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Erster Beitrag:
vor 10 Jahren, 11 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 10 Jahren, 11 Monaten
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Sparvöga, kölschmädsche, miikka, Der Imperator, La Dolce Vita

fernsehtipp

Startbeitrag von kölschmädsche am 09.12.2006 20:30

10.12.2006 08:30 wdr3 radio
Lebenszeichen


Ausgegrenzt von dieser Gesellschaft
Armsein in Deutschland
Von Marietta Morawska-Büngeler


Leben unter der Armutsgrenze - das heißt in einem reichen Land wie Deutschland nicht Hungerleiden und Frieren - aber schlechtere Bildung, Wohnen, da wo keiner freiwillig hinziehen möchte, öfter Kranksein, Schulden, die einen im Schlaf verfolgen. Es reicht für Chips vor dem Fernseher, aber nicht für den Mitgliedsbeitrag im Sportverein, für warme Kleidung und Möbel aus dem Secondhand-Laden, aber nicht für angesagte Jeans und ein neues Fahrrad, für Toastbrot und Wurst vom Aldi, aber nicht für Apfelsinen und Biofleisch, gerade so für Hefte und Stifte, aber nicht für Nachhilfestunden, Bücher und Museumsbesuche. Kinder aus sozial schwachen Familien gehen seltener auf weiterbildende Schulen, haben weniger Chancen bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz, holen den Startvorteil der besser Gestellten selten auf. Wie erleben Menschen ihr Armsein?

Antworten:

radio!

:bash

von kölschmädsche - am 09.12.2006 20:30
ich mag solche themen nicht mehr...ausgeluscht...endet oft in jammerei....die, die es echt nötig haben gehen eh nicht in die öffentlichkeit nicht ins tv nicht ins radio und versuchen irgendwie über die runden zu kommen...die haben auch kein geld für chips oder tv. die sitzen eher im dustern ohne strom, ohne heizung und suchen und versuchen jede arbeit auch nur fürn paar kröten.:rolleyes:

von miikka - am 09.12.2006 20:49
es geht nicht nur um geld, sondern um chancenarmut. und ich finde, da muss ich dir auch widersprechen, dass das nicht oft genug bentont werden kann, dass kinder ohne gute schulausbildung und bildung ein vergeudetes potential sind.



von kölschmädsche - am 09.12.2006 20:52
Das ist wahr aber es liegt bestimmt nicht am Geldmangel der Eltern sondern an der gesamten Prägung des Kindes und das Eltern oft viel Mist für ihre Kohle kaufen aber Sachen wie Bildung und Sportvereien oft hinten anstellen! Auf die innere Einstellung der Eltern kommt es ganz viel mit an. Es muss ja kein nolbler Tennisclub oder Reitverein sein. Wieso kostet eine gute Schulbildung eine Menge Geld? Und ein paar gute Bücher kann man sich im Notfall noch aus der Bibliothek ausleihen. Solche Jammereien ziehen bei mir ebenfalls nicht.
Das Einzige was ich für ungerecht halte ist, dass man lernschwachen Kindern oder Fälle, wo die Eltern nicht viel Geld zur Verfügung haben, keine kostenlose Nachhilfe bei Schulproblemen zur Verfügung stellen kann. Das wäre eine tolle Sache.

von La Dolce Vita - am 09.12.2006 21:09
Zitat
kölschmädsche
dass das nicht oft genug bentont werden kann, dass kinder ohne gute schulausbildung und bildung ein vergeudetes potential sind.


das ist unstreitig...das ist so, das war so und es wird nicht besser werden...nicht in unserem land.
du wirst es nicht ändern..ich auch nicht..
das geht in skandinavien..aber niht hier :-(

von miikka - am 09.12.2006 21:17
schade. :o



von kölschmädsche - am 09.12.2006 21:19
was schade?

von miikka - am 09.12.2006 21:20
das man das nicht ändern kann. und das auch keine anstalten gemacht werden, das zu ändern. ich glaube, man will gar keine mündigen bürger haben

von kölschmädsche - am 09.12.2006 21:21
das hat wenig mit dem mündigen bürger zu tun...eher mit der einstellung zu staat und gesellschaft. es ist hier schicklich, mal die versicherung abzuzocken, weil man jahrelang beiträge bezahlt hat, warum arbeiten, wenns die gleiche kohle auch ohne malloche gibt,...was meinst du, wieviele leute würden deinen job mit diesen fahrzeiten und allem stress erst gar nicht anfangen wollen "dat iss nich zumutbar"..will sagen, wenn die alten den arsch nicht hochkriegen, wie sollen es die jungen anders machen.
die nordländer denken da anders...das ist einfach eine frage der ehre, der solidarität, der verbundenheit in der familie, einer für alle, alle für einen....

