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Sparvöga, Lüse, Zecke, Edelweisspirat, saw

Fatale Spirale: "Je mehr vom Gedenken auf den "Kampf gegen Rechts" umgeschwenkt wird, desto attraktiver wird der Ort für Neonazis."

Startbeitrag von Sparvöga am 14.02.2009 19:08

Was haltet Ihr von der Feststellung...?


Fatale Spirale
"Kampf gegen Rechts" lockt Nazis nach Dresden

Von Richard Herzinger

Während die Dresdner versuchen, mit der Zerstörung der Stadt auf würdige Weise umzugehen, haben die Neonazis den Gedenktag zu einem ihrer zentralen Propagandathemen gemacht. Je mehr vom Gedenken auf den "Kampf gegen Rechts" umgeschwenkt wird, desto attraktiver wird der Ort für Neonazis.

Samstagnachmittag glich Dresden einem Heerlager von Polizeikräften aus ganz Deutschland. So gut wie jede Ecke der Innenstadt war von ihnen überwacht, der Verkehr kam praktisch zum Erliegen. Doch der Eindruck, der nach außen dringt, täuscht. Nicht politische Parolen, nicht Nazi-Aufmärsche und Gegendemonstrationen sind es, die das jährliche Gedenken der Dresdner an die Zerstörung ihrer Stadt durch die alliierten Bombenangriffe vom 13. und 14. Februar 1945 eigentlich ausmachen. Es ist vielmehr die Stille.

Minutenlang steht der Chor schweigend auf der Bühne vor der Frauenkirche, bevor er an diesem kalten Freitagabend mit seinem Gesang die zentrale Gedenkveranstaltung der evangelischen Kirche und der Stadt Dresden eröffnet. Die rund dreitausend Bürger, die auf den Neumarkt gekommen sind, schweigen mit. Und auch während der Ansprachen der Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) und des Hauptredners, des früheren SPD-Chefs Hans-Jochen Vogel (SPD), wird untereinander kaum ein Wort gesprochen. Der Beifall fällt zurückhaltend aus. Nicht etwa, weil die Reden nicht zu Herzen gehen würden. Sondern weil die Stille des trauernden Eingedenkens nicht zu grell durchbrochen werden soll.

Es macht den Dresdnern zunehmend zu schaffen, dass ihr Versuch, mit dem Untergang ihrer Stadt vor 64 Jahren auf würdige Weise umzugehen, nicht mehr respektiert wird. Seit die Neonazis ihn zu einem ihrer zentralen Propagandathemen gemacht haben und jedes Jahr mit ausdauernder Dreistigkeit demonstrierend in die Stadt einfallen, um nationalistische Hassparolen zu verbreiten, droht das Dresdner Gedenken an die zwei Tage, als bis zu 25.000 Menschen im Feuersturm starben, von ihrem Ungeist kontaminiert zu werden.

„Diese Bande hat in Dresden nichts zu suchen“, ruft Oberbürgermeisterin Orosz vor der Frauenkirche aus. Und Vogel rekapituliert unter dem Veranstaltungsmotto „wahrhaftig gedenken – versöhnt leben“ einmal mehr die Schuld des nationalsozialistischen Deutschland, die aus dem Erinnern an das Dresdner Leid nicht ausgeblendet werden darf. Den versammelten Bürgern muss man das eigentlich nicht mehr sagen. Die auch mit britischen Spenden und britischer Hilfe wiederaufgebaute Frauenkirche ist an sich ein bedeutendes Zeichen dafür, dass Ressentiments und Geschichtsrevisionismus in Dresdens Gedenkkultur keinen Platz haben. Doch die Nähe der Extremisten – schon Freitagabend marschieren fast tausend „autonome Nationalisten“ auf – zwingt, mit der Geschichtslektion immer wieder von vorn anzufangen.

