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Radiohörer-Forum
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SWR Fake - "SWR-berichtet-vorab-wie-live-sendung-war"

Startbeitrag von Jens1978 am 10.05.2014 16:12

Hab das hier und das dann durch suchen beim rumlesen gefunden.
Ohne Worte ...

Ich habe dazu noch keinen Thread gefunden. Falls es einen geben sollte, bitte verschieben.

Antworten:

Soviel zum Thema "Qualitätsmedien". Bei Radio Duisburg hatte ich vor 20 Jahren mal so etwas "life" miterlebt, im doppelten Wortsinne: Auf der Rