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Nichts bleibt für die Ewigkeit
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Herr Weidner meldet sich zurück *g*

Startbeitrag von Zorro am 29.03.2008 18:54

mit "Geschichtenhasser"

Single am 17.04.08

Album am 25.04.08

hier kann man sich "Geschichtenhasser" anhören:
[www.der-w.de]

Die 50 interessantesten Antworten:

wenn ich jetzt nicht wüsste worum es geht und hätte nur das lied "Geschichtenhasser" gehört...würde ich spontan direkt auf BO tippen.
(da steckt schon was von BO drin...*g*)

bei "Tränenmeer" dagegen aber nicht ... ganz andere ecke irgendwie :D

netter? *grins*...ja kann schon sein...
wie gesagt,etwas schwer zu beurteilen.
ich denke mir,es wäre ja auch witzlos,wenn er jetzt versuchen würde irgendwie mit seiner musik die BO zu kopieren.

wenn es soweit ist,werde ich mir auf jeden fall die scheibe anhören.
und lasse mich einfach überraschen *g*

grüsse
zorro

von Zorro - am 03.04.2008 19:17
danke für den tipp, ich habe jetzt lange zeit nicht auf die w-seite geschaut ...

aber nun ja, so richtig begeistert bin ich leider von dem liedchen (noch) nicht, klingt ja fast wie ein schlager :D. da gefällt mir das andere (2. hörprobe) rein musikalisch schon erheblich besser ... aber insgesamt gesehen klingt alles etwas sehr weich.

von Bine. - am 06.04.2008 11:26

Re: Das Video zum Geschichtenhasser

ja,geht so....

warum?
also das mit der bo gitarre stört mich nicht.
denke mir ein kleines zeichen dafür dass er mit dem bo-kapitel nicht abgeschlossen hat.
(so viele jahre mit bo kann man sicherlich einfach nicht so abhacken
er ist ja jetzt kein neuer mensch geworden *g*



von Zorro - am 16.04.2008 21:46

@Bine

jep,ist etwas weich *g*
(verglichen jetzt mit BO)

hab mir heute die ganze scheibe reingezogen... eine mischung zwischen etwas schnelleren und langsamen songs.
bei "Asche zu Asche" kommt er auf das thema BO zu sprechen...

insgesammt schwer zu beurteilen...muss man vielleicht öfters sich anhören.
ich sage mal so... als nicht bo-fan *g*... hab schon schlechtere musik gehört.
(zb. von Bela B solo )

von Zorro - am 26.04.2008 18:17

"Wut im Kopf" (Spiegel Online)

03. Mai 2008, 11:16 Uhr

BÖHSE-ONKELZ-VETERAN WEIDNER

Wut im Kopf

Neues Album, alter Frust: Stephan Weidner, Ex-Chef der Böhsen Onkelz, hat ein Solo-Album eingespielt und singt darauf "Bitte töte mich" und "Mich zu hassen fällt nicht schwer". Weidner verachtet die Presse - mit SPIEGEL-Reporter Philip Oehmke hat er trotzdem gesprochen.

Stephan Weidner wollte es an diesem Tag noch einmal versuchen. Er hatte sich vorgenommen, ein Interview zu geben. Das hat er seit über zehn Jahren nicht mehr getan, jedenfalls nicht in der sogenannten seriösen Presse. Er verachtet die Presse und große Teile der Öffentlichkeit, er glaubt, sie habe ihm Unrecht getan, fast ein Leben lang. Denn Stephan Weidner hat vor mehr als zwanzig Jahren als junger Mann Lieder komponiert, die "Türken Raus" hießen, "Deutschland den Deutschen" oder "Du bist Skinhead, du bist stolz".

Diese Texte hängen ihm seitdem nach, doch er will nicht mehr über sie reden, nicht mehr über sie nachdenken. Irgendwann müsse es doch mal gut sein, sagt er. Schließlich ist er jetzt 44.

Gleichzeitig war sich die bürgerliche Öffentlichkeit lange Zeit ebenfalls nicht sicher, ob man mit so jemanden überhaupt sprechen darf, sprechen will, sprechen muss: einem ehemaligen Skinhead, Kopf der Rockgruppe Böhse Onkelz. Einer, dessen erste Platte mit den Böhsen Onkelz wegen Gewaltverherrlichung beschlagnahmt wurde. Jemand, der seit dreißig Jahren seine Musik aufnimmt, damit immer reicher wurde; der von seinen Fans immer stärker vergöttert und doch von der Mainstream-Öffentlichkeit geächtet blieb.

Man könnte, wenn man Weidner seine Lieder singen hört – nicht nur die der Böhsen Onkelz, sondern auch jene auf seiner Soloplatte, die vergangene Woche erschien – zu der Ansicht gelangen, diese Ächtung sei ihm egal. Das behauptet er auch immer wieder, aber am Ende, das wird dieser Nachmittag zeigen, stimmt es nicht ganz.

"Mich zu hassen fällt nicht schwer", bekennt Weidner gleich im ersten Stück seiner neuen Platte kämpferisch und selbstbewusst. Weidner glaubt, dass sein Erfolg ihn stark macht.

Schließlich wurde er mit seinen Onkelz, nachdem sich die Band in einem mühsamen, von Skepsis begleiteten Prozess vom Rechte-Parolen-Grölen losgesagt hatte, plötzlich ein Massenphänomen. Statt Rechtsrock komponierte Weidner nun düsteren Prollrock, Musik vom Rand der Gesellschaft für den Rand der Gesellschaft, Krach von wütenden Menschen für Frustrierte.

Dieser Rand der Gesellschaft erwies sich im Prä-Hartz-IV-Schröder-Deutschland auf einmal als größer als gedacht, und als Weidner und die Böhsen Onkelz mit ihren wütenden Liedern ab den neunziger Jahren plötzlich sieben Nummer-eins-Hits sowie mehrere Millionen verkaufte Platten vorweisen konnte, musste man ihn vielleicht doch ernst nehmen.

Im Jahr 2005 löste sich die Gruppe auf; da kamen 120.000 Menschen zum Abschlusskonzert an den Lausitzring in Ostdeutschland, wo die Band auch den Großteil ihrer noch heute devoten Fans hat. Böhse Onkelz waren ein deutsches Massenphänomen, das an der bürgerlichen, medienwirksamen Öffentlichkeit vorbeiging.

"Danke für nichts"

Stephan Weidners erstes Interview nach zehn Jahren soll in seinem Studio in Frankfurt stattfinden, er selbst lebt längst im sonnigen Ausland, doch nun ist er für ein paar Tage hier, um über sein erstes Soloalbum zu sprechen, ein Hinterhof in einer guten Frankfurter Gegend.

Zwei schwarze, schwere und auf den ersten Blick identische Geländewagen parken hier, der eine gehört Weidner. Der andere, wie sich später herausstellt, seinem Freund, dem DJ Sven Väth, der hier auch sein Büro hat. Nebenan in einem Loft lebte Mark Spoon, jener DJ und Erfolgsproduzent, der letztes Jahr überraschend verstarb. Weidner hat ihm auf seiner neuen Platte ein Lied gewidmet.

Von Weidner selbst ist zunächst nichts zu sehen, es begrüßt einen Eddy Hartsch, der Chronist der Böhsen Onkelz, der das Archiv mit den Bergen von vernichtender Berichterstattung über die Band verwaltet und sich immer noch darüber ärgert. Er hat auch die Biografie der Band geschrieben. Sie heißt "Danke für nichts" und bringt damit die Haltung der Band und auch die ihres Anführers Weidners treffend auf den Punkt.

Didaktische Onkelz

"Hier war früher die Onkelz-Zentrale", sagt Hartsch, der überhaupt nicht nach Rechtsrock aussieht und auch nicht nach Prollrock, sondern wie ein gut ausgeschlafener Surfertyp. Er führt ins Souterrain, von wo aus bis heute die Pullover, T-Shirts und natürlich auch CDs der Böhsen Onkelz verkauft werden und fast drei Jahre nach dem Ende der Gruppe immer noch reißenden Absatz finden.

Stephan, heißt es, sei oben im Studio, er müsse sich noch einen Moment mental vorbereiten, für ihn sei so ein Interview keine leichte Situation, aber er ist gewillt, seine Aggressionen gegenüber Journalisten zu kontrollieren.

Schließlich geht es hoch ins Studio, an das auch eine Art Wohnzimmer angrenzt, das aussieht wie aus dem Katalog eines sehr teuren Möbelgeschäfts in der Münchner Innenstadt.

Stephan Weidner, aufgewachsen in der Hochhaussiedlung Frankfurter Berg, wo er sich dauernd prügeln musste, ist heute ein gemachter Mann, daran lässt er keinen Zweifel. Das Geld, das er verdient hat, heilt die Wunden, welche die angebliche gesellschaftliche Ächtung gerissen hatten. Er findet nicht, dass er sich noch für irgendetwas rechtfertigen muss.

Sein Teint ist bronzefarben, er trägt die Haare länger und hat sich einen Kinnbart stehen lassen, ein Ibiza-Typ. Dort auf der Insel hat er möglicherweise auch jenes Denkmodell entwickelt, das es ermöglicht, die Skinhead-Zeit nicht nur zu relativieren, sondern gar zu etwas Hilfreichem umzudeuten. Wenn Deutschland bloß gewollt hätte.

"Aber man hat uns keine Bewusstwerdung zugestanden", sagt Weidner. "Was hätte man mit den Onkelz für ein Instrument in der Hand gehabt: eine Band, die die Gewalt gelebt und sich von ihr abgewendet hat und die glaubwürdig auf jugendliche Randgruppen hätte einwirken können."

Um das Einwirken auf Randgruppen geht es nun auch auf Weidners Soloalbum, das er unter dem Namen "Der W" veröffentlicht hat und dessen Lieder "Geschichtenhasser" oder "Waffen & Neurosen" heißen, "Asche zu Asche", "Angst" oder "Bitte töte mich". Kein Drama kann zu groß, kein Appell laut genug sein, als dass Weidner es nicht in ein paar einfache Zeilen aus großen Worten fassen könnte. Und so klingen die Lieder wie ein massiver Kampf gegen eine behauptete Düsternis, auf die man sich allerdings sehr konzentrieren müsste, um sie als echt zu empfinden.

Weidner kaut einen Keks, den er aus einer Schale auf dem Tisch nimmt. Er kaut sehr hörbar und fragt, ob einen das störe. Man merkt ihm an, dass er sich vorgenommen hat, sich von dem Journalisten nichts, aber auch gar nichts bieten lassen.

Aber da es ziemlich sicher ist, dass angesichts der immer noch millionenfach vorhandenen Böhse-Onkelz-Fans auch Weidners Album von sehr vielen Menschen gekauft werden wird, würde man nun gerne von ihm wissen, wie er sich diese Menschen vorstellt, die diese Ladung an Kampf, Leid, Verlust und Angst abbekommen sollen. Was ist das für ein Deutschland, das Weidner da ganz offenbar erreicht? Er sagt, es sei das Deutschland derer, die "keine Lobby haben".

Die Zukurzgekommenen wolle er stärker reden und nicht schwächer, erklärt er, denn anders als wir Journalisten kenne er diese Leute. "Ich war selber mal ein Underdog, und ich weiß, wie es diesen Leuten geht. Ich bin dieser Rolle lange entwachsen, aber ich bin auch gern deren Stimme, wenn sie die brauchen."

Er berichtet von seiner Jugend in Frankfurt, wie er zugeschlagen hat, wenn ihn in der Frankfurter U-Bahn jemand zu lange angeguckt hat, "aus Unsicherheit", sagt er, "aus Angst und aus Unwissenheit". Und wie er sich als Skinhead mit Anfang zwanzig plötzlich ernst genommen fühlte. Für ihn galt: "Zurückschlagen oder untergehen".

Heute, sagt Weidner, könne er mit dieser Wut umgehen, was allerdings nicht heißt, dass er nicht während des Gesprächs immer wieder zwischendurch zornig wird, wenn ihm eine Frage nicht gefällt. Da sei eben eine Grundwut in seinem Kopf, die ihn sein Leben lang antreibt, eine Wut auf die Verhältnisse in Deutschland, die in Weidners Diagnose allerdings zu Klischees verkommen: der Neid in der Gesellschaft, das dumme Fernsehen, die lügenden Politiker – und irgendwie auch die Journalisten, die immer alles, was er macht, durcheinanderbringen und missverstehen.

Aber an diesem Nachmittag hat er es noch einmal versucht. Er hat anderthalb Stunden durchgehalten und es ging. Doch dann hat Stephan Weidner sich am Ende doch geärgert. Eine Woche später ließ er ausrichten, dass er das Interview am liebsten zurückziehen würde.


von Zecke - am 03.05.2008 13:04

Re: "Wut im Kopf" (Spiegel Online)

Also für mich ist es das gleiche harte "Gejammer" sowie die gleiche Selbstbeweihräucherung wie immer. Wenn so viel schiefläuft und alles scheiße ist, soll der Gute das doch in seinen Inhalten mal klar benennen anstatt diese ach so bösen allgemeingültigen Worthülsen zu verbreiten, mit denen sich auch noch der letzte möchtegernrechte und -harte jugendliche Dorftrottel identifizieren kann. Und für den Wandel vom Fascho zum Normalo scheint er auch noch eine Ehrung zu verlangen, ist mein Eindruck. Leider vergisst er, wie lange es gedauert hat, bis man der Band EINIGERMASSEN den Wandel abgenommen hat, im Interview wirkt es so, als wäre ganz schnell alles supi gewesen.

von Zecke - am 03.05.2008 18:10

Re: 1992 Weidner bei Bilolek *g*

Hier kann man sich allerdings fragen, wer der größere Heiopei der drei ist...