Spirale von Mobilisierung und Gegenmobilisierung

Der Widerstand gegen die Vereinnahmung durch die Rechtsextremen hat das Dresdner Gedenken in eine fatale Spirale von Mobilisierung und Gegenmobilisierung gebracht. Am Samstag verwandelt sich Dresden von einem Ort des Eingedenkens in ein riesiges politisches Kampffeld.

Das Bündnis „Geh Denken“, das vom DGB und der zivilgesellschaftlichen Initiative Kulturbüro Sachsen initiiert wurde und dem sich Politiker vor allem der SPD, der Grünen und der Linken sowie Kirchenleute, Prominente und verschiedenste Bürgerinitiativen angeschlossen haben, hat zu drei Demonstrationszügen gegen die angekündigte Demo der Rechtsextremisten aufgerufen – insgesamt nehmen um die 10000 Bürger daran teil. Sie starten von unterschiedlichen Punkten aus, um die „Präsenz der Demokratinnen und Demokraten“ in der ganzen Stadt zu zeigen und sich zur Abschlusskundgebung auf dem Theaterplatz zu treffen, wo unter anderen der SPD-Vorsitzende Franz Müntefering und Grünen-Chefin Claudia Roth sprechen werden. Allein im Hauptzug vom „Goldenen Reiter“ aus setzen sich am frühen Samstagnachmittag mehrere Tausend Menschen in Bewegung.

Am Hauptbahnhof haben sich derweil, von der Polizei streng abgeriegelt, rund 5000 meist schwarz gekleidete, überwiegend jugendliche Rechtsradikale mit schwarzen Fahnen und Reichskriegsflaggen zur Kundgebung mit anschließendem „Trauermarsch“ versammelt. Holger Apfel, NPD-Fraktionschef im sächsischen Landtag, schwadroniert vom alliierten Bombenkrieg als einem „einzigartigen Holocaust“ an den Deutschen und wütet gegen „die mörderische Fratze des amerikanischen Imperialismus“.

Dilemma der Demokraten

Dass dieses Jahr mehr Rechtsextremisten da sind als jemals zuvor, zeigt das Dilemma der Demokraten: Je mehr politische Gegenkräfte sie auf die Beine bringen, je mehr gegen von überall her herangekarrte Neonazis bundesweite politische Prominenz aufgefahren wird und sich der Schwerpunkt des Dresdner Jahrestags so vom Gedenken auf den „Kampf gegen Rechtsextremismus“ verlagert, umso attraktiver wird das Datum für die Neonazis. Finden sie hier doch eine ideale mediale Bühne und tanken das befriedigende Gefühl auf, die verhasste Demokratie in helle Aufregung versetzen zu können.

Für Verwirrung sorgen zudem linksradikale Antifa-Grüppchen, die von ihren rechtsextremen Feinden optisch kaum zu unterscheiden sind. Sie haben Dresden ebenfalls als zentralen Kampfplatz entdeckt und sich am Freitagabend mit einem dröhnenden Freiluft-Rockkonzert am Altmarkt unter der Parole „Keine Versöhnung mit Deutschland!“ schon einmal für den nächsten Tag in Stimmung gebracht. Am Samstagnachmittag liefern sie sich in der Dresdner Altstadt ein Katz-und-Maus-Spiel mit der Polizei.

Nur die Dresdner CDU verweigert sich dem Spektakel. Lars Rohwer, CDU-Kreischef und Landtagsabgeordneter, meint, man dürfe sich „von der Instrumentalisierung durch die Nazis seinerseits nicht eine immer stärkere Politisierung des Gedenkens aufzwingen lassen“. Doch Dresden ist bereits zum zentralen symbolischen Kampfplatz erbitterter geschichtspolitischer Auseinandersetzungen geworden. Und niemand weiß, wie die Spirale ihrer Eskalation zu stoppen ist.


Quelle: [www.welt.de]

Antworten:

Ich war heute da, und das Problem ist jedes Jahr und gibt es doh auch nicht erst seit heute. Die Ursachen von Rechts, liegt nicht im Kampf dagegen, sondern dort wo rechte Gedanken auftauchen.

von Edelweisspirat - am 14.02.2009 20:49
Natürlich liegt die Ursache von rechtem Gedankengut nicht im Kampf gegen Nazis. Das ist schon klar. Wäre für mein Dafürhalten auch irgendwie unlogisch... ;-)! Aber die Frage ist doch, ob man durch den Kampf gegen Rechte das Problem nicht noch verschärft! Was hältst du von dieser These?

von Sparvöga - am 14.02.2009 23:02
guter Artikel. Ich sag nur noch "Geh denken"..

Gruß aus Neapel



Lüse, der diese alljährliche Farce der "Gedenkveranstaltung" von Linken und Rechten nur noch verachtet.

Schade nur um die Dresdner, welche wirklich am 13.02. 21.45 Uhr inne halten, wenn alle Glocken in Dresden läuten..



von Lüse - am 15.02.2009 00:06
Du warst in Dresden? Bitte Edelweißpirat.. Dresden is ne saubere Stadt:D..

von Lüse - am 15.02.2009 00:34
Ich find das nicht lustig...

von Zecke - am 15.02.2009 11:17
Der Skandal an sich ist bei so was das Verhalten der CDU.

Eine Diskussion darüber ob größerer Widerstand die Aufmerksamkeit auf die Rechten verstärkt ist müßig, weil das Mittel dagegen alternativlos ist. Es ist wohl keine Frage, wie das Bild in der Öffentlichkeit wäre, wenn Tausende Nazis ohne Proteste durch eine Stadt marschieren. Und gerade breite gesellschaftliche Protest-Bündnisse wie in Dresen oder auch letztes Jahr beim "Anti-Islam-Kongress" in Köln geben dann ein gutes Bild ab. (Von konkreten aktionistischen Erfolgen, die es unmöglich machen, dass eine rechte Demonstration wie geplant stattfindet ganz zu schweigen.) Ein besseres als wenn nur 300 Leute mit schwarzer Sonnenbrille und Kapuzenpulli dagegen protestieren. Und da sollte man sich bloß innerhalb der Gegnerschaft nicht spalten lassen, weil es meistens die sind, die dann wirklich eine Veranstaltung der Rechten zum Abbruch bringen.
Und man sollte bei der Sache bloß nicht Ursache und Wirkung verwechseln, wie es in dem Artikel angedeutet wird. Nicht die fette Mobilisierung der Nazis beruhte auf der fetten Gegnerschaft der Antifaschisten, sondern andersrum. Die Nazis haben strategisch entschieden, die Bombardierung von Dresden zu einem Haupt-Propaganda-Mittel zu machen.


von Zecke - am 15.02.2009 11:27
Das ist doch Appeasement-Spinnerei. Und "links" geht beim Widerstand gegen Rechts für dich vermutlich bis hin zum CDU-Bürgermeister einer Stadt (von Dresden mal abgesehen), wenn er sich an Protesten gegen Rechts beteiligt, wenn du selbigen diffamierst, oder?
Und man sollte den Demonstranten gegen Rechts auch nicht unterstellen, dass sie nicht den Tod von unschuldigen Menschen bei den Bombardierungen bedauern. Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun.

von Zecke - am 15.02.2009 11:33

Eigentlich reicht auch das als Antwort

Rechtsextremismus

Neonazis überfallen DGB-Reisegruppe

Der Neonazi-Aufmarsch in Dresden war schon vorbei, da überfiel eine Gruppe Rechter eine Reisegruppe des Deutschen Gewerkschaftsbundes. Fünf DGB-Aktivisten wurden verletzt.
Die 40 Mitglieder des DGB und der Linkspartei waren auf der Rückfahrt von der Demonstration gegen den Neonazi-Aufmarsch in Dresden. Sie machten nach Angaben der Polizei vom Sonntag am Samstag gegen 19.25 Uhr auf dem Rastplatz Teufelstal an der A4 eine Pause, als eine Gruppe von Anhängern der rechten Szene, die ebenfalls auf Rückfahrt von Dresden war, den Rastplatz ansteuerte. „Die Rechten beschimpften zunächst die DGB-Reisegruppe und griffen sie dann auch mit körperlicher Gewalt an“, sagte ein Polizeisprecher. Dabei wurden fünf Mitglieder der DGB-Reisegruppe verletzt, zwei von ihnen mussten im Krankenhaus vor der Weiterreise behandelt werden.

Als die Polizei an der Raststätte eintraf, verließ der Reisebus mit den Angreifern gerade den Parkplatz. „Die Beamten nahmen die Verfolgung auf und stoppten die Reisegruppe wenig später“, sagte ein Polizeisprecher in Jena. „Die Ermittlungen und die Strafverfolgung hat der Staatsschutz übernommen.“

Mehr als 10 000 Menschen demonstrieren in Dresden

Die hessische Linkspartei verurteilte den Angriff scharf. „Die immer häufiger und brutaler werdenden Gewalttaten von Neonazis erschrecken mich. Alle Verantwortlichen fordere ich auf, endlich wirksam gegen die Neonazi-Szene vorzugehen“, erklärte der hessische Linkspartei-Chef Ulrich Wilken in einer Mitteilung. „Wer der zunehmenden rechten Gewalt tatenlos zusieht, macht sich indirekt mitverantwortlich.“

In Dresden hatten am Samstag mehr als 10 000 Menschen mit Sternmärschen und Kundgebungen gegen Rechtsextremismus demonstriert. Sie erinnerten damit auch an die Zerstörung der Stadt bei Angriffen britischer und amerikanischer Bomben am 13. und 14. Februar 1945. Der Protest wandte sich gegen einen Aufmarsch von etwa 6000 Neonazis aus dem ganzen Bundesgebiet und dem Ausland. Der Jahrestag der Bombardierung Dresdens wird jedes Jahr von Rechtsextremen instrumentalisiert.

www.focus.de



von Zecke - am 15.02.2009 11:42
Zitat
Lüse
Du warst in Dresden? Bitte Edelweißpirat.. Dresden is ne saubere Stadt:D..

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"Krieg für Frieden!"



Dämlicher Kommentar! Und mal wieder so überflüssig!

von Sparvöga - am 15.02.2009 11:45
Es entbehrt vor allem nicht einer gewissen Selbstentlarvung, wenn man gerade beim Thema "Nazis" andere als sauber oder nicht sauber bezeichnet. Aber nun gut.

von Zecke - am 15.02.2009 11:48
Ja....

von Sparvöga - am 15.02.2009 11:50
Würden überhaupt tausende Nazis marschieren, wenn es nicht so ein Großaufgebot von Gegnern gäbe? Bekommen sie nicht gerade durch das Großaufgebot von Gegnern Aufmerksamkeit? Ist die Wirkung nicht gleichzeitig die Ursache für eine verstärkte Reaktion?



von Sparvöga - am 15.02.2009 12:05
Dann ist es aber nicht wie im Artikel suggeriert eine REAKTION auf die antifaschistischen Gegner, sondern eine die Folgen einkalkulierende AKTION. Darüber nachzudenken, ist aber Spekulation und ein Bild völlig ohne Gegner in der Öffentlichkeit mit Tausenden Nazis wäre ihnen kaum weniger wert.
Und im Grunde alles wie schon gesagt: Müßig, weil alternativlos.
Dafür aber ein beliebtes Mittel, die aktiven Antifaschisten zu diffamieren, ohne selber Alternativideen zu haben.

von Zecke - am 15.02.2009 12:09
Zitat
Zecke
Darüber nachzudenken, ist aber Spekulation und ein Bild völlig ohne Gegner in der Öffentlichkeit mit Tausenden Nazis wäre ihnen kaum weniger wert.


