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Pulverturm Gothic- und Wave-Messageboard
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Erster Beitrag:
vor 15 Jahren, 10 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 15 Jahren, 10 Monaten
Beteiligte Autoren:
S.O.N., Igi

Der Unterschied zwischen Männern und Frauen

Startbeitrag von Igi am 27.08.2002 09:23

Der Unterschied zwischen Männern und Frauen

Einem Mann namens Gerhard gefällt eine Frau namens Susanne. Er fragt
sie,
ob sie ins Kino gehen will,
sie sagt ja, und beide verbringen einen sehr lustigen Abend.

Ein paar Tage später lädt er sie zum Abendessen ein, und sie haben
wieder
viel Spaß. Fortan treffen
Sie sich regelmäßig, und nach einiger Zeit trifft sich keiner von
beiden
mit irgendjemand anders mehr.

Eines Abends, als sie nach Hause fahren, schießt ein Gedanke durch
Susannes
Kopf, und, ohne richtig
drüber nachzudenken, spricht sie ihn aus: "Ist Dir klar, dass wir uns
mit
dem heutigen Abend seit genau 6 Monaten
treffen?" Stille.

Susanne kommt die Stille sehr laut vor. Sie denkt: "Oje, ob es ihn
nervt,
dass ich das gesagt habe? Vielleicht
fühlt er sich durch unsere Beziehung eingeschränkt, oder er fühlt
sich von
mir in eine Pflichtrolle gedrängt"
Und Gerhard denkt sich "Wow, 6 Monate." Und Susanne denkt sich:
"Moment,
ich bin gar nicht sicher, ob ich so
eine Art Beziehung will. Manchmal hätte ich lieber mehr Freiraum, ich
werde
Zeit brauchen, mir zu überlegen, ob
ich so weiter machen will. Ich meine, wo führt uns das hin? Wird es
immer
so weiter gehen, oder schreiten wir
auf eine Ehe zu? Vielleicht sogar auf Kinder? Darauf, unser restliches
Leben miteinander zu verbringen? Bin ich
bereit, diese Verpflichtung einzugehen? Kenne ich diesen Menschen
überhaupt?

Und Gerhard denkt sich: "Hm, das heißt, es war ... mal sehen ...
Februar,
als wir anfingen, uns zu treffen, das war
gleich nachdem ich das Auto beim Service hatte, das heisst ... wie ist
der
Kilometerstand? Au weia! Die Karre ist
überfällig für einen Ölwechsel!"

Und Susanne denkt sich: "Er ist besorgt. Ich sehe es in seinem Gesicht.
Vielleicht war mir nicht ganz klar, wie er
die Sache sieht. Vielleicht will er mehr von unserer Beziehung, mehr
Intimität, eine tiefere Bindung, vielleicht hat er,
sogar schon vor mir, gespürt, dass ich mich zu sehr zurückhalte. Ja,
das ist es. Deswegen spricht er so selten über
seine Gefühle. Er hat Angst, zurückgewiesen zu werden.".

Und Gerhard denkt sich: "Die sollen sich auf jeden Fall noch einmal das
Getriebe ansehen. Ist mir völlig egal,
was diese Deppen sagen, die Schaltung funktioniert noch immer nicht
richtig. Und diesmal können sie es auch
nicht aufs kalte Wetter schieben. Wir haben 30 Grad, und das Ding hier
schaltet sich wie ein Lastwagen von der
Müllabfuhr. Und ich habe diesen inkompetenten Gaunern 1200 Mark
bezahlt.

Und Susanne denkt sich: "Er ist sauer. Ich kanns ihm nicht übel
nehmen, ich wärs auch. Ich fühle mich so schuldig,
ihm das anzutun, aber ich kann nichts für meine Gefühle, ich bin
einfach unsicher.

Und Gerhard denkt sich: "Wahrscheinlich werden sie sagen, es gibt nur 90
Tage Garantie, diese Säcke!"

