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Radiohörer-Forum
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vor 4 Jahren, 8 Monaten
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vor 4 Jahren, 8 Monaten
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Mathias Volta, Habakukk, RTL 102.5 Fan, Japhi, Alqaszar, DX OberTShausen, iro

Italien: Einschaltquoten Radio

Startbeitrag von Alqaszar am 09.11.2013 15:46

Im Radioparadies Italien erhebt eine Tochtergesellschaft der GfK die Einschaltquoten im Radio.

Für die national empfnagbaren Sender ergibt sich folgende Hirparade:

(Quelle)

1. RTL 102.5 (6,9 Mio.)
2. Radio Deejay (5,0 Mio.)
3. Radio 105 (4,7 MIo.)
4. RDS (4,7 Mio.)
5. Radio Italia - Solo Musica Italiana (4,6 Mio.)
6. Rai Radio 1 (4,3 Mio.)
7. Rai Radio 2 (2,9 Mio.)
8. Virgin Radio (2,3 Mio.)
9. Radio 24 (2,0 Mio.)
10. R101 (1,9 Mio.)
11. Radio Kiss Kiss (1,9 Mio.)
12. Radio m2o (1,7 Mio)
13. Radio Capital (1,7 Mio.)
14. Radio Maria (1,4 Mio.)
15. Rai Radio 3 (1,3 Mio.)
16. Radio Monte Carlo (1,2 Mio.)
17. Radio Radicale (0,3 Mio)

Kommentar:

Für mich ist auffallend, dass die ersten fünf Plätze von "Dudelsendern" belegt werden. Das ist eigentlich nicht überraschend, allerdings schon wieder lehrreich. Das Angebot empfangabrer Sender an einem Ort ist in Italien meist sehr viel größer als im deutschsprachigen Raum. Wir beklagen doch, dass hierzulande die Radiolandschaft zu eintönig sei. Manche fordern daher mehr (Privat-)Sender. Das Beispiel Italien aber zeigt, wie viele Sender es wirklich braucht, bis der "Dudelmarkt" abgeschöpft ist. Der erste "Nichtdudelsender" auf Platz 6 ist dann auch noch klassische "öffentllich-rechtlicher" Rundfunk, wobei Rai Radio 1 noch längst nicht so durchformatiert ist wie die deutschen ARD-Radios à la hr 1 oder SWR 1.

Der erste private Nicht-Dudler ist dann Radio 24, welcher der größten Wirtschaftszeitung, Il Sole 24 Ore, gehört und mit einem Nachrichtenformt an den Markt geht.

Für viele Dance-Fans vielleicht enttäuschend schlecht schnedien die Dance Sender Kiss Kiss and m2o ab. Immerhin bringen sie es auf jeweils über eine Million Hörer. Hier zeigt sich nun die Stärke des recht offenen Marktes. Man könnte das Format ja stromlinienförmiger machen und versuchen, mit RTL 102,5 zu konkurrieren. Das aber würde sich vermutlich nicht lohnen, denn man müsste ja mindestens die 1 Million Hörer nhalten, das aber in einer starken Konkurrenzsituation. Also "lohnt" sich es nicht, also bleibt man bei Dance, um diese recht große Marktlücke zu erschließen.

Das katholische Radio Maria kommt auf lediglich 1,4 Millionen Hörer, obwohl es das dichteste Sendernetz in Italien besitzt. Das liegt natürlich an dem sehr speziellen Inhalt und zheigt, dass eine gute technische Empfangbarkeit eben alleine doch nicht alles ist.

Der Marktführer in Italien ist eine unabhängige Station, ebenso RDS und Radio Italia. Die beiden größten Radiogruppen in Italien, nämlich Elemedia (Deejayx, Capital und m2o) sowie Finelco (Radio Montecarlo, Radio 105, Virgin Radio) sind aber jeweils auch vertreten. Man mag die zunehmende Konzentration kritisieren, aber ein Sender wie Virgin Radio wäre sicherlich außerhalb von Finelco nicht so einfach zu realisieren. Finelco kann es sich eben leisten, mit diesem Sender eine relativ große Marktlücke zu erschließen, um zusätzliche Hörer zu ergattern. Wäre Virgin unabhängig, müsste man eher auf Nummer sicher gehen und im größten teich fischen -- Virgin wäre ein weiterer CHR/AC-Dudelsender.

Es zeigt sich also, wie groß das Angebot sein muss, damit sich die Inhalte tatsächlich verbreitern. Die Niederlande mögen hier als weitres Beispiel dienen: Zwar gibt es zusätzlich zu den 5 öffentlich landesweiten Ketten 7 private Ketten, doch ist das Angebot weitestgehend monotoner. Es ist beser als in Deutschland, aber schlechter als in Italien.

Das endgültige Gegenbeispiel wäre Deutschland, wo selbst in Märkten mit mehreren Privatsendern wie München oder Nürnberg es mehrere Sender im CHR/AC-Bereich gibt, und fast keine wirklichen Alternativen. Erst in Berlin wird es etwas besser.

Folglich ist es im Grunde völlig sinnlos, mehr Privatsender zu fordern. In Köln ist das Angebot mau, aber ein neuer Sender wird nichts reißen. In Niedersachsen werden NKLs in kommerzielle Lokalsender umgewandelt -- Inhalt: Dudelfunk mit Lokalkolorit.

