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Köln wehrt sich gegen rechts

Startbeitrag von Zecke am 19.09.2008 22:23

Kurz zurück von der Front. Erster Tag zuende, der Haupttag folgt.

Heumarkt im Belagerungszustand

Von Andreas Damm, Helmut Frangenberg, Thorsten Moeck und Detlef Schmalenberg, 19.09.08, 10:03h, aktualisiert 19.09.08, 23:07h

Die Polizei hat den Heumarkt abgeriegelt, auf dem am Samstag die rechtsextreme Kundgebung stattfinden soll. Am südlichen Ende des Platzes stehen den Beamten rund 2.000 linke Protestler gegenüber. Die Deutzer Brücke ist gesperrt. Am Abend waren die Teilnehmer des "Anti-Islamisierungs-Kongresses" aus dem "Holiday Inn" am Flughafen ausquartiert worden.

Köln
Gespannte Ruhe am Heumarkt: Der zentrale Platz in der Altstadt, auf dem die rechtsextreme "Pro Köln" ab Samstag, 10 Uhr ihre Kundgebung abhalten will, ist von der Polizei mit Absperrgittern und Einsatzkräften hermetisch abgeriegelt worden. Am südlichen Ende des Heumarktes, etwa ab dem "Brauhaus zur Malzmühle", haben sich rund 2.000 linke Gegendemonstranten versammelt. Die Menschenmasse staut sich die Straße "Mühlenbach" in Richtung der Nord-Süd-Fahrt herunter.

Zahlreiche Demonstranten sind mit Rucksack und Isomatte angereist. Offenbar sind sie entschlossen, den Heumarkt zu besetzen - was die Polizei bis jetzt verhindert. Derzeit ist nicht zu erwarten, dass sich die Gruppe auflöst. Es kann davon ausgegangen werden, dass die gespannte Situation noch länger anhält; bisher ist jedoch alles weitgehend friedlich geblieben.

Zug durch die City - Deutzer Brücke gesperrt

Die linken Demonstranten hatten sich zunächst auf dem Bahnhofsvorplatz an den Treppen zur Domplatte versammelt. Sie schwangen Sowjet-Fahnen und skandierten Sprechchöre wie "Revolution" und "Nieder mit Deutschland". Anschließend zogen sie über die Ringe Richtung Heumarkt.

Wegen des Zuges ist auch die Severinsbrücke abgesperrt worden; unser Reporter berichtete von einem "mittleren Verkehrschaos". Entlang der Zugstrecke waren zwischenzeitlich auch Friesenplatz, Rudolfplatz, Zülpicher Platz und Barbarossaplatz abgeriegelt; diese Sperrungen wurden aber nach dem Passieren des Zuges aufgehoben.

Einzelne Feuerwerkskörper und Böller werden gezündet, die Polizei ließ sich jedoch nicht davon provozieren. Während des gesamten Zuges kam es nicht zu nennenswerten Vorkommnissen.

Wegen der Demo hat die Polizei um 18 Uhr die Deutzer Brücke für den Autoverkehr komplett gesperrt. Sie begründet die Sperrung damit, dass sich Einsatzfahrzeuge von Feuerwehr, Polizei und Rettungsdiensten ungehindert bewegen müssten. Zurzeit sind die Linie 1,7 und 9 durch die Sperrung der Deutzer Brücke gestört. Der Betrieb zwischen Neumarkt und Deutz ist eingestellt. Voraussichtliche Störungsdauer laut KVB: bis Sonntagmorgen.

Der Tag: Chronik einer Irrfahrt

Der erste Tag des so genannten Anti-Islamisierungskongresses wird zum peinlichen Chaos für die Organisatoren. Eine Chronologie der Ereignisse:

9.30 Uhr, Bezirksrathaus Nippes: Bernd Schössler, Bürgermeister im Kölner Stadtbezirk Nippes, eröffnet auf einem Parkplatz neben dem Bezirksrathaus die ungewöhnlichste Sitzung seiner Amtszeit. Es geht darum, ein Zeichen gegen die von „Pro Köln“ zunächst angekündigte, am Vortag dann abgesagte „Fraktionssitzung“ in dem Amtsgebäude zu setzen. „Braun ist in Nippes unerwünscht“, ruft der Sozialdemokrat. Im Rathaus läuft der normale Betrieb. Das Treiben von „Pro Köln“ „soll keinesfalls unsere Dienstleistungen für die Bürger in Frage stellen“, sagt Stadtdirektor Guido Kahlen. Die Stadtverwaltung hat vorsorglich Personal eines privaten Wachdienstes eingesetzt. Ungefähr zeitgleich verkündet „Pro Köln“ den bis dahin geheim gehaltenen Treffpunkt für eine „internationale Pressekonferenz“. Es ist das Startzeichen für eine Irrfahrt, die von nun an Polizei, Gegendemonstranten und Medien auf Trab halten wird.

10.45 Uhr, Bezirksrathaus Rodenkirchen: Das Rathaus ist von Polizeikräften abgesperrt. CDU-Bezirksbürgermeisterin Monika Roß-Belkner sagt: „Wir wissen von nichts. Wir lassen die aber auf keinen Fall hier ihre Sitzung abhalten.“ Ungefähr 200 Demonstranten aus dem linken Spektrum warten. Ein „Pro Köln“-Ratsmitglied wird attackiert, als er die Journalisten mit Handzetteln über den Tagesablauf versorgen will. Polizisten müssen ihn schützen. Die Journalisten sollen zum Rhein gehen.

11 Uhr, Bootsanleger Rodenkirchen: Die Antifa ist schneller als die Polizei, die von der hier startenden Schiffsfahrt nichts weiß. An der Uferböschung erwarten bis zu 50 Protestler die rechtsextremen „Kongress“-Teilnehmer. Wenig später fliegen Steine. Fünf Demonstranten versuchen, das Schiff zu stürmen. Zwei werden von Polizeikräften aufgehalten, die anderen drehen freiwillig um. Ein Stein schlägt in einer Fensterscheibe ein. Der Kapitän der „Moby Dick“, ein Rheindampfer der Bonner Personenschifffahrt, kriegt Panik, wirft den Diesel an. Später wird er sagen: „Wir wussten nicht, wer auf dem Schiff ist. Die haben uns reingelegt und behauptet, dies sei ein Ausflug von Rechtsanwälten.“ Ein Großteil der „Rechtsanwälte“ ist nicht schnell genug, sie bleiben am Ufer zurück, als „Moby Dick“ flüchtet.

11.10 Uhr, Rodenkirchener Hauptstraße: Passanten beobachten, wie ein britischer Gast von „Pro Köln“ von einem Gegendemonstranten verfolgt und angegriffen wird. Polizeibeamte schreiten sofort ein. Insgesamt werden acht Demonstranten im Laufe des Morgen vorläufig in Gewahrsam genommen. Niemand wird verletzt.

11.20 Uhr, „Pressekonferenz“ auf dem Schiff: Die Rechtsradikalen nutzen die Dom-Kulisse für ihren Auftritt. „Pro Köln“-Parteichef Markus Beisicht spricht davon, dass „hochkarätige politische Prominenz“ an Bord sei. Von der ultrarechten „Front national“ des Jean-Marie Le Pen ist niemand vertreten. Der Generalsekretär der rechtspopulistischen Freiheitlichen Partei Österreichs, Harald Vilimsky, spricht vom „Totalversagen der Sicherheitskräfte“.

11.35 Uhr, Rhein, Höhe Niehler Hafen: Es ist geplant, dass die Schiffspassagiere in Busse für eine Stadtrundfahrt durch „Multikulti-Problemviertel“ umsteigen, doch das Schiff kann nicht anlegen. Die Fahrt führt in den Niehler Hafen. „Moby Dick“ sei nicht mehr fahrtüchtig und müsse anlegen, heißt es seitens Pro Köln. Das wird die Wasserschutzpolizei später dementieren. In Niehl wird das Schiff stundenlang warten, weil die Fußgängerbrücke Am Molenkopf von ungefähr 50 Demonstranten besetzt ist. Die Polizei macht keine Anstalten, die Brücke zu räumen. Beisicht berichtet, bei der überstürzten Abfahrt habe man die Gäste der „British National Party“ verloren.

12 Uhr, Moschee in Ehrenfeld:Auf der Venloer Straße stehen rund 500 Menschen vor der Moschee der Türkisch-Islamischen Union (Ditib). Die Kölner SPD-Bundestagsabgeordnete Lale Akgün und der SPD-Oberbürgermeisterkandidat Jürgen Roters streifen sich neongelbe Westen über. Darauf steht: „Köln stellt sich quer.“ Eine Gruppe türkischer Frauen reiht sich in die Demonstration ein. Jede von ihnen trägt ein Kopftuch. „Wir wollen den Gegenprotest unterstützen.“, sagt Selva Basel, 44-jährige Hausfrau aus Ehrenfeld. Alt-Oberbürgermeister Norbert Burger ist gekommen, Stephan Articus, vom Deutschen Städtetag und Polizeipräsident Klaus Steffenhagen. Der nordrhein-westfälische Integrationsminister Armin Laschet (CDU) sagt, was „Pro Köln“ mit dem vorgeblichen Kongress veranstalte, „hat mit Demokratie nichts zu tun“. Bezirksbürgermeister Josef Wirges ruft ein ums andere Mal: „Ehrenfeld ist bunt, nicht braun“.

