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Radiohörer-Forum
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Erster Beitrag:
vor 5 Jahren, 10 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 4 Jahren, 8 Monaten
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PowerAM, sauger345, DH0GHU, dabfrank, drahtlos, Cyberjack

Navigationsgerät mit TPEG

Startbeitrag von sauger345 am 28.08.2012 00:40

Hallo,
Bei mit steht bald ein Kauf eines Navis an, und daher wollte ich eventuell gleich eins mit TPEG kaufen.
Denn das scheint ja besser zu sein als TMC.

Allerdings frage ich mich ob es überhaupt schon welche gibt...
Oder ob man dann eventuell auch nur den TMC Empfänger gegen einen TPEG austauscht...
Denn meistens wird dieser ja per USB am navi angeschlossen...

Zudem muss ich gestehen das ich ein Garmin Fan bin, gibt es da etwas in der rIchtung?
Danke schon mal

Antworten:

Je nach Hersteller ist der TMC-Empfaenger im Geraet integriert oder wird zwischen Ladekabel und Navigationsgeraet gesteckt. Am weitesten verbreitet sind meines Erachtens integrierte Empfaenger, denen dann nur noch eine Antenne angesteckt werden muss bzw. bei denen das Ladekabel die Antenne beinhaltet. Genauso scheint es aber auch einen Haufen Geraete ohne internen TMC-Empfaenger zu geben, bei denen der dann entweder durch Austausch des Ladekabels nachgeruestet werden kann (dort ist er integriert) oder bei denen ein TMC-Empfaenger ueberhaupt nicht vorgesehen ist. Letzteres betrifft die absoluten Einsteigermodelle oder haufenweise auch chinesische Navigationsgeraete, deren Software nach eigenen Tests haeufig nicht einmal schlecht bzw. unaktuell sein muss.

Die Empfindlichkeit der TMC-Empfaenger schwankt zwischen "sehr gut" und "lausig". Ein uraltes Becker war auf dem Berliner Westring (A10) auch bereits ueber die Verkehrsinformationen aus Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern informiert, die es nicht ueber den rbb bekam. Mein aktuell verwendetes Navigon ist dagegen 'ne taube Nuss. Es braucht ewig, bis es ueberhaupt TMC-Daten findet und eingelesen hat, zudem verliert es den Empfang haeufig und findet ihn dann ewig nicht wieder.

Mit TPEG habe ich keinerlei Erfahrungen.

von PowerAM - am 29.08.2012 11:10
Gibt es überhaupt Navis mit TPEG über DAB+?

von sauger345 - am 30.08.2012 01:13
Ich weiss nicht. Meine Erfahrungen beschraenken sich auf TMC.

von PowerAM - am 30.08.2012 14:02
Es gibt nur ein Demogerät :-)

Siehe http://www.infosat.de/Meldungen/?msgID=69061

von DH0GHU - am 30.08.2012 14:32
Garmin will in UK ein TPEG Navi rausbringen...
Alte sollen eventuell nachgerüstet werden...

Nun bin ich ganz verunsichert. Ich glaube ich warte erst mal und sondiere die Lage...
Werde denen mal schreiben und mal fragen...

von sauger345 - am 04.09.2012 00:17
Zu sehen war es am Stand des Fraunhofer Instituts auf der Berliner Funkausstellung. Mehr als ein funktionsfaehiges Modell ist es zur Zeit wohl noch nicht. Im Gespraech war woertlich zu hoeren: "Das System mit der tieferen Marktdurchdringung wird gewinnen." Damit hat es das System schwer, gegen etwa 80 % Marktanteil von TMC anzutreten.

von PowerAM - am 04.09.2012 04:28
Ich darf dann mal noch auf den Thread hinweisen:

http://radioforum.foren.mysnip.de/read.php?8773,1054638

M.

von Cyberjack - am 06.09.2012 16:23
Wenn man Verkehsinformationen feiner auflösen möchte, hat man mit TMC keine Chance, da hier insgesamt nur 16 bit zur Codierung von Wegpunkten zur Verfügung stehen - das reicht in D schon jetzt nicht mehr aus. Siehe auch wikipedia.
Zum Vergleich: das deutsche Straßennetz besteht aus insgesamt ca. 625.000 km Straße. Das in F aus 950tkm. Sind also in D ca. 10 km pro bit ;).

