Diese Seite mit anderen teilen ...

Informationen zum Thema:
Forum:
Daidalos-Forum
Beiträge im Thema:
6
Erster Beitrag:
vor 17 Jahren, 2 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 16 Jahren, 7 Monaten
Beteiligte Autoren:
Dochrian, Kilian, Jochen, Jack

Wie soll das bei uns funktionieren?

Startbeitrag von Jack am 23.03.2000 21:58

Geschrieben von Jack am 23. März 2000 22:58:24:
Freies Rollenspiel setzt sehr viel voraus, zuviel für die meisten Gruppen. Ich wurde mal mit dieser Forderung konfrontiert, die Mehrheit hat sich dagegen ausgesprochen.

Ich habe meine Zweifel an der Spielbarkeit. Zum einen sind die mir bekannten Vorschläge aus dem Internet zu komplex, wer entscheidet denn dann, ob eine Attacke sitzt oder nicht? Ich wäre bescheuert, als Spielleiter über Erfolg oder Scheitern, gegebenenfalls über den Tod, entscheiden zu wollen.

Ausserdem ist allein die Vorstellung, dass die Spieler sämtliche Regelwerke und sonstigen Bücher auswendig gelernt haben, utopisch. Als Beispiel führe ich gerne das Verhalten am Hof an. Es ist auch so schon schwer genug, keine Fehler zu machen, wie soll man mit dem normalen Wissen eines Rollenspielers dann noch ohne Proben erfolgreich sein können?
Ich bin beileibe kein Proben-Fetischist und finde auch, dass die meisten Spielleiter viel zu oft würfeln lassen (Zechenprobe nach einem Glas Schnaps!?). Aber die Werte stehen für die einzelnen Fähigkeiten. Mit diesen Angaben kann ich ermessen, ob ein bestimmter Charakter "mehr" über etwas weiss als sein Spieler und helfend eingreifen.
Und von diesen Werten aus gestalte ich meine eigenen Charaktere, was können sie, was machen sie gerne, womit haben sie sich noch nie beschäftigt? Im Spiel selber sind mir die Werte weitgehend egal. Denn mein Charakter kennt keine Talentwerte oder Eigenschaften. Im freien Spiel müsste ich mich zusätzlich zwischen der Perfektion (Jeder Angriff sitzt) und der Bescheidenheit entscheiden, jegliche Stufenanstiege oder mit EP erhöhte Fähigkeiten auswendig können und nicht eventuell neidvoll auf andere Spieler schauen, die zwar nicht rollengerecht, dafür aber erfolgreicher agieren.
Jack















Antworten:

Geschrieben von Jochen am 25. März 2000 22:45:47:
Als Antwort auf: Wie soll das bei uns funktionieren? geschrieben von Jack am 23. März 2000 22:58:24:
Hi, eigentlich hatte ich gehofft, dass jemand anderer ausser meiner Wenigkeit antwortet, aber vielleicht wird's ja noch.

Zumal es eigentlich einige Spieler/Spielleiter gibt, die auch nicht glauben wollten, dass das freie Rollenspiel funktioniert.
>Freies Rollenspiel setzt sehr viel voraus,
nicht unbedingt. Eigentlich sogar ziemlich wenig ausser dem Gespür für die Atmosphäre. Und jeder der im Kino sitzt und sich hinterher sagt guter Film - schlechter Film hat erkannt, was ihm gefällt oder was nicht :-)
>zuviel für die meisten Gruppen.

eben nicht.


Ich wurde mal mit dieser Forderung konfrontiert, die Mehrheit hat sich dagegen ausgesprochen.
>Ich habe meine Zweifel an der Spielbarkeit.

Wenn ich sage, ich spiele seit 1992 in etwa so was wie freies Rollenspiel, nützt das vermutlich nichts. Aber es funktioniert. Einzig das Ausprobieren kann wohl das bestätigen.


>Zum einen sind die mir bekannten Vorschläge aus dem Internet zu komplex,
Gerade das macht aber Daidalos doch aus. Es ist überhaupt nicht komplex. Absolut keine Regeln (weniger komplex geht doch gar nicht!)

Spielt was ihr wollt, und wie ihr wollte. Das schließt natürlich Regeln und Würfel nicht aus, auch wenn das fast wie ein Widerspruch klingen mag.