14 Uhr, Anleger Zoobrücke: Der Bus für die Kongressteilnehmer, der hier gewartet hat, ist plötzlich verschwunden. Die Polizei weiß von nichts. „Wir erfahren hier zuletzt, wo die an Land kommen“, sagt der Chef der Hundertschaft. „Wir fahren den ganzen Tag von A nach B und wieder zurück.“

14.30 Uhr, Mülheim, Keupstraße: Von den zeitweise bis zu 100 Demonstranten und Anwohnern sind nur wenige übriggeblieben. Dass hier irgendwann noch ein Bus mit Rechten vorbeikommt, glaubt niemand mehr. Ali Demir, Ehrenvorsitzender der Interessengemeinschaft Keupstraße, sitzt in der Sonne und trinkt Tee. „Die Busfahrt wäre eine Provokation gewesen“, sagt er. „Dem musste man sich entgegenstellen. Schön zu sehen, dass wir dabei viele Freunde haben.“

14.30 Uhr, Rhein, Höhe Niehler Hafen: „Pro“-Chef Beisicht rennt auf das zweite Deck, klopft an die Türe des Schiffspersonals. Er will, dass man nach Leverkusen gebracht wird. Aus dem Hintergrund ruft ein „Pro Köln“-Vertreter: „Die lassen uns hängen.“ Beisicht fordert, der Bus aus Rodenkirchen solle nach Leverkusen kommen und dort die „Kongressteilnehmer“ abholen. Ein Kellner beschwert sich. „Morgen sind wir ausgebucht beim Rhein in Flammen in St. Goar“, sagt der Mann. „Aber mit den zerstörten Scheiben können wir nicht fahren.“ Ein rechtsextremer Funktionär läuft mit einer Liste durchs Unterdeck und will Unterschriften sammeln: „Hier, wir machen eine Strafanzeige gegen die Polizei wegen Freiheitsberaubung.“Der Bundestagsabgeordnete Henry Nitzsche beschwert sich beim Einsatzleiter der Polizei. Dann verkündet er, dass das Boot endlich Richtung Innenstadt losfahre. Die Stimmung wird besser - aber nur bis zur Mülheimer Brücke. Der Kapitän will nicht drunter her fahren, weil oben Demonstranten stehen. Dafür wird er als „feiges Schwein“ beschimpft. Es fliegen ein paar Steine aufs Deck.

15.25 Uhr, Anleger Zoobrücke: Polizeisprecher Wolfgang Baldes informiert am Rheinufer darüber, dass die Busfahrer für die Stadtrundfahrt abgesprungen sind.

15.35 Uhr, Rhein, nördlich der Zoobrücke: Die Polizei überreicht „Pro Köln“ auf dem Schiff eine schriftliche Verfügung, wonach die Bustour mit den geplanten Stopps an der Ehrenfelder Moschee und in der Keupstraße untersagt ist. Polizeipräsident Steffenhagen wertet die Tour als „eine öffentliche Vorführung bestimmter Bevölkerungsgruppen und damit eine nicht hinzunehmende Provokation“. Einsatzleiter Michael Temme wirft den Rechten vor, „Katz und Maus“ mit der Polizei zu spielen und mit „Unwahrheiten zu agieren“. „Moby Dick“ legt an.

15.35 Uhr, Anleger Zoobrücke: „Pro NRW“-Funktionär Jürgen Clouth geht Stadt-Anzeiger-Reporter Detlef Schmalenberg an: „Sie machen da eine persönliche Sache draus. Passen Sie gut auf sich auf.“ Beisicht fragt die Polizei, wie man von der Anlegestelle wegkomme. „Sie können sich gerne ein Taxi bestellen“, antwortet der leitende Polizeibeamte. Beisicht kommentiert: „Das Volk kann stolz auf seine Polizei sein.“ „Moby Dick“ hat wieder abgelegt. Der Kapitän ruft fast verzweifelt durch die Lautsprecher: „Wir haben nichts damit zu tun. Wir haben nichts damit zu tun.“ Zurück bleiben ratlose Funktionäre. Über die Displays der Kölner Taxifahrer läuft der Rundruf, den Bereich Zoobrücke / Konrad-Adenauer-Ufer weiträumig zu meiden. Die europäische Rechte weiß nicht weiter.

16.30 Uhr, Anleger Zoobrücke: Nach einer Stunde wird die Situation völlig bizarr. Die Belegschaft des Arbeitsgerichts Düren zieht an Demonstranten, Polizisten, Medien und den Rechtsextremen vorbei, um vom Schiffsanleger zur letzten Etappe ihres Betriebsausflugs zu starten. Es wird laut und lustig. Ein viertes Schuljahr geht mit an Bord. Beisicht und Co nutzen diese Möglichkeit nicht. Einige der europäischen Gäste haben zwischenzeitlich still und heimlich das europaweite Bündnis verlassen und ziehen zu Fuß von dannen.

18 Uhr, Anleger Zoobrücke: Die Polizei rät einmal mehr, doch endlich zu gehen. Demonstranten sind kaum mehr da. Die Rechten haben trotzdem Angst, Polizei und Medien keine Lust mehr. Schließlich chauffieren Zivilpolizisten die Rechten zu ihrem Hotel.

19.15 Uhr, Holiday Inn, Grengel: Managerin Hiltrud Wendling kündigt den Rechtsextremen, die einzeln reserviert hatten, das Mietverhältnis aus besonderem Grund. In der Nacht zum Freitag sei sie von der Bundespolizei darüber informiert worden, dass sie die Zimmer an Rechtsextreme aus Europa vermietet habe. Auch der Tisch für das Abendessen im Porzer Yachthafen wird gekündigt. Die rechtsradikale Truppe hatte sich dort als Geburtstagsgesellschaft angemeldet.

[www.ksta.de]

(Kölner Stadt-Anzeiger)

Antworten:

Von Spiegel Online


19. September 2008, 21:43 Uhr

ANTI-ISLAM-KONGRESS IN KÖLN

Rechter Reinfall

Von Lenz Jacobsen, Köln

Der Auftakt der "Anti-Islamisierungskonferenz" in Köln ist gefloppt - zumindest aus Sicht der Organisatoren: Mit einem spektakulären Spitzentreffen wollte die europäische Rechte Stimmung machen. Übrig blieb eine chaotische Lachnummer.

Irgendwann fingen sie an, Karten zu spielen. Da saß die Führungsebene der europäischen Rechten bereits seit Stunden auf dem Rhein in Köln fest, an Deck des Ausflugsdampfers "Moby Dick". Ziellos, mit einer eingeschlagenen Scheibe, trieben sie auf dem Fluss. An Land warteten die Gegendemonstranten auf die Rechten, an Bord hatte die Polizei das Kommando übernommen. Dann spielten die Funktionäre der belgischen Rechtspopulisten von "Vlaams Belang" eben Karten.

Was sollten sie auch sonst tun?

Der erste Tag des "Anti-Islamisierungskongresses", groß angekündigt als Gipfeltreffen der europäischen Moschee-Gegner, war ein Flop - zumindest für die Organisatoren.

Begonnen hatte alles im Vorort Rhodenkirchen. Dort wollte die rechtspopulistische Vereinigung Pro Köln eine Pressekonferenz abhalten, traf aber auf wütende Linke. Ein paar Steine und Farbbeutel flogen, zwei der Funktionäre mussten sich hinter die Linien der Polizei flüchten. In einer Kommando-Aktion lotsten die Rechten die Presse direkt zu einem Bootsanleger am Rhein. Dort wartete "Moby Dick". Kapitän und Reederei hatten nicht gewusst, wen sie da über den Fluss schippern sollten, gemietet war das Schiff für ein Treffen von Rechtsanwälten.

Wieder flogen Steine, eine Scheibe - einer der martialischen Deko-Zähne von "Moby Dick" -, gingen zu Bruch. Das wurde Pro Köln zu heiß. Kurzerhand legten die Mitglieder mit den Gästen und den paar Journalisten, die es bis dahin an Bord geschafft hatten, ab und flohen auf den Fluss. Mehr als vier Stunden sollten sie dort gefangen bleiben.

"Ungeheure Provokation"

Zuerst wetterten die rechten Funktionäre auf dem Rhein ausgiebig gegen "linke Gewalttäter", darüber, dass die Polizei mit diesen gemeinsame Sache mache, dass dies die "Saat von Rüttgers und Schramma (dem Kölner Oberbürgermeister, Anm. d. Red.) ist, die hier aufgeht". Der Generalsekretär der Freiheitlichen Partei Österreichs, Harald Vilimsky, wiederholte immer wieder, so etwas könne in seinem Heimatland nie passieren.

Unterdessen prangerte die Polizei an Land das "Katz-und-Maus-Spiel" von Pro Köln an - über den spektakulären Bootstrip hatten die Islamgegner sie nicht informiert. "Wir werten deren Vorgehen als ungeheure Provokation", erregte sich ein Polizeisprecher.

An den Ufern des Rheins verteilten sich die Gegendemonstranten, insgesamt wohl kaum mehr als 200, um das Anlegen des Schiffes zu verhindern. Doch an Bord hatte schon lange die Polizei das Kommando übernommen. Der Kapitän wollte mit seinem beschädigten Schiff nicht weiterfahren. "Moby Dick" trieb in Begleitung von Polizeibooten auf dem Fluss. "Wir werden hier seit Stunden gefangen gehalten", erregte sich Pro Köln-Chef Markus Beisicht, "das wird ein ganz massives Nachspiel haben!" Da waren die Belgier schon zum Kartenspielen übergegangen.

