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La Dolce Vita, -Mami-, Bine.

Insel Info 2: Die Shetlandinseln

Startbeitrag von La Dolce Vita am 30.01.2007 09:24

Shetlandinseln oder
Shetland-Inseln

Verwaltungssitz Lerwick
Fläche: 1.466 km²
Bevölkerung: 21.988 (29. April 2001)
Bevölkerungsdichte: 15,0 Einwohner/km²




Die Shetland-Inseln (mod. engl. Shetland Islands; frühere Namen: ON: Hjaltland, lat.,OE: Shetland, elderSCOTS:Yaltland, Yetland und SCOTS/mod. engl: Zetland) sind eine zu Schottland gehörende Inselgruppe zwischen Norwegen, Schottland/Orkney und den Färöern. Einige Sprachwissenschaftler sehen eine Verbindung mit der in altirischen Texten erwähnten Inse Cat ("Insel" der Catten oder Chatten), die ansonsten aber nicht identifizierbar ist (Über die Parallelisierung inse = ness und cat = caith wird Caithness dafür allerdings plausibler begründbar). Ausgenommen der abseits liegenden Inseln Fair Isle und Foula, erstrecken sie sich über ein 80 mal 120 km großes Areal zwischen dem 59. und 61. Breitengrad und bilden den nördlichsten Teil Großbritanniens. Von den 1.426 km² Fläche entfällt etwa zwei Drittel auf die Hauptinsel Mainland. Administratives Zentrum und größte Stadt der Shetlands ist Lerwick auf Mainland.




Geografie
Die Hauptinseln sind:

Bressay
East Burra
Fetlar
Mainland
Mousa
Muckle Flugga
Muckle Roe
Noss
Out Skerries
Papa Stour
Trondra
Unst
Vaila
West Burra
Whalsay
Yell
Nahegelegen sind die Inseln Foula und Fair Isle.


Klima
Auf den Shetlandineln ist es ingesamt sehr mild und feucht (1000 mm jährlich), bestimmt durch den Golfstrom. Der Winter auf den Inseln ist meist recht mild, mit nur gelegentlichem Frost und eher seltenem Schneefall, wobei das Winterhalbjahr auch die regenreichste Zeit des Jahres ist. Im Sommer können die Temperaturen durchaus bis auf 15°C und mehr ansteigen. Jedoch sind Stürme, starke Regenfälle und Nebel häüfig und können das Wetter auch im Sommer relativ ungemütlich machen.


Vorgeschichte

Die Shetland-Inseln sind seit dem 3. Jahrtausend vor Christus (v. Chr.) besiedelt. Die Bewohner betrieben Ackerbau und Viehhaltung und errichteten 16 so genannte heelshaped Megalithanlagen (z. B. Islesburgh, Muckle Ward auf Vementry, Punds Water, Ronas Hill) und stellten Menhire auf; einige als Alignement (Menhire) oder Steinkreis. Im 2. Jahrtausend v. Chr. (Bronzezeit) wurde das Klima feuchter und kälter, weshalb die Bewohner näher an der Küste siedelten. In der Eisenzeit entstanden hier noch heute zu besichtigende Brochs, runde Steintürme (zum Beispiel Broch of Mousa der Jarlshof oder Clickhimin), aber auch Blockhouses, Ringforts, Rampart Forts, Earthhouses Souterrains und Wheelhouses oder Tempel wie Stanydale prägen das Bild des Archipels.


Geschichte:
Die Skoten, von deren Überfällen die Römer berichten, stammen ursprünglich aus Irland. Zur Zeit des Königreichs von Dalriade dehnten sie sich vom Co. Antrim in Nordirland nach Argyll in Westschottland aus. Im restlichen Schottland und auf den nördlichen Inseln lebten die im Jahre 297 nach Christus (n. Chr.) erstmals in römischen Berichten erwähnten Pikten (die Bemalten). Im 9. Jahrhundert landeten hier die Wikinger an und nannten die Inseln Hjaltland. Sie etablierten neue, eigene Gesetze und vor allem eine eigene Sprache, welche sich zum Norn entwickelte. Im 10. Jahrhundert wurden sie christianisiert. Um 1195 n. Chr. wurden die Inseln für einige Zeit direkt der Krone Norwegens unterstellt. Die Shetlands gehörten auch später zu Norwegen. Im 14. Jahrhundert vereinigte sich Norwegen (mit seinen Besitzungen) mit Schweden und Dänemark.

Die Shetland-Inseln gelangten als Mitgift der Tochter des dänischen Königs Christian I. 1469 zu Schottland, als diese König James III. von Schottland heiratete. Seitdem wuchs der schottische Einfluss auf die Inseln. Das Old Norn als allgemein verbreitete Sprache starb im 19. Jahrhundert aus. Dennoch gibt es bis heute vor allem auf der nördlichsten Insel Unst noch ein paar alte Menschen, die Norn sprechen und sich an die alten Sagen und Geschichten erinnern.

