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Radiohörer-Forum
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-, zerobase now, Hunsrücker

Sylter Inselradio

Startbeitrag von - am 19.03.2013 09:56

Angefangen hat alles unter dem Namen Sylt.FM vor rund zehn Jahren mit einigen CDs, die von alten Hasen aus dem Hause RSH produziert und ursprünglich nur für die Überfahrt mit dem Autozug gedacht waren.

Später entstand daraus dann ein echtes, live sendendes Inselradio: Antenne Sylt! Da das Mediengesetzt in Schleswig-Holstein recht kompliziert ist und kein Lokalradio zulässig, wird bislang nicht über UKW gesendet - sondern nur mit bundesweiter Lizenz im Kabel und im Internet:

http://www.antenne-sylt.net/

Leider hat man ausgerechnet eine Frequenz genutzt, die auch auf UKW verwendet wird! Somit ist ein Log über Kabelleck ausgeschlossen.

Zudem gibt es als Sendezeitnutzer noch ein Schlupfloch via Dänemark:

http://www.sylt-life.de/index.php/archiv/367-antenne-sylt-jetzt-auf-1068

Außerdem wird noch mit Minizünder lokal gefunkt:

http://www.radiowoche.de/index.php?p=cheats&action=showcheat&area=1&plattform=1&id=105

Ich verstehe nicht, weshalb man den Jungs nicht endlich eine eigene UKW-Frequenz zuteilt auf der Insel? Stattdessen müssen die sich mit derartigen Behelfslösungen herumquälen.

Auf Föhr hat man dagegen vor einigen Jahren eine Frequenz für den Offenen Kanal gefunden. Auf Sylt, der kaufkräftigeren und interessanteren Insel, ist dies offenbar nicht gewünscht.

Antworten:

Ja, diese Lösung ist echt für den Ar....llerwertesten. Die Dänen-Frequenz geht nicht überall auf der Insel. Ausserdem ist es ja nur stundenweise. Der Grundstücksfunk hat jetzt auch keine dolle Reichweite. Insbesondere im Auto bleibt der Empfang eher ein Glücksspiel. Hier sollte man drigend mal ein Lösung für eine Low-Power Frequenz suchen. Allerdings scheint da wohl das SH-Mediengesetz einen Strich durch die Rechnung zu machen. Schade. Auf Mallorca ohne Probleme möglich, auf Sylt aber nicht.:rolleyes:

Na ja, wenn gar nichts mehr geht hilft noch der Livestream. ;)

von zerobase now - am 19.03.2013 12:05
Zumindest bis 2006 war Lokalfunk gänzlich verboten. Danach hätte man die Möglichkeit gehabt, etwas zu ändern. Da Konkurrenz zum Kieler Privatradiomonopolisten nicht erwünscht ist, hat man lieber in einer geschickten Klüngelei diese Programme mit besseren Frequenzen in der Stadt Hamburg versorgt! Mit zehn regionalen Werbespots am Tag soll bei wechseldem RDS eine gewisse Regionalität vorgegaukelt werden, die Lokalnachrichten (bzw. im Raum Flensburg die Nachrichten in dänischer Sprache) laufen irgendwann zwischen Werbung und Promos und man muss sie mit der Lupe suchen.

All dieses Getrickse ist Teil einer Frequenzblockade! Eine solche Grundstücksfrequenz ist nichts anderes als ein Tchibo-Minizünder, der faktisch außerhalb des Gebäudes schon nicht mehr gscheit empfangen werden kann, geschweige denn im Auto. Die Frequenzen von Radio Sydvest sind - mit Ausnahme der 106,8 - nur mit DX-Equipment zu empfangen, dann aber auch gut. Die 100.7 ist schwer gestört und auf der 106.8 sendet Radio Skala aus Esbjerg vom riesigen Vestkraft-Turm mit völlig überhöhter Leistung. Dies war vor allem vor rund zwei Jahren schon einmal schlimmer und zwar so extrem, dass man an der Wattseite (Munkmarsch, Keitum) und direkt an der Grenze zu Dänemark (List) gar kein Radio Sydvest mehr empfangen konnte! Mittlerweile hat man den rund 2 kW die damals in Esbjerg verbraten wurden offenbar Einhalt geboten, denn die Störungen sind nicht mehr ganz so extrem. Dennoch bleibt es eine Flickschusterei dass dieses engagierte und liebevoll gemachte Radio bei einer derart stark frequentierten Touristenhochburg und traditionsreichen Einheimischen (es gibt Sendungen in Friesisch und Platt!) von Dänemark aus senden muss. Dies hat schon fast etwas von den legendären Seesendern und ist an Schildbürgertum seitens der lizenzgebenden Medienbehörde kaum noch zu überbieten!