Zitat
Zecke
Dafür aber ein beliebtes Mittel, die aktiven Antifaschisten zu diffamieren, ohne selber Alternativideen zu haben.


- Ja, nicht unrichtig, dass das Bild schlecht wäre.
- Wer diffarmiert?

von Sparvöga - am 15.02.2009 12:26
In diesem Forum z.B. Leute wie Erok oder Lüse. Es ist einfacher auf die blöden Gegendemonstranten draufzuhauen und denen alles vorzuwerfen als eine wirkliche Alternative anzubieten.

von Zecke - am 15.02.2009 12:30
Eine Alternative kann allenfalls sein, das Problem bei den Wurzeln zu packen. Warum wenden dich Jugendliche rechten Gruppen zu? Da ansetzen....

von Sparvöga - am 15.02.2009 12:36
Klar. Aber hier wie auch in dem Artikel geht es um den Umgang mit schon vorhandenen rechten Strukturen. Und deswegen ist die ganze Diskussion darüber müßig und Leute, die Widerstände diffamieren, sind Nestbeschmutzer.

von Zecke - am 15.02.2009 12:40
ich danke für die Bewertung, Frau Lehrerin.:motzen ...

von Lüse - am 15.02.2009 15:19
sorry, aber auf solch einen Tread kann ich nur so antworten...

egal, Ziel erreicht. Das Geschrei is mal wieder groß.

von Lüse - am 15.02.2009 15:23
Wieso auf "solch einen Tread"?

von Zecke - am 15.02.2009 15:28
Worum geht es am 13./14.02. in Dresden?
In den letzten Jahren wird die Erinnerung an die Bombennacht immer mehr für politisches Zwecke mißbraucht. Ob nun von rechts, oder links. Ich mache da keinen Unterschied. Übrigens, seit die Linken immer mehr gegen Nazis an diesen Tag demonstrieren, kommen auch immer mehr rechte, was logisch ist...

von Lüse - am 15.02.2009 15:35
"In den letzten Jahren wird die Erinnerung an die Bombennacht immer mehr für politisches Zwecke mißbraucht. Ob nun von rechts, oder links. Ich mache da keinen Unterschied."

Und genau das ist das Problem. Auch wenn du damit komplett auf Jesses' Linie bist. Damit relativierst du die Taten, die zu der Bombardierung geführt haben, indem du die Verteidiger ihrer Ursache auf eine Stufe mit den Gegnern setzt. Die Gegner instrumentalisieren nicht den Tag an sich, die wenden sich gegen die Instrumentalisirer von rechts. Was gibt es an dem Tag an sich zu instrumentalisieren von nicht-rechter Seite?
Und ich finde es sehr interessant, dass alle sich engagierenden Gegner der Neo-Nazis für dich direkt Linke zu sein scheinen.
Was ich von der Alternativlosigkeit der Vorgehensweise geschrieben habe, brauche ich nicht noch mal auszuführen. Ein Gegenvorschlag kommt von dir mal wieder nicht.

von Zecke - am 15.02.2009 15:52
Zitat
Lüse
ich danke für die Bewertung, Frau Lehrerin.:motzen ...

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"Krieg für Frieden!"


Bitte schön!!! :D

von Sparvöga - am 15.02.2009 17:05
Zitat
Lüse
sorry, aber auf solch einen Tread kann ich nur so antworten...


Ach ja? Und wieso? Gibt's da auch eine Begründung?

von Sparvöga - am 15.02.2009 17:06
Zitat
Lüse
Worum geht es am 13./14.02. in Dresden?
In den letzten Jahren wird die Erinnerung an die Bombennacht immer mehr für politisches Zwecke mißbraucht. Ob nun von rechts, oder links. Ich mache da keinen Unterschied. Übrigens, seit die Linken immer mehr gegen Nazis an diesen Tag demonstrieren, kommen auch immer mehr rechte, was logisch ist...