Antworten:

Zitat

In Niedersachsen werden NKLs in kommerzielle Lokalsender umgewandelt -- Inhalt: Dudelfunk mit Lokalkolorit.
Welcher NKL wurde/wird denn da gewandelt?

von iro - am 09.11.2013 16:31
Ich finde das immer ganz interessant, was in den Nachbarländern gehört wird.
Vielleicht können wir mal eine Tabelle anfertigen mit allen Links zu Einschaltquoten in anderen Ländern.
Wie sieht es z.B. in Österreich, Holland, Frankreich, England, Spanien, Türkei usw. aus?

von DX OberTShausen - am 09.11.2013 17:10
Zitat
Alqaszar
In Niedersachsen werden NKLs in kommerzielle Lokalsender umgewandelt


Das wäre mir neu.
Meines Wissens müßten im Fall einer "Umwandlung" die NKLs im Rahmen einer Bewerbung als kommerzieller Lokalfunk ihre jetzige Lizenz abgeben und es käme zusammen mit anderen Bewerbern zur Neuausschreibung.

von Mathias Volta - am 10.11.2013 21:43
Ich vermute Alqazar meinte das rein inhaltlich (ich sach nur Ostfrieslands größtes Musikarchiv).

von Japhi - am 11.11.2013 07:00
Zitat
Japhi
Ich vermute Alqazar meinte das rein inhaltlich (ich sach nur Ostfrieslands größtes Musikarchiv).


Na ja, die niedersächsischen NKLs man aber auch nicht alle über einen Kamm scheren, was z.B. die Vielfalt auf der Ems-Vechte-Welle, osradio 104,8, Tonkuhle u.a. angeht. Und "Morgenmagazin" statt pseudo-witzige "Morningshow" sind bei den genannten Sendern ebenfalls Gold wert.
Und ansonsten sind wir vom offenen Programmteil ja auch noch da, was die generelle musikalische Vielfalt angeht. ;-)

von Mathias Volta - am 11.11.2013 08:31
Zitat

Das katholische Radio Maria kommt auf lediglich 1,4 Millionen Hörer, obwohl es das dichteste Sendernetz in Italien besitzt. Das liegt natürlich an dem sehr speziellen Inhalt und zeigt, dass eine gute technische Empfangbarkeit eben alleine doch nicht alles ist.


Angesichts des ja doch sehr speziellen Inhalts finde ich 1,4 Millionen Hoerer aber mehr als beachtlich. Der private Dudelmarktfuehrer hat gerade mal 5x so viele Hoerer, die Nummer 2 sogar nur noch 4x so viele.

Stell dir solche Quoten mal fuer ein Radio Horeb hier in Deutschland vor.

von Habakukk - am 11.11.2013 08:52
Bei den italienischen Quoten muss man aber stark differenzieren!

RTL 102.5 ist verdient an erster Stelle, bieten sie obwohl sie ein Massenprogramm sind eine durchhörbare Playlist, vor allem abends, die sich komplett von deutschen unterscheidet.

Die 5 Millionen von Deejay sind für mich fraglich, dieses Programm ist bis auf wenige INhalte (50 Songs) vollkommen mit Gerede belegt. Ebenso verhält es sich mit Radio 105, was jedoch mit Lo Zoo die meistgehörte Sendung Italiens beinhaltet - zu recht, "Lo Zoo" ist einzigartig :D

Radio Italia hat eine klare Defintion mit "nur italienischer MusiK" und kann da spielen was sie wollen aus der breiten Palette an italienischer Musik die von Rap bis zu den uralten Schlagern reicht, die man in Deutschland kennt (die ganzen, guten aktuellen Titel kommen ja nie nach Deutschland)

Was für mich bei diesen Quoten die größte Überraschung darstellt ist dass es m2o geschafft hat sich vor Capital zu arbeiten. Capital ist nunja, milde ausgedruckt "irgendwas". Bei m2o liegt es primär an der schlechten Versorgungslage, da schalt ich auch oft weg, weil es einfach zu viel rauscht bzw. nichtmal empfangbar ist.
Allein wegen der letzten Quoten wäre ein Wechsel der besseren Capital-Frequenzn mit m2o notwendig - Capital erhält die schlechten m2o-Frequenzen und m2o die besseren von Capital. Das würde sich deutlich in den Quoten bemerkbar machen.

Dudelprogramm in Italien ist nicht gleich Dudelprogramm in Deutschland, das ist in Italien bei weiten noch vielfältiger und vor allem weniger von diesen nervigen 10 80ern und 10 90ern durchzogen.

Was hier auch nicht erwähnt wird sind die vielen Lokalen Programme, die in den Regionen gute Einschaltquoten haben. In Mittelitalien sei zu erwähnen Radio Subasio, was mti seinen Programm auch verdienterweise einen hohen Marktanteil schafft. Im Nordosten ist es Company und die Gruppe rund um Birikina/Piterpan/Sorrriso.

In Italien ist also der Unterschied zwischen den Sparten viel größer als in Deutschland, wo alles mehr oder weniger gleich klingt.

von RTL 102.5 Fan - am 20.11.2013 21:20
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