Aber "Die Hippies haben mit ihrer Politik den Punk kaputtgemacht" sowie die Gleichsetzung von Linken und Rechten ist mal wieder nicht schlecht. Man hat sich eben zu unüberzeugend distanziert, wollte sich vermutlich sein Publikum auch nicht zerstören und hat sich in seine Opferrolle zurückgezogen und so weiter. "Ich war nie Rechtsradikaler!" Hm. Unüberzeugend. Zumindest ein Zusatz zu alten Songs fehlt... Außerdem sollte man bedenken, dass es in der Band immer größere Deppen als den Weidner gab. Auch wenn der Journalist sonst einiges an Mist labert, dem Russell traue ich zu der Zeit solche Äußerungen zu.


von Zecke - am 03.05.2008 18:57

Re: "Wut im Kopf" (Spiegel Online)

"Weidner: Ich weiß nicht, ob Sie oder all die anderen Journalisten sich das vorstellen können – aber wir sind nicht aggressiv und wütend auf die Welt gekommen. Uns sind Dinge widerfahren, von denen sich die meisten gar nicht vorstellen können, dass sie existieren."

SPIEGEL: Was für Dinge?
Weidner: Ich musste lernen, meine niedersten Instinkte zu wecken, um nicht unterzugehen, dort, wo ich aufgewachsen bin. Klingt wie ein Klischee, war aber so."


Sido würde vor Neid erblassen werden... :D!!! Wird sein Block etwa noch übertroffen *gg*?


von Sparvöga - am 05.05.2008 21:17
Deine Aussage ihr gegenüber, sie würd ihn nicht verstehen, fand ich etwas "hart" ausgedrückt *g*

Ich denke mal, daß es Sparvöga so ähnlich geht wie mir mit den Onkelz.

Verstehen des Textes ja, aber nicht nachvollziehbar.

Wobei da der Geschichtenhasser ja recht harmlos ist vom Text her *g*

von Erok - am 07.05.2008 12:09
oh,das sollte so aber nicht rüberkommen@hart ;-)
ich nahm nur ein wenig anstoss an der bezeichnung "schlager".
aber wenn sie es so empfindet,bitteschön*g*

kannst du den text irgendwie ausfindig machen und hier reinsetzen?
oder mail mir den*g*
ich hab schwierigkeiten sowas als ganzes zu erkennen wenn ich das nur als lied kenne,ich brauch den text immer extra.
ist aber bei allen bands so,ich versteh immer total was anderes und wenn ich dann den text hab kommt das grosse "aha" erlebnis*lol*


von saw - am 07.05.2008 13:32

Bitteschön, der Text zum Geschichtenhasser :)

Ich erzähle dir diese Sachen
Gib mir eine Bühne
Belohn mich für mein Leiden
Bestraf mich für die Lügen

Lass mich das teilen
Mit meinem Speichel, meinem Blut
War meine Geschichte
Traurig genug?

Wir sprechen über Gott
Gott und den Tod
Wir erzählen uns Märchen
Die es zu erzählen lohnt

Reime meines Lebens
Das Leben des Verfassers
Geschichten eines
Geschichtenhassers

Refrain:
Alles was ich sage
Hilft dir nicht einzuschlafen
Alles was ich sage
Hilft dir nicht einzuschlafen

Ich spreche in Versen
Ohne Angst vorm leeren Blatt
Ich schmiede Reime
Wie es sonst keiner macht

Umgeben von Worten
Brillantem Apercu
Aphorismen und Sonetten
Wortmagie

Ich komme dir näher
Näher als du denkst
Ich lass' dich träumen
Fern von den Stürmen der Welt

Ich pass auf dich auf
Bewach' deinen Schlaf
Lauf nicht weg und keinem nach

Refrain:
Alles was ich sage
Hilft dir nicht einzuschlafen
Alles was ich sage
Hilft dir nicht einzuschlafen

Greetz

Erok

von Erok - am 07.05.2008 14:01

Re: "Wut im Kopf" (Spiegel Online)

ist ja richtig@beleidigte fans.
ich wollte damit auch nur ausdrücken das es ein komplexeres bild gibt wenn man das interview und danach die meinungen der schreiber zu diesem thema liest.
du weisst ja selber das auch der beste zeitungpoet nie wirklich objektiv sein kann (okay,es gibt bestimmt ausnahmen),evtl hatte dieser zum frühstück eine katze namens bo gefressen,man weiss es nicht.
und ja,mir sagen die lieder bis jetzt auch nix,oder zumindest nicht viel.

saw


von saw - am 08.05.2008 22:41

Re: "Wut im Kopf" (Spiegel Online)

dazu dann die stellungnahme des herrn weidner:
Zum Spiegel Interview:

Da sich meine Erwartungen in dieses Interview in Grenzen hielten, löst das Ergebnis nicht viel in mir aus. Zu oft habe ich solcherlei Erfahrungen gemacht, als dass der Artikel mir mehr als ein Kopfschütteln abringt. Ein paar interessante Dinge zum „warum“ und „wie“ habe ich aber dennoch zu berichten. Und was zum Schmunzeln gibt es auch. Ich versuche, mich so kurz wie möglich zu fassen, allein schon deshalb, weil dieses Thema nicht mehr Zeit verdient. Ich habe mich auf dieses Interview nur deshalb eingelassen, weil mir versichert wurde, dass ich den Artikel autorisieren kann, wir die Bildauswahl treffen, und ohne meine Einwilligung nichts veröffentlicht wird. Mir wurde versprochen, dass wir über mein neues Album und dessen Inhalt sprechen, aber auch, und das ist klar wenn man mit dem Spiegel spricht, meine Onkelz-Vergangenheit thematisiert wird. Die Gewichtung sollte in etwa 50/50 betragen. Klar kann man sich fragen, ob ein solches Interview überhaupt Sinn macht. Ich war der Meinung: Nein. Ich war skeptisch, ob ein Magazin wie der Spiegel in irgendeiner Form in Lage ist, die eigene Position zu reflektieren und gewillt ist, objektiv zu berichten. Warum sollte plötzlich alles anders sein? Ich habe mich in vielen Gesprächen überzeugen lassen, dass es unter den oben beschriebenen Umständen kein Risiko gäbe und man die „einmalige“ Chance nutzen sollte, ein paar aufklärende Worte zu sprechen. Wir einigten uns darauf, der Presse ihre „zweite“ Chance zu geben. Hierbei von einer „zweiten“ Chance zu reden ist eigentlich Zahlenquälerei. Ich blieb also skeptisch, der Spiegel aber, einmal Lunte gerochen, ließ nicht locker und schaffte es schließlich, mit vielen Zugeständnissen ihrerseits, dass wir zusagten. Der Vorwurf der Naivität ist in diesem Fall ausdrücklich erlaubt. Spätesten bei Philipp Oehmkes schleimigen Versuch, sich mit den Worten „Frankreich 84“ stehe bei ihm im Plattenschrank, Sympathien zu verschaffen, hätten bei uns die Alarmglocken angehen müssen. Ich weiß nicht was ihn damals davor bewahrt hat im hohen Bogen aus der Studiotür zu fliegen. Im nachhinein glaube ich, dass er es den Beteuerungen der Medien-Söldner zu verdanken hatte, die für ihn gebürgt hatten. Das zum Vorgeplänkel.

Es wunderte mich nicht, dass die erste Fassung des Interviews nicht mal annähernd akzeptabel war. Nicht mal diskussionswürdig das Teil. „Rechts“, „Rechtsrock“, „Gewalt“ und „Zensierte Platten“. Alles schon mal gelesen und das sogar besser. Da hat jemand mal wieder nichts verstanden oder verstehen dürfen. Welches Jahr haben wir? 2008? Egal, es war den Versuch wert und ich habe dem Rat meiner Freunde Folge geleistet und entgegen meiner sonst so sturen Haltung der Presse gegenüber mit dem Spiegel geredet. Das war’s – kein Interview im Spiegel!! Der arme Eddy! Überbringer meiner Entscheidung und Emotionspuffer in Menschengestalt musste sich dann das Geheule von Oehmke und Co. antun. Taktisch klug vom Spiegel-Agenten vorbereitet kam das Interview einen Tag vor Druckschluss/Trugschluss zum Gegenlesen bei uns an. Absage? Wie jetzt? Man habe den Platz fest geblockt – was nun? Man wolle das Interview unbedingt und außerdem ist es doch so toll geworden, man wolle aber seitens des Spiegels noch mal nachbessern und, und, und…

Kurz und knapp – auch Teil 2 war große Scheiße! Absage zweiter Teil!

Und ist er nicht willig… oder, jetzt wird es lustig!

Der Spiegel - ganz trotzig und böse Menschen könnten meinen erpresserisch-: Dann schreiben wir eben trotzdem über den bösen Proll W. Und besser, so mussten wir zumindest befürchten, wird’s bestimmt nicht. „Na und, sollen sie sich was aus den Fingen saugen die Deppen“, war meine Antwort.

Das wollte der Spiegel-Mann aus Gründen, die ich nicht kenne, dann doch nicht. Und jetzt kommt’s! Tata und Tusch! Panik? Hilflosigkeit? Wir dürfen das Interview selbst schreiben!?! Häh? Hat es geschellt? Hat es das im Spiegel schon mal gegeben? Ich hab schon viel erlebt, aber selbst einen Text für den Spiegel schreiben zu dürfen, dafür reichte selbst meine Fantasie nicht aus. Trotzdem ein verlockendes Angebot und gerne genommen. Die Verlockung, mich über den grünen Klee zu loben war groß, aber erschien sogar meiner W-nigkeit zu dreist. Also haben wir die fiesen und ironischen Fragen des Spiegels übernommen und nur dezent an den Antworten gearbeitet. So hätte es gehen können. Immer noch nicht 100% das, was ich gerne gelesen hätte, aber zumindest Spiegel gerecht. Klar - das Ergebnis war der Spiegel Redaktion nicht genehm und im Gegenzug durfte der Autor wieder an den Fragen schrauben und stark kürzen. So ging der Text noch 2, 3 Mal hin und her und wir einigten uns letztendlich auf den Artikel, den ihr im Spiegel lesen konntet. Na, ja fast…

Oehmke und Konsorten haben es sich nicht nehmen lassen noch mal ne Schippe draufzulegen und Bilder zu nehmen, die natürlich nicht mit uns abgestimmt waren. Mit den zynischen Bildunterschriften bewies der Spiegel sogar Bild-Zeitungs-Qualität. Halten wir zum Schluss noch fest, dass der finale Text nicht von mir autorisiert wurde. Aber was soll’s? Ist doch ne lustige Geschichte und ein weiteres „Noch-nie-dagewesen“ Erlebnis. Danke!

Was dabei rausgekommen wäre, wenn Herr Oehmke sich den Artikel gleich zu beginn hätte aus den Fingen saugen müssen, könnt ihr im kleinen „Nachtreten“ Oehmkes auf Spiegel Online nachlesen. Viel Spaß!



Stephan

von saw - am 08.05.2008 23:21

Re: Hier sind alle Texte von Höher Schneller Weidner

Naja, aber Zecke hat recht mit seiner Aussage. Die Texte sind echt sehr Anstrengend, bis belangloser Gehin-Durchfall.

Dennoch find ich die Platte sehr gut. Es ist endlich mal Weidner, und nicht mehr von einer drogensüchtigen Flachpfeiffe die nich singen kann vor getragen ;) Also hat das ganze ne sehr persönliche Note :)

von Erok - am 11.05.2008 01:56

Re: Hier sind alle Texte von Höher Schneller Weidner

;-)
geschmäcker sind und sollen verschieden sein.
ich find es einfach köstlich wie sich die band jahrzehntelang ihr eigenes image aufgebaut hat,ohne mithilfe der medien und trotzdem immer ziemlich oben.
ich denke mal,das es meinem sinn des "dagegen" seins damals angesprochen hat.
und das gab mir letztendlich mehr wie der hype um die hosen.


von saw - am 12.05.2008 20:30

Re: Hier sind alle Texte von Höher Schneller Weidner

Auch an der Stelle nochmals mein Kommentar, daß Stephan ihm sicher nicht sagte, er soll Schwarz Rot Weiss singen, und andere Aussagen von Kevin auf der Bühne, die ihm garantiert nicht vor gekaut wurden vom W ;)

Ich hoffe mal, daß Stephan jetzt noch den alten BO-Mantel ablegt, mit diesen Jammerliedern von und über BO aufhört, dann wirds richtig gut *g*

von Erok - am 12.05.2008 22:02

Re: Hier sind alle Texte von Höher Schneller Weidner

Image aufgebaut ohne die Medien ? lol

Sorry, da muss ich echt ganz laut lachen *g*

Sie wurden zwar nicht bei MTV und VIVA gespielt gezeigt usw.

