Grün-Weißes Tiefdruckgebiet/MZ

Startbeitrag von dw am 09.02.2006 08:07

Grün-weißes Tiefdruckgebiet

Wittenberg vor schwieriger Phase - Möllers Vertrag aufgelöst
von Thomas Tominski, 09.02.06, Lokalsport Wittenberg/Mitteldeutsche Zeitung

Wittenberg/MZ. Bei den Regionalliga-Handballern des SV Grün-Weiß Wittenberg regiert spätestens seit dem letzten Wochenende das Prinzip Hoffnung. Der Aufenthalt im Tabellenkeller hat Spuren hinterlassen, Querelen innerhalb der Mannschaft sorgen für zusätzlichen Zündstoff. Sechs Punkte trennen die Schützlinge von Trainer Helge Rudow momentan vom rettenden Ufer, das Saisonziel Klassenerhalt avanciert langsam zur Durchhalteparole.

Selbst beim genaueren Betrachten der Fakten ist kein Lichtstrahl am Horizont zu sehen. Kreisläufer Andreas Bäuerle, der ein Probetraining bei den Grün-Weißen absolvierte, bleibt bis zur Sommerpause in Haldensleben, der Vertrag mit André Möller wurde am Montag aufgelöst. Trainer Rudow zur Freigabe Möllers: "Er hat bereits im Januar eine Abmahnung aus disziplinarischen Gründen erhalten. Die rote Karte gegen Barnstorf-Diepholz war nur das i-Tüpfelchen, ihn aus der ersten Mannschaft auszuschließen. Möller konnte diese Argumentation nicht nachvollziehen." Manager Torsten Weber zu diesem Vorfall: "Niemand aus dem Verein hat eine Einzelentscheidung getroffen oder ist der böse Bube. Die Initiative kommt aus der Mannschaft. Sicherlich war der Zeitpunkt unglücklich, Möller erst 90 Minuten vor dem Match gegen Glinde darüber zu informieren."

Fest steht: Mit seiner unorthodoxen Spielweise hat sich der 19-Jährige zum Leistungsträger beim SV Grün-Weiß entwickelt. Die entstandene Rückraum-Lücke bleibt ein Schwachpunkt. Zu Sorgenkindern entwickeln sich auch Regisseur Robert Szép Kis und Torsten Fuchs. Der Ungar spielt aufgrund verschiedener Verletzungen (Kniebeschwerden, Hexenschuss) völlig unter seinen Möglichkeiten, Torsten Fuchs beißt sich mit einem dicken Daumen durch. Manager Weber: "Dazu kommt noch, dass unsere jungen Leute den kalten Gegenwind beim Kampf um den Klassenerhalt nicht kennen."

Die Devise von Trainer Rudow ist simpel: "Wir müssen jetzt von Spiel zu Spiel denken." Eine interne Aussprache mit der Mannschaft habe es gegeben, alle noch ausstehenden Partien seien jetzt Endspiele. Etwas wurmt den Coach besonders. Gegen Wolfen, Münden und Halle waren die Grün-Weißen zwar das bessere Team, doch bei der Punktvergabe standen sie an der falschen Schlange. "Im Abstiegskampf leisten wir uns einfach zu viele Fehler."

Die Wittenberger Mängelliste ist lang. Im Angriff prägen Missverständnisse im Zuspiel sowie technische Unzulänglichkeiten die Vorstellungen, die Abwehr besitzt oft mehr Löcher als ein paar Junggesellen-Socken. Erfahrene Akteure wie Torwart Maik Engel, Matthias Schwalbe, René Seiffert oder Nico Meckel versuchen zwar mit viel Engagement den freien Fall abzubremsen, doch in der Summe ihrer spielerisch-taktischen Mittel treten die Grün-Weißen auf der Stelle. Zudem steht "Leitwolf" Matthias Rudow (Zweitspielrecht SC Magdeburg II), der beim 33:31-Erfolg gegen Hameln einen Einstand nach Maß feierte, den Lutherstädtern nur sporadisch zur Verfügung. Weber, die Situation auf den Punkt bringend: "Wir schaffen es einfach nicht, unser Leistungsvermögen über 60 Minuten abzurufen. "

Egal in welcher die Liga die Lutherstädter ab der nächsten Saison spielen: für 2006 / 07 müssen sie sich einen neuen Hauptsponsor suchen. Die Reinsdorfer Firma Feldbinder bleibt den Grün-Weißen laut Aussage Webers zwar als "Geldgeber" erhalten, doch die Zuwendung wird nicht mehr als fünfstellige Summe erfolgen.

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