von miikka - am 09.12.2006 21:30
und sicher auch der erziehung. ich bin so erzogen worden ;-)
und ich meine, wir haben keine skandinavischen wurzeln...


und, mal so ganz unger uns *flüster* hättsch geld auffer kante, tät isch dat nisch machen. weil es ist sehr sehr anstrengend und nen gehilfenjob, der nicht sehr befriedigt. :rolleyes:

von kölschmädsche - am 09.12.2006 21:33
In Skandinavien haben die meisten Familien sogar weniger Geld, sie haben eine andere Einstellung! In Finnland gibt es viel relativ arme Familien, der Vater oft noch Alki, aber Bildung und Disziplin wird trotz allem fast immer gross geschrieben für die Kinder! Es wird alles dafür getan. Und nicht nur vom staatlicher Seite.

von La Dolce Vita - am 09.12.2006 21:33
ich geh ma von skandinavischen kindergärten träumen :)
:gn8

*knuuuuutsch*

von kölschmädsche - am 09.12.2006 21:36
Ganz genau! Das sind sozial ganz anders geprägte Menschen. Ist schwer zu erklären, wenn jemand diese Menschen nie erlebt hat. In Finnland gibts ja auch praktisch keine Assis*g* Ich find das auch immer lustig. Man ist es von hier irgendwie gewöhnt*lol*

von La Dolce Vita - am 09.12.2006 21:38
.....die besten dinge im leben sind nicht die, die man für geld bekommt....


ich mag albert einstein ;-)

von miikka - am 09.12.2006 22:03
Zitat
kölschmädsche
ich geh ma von skandinavischen kindergärten träumen :)


undisch guckse mir an :-)

von miikka - am 09.12.2006 22:05
Zitat
kölschmädsche
Leben unter der Armutsgrenze - das heißt in einem reichen Land wie Deutschland nicht Hungerleiden und Frieren - aber schlechtere Bildung,


Soweit ich weiß, ist es erwiesen, dass der Schulerfolg in Deutschland stark vom sozialen Status der Eltern abhängig ist. Aber wie La Dolce Vita schon sagte, ist vieles auch Einstellungssache! Bücher kann man schließlich in Bibliotheken leihen, und außerdem kann man heutzutage auch viel im Internet nachsehen.

Zitat
kölschmädsche
Es reicht für Chips vor dem Fernseher, aber nicht für den Mitgliedsbeitrag im Sportverein,


Man könnte natürlich auch statt der Chipstüte einen Apfel kaufen!!

Zitat
kölschmädsche
für Toastbrot und Wurst vom Aldi,


Wie wär's mit Vollkornbrot von ALDI? Wenn man will, kann man sich auch mit ALDI-Food gesund ernähren!



von Sparvöga - am 09.12.2006 22:38
Zitat
kölschmädsche
dass kinder ohne gute schulausbildung und bildung ein vergeudetes potential sind.


Das ist wohl wahr!

von Sparvöga - am 09.12.2006 22:40
Zitat
kölschmädsche
das man das nicht ändern kann. und das auch keine anstalten gemacht werden, das zu ändern. ich glaube, man will gar keine mündigen bürger haben



Es können aber nicht immer nur Forderungen an die Gesellschaft gestellt werden! Für seine Bildung muss man sich auch mal selbst anstrengen! Da sind dann eben auch die Eltern gefragt! So schwer kann das ja wohl nicht sein, sich mal in eine Bibliothek zu bewegen...