Gegen 15 Uhr schließlich hatten Beisicht und seine Mitstreiter dann doch wieder festen Boden unter den Füßen. Unter Polizeischutz und von Dutzenden Kameras und Journalisten verfolgt, kletterten sie aus dem Bauch von "Moby Dick" – und wussten ein weiteres Mal nicht weiter. Denn auch ihr nächster Programmpunkt war da schon passé.

Eigentlich wollten sie mit Bussen "eine Rundfahrt durch die multikulturellen Stadtteile" machen, und dabei auch auf dem Baugrundstück der geplanten Moschee in Ehrenfeld halt machen. Doch als die Busfahrer hörten, wenn sie da durch die Stadt kutschieren sollten, fuhren sie einfach wieder nach Hause. Die Polizei setzte noch einen drauf und verbot die Rundfahrt - mit welchen Bussen auch immer - gleich ganz.

Beschimpft, gefilmt, verspottet

So stand das Häuflein Funktionäre in Zweireihern an seinem Bootsanleger, und war ein weiteres Mal gefangen. Rund herum hatten sich die Gegendemonstranten, vielleicht 100 Aktivisten, aufgestellt. Es gab keinen Ausweg.

Auch die Polizei wollte nicht helfen. "Wie kommen wir denn jetzt hier weg?", fragte der aufgebrachte FPÖ-Generalsekretär Vilimsky den Einsatzleiter. "Also, wir halten sie ja nicht auf", antwortete dieser, ohne eine Miene zu verziehen, "sie können sich ja ein Taxi rufen".

Und so standen die Rechten mit ihren Handys am Ohr am Ufer, umringt von Kameras, beschimpft von linken Aktivisten, und versuchten verzweifelt, Autos für ihren Abtransport zu organisieren. Erfolglos. Keiner wollte sie fahren, die Taxifahrer weigerten sich, solche Gäste aufzunehmen. Spätestens zu diesem Zeitpunkt sahen Beisicht, Vilimsky und Co. sehr verloren aus, war ihr Großkongress zur chaotischen Lachnummer verkommen.

Die angebliche Islamisierung Europas war da schon lange zum Randthema verkommen. Viel lieber echauffierten sich die Teilnehmer des Kongresses vor den Kameras und Mikrofonen über die "skandalöse Polizeiarbeit", "Armes Deutschland" murmelte eine Frau immer wieder.

Kölscher Protest

Gegen 18 Uhr schließlich hatte die Polizei ein Erbarmen, packte die verbliebenen Kongressteilnehmer in Bullis und brachte sie weg.

Eine Stunde später fiel die ganze rechte Mannschaft, rund 50 Personen, bei Maic Zimmermann ein, dem Besitzer der Gaststätte "Yachthafen" in Köln-Porz. "Die standen plötzlich hier auf der Terrasse und wollten eine geschlossene Gesellschaft in unserem Saal machen", erzählt der Wirt. Er wusste nicht, wen er da vor sich hatte und ließ sie zuerst Platz nehmen

Doch als ihn Gegendemonstranten aufklärten, schmiss Zimmermann die Gäste raus. "Mit denen will ich echt nix zu tun haben, ich hatte auch gar keine Lust, mit denen zu diskutieren", erzählt er. Ein Rechter schlug Zimmermann noch vor, doch mal eben gemeinsam vor die Tür zu gehen - dann machte sich der Tross wieder auf den Weg, auf die Suche nach einer anderen Bleibe, "wo man mal ein schönes Kölsch trinken kann", wie ein FPÖ-Funktionär schon den ganzen Tag voller Vorfreude angekündigt hatte.

Ob daraus an diesem Wochenende etwas wird, ist zweifelhaft. Denn die Wirte der Stadt haben schon vor Wochen erklärt: "Kein Kölsch für Nazis."

von Zecke - am 19.09.2008 22:27

Video

[www.spiegel.de]

von Zecke - am 19.09.2008 22:27

Rechte gehen auf dem Rhein baden

Rechte gehen auf dem Rhein baden

Von Jan Wördenweber und Daniel Taab, 19.09.08, 16:31h, aktualisiert 19.09.08, 21:12h

Den Vertretern von Pro-Köln blieb für ihre Pressekonferenz nur die Flucht auf ein Schiff. Auf diesem irrten sie dann Stunden lang über den Rhein. Nach der unfreiwilligen Schiffstour sollte eigentlich eine Busfahrt folgen, doch die hat die Polizei unterbunden.

„Du bist doch total nervös, du hast Schweißperlen auf der Stirn!“ Bernd Schöppe wird von einem linken Aktivisten angebrüllt. Das Vorstandsmitglied von „pro Köln“ steht auf der Rodenkirchener Hauptstraße mit dem Rücken zur Häuserwand und muss von Polizeibeamten einer Hundertschaft geschützt werden. Schöppe ist klitschnass. Soeben ist er von einem Gegendemonstranten angegriffen worden, auch Farbbeutel flogen in Richtung des Ratsherrn. Die Polizei nimmt einen Tatverdächtigen fest. Fast zeitgleich wird auch ein weiterer „pro Köln“-Anhänger attackiert. Die Meldung, Rechtsradikale hätten einen Ausländer durch Rodenkirchen gejagt, erweist sich später als falsch.

Ein turbulenter Auftakt des „Anti-Islamisierungskongresses“, der sich als großes Katz- und-Maus-Spiel entpuppt. Es zieht sich hin bis in den späten Freitagnachmittag. Da „pro Köln“ untersagt wurde, die Räume des Nippeser Bezirksrathauses zu nutzen, wo am Morgen 200 Bürger gegen die als rechtsextrem eingestufte „Bürgerbewegung“ demonstrierten, lädt „pro Köln“ die Journalisten zum Rodenkirchener Rathaus.

Dort wird bekannt gegeben, dass es aufs Schiff geht: Alle Mann zum Anleger. Als die „Moby Dick“ mit Steinen beworfen wird, gehen Scheiben zu Bruch - der nichts ahnende Kapitän legt so schnell wie möglich ab und steuert flussabwärts. Am Ufer kommt es zum Streit unter „pro Köln“-Gegnern. „Ich will keine Kölner, die Steine schmeißen!“, brüllt ein Mann und mahnt zum friedlichen Protest.

Durch das verfrühte Ablegen kommen viele „pro Köln“-Anhänger zu spät, darunter der stellvertretende „pro NRW“-Vorsitzende Kevin Hauer in Begleitung italienischer Gäste. Auch er wird von linken Demonstranten geschubst, ruft nach der Polizei. Die ist binnen Sekunden zur Stelle, im Gegensatz zu dem Moment, als das Schiff beworfen wurde.

Eine Polizeipanne? Mitnichten, erklärt ein Polizeisprecher. Die Einsatzkräfte seien zunächst nicht anwesend gewesen, da „pro Köln“ die Behörde nicht über den Ort der Veranstaltung informiert habe. Dagegen beklagen sich die Rechtspopulisten, von der Polizei im Stich gelassen worden zu sein. Mehrere Stunden liegt das als blauer Walfisch gestaltete Schiff in Höhe des Niehler Hafens. An Bord wird diskutiert, wie es nun weitergehen soll. Derweil versucht die Polizei, einen Anlegepunkt zu finden, wo die Menschen vor Gegendemonstranten geschützt wieder an Land gehen können.

Etwa zeitgleich greift Bezirksbürgermeister Josef Wirges in Ehrenfeld zum Mikrofon und verkündet die Odyssee der „Moby Dick“. Vor der Moschee an der Inneren Kanalstraße brandet Jubel auf. Etwa 200 Bürger bekunden ihre Solidarität mit den Muslimen, darunter Minister Armin Laschet, Alt-OB Norbert Burger, OB-Kandidat Jürgen Roters, Bürgermeisterin Elfi Scho-Antwerpes und Polizeipräsident Klaus Steffenhagen, der seinen Urlaub abgebrochen hat. „Ehrenfeld ist bunt, nicht braun“, skandiert die Menge. Und Wirges ist in Fahrt: „Soll die braune Soße doch im Rhein versinken!“

Ortswechsel: In Niehl übergibt die Polizei gegen 15.30 Uhr „pro Köln“ eine Verfügung, in der die geplante Bustour mit den vorgesehenen Stopps an der Moschee und in der Keupstraße untersagt wird. Sie könnte sowieso nicht mehr plangemäß stattfinden: Das dafür vorgesehene Busunternehmen hat sich inzwischen geweigert, „pro Köln“ durch die Stadt zu kutschieren. Und so bleiben die etwa 30 bis 40 rechten Teilnehmer der Schifffahrt bis zum Abend am Rheinufer unterhalb der Zoobrücke stehen und wollen aus Angst nicht gehen. Besonders ein FPÖ-Mitglied hat Panik: „Ich hätte sterben können, als die Pflastersteine flogen. Führen Sie uns hier raus.“ Ein leitender Beamter kontert: „Sie können ja gehen, dann gehen wir auch.“ Als eine Reisegruppe vom Amtsgericht aus Düren durch die Absperrung gelassen wird, nutzen manche Rechte den Moment und verschwinden. Wohin die ungebetenen Gäste wollen, ist unklar. Ins gebuchte Holiday Inn am Flughafen durften sie nicht mehr. Das untersagte die Hotelleitung.