Hinzu kommt die niedrige Datenrate von 60 bit/s bei TMC, das ist ebenfalls lächerlich wenig...

Insofern: TPEG wäre ein echter Zugewinn.

Aber: Auch VHS hat sich mal durchgesetzt...

von DH0GHU - am 06.09.2012 16:58
Mittwoch, 26. September 2012

Rettet Trucker-Navi DAB?

Garmin wird digital navigieren
Von Holger Preiss

[attachment 509 GarminDiesel760LMC.jpg]

Navigiert wird im Verkehr mit TMC. Das System hat sich bewährt, ist aber eigentlich hoffnungslos veraltet. Zukunftsweisender ist hier schon das digitale Ausspiel der Informationen. Die theoretischen Möglichkeiten gibt es mit DAB seit fast 20 Jahren. Garmin versucht nun ein Stiefkind zu adoptieren und es hoffähig zu machen.

Die Geschichte des digitalen Radioempfangs ist kurz, aber nicht schmerzlos. Bereits in den 1990er Jahren wurde beschlossen, Hörfunkprogramme von dem hoffnungslos überlasteten UKW-Radio-System auf die Kurz-, Lang- und Mittelwelle zu verlegen. Natürlich in besserer Qualität. Der dafür notwendige technische Standard, Radioprogramme in digitaler Form durch die Luft zu transportieren, ist Digital Audio Broadcasting (DAB). Längst vor dem digitalen Switch-Over des Fernsehens hätte es die erste "Volldigitalisierung" in Deutschland geben sollen. Doch es kam anders.

Noch bevor sich DAB ansatzweise etablieren konnte, wurde ihm ein Schlag versetzt. Im Frühjahr 2009 lehnte die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) den Antrag zum Aufbau weiterer Sender und Netze durch die ARD-Anstalten ab. Doch das System steckt wie ein Splitter im Fleisch der Verantwortlichen und so dümpelt es mit dem Vertrag von 2010, ein bundesweites Programmensemble aufzubauen, weiter müde vor sich hin.

Hier eine Darstellung der Übertragungswege von DAB-Signalen.

[attachment 507 GarminTPEG_TMCNavigation.jpg]

Der ARD die alleinige Schuld an der lauen Umsetzung des Projektes zu geben, wäre aber nicht richtig. Auch die Landesmedienanstalten, private Radiosender und Hersteller von Empfangsgeräten haben an dem Lehrstück des Versagens mitgeschrieben. Dabei wird in der Europäischen Union sogar die vollständige Digitalisierung aller Rundfunkmedien angestrebt. Allerdings ist ein "harter" Umstieg erst nach 2025 zu erwarten.


Keine plötzliche Eingebung

Dabei bietet DAB unendliche Möglichkeiten. Zum Beispiel könnte das längst nicht mehr zeitgemäße Verkehrsinformationssystem TMC (zur Anzeige von Stauwarnungen in Navigationssystemen) durch ein neues mit höheren Datenraten ersetzt werden und damit Navis deutlich effizienter machen. Ein Gedanke, der auch Garmin gekommen ist. Die Idee war keine plötzliche Eingebung, sondern basiert vielmehr auf der Erfahrung, die der Weltmarktführer auf dem Gebiet der mobilen Navigation in anderen Ländern sammeln durfte.

