Ronald Biggs

Startbeitrag von das_anton am 18.02.2009 18:06

[www.guardian.co.uk]

der arme alte Mann hält immer noch durch. echt bewundernswert. hoffentlich kommt er bald frei...

Antworten:

soll auf jeden fall noch dieses jahr begnadigt werden.

[bazonline.ch]

von Zorro - am 20.02.2009 20:53
es ist ihm zu wünschen

von Sangthipgenie - am 20.02.2009 22:45
[www.guardian.co.uk]

Lungenentzündung. sieht nicht gut aus. :(

von das_anton - am 28.07.2009 16:26
Bei der begangenen Tat und jahrelanger Flucht mit einem Leben wie Gott in Frankreich, find ich nicht daß es ihm zu wünschen ist.....

von Erok - am 28.07.2009 21:05
naja, ein bißchen Gnade kann man schon walten lassen. Jedes Verbrechen verjährt mal. Und umgekommen ist auch keiner. Man merkt, dass sich das britische Empire immer noch von ihm tüpiert fühlt. Was nun langsam albern ist.


von Lüse - am 30.07.2009 19:55
Öhm er hat einen schweren Raubüberfall begangen, der weltweit bekannt ist.

Er ist aus dem Gefängnis ausgebrochen und geflüchtet.

Klar er ist ein alter Mann, der garantiert niemand mehr schaden würde, jedoch soll ein Straftäter auch für seine Verbrechen grade stehn.

Meiner Meinung nach reichts vollkommen, daß er nicht mehr im Hochsicherheitstrakt sitzen muss.

Wäre er damals nicht ausgebrochen, könnte er schon seit mehreren Jahren als freier Mann seine letzten Lebenstage geniessen ;)

von Erok - am 02.08.2009 08:14
Prinzipiell geb ich dir recht. Doch andersrum begeht man ja prinipiell kein Verbrechen, um dann dafür grade zu stehen, insofern is die geglückte Flucht nur allzu logisch.;)

Ansonsten, wenn man sich Biggs Leben nach dem Überfall anschaut (chronische Pleite, ständige Flucht, Leben als Außenseiter in Brasilien, Entführung, seit 2001 nur noch krank, usw.) , ist er schon genug "gestraft". Biggs hat sein ganzes Leben nur inszeniert und war bei weitem nich so glücklich, wie es immer schien. Er war ein erfolgreicher Blender. Und als dies nich mehr klappte, kehrte er halt nach England zurück.

Egal, was die Hosen an ihm fanden, hab ich eh nie verstanden. Die wahrscheinlich jetz auch nich.*g*

Jedenfalls sollte man den Typen jetzt einfach in Ruhe lassen.

von Lüse - am 02.08.2009 10:53
Nun ja, für die Hosen war er erstmal ein Marketing-Helfer. Wobei daraus zumindest dann wohl doch eine Freundschaft entstanden ist.

Matze

von matze05 - am 02.08.2009 12:33

Aus Haft entlassen

06. August 2009, 20:29 Uhr

SCHWERKRANK

Posträuber Biggs vorzeitig aus Haft entlassen

Eine Legende unter den Ganoven kommt wieder auf freien Fuß: Der britische Posträuber Ronald Biggs wird aus Gesundheitsgründen vorzeitig aus der Haft entlassen. Doch viel Zeit bleibt dem schwerkranken 79-Jährigen offenbar nicht mehr.

London - Ronnie Biggs hat Kriminalgeschichte geschrieben: Er war einer der Drahtzieher des "Great Train Robbery" von 1963. Bei dem zum "Raub des Jahrhunderts" stilisierten Überfall auf einen Postzug erbeutete er mit 14 Komplizen insgesamt 2,6 Millionen Pfund. Das entsprach damals 31 Millionen Mark, nach heutiger Kaufkraft mehr als 35 Millionen Euro.

Die Täter wurden damals alle verhaftet, doch Biggs gelang nach seiner Verurteilung zu 30 Jahren Haft im Jahr 1965 eine spektakuläre Flucht aus dem Gefängnis. Er ließ sich in Brasilien nieder, kehrte im Mai 2001 aber wegen seiner angeschlagenen Gesundheit in seine britische Heimat zurück und stellte sich den Behörden.