Jedoch ohne die ständig negative Kritik in Zeitungen und bei diversen TV-Autritten von Weidner, hätten sie niemals dieses Aufsehen erregt, und wären unter Garantie nie so berühmt geworden.

Negative Presse der Medien pusht nunmal auch nach oben, und das war bei dieser Band ganz klar der Fall.

Und es ist auch nicht zu leugnen, daß die Band genau diesen Weg gewählt hat all die Jahre, um weiterhin Gesprächs-Thema zu bleiben ;)

Man muss nur wissen wie man in die Medien kommt *g*

von Erok - am 12.05.2008 22:07

Re: Hier sind alle Texte von Höher Schneller Weidner

Also mal abgesehen davon dass ich es eh für nicht sonderlich positiv halte, wenn der Sänger die Texte, die er selber herausschreit, nicht auch selber schreibt, sollte er sie ja zumindest auch vertreten. Man singt ja nix, wo man nicht auch hinter steht. Also mag der Weidner sie geschrieben haben, aber geradezustehen hatte dafür genauso die Hohlbirne Russell

von Zecke - am 12.05.2008 22:16

Re: Hier sind alle Texte von Höher Schneller Weidner

Sie hat sich ihr Image durch ihre Rolle aufgebaut und hat es sich da bequem gemacht als schön böse von allen verfolgte arme Band. Und genau dieses selbst erschaffene recht enge Image ist das, was mir all die Jahre noch mehr auf den Zeiger ging als ihre Vergangenheit. Ein böses Liedchen über die Presse schweißt ihre recht simpel strukturierten Fans hundertmal mehr zusammen als es ein einigermaßen positiver Artikel über die Hosen in der örtlichen Tageszeitung macht.

von Zecke - am 12.05.2008 22:19

Re: Hier sind alle Texte von Höher Schneller Weidner

Also ich hatte bis zu meinem Eintritt ins damalige Hosenforum, vor ca. 6 Jahren gedacht, dass es die Onkelz garnicht mehr gibt. *g*
Habe von denen nichts mehr gehört und gesehen und als ich mich dann für die Onkelz interessiert habe, war ich darüber erstaunt, wieviele CD`s die rausgebracht haben und ich fand die auch noch gut, obwohl ich bis dahin nur die erste CD kannte und diese verteufelt habe.
Und dann habe ich mir mal die Biographie durchgelesen und als ich gelesen habe, dass die Onkelz da nichts beschönigt haben, was ihre Vergangenheit angeht, da war ich doch schon sehr erstaunt.

von habibi1 - am 13.05.2008 22:50
nterview mit Stephan Weidner[04/2008]

Stephan Weidner, Bassist, Produzent, ehemaliger Kopf der BÖHSEN ONKELZ – kurz: DER W. So nennt sich der Frankfurter nun als Solo-Künstler. Doch ob als Bandmitglied oder allein, viel geändert hat sich für den Weltenbummler nicht. Eine Produktion jagt die nächste, Rechner und Textfeder glühen, und inzwischen nervt sogar der "Spiegel" mit den tausendmal durchgekauten Fragen zu den umstrittenen Anfangsjahren der ONKELZ. Schnee von gestern, hier soll der selbst ernannte "Existenzialist mit großer Fresse" lieber von seinem heutigen Schaffen berichten, seinem Solo-Album "Schneller, höher, Weidner", von seiner Leidenschaft für Comics oder von seinen Lieblingskickern vom Main. Und wurden früher in ONKELZ-Texten etwa METALLICA noch zur "Hofkapelle" degradiert, ist sich der mittlerweile fast 45-jährige heute nicht schade, auch mal die Amis zu zitieren.

Carsten:
Neulich musste ich an dein erstes Musikprojekt nach den ONKELZ denken, als du 2006 unter dem Namen NORDEND ANTISTARS eine WM-Single mit Daniel Wirtz von SUB7EVEN aufgenommen hast. Den Daniel hab ich nämlich vor kurzem bei einer Kollegin im Szene-Magazin auf Rheinmain-TV gesehen. Da hat er ein bisschen auf seiner Akustikgitarre rum geplänkelt und sein neues Zeug vorgestellt. Ich muss sagen: Du scheinst doch einen ziemlich guten Einfluss auf ihn gehabt zu haben, hehe.

Stephan:
Da hab ich mir ehrlich gesagt noch gar keine Gedanken drüber gemacht. Der Daniel ist der Daniel, ich bin ich. Aber sicherlich gibt's Bereiche, wo wir einen ähnlichen Geschmack haben. Aber inwiefern sich da wer was von wem abguckt, das läuft in irgendeiner Region ab, die keiner von uns kontrolliert. Vielleicht war ich ihm ein guter Ratgeber, und vielleicht hat er sich auf irgendeine Art von dem einen oder anderen beeinflussen lassen. Aber das ist doch okay, das machen wir doch alle in irgendeiner Form. Da seh ich gar nichts Negatives drin.

Carsten:
Negativ war das auch gar nicht gemeint. War euer Projekt denn für dich der erste Schritt auf dem Weg in deine Solo-Karriere?

Stephan:
Nö, das hatte damit überhaupt nichts zu tun. Das sollte sich ja auch auf einem ganz anderen Niveau bewegen, als das, was ich jetzt mache. Da stand für mich der Fußball im Vordergrund und der ist natürlich nicht tiefgründig, dementsprechend gab's da natürlich gewaltige Unterschiede.

Carsten:
Du hast dir ja für "Schneller, höher, Weidner" einige Gastmusiker hinzu genommen. Dein jetziges Schaffen ist also nicht bloß ONKELZ minus Gonzos Gitarre, Pes Schlagzeug und Kevins Gesang?

Stephan:
Letztlich ist es ja so, dass ich auch bei den ONKELZ für die meisten Kompositionen verantwortlich war. So gesehen war ich eigentlich mehr die ONKELZ, als Kevin, Gonzo oder Pe das waren. Das soll jetzt gar nicht hochtrabend oder anmaßend klingen. Es ist nur so, dass man natürlich Parallelen hören wird. Das hält sich aber in einem erträglichen Maße. Nichtsdestotrotz war ich natürlich der Hauptsongwriter und werde deshalb auch selber Parallelen raushören.

Carsten:
Wie groß war denn beispielsweise der Einfluss deiner Gäste PRO PAIN?

Stephan:
Überhaupt nicht groß. Also zumindest nicht, was das Songwriting angeht, sondern vom Vibe her, den sie rein gebracht haben. Für mich war's einfach eine neue Situation, mit anderen Muckern dazustehen. Ich meine, letztendlich war es für mich ja bei den ONKELZ die gleiche Situation. Ich hab die Stücke geschrieben und dann mit den anderen Leuten gespielt. Damals waren es halt Gonzo, Pe und Kevin, jetzt waren es eben PRO PAIN beziehungsweise andere Leute, die daran beteiligt waren. Die haben im Endeffekt das gespielt, was schon fertig war. Der musikalische Einfluss ist also geringer, als man das in der Außendarstellung jetzt annehmen könnte. Aber wir haben eine unheimlich schöne Zeit miteinander verbracht, wir haben unheimlich viel Spaß gehabt, die haben unheimlich viel Spirit rein gebracht. Und das, was ich mir versprochen habe: Mit Musikern zusammen zu arbeiten, die motiviert sind, die diesen Rock'n'Roll-Geist verinnerlicht haben, das war mir wichtig. Weniger als deren Songwriting. Sicher hat auch jeder Musiker eine gewisse Attitüde in seinem Spiel, und die ist dann sicherlich mit eingeflossen. Aber von der Komposition her hat sich kein Song verändert durch andere Musiker.

Carsten:
Den Großteil hast du ja mit dem Nachwuchsmusiker Rupert Keplinger von der Hamburger "School Of Music" eingespielt. Wen hattest du denn sonst noch als Gäste?

Stephan:
Ich hatte die Nina C. Alice von SKEW SISKIN mit dabei, mit der singe ich ein Duett.

Carsten:
In 'Bitte töte mich', richtig?

Stephan:
Genau. Dann den Jacob Binzer von D.A.D. Und den Peter Zettl, der für die Hälfte der Drums zuständig war. Außerdem hatten wir noch ein paar Streicher hier, die dir wahrscheinlich nichts sagen werden.

Carsten:
Die Streicher waren natürlich für 'Angst' zuständig ...

Stephan:
Es gibt vier Stücke, auf denen die gespielt haben. Bei 'Tränenmeer' sind welche drauf, bei 'Angst', 'Zwischen Traum und Paralyse' und ... nicht, dass ich eins vergesse ... doch, vergess ich grad.

Carsten:
Seit wann stehst du eigentlich auf Streicher? Oder hat das früher zu den ONKELZ einfach nicht gepasst?

Stephan:
Erinnere dich mal an 'Koma'. Es gab schon Stücke mit Streichern, nur kamen die damals eben aus dem Computer. Auf dem Album wollte ich jetzt aber alles live gespielt haben. Ich hab mit den ONKELZ auch nie mit Live-Streichern gearbeitet und wollte das jetzt einfach mal nachholen. Ich wollte halt ein paar Dinge ausprobieren, die ich in der Vergangenheit nicht gemacht habe. Und dazu haben eben auch die Streicher gehört.

Carsten:
In einem Video auf deiner Homepage erklärst du ja am Rechner ein paar Effekte, die du unter deine neuen Songs gelegt hast. Würdest du sagen, dass du im Vergleich zu den ONKELZ eher mehr oder eher weniger Effekte drauf gepackt hast? Gegen Ende der ONKELZ wart ihr ja auch schon recht experimentell.

Stephan:
Deswegen kann ich dir das auch gar nicht so genau sagen. Ich glaube, es hat sich gar nicht so viel verändert. Ich würde nicht sagen, dass es mehr ist. Du hast ja schon richtig bemerkt, dass wir auf den letzten drei Produktionen auch schon vermehrt Experimente mit haben einfließen lassen. Vielleicht ist es nun einfach anders eingesetzt hier und da. Aber die Parallele gibt es. Ich hab's jetzt aber nicht in Prozent ausgerechnet, hehe. Das zieht einfach automatisch in den Song mit ein. Ich mach mir darüber keine Gedanken, ich sag nicht, da muss jetzt Elektronik rein. Das Songwriting ist ein fließender Prozess, was ein Song braucht, das bekommt er. Ob das jetzt ein Computereffekt ist oder ein Bass-, Gitarren- oder Schlagzeugpart. Da lass ich mich von verschiedenen Dingen inspirieren. Und ich kann dir die Frage tatsächlich nicht beantworten, hehe. Für mich ist einfach entscheidend, ob mir der Song gefällt oder nicht. Und dann ist es mir egal, aus welchen Mitteln der besteht.

Carsten:
Kommen wir mal zu deiner ersten Single 'Geschichtenhasser'. Der dazugehörige Videoclip hat mich ziemlich an den A-HA-Clip 'Take On Me' aus den Achtzigern erinnert. Kennst du den?

Stephan:
Logisch. Natürlich hab ich meinen Clip nicht selbst gezeichnet, sonst wären da wahrscheinlich Strichmännchen bei raus gekommen, hähähä. Aber die Parallele gibt's, und den A-HA-Clip kenn ich natürlich auch, das war ja ein Riesenhit damals. Aber daran hab ich eigentlich gar nicht gedacht. Es war so, dass mich das Artwork des Covers inspiriert hat, zu sagen: Wär doch cool, so was in der Art auch im Video umzusetzen. Beziehungsweise bin ich eigentlich erst durch das Artwork auf die Idee gekommen, überhaupt ein Video zu drehen. Ich hätte da ehrlich gesagt sogar noch ein bisschen mehr gemacht, aber uns ist dann auch die Zeit davon gelaufen. Da gab's schon VÖ-Termine, und wir haben uns sehr kurzfristig entschieden, da noch ein Video zu drehen. Das hat auch die Zeichner unter Druck gesetzt. Man hätte sicher noch zehn Prozent mehr drauf packen können, aber ich finde das Video trotzdem total gelungen. Es macht mir auch total Spaß, es zu sehen, und wollte einfach mal was anderes machen. Und ich fand ein gezeichnetes Video irgendwie total reizvoll.

Carsten:
Hast du dabei ein richtiges Video gedreht und das wurde dann überzeichnet?

Stephan:
Genau. Also der eigentliche Dreh ist innerhalb von einem Tag gemacht, mit Umkleiden bist du da in fünf, sechs Stunden durch gewesen. Die Zeichenarbeit war dann natürlich brutal, 25.000 Bilder zu zeichnen ist schon extrem viel Arbeit. Und das unter Zeitdruck ist natürlich auch 'ne schöne Belastung. Aber die Jungs und Mädels haben wirklich einen tollen Job gemacht, und ich bin sehr zufrieden mit dem Video.

Carsten:
Waren an der Zeichnerei wieder deine alten Bekannten aus ONKELZ-Zeiten, "Die Gestalten" aus Berlin beteiligt?

Stephan:
Nein, gedreht wurde das ganze Ding vom Zoran Bihac, der hat die Regie geführt und auch sonst die ganze Geschichte gemacht. Aber der Kontakt zu dem Zoran kam von den "Gestalten". Die sind natürlich oft Mittelsmänner zu anderen Künstlern.

Carsten:
Wenn du gern noch zehn Prozent mehr gesehen hättest: Wie ist denn dein persönlicher Bezug zu Comics?