Ab 19 Uhr erwartete die Polizei der nächste Großeinsatz: Das „Antifaschistische Bündnis“ hatte zur Gegendemonstration auf dem Bahnhofsvorplatz aufgerufen. Von dort zogen über tausend Teilnehmer über die Ringe. Vorsorglich wurde die Deutzer Brücke gesperrt, damit Rettungsdienste freie Fahrt haben.

[www.rundschau-online.de]
Alle Rechte vorbehalten. © 2008 Kölnische Rundschau

von Zecke - am 19.09.2008 22:34

Die rechte Pannen-Chronik

Köln- Braune Irrfahrt auf dem Rhein

Ätsch! So trickste Köln die Rechten aus

"pro Köln"-Kongress startete mit jeder Menge Zwischenfällen +++ Stundenlange Irrfahrt +++ Steinwürfe +++ Absagen von Taxis, Bussen und Hotel +++ Polizei bringt Rechte weg

Am Abend kehrte Ruhe ein am Rheinufer. Zweieinhalb Stunden hatte hier eine Gruppe von "Pro Köln"-Anhängern gestanden, konnte nicht weg. Bis um 18 Uhr Polizeibeamte eingriffen und sie wegbrachte. Das Ende einer braunen Irrfahrt, bei der für die Rechten so ziemlich alles schief gelaufen war. Auf den Rhein abgedrängt, von Bord getrieben, Bus weg, Taxi weg, Hotel weg...

(Ob sie Samstag ihre Veranstaltung auf dem Heumarkt durchführen können? Am Abend versuchten bereits Gegendemonstranten, den Platz zu belagern: Hier wird gegen die Rechten demonstriert ›)

Was war geschehen? Köln hat sich gegen Rassismus und Intoleranz quer gestellt. Die Stadt zeigte den Extremisten die lange Nase und rief „Ätsch!“

Erst sollte eine Pressekonferenz der Rechten am Freitag im Rathaus Nippes stattfinden. Als er das am Mittwoch erfuhr, berief Bezirksbürgermeister Bernd Schößler (SPD) flugs eine Sondersitzung der Bezirksvertretung ein und blockierte so das Rathaus – Ätsch 1.

Die Stadt untersagte am Donnerstagabend die Pressekonferenz und jedwede andere Kongress-Veranstaltung von „pro Köln“ in städtischen Räumen: Diese dürfen nur von Fraktionen genutzt werden – Ätsch 2.

Die Rechtsextremen luden schließlich Freitagmorgen nach Rodenkirchen ein. 130 Gegendemonstranten versammelten sich mit „Nazis raus“-Transparenten vor dem Rathaus, wo Treffpunkt für die Pressekonferenz sein sollte. Der Rodenkirchener Bürgeramtsleiter Reiner Lindlahr stellte klar, dass die Rechten keinen Zutritt bekommen – Ätsch 3.

„Pro Köln“ hatte vorgesorgt. Namens einer Anwaltstagung hatte man das Schiff „Moby Dick“ gemietet. Kaum gingen die rechten Funktionäre an Bord, flog ein Stein gegen das Schiff. Eine Panoramascheibe brach entzwei und der nichtsahnende Kapitän in Panik aus (Hier zum Artikel ›): Sofort legte er ab – aus der „Internationalen Pressekonferenz“ wurde nix: Rund 50 rechtsextreme Funktionäre mussten sich mit nur 15 statt 100 erhoffter Pressevertreter begnügen – das war Ätsch Nummer 4.

Mit der kaputten Glasscheibe fuhr das Schiff Richtung Innenstadt, wollte an der Bastei anlegen – doch daraus wurde nichts: Gegendemonstranten hatten das Rheinufer besetzt – Ätsch 5.

Das Schiff fuhr nach Niehl. Hier lag das Schiff gut vier Stunden umzingelt von Booten der Wasserschutzpolizei im Hafenbecken. Die Weiterfahrt wurde untersagt: Wegen der kaputten Scheibe sei das Schiff nicht mehr fahrtüchtig. „Es könnte ja eine große Welle kommen und das Schiff zum Sinken bringen“, teilte Polizeisprecher Wolfgang Baldes mit – Ätsch Nummer 6.

Die Presse wurde mit Polizeibooten vom Schiff geholt. Die rechten Funktionäre mussten auf dem Kahn ausharren: Ätsch 7.

Inzwischen hatte die Polizei den Rechten Platzverbote für die Keupstraße in Mülheim und das Moscheegelände in Ehrenfeld erteilt – und die von den Rechtsextremen geplante Busfahrt dort- und anderswohin abgesagt: Die Fahrt sei eine nicht hinzunehmende Provokation. Ätsch 8.

Dann ließ die Polizei das Schiff Richtung Zoobrücke fahren. Doch Gegendemonstranten hatten sich auf der Mülheimer Brücke postiert. Der Kapitän stoppte aus Angst vor Farbbeuteln. Erst als die Polizei die Brücke gesperrt hatte, fuhr er weiter. Dann das: „Pro Köln“ hatte Reisebusse zum Anleger an der Seilbahn bestellt. Als die Fahrer aber erfuhren, wer da bestellt hatte, fuhren sie wieder weg – Ätsch 9.

Als das Schiff angelegt hatte, versuchten die buslosen Rechtsextremen, Taxis zu bestellen. Da machte ihnen wieder Bernd Schößler – diesmal als Chef des Taxi-Rufs – einen Strich durch die Rechnung: Er ließ per Funk an alle Fahrer mitteilen, dass sich am Rheinufer in Riehl renitente Fahrgäste befinden. Der Bereich sei zu meiden – Ätsch 10.

Dann kündigten Kölner Hotels die Zimmer, die die rechten Funktionäre gemietet hatten – Ätsch 11.

von Zecke - am 19.09.2008 22:37

Wer ist der komische Typ mit Lederjacke und Cola-Bier?

Haha.

[www.wdr.de]

von Zecke - am 19.09.2008 23:19

Re: Video

es scheint als wär der erste tag sehr gut gelaufen. klasse. :)

von shasa - am 20.09.2008 11:03

Re: Wer ist der komische Typ mit Lederjacke und Cola-Bier?

den hamma schonmal irgendwo gesehn :P

prost!

;-)

von AndiM - am 20.09.2008 11:50
Mehr kostenlose Presse konnten sich die Rechten die dort anwesend waren garnicht wünschen.

Daß sie somit mehr erreicht haben wie sie ohne Presse und ohne Aufstand (von ein paar übermotivierten Idioten) jemals erreichen hätten können, fällt nur den blinden nicht auf :D

Prima gemacht kann ich da nur sagen. So bleibt der braune Dreck doch ewig Thema in dieser Gesellschaft *applaudier*

von Erok - am 20.09.2008 11:54

Videos zum gestrigen Haupttag

[www.wdr.de]

[ocs.zgk.de]

[www.wdr.de]

[ocs.zgk.de]





von Zecke - am 21.09.2008 16:31

Das Ende des rechten "Kongresses"

Pro Köln scheiterte mit Kundgebung

Das Ende des rechten "Kongresses"

Von Gregor Taxacher

Von Gegendemonstranten belagert, von der Polizei abgeschirmt: So versuchte Pro Köln am Samstag (20.09.08) in der Kölner Altstadt eine Kundgebung abzuhalten. Der geplante Höhepunkt ihres "Kongresses" scheiterte schon vor dem polizeilichen Verbot.

Schon Morgens um acht Uhr ist der Heumarkt, geplanter Schauplatz der Kundgebung von Pro Köln, weitgehend von der Polizei abgesperrt, die das Bild der Kölner Altstadt beherrscht. Lücken gibt es aber noch. So hat es eine Gruppe von etwa zwanzig Gegendemonstranten auf den Platz geschafft. Sie sitzen auf dem Boden, von Polizei umringt, während wenige Meter neben ihnen die Aktivisten von Pro Köln ihre Bühne aufbauen. Auf der prangt eine riesige Botschaft: "Stop Islam". Nicht: Islamismus oder Islamisierung, sondern einfach Islam. Darüber haben kirchliche Gruppen ein Transparent an ein Baugerüst gehängt: "Du sollst Deinen Nächsten lieben wie Dich selbst!"

Diskussion um Platzverweis

Um halb Neun gibt die Polizei bekannt, dass die Demonstranten einen Platzverweis erhalten und sich nach Aufnahme ihrer Personalien entfernen müssen. Die meisten tun das auch, nur zwölf Protestler bleiben sitzen und wollen einen Einsatzleiter sprechen. Erst ein Polizist, dann eine Polizisten erklären, dass der Platz für die Kundgebung von Pro Köln reserviert ist. Das Gespräch verläuft erst freundlich, es wird miteinander gelacht. Nach einer halben Stunde drohen die Polizisten, man müsse alle, die jetzt bleiben, von allen heutigen Demonstrationen ausschließen.

Reiter machen die Gasse dicht

"Da um die Ecke sind die gekommen", erzählt ein Polizist seinem Kollegen: "Aber ich weiß nicht, wie das passieren konnte." Er deutet auf eine kleine Altstadtgasse, vor der sich jetzt eine Reiterstaffel postiert hat. Schließlich sind auch die zwölf Demonstranten bereit, ohne Widerstand abzuziehen. Aber die Aufnahme ihrer Personalien an einem Polizeibus dauert so lange, dass sie noch einige Zeit haben, die allmählich eintreffenden Sympathisanten von Pro Köln mit "Nazis Raus"-Rufen zu bedenken.

Freunde von Pro Köln warten

Inzwischen haben sich hinter den Absperrungen hunderte von Gegendemonstranten versammelt. Die Polizei hat jede Gasse dicht gemacht, die auf den Heumarkt führt. Die Kundgebungsteilnehmer werden von der Rückseite eingelassen, wo zum Rhein hin mehrere Straßen und eine Brücke völlig gesperrt sind. Bühnentechnik und Ordner der Kundgebung scheinen alle aus Belgien zu kommen von den Anhängern der Rechtspartei Vlaams Belang. Um elf Uhr sind höchstens 90 Kundgebungsteilnehmer auf dem Platz: Funktionäre, ältere Leute und etwa dreißig junge Männer im Klischee-Outfit von Rechtsradikalen: Kurzhaarschnitt und schwarze Jacken.

Manfred Rouhs, stellvertretender Chef von Pro Köln, gibt bekannt, mehrere hundert "Kongressgäste" säßen am Kölner Flughafen wegen der Gegendemonstranten fest. Aber das erklärt den bescheidenen Auftritt nicht wirklich. Denn die zu einer Bürgerbewegung gehörende größere Zahl bewegter Bürger fehlt ebenfalls.

Rouhs redet

Schon kurz nach zwölf erfahren die Journalisten per Telefon, dass die Polizei die Kundgebung untersagt hat. Die Veranstalter scheinen davon zunächst keine Notiz zu nehmen. Statt dessen reden sie heftig auf eine Bundestagsabgeordnete der Linksfraktion aus Bochum ein, Sevim Dagdelen, die es auf den Platz geschafft hat und vor Journalisten Erklärungen gegen Rassismus abgibt.

Dann beginnt Manfred Rouhs, stellvertretender Pro-Köln-Chef, vom Podium herab eine improvisierte Rede. Es geht gegen die türkische Islam-Verband DITIB, der gegen Intergration sei, gegen den türkischen Ministerpräsidenten Recep Erdogan, der DITIB in Deutschland steuere, und gegen "Getthos, in denen Dönerbuden und Ausländer alles beherrschen."

Verbotsübermittlung

Außerdem glaubt Rouhs, die Gegendemonstranten seien nur deshalb so zahlreich, weil sie erstens "aus ganz Mitteleuropa" angereist seien und weil zweitens die "politisch tendenziöse Musikgruppe BAP" kostenlos spiele. Nach Rouhs spricht der Vertreter der italienischen Lega Nord, Mario Borghezio. Während der redet, erklärt die Polizei Rouhs das Veranstaltungsverbot.
Pro Köln muss sich fügen
Mario Borghezio; Rechte: WDR/TaxacherBild vergrößern

"Liberta, Liberta!"

ch während Borghezio spricht, wird ihm das Mikrofon abgestellt. Rouhs muss nun das Verbot bekannt geben. Er nennt es "eine Ungeheuerlichkeit", gegen die man das Verwaltungsgericht anrufen werde. Dann solle der Kongress wiederholt werden. Trotzdem fordert er das Publikum auf, den Anweisungen der Polizei Folge zu leisten. Borghezio ruft "Liberta, Liberta", und einige nehmen den Ruf auf, schreien "Freiheit" oder auch "Diktatur, Diktatur."

Es ist 13 Uhr, als die Polizei per Lautsprecherwagen den Gegendemonstranten auf dem benachbarten Gürzenich-Platz das Verbot des "Kongresses" bekannt gibt. Sie fordert dazu auf, friedlich weiter zu demonstrieren. Es gibt allgemeinen Jubel. Josef Wirges, SPD-Bürgermeister von Ehrenfeld, wo der umstrittene Neubau einer Moschee entstehen soll, zeigt sich am Rand der Veranstaltung sehr zufrieden. "Das ist sehr gut gelaufen heute."
Auseinandersetzungen am Rhein
Polizei und Demonstranten am Rheinufer; Rechte: WDR/TaxacherBild vergrößern

Gespannte Ruhe am Rheinufer

Ganz gelaufen ist es allerdings noch nicht. Denn die "Kongress"-Teilnehmer stehen ratlos herum und wissen nicht, wie sie den Platz verlassen sollen. Am Rheinufer habe es gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen autonomen Linken und der Polizei gegeben, berichten Journalisten. Kurze Zeit später ist aber auch dort wieder alles ruhig. "Nur kleinere Rangeleien", sagt ein Polizist, der das Geschehen von einer Fußgängerbrücke aus überblickt. Darunter lagern Demonstranten gegenüber der Polizei, die Wasserwerfer aufgefahren hat. Die Polizisten auf der Brücke reden über Fußball.

Hitzige Szene mit Schiff

Ein Stück weiter kommt es zu einer hitzigen Debatte zwischen einzelnen linken Aktivisten und der Polizei. Die Demonstranten vermuten einige Rechtsradikale auf einem Ausflugsdampfer, der gerade angelegt hat. Die Polizei beteuert das Gegenteil und sperrt den Zugang zum Schiff ab. Seit der gestrigen Schiffstour von Pro Köln scheint dieses Verkehrsmittel ein heikles Thema. Auch Fotos wollen die Demonstranten nicht gern zulassen und halten Finger ins Bild. Aber auch hier entspannt sich die Lage nach kurzer Zeit.

Stand: 20.09.2008, 14:47 Uhr

von Zecke - am 21.09.2008 16:35

Hauptartikel zum Haupttag

Extremismus

Köln hat sich gewehrt

Von Andreas Damm, Helmut Frangenberg, Thorsten Moeck, Peter Berger und Detlef Schmalenberg,

Der Spuk ist vorbei: Die Pro Köln-Anhänger haben die Stadt verlassen. Die Kölner hätten erfolgreich gezeigt, dass sie die Rechten nicht in der Stadt haben wollen, so OB Schramma. Die Polizei nimmt 500 Linke in Gewahrsam.

Köln 18 Uhr, Polizeipräsidium: Sechs verletzte Polizisten, 15 Festnahmen und rund 500 Linke in Polizeigewahrsam - dies ist die Zwischenbilanz nach den ersten beiden Tagen der so genannten "Anti-Islamisierungs-Konferenz" rechtsextremer Gruppierungen in Köln. Die Polizei hatte Schwierigkeiten, die Lage unter Kontrolle zu behalten und Ausschreitungen zu verhindern. Rund um den Heumarkt, wo die Kundgebung der Rechten geplant war, sind nach Angaben von Polizeipräsident Klaus Steffenhagen Müllcontainer in Brand gesteckt, Scheiben eingeworfen und Bushaltestellen zerstört worden. (siehe angehängter Bericht: 500 Linke in Gewahrsam)

16.15 Uhr, Heumarkt: Die Polizei hebt die Sperrung des Heumarktes auf. Nach dem Auftritt von BAP geht das Konzert vor dem Gürzenich mit einem Arsch-huh-Revival und dem gemeinsamen Auftritt aller Bands zu Ende.

15.30 Uhr, Gürzenich: Party pur an der Bühne vor dem Gürzenich. Brings spielen, diesmal unterstützt von Vater Rolli Brings: "Pro Köln hat mich gezwungen, aus dem Ruhestand zurückzukehren", sagt er. Anschließend kommt Gentleman auf die Bühne und heizt dem Publikum ein. Das hat sich allerdings inzwischen deutlich dezimiert, viele sind nach Hause gegangen, derzeit harren noch rund 6 000 bis 7 000 aus.

15 Uhr, Heumarkt: Der Heumarkt ist noch immer gesperrt, die Pro Köln-Funktionäre haben sich mit einigen Sympathisanten in ihre Fraktionsräume in der Markmannsgasse zurückgezogen. Das Gebäude wird von der Polizei bewacht. Eine Gruppe von rund 30 Neonazis ist von der Polizei in den Tunnel unter dem Maritim-Hotel geleitet und dort eingekesselt worden. Dies geschehe zu ihrem Schutz, sagt ein Polizeisprecher. Sie sollen später aus der Innenstadt gebracht werden. Auch etwa 500 Linksautonome sind von der Polizei eingekreist. Aus dieser Gruppe heraus seien Beamte an einer Sperrung bedrängt worden, so die Polizei. "Es kann sein, dass es da zu Festnahmen kommt."

In die Altstadt kehrt langsam das normale Leben zurück: die Wirte haben ihre Tische herausgestellt und warten darauf, dass sie wieder Bier ausschenken können. Erste Reisegruppen schlendern über den Heumarkt.

Manfred Rouhs, der für Pro Köln im Kölner Stadtrat sitzt, kündigt im WDR an, man werde gegen das Kundgebungsverbot vor dem Verwaltungsgericht klagen. Der geplante sogenannte Anti- Islamisierungskongress könne dann möglicherweise zu einem späteren Zeitpunkt doch noch stattfinden.

13.30 Uhr, Gürzenich: Die Höhner, Zeltinger und die Kölner Band Klee sorgen für Konzertstimmung vor dem Gürzenich, bei den 50 000 Zuschauern stellt sich so etwas wie Karnevalsstimmung ein. "In Köln ist alles immer ein bisschen wie Fastelovend", sagt Henning Krautmacher von den Höhnern. Einen Widerstand in dieser Form könne man nur in Köln organisieren, keine andere Stadt habe das so drauf. Am Kundgebungsort wird für 10 Euro bereits die neue Arsch-huh-CD verkauft.

