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Erster Beitrag:
vor 10 Jahren, 9 Monaten
Beteiligte Autoren:
seesternchen*

Sind männer nicht toll.....

Startbeitrag von seesternchen* am 12.02.2007 12:20

Und dann sind wir die müpflinge..... tztztzt :-))


Ich heiße Josef. Lassen Sie mich erklären, wie ich die Situation bei uns zu Hause geregelt habe.

Nachdem ich letztes Jahr meinen Job bei der VKB aufgeben durfte und mit einer stattlichen Summe in Frührente geschickt wurde, musste meine Frau auch noch mal ran. Zusätzlich zu ihrem 400 Euro Job als Putze bei der Pension gegenüber, arbeitet sie jetzt noch ganztags bei Penny an der Kasse und im Lager. Das hat den Vorteil, dass wir uns die Zusatzversicherungen für mich auf jeden Fall leisten können: Dinge wie Chefarzt, Einzelzimmer, Zahnersatz und so weiter...

Allerdings musste ich nach ein paar Wochen Frührente feststellen, dass das Alter meiner Frau nicht sehr gnädig ist. Ich komme so gegen sechs Uhr abends vom Tennisclub oder seit kurzem auch mal vom Golfplatz heim. Um diese Zeit ist sie dann auch gerade zuhause. Obwohl sie weiß, wie hungrig ich bin, sagt sie mir dann, sie müsse sich erst mal eine halbe Stunde ausruhen. Der Weg vom Bahnhof zu uns dauert zu Fuß so um die 30 Minuten, wenn man zügig geht, etwa 25 Minuten. Das sollte doch zur Erholung genügen.

Egal. Ich rege mich ja gar nicht auf. Ich lege mich also inzwischen auf die Couch und sage ihr sie soll mich wecken, wenn das Abendessen auf dem Tisch steht. Da ich entweder im Golf- oder im Tennisclub zu Mittag esse, können wir es uns nicht leisten auch noch am Abend zum Essen zu gehen. Außerdem geht nichts über deftige Hausmannskost in den eigenen vier Wänden, oder?

Früher war es nun so, dass sie das Geschirr gleich nach dem Essen in die Küche brachte und alles aufräumte. Heutzutage dauert das Ganze ein bisschen länger. Ich erinnere sie immer wieder höflich dran, dass die Teller nicht von alleine in die Küche und den Geschirrspüler wandern und manchmal wirkt das sogar und sie schafft alles weg, bevor sie ins Bett geht.

Ein weiteres Symptom, dass sie älter wird, ist das ewige Genörgel. Auf einmal jammert sie rum, dass sie es nicht mehr schafft, sich auch noch um die Zahlungen und die Haushaltskasse zu kümmern. Dabei hat sie jeden Tag 25 Minuten Mittagspause!

Aber Jungs, ich sage nur: In guten wie in schlechten Zeiten! Also lächle ich und spreche ihr Mut zu. Sie muss ja nicht alles an einem Tag machen. Dann dauert es halt mal 2 oder 3 Tage, bis die Finanzen wieder in Ordnung sind. Dann passieren auch keine Fehler.

Ich habe sie auch daran erinnert, dass man ruhig mal ein Mittagessen ausfallen lassen kann, das würde ihr auch nicht schaden. Ich glaube kaum, dass man ihre beginnende Fettleibigkeit taktvoller hätte ansprechen können.

Aber selbst bei den einfachsten Arbeiten lässt sie inzwischen nach.
Zum Beispiel, wenn sie unser Haus putzt. Früher, als die Kinder noch da waren und mithalfen, hat sie das an einem Samstagvormittag locker geschafft. Jetzt dauert es oft bis zur Sportschau. An den Wochenenden bin ich meistens zu Hause und wenn ich dann von der Couch aus sehe, wie sie sich abquält, sage ich ihr schon mal, dass sie ein Päuschen vertragen könnte und sich einen Kaffee machen soll und mir auch gleich einen bringen kann.

Ich weiß, dass viele meiner Freunde beim Tennis und Golf mich für einen Heiligen halten, weil ich meine Frau so unterstütze. Ich sage nicht, dass es leicht ist! Manche Männer können so etwas überhaupt nicht und sind richtige Machos. Und keiner weiß besser als ich, wie frustrierend Frauen im Alter werden können. Ich kann meinen Leidensgenossen nur zurufen: Etwas mehr Takt und weniger Kritik gegenüber ihren Frauen auszuüben.

Ich habe diesen Brief geschrieben, weil ich glaube, dass wir auf dieser Welt sind, um uns gegenseitig zu helfen und ich hoffe damit, einigen anderen die Augen geöffnet zu haben.



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*Anm. d. Red: Josef starb plötzlich und unerwartet. Laut dem Polizeibericht war die Todesursache ein Golfschläger, der bis zum Griff in seinem After steckte. Sein Frau wurde von der weiblichen Jury vom Mordverdacht frei gesprochen. Ihre Anwältin hatte argumentiert, dass Josef sich versehentlich auf den Golfschläger gesetzt haben muss.

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