von Sparvöga - am 09.12.2006 22:44
Da verlangst du von den Eltern zu viel. Manche sind einfach damit überfordert groß für die Bildung ihrer Kinder zu sorgen. Die Menschen leben nunmal auch innerhalb eines Landes in verschiedenen Welten und Warnehmungsrealitäten.
Es ist einfach eine Tatsache dass der Bildungsstand hier in Deutschland fast von den Eltern auf die Kinder vererbt wird.
Mediziner und Anwälte bilden richtige Dynastien aus, und Sozialhilfeempfänger (oder Hartz IV) ebenfalls.
Wer in einem Akademikerhaushalt aufwächst bekommt eine ganz andere Prägung und entwickelt mehr Ehrgeiz als jemand dessen Eltern zwar lesen und schreiben können, aber ansonsten ziemlich ungebildet sind.

von Der Imperator - am 09.12.2006 23:22
Zitat
Der Imperator
Da verlangst du von den Eltern zu viel. Manche sind einfach damit überfordert groß für die Bildung ihrer Kinder zu sorgen.


Ich weiß! Wo soll's herkommen, wenn die Eltern womöglich selbst noch nie eine Biblothek betreten haben...?! Aber drum ist Leseförderung ja auch so ein Thema in der Schule! Kinder müssen früh für Bücher begeistert werden, denn irgendwann ist es einfach zu spät!

Zitat
Der Imperator
Mediziner und Anwälte bilden richtige Dynastien aus, und Sozialhilfeempfänger (oder Hartz IV) ebenfalls.
Wer in einem Akademikerhaushalt aufwächst bekommt eine ganz andere Prägung und entwickelt mehr Ehrgeiz als jemand dessen Eltern zwar lesen und schreiben können, aber ansonsten ziemlich ungebildet sind.


Da stimme ist dir sogar ausnahmsweise mal voll zu!
(-> Diesen Tag werde ich mir im Kalender notieren... ;-)! )



von Sparvöga - am 09.12.2006 23:29
Ist ja nicht so dass wir nie einer Meinung sind.
Bei der Leseförderung hast du wirklich recht. Ich halte mich ja für enorm gebildet für ein ausländisches Arbeiterkind, und dass führe ich unter anderem darauf zurück dass meine Mutter berufstätig war und ich in der Grundschuzeit jeden Tag von Schulschluss bis vier Uhr im Hort verbracht hab, und wir da jeden Donnerstag in die Stadtbücherei gingen.



von Der Imperator - am 09.12.2006 23:55
Zitat
Der Imperator
Ist ja nicht so dass wir nie einer Meinung sind.


Also mir fällt ehrlich gesagt spontan nicht ein, wann schon mal so eine Einigkeit geherrscht hat ;-) :D!

Zitat
Der Imperator
Bei der Leseförderung hast du wirklich recht. Ich halte mich ja für enorm gebildet für ein ausländisches Arbeiterkind, und dass führe ich unter anderem darauf zurück dass meine Mutter berufstätig war und ich in der Grundschuzeit jeden Tag von Schulschluss bis vier Uhr im Hort verbracht hab, und wir da jeden Donnerstag in die Stadtbücherei gingen.


Jepp, kann gut sein! Soweit ich weiß, ist es schwer, Kinder nach dem 13. Lebensjahr noch für Bücher zu begeistern!

von Sparvöga - am 09.12.2006 23:59
Da bin ich ja froh dass ich die Ilias mit 11 gelesen hab.

von Der Imperator - am 10.12.2006 00:10
Angeber ;-)!

Aber dafür dürfte "Siegfried von Xanten" das erste Buch gewesen sein, das ich selbst gelesen habe ;-)! Müsste so im 1. oder spätestens 2. Schuljahr der Fall gewesen sein.

von Sparvöga - am 10.12.2006 00:13
War doch keine schwere Kost...die Odyssee, Parzival und den Ring der Niebelungen hab ich mir glaub ich auch in dem alter reingezogen, aber da ist irgendwie nicht mehr so viel hängen geblieben.

von Der Imperator - am 10.12.2006 00:29
In welchem Alter hast du dir den Parzival reingezogen? Im 2. Schuljahr...? Hast du das Werk denn wenigstens auf Mittelhochdeutsch gelesen :D?

von Sparvöga - am 10.12.2006 00:45
Nee, ganz normales Hochdeutsch. Ich hab keine Ahnung wann genau, ich glaub eher Drittes oder Viertes aber auf jeden fall Grundschule. Nach der Grundschule war ich Schlüsselkind, hatte noch den Büchereiausweis bin aber seltener hin.

von Der Imperator - am 10.12.2006 00:57
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