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"Krieg für Frieden!"



Wieso missbrauchen Linke den Gedenktag? Und was ist daran schlimm, wenn Linke gegen Nazis demonstrieren? Ich finde, dass es ein kleiner feiner Unterschied ist, ob Nazis den Gedenktag als ein Forum benutzen und irgendwo aufmarschieren, um ihre nichtsnutzigen Parolen zu verbreiten, oder ob Linke (und vielleicht auch noch ein paar Nicht-Linke) dagegen demonstrieren. Das ist aus meiner Sicht kein Missbrauch, sondern einfach nur eine Bekundung, dass man es nicht duldet, wenn Rechte durch die Straßen ziehen und ihre Parolen verkünden.

von Sparvöga - am 15.02.2009 17:10
Was die vorhandenen rechten Strukturen angeht, könnte man sich überlegen, wie man die Leute da rauslösen kann. Bin aber kein Fachmann auf diesem Gebiet und maße mir deshalb auch nicht an, irgendeinen tollen Vorschlag unterbreiten zu können, wie man das angehen könnte.
Das würde aber natürlich immer noch nicht das Problem lösen, wie man am besten mit öffentlichen Auftritten der Rechten umgeht. Das ist noch mal 'ne andere Geschichte. Mir würde da auch nur einfallen, sie total zu ignorieren, damit sie einfach keine Aufmerksamkeit bekommen. Andererseits sehe ich darin auch eine Gefahr: In dem Moment, in dem sie keine Aufmerksamkeit mehr erhalten, bekommt der normale Bürger unter Umständen nicht mehr mit, was eigentlich los ist. Scheint ein ziemlicher Teufelskreis zu sein.

von Sparvöga - am 15.02.2009 20:56
Zitat Sparvöga:

Würden überhaupt tausende Nazis marschieren, wenn es nicht so ein Großaufgebot von Gegnern gäbe? Bekommen sie nicht gerade durch das Großaufgebot von Gegnern Aufmerksamkeit? Ist die Wirkung nicht gleichzeitig die Ursache für eine verstärkte Reaktion?





weil genau das meine Meinung ist. Für mich is das keine Frage..

Was willst du überhaupt??

von Lüse - am 16.02.2009 08:43
Ich haue nich drauf. Was soll das ? Du willst eine Alternative? Mehr Ignoranz und "kalte Schulter zeigen". Das is das, was ich mache. Nur wird das von Leuten wie dir ja wieder als Gleichgültigkeit ausgelegt. Ich muß nich bei jeden Anlass, ob das nun Dresden, Tag der Befreiung, oder Köln letztes Jahr hinrennen, und sagen: "So ihr rechten, was ihr macht, is scheiße." Das weiß eh jeder. Und Köln war zwar ein Erfolg.., aber die Art und Weise einfach scheiße. Man kann es auch übertreiben, mit aktiven Widerstand. Diese selbstgerechte Arrroganz stört mich. So wie Deine Berichterstattung hier damals, wie: "Zurück von der Front" usw.
Sorry, is halt nur meine Meinung. Doch ich akzeptier deine Art. Kann und will ich eh nich ändern.:D
Nur was is mit dir?...



von Lüse - am 16.02.2009 08:54
Zitat
Lüse
Zitat Sparvöga:

Würden überhaupt tausende Nazis marschieren, wenn es nicht so ein Großaufgebot von Gegnern gäbe? Bekommen sie nicht gerade durch das Großaufgebot von Gegnern Aufmerksamkeit? Ist die Wirkung nicht gleichzeitig die Ursache für eine verstärkte Reaktion?





weil genau das meine Meinung ist. Für mich is das keine Frage..

Was willst du überhaupt??

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"Krieg für Frieden!"