Aber wenn ein Spieler lieber würfelt, lass ihn würfeln. Daran hängt sich niemand auf.


wer entscheidet denn dann, ob eine Attacke sitzt oder nicht? Ich wäre bescheuert, als Spielleiter über Erfolg oder Scheitern, gegebenenfalls über den Tod, entscheiden zu wollen.
Aber das tuts du doch sowieso. Oder läßt du einen Charakter sterben, wenn der Spieler eine drei würfelt und eine vier gebraucht hätte? Wenn nicht, dann greifst du also doch ein :-)

Und wenn die Charaktere ihren Lieblingsfeind besiegen ist es auch die Entscheidung des Spielleiters. Alles andere ist nicht wirklich wahr. Natürlich sind da die Würfel, die Regeln etc...

Aber die sind für das Spiel da, nicht umgekehrt.
>Ausserdem ist allein die Vorstellung, dass die Spieler sämtliche Regelwerke und sonstigen Bücher auswendig gelernt haben, utopisch.

Als Beispiel führe ich gerne das Verhalten am Hof an. Es ist auch so schon schwer genug, keine Fehler zu machen, wie soll man mit dem normalen Wissen eines Rollenspielers dann noch ohne Proben erfolgreich sein können?
Hmm, verstehe ich gerade was nicht? Wie meinst du Bücher auswendig lernen? Ich habe das jedenfalls nie gemacht und habe das auch nie verlangt - falls sich deine Aussage auf Daidalos bezieht.
>Ich bin beileibe kein Proben-Fetischist und finde auch, dass die meisten Spielleiter viel zu oft würfeln lassen (Zechenprobe nach einem Glas Schnaps!?). Aber die Werte stehen für die einzelnen Fähigkeiten. Mit diesen Angaben kann ich ermessen, ob ein bestimmter Charakter "mehr" über etwas weiss als sein Spieler und helfend eingreifen.
Genau darum geht es.

Wenn der Charakter als Fähigkeit hat "schwierige elektronische Anlagen durchschauen und entschärfen" kann man dem Spieler die Probleme entsprechend schildern. Trotzdem kann keiner von uns das, was MacGyver in jeder Folge erneut so erfolgreich tut...
>Und von diesen Werten aus gestalte ich meine eigenen Charaktere, was können sie, was machen sie gerne, womit haben sie sich noch nie beschäftigt? Im Spiel selber sind mir die Werte weitgehend egal. Denn mein Charakter kennt keine Talentwerte oder Eigenschaften.
Ja. Das ist es doch! Das ist freies Rollenspiel!
>Im freien Spiel müsste ich mich zusätzlich zwischen der Perfektion (Jeder Angriff sitzt) und der Bescheidenheit entscheiden, jegliche Stufenanstiege oder mit EP erhöhte Fähigkeiten auswendig können und nicht eventuell neidvoll auf andere Spieler schauen, die zwar nicht rollengerecht, dafür aber erfolgreicher agieren.
Nein. Das ist es genau nicht. Ausser die Spieler wollen es so. Und sie wollen es nicht. Zumindest nicht lange, das ist meine Erfahrung. Ein Charakter ohne Ecken, Kanten und Schwächen ist langweilig und das erkennst du spätestens dann, wenn du die Möglichkeit hast, einen ohne Schwäche zu spielen (wer das will, kann auch noch echte Superhelden a la Spiderman etc. versuchen :-)
Ich hoffe, etwas Licht in die Angelegenheit gebracht zu haben.

Viele Grüße
Jochen


Lord Nords phantastische Welten















von Jochen - am 25.03.2000 21:45

Keine Ahnung,.... es tuts einfach *g*

Geschrieben von Kilian am 02. April 2000 23:50:51:
Als Antwort auf: Wie soll das bei uns funktionieren? geschrieben von Jack am 23. März 2000 22:58:24:
>Freies Rollenspiel setzt sehr viel voraus,
Naja,... Fairness,...feeling für die Athmosphaere,...die Bereitschaft, selbst 'negative' Entscheidungen fuer den eigenen char zu treffen(kommt von ganz alllein),...
>Ich habe meine Zweifel an der Spielbarkeit. Zum einen sind die mir bekannten Vorschläge aus dem Internet zu komplex, wer entscheidet denn dann, ob eine Attacke sitzt oder nicht? Ich wäre bescheuert, als Spielleiter über Erfolg oder Scheitern, gegebenenfalls über den Tod, entscheiden zu wollen.
wie gesagt, es entscheiden alle,.. der spielleiter, die spieler, die situation,...
>Ausserdem ist allein die Vorstellung, dass die Spieler sämtliche Regelwerke und sonstigen Bücher auswendig gelernt haben, utopisch. Als Beispiel führe ich gerne das Verhalten am Hof an. Es ist auch so schon schwer genug, keine Fehler zu machen, wie soll man mit dem normalen Wissen eines Rollenspielers dann noch ohne Proben erfolgreich sein können?
Das ist es ja eben,...du brauchst keine Regelwerke,.. du brauchst nur Phantasie!! Das Verhalten am Hof,... ist doch egel, ob du die verhaltensregeln korrekt drauf hast, hauptsache, du bringst die stimmung rueber. du musst auch beim freien RP nicht die ganze zeit IC bleiben, du kannst genausogut deine Handlungen OOC beschreiben,..