Im Zweiten Weltkrieg spielten die Shetlands eine Rolle bei der Unterstützung des norwegischen Widerstands und bei der Flucht aus dem besetzten Norwegen. Vor hier aus wurden Kommandounternehmen durchgeführt und Agenten eingeschleust. Mit vorwiegend norwegischen Fischereibooten wurde die Überfahrt zwischen den Shetlands und der gesamten norwegischen Küste bewerkstelligt, was nur in der Winterzeit möglich war. Bekannt wurden die Aktionen als „Shetland Bus“, von denen die bekanntesten wohl die Angriffe auf das deutsche Schlachtschiff Tirpitz im Jahr 1942 und die Schwerwasseranlage der Norsk Hydro in Rjukan (Telemark) waren.


Geologie und Morphologie:
Die Inselgruppe entstand am Ende des Paläozoikums im Rahmen der Kaledonischen Gebirgsbildung. Sie ist aus unterschiedlichen Sedimentgestein aufgebaut. Shetlands Oberfläche ist felsig. Der Archipel handelte sich die Bezeichnung The old rock ein, weil hier harte, zu den ältesten Gesteinen der Erde gehörende Sedimente dominieren. Shetland-Mainland, Yell und der Westen von Unst sind aus kristallinen Schiefern und Gneisen aufgebaut. Nord-Mainland besteht überwiegend aus Granit. Gabbro und Serpentin bilden den Osten von Unst und Fetlar. Sandstein findet sich nur an den West- und Osträndern des Archipels. Für das dortige Relief sind die eiszeitlichen Gletscher verantwortlich. Das Landschaftsbild ähnelt hier dem der Orkney, während der übrige Teil der Shetlands rauh ist. Die Bodenschicht ist dünn, Felsblöcke, Moore und saure Wiesen, zahlreiche kleinen Seen und Teiche sind vorhanden. Die harten Gesteine Mainlands boten den Eismassen enormen Widerstand. Diese folgten den Schwachzonen in der Erdkruste, den Falten- und Bruchlinien aus der Zeit der Gebirgsbildung oder den mit Kalkablagerungen gefüllten Tälern. So entstanden die mächtige Gletschertäler und die langen und tiefen Voes: (Bowland, Clousta, Culbinsbourgh, Footabrough, Leiraness, Papil, Quarf, Scalloway, Scatsta, Setter, Snarraness, Sound, Sullom, Tresta). Pittoreske Formen, die das westseitige Küstenpanorama prägen, entstanden im Zusammenspiel von Westwind und Brandung, die die Felsen unterhöhlten. Indem in der zu dünnen Decke von Meereshöhlen Löcher einbrachen, entwickelten sich Gloups. Ins Land schneidende Felsspalten erweiterten sich zu so genannten Geos. Die Geos und Gloups und das Felsentor des Dore Holm vor der Westküste von Esha Ness bieten den eindrucksvollsten Anblick im Nordwesten von Mainland.


Einwohner:
Von den rund 24.000 Shetländern lebt rund 1/3 in der Inselhauptstadt Lerwick (7.500). Zweitgrößter Ort ist die ehemalige Hauptstadt Scalloway mit rund 1.250 Einwohnern.


Sprache:
Was bis zum Eintreffen der Wikinger auf den Inseln als Sprache gesprochen wurde, ist weitgehend unklar. Möglicherweise war es piktisch, eine heute ausgestorbene proto-keltische (?) Sprache. Im 9. Jahrhundert wurde diese Sprache durch die von den skandinavischen Einwanderern gesprochene altnorwegische Sprache verdrängt, das sich auf den Shetland-Inseln zum nordischen Dialekt Norn weiterentwickelte. Das Norn wurde bis in das 18. Jahrhundert hinein auf den Inseln gesprochen, mit seinem Aussterben wurde es als Umgangssprache durch Scots ersetzt, das heute auch umgangssprachlich als Schottisches Englisch bezeichnet wird. Der Einfluss des Norn ist jedoch noch in einer Reihe grammatikalischer Besonderheiten (etwa der Zeitenbildung mit "to be" statt "to have" = "I am been ..." statt "I have been ... " oder "I was been ..." statt "I had been ...") und einer Vielzahl aus dem Norn entlehnter Wörter spürbar. Dies macht den shetländischen Inseldialekt zu einer markanten und ganz unverwechselbaren Variante des Schottischen, genau genommen des "North Insular Scots".