Und Susanne denkt sich: "Wahrscheinlich bin ich viel zu idealistisch,
und warte auf einen Ritter auf einem weissen
Pferd, während ich hier neben einem superlieben Menschen sitze, einem
Menschen, mit dem ich gern zusammen
bin, um den ich mich wirklich sorge und der sich wirklich um mich sorgt.
Einem Menschen, der wegen meiner
selbstherrlichen Schulmädchenfantasien leiden muss.

Und Gerhard denkt sich: "Garantie? Die reden von Garantie? Können sie
haben, ich nehme ihre Garantie und stecke sie ihnen in ..."

"Gerhard", sagt Susanne laut.
"Was?" sagt Gerhard erschrocken.
"Bitte quäl dich nicht so", sagt sie, während sich ihre Augen mit Tränen
füllen. "Vielleicht hätte ich niemals ..
Oh Gott, ich fühle mich so ..." (Sie verstummt, schluchzt).

"Was?" sagt Gerhard.

"Ich bin so dumm", schluchzt Susanne, "Ich meine, ich weiß, dass es nie
einen Ritter geben wird. Es ist so dumm. Weder einen Ritter noch ein Pferd."

"Es gibt kein Pferd?", fragt Gerhard.

"Du denkst auch, dass ich dumm bin, oder?", sagt Susanne.

"Nein!", sagt Gerhard, froh, endlich eine richtige Antwort zu haben.

"Die Sache ist die ... es ist einfach so ... ich brauche ein wenig Zeit",
sagt Susanne.

(Es entsteht eine 15sekündige Pause, in der Gerhard versucht, so
schnell er kann mit einer sicheren Antwort
aufzuwarten. Endlich fällt ihm etwas ein, das funktionieren sollte.)

"Ja", sagt er.

(Susanne, tief bewegt, berührt seine Hand) "Oh Gerhard, denkst du wirklich
so darüber?" fragt sie.

"Worüber?" fragt Gerhard.
"Über ein wenig mehr Zeit" sagt Susanne.

"Oh", sagt Gerhard, "Ja.".

(Susanne dreht sich zu ihm und sieht ihm tief in die Augen, wodurch er
schrecklich nervös darüber wird,
was sie als nächstes sagen wird, besonders, wenn darin ein Pferd
vorkommen sollte. Endlich spricht sie.)
"Danke, Gerhard", sagt sie.

"Ich danke Dir:", sagt Gerhard

Dann bringt er sie nach Hause, wo sie sich auf ihr Bett legt, eine von
Konflikten geschüttelte, gequälte Seele,
und bis in den Morgen weint. Gerhard fährt nach Hause, holt sich eine
Tüte Chips, dreht den Fernseher auf,
und wird schnell von der Wiederholung eines Tennismatchs zwischen zwei
Neuseeländern, von denen er
noch nie was gehört hat, in den Bann gezogen. Eine leise Stimme irgendwo
in seinem Kopf sagt ihm, dass heute in dem Auto höchstwahrscheinlich etwas wirklich wichtiges passiert ist, aber er ist sicher, dass er niemals
verstehen würde, was das war, also beschliesst er, nicht weiter darüber nachzudenken.

Am nächsten Tag wird Susanne ihre beste Freundin anrufen, vielleicht sogar
noch eine, und mit ihr 6 Stunden lang über die ganze Sache reden. In sorgfältiger Detailarbeit
werden sie alles was sie sagte, und auch alles was er sagte, analysieren, jedes Wort, jeden Ausdruck, jede Geste, um Nuancen in der Bedeutung des gesagten
zu finden, und um jede mögliche Variante durchzugehen. Das ganze wird
sich wochenlang, wenn nicht monatelang
hinziehen, ohne jemals in einer plausiblen Schlussfolgerung zu enden,
aber auch, ohne jemals langweilig zu werden.

Irgendwann während dieser Zeit wird Gerhard, während eines Squashmatches
mit einem Freund, der sie beide kennt, kurz innehalten und fragen "Peter, hat Susanne mal ein Pferd gehabt?".

Und DAS ist der Unterschied zwischen Männern und Frauen.

Antworten:

das ganze gibts noch ausführlicher in John Gray's Buch: Männer sind anders. Frauen auch. Nicht unbedingt mit Lösungen aber sehr Unterhaltsam

von S.O.N. - am 27.08.2002 10:42
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