Zwischen den Liedern gibt es immer wieder Redebeiträge. Ditib-Geschäftsführer Mehmet Yildirim bedankt sich bei den Kölnern für ihre Unterstützung. "Ich freue mich über ihre zahlreiche Erscheinung", sagt er in einem Versprecher und bringt damit das Publikum zum Lachen. Kabarettist Wilfried Schmickler bedankt sich bei den Polizisten: Sie seien zwangsweise zwischen die Fronten geraten, hätten aber ihre Aufgabe sehr gut gemacht.

SPD-Oberbürgermeisterkandidat Jürgen Roters wird in seiner Rede deutlich: Pro Köln sei mit dem Versuch, von Köln aus eine neue Sammlungsbewegung der Rechten in Europa zu gründen gescheitert. "Sie werden es in anderen Ländern Europas wieder versuchen. Deshalb rufen wir nach Mailand, Sofia, Paris: nehmt euch ein Beispiel an Köln. Faschisten bleiben Faschisten, Rassisten bleiben Rassisten. Viva Colonia."

13.30 Uhr, Flughafen Köln-Bonn: Die seit dem Morgen in einer öffentlichen Lounge im Terminal 2 ausharrenden "Pro Köln"-Anhänger erhalten Hausverbot. Der Flughafen wurde vom Aufmarsch der Rechten überrascht. "Zuerst waren nur etwa 30 bis 50 Anhänger des 'Kongresses' hier, die mit dem Flugzeug angekommen sind", so Walter Römer, Pressesprecher des Flughafens. Als klar wurde, dass die Rechten durch die gestörte S-Bahn-Linie am Flughafen festsaßen, trafen zwei Busse aus Belgien mit "Vlaams Belang"-Anhängern ein. Nach einer improvisierten Pressekonferenz der Rechten erteilt der Flughafen das Hausverbot, die Versammlung löst sich auf, die Belgier steigen wieder in ihre Busse.

13 Uhr, Heumarkt: Um kurz vor eins beendet die Polizei die Kundgebung endgültig, gerade bevor Mario Borghezio, Europaparlamentarier für die rassistische Lega Nord aus Italien, das Wort ergreifen will. Manfred Rouhs schimpft über die "Unverschämtheit". Nach dem Verbot der rechten Kundgebung wird damit begonnen, die Bühnen-Aufbauten auf dem Heumarkt abzubauen.

12.30 Uhr, Flughafen Köln-Bonn: 200 bis 300 Anhänger von "Pro Köln" befinden sich im Terminal 2 des Flughafens und beraten ihr weiteres Vorgehen. Sie sitzen fest, da die Bahnverbindung durch Gegendemonstranten blockiert wird. Die Rechten halten Transparente und Schilder hoch, die sich zum Beispiel gegen die geplante Kölner Moschee richten. Anwesend sind auch Anhänger der ultrarechten belgischen Partei "Vlaams Belang" sowie Markus Beisicht, Chef der rechtsextremen Pro-Bewegung. Beisicht glaubt noch nicht an ein Verbot der Kundgebung auf dem Heumarkt: "Der Polizeipräsident soll mir die einstweilige Verfügung persönlich in die Hand geben."

12.10 Uhr: Die Kölner Polizei untersagt die Kundgebung auf dem Heumarkt. "Denn die Sicherheit der Kölnerinnen und Kölner hat oberste Priorität", heißt es in der Pressemitteilung, die die Redaktion erreicht. "Polizeisprecher Wolfgang Baldes: "Es hätte eines großen und massiven Einsatzes der Polizei bedurft, die Sicherheit der Bevölkerung zu gewährleisten. In diesem Zusammenhang mussten wir bewerten, ob diese Veranstaltung um jeden Preis stattfinden muss."

Manfred Rouhs hält in diesem Moment noch seine Eröffnungsrede. Die Polizei will die Veranstaltung, die von tausenden Linksautonomen verfolgt wird, "behutsam" auflösen. "Wir können die Pro Köln-Anhänger jetzt nicht einfach vom Platz schicken", so eine Sprecherin der Polizei.

12 Uhr, Gürzenich: Auf den Bühnen am Roncalliplatz und in der Gürzenichstraße gehen die Gegendemonstrationen weiter. Für das "Arsch huh"-Konzert haben die Höhner einen ihrer Hits zum Protest-Song umgeschrieben: "Die Blockade geht weiter, kein Nazi kommt durch" lautet jetzt der Text. Auf der Bühne am Gürzenich spricht anschließend Konstantin Neven DuMont über die Rolle der Medien im Kampf gegen den Rechtsextremismus. Die Strategie, die Gruppierung "Pro Köln" vor dem Kommunalwahlkampf 2004 zu ignorieren, sei falsch gewesen, sagt der Geschäftsführer des Verlags M. DuMont Schauberg. Über die "Ewiggestrigen" müsse ausführlich berichtet werden. Neven DuMont lobte den Einsatz von Kölner Kirchen, Gewerkschaften und anderer gesellschaftlicher Gruppen, die mit Anzeigen zum Protest gegen Rechts mobilisiert haben: "Die Welt schaut heute auf Köln".

12.00 Uhr, Heumarkt: "Pro Köln"-Geschäftsführer Manfred Rouhs betritt den Heumarkt und eröffnet die Kundgebung. Er ahnt nicht, dass die Polizei im selben Moment schon dabei ist, die Verfügung zum Verbot der Veranstaltung vorzubereiten. Statt der angekündigten hunderten "Pro Köln"-Anhängern stehen nur 40 bis 50 Rechte auf dem Heumarkt. Laut Rouhs warten ungefähr 400 "Pro Köln"-Anhänger am Flughafen Köln-Bonn - die S-Bahn-Linie ist von Gegendemonstranten blockiert worden, die Rechten sitzen fest. Die Polizei hat den "Kongress"-Teilnehmern geraten, am Flughafen zu bleiben und sich nicht auf den Weg in die Stadt zu machen. Doch Manfred Rouhs ist sich trotzdem ganz sicher, dass er bald Verstärkung bekommt: "Wir werden hierbleiben, bis unsere Freunde kommen. Vielleicht dauert das auch bis morgen früh." Die Chancen, dass "die Freunde kommen", stehen schlecht. Aber davon hat Rouhs noch keine Ahnung.

11.40 Uhr, Heumarkt: Nach Informationen des "Kölner Stadt-Anzeiger" müssen Teilnehmer des sogenannten "Anti-Islamisierungs-Kongresses" auf eigene Verantwortung versuchen, die Kundgebung auf dem Heumarkt in der Altstadt zu erreichen. Es habe im Vorfeld des "Kongresses" der Rechtsradikalen mehrere Aufforderungen an die Organisatoren von "Pro Köln" gegeben, sich mit der Polizei zusammenzusetzen, um über den Zugang zum Heumarkt zu sprechen. Dies sei nicht erfolgt. "Die Kundgebungsteilnehmer müssen jetzt selber sehen, wie sie an den Ort des Geschehens kommen", so ein Polizeisprecher. Ursprünglich war geplant, dass die Kundgebung auf dem Heumarkt um zwölf Uhr beginnen soll. Der Platz ist von der Polizei weiträumig abgesperrt worden.

11.00 Uhr, Heumarkt: Die Stimmung in der Innenstadt heizt sich auf, es kommt zu ersten gewalttätigen Übergriffen. Linke Demonstranten versuchen am Heumarkt und an der Deutzer Brücke, Absperrgitter zu entfernen. Vor dem Maritim werden Beamte durch Linksautonome mit Knallkörpern beworfen, dabei wird ein Polizist im Gesicht verletzt und muss sich ambulant behandeln lassen. In Deutz haben Protestler Pflastersteine gesammelt, offenbar aber noch nicht geworfen. In der Markmannsgasse in Rheinnähe haben Demonstranten versucht, an die Waffen der dort eingesetzten Polizisten zu gelangen. Die Beamten setzten daraufhin Schlagstöcke ein.

10.30 Uhr, Heumarkt: In die Versammlung der linken Demonstranten auf dem Heumarkt kommt Bewegung. Alle Zugänge zum Platz werden inzwischen von ihnen versperrt. Die Straßenbahnlinien von Deutz in Richtung Heumarkt werden ebenfalls von linken Protestlern blockiert. An der Rheinuferstraße, in Höhe des Maritims, treffen sich vermummte Mitglieder des Schwarzen Blocks. Die Polizei ist mit Reiterstaffeln und Wasserwerfern vor Ort.

Unbekannte Täter haben am frühen Samstagmorgen auf der Eisenbahnstrecke zwischen Troisdorf und Köln eine Signalanlage der Deutschen Bahn in Brand gesetzt. Der Streckenabschnitt sei für die Ermittlungen bis 9:30 Uhr gesperrt worden, teilte die Bundespolizei mit. Betroffen seien die ICE-Strecke Köln - Frankfurt sowie die S-Bahn- und Güterzugstrecke zwischen Troisdorf und Köln. Die Bundespolizei ermittelt wegen versuchten gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr. Ein Zusammenhang mit dem "Pro Köln-Kongress" liegt nach Auskunft der Kölner Polizei nahe. Ermittlungen in diese Richtung seien aufgenommen worden.

Samstag 9.30 Uhr, Roncalliplatz: Witich Rossmann von der Initiative „Köln stellt sich quer“ eröffnet den Protesttag gegen den so genannten „Anti-Islamisierungskongress“ auf dem Roncalliplatz. Bei strahlendem Sonnenschein haben bereits Tausende den Weg in die Stadt gefunden. In der Gürzenichstraße, wo die Bühne für das Arsch-huh-Konzert steht, gibt es um diese Zeit bereits kein Durchkommen mehr.