Wirtschaft:
Die bedeutendste Industrie der Inseln ist die Öl-Industrie, von den Ölfeldern Ninian und Brent in der Nordsee zwischen den Shetlands und Norwegen führt eine unterseeische Pipeline in die Bucht Sullom Voe, an der Europas größtes Öl-Terminal errichtet wurde. Die Ölfelder haben aber inzwischen ihr Förderpeak (Peak-Oil) überschritten, die Förderdrücke sinken also. So ist ein Ende der Ölförderung absehbar.

Darüber hinaus hat es schon immer eine ausgeprägte auf Lachsfang und in früheren Zeiten auch Heringsfang spezialisierte Fischereiwirtschaft gegeben. Neuester Zweig ist die Zucht von Lachsen in Farmen, womit in den 90er Jahren begonnen wurde. Landwirtschaft kann bei den vorherrschenden Klima- und Bodenbedingungen nur als Weidewirtschaft betrieben werden. Gehalten werden neben Schafen auch einige wenige Galloway-Rinder, die besonders genügsam sind.

Als weiteres wirtschaftliches Standbein gilt der Tourismus, der hauptsächlich von privaten B&B-Unterkünften für Individualtouristen geprägt ist. Einige ehemalige Fischer bieten inzwischen Rundfahrten zu den Klippen der Natur- und Vogelschutzgebiete, zum Beispiel zur Südseite von Bressay oder zur Insel Noss, an.


Verkehr:
Man kann die Shetlandinseln mit der Fähre oder dem Flugzeug erreichen.

Die wichtigsten Fährverbindungen sind:

Lerwick ‒ Aberdeen
Lerwick ‒ Bergen (nur in der Schulter- und Sommersaison)
Lerwick ‒ Kirkwall (Orkney)
Lerwick ‒ Tórshavn (Färöer)
Lerwick ‒ Seyðisfjörður (Island)
Regelmäßige Flugverbindungen bestehen zwischen dem Verkehrslandeplatz Sumburgh an der Südspitze und allen größeren Flughäfen des UK wie London (z. Zt. nur im Sommer durch die färöische Gesellschaft Atlantic Airways, die auf der Route Tórshavn-London hier zwischenlandet), Edinburgh und Glasgow sowie zahlreichen schottischen Regionalflughäfen wie Aberdeen, Inverness, Kirkwall, Wiick u. a.

Der Regionalflugverkehr wird ausschließlich über den Flughafen Tingwall (nordwestlich Lerwick) abgewickelt, für den Wirtschaftsflugverkehr wurde der Flughafen Scatsca beim Oil Terminal Sullom Voe reaktiviert und ausgebaut.

Innerhalb der Inselgruppe wird die Verbindung zwischen den einzelnen Eilanden auch durch Fähren aufrecht erhalten. Darüber hinaus sind inzwischen einige der Inseln mit Brücken untereinander verbunden. Darüber hinaus verkehren auf den Inseln diverse Buslinien.


Kultur, Filme, Theater, Musik [Bearbeiten]Alljährlich am letzten Dienstag im Januar gibt es ein regionales gesellschaftliches Großereignis, das „Up Helly Aa“-Fest. Etwas später im Frühjahr findet jährlich das Shetland Folk-Festival statt. Die „Fiddle“ zu spielen, gehört zu den hergebrachten Traditionen. Die Brauchtumspflege der „Shetland-Fiddelers“ ist in Folkmusikkreisen europaweit für ihre Leistungen bekannt. Zugleich gibt es seitens der jüngeren Shetländer zahlreiche Rockbands. Originalität haben diese allerdings am ehesten, wenn sie in ihren Eigenkompositionen an die nur hier so zu findenden Folkmusik-Melodien anknüpfen.

Antworten:


Ein Blick auf den Atlantik. Ich frage mich, wer wohnt da unten?

von La Dolce Vita - am 30.01.2007 11:37

Ein typischer Fjord auf Shetland.

von La Dolce Vita - am 30.01.2007 11:53
Sorry, aber was ist denn hier plötzlich fürn Inselinfowahn ausgebrochen ?


von Bine. - am 30.01.2007 13:25
Du glaubst doch nicht wirklich, dass wir das alles lesen?

Wenn mich die Shetlandinseln wirklich interessieren, dann kann ich mich doch selber bei Wikipedia oder sonstwo informieren :D

von -Mami- - am 30.01.2007 13:55
Ich hab damit angefangen und nun machen sie es nach.:joke:

von La Dolce Vita - am 30.01.2007 14:26

Ein typisches Shetlandpony

von La Dolce Vita - am 30.01.2007 14:33

Das ist Scalloway

von La Dolce Vita - am 30.01.2007 14:47


von La Dolce Vita - am 30.01.2007 14:57
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