Mit dem dezl 760LMT präsentiert Garmin in Deutschland das erste sieben Zoll Navigationsgerät, das auf Grund seiner Größe vorerst primär den Brummis und Wohnmobilen vorbehalten ist, mit integriertem digitalem Verkehrsfunkempfänger. Damit greift das Gerät nicht nur die gewohnten Informationen über das herkömmliche System TMC (Traffic Massage Channel) ab, sondern auch digitale Verkehrsinformationen


Der Empfang schwankt noch

Allerdings wird, wenn das Gerät im November auf dem Markt erscheint, noch die herkömmliche Übertragung von Daten genutzt, denn erst Mitte des kommenden Jahres sind die Übertragungskanäle so geschaltet, dass das DAB-Signal genutzt werden kann. Das funktioniert aber wegen des oben erwähnten verhinderten Ausbaus der Netze nicht überall in Deutschland. "Wir kommen heute auf eine Ausbaustufe von etwa 40 Prozent über Land und bis zu 70 Prozent in den Ballungsgebieten", so Garmin-Produktmanager PND (EMEA) Olaf Meng.

Die Schwankung kommt durch die unterschiedliche Betrachtung zustande, erklärt Meng, je nachdem, ob man die Fläche oder die Bevölkerung zur Grundlage nimmt. Hinzu kommt, dass bei DAB zwischen dem Aufenthalt in Gebäuden oder der freien Natur unterschieden werden muss. Die Herausforderung besteht also in der Signalstärke. Bei digitalen Signalen geht es nicht um stark oder schwach. Hier heißt es vielmehr: da oder nicht da. "Deswegen werden wir beim dezl 760LMT immer alle Informationen vorhalten", so Meng. Das bedeutet, dass bereits bei der Routenberechnung durch das Gerät alle vorhandenen Daten gespeichert werden und somit auch in den sogenannten weißen Löchern zur Verfügung stehen. Hinzu kommt, dass das Gerät in der Lage ist, in Zeiten des digitalen Ausfalls auf das herkömmliche TMC-Signal zuzugreifen. "Auch wenn ich mit dem Gerät in ein Land fahre, dass noch kein DAB unterstützt, werden die Daten auf bekannte Weise übertragen", erläutert Meng.

Die Vorteile können immens sein


In den Gebieten, wo auf DAB zugegriffen werden kann, sind die Vorteile gegenüber einem herkömmlichen Gerät immens. Neben dem Empfang des digitalen Audiosignals können über TPEG (Transport Protocol Experts Group) zusätzlich Informationen zur Parkplatzsituation, Wetter oder allgemeine Verkehrshinweise gesendet werden. Sicher, das gibt es bei herkömmlichen Navis auch. Die benötigen dafür aber einen Internetzugang über eine entsprechende SIM-Karte oder über die Kopplung mit einem Smartphone. In jedem Fall dürften hier Zusatzkosten für die Datenübertragung anfallen. Die gibt es beim dezl 760LMT nicht. Mit dem Kauf des Gerätes hat der Kunde die lebenslange Lizenz für die Nutzung der Verkehrsinformationen mit erworben.

Aber Vorsicht: Wer glaubt, dass er mit dem Kauf des Gerätes sofort auf alle Zusatzinformationen zugreifen kann, der muss enttäuscht werden. Nicht nur, dass es noch einige Zeit mit den digitalen Verkehrsinformationen dauert: Garmin kann jetzt noch nicht sagen, welche Features letztlich im Angebots-Portfolio sein werden. Die werden aber nicht geringer ausfallen als die der herkömmlichen Geräte, verspricht Meng. Doch was kostet das Trucker-Navi?

Garmin verlangt 479 Euro für das dezl 760LMT Eine Stange Geld, aber dafür ist auch einiges enthalten: Kartenmaterial für ganz Europa, die LKW-Attribute für 32 Länder und ein lebenslanges Karten-Update gibt es auch noch. Hinzu kommt der Digitalempfänger für Garmin 3D-Traffic-Live und die Premium Verkehrsinformationen. Außerdem geht ein Teil des Preises als Lizenz an die DAB-Anbieter. Das wiederum sollte dazu führen, dass die Verfügbarkeit weiter zügig ausgebaut wird.

Zusätzlich im DAB-Gerät: die LKW-Informationen.

[attachment 508 ImDABGert-dieLKWInformationen.jpg]

von drahtlos - am 02.10.2012 09:06
In der SUPERillo steht auf Seite 55 unten ein kleiner Bericht zu DAB.;)

von dabfrank - am 22.11.2013 14:59
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