Die Tommy-Engel-Band macht den Auftakt. Oberbürgermeister Fritz Schramma begrüßt vor der Bühne die Vertreter der Türkisch-Islamischen Union (Ditib), die in Ehrenfeld die neue Moschee bauen wollen. Er sei „stolz auf die Kölner“, sagt Schramma. Stolz darauf, dass der Protest gegen die Rechtsextremen aus ganz Europa in Köln „einen derart fruchtbaren Humus“, finde. "Danke, dass Ihr hier seid! Danke, dass Ihr unsere Stadt nicht den Ausländerfeinden und Rechtsextremen überlasst! Danke, dass Ihr ein Zeichen setzt für Toleranz und friedliches Miteinander!"

In ähnlicher Weise äußert sich auf SPD-Oberbürgermeister kandidat Jürgen Roters. Der Protest in Köln habe deshalb besondere Bedeutung, weil er sich gegen die Be strebungen richte, dass Rassisten in ganz Europa versuchten, sich zu sammenzuschließen. Es sei „sehr ermutigend“, dass viele Rechtspopulisten ihre Teilnahme in Köln von vornherein abgesagt hätten, weil man ihnen von vornherein deutlich klar verstehen gegeben habe, dass sie in Köln nicht erwünscht sind. „Das hat Wirkung weit über die Stadtgrenzen hinaus.“

Natürlich erinnert vieles an das legendäre „Arsch huh“-Konzert auf dem Chlodwigplatz aus dem Jahre 1992. Auch Karl-Heinz Pütz, da mals Mit-Organisator, beschwört von der Bühne den Mythos von da mals. „Das ist lange her, aber ich finde, wir sind alle jünger gewor den.“ Über dem Roncalliplatz steht ein Polizeihubschrauber. „Der guckt auf uns herunter“, sagt Tommy En gel, bevor seine Band die Trude-Herr-Song „Die Stadt“ anstimmt

Die Nacht war friedlich

Samstag, 8.00 Uhr: In der vergangenen Nacht hatten Gegner des "Anti-Islamisierungskongresses" versucht, den Heumarkt zu besetzen. Dieser war von Hundertschaften der Polizei allerdings abgeriegelt worden. Mit mehreren hundert Einsatzkräften war die Polizei in der Nacht auf dem Heumarkt vertreten. Insgesamt wurden 30 Verwarnungen ausgesprochen, festgenommen wurde niemand. Einige Feuerwerkskörper wurden geworfen, Glasscheiben gingen zu Bruch. Die Beamten sprechen von "gereizter Stimmung" unter den Demonstranten, ansonsten blieb die Nacht friedlich.

Gespannte Ruhe hatte abends am Heumarkt geherrscht: Der zentrale Platz in der Altstadt, auf dem die rechtsextreme "Pro Köln" ab Samstag, 12 Uhr ihre Kundgebung abhalten will, war von der Polizei mit Absperrgittern und Einsatzkräften hermetisch abgeriegelt worden. Am südlichen Ende des Heumarktes, etwa ab dem "Brauhaus zur Malzmühle", hatten sich rund 2.000 linke Gegendemonstranten versammelt. Die Menschenmasse staute sich die Straße "Mühlenbach" in Richtung der Nord-Süd-Fahrt herunter.

Zahlreiche Demonstranten waren mit Rucksack und Isomatte angereist. Offenbar entschlossen, den Heumarkt zu besetzen - was die Polizei verhinderte.

[www.ksta.de]

von Zecke - am 21.09.2008 16:37

Re: Video

Der zweite Tag und somit der Haupttag ist ebenfalls als riesiger Erfolg zu bewerten. Für Pro Köln wurde es ein ähnlicher Flop wie der erste Tag. Die Veranstaltung wurde aufgrund der Gegenproteste nach wenigen Minuten von der Polizei verboten. Heute am dritten Tag fand die vorgesehene Abschlusskundgebung in Leverkusen gar nicht mehr öffentlich statt. 2009 wollen sie einen erneuten Versuch in der Innenstadt unternehmen. *lol*

Kleine Anekdote von unserem 20-Mann-Blokadeposten: Die zehn Pro Köln-Fritzen, die als einzelne Figuren in all den Stunden vergeblich versucht haben, an uns vorbeizukommen, erkannte man nicht am Outfit, sondern an einem ganz extremen Schnapsgestank und geistig leicht eingeschränkten Fähigkeiten. Aus Ermangelung an Hotelübernachtungsmöglichkeiten kamen die ersten morgens um halb neun aus der Asi-Schwulen-Kneipe in unserer Gasse und wollten vorbei.
"Sehen wir etwa aus wie Faschisten?" "Ja, ich hab dich auf 'nem Pro-Köln-Foto von gestern gesehen..."

Blockadepunkt Keine Ahnung ;-)
[www.ksta.de]






von Zecke - am 21.09.2008 16:49

Gute Kurzzusammenfassung des Tages-Video

[ocs.zgk.de]



von Zecke - am 21.09.2008 16:51

Re: Video

Zitat
Zecke
Der zweite Tag und somit der Haupttag ist ebenfalls als riesiger Erfolg zu bewerten. Für Pro Köln wurde es ein ähnlicher Flop wie der erste Tag. Die Veranstaltung wurde aufgrund der Gegenproteste nach wenigen Minuten von der Polizei verboten. Heute am dritten Tag fand die vorgesehene Abschlusskundgebung in Leverkusen gar nicht mehr öffentlich statt. 2009 wollen sie einen erneuten Versuch in der Innenstadt unternehmen. *lol*


Klingt doch gut!

von Sparvöga - am 21.09.2008 18:50

Re: Video

*ggg*

sehr sehr gut das sich da die menschen mal aufgerafft haben und gemeinsam gegen diesen dreck vorgegangen sind.
hab mich so geärgert das ich arbeiten musste und nicht nach köln konnte. *grummel*

von shasa - am 21.09.2008 19:11

Fazit des Kölner Stadt-Anzeigers

Köln gegen Rechts

Ganz einfach auf die kölsche Art

Von Peter Berger, Helmut Frangenberg und Detlef Schmalenberg, 21.09.08, 21:25h, aktualisiert 21.09.08, 21:28h

Eine Stadt zeigt unmissverständlich Flagge: Die Fantasie der Demonstranten ließ die Organisatoren des „Anti-Islamisierungs-Kongresses” auf ganzer Linie scheitern. Die Polizei untersagte die Kundgebung von „,Pro Köln” auf dem Heumarkt aus Sicherheitsgründen.

Köln Es ist eine Mischung aus Verzweiflung und Trotz, wie Manfred Rouhs da auf der Bühne am Heumarkt steht. „Wir bleiben hier, notfalls bis morgen früh“, ruft der Funktionär der rechtsextremen Organisation „Pro Köln“. Es ist Samstagmittag, 12.30 Uhr. Eigentlich sollte der Platz gefüllt sein. Zur Kundgebung des sogenannten „Anti-Islamisierungs-Kongress“ hatten die großmäuligen Ultrarechten 1500 Teilnehmer angekündigt.

Doch vor der Bühne steht ein verlorenes Häuflein. Etwa 30 Rechtsfunktionäre und 20 Neonazis, mehr haben es nicht hierhin geschafft. Damit überhaupt etwas passiert, hat Rouhs zum Mikrofon gegriffen. Sein „Freund und Kamerad“, der italienische Rechtsradikale Mario Borghezio, soll auch noch etwas sagen. Der Politiker der Lega Nord, der vor einigen Jahren in Turin hinterhältig die Lager von Einwanderern anzündete und deshalb wegen vorsätzlicher Brandstiftung verurteilt wurde, hatte bei seinem Eintreffen gebrüllt, Tausende Imame „mit den Werten von Bin Laden“ würden Europa überrollen und zum „Heiligen Krieg“ aufrufen. Doch als Borghezio jetzt zum Mikrofon greift, muss er schon nach wenigen Minuten schweigen. „Die Veranstaltung ist aus Sicherheitsgründen untersagt“, hatte ein Polizeivertreter mitgeteilt.

Das Verbot der Kundgebung besiegelte das Fiasko, in dem der großspurig angekündigte Kongress der Kölner Rechtsradikalen endete. Was zu einem „machtvollen Zeichen“ werden sollte, wurde ein Mega-Flop. Gescheitert sind die ultrarechten Politiker nicht nur am breiten Widerstand der Bevölkerung, sondern vor allem am eigenen Versagen. Durch ihre Weigerung, mit der Polizei zu kooperieren, durch die Unfähigkeit, einfachste Abläufe seriös zu organisieren, haben sie die peinliche Niederlage selbst verschuldet. Schon der Freitag, als sie stundenlang auf der „Moby Dick“ über den Rhein irrten, wurde für die Rechtsextremen zum Desaster.