Stephan:
Naja, ich war früher leidenschaftlicher Comic-Sammler. Das lässt zwar ein bisschen nach bei mir im Alter, aber ich habe immer noch ganz viele, tolle Comics im Keller. Weißt du, unsere Generation ist noch mit Comics groß geworden. Ich weiß gar nicht, ob man das heute noch tut: Wir haben uns damals in der Siedlung, wo ich gewohnt habe, getroffen und haben Comic-Hefte getauscht. Natürlich "Spiderman" und der ganze Kram, das war bei uns Tagesinhalt. Das hat sich bei mir auch noch bis ins hohe Alter gezogen, natürlich wurden die Comics erwachsener und anspruchsvoller. Also ich hab da schon ein Faible für. Allerdings muss ich auch sagen, dass das auch stark nach gelassen hat.

Carsten:
Kommen wir mal zu deinen lyrischen Ergüssen: Du warst ja bereits bei den ONKELZ für die Texte zuständig, die auch schon sehr persönlich ausfielen. Wie viel persönlicher sind denn die Texte nun?

Stephan:
Du hast es schon vollkommen richtig gesagt, die Songtexte waren bei den ONKELZ auch schon verdammt persönlich. Vielleicht stecken hier jetzt noch die dreißig Prozent mehr Weidner drin. Früher gab's halt auch die ONKELZ als Thema. Und das, was wir waren, bin jetzt halt nur ich. Was die ONKELZ thematisiert hat, ist nun halt nur mit mir und noch Persönlicherem besetzt. Dementsprechend gibt's da sicher eine Steigerung.

Carsten:
Also könnte man deine Songs nun fast schon als Tagebuch lesen.

Stephan:
Absolut. Ich kann nicht anders, als authentische Songs schreiben. Wenn ein Song mich nicht berührt, und nicht irgendwie Tiefgang oder Seele hat und aus Erlebtem besteht, dann kann der ja nicht berühren. Natürlich ist es irgendwie hart, sein Innerstes von innen nach außen zu kehren, aber es tut auch gut, und letztendlich zeigt man dann doch nur so viel, wie man zeigen möchte. Aber wenn man unter'm Strich persönliche Songs von mir hört, werden die auch mit den Emotionen des Hörers besetzt. Und dementsprechend hört man vielleicht persönliche Dinge, kennt die Person Stephan Weidner aber trotzdem nicht richtig.

Carsten:
Glaubst du denn, dass es irgendwann einen Anlass für dich geben wird, positivere Texte zu schreiben? Oder hast du die Menschheit dahingehend schon aufgegeben?

Stephan:
Also für mich sind die Texte total positiv, auch wenn sie düster klingen. Dinge zu verarbeiten ist immer etwas Positives. Und ehrlich gesagt, mich reizen keine lustigen Songs. Ich mag keine Party-Stimmungshits, ich mag diese melancholische Art des Songwritings. Ich mag die Poesie des Schmerzes viel, viel lieber als alles andere. Letztendlich ist es wahrscheinlich so, dass ich damit meine melancholische Seite verarbeite, um im Leben ein sehr lebenslustiger und auch sehr lebensfroher Mensch zu sein. Und ich seh an Melancholie auch nichts Belastendes, solange man sie eben auch genießen kann. Solange man sagt: Der Herbst hat auch eine schöne Seite. Solange er eben nicht zu Belastung wird. Und ich hab eben damit, dass ich Texte schreiben darf und Musik machen kann, ein Ventil gefunden. Möglicherweise wäre ich sonst ein depressiverer, zurück gezogener, melancholischer Mensch, wenn ich diesen Filter und dieses Ventil nicht hätte.

Carsten:
Ich habe mal ein Zitat von dir gelesen, dass du deine kreativste Zeit 1992 zu "Heilige Lieder" hattest. Wie kreativ siehst du dich denn jetzt im Vergleich zu damals?

Stephan:
Kreativität hat für mich auch immer etwas mit Erfahrungen und Erlebnissen zu tun. Und ich hab damals natürlich einen unheimlich spirituellen Schritt gemacht. Für mich gab es damals in meinen Texten und meinem Denken einen Quantensprung. Deswegen habe ich das damals wahrscheinlich so gesagt. Damit habe ich aber nicht gemeint, dass wir damals bessere Songs geschrieben haben, als ich das heute kann. Es ist eher metaphorisch gemeint. Weil das für mich eine sehr prägende Zeit war und ich deswegen später halt nicht mehr so einen Sprung machen konnte, auch von meinen Entwicklungsstufen her. Da wo ich hergekommen bin, da war man einfach gestrickt. Und zu diesem Zeitpunkt habe ich unheimlich viele Erkenntnisse erlangt. Und diese Erkenntnisse muss ich mir heute schwerer erarbeiten bzw. sind diese Sprünge heute einfach nicht mehr so groß und bedürfen einer noch größeren Suche.

Carsten:
Wo wir gerade bei Entwicklungsstufen sind: Eine andere Aussage von dir war mal, dass du mit 50 nicht immer noch 'Kneipenterroristen' singen willst . Wie sieht's mit 'Geschichtenhasser' aus, wird das noch mit 50 gehen?

Stephan:
Wahrscheinlich nicht. Wahrscheinlich werde ich mit 50 nicht auf der Bühne stehen und diese Songs singen. Und die Songs, die ich hinterlassen habe, die habe ich zu einem Zeitpunkt hinterlassen, wo's okay war. Vielleicht sitze ich mit 50 in einer Kneipe und spiele Blues, keine Ahnung. Ich kleb nicht an der Musik, ich kleb nicht daran, im Scheinwerferlicht zu stehen. Ich möchte authentisch bleiben, und wann eine Phase vorbei ist, das bestimme ich. Und ich glaube, dass ich da ein ganz gutes Gespür für habe. Und vor allem traue ich mir zu, da das richtige Händchen zu haben und zum richtigen Zeitpunkt Schluss zu machen. Genauso wie ich glaube, dass ich mit den ONKELZ zum richtigen Zeitpunkt Schluss gemacht habe.

Carsten:
Hat sich denn in den vergangenen drei Jahren etwas für dich persönlich verändert oder ist es das gleiche Leben, nur unter dem Titel Weidner statt ONKELZ?

Stephan:
Also für mich hat sich überhaupt nichts verändert. Ich habe die vergangenen Jahre fast ausschließlich in Studios verbracht und an irgendwelchen Produktionen gearbeitet. Ob das nun die Lausitz-DVD war oder "Onkelz wie wir" oder sonstiges Zeug, das wir noch mit den ONKELZ abzuliefern hatten. Dann bin ich in meine eigene Produktion gegangen, hab mich aber nach wie vor um die Geschäfte der ONKELZ gekümmert. Ehrlich gesagt: Für mich hat sich nichts verändert, gar nichts.

Carsten:
Wenn du jetzt Interviews gibst, wie viele der Fragen beschäftigen sich eigentlich noch mit dem Thema ONKELZ?

Stephan:
Relativ wenig glücklicherweise. Aber natürlich kommt die Frage auf, wie das Leben jetzt ist nach den ONKELZ. Aber wahrscheinlich habe ich nur langweilige Antworten auf dem Kasten, hehe. Es hat sich halt nicht wirklich viel verändert in der Beziehung. Ich musste während meiner ONKELZ-Zeit genau das gleiche leisten wie jetzt. Wenn das Album hinter mir liegt und vielleicht auch noch eine kleine Tour, dann möchte ich aber endlich auf's Bremspedal drücken und mich um meinen Sohn kümmern.

Carsten:
Wie hat sich eigentlich der Kontakt zu den anderen ehemaligen ONKELZ nach drei Jahren eingependelt?

Stephan:
Zu Pe und Kevin habe ich nach wie vor einen super Kontakt. Ich hab mit den beiden Silvester verbracht, Kevin war grad gestern hier und wir haben über vieles gequatscht. Aber über Gonzo möchte ich nicht reden.

Carsten:
Verständlich, eure Diskrepanzen wurden in der Musikpresse ja schon genug breit getreten. Wie sehr hast du denn den Erfolg der ONKELZ nun im Hinterkopf? Träumst du schon heimlich davon, dass vor der Festhalle auf diesen bunten Ankündigungstafeln zwei Tage hintereinander Stephan Weidner steht?

Stephan:
Also entgegen der Meinung wahrscheinlich vieler hat mir Geld und Erfolg nie etwas bedeutet. Für mich war der Erfolg, den ich definiere, wichtig. Und der hat nichts mit Verkaufszahlen zu tun, sondern damit, ob ich in der Lage bin, meine Gefühle auszudrücken. Und eine Platte zu machen, die mir gefällt. Und wenn ich das Glück habe, dass die vielen anderen Leuten auch gefällt – wunderbar. Aber ich glaube, ich bin nicht die Person, die das Scheinwerferlicht braucht oder den Erfolg. Auch nicht das Klopfen auf der Schulter. Aber es gibt dort draußen tausend Dinge, auf die ich lange verzichtet habe, die ich endlich mal nachholen möchte. Und vor allen Dingen möchte ich mehr Zeit mit meinem Sohn verbringen. Deshalb bin ich da total entspannt und total relaxt. Und harre da ganz entspannt den Dingen, die da kommen. Es ist zwar nicht so, das man sich über Erfolg nicht freut. Aber er ist mir nicht so wichtig.

Carsten:
Inzwischen suchst du dein Glück auch in verschiedenen Wahlheimaten. Ist der Ur-Hesse Weidner nirgends mehr heimisch und springt ständig zwischen Ibiza, Dublin und Frankfurt-Nordend hin und her? Und ein Grundstück in Lateinamerika hast du ja auch noch, oder?

Stephan:
Wie haben METALLICA so schön gesagt? "Where I lay my head is home." Das heißt, ich kann überall glücklich sein, auch hier in Frankfurt, gerne und immer wieder. Aber auch die Welt ist mein zu Hause. Natürlich fühle ich mich Frankfurt mehr als jeder anderen Stadt verbunden. Und wenn mich irgendjemand fragt, woher ich komme, sage ich "aus Frankfurt". Aber ich lebe ganz gern auch woanders. Und vielleicht komm ich auch irgendwann mal zurück hierher. Ich habe mir abgewöhnt, "nie" zu sagen ... okay, das stimmt nicht, das war jetzt 'ne Lüge, harhar. Aber wie gesagt, ich fühle mich in anderen Ländern auch sehr wohl und bin glücklicherweise in der Lage, auch da leben zu können, wo ich möchte. Eine sehr privilegierte Position, wie ich finde. Verbunden auch mit Nachteilen, über die ich jetzt aber gar nicht jammern möchte. Ich packe ständig meine Koffer, bin ständig am Reisen, das nervt natürlich auch. Ich würde gern mal an einem Ort bleiben, aber dieser Ort ist für mich ehrlich gesagt austauschbar.

Carsten:
Fühlst du dich denn noch so sehr als Frankfurter, dass du auch noch zur Eintracht gehst?

Stephan:
Ich habe jede Saison eine Dauerkarte. Wenn ich in Frankfurt bin zu diesem Zeitpunkt, dann geh ich hin. Aber abgesehen davon bin ich per Satellitendecoder in der Lage, jedes Spiel sehen zu können, auch wenn ich nicht in Frankfurt bin. Das heißt, ich bin da voll auf dem Laufenden. Es gibt diese Saison so gut wie kein Spiel, das ich versäumt habe. Und die Dauerkarte liegt immer da, das wird auch so bleiben.

Carsten:
Dann hoffen wir mal, dass Funkels Elf das Ziel 40 plus X noch erreicht. Und dir wünsch ich natürlich alles Gute und dass du in nächste Zeit mal abschalten kannst.

Stephan:
Die letzte Zeit war echt strapaziös und ich habe schon mit den nächsten Projekten angefangen. Da möchte ich mir in nächster Zeit gar nicht mehr aufhalsen, als nötig. Dank dir für das Interview, und lass es dir gut gehen!
Carsten Praeg[29.04.2008)

von saw - am 27.05.2008 21:42
SkipMag.de sprach im Vorfeld des „Schneller, höher, Weidner“ Releases mit Stephan Weidner über das Album, die Inhalte aber auch über minimalistisches Marketing sowie Kritiker und Neider aus Reihen der Medien und sogar der eigenen Fans.

Hallo Stephan, zu Beginn – was ändert sich denn nun für dich? Welche Türen öffnen sich wenn man plötzlich Der W ist und nicht mehr der Musiker einer Band mit zweifelhaften Ruf?

Das kann ich dir ganz direkt beantworten – Keine! Erstmal habe ich ja nicht die Ambition gehabt, andere Türen zu öffnen, sondern eine Platte zu machen auf die ich Bock habe. Ich mache mir da sehr wenige Gedanken, welche Türen ich da öffnen könnte. Das war nie ein Aspekt meiner Arbeit und wird es auch nicht sein.

Wie ich hörte hast du aber vor einer Woche ein Interview mit dem Spiegel geführt und auch MTV hat dein Video schon bei Brand:neu beworben?

Was diese MTV Geschichte betrifft: MTV interessiert sich für alles was erfolgreich sein kann. Dass die das Video dann irgendwann in den Händen hielten war ein dummer Fehler und gar nicht in meinem Interesse.