Seine reguläre Strafe hätte noch bis 2020 gedauert. Aus Gesundheitsgründen wurde er nun jedoch vorzeitig aus der Haft entlassen, wie Justizminister Jack Straw am Donnerstag bekanntgab. Noch vor wenigen Wochen hatte dieser eine Freilassung von Biggs entgegen der Empfehlung einer Begnadigungskommission abgelehnt - weil der Posträuber keine Reue gezeigt habe.

Jetzt erklärte der Justizminister, er habe sich für die Freilassung entschieden, weil Biggs an einer schweren Lungenentzündung erkrankt sei und keine Hoffnung auf Besserung bestehe. Biggs hatte in den vergangenen Jahren mehrere Schlaganfälle erlitten, zuletzt lag er wegen einer gebrochenen Hüfte und der Lungenentzündung im Krankenhaus.

Nach einem Bericht des britischen Fernsehsenders Sky News soll Biggs am Freitag das Gefängnis im ostenglischen Norwich verlassen - am Tag vor seinem 80. Geburtstag.

Die Familie des weltberühmten Ganoven kämpfte seit Jahren für dessen Haftentlassung. Sie argumentierte, der alte Mann sei schwer krank und die andauernde Haft unmenschlich.

jjc/dpa

URL:

* [www.spiegel.de]

von Zecke - am 06.08.2009 18:51
07. August 2009, 09:55 Uhr

GNADE FÜR DEN POSTRÄUBER

Labour schließt Frieden mit Ronnie Biggs

Von Carsten Volkery, London

Es ist eine Begnadigung im letzten Moment: Die überraschende Entscheidung der britischen Regierung, Ronnie Biggs freizulassen, kann nur bedeuten, dass sein Tod kurz bevorsteht. Der legendäre Posträuber wird das Krankenbett wohl nicht mehr verlassen.

Nun also doch: Ronnie Biggs darf seinen 80. Geburtstag am Samstag in Freiheit feiern. Völlig überraschend teilte Justizminister Jack Straw am Donnerstagabend mit, dass der Posträuber aus dem Gefängnis im britischen Norwich entlassen wird. Gerade fünf Wochen ist es her, dass er ihm genau diesen Wunsch abgeschlagen hatte. Damals hatte Straw noch argumentiert, Biggs habe keine Gnade verdient, weil dieser seine Taten nicht bereue.

Bereut hat Biggs immer noch nicht, doch nun sagt der Minister, der Gesundheitszustand des 79-Jährigen habe sich derart verschlechtert, dass eine Entlassung aus humanitären Gründen geboten sei. Die Begründung ist kurios, denn Biggs war auch vor zwei Monaten schon ein körperliches Wrack. Er sitzt im Rollstuhl, wird aus Schläuchen ernährt und kann sich nur noch mitteilen, indem er mit dem Finger auf Buchstaben auf einem Brett deutet.

Warum also der plötzliche Sinneswandel der Regierung? Biggs' Anwalt Giovanni di Stefano hat nur eine Erklärung: "Er wird entlassen, um zu sterben, und das kann nicht als Sieg betrachtet werden". Seit zehn Tagen liegt der greise Räuber mit einer schweren Lungenentzündung im Krankenhaus, und offensichtlich wird er sich nicht mehr erholen. "Es wird erwartet, dass sich sein Zustand nicht verbessert", bestätigte Straw.

Ob Biggs jemals die Klinik verlassen wird, ist fraglich. Das Wort Entlassung bedeutet daher nur, dass am Freitag die drei Polizisten vor seinem Zimmer im Gefängniskrankenhaus Norwich abgezogen werden.

Kurz vor seinem Tod will die Labour-Regierung offensichtlich ihren Frieden mit dem Mann schließen, der die Behörden 35 Jahre lang genarrt und in den Medien lächerlich gemacht hat. Am Samstag jährt sich der "Große Zugraub" zum 46. Mal. Er hatte Biggs zu einem der bekanntesten Verbrecher des 20. Jahrhunderts gemacht.