Was ich will? Ganz einfach: Eine Antwort auf die Frage, ob es wirklich so ist (oder sein könnte), dass durch das Großaufgebot von Gegnern das Problem im Grunde verstärkt wird! Und falls es so sein sollte, wäre die nächste Frage, wie man dem Problem am besten anderweitig begegnen könnte.

So, und da du ja deine Meinung hast, frage ich dich, wie du Folgendes siehst: Besteht im Ignorieren nicht die Gefahr, dass daraus so eine Art Gleichgültigkeit wird und dass es durch eventuell verminderte Berichterstattung zu Unwissenheit in der Bevölkerung kommt? Wird das Problem nicht ausgeblendet? Könnte das letztlich dazu führen, dass Nazis immer mehr Platz einnehmen können?

von Sparvöga - am 16.02.2009 13:28
Zitat
Lüse
Ich haue nich drauf. Was soll das ? Du willst eine Alternative? Mehr Ignoranz und "kalte Schulter zeigen". Das is das, was ich mache. Nur wird das von Leuten wie dir ja wieder als Gleichgültigkeit ausgelegt. Ich muß nich bei jeden Anlass, ob das nun Dresden, Tag der Befreiung, oder Köln letztes Jahr hinrennen, und sagen: "So ihr rechten, was ihr macht, is scheiße." Das weiß eh jeder. Und Köln war zwar ein Erfolg.., aber die Art und Weise einfach scheiße. Man kann es auch übertreiben, mit aktiven Widerstand. Diese selbstgerechte Arrroganz stört mich. So wie Deine Berichterstattung hier damals, wie: "Zurück von der Front" usw.
Sorry, is halt nur meine Meinung. Doch ich akzeptier deine Art. Kann und will ich eh nich ändern.:D
Nur was is mit dir?...



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"Krieg für Frieden!"


Ignoranz = Unwissenheit, Dummheit (Duden)

oder

Ignoranz = Unwissenheit, Beschränktheit; Unwissenheit wegen mangelndem Erkenntnis- bzw. Wissensdranges

[de.wiktionary.org]

Das kann wohl nicht die Alternative sein... :D! Ignoranz könnte allenfalls eine Folge sein, wenn das Problem nicht thematisiert wird und niemand etwas davon hören will....



von Sparvöga - am 16.02.2009 13:36
Im Übrigen ist mir noch immer nicht ganz klar, wieso Linke den Gedanktag missbrauchen!

von Sparvöga - am 16.02.2009 13:42
auch wenn es dich erschüttert, ich hab schon mal von gehört, was Ignoranz heißt. Und sicher hat Zecke und du schon extrem mehr über die Neonaziszene gelesen, als ich. Die Frage is nur, ob das notwendig is. Die Neonaziszene stellt für mich keine nationale Bedrohung da. Was mich betrifft, is es eine Alternative! Ich muß mich nich näher mit denen befassen, und bin gerne unwissend und beschränkt!

Ende dieser Diskussion.;)

von Lüse - am 16.02.2009 13:52
Nein. Im Relativieren liegt die Kunst.. Bis jetz seh ich die Gefahr nich. Mein Unwissen hat mich zumindest noch nich dazu geführt, die Nazis plötzlich toll zu finden. Manche wissen viel, haben trotzdem keinen Verstand...

von Lüse - am 16.02.2009 13:54
Dass ich extrem viel mehr gelesen habe als du, glaube ich nicht. Vielleicht habe ich sogar weniger gelesen. Das weiß ich nicht. Ich habe mir in der Vergangenheit zwei Bücher zu Gemüte geführt ("Moderne Nazis: Die neuen Rechten und der Aufstieg der NPD", "Die neue NPD: Antidemokraten im Aufwind "), das ein oder andere im Internet recherchiert und mal hier und da irgendwelche Hefte zum Thema gelesen (z.B. "Informationen zur politischen Bildung"). Und ja, ich halte es durchaus für angebracht, etwas zum Thema zu wissen, da es sich zum einen um eine menschenverachtende Gesinnung handelt und zum anderen Wahlen in der Vergangenheit gezeigt haben, dass rechte Parteien durchaus Zuspruch bekommen! Vielleicht sind rechte Parteien in deinem Viertel keine Bedrohung. In meinem auch nicht. Aber v.a. in Ostdeutschland sieht das zum Teil völlig anders aus....Da gibt es Viertel, in die ich mich, wenn man dem Glauben schenken darf, was ich gelesen habe, auch nicht unbedingt begeben würde - und ich gehöre nicht mal zur alternativen Szene....Außerdem gilt: Wehret den Anfängen!!!