Und was den Spiegel betrifft, kann es sicherlich die ein oder andere Tür öffnen, aber keine die mir jetzt neue Zuhörer verschafft. Es könnte jetzt eher für den Moment etwas gerade rücken, oder richtig stellen. Das würde aber bedeuten der Spiegel müsste erstmal etwas positives schreiben. Und noch ist nichts raus. (Anm. d. Red.: Wie der Spiegelartikel ausgefallen ist, und wie Stephan darüber denkt, kann in seinem Blog unter www.der-w.de nachgelesen werden)

Du möchtest also keine neuen Hörer ansprechen, die vielleicht mit onkelz weniger am Hut haben?

Es ist nicht so, dass ich das nicht möchte. Aber ich möchte es nicht auf Biegen und Brechen. Ich werde jetzt meine Ansicht über die Medien nicht ändern und auch keine neuen Zusammenarbeiten anstreben. Natürlich würde ich gerne neue Hörer erreichen – aber mit meinen Mitteln.

Also siehst du auch keine Zusammenarbeit mit dem Metal Hammer oder MTV?

Ich habe kein Interesse an einer weiteren Zusammenarbeit.

Zu deinem Album. Die Texte sind ja sehr autobiografisch und persönlich ausgefallen. Hast du nicht manchmal das Gefühl, dass die Zustimmung deiner Fans an den Texten ein wenig auf dem Voyeurismus an deinen Problemen basiert.

In erster Linie mache ich das ganze Ding, mein Innerstes nach außen zu kehren, um für mich die Sachen aufzuarbeiten und ans Tageslicht zu bringen. Zuerst mache ich mir da keine Gedanken wie das andere sehen oder was sie dabei empfinden. Ob die das jetzt als Motivation nehmen ihre eigenen Emotionen anhand der Texte fließen zu lassen – was ich hoffe – oder sich an meinen Problemen zu erfreuen, ist mir egal. Wobei ich sagen muss, diese Dinge sind in Wirklichkeit keine Probleme, weil ich die Leute auch nur das sehen lasse, was ich sie sehen lassen möchte. Und sobald sie denken, dass sie mich ertappt haben, weiß ich dass ich wieder an einer ganz anderen Stelle stehe. Das sind für mich alles nur Zeitdokumente. Sobald ich diese Sachen dann auch rauslassen kann, relativieren sie sich. Wie gesagt: in dem Moment wo die Leute das hören, bin ich auch schon wieder eine ganze Ecke weiter. Es ist ok. Egal was jemand aus einem Song macht. Es ist seine Sache und sein Problem. Da mache ich mir eigentlich keine weiteren Gedanken drüber. Ich kann mich nur mit Songs wohl fühlen, die authentisch sind. Und die kommen nun mal aus meinem tiefsten Inneren. Ich kann nicht über Dinge schreiben die mir zu banal sind – sorry, da fühle ich mich nicht wohl. Ein Song braucht für mich Tiefgang und muss aus dem eigene Erlebten kommen.

Das erste Mal hast du 96 die Idee erwähnt ein Soloalbum produzieren zu wollen, und auch hin und wieder schon Songs dafür zu schreiben. Welche Songs haben es davon letztendlich auf dein Debut geschafft?

Das ist schon richtig. Ich hatte schon viele Stücke gesammelt, aber die sind bis auf zwei Ausnahmen, nämlich den „Geschichtenhasser“ und „Pass gut auf dich auf“, nicht auf dem Album enthalten. Das sind schon Stücke die ich in den letzten drei bis drei einhalb Jahren neu geschrieben habe.

In deinem Blog konnte man viel über die Einflüsse durch andere Musiker wie PRO PAIN, Jakob Binzer oder Nina lesen. Wieviel Weidner steckt denn nun vom kompositorischen in deinem Album?

Das muss man auch relativieren. Die Jungs von PRO PAIN haben nichts geschrieben, sondern haben die Gitarren gespielt die ihnen Rupert und ich vorgegeben haben. Die haben nichts mit der Komposition zu tun. Wir haben hier zusammen mit dem Sound gejammed und die Songs gestrickt die wir schon vorher geschrieben haben. Von daher ist da mehr Spirit und guter Vibe eingeflossen als jetzt tatsächlich kreative Dinge. Das ist halt, sobald da ein Gitarrist, Bassist oder Schlagzeuger steht, bringt der auch automatisch seinen Stil mit ein. Das verändert den Song, aber nicht in dem Maße, dass das für das ungeübte Ohr hörbar ist. Man weiß es, aber es bewegt sich in kleinen Schranken.

Bei der Zusammenarbeit mit Jakob Binzer beispielsweise, war es so, dass der Song auch schon stand, wo es bereits Demogitarren von mir gab die ich nicht so toll fand. Der Rest ist aber komplett von mir. Bei Nina ist es auch so, dass sie nur meine Stimme gedoppelt hat.

Die Songs sind schon alle sehr fertig gewesen bevor da andere Musiker Hand angelegt haben. Die ersten Demos habe ich alle noch alleine gemacht und ich würde sagen, dass 60% schon standen bevor Rupert dazu gekommen ist. Rupert hat da, gerade was die Gitarrenarbeit betrifft, noch viel verfeinert und ein paar Ideen eingebracht. Teilweise hier noch einen Refrain oder an manchen Stellen eine neue Bridge eingefügt und einfach, ob das jetzt nur Fragmente oder ein ganzer Song war „vergeilt“.

Das Ergebnis lässt an wenigen Stellen an onkelz erinnern, an anderen bist du komplett neue Wege gegangen. Das Album hat eine recht düstere Grundstimmung was gerade bei Songs wie Angst, welches durch die sehr atmosphärischen Streicher hervorsticht,

auffällt.

Ich versuche ja schon, das wird mir sicher mal besser und mal schlechter gelingen, den Text musikalisch auch so zu kleiden, dass das Ding eine Einheit ist. Und wenn man über das Thema „Angst“ oder „Depression“ spricht kann das kein positiver Popsong sein. Und von daher, ergibt da für mich auch die Art des Songs die Instrumentierung und das Songwriting. Dementsprechend wundert es mich jetzt nicht, dass der so düster ausgefallen ist. Generell habe ich mich allerdings ein wenig gewundert, dass das ganze Album einen düsteren Touch hat, obwohl ich ja eigentlich eine Frohnatur bin. Allerdings mag ich melancholische Songs und Texte die Tiefgang haben und nicht in fröhlichen Momenten entstanden sind. Die mag ich lieber und die berühren mich einfach mehr. Ich brauche einfach dieses Düstere. Vielleicht lebe ich da auch meine melancholische Seite aus weil das in meinem Alltag nicht zum Tragen kommt. Vielleicht wäre ich ohne das ein traurigerer Mensch – ich kann es dir nicht sagen. I don't know.

Ich empfinde die Songs auch als Weiterentwicklung und natürlich dürfen die nicht 100%ig so klingen wie die onkelz. Und es ist auch so, dass ich sehr viel unterschiedliche Musik höre und mich auch unbewusst davon beeinflussen lasse und auch immer wieder gerne neue Musik höre. Im Gegensatz zu vielen Leuten die ich kenne, die noch viele Sachen aus den 80ern, 90ern hören, mit denen sie groß geworden sind. Die bleiben irgendwann auf einer Stelle musikalisch stehen. Und das verbiete ich mir. Ich bin ständig auf der Suche nach neuen Platten und coolen Songs und das auch genre- und plattformübergreifend. Deshalb fließt da auch viel mit ein. Ich hatte die Ambition frisch, aber auch nicht überkandidelt modern zu klingen. Du denkst dann aber auch nicht mehr drüber nach. Du spielst einfach was du empfindest und das ist das Ergebnis. Und wie immer das jetzt ausgefallen ist, ob das düster oder sonstirgendwas ist, da hast du im Moment der Komposition nicht viel Einfluss drauf. Zumindest bin ich keiner der Leute die bewusst schreiben. Also in dem Sinne „ich mach mir jetzt ein Konzept und das wird eingehalten“. Deswegen klingen die Songs sehr unterschiedlich und wie ich finde auch sehr eigenständig und transportieren sehr unterschiedliche Stimmungen.

Modern ging es ja auch bei den onkelz zu – fette, an Heavy Metal erinnernde Gitarrenbretter gabs in der Art allerdings schon seit der „Es ist soweit“ nicht mehr.

(Lacht) – Ja, das mag schon sein. Das heißt aber nicht dass ich diese Musik nicht mag. Obwohl ich das Grosteil der Kompositionen der onkelz erledigt habe ist es ja schon so, dass du da Einflüsse von deinem Gitarristen mitnimmst oder du Dinge vermitteln kannst oder Dinge komponierst ohne dass da jemand anderes groß was sagt – ich kann es dir nicht genau sagen. Ich habe schon immer ein Faible für harte Sachen gehabt mag aber auch softe Balladen. Das fließt jetzt halt alles wieder ein – ich kann es dir nicht sagen, warum da jetzt wieder harte Gitarren sind. Es kann sein, dass das jetzt auch ein Einfluss von Rupert war, aber nicht ausschließlich.

Völlig ander Musik – ich habe mal gelesen, dass du hin und wieder gerne auch mal deutschen HipHop hörst?

Ich muss sagen, dass diese Phase bei mir auch schon lange wieder vorbei ist, da ich einfach der Meinung bin dass es wenig guten HipHop gibt. Guten HipHop, vielleicht musikalisch, aber die Texte stoßen mich zu 90% so ab, dass ich damit auch nichts anfangen kann.

Du siehst da keine Parallelen zu dir? (lacht)

Ich mag Sprachgesang. Ich mag tiefe Stimmen. Ich mag Leute die Geschichten erzählen können. Das findet im HipHop oft statt. HipHop ist Sprachgesang, und der findet auch auf meinem Album platz. Es ist aber nicht mehr so, dass ich ein großer HipHop Fan bin. Ich habe viele Sachen aus dem Bereich, aber ich höre es mittlerweile fast nicht mehr. Da wird mir einfach zu viel gedissed und geprotzt. Das ist nicht mehr meine Welt.

Deine Single bzw. EP hat ja nun schon erste Erfolge erzielt. Kann es sein, dass du neben kompositorischen und textlichen Talenten vielleicht auch einfach ein gutes Talent für Marketing hast?

Ich muss dir in einer Sache Recht geben. Ich habe natürlich paar Talente und kann aus den wenigen die ich habe einiges raus holen. Aber ich glaube nicht, dass die was mit Marketing zu tun haben. In erster Linie glaube ich, dass ich eine verdammt ehrliche Arbeit leiste und sich mein Marketing, im Vergleich zu dem was andere Bands machen, auf meine Webseite und andere Kleinigkeiten beschränkt. Im Vergleich zu dem was andere Bands an Marketingkampagnen entwickeln, ist das gar nichts. Wenn die Leute durch die Sachen, die ich auf meiner Seite ausdenke, Gefallen finden, dann ist das wirklich Minimalmarketing. Wo siehst du von mir Anzeigen? Wo tauche ich im Fernsehen auf? Wo mache ich solche Dinge? Ich hätte da wesentlich mehr Möglichkeiten. Ich nutze die aber alle nicht – bewusst nicht! Verkaufen kann ich mich dazu, dass ich aus meinen „wenigen“ Talenten viel herausholen kann. Aber das hat nichts mit Marketing zu tun. Weil da könnte ich ganz anders agieren und aggressiver vorgehen.

In deinen Buchtipps liest man dann aber auch von Büchern über, z.B. Guerilla Marketing. Und auch in Punkto Web 2.0 bist du ja mit deinem Blog und Mypsace sehr up to date was Marketing betrifft.

Ja, das ist aber in dem Sinne die ehrlichste Form von Arbeit. Du präsentierst dich und deine Musik und die Leute können entscheiden ob sie es mögen oder nicht. Du ballerst die ja jetzt nicht zu mit Informationen. Die Leute kommen zu dir und wollen die Information. Ich betreibe ja keine Werbung indem ich jetzt einmal die Stunde Werbespots schalte und die Leute mit meiner Musik penetriere. Ich laufe auch nicht die ganze Zeit im Radio, sodass die Leute das Lied so oft gehört haben, dass sie es gut finden. Ich stelle da Information zur Verfügung und die Leute müssen da immer noch den Schritt von sich selber machen, auf die Webseite zu gehen und sich diese Information zu holen. Das ist ja ein freiwilliger Schritt. Sicher ist das auch eine Form von Marketing – aber da ist auch gar nichts

verwerfliches dran sondern basiert auf Freiwilligkeit.

In deinem Blog konnte man auch eine kleine Richtigstellung in Bezug auf Dinge lesen, die Udo Lindenberg über die böhsen onkelz gesagt hat. Habt ihr darauf schon Resonanz?