>Ich bin beileibe kein Proben-Fetischist und finde auch, dass die meisten Spielleiter viel zu oft würfeln lassen (Zechenprobe nach einem Glas Schnaps!?). Aber die Werte stehen für die einzelnen Fähigkeiten. Mit diesen Angaben kann ich ermessen, ob ein bestimmter Charakter "mehr" über etwas weiss als sein Spieler und helfend eingreifen.
Um den einzelnen Faehigkeiten deines chars werte zuzuordnen, musst du dir vorher gedanken darueber machen, wie die aussehen sollen,... da kannst du dir die werte genausogut sparen,...schreib das einfach auf, in deinen eigenen worten,..dann sparst dir das 'kann er schwerter 6 oder 7?? oder...'.

das kann genausogut heissen: er ist kein anfaenger mehr, hat auch schon praxis, aber sich mit einem echten meister messen??! vergiss es,..
>Und von diesen Werten aus gestalte ich meine eigenen Charaktere, was können sie, was machen sie gerne, womit haben sie sich noch nie beschäftigt? Im Spiel selber sind mir die Werte weitgehend egal. Denn mein Charakter kennt keine Talentwerte oder Eigenschaften.
BINGO!!!
[...]jegliche Stufenanstiege oder mit EP erhöhte Fähigkeiten auswendig können und nicht eventuell neidvoll auf andere Spieler schauen, die zwar nicht rollengerecht, dafür aber erfolgreicher agieren.
nope! du brauchst keine stufenanstiege auswuerfeln (outsch,...das boese W-Wort)*g* das ganze stufensystem ist eh unlogisch (wir sind drei stunden durch den wald gelaufen, haben einen drachen getötet, die prinzessein befreit und den schatz aus dem see gehoben, und nach einer nacht kann ich zwei punkte besser prophezeihen, besser mit hieb- und stichwaffen umgehen und . . .(aber grade so, 10 AP weniger und,...)

dein char kann halt das besser, worin er praxis hatte, weiss, was er gelesen und gehoert hat et cetera. und warum solltest du das alles auswendig lernen,..(machst du doch jetzt auch nicht) dazu ist ja der spielleiter auch da, dass er dir dinge, die dein char weiss verraten kann, wenn dus als spieler vergessen hast,...
Das mit dem rollengerechten spiel,... ich denke, freies rollenspiel macht es einfacher, rollengerecht zu spielen. ich kann das nicht beweisen, aber ich hab halt die erfahrung gemacht,.. ich denke es liegt daran, dass man sich im unfreien spiel zu stark an die werte klammert beim spielen und an diverse klischees, die man mit seinem char verbindet. vielleicht ist es so, dass viele sich gar nicht voellig im klare sind, wer der eigene char eigentlich ist(ausser einer ansammlung von zahlen und einer mehr oder weniger rudimentaeren hintergrundgeschichte) das freie spiel bringt einem den eigenen char (und natuerlich auch die der anderen spieler) naeher,...macht es einfacher, die persoehnlichkeit zu sehen und zu formen, eine entwicklung zu sehen,....
I.O. ich hab ziemlich viel geschrieben, ich hoffe es ist verstaendlich geblieben.

Als abschluss bloss noch: Ich habe mehr als ein Jahr lang freies Rollenspiel praktiziert (SR-Karibikpiraten-Kampagne) ohne es zu merken, und musste dazu erst Daidalos kennenlernen. Und es hat funktioniert(tut es immer noch).
Gruss, Kilian



















von Kilian - am 02.04.2000 21:50
Geschrieben von Dochrian am 01. Juni 2000 01:45:17:
Als Antwort auf: Wie soll das bei uns funktionieren? geschrieben von Jack am 23. März 2000 22:58:24:
Ersteinmal Danke dafür, daß jemand den Mut hat, ein würfelloses Rollenspiel zu veröffentlichen - womit sich aber das Problem stellt, womit die Spieler jetzt ihre Hände beschäftigen sollen. *ggg*

Die Lösung für das Problem "Punkte bei Erfolg" heißt einfach: Keine Punkte vergeben! Wir praktizieren das schon lange. Der Spielleiter entscheidet, wer wann was steigern kann, d.h. die Möglichkeit dazu (gefunden)hat. Wir haben mal Steigerungen bei bestimmten Würfelergebnisse eingeführt, aber bei einem würfellosem System kann ja der SL höchstens Steigerungen für besonders originelle und charaktergerechte Spielzüge gewähren.