Dabei war er nur eine Nebenfigur in jener Nacht im August 1963, als eine 15-köpfige Bande den Postzug von Glasgow nach London überfiel. Die Beute, die nie gefunden wurde, belief sich auf 2,6 Millionen Pfund - eine riesige Summe, die heute fast 50 Millionen Euro entspricht.

Zum König der Diebe verklärt

Binnen Wochen wurde Biggs damals verhaftet, doch nach 15 Monaten im Londoner Wandsworth-Gefängnis gelang ihm die Flucht: Er kletterte über die Gefängnismauer und sprang auf einen Möbelwagen. In Paris ließ er sich sein Gesicht operieren, ging dann nach Melbourne und schließlich nach Brasilien.

In Rio de Janeiro wurde Biggs zur Legende. Während in Großbritannien eine 30-jährige Haftstrafe auf ihn wartete, führte er ein scheinbar unbeschwertes Leben am Zuckerhut. Er ließ sich am Pool mit Mädels im Arm ablichten und brüstete sich in aller Öffentlichkeit vor Reportern und Touristen damit, wie er Scotland Yard entwischt war. Weil er einen Sohn mit einer Brasilianerin hatte, konnte er nicht nach England ausgeliefert werden: Sein Verfolger, Detective Jack Slipper, musste 1974 mit leeren Händen wieder abreisen.

Dutzende Bücher und Filme verklärten Biggs zum König der Diebe, etliche davon verfasste er selbst. Er nahm Songs mit den Sex Pistols ("No one is innocent") und den Toten Hosen auf - die Punker sahen in dem Rebellen eine verwandte Seele.

Nach mehreren Schlaganfällen in den neunziger Jahren hatte Biggs genug vom prekären Leben in Brasilien. Das kostenlose Gesundheitssystem in England lockte, und so ließ er sich 2001 von der Boulevardzeitung "The Sun" im Privatjet in die Heimat fliegen. Die Rückkehr hatte er sich jedoch anders vorgestellt. Er hoffte auf Milde und träumte davon, als freier Mann ein Bier an der Strandpromenade des Badeortes Margate zu trinken. Stattdessen steckte die Labour-Regierung ihn ins Hochsicherheitsgefängnis Belmarsh.

Immer wieder stellte Biggs Anträge auf vorzeitige Entlassung, zuletzt mit Verweis auf seine zunehmende Gebrechlichkeit. Doch acht Jahre lang wurden seine Bitten abgewiesen.

Zu lebendig war die Erinnerung an seine öffentlichen Demütigungen der britischen Behörden. Er habe die Medien in schändlicher Weise missbraucht, warf Straw ihm vor fünf Wochen noch vor. Tatsächlich hat Biggs seine Taten nie bereut. Der Postraub habe ihn immerhin zu jemandem gemacht, hatte er in Interviews gesagt.

Die Öffentlichkeit war stets geteilter Meinung über Biggs. Die einen hegen eine gewisse Sympathie für ihn und sehen keinen Grund, einen alten Mann im Gefängnis sterben zu lassen. Die anderen haben bis heute nicht verwunden, dass er die Polizei jahrelang an der Nase herumgeführt hat, und wehren sich gegen die Verklärung des Räubers.

Nun ist das letzte Wort gesprochen: Der Posträuber darf als freier Mann sterben. Anerkennung wird die Regierung für ihre symbolische Geste kaum ernten, denn sie kommt zu spät. Großmütig wirkt sie zu diesem Zeitpunkt nicht mehr. "Dieser Mann wird sterben", sagt Anwalt Di Stefano. "Er geht weder in ein Pub noch nach Rio, er bleibt im Krankenhaus".

URL:
* [www.spiegel.de]



von Zecke - am 07.08.2009 12:22
Gelungenes "Nachwort", in dem zum Glück auch erwähnt wird, dass er nur eine untergeordnete Rolle bei dem Raub spielte, ergo viel heißer Wind um nen Typen, ders nicht wert war.

von Lüse - am 08.08.2009 08:54
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