gar nicht mehr richtig durchgelesen, weil ich keine Lust hatte, mich darauf einzulassen, dass das Engagement bei politischen Menschen vorrangig an Problemen mit sich selber liegen soll und seinen Grund nicht wirklich in den politischen Zuständen hat. Ich zitiere Sparvöga *gg*:
Ich finde, dass Du es Dir damit was einfach machst. *gg*

von Zecke - am 14.03.2006 00:16
Jenau!!! Deswegen habe ich die Frage gestellt. Eben weil Du/sie auch die ganze Zeit Sachen andeutest, die auch bei mir gelten könnten. Ja wenn sie denn gelten würden.

von Zecke - am 14.03.2006 00:18
Natürlich ist das zu einfach. Das ist ein erster Ansatz einer ersten groben Analyse mehr nicht. Aber es geht in eine andere Richtung wie Du jetzt vielleicht vermutet hättest nicht ?Aber da Dich die Tiefenpsychologie ja eh nicht interessiert musst Du Dich auch jetzt nicht unbedingt mit ihr beschäftigen.

von La Dolce Vita - am 14.03.2006 00:27
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