Ja, wir haben da Resonanz bekommen. Aber ich möchte auf das Thema ehrlich gesagt eigentlich auch nicht mehr groß eingehen. Wir fanden das ganz lustig, weil es eine sehr aktuelle Geschichte war, da einfach mal gegen zu halten. Wir müssen uns auch nicht alles gefallen lassen. Wir wollten den Leuten nur aufzeigen „hey, das ist jetzt ein Beispiel von vielen“ - nicht mehr und nicht weniger. Ehrlich gesagt kann ich Udo Lindenberg auch gar nicht mehr ernst nehmen. Der weiß glaube ich selber gar nicht mehr was er gestern gesagt und getan hat. Und deswegen tut er mir auch schon fast leid (lacht). Deswegen will ich das auch gar nicht mehr groß dramatisieren. Das ist ein Beispiel von ganz, ganz vielen und wir haben es für eine gute Möglichkeit gehalten mal was zurückzuzahlen. Aufgrund der positiven Reaktion sind wir auch am überlegen, ob wir das nicht in unregelmäßigen Abständen wiederholen sollen. Es gibt da draußen genügend Vollidioten, denen man es durchaus mal heimzahlen kann, weil man es ja nicht verhindern kann, deren dummen Fressen jeden Tag im Fernsehen oder auf dem Zeitungstitelbild sehen zu müssen. Ich finde da kann man auch mal zurückschlagen.

Anderes Thema – wie war bisher die Resonanz auf deine Modelinie?

Gut – überraschend gut muss ich sagen. W-Couture ist ja schon eher eine Side-Side-Side... Beschäftigung. Ich habe Spaß dran gehabt die Designs zu entwickeln und hab mir da auch wahnsinnig viel Mühe gegeben. Aber mir war klar, dass ich die Investition, die ich da getätigt habe, sowohl von der Zeit als auch vom Geld, dass ich die nicht so schnell wieder rein bekomme. Ich bin da so privilegiert, dass ich damit kein Geld verdienen muss. Das ist einfach ein Hobby und das macht mir Freude. Nicht mehr und nicht weniger. Ich kann mit allem Anderen was ich mache mehr Geld verdienen als mit W-Couture. Das ist einfach ein Spaß.

Inwiefern warst du denn in die Gestaltung der Shirts involviert?

In allem. Ich war zu jedem Zeitpunkt in alles involviert. Die Ideen sind von mir. Die Umsetzung, zeichnerisch und grafisch sind durch andere Leute entstanden, aber immer in Absprache mit mir. Wir haben die Motive teilweise in Absprache weiterentwickelt. Aber die Themen, Motive und Ideen stammen alle von mir. Genau wie die Schnitte und Farben. Das sind alles Sachen die ich entwickelt habe. Natürlich auch anhand von Lieblingsshirts die ich habe, die ich für verbesserungswürdig gehalten habe. Ich habe mich da auch bei anderen Modefirmen bedient, da mache ich gar kein Hehl draus. Aber ich wollte einfach die Qualität, die ich gerne an einem T-Shirt sehe, in Verbindung mit Designs sehen, die ich gerne trage. Das ist der einzige Hintergrund. Ursprünglich wollte ich auch nur ein paar für mich machen, und dann haben andere gesagt „Hey pass auf, das musst du machen, wir wollen auch eins haben“. Deswegen habe ich das auch in Kleinstauflage produziert. Deswegen sind die Sachen auch teuer, weil der Aufwand für die Stückzahl einfach sehr hoch war. Man kann auch sagen „übertrieben“. Und ich versteh auch komplett wenn da einer nicht bereit ist, 30, 40 oder 50 Euro für ein T-Shirt zu bezahlen. Das ist vollkommen in Ordnung und ich zwinge das auch keinem auf. Wenn jemand dafür kein Verstädnis hat: vollkommen ok, aber bitte: ich zieh mir den Schuh des Kommerzes nicht an – das ist mir einfach zu lächerlich.

Wo wir bei der Kritik an deiner Person wären. Wie geht man damit um, so herbe kritisiert zu werden?

Erstmal steh ich da drüber. Das gelingt mir mal besser mal nicht (lacht). Ich versuche aber generell auch Sachen nicht persönlich zu nehmen, da ich denke dass diese Aggressionen und Unterstellungen auf dem beschissenen Karma dessen basieren, der es vom Stapel lässt. Das gelingt mir, bis auf wenige Ausnahmen sehr gut, dass ich das ignoriere und mich da auf mein Karma konzentriere indem ich auf den ganzen Blödsinn einfach nicht reagiere. Ich weiß, dass ich eine Person bin die polarisiert. Aber ich habe nicht vor, daran irgendwas zu ändern. Ich habe nicht vor „Everybody's Darling“ zu werden. Ich brauche auch diese Reibung um mich zu entwickeln und neue Dinge entstehen zu lassen. Ich brauche Emotion. Deshalb ist es für mich schon ok. Ich bin nicht mein Problem. Ich mag das Problem von anderen Leuten sein, weil sie sehr wahrscheinlich ihr Eigenes nicht erkennen wollen und irgendeinen Aufreger in ihrem Leben brauchen und nicht den Mut haben in ihren eigene Schädel zu sehen. Wie gesagt, das belastet mich in keinster Weise.

Nochmal zu den Shirts. Wird es ein reguläres „Weidner Merchandise“ geben?

Ja, ich denke schon. Das bin ich auch einfach den Leuten schuldig, die es gewohnt sind Rockmerchandise im klassischen Sinne zu kaufen. Das wird keine Kollektion. Ich werde sehr wahrscheinlich zum Album ein Shirt machen und das über den 3R Webshop verkaufen. Ich glaube dabei wird’s auch bleiben.

Andere Frage die grade deine Fans interessieren dürfte. Wie sieht es mit einer Tour aus? Juckt es da schon unter den Fingern?

Komischerweise juckt es mich gar nicht mal so in den Fingern wie du meinst oder wie man glauben könnte. Weil ich würde mich auch unheimlich gerne mal zurückziehen. Ich bin jetzt nicht unbedingt jemand, der dieses Scheinwerferlicht braucht. Aber es ist natürlich auch mal eine Herausforderung und interessant, mit anderen Leuten auf der Bühne zu stehen. Bereitet mir auch ein wenig Kopfschmerzen. Wie wird es nach all den Jahren sein, mit anderen Muckern auf der Bühne zu stehen? Aber genau da besteht auch die Herausforderung für mich, da neues Terrain zu betreten, und auch eine Rolle zu erfüllen, nämlich die des Leadsängers. Es ist ein bestimmter Reiz da, aber es ist nicht so, dass ich gerne derjenige bin, der sich im Scheinwerferlicht und dem Applaus suhlt. Aber mir macht es schon Spaß live zu spielen. Ich bin da sehr zwiegespalten. Nichtsdestotrotz, wenn die Leute die Resonanz zeigen, von der ich momentan auch schon ausgehe, werde ich wohl gar nicht drum rum

kommen. (Anm. d. Red: Weidner hat mittlerweile in seinem Blog eine Tour noch im laufenden Jahr versprochen.)

Du sprichst von deiner Rolle als Leadsänger. Nimmst du Gesangsunterricht?

Ich nehme schon sehr viele Jahre Gesangsunterricht. Allein wegen der Tatsache dass ich mit Kevin zusammen gearbeitet habe und Kevin jemand ist, der auf wenige Menschen hört – ich bin einer der Wenigen – und ich jemand bin, der ihm etwas vermitteln kann. Ich habe da sehr früh mit angefangen, einfach auch um Kevin da gesanglich ein wenig zu unterstützen und zu helfen. Wir waren auch oft gemeinsam beim Gesangsunterricht. Das war jetzt keine neue Geschichte. Ich bin schon sehr lange am Singen und habe auch schon vor onkelz tourneen Gesangtsunterricht genommen um meine Stimme ein bisschen fitter zu machen für die Strapazen die auf einer solchen Tour auf deine Stimmbänder warten. Die ursprüngliche Intention war aber die, dass ich Kevin besser sagen kann, was ich möchte.

Das war die letzte Frage. Dann bedanke ich mich, dass du dir die Zeit genommen hast unsere Fragen zu beantworten und wünsche dir weiterhin viel Erfolg mit deinem Album
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(C) 2003 bis 2007 - Sk

von saw - am 27.05.2008 21:54

Weidner vs Metal Hammer

Zum morgigen Metal Hammer
Man lernt nicht aus - selbst nach mehr als 25 Jahren Onkelz passiert immer noch unvorhersehbares.

Das solltet ihr zumindest wissen:
Ich habe, nachdem Gonzo vom Hammer so billig instrumentalisiert wurde und man unter anderem ohne weitere Prüfung eine Kevin/Gonzo Band getitelt hat, den Redakteuren Weckmann und Zahn per Mail meinen Unmut über diese Art der Berichterstattung mitgeteilt, und nach deren Antwort eine weitere Zusammenarbeit ausgeschlossen.
Zu gross war Enttäuschung nach so vielen Jahren guter Zusammenarbeit feststellen zu müssen, das billiger Sensationsjournalismus auch im Hause Hammer eingezogen ist. Ich wollte mich auf keinen Fall auf deren Niveau begeben und weiter Öl in ein Feuer giessen, an dem nur der Hammer Interesse haben kann. Schade das es so kommen musste, aber unterm Strich zu verschmerzen.

Um so überraschter war ich heute, als mich unser Büro anrief und mich fragte ob ich dem Metal Hammer ein Interview gegeben habe. Hab ich natürlich nicht!
Die einzigen Gespräche die ich bezüglich der DVD VÖ geführt habe, waren die mit Götz Kühnemund für Rock Hard und aus alter Tradition mit unserem Geschäftspartner EMP.
Die mussten genauso überrascht wie ich feststellen, das ihr Exklusiv Interview nicht nur, beziehungsweise nur in Auszügen in ihrem Katalog abgedruckt wurde, sondern auch in weiten Teilen beim Metal Hammer gelandet ist. Sauber ausgedacht Herr Mineur! An Dreistigkeit kaum zu überbieten. Allein drauf gekommen, oder waren andere so schlau? Da hat wohl das liebe Geld gelockt und die Moral ging baden? Whatever, ein Interview Partner weniger. Auch o.k. Soweit ist das alles zu verkraften. Was ich dem Hammer nicht durchgehen lassen kann und will ist: sich zum einen, auf diese Weise ein Interview zu erschleichen und viel schlimmer, weiterhin den Versuch zu unternehmen Dreckige Wäsche zu waschen, die Unstimmigkeiten zwischen mir und Gonzo derart in den Vordergrund zu stellen, Interview Sequenzen aus dem Kontext zu reissen und mir zu unterstellen, ich mache Gonzo "allein" dafür verantwortlich, das die Produktion der DVD sich unendlich hinausgezögert hat. I'm not amused, aber um eine Erfahrung reicher. Warum ich das alles schreibe? Das Thema ist doch eigentlich durch und bis zum erbrechen diskutiert worden... Der Meinung bin ich auch, ich will lediglich dazu beitragen, das diese Form des Journalismus nicht vom geneigten Onkelz Fan unterstütz wird und ihr morgen losrennt, deren Mag kauft und das nur weil Onkelz draufsteht und Stress sugeriert wird. Ladet euch das Zeug unter diesem Link runter und zeigt dem Hammer den Mittelfinger. Das es auch anders geht, zeigen Götz Kühnemund und Thomas Kupfer vom Rock Hard. Sicher im Besitz von mehr Internas, hat man dort diese billige Form der Berichterstattung offensichtlich nicht nötig.

In diesem Sinne,
Goodbye Metal Hammer, hello Rock Hard

Stephan Weidner

von Erok - am 28.05.2008 06:53

Re: Weidner vs Metal Hammer

Zitat
Zecke
Irgendwie hat der Gute es nicht wirklich drauf, einen Sachverhalt zu erklären. Zumindest wird nicht deutlich, worum es geht. Und so was sollte in eine Erklärung rein.


steht doch alles drin. ganz oben im ersten abschnitt steht worum es geht. ( gonzo ist übrigens der ex gitarrist der onkelz )

ich persönlich hab nicht gelesen was der metall hammer da geschrieben haben muss nach gonzo's interview. aber anscheinend wurden da wohl einige dinge aus dem zusammenhang gerissen und es wurde das gerücht verbreitet dass stephan gonzo vorwerfen würde, er ( also gonzo ) wäre alleine für den verspäteten erscheinungstermin der dvd verantwortlich.
daraufhin war der w wohl "not amused" vom hammer und daher diese heftige reaktion.
meiner meinung nach gibt es wichtigere dinge im leben, aber ok. sollen die mal alle machen.

