Wie wir Weihanchten feiern tun

Startbeitrag von Skroob am 10.12.2006 20:00

Unsere Familie tut Weihnachten feiern tun, wie alle anderen auch. Als Tag haben wir dafür nach langen Diskussionen den 24. Dezember ausgewählt, weil da im Fernsehen immer so schöne Weihnachtsfilme laufen.
Am Morgen dieser Festlichkeit zieht Papa sich los in den Wald und fährt uns einen Weihnachtsbaum um, und wird dann verhaftet. In der Zawischenzeit backt Mama die Kekse vom letzten Jahr auf, und macht uns zum Mittag ein Tier warm. Was für eins wissen wir nicht. Papa nennt es Steinkohlebraten. Wer von uns herausfindet, ob die Reifenspuren auf ihm von Mama oder Papa ihr seinen Wagen sind, kriegt auch einen Nachtisch.
Nach dem Essen ist uns allen schlecht, und wir freuen uns auf das Christkind. Aber bisher kam immer nur Tante Fettel. Die ist doppelt so dick wie häßlich. Und dreimal so fett. Zum Fasching geht sie immer als Gletscher. Papa sagt, wenn sie in den Wald kackt, nennt man das eine Endmoräne.
Sie tut die einzige Verwandte sein, die noch freiwillig zu uns kommt nach der großen Pilz-Auflauf-Vergiftung vor 3 Jahren. Papa sagt, er weiß auch nicht, warum gerade die fette Qualle überlebt hat. Aber er meinte, wenn er der Teufel wäre, hätte er natürlich auch nur ungern so ne dicke Kuh in der Hölle.
Letztes Jahr bringte Tante Fettel ihren Verlobten mit. Dicki McSpeck. Weightwatchers-Verweigerer aus Gewissensgründen. Weil wegen ihm der Raum so voll war, mußten wir alle draußen feiern. Später setzte er sich aus Versehen auf Mamas Stricknadel und ist geplatzt. Tante Fettel war sehr traurig. Aber dann freute sie sich doch, dass sie seine Portion beim Abendessen haben konnte.
Wenn der Abend angeschissen kommt und es dunkel wird, machen wir das Licht an. Wenn Papa in Mamas lachendes Gesicht schaut, macht er es wieder aus. Dann gedenken wir dem Not und dem Elend auf dieser Erde. Beim 3. Abendbrot gucken wir Filme von armen Negerkindern. Und essen aus Protest gegen den Hunger in der Welt bis uns schlecht wird. Tante Fettel sagt, die hätten aber auch selbst schuld da unten. Diese Mohren mit ihrem Diätwahn. So spirrelig ist doch auch nicht mehr schön.
Nach dem Essen machen wir einen Wettbewerb. Wer mit seinem Bäuerchen die Kerzen am Christbaum ausmachen kann. Dann lassen wir Tante Fettel durchs Zimmer laufen und singen "Der Plumpssack geht um", oder wir spielen Pauschalreise nach Jerusalem. Aber wenn Mama mitspielt, brauchen wir immer 5 Stühle mehr. Wenn Papa richtig besoffen ist, spielt er immer Rückreise von Jerusalem. Er allein und 10 Stühle. Aber meist tut er verlieren tun.
Dann ist Bescherung am seien. Dazu kommt oft ein betrunkener Sozialpädagogikstudent im Hasenkostüm und singt "BAFÖG BAFÖG Trallalalala". Und dann kriegt er von Papa eins aufs Maul. Das ist immer sehr lustig. Danach gibt es Geschenkas. Tante Fettel kriegt nix, weil sie es danach immer gleich aufißt. Papa sagt ihr dann immer, der Weihnachtsmann käme nicht zu ihr, weil er Angst hat, sie würde seine Rentiere fressen.
Für Mama und Papa tue ich immer etwas basteln. Letztes Jahr war es eine Miniatur des Kölner Doms aus toten Hamstern. Ich kriegte einen tollen bunten Quelle-Katalog mit vielen Bildern von schönen Geschenken, die ich mir kaufen kann, wenn ich selber Geld verdiene. Als ich aber einen Moment nicht hin guckte, hatte ihn Tante Fettel schon verschluckt. 1000 Seiten auf einen Happen. Zwar war ihr ein paar Tage ganz schön schlecht, aber dafür brauchte sie 3 Wochen kein Klopapier mehr.


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Antworten:

Du bekommst morgen ärger obwohl ichstelle jetzt auchmal Müll rein

von Till Lindemann - am 10.12.2006 20:04
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