Am Samstagmorgen um neun Uhr ist der Heumarkt bereits von der Polizei abgeriegelt, als vor dem Dom die erste Protestkundgebung gegen den „Rassisten-Kongress“ beginnt. „Diese braunen Biedermänner sind in Wahrheit Brandstifter, Rassisten im bürgerlichen Zwirn, subtile Angstmacher“, feuert Oberbürgermeister Fritz Schramma eine volle Breitseite ab. „Dieser verfaulten Clique des Eurofaschismus, diesen Haiders und Le Pens und wie sie alle heißen rufe ich zu: Da ist der Ausgang, da geht's nach Hause. Wir wollen euch nicht!“, ruft der OB, dass selbst dem krawallfreudigen Heinrich Pachl der Mund offen stehen bleibt. Der Kabarettist hat zuvor die freitägliche Irrfahrt der Rechtsradikalen mit der „Moby Dick“ auf dem Rhein aufs Korn genommen: „Der weiße Wal war blau vor Angst. Da hat man ihm zu verstehen gegeben: Bleib lieber auf dem Wasser. Die Geschichte des „Moby Dick“ muss neu geschrieben werden.“

„Köln - nazifreie Stadt“ haben Blockierer im Seidenmacherinnengässchen auf ihr Transparent geschrieben. „Unter Käster“ sitzen vornehmlich Schüler in Fünferreihen und skandieren: „Hier kommt keiner durch.“ Alternative Karnevalisten tragen Pappfiguren herum: „Bunte Funken gegen braune Halunken.“ Hinter den Demonstranten stehen Absperrgitter, die die Polizei bereits in den frühen Morgenstunden aufgebaut hat. Lange bevor sich Tausende meist junge Leute auf die Straßen setzten.

Was tun Sie, wenn hier jemand rein will?“, wird ein Polizist an der Salzgasse gefragt. „Dann lassen wir ihn durch“, lautet die Antwort. Polizeierfahrung helfe dabei, zwischen rechts und links zu unterscheiden. Aber es sind nur wenige, die tatsächlich versuchen, durch die Blockaden zu kommen. Wenn es Auseinandersetzungen gibt, ist die Polizei sofort zur Stelle. Keiner der Blockierer wird weggetragen. Einige Sympathisanten der Rechtsextremen, durch die es zu Rangeleien kommt, werden mit Platzverweisen weggeschickt.

Überall dort, wo nordrhein-westfälische Beamte Dienst tun, ist die Lage weitgehend entspannt. Auswärtige Einheiten wie die bayerische Hundertschaft, die an der Markmannsgasse stationiert ist und sich recht rabiat den Weg durch die Demonstranten bahnt, zeigen weniger Gelassenheit. Vielleicht ist es kein Zufall, dass es gerade an diesem Teil der Blockade zu einem gewaltsamen Zwischenfall kommt. Gespannte Stimmung herrscht auch in Deutz, wo sich linke Autonome mit Steinen bewaffnen, und auf der Rheinuferstraße, wo sich auf sechs Spuren rund 600 Blockierer und die Polizei mit Wasserwerfern gegenüberstehen. Es bleibt beim ritualisierten Muskelspiel.

Auf dem Heumarkt hingegen ist es immer noch gespenstisch leer. Etwa 150 Unterstützer aus Belgien und Österreich werden von der Polizei am Flughafen festgehalten. Die Bahnverbindung zum Hauptbahnhof ist unterbrochen. Demonstranten sitzen in Deutz auf den S-Bahn-Gleisen, und auf der Hohenzollernbrücke fährt für zwei Stunden kein Zug mehr. Pro-Köln-Funktionär Rouhs jedoch hofft weiter auf die Unterstützung der europäischen Verbündeten. „Wir bleiben, bis die Kameraden hier sind“, ruft der Pro-Funktionär über den Heumarkt. Die Neonazis, die auf den Bänken am Rande des Heumarkts sitzen, wirken gelangweilt. Ein Ex-NPD-Funktionär, der sich als „Kameradschaftsführer Nationaler Widerstand Köln“ bezeichnet, beobachtet die türkischstämmige Bundestagsabgeordnete Sevim Dagdelen („Die Linke“). Sie hat es trotz aller Blockaden auf den Platz geschafft, gibt ein Interview nach dem anderen und stiehlt der versprengten rechten Schar die Schau. „Demonstrieren Sie doch in Ihrem Land“, ruft ein junger Mann der deutschen Staatsbürgerin zu.

Am Reiterdenkmal des Preußenkönigs Friedrich Wilhelm III. warten zwei Gewerkschafterinnen aus Widdersdorf auf die angekündigte Menschenkette, die es nicht durch die Absperrungen schaffen wird. „Wie sollen wir hier nur wieder raus kommen?“, fragt die eine, während die Polizei ein paar Touristen über den Heumarkt zum Hotel führt.

Ein älterer Mann aus Österreich gibt derweil ein Fernsehinterview: „Ein Skandal“ sei das, was in Köln passiere. Weil er sich durch die Blockade zwängen musste, um an der Kundgebung teilnehmen zu können, habe er nun vielleicht Aids. „Viele dieser Leute sollen ja Aids haben.“

Liedgut für jede Situation

Die Gegendemonstranten sind mittlerweile vom Roncalliplatz zur Arsch-huh-Bühne am Gürzenich gezogen. Es zeigt sich wieder einmal, dass der Kölner für jede Situation das passende Liedgut parat hat. Logisch, dass die Höhner „Mit dem kölschen Pass macht das Leben Spaß“ Richtung Heumarkt schmettern. Einfach leben - und leben lassen. Das Echo lässt nicht lange auf sich warten. Von einer Schar kostümierten kölscher Jecke schallt der Karawane-Gassenhauer - selbstverständlich mit neuem Text versehen - zurück: „Die Blockade geht weiter, kein Nazi kommt durch.“ Das Echo nimmt Höhner-Boss Krautmacher dankbar auf. Nicht ganz unwahrscheinlich, dass man den Song in Kürze auf CD bekommt. So was läuft in Köln immer.

Auf der Bühne vor dem Hard-Rock-Café geben sich Kölns Musiker die Mikrofone in die Hand. Die AG Arsch Huh - verjüngt um Reggae-Star Gentleman und die deutsche Pop-Band „Klee“ - feiert ihre Wiedervereinigung. „Mer fiere euch kapott“, hat Krautmacher als Motto fürs Volksfest gegen die Volkstümelei ausgegeben. Die aus der Türkei stammende SPD-Bundestagsabgeordnete Lale Akgün, eine der Rednerinnen auf der Gürzenich-Bühne, ruft „Danke, Köln. Kölle alaaf“.

Es ist 12.45 Uhr, der italienische Rechtsradikale Borghezio musste seine Rede auf dem Heumarkt vor wenigen Minuten beenden, als Lautsprecherwagen der Polizei zu den einzelnen Absperrgittern fahren und die Nachricht vom Verbot der „Pro Köln“-Kundgebung unters Volk bringen. Die Durchsage wird mit Jubel und Applaus bedacht. Die Einsatzkräfte der Polizei sind sichtlich erleichtert.

Es dauert noch mehr als dreieinhalb Stunden, bis die Polizei den Heumarkt freigibt. Nach dem hastigen Abbau ihrer Bühne und der Aufgabe der Blockaden bitten die Rechtsextremen um Polizeischutz, um den Platz wieder verlassen zu können. Die Gruppe junger Neonazis wird von Einsatzkräften vom Platz geführt. Die „Pro Köln“-Funktionäre flüchten in ihre Fraktionsräume, einige ihrer wenigen Sympathisanten bleiben zurück. Als Anwohner und Touristen die Tische der Lokale und die Bänke des Platzes bevölkern, setzen sie sich dazu. Als der Alltag zurück auf den Heumarkt kehrt, nimmt sie keiner mehr wahr.

[www.ksta.de]


von Zecke - am 21.09.2008 21:28

Fazit

Colonia steht auf. Taxifahrer befördern ihre rechten Fahrgäste nicht, ein Hotel kündigt ihnen, Karnevalisten machen sich einen Jux daraus, die Veranstalter des "Anti-Islam-Kongresses" in Köln zu veralbern.
Wenn man so will: ein "Multi-Kulti"-Protest gegen bürgerlich-braune Engstirnigkeit.
Es hätte so schön sein können, wenn es bei diesem friedlichen und wirkungsvollen "Nein zu Rechts" geblieben wäre.
Doch linke Chaoten, die sich in ihrer Engstirnigkeit nicht von den Rechten übertreffen lassen, hatten etwas dagegen und machten gewalttätig Randale - mit der Folge: die Polizei verbot die vorher genehmigte rechte Demonstration.
Versammlungsfreiheit ist ein hohes demokratisches Gut. Politisch wirkungsvoller wäre gewesen, das Häuflein versprengter rechter Demonstranten gewähren zu lassen und so ihre Veranstaltung zur Farce zu machen, als einzuknicken vor der linken Gewalt.

von Meckie Messer - am 23.09.2008 20:02

Re: Fazit

Zitat

Politisch wirkungsvoller wäre gewesen, das Häuflein versprengter rechter Demonstranten gewähren zu lassen und so ihre Veranstaltung zur Farce zu machen, als einzuknicken vor der linken Gewalt.


Das sehe ich genauso.
Diese dummen Steinewerfer. :hau

von Temptation - am 24.09.2008 09:10

Re: Fazit des Kölner Stadt-Anzeigers



tolle Sache..., da bleib ich lieber in Catania!

von Lüse - am 25.09.2008 10:00

Re: Fazit des Kölner Stadt-Anzeigers

Das Bild is doch das optimale Plakat für die nächste "linke" Grillparty :D

von Erok - am 25.09.2008 10:48

Re: Fazit des Kölner Stadt-Anzeigers

*g* ja, das könnte hinkommen.

von Lüse - am 25.09.2008 15:41
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