Gruß
der Onkel

von Boehser Onkel - am 11.07.2008 21:55
So, jetzt muss ich auch mal, nachdem ich hier alle beiträge in diesem thread gelesen habe, was dazu sagen:

und als erstes mal vorneweg: das ist keine GITARE die der w da in seinem video zum geschichtenhasser hat, sondern ein BASS. ----> denn: der w ist BASSIST und KEIN GITARRIST. :)

zum album: als langjähriger onkelzfan muss ich sagen, die songs sind für mich zum größtenteil sehr, sehr gewöhnungsbedürftig. zumindest vom musikalischen her.
meiner meinung nach wurde da zu viel experimentiert. ich finde er hätte sich auf schnörkellosen, geilen rock festlegen sollen. mir ist das album zum größtenteil zu "unrockig", wenn man das so sagen kann.
es gibt aber auch außnahmen, wo der gute herr weidner "back to the roots" geht. das sind aber komischerweise genau die songs, die nur als B-seiten oder nur auf der single vorhanden sind.
den geilsten song vom musikalischen her finde ich ist "heiss". aber dieser song ist weder auf dem album noch auf der single. wer ihn mal hören will ( das ding kann man kostenlos bei "myspace.com" runterladen, oder sich hier anhören: [www.der-w.de]

textlich gesehen sind diese songs meiner meinung nach einfach nur genial. vor allem "waffen und neurosen", "mein bester feind", "tränenmeer", "bitte töte mich" und "wer hasst dich" ( ist auch ne b seite ) und "du kannst es".
das sind typische weidner texte. das ist auch was ganz anderes als die texte der hosen, aber das waren die onkelztexte früher ja auch.
und ja, diese texte sind auch sehr anspruchsvoll. man merkt auch dass sich der w ziemlich viel mit philosphie auseinandersetzt und diesbezüglich auch sehr belesen ist.
ich persönlich kennen sonst keinen deutschen rockmusiker, der solche anspruchsvollen texte schreibt wie er. und man bdenke: der mann hat noch nicht mal nen schulabschluss ;)

zu seinen interviews und seiner person: darüber kann man streiten. es gibt unter den onkelzfans leute die ihn vergöttern und auch genügend die ihn gar nicht abhaben können. bei mir persönlich ist es eine mischung aus beiden, wobei ich jetzt nicht unbedingt sagen würde dass ich ihn vergöttere. er ist sehr egozentrisch und ziemlich von sich überzeugt, was auch manchmal schon den drang richtung arroganz hat und sehr schnell negativ werden kann. ich hab ihn sogar einmal persönlich kennengelernt und ihn am flughafen getroffen und da war er sehr locker drauf. ( aber das ist ne andere und ziemlich verrückte geschichte ). fakt ist: der mann ist ne type, das steht außer frage. er hat seinen eigenen style und hat verdammt viel erreicht in seinem leben. das hat er sich alles erarbeitet. und er weiß wovon er spricht, und die leute nehmen ihm das was er sagt auch ab, wiel er ziemlich glaubwürdig rüber kommt.
trotzdem bin ich auch mittlerweile der meinung der w ist größenwahnsinnig geworden ( das sieht man schon daran dass er jetzt mit einer eigenen kleiderkollektion auffährt, und die teile kosten nicht grad wenig! aber ok, das ist auch ein anderes thema ).

zum thema kevin: ich denke ihm wird hier sehr unrecht getan. er mag nicht der hellste gewesen sein früher. aber auch er ist durchaus nicht so dumm wie er hier dargestellt wird. das kann man auch schon an einigen interviews sehen, die es unter anderem auch von ihm gibt.
und seine geniale stimme steht ja wohl außer frage. das war ja mithin das markenzeichen der onkelz. einfach nur göttlich diese stimme.
und das vorurteil: "der sänger sollte auch die texte schreiben" halte ich für schlechthin einfach nur bullshit, sorry.
ich denke da hat es mehr priorität dass der "chef" einer band auch eine "gewisse musikalische ahnung" hat. und wenn ich mir das beispielsweise bei den hosen ankucke, dann muss ich da nur müde lächeln. campino hat so viel ahnung vom kompromieren eines musikstückes wie eine kuh vom fussball spielen.
ich mag die hosen sehr und hör sich mittlerweile auch min. genauso gerne wie onkelz. aber wenn ich mir die "deppen von gitarristen" ( ums mal mit den worten wieder zugeben, die hier über den herrn russel verwendet wurden ;) ), dann könnte ich auch weinen, wenn ich die auf der bühne rum hampeln sehe wie die sich einen abquälen. musikalisch gesehen haben die hosen sich nicht gerade überdimensonial weiter entwickelt über all die jahre, auch wenn man fairerweise sagen muss, dass sie das was sie spielen recht repsektabel tun. aber wenn ich jetzt mal einen kuddel ( er soll wohl angeblich der musikalichste bei den hosen sein ) bei einem livegig mit einem gonzo vergleiche, dann sind das welten. der mann ( gonzo ) hat es einfach drauf, das steht außer frage. und da der herr weidner auch noch ein paar stücke auf der gitarre spielen kann ( z.b. wiede rmal nen tag verschenkt ) und als chef der band auch ne gewisse musikalische ader hat (wenn auch nicht so ausgeprägt wie die eines gonzo, aber hey: was will man auch von nem gewöhnlichen bassisten erwarten?? ;) ) haben sie sich über all die jahre auch wesentlich weiter entwickelt und deswegen waren die onkelz, meine rmeinung nach, auch musikalisch um welten anspruchsvoller als die hosen. aber ich möchte jetzt hier keine grundsatzdiskusion "HOSEN vs. ONKELZ anzetteln. ich höre die hosen ja wie gesagt auch verdammt gerne und freu mich auch schon aufs nächste konzert, auch wenns noch bis november dauern wird.
so, das solls von mir erst mal gewesen sein.

in diesem sinne
haut rein und viva los tioz ;)

PS: es gibt kein PS ;)


von Boehser Onkel - am 11.07.2008 22:52
Von wegen Du kennst keinen, der solch anspruchsvolle Texte schreibt.

Dann hast Du wohl noch nie Gröhlemeyer gehört *g* Dessen tiefsinnige Texte mich mehr erfassen als die vom Weidner ;)

Und ob nun Bass oder Gitarre, das macht insofern kein Unterschied, da das BO-Emblem immernoch auf dem guten Stück drauf ist. Und er sich ja davon abheben wollte ;) Das war der Sinn der Aussage ;)

von Erok - am 12.07.2008 11:23
Zitat
Erok
Von wegen Du kennst keinen, der solch anspruchsvolle Texte schreibt.

Dann hast Du wohl noch nie Gröhlemeyer gehört *g* Dessen tiefsinnige Texte mich mehr erfassen als die vom Weidner ;)

Und ob nun Bass oder Gitarre, das macht insofern kein Unterschied, da das BO-Emblem immernoch auf dem guten Stück drauf ist. Und er sich ja davon abheben wollte ;) Das war der Sinn der Aussage ;)



wenn du grönemeyer mit seiner art musik als "rockmusiker" bezeichnest, dann kann man das so sehen. aber da fällt mir ein, vergiss nicht die alte rocklegende xavier naidoo oder die söhne mannheims oder die fanta4 zu erwähnene, alles altgediente hardrocker ;)



von Boehser Onkel - am 12.07.2008 12:01
Entweder haste wirklich keine Argumente, oder hast versucht, den dümmsten Witz der Welt hier zu reissen, der völlig in die Hose geht.

Vor allem die Definition deutsche Rockmusik, auf dieser so herumreiten, und das bei einem Weidner, der in 20 Jahren BO selbst nicht wusste, wie sie ihre eigene Musik definieren sollen :D

Aber wenn Du darauf so grossen Wert legst, dann erwähn ich einfach mal noch Nina Hagen, Udo Lindenberg, Bap und wohl die international bekanntesten Deutschen Rockmusiker, die Skorpions. (Ja ich spiel mich jetzt auch kleinlich auf mit den Skorpions, da Du nicht geschrieben hast deutsch singende ROCKBAND :D )

von Erok - am 14.07.2008 11:57
Mal vom Gag mit den Scorpions abgesehen, sehe ich das genauso. Wieso sollte man die Texte vom Weidner nicht mit denen von Lindenberg, BAP oder Nina Hagen vergleichen? Man mag zu deren Musik ja stehen wie man will, aber hier war doch nirgendwo von sektiererischen Subkultur-Grenzen bei der Bewertung der Texte die Rede. (Und außerdem: Wo soll man denn die Onkelz da einordnen?)

von Zecke - am 14.07.2008 17:53
Zu der ganzen Bewertung der Künste vom Weidner möchte ich hier gar nichts mehr sagen, das endet ja eh nur im klein-klein-Geschwafel hier und da fehlt mir die Lust und die Zeit für, aber wozu ich noch was schreiben will: Wenn ich sage, dass der Sänger auch irgendwas machen sollte (und am naheliegendsten ist da nun mal, dass er Texte schreibt, schließlich ist er ja auch das Sprachrohr der Band), dann ist das kein Vorurteil (die Einstufung als das erschließt sich mir sowieso nicht), sondern meine Meinung!

von Zecke - am 14.07.2008 17:57
Zitat
Erok
Entweder haste wirklich keine Argumente, oder hast versucht, den dümmsten Witz der Welt hier zu reissen, der völlig in die Hose geht.

Vor allem die Definition deutsche Rockmusik, auf dieser so herumreiten, und das bei einem Weidner, der in 20 Jahren BO selbst nicht wusste, wie sie ihre eigene Musik definieren sollen :D

Aber wenn Du darauf so grossen Wert legst, dann erwähn ich einfach mal noch Nina Hagen, Udo Lindenberg, Bap und wohl die international bekanntesten Deutschen Rockmusiker, die Skorpions. (Ja ich spiel mich jetzt auch kleinlich auf mit den Skorpions, da Du nicht geschrieben hast deutsch singende ROCKBAND :D )



wofür soll ich denn irgendwelche argumente haben? es war nie meine absicht für irgend etwas zu argumentieren, ich hab lediglich MEINE meinung geäußert. eigentlich unötig dass ich das hier nochmal erwähnen muss, steht dies doch mehrmals oben in meinem beitrag ;) aber ok, lassen wir das :)

ok, wie gesagt: wenn man musiker wie udo lindenberg und nina hagen mit den onkelz oder den hosen vergleichen will, dann kann man diese liste noch beliebig weiter führen.
es sei mir auch bitte verziehen, dass ich grandiose deutsche musikgrößen wie tokio hotel, die killerpilze oder die sportfreunde stiller nicht erwähnt habe. man kann hier auch gerne noch bands wie die glorreiche spider murphy gang, die prinzen oder auch die sterne erwähnen, wenn wir schon mal dabei sind.
auch schande über mein haupt, dass ich "nicht deutsch singende rockbands" wie die scorpions ( wie konnte ich die nur vergessen) oder die beatsteaks ( auch wenn die anfangs sogar mal deutsch gesungen haben ) oder auch von mir aus sub7 erwähnt habe.
wir könnten das jetzt noch ewig weiter führen, wenn wir wollten. das heißt, wenn du ganz viel zeit haben solltest, dann kannst du das gerne tun, ich hab die zeit leider grad nicht, deswegen beschränke ich mich aufs wesentliche ;)

fakt ist und was ich eigentlich sagen will: wenn du die texte und die art von musik vom w gerne mit denen eines udo lindenberg oder von bap oder nina hagen vergleichen möchtest dann kannst du das gerne tun. ich persönlich tu das nicht. ich vergleiche ja auch nicht die prinzen mit den hosen. das würde dem ebenso wenig grecht werden.
ich persönlich vergleiche das ganze aber mal mit der musik von bands wie z.b. den hosen, den ärzten, den onkelz oder rammstein, oder von mir aus auch mit frei.wild (wo ja jeder meint das wären die erben der onkelz. ist für mich allerdings ne band die mir gar nicht rein geht vom musikalischen)

auch kann ich mich nicht daran erinnern, dass der herr weidner selbst nicht deffinieren kann welche art von musik er bzw. die onkelz denn spielen. ist mir jetzt relativ neu. vielleicht kannst du mir ja mal zeigen wo das steht, bzw. wo er das sagt, würde mich nämlich wirklich mal intressieren ( und das ist absolut ernst gemeint von mir ).

PS: es gibt wie immer kein PS ;)



von Boehser Onkel - am 14.07.2008 18:18
Da Du BO-Fan bist, gehe ich davon aus, daß Du auch deren schwarzes Buch und somit ihre Historie kennst. Und daß sie da von einer Szene in die nächste sprangen, womit sie auch dann ihre Musik definierten, sollte Dir dann auch bewusst sein ;)

Und mir ist bis zur letzten Sekunde nicht eine einzige klare Aussage der Herren bekannt, wo sie sich von Anfang an ihrer musikalischen Karriere selbst sahen ;)

Und zum rest Deiner Aussage hierzu, erspar ich mir jegliche weiteren Kommentare, da sie es nicht wert sind drüber nach zu denken :D

von Erok - am 14.07.2008 18:28

falls sich jemand das live anhören möchte :

TOUR 2009

28.03.2009 Leipzig Haus Auensee
29.03.2009 Dresden Alter Schlachthof
31.03.2009 Magdeburg AMO
01.04.2009 Nürnberg Löwensaal
02.04.2009 München Tonhalle
03.04.2009 Wien Gasometer
04.04.2009 Salzburg Gusswerk
05.04.2009 Innsbruck Hafen
07.04.2009 Stuttgart Longhorn / LKA
08.04.2009 Zürich Volkshaus
09.04.2009 Pratteln Z7
10.04.2009 Karlsruhe Festhalle Durlach
11.04.2009 Mannheim Maimarktclub
12.04.2009 Esch / Alzette Rockhal
15.04.2009 Dortmund Westfalenhalle 2
16.04.2009 Köln E Werk
17.04.2009 Nijmegen Vereniging
18.04.2009 Osnabrück Halle Gartlage
19.04.2009 Bremen Aladin
21.04.2009 Kiel Halle 400
22.04.2009 Hamburg Gr.Freiheit 36
23.04.2009 Berlin Columbiahalle
24.04.2009 Hannover Capitol
25.04.2009 Göttingen Stadthalle
27.04.2009 Frankfurt Ballsporthalle


Tickets gibt es ab dem 15.8
25 Euro zzgl. Gebühren.




von Zorro - am 26.07.2008 21:41

Re: falls sich jemand das live anhören möchte :

hm,erste scheibe.... erste tour... ja,das sehe ich genau so.
ist wirklich ein stolzer preis.

denke mir die 25 euros beinhalten auch so eine art schmerzens-geld *g*

in so manchen städten wird er wohl die gesänge aus dem publikum :
'wir wollen die onkelz sehen....wir wollen die onkelz sehen..." über sich ergehen lasen müssen ;-)





von Zorro - am 27.07.2008 17:51

Re: falls sich jemand das live anhören möchte :

Du meinst, die DTH-Fans wären nicht hingegangen. Auch ohne die wäre das Ding gut gelaufen, da kannst du sicher sein. Dazu waren Umstände zu spektakulär mit brandauer als Regisseur, dem Admiralspalast, etc.