von Sparvöga - am 16.02.2009 18:41
Es genügt schon, wenn sie einem aufgrund von Unwissenheit egal sind...!

von Sparvöga - am 16.02.2009 18:44
Das habe ich gesehen, wie sauber ...
Auf jedenfall sollten mehr Müllmänner eingestellt werden!

von Edelweisspirat - am 17.02.2009 12:40
Ich hoffe, man dich trotzdem freundlich empfangen.:D bei all den rechten dort.

von Lüse - am 17.02.2009 15:16
Du mußt mich verwechseln.

von Edelweisspirat - am 17.02.2009 16:54
Ich denke nich..;) Übrigens, wo warst du? Im Szeneviertel der Neustadt? Nun, dort is es wahrlich dreckig. Nur kommt der Müll von vielen, aber nur selten von den Neustädtern selber.

ps.: Müllmänner gibts genug...

von Lüse - am 17.02.2009 21:50
du weisst was ich davon halte.
bessere und billigere werbung können die ja nicht bekommen.
irgendwo wurde hier treffend gesagt das man den anfängen wehrt,bzw den kindern aus diesem dreck wieder hochhilft.
was war denn immer mein reden(und handeln!)?
und den zweiflern könnten wir ja noch ca 1-2 lieder von wz aufdrücken*fg*
ich hab es zumindest geschafft damit,das die unbelehrbaren den raum verliessen.
eine person hat es sogar fertiggebracht die cd zu vernichten,wobei ich dann hinterher das geld für 2 cds wieder einkassierte und diese auch alsbald anfordern werde;-)

auch wenn du wieder meinst das es ein märchen ist,aber es ist realität !

saw

von saw - am 18.02.2009 00:30
Zitat
saw
irgendwo wurde hier treffend gesagt das man den anfängen wehrt,bzw den kindern aus diesem dreck wieder hochhilft.


Das war ich!

Zitat
saw
was war denn immer mein reden(und handeln!)?


Ich glaube, wir müssen da differenzieren: Die Kritik entzündete sich ja in der Vergangenheit nicht daran, dass du offensichtlich beruflich mit rechten Jugendlichen arbeitest und versuchst, sie aus der rechten Szene herauszulösen. Die Kritik zielte doch immer auf andere Punkte ab!

Zudem muss man für mein Dafürhalten unterscheiden, ob jemand professionell in dem Bereich tätig ist und es sein Job ist, Jugendliche aus der Szene zu holen, oder ob man als Privatperson Kontakt zu Rechten pflegt und Gespräche führt, wofür du dich ja immer ausgesprochen hast, wenn ich das richtig in Erinnerung habe.
Zu Ersterem kann ich sagen, dass ich es absolut in Ordnung und gut finde! Zu Letzterem kann ich mich eigentlich nur wiederholen: Als Privatperson kommt es für mich nicht infrage, Kontakte zu rechten Zeitgenossen zu unterhalten! Ich will mit denen nichts zu tun haben und ich bilde mir auch nicht ein, irgendwen durch ein oder mehrere Gespräche bekehren zu können!




von Sparvöga - am 18.02.2009 13:02
Ich weiss nicht was Du mir sagen willst.

von Edelweisspirat - am 18.02.2009 18:23
...

von Lüse - am 18.02.2009 22:36
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