Dann wird bei dem überaus langsamen Kabelnetzanbieter endlich eine Einspeisung erzielt, was für ein nicht-ortsübliches (da nicht auf UKW verbreitetes) Programm sicher langwierig genug war, und dann wählt man auf einer Insel, wo es voll Kabellöchern nur so strotzt und man z.B. sunshine live und Radio Paloma beim Spaziergang durch Keitum wunder auf UKW empfangen kann, ausgerechnet eine Frequenz die auch auf UKW vor Ort belegt ist - damit auch ja niemand den Sender hören kann! Eine Übertragung auf den dänischen Frequenzen findet natürlich nur dann statt, wenn die Touristen noch schlafen. Aktuelle Infos zum Wetter auf der Insel, Windstärken, Ausflugstips usw., die man wunderbar tagsüber verbreiten könnte werden somit an den Urlaubern vorbeigesendet! Einen PC oder Laptop haben nämlich die meisten von denen auch nicht im Handgepäck.

von - - am 19.03.2013 13:41
Zitat
dab_sucks!
Einen PC oder Laptop haben nämlich die meisten von denen auch nicht im Handgepäck.


Aber ein Handy !!!! ;)

von zerobase now - am 20.03.2013 14:40
Die Ausstrahlungen via Dänemark wurden mittlerweile nach nicht mal einem Jahr bereits wieder eingestellt.
Als ich an Ostern auf Sylt war war in der Früh immer nur Radio Syddk zu hören - siehe auch Programmschema:

http://www.radiosyddk.dk/Lyt.htm

von - - am 12.04.2013 13:11
Zitat
ParadiseFM
Die Ausstrahlungen via Dänemark wurden mittlerweile nach nicht mal einem Jahr bereits wieder eingestellt.
Als ich an Ostern auf Sylt war war in der Früh immer nur Radio Syddk zu hören - siehe auch Programmschema:

http://www.radiosyddk.dk/Lyt.htm

Schade, eine der letzten Perlen des SH-Rundfunks ist nun also nicht mehr terrestrisch empfangbar. Echtes Lokalradio ist von den Behörden nicht gewollt und das "Schlupfloch" hat sich scheinbar nicht rentiert. Da wundert sich dann einer über die eintönige Rundfunkszene im Norden. Traurig!

von Hunsrücker - am 12.04.2013 16:56
Sie sind theoretisch auf UKW noch empfangbar.

Erste Möglichkeit wäre in Rantum, wo auf einer Grundstücksfrequenz gesendet wird. Die Reichweite ist natürlich lächerlich gering und mir ist es auch noch nirgends auf der Insel gelungen, diese Frequenz zu empfangen. In Hörnum, Tinnum oder Westerland ist kein Empfang möglich! Genau da sind aber die Touristen und die meisten Einheimischen.

Zweite Möglichkeit wäre durch Kabellecks. Auf diese Weise kann man z.B. problemlos auf der 96.3 sunshine live in den meisten Inselorten empfangen, auch mobil. Dummerweise hat man mit der 89.8 nun ausgerechnet eine Frequenz genommen, die nicht empfangbar ist mit einem UKW-Radio, da auf UKW bereits das DLR aus Westerland sendet!

Dritte Chance besteht im Sommer, während weniger Wochen, wo Antenne Sylt als Veranstaltungsradio lizenziert ist und über eine - allerdings auch reichweitenschwache - Frequenz auf der Insel sendet.

Die Dänemark-Lösung war ein klug gewähltes Schlupfloch, nur leider musste ja wahrscheinlich Miete für die Übertragung der Morgensendung bezahlt werden. Offenbar waren diese Gebühren dann im Verhältnis zu den tatsächlichen Hörern auf der Insel doch zu hoch. Man muss leider sagen, dass 3 der 5 Frequenzen (93.6 - 106.6 - 107.8) faktisch nicht außerhalb Dänemarks empfangbar sind. Die 100.7 geht leider viel schlechter als noch vor einigen Jahren (spielt mit normalen Radios keine Rolle) und die 106.8 wäre zwar theoretisch mobil auf ganz Sylt empfangbar, wird aber in den nördlichen und westlichen Teilen der Insel heftig von Skala FM aus Esbjerg gestört.

Also optimal ist das alles nicht, wenn man bedenkt, dass der Offene Kanal auf Föhr vor sich herfunzelt. Dabei wäre mit gutem Willen und einer QRG auf Sylt und auf Amrum der Weg frei für ein Urlaubsradio. Auf Malle funktioniert es ja auch!

von - - am 12.04.2013 17:32
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