Ansonsten halte ich den Verlgeich zwischen einer Rolle in einem Theaterstück und einem musikalischen Soloprojekt für alles andere als sinnvoll. (völlig unabhängig von Weidner und Campino)

von Dommö - am 28.07.2008 21:18

Re: falls sich jemand das live anhören möchte :

ist ja kein Ding ;)

Mal mein statement dazu;
Ich finde den Preis auch etwas happig für 1 Album. Aber ist halt immer die Frage, ob man bereit ist ihn zu zahlen. Für Serj Tankian-Solo würde ich auch so viel bezahlen, beim Weidner nicht. Aber da es jetzt kein Wucherpreis ist, denke ich, werd er damit ganz gut fahren. Entsprechend große Fan-Basis dürfte ja vorhanden.

von Dommö - am 28.07.2008 21:27

Mich wundert es...

dass er noch so lange auf sich warten lässt mit der Tour. Aber scheint ja sowieso immer mehr der Trend zu sein, mindestens ein dreiviertel Jahr vorher die Tourdaten raus zu geben.

Eintrittspreis mit 25 Euro ist doch etwas hart an der Grenze. 18 Euro hätten es auch gut getan.
Für den Preis muss schon ein wenig was geboten werden. Mal abwarten was da auf die Fans zukommen wird :)

von Erok - am 31.07.2008 05:50

Re: falls sich jemand das live anhören möchte :

Heute war Vvk-Beginn. Es war wie bei den Hosen: die Telefon-Hotline war den ganzen Tag besetzt.

Habe meine dann von einem i-net-Terminal in einem Basel´er McDoof bestellt. Was tut man nicht alles... :rolleyes:

Allerdings gibts (zum Glück) eine Änderung bei den Tourdaten: das Konzert in Esch/Alzette wurde abgesagt, stattdessen findet es in Saarbrücken statt. Was will man mehr!! Spart mir ein paar Km! :)

von Opelgang - am 15.08.2008 17:05

Re: falls sich jemand das live anhören möchte :

jepp...12.04.2009 Saarbrücken Congress Centrum

was kosten JETZT eigentlich die karten?
hab heute wieder was von 30 :rolleyes: statt 25 euros (wie vorher angekündigt) gelesen + versand

es steht zwar bei mir nichts fest.... bin aber etwas neugierig geworden was er so live zu bieten hat *g*.... hab da spontan Köln am 16.04.2009 anvisiert...nuja...nach Düsseldorf will er ja nicht !
he he he.. :D

von Zorro - am 18.08.2008 20:49

Re: falls sich jemand das live anhören möchte :

huhu zorro
der W war ja schon immer für den ganzen klamauk bekannt,infolgedessen wird er wohl eher nicht enttäuschen.
er liebt es ja im rampenlicht zu stehen*g*
von dem onkelzfantreffen im osten hab ich auch nur gutes gehört(alle ausser gonzo waren aktiv beim zelten mit den fans),das war aber ja auch auf 500 limitiert.
falls du hingehst zum W wünsch ich dir viel spass!

lg
saw

von saw - am 18.08.2008 21:10

Re: falls sich jemand das live anhören möchte :

Ticket kostet tatsächlich 30 Euronen + 4,50 Versand. :eek:

Das mit 30 statt 25 seh ich jetzt erst... *omg* War am Fr nur damit beschäftigt, irgendwie an Internet zu kommen, bzw. ein Freizeichen am Tel. zu hören. Egal, die 5 mehr oder weniger hätten mich auch nicht davon abgehalten.

Allerdings ist die Location recht, ähm, seltsam: es gibt einen großen, prunkvollen Saal für 1800 Leute, einen Saal für 1200, einen für 400 und ein paar kleinere Konferenzräume inkl. Foyers, die ebenfalls buchbar sind. Wird wohl der 1200er Saal werden. Diese Saarbrücker Congresshalle wird sonst eher für Comedy-Auftritte (Mundstuhl, Yanar, Atze, usw.), für Plattenbörsen, für Karnevals- oder sonstige Bälle, kleinere Messen, o.ä. genutzt. Ein (Rock-)Konzert fand da meines Wissens noch nicht drin statt. Bin mal gespannt, ob sie nach DEM Konzert noch steht... *gg*


von Opelgang - am 19.08.2008 10:52

3. Rock ´N` Roll Butterfahrt

In wenigen Tagen setzt die 3. Rock ´N` Roll Butterfahrt die Segel Richtung Helgoland! Vom 12.09.2008 bis zum 14.09.2008 gehört der Fuselfelsen den Jüngern des guten Rock.

Mit an Bord sind Die Mimmi´s, Fro-Tee-Slips, KIM? Und Eisenpimmel. Von Freitag bis Sonntag erwartet Euch beste Live-Mucke, ne fette Party und natürlich die berühmte Punkrock-Dia-Show von Fabsi und Elf.

Ganz nebenher gibt es noch einen Piraten-Fünfkampf, einen Junggesellenabschied, eine Hochzeitsfeier und nen fetten Geburtstag zu feiern.

Tickets für die RnRB gibt es nur noch bis zum 01.09.2008 im Vorverkauf auf www.rocknrollbutterfahrt.de und natürlich bei den oben genannten Bands.

Leinen los und das Deck geschrubbt – der Rum wartet schon in den Fässern auf die Meute starker Piraten!

Euer Captain Fabsi samt Crew


von Rhein91 - am 21.08.2008 06:54

Re: bin in köln dabei

als ich erst was von 25 gelesen habe... musste ich tief schlucken...
jetzt sind es 30 mit versand usw. - 35
da bleibt mir die spucke weg. :D

keine ahnung was er da so besonderes vor hat... als Special Gast - david copperfield auf die bühne holen? *lol*
(denn musikalisch war die cd irgendwo zwar ok... aber nicht gerade ein hit)

bin kein BO fan... auch kein Weidner fan...
nur halt etwas neugierig wie er sich solo live so schlägt...aber natürlich nicht um jeden preis.
abwarten ;-)

muss ich mal nachhaken ob ich als Hosen fan *lol*... falls mir die veranstaltung nicht gefällt dann die kohle zurück kriege :D

prost
zorro

von Zorro - am 24.08.2008 21:16

Re: bin in köln dabei

jo, 30 plus versand ist schon viel, vor allem fürs kleine e-werk. hab daher länger überlegt, ob es sich wohl lohnt, auch weil er ja nur die eine cd hat. wird sicher nicht so lange gehen das konzert. aber wer weiß was da noch alles passiert @copperfield (meinst du jetzt Toddi ? *g*) oder so:D

ach komm du da ruhig mal hin im april ... ;-)

von Bine. - am 25.08.2008 10:32

17.4. im Stahlwerk in Düsseldorf !

das gibts doch nicht!:D


Aufgrund der starken Nachfrage im Rheinland, gibt es dort nun noch ein Zusatzkonzert. Und zwar am 17.4. im Stahlwerk in Düsseldorf. Tickets sind ab sofort im Verkauf.


Ausverkauft sind mittlerweile

Leipzig
Berlin
Köln
Hannover
Dortmund
Hamburg


von Zorro - am 13.09.2008 22:29

Re: 17.4. im Stahlwerk in Düsseldorf !

nuja... da er bei mir fast schon vor der tür spielt *g* ...werde ich wohl auch hingehen.
will mir die "wir wollen die onkelz sehen!" rufe anhören *lol* ;-)
ausser wenn sich noch ein DTH termin zun diesem zeitpunkt ergeben sollte... "Düsseldorf" ...das geht natürlich ohne wenn und aber vor.

die scheibe von Weidner kenn ich ....als neutraler zuschauer bin ich da eher mehr auf das umfeld,die fans...ablauf usw. gespannt.
wie gesagt - halt neugierig ;-)

jep,danke..
wünsche dir auch ein schönes WE

prost
zorro

von Zorro - am 20.09.2008 21:37

Re: @ Bine und Zorro

ja,es ist erst nächstes jahr... von da aus hast du noch reichlich zeit dir die cd anzuhören ;-)

cd geht so,ich persönlich fand die ok... aber auch nicht gerade ein hit.
aber wie gesagt,bin im laufe der zeit halt etwas neugierig geworden *g* was der herr so live zu bieten hat ...

prost
zorro

von Zorro - am 24.09.2008 16:55

Re: 17.4. im Stahlwerk in Düsseldorf !

hm, eigentlich auch schade, dass der jetzt vor deiner Tür spielt *g* - du wärst sonst vllt. nach köln gekommen... so oft sieht man sich ja leider auch nicht. hoffe, du kommst zu dritte wahl jetzt am 11. 10. ?

ich weiß, dass du die scheibe kennst, schließlich hab ich sie ja von dir :D. die cd haut mich auch nicht um (kann irgendwie mit mehreren texten nicht so richtig was anfangen ), schlecht ist sie aber auch nicht. da ich halt die onkelz nie live sah, will ich nun wenigstens mal den weidner sehen ;-) und ja, das ganze drumherum ist sicher auch interessant (wenn ich da an die BO- fans in geiselwind /juni 08 denke - oweia *gg*. ich schrieb dir ja per sms von der urlaubsfahrt aus davon)

von Bine. - am 26.09.2008 09:51

Re: Der W. - 12.04.2009 Saarbrücken

Hmm, bin keine großartige Berichteschreiberin, ich kopier einfach mal meinen Beitrag aus´m anderen Forum hierher: :xcool:


Es war so geil!!!!!!!!! Ich will nochmal!! :-(

Abgesehen davon, dass ich Vorgruppen für relativ unnötig halte, aber Pro Pain war gar nicht mal so schlecht, so muß Musik sein: hart, laut und schnell! :spos: Auch wenn man kein Wort verstanden hat... :D

Gegen 21.18h betrat der Maestro himself die Bühne. Ein blendend aussehender () und blendend gelaunter Stephan Weidner. Eigentlich halte ich ihn ja eher für ein arrogantes Arschloch, aber er kann sich auch herrlich selber auf´s Korn nehmen!

Das Publikum war natürlich weitestgehend mit BO-Klamotten bekleidet, ich zwar auch, kaufte mir aber selbverständlich ein Der-W-Tour-Shirt (20¤).
Die Damen und Herren an der einzigen Tränke waren ob der durstigen Kehlen heillos überfordert, normalerweise gehts in der "antiken" Halle gesitteter zu. :D

Im Publikum herrschte von Anfang an Stimmung bis in die hinteren Reihen - viel besser als bei den Hosen. Überhaupt - scheiß auf die Hosen und deren "Pseudo-Rebellion", ich will die Onkelz wieder haben...

Die Setlist:
1 Der W zwo drei
2 Liebesbrief
3 Waffen und Neurosen
4 Schatten
5 Mein bester Feind
6 Angst
7 Stille Tage
8 Du kannst es
9 Und wer hasst dich
10 Ein Lied für meinen Sohn
11 Heiß
12 Tränenmeer
13 Zwischen Traum und Paralyse
14 Komm schon
15 Asche zu Asche
16 Bitte töte mich
---------- Zugabe: --------
17 Geschichtenhasser
18 Gewinnen kann jeder (--> in der schnellen Punkrock-Version)
19 Mein W (--> "Verarsche" von My way - sau geil! W mit Hut)
----------2. Zugabe: ------
20 Dancing with myself (--> Billy Idol Cover)

Bei der Ansage zu "Asche zu Asche" erklärte er, dass das Auflösen der Onkelz Gründe hatte, die der Fan vllt nicht nachvollziehen kann, aber intern gäbe es Punkte, die eine Reunion unmöglich machen. Und dieses Lied soll ihn dran erinnern, dass eine Rückkehr für kein Geld der Welt geschehen wird.

Jetzt werde ich die nächsten 5 Wochen von diesem Konzert zehren, ehe es wieder zum Alltag übergeht und ein Hosen-Konzert ansteht. Habe im Moment überhaupt keine Lust, würde mir lieber noch ein paar Weidner-Konzerte angucken. *seufz*

von Opelgang - am 16.04.2009 11:13

Der W und Motörhead

vom 1. bis zum 12. Dezember neun Shows mit Lemmy und Co. und wird jeden Abend 45 Minuten rocken


01.12. - Köln, Palladium
02.12. - Hannover, AWD Halle
04.12. - Emden, Nordseehalle
05.12. - Hamburg, Color Line Arena
07.12. - Fürth, Stadthalle
08.12. - Stuttgart, Schleyerhalle
09.12. - Wiesbaden, Rhein-Main-Hallen
11.12. - Berlin, Arena Treptow
12.12. - Chemnitz, Arena

von Zorro - am 01.08.2009 01:22
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