Auch Werte zur Beschreibung des Charakters sind überflüssig, wenn Spieler und Spielleiter eine hinreichend genaue, übereinstimmende Vorstellung dazu haben. Dann gibt es auch keine Probleme mit der Zuordnung von Handlungen zu mehreren plausiblen Fähigkeiten, da ist eine reine Vorstellung sogar genauer.

Erfahrung habe ich da allerdings nur mit einem freien Magie"system" innerhalb eines klassischen P&P-Systems, aber die waren sehr positiv.

Einfach mut zum Rollenspiel, ohne sich an Charakterbögen und Würfeln festzuhalten,

wünscht

Dochriansylbjögon

















von Dochrian - am 31.05.2000 23:45

Wie läuft es denn in Chats und Foren?

Geschrieben von Dochrian am 01. Juni 2000 02:05:55:
Als Antwort auf: Re: Wie soll das bei uns funktionieren? geschrieben von Dochrian am 01. Juni 2000 01:45:17:
Kleiner Nachtrag: Warum funktionieren dann Rollenspiele im Chat oder in Foren? Keiner würfelt, und trotzdem haben hunderte von Leuten viel Spaß dabei ( Ich auch!).

Jedenfalls, wenn jeder nur bis zu den Grenzen seines Charakters spielt. Das ist häufig ein Problem, da der Erfolg einer Handlung an einem anderen von diesem angenommen werden muß. In einer Kampfsituation sagt X dann nicht: "X TRIFFT Y mit dem Schwert" sondern "X schlägt mit dem Schwert nach Y". Ob Y nun den Treffer hinnehmen muß oder noch ausweicht, ist dann dem Plausibilitätssinn von Y überlassen, über dessen Ergebnis man ja auch reden kann. Im Chat klappt das recht gut, warum sollte das direkte Zusammensitzen ein Hindernis sein?

Auch die Umgebung wird gemeinsam beschrieben, jeder erwähnt das, was er gerade für seine Spielidee benötigt und greift die Erwähnungen anderer auf. Für eine geniale Spielidee läßt man dann auch mal die Plausibilität etwas außer Acht, und alle haben Spaß am Spiel ( Erfahrung aus Foren-Runs).

Letzte Bemerkung: Der Verzicht auf Erfahrungspunkte fördert das RollenSPIELEN, da die Belohnung in dem Spielspaß aller besteht, und der wird meiner Meinung nach häufiger durch "unkonstruktive" Handlungen erreicht als durch zielgerichtetes Abenteuererschlagen, auch wenn der erfolgreiche Abschluß natürlich eine befriedigende Wirkung hat.

















von Dochrian - am 01.06.2000 00:05

Wie läuft es denn in Chats und Foren?

Geschrieben von Kilian am 18. Oktober 2000 19:42:25:
Als Antwort auf: Wie läuft es denn in Chats und Foren? geschrieben von Dochrian am 01. Juni 2000 02:05:55:
[..]In einer Kampfsituation sagt X dann nicht: "X TRIFFT Y mit dem Schwert" sondern "X schlägt mit dem Schwert nach Y". Ob Y nun den Treffer hinnehmen muß oder noch ausweicht, ist dann dem Plausibilitätssinn von Y überlassen, über dessen Ergebnis man ja auch reden kann. Im Chat klappt das recht gut[..]
Seh ich eigentlich genauso,... aber sag mir bitte den RPG-chat, in dem das klappt,... ich suche verzweifelt!1 *g*



















von Kilian - am 18.10.2000 17:42
Zur Information:
MySnip.de hat keinen Einfluss auf die Inhalte der Beiträge. Bitte kontaktieren Sie den Administrator des Forums bei Problemen oder Löschforderungen über die Kontaktseite.
Falls die Kontaktaufnahme mit dem Administrator des Forums fehlschlägt, kontaktieren Sie uns bitte über die in unserem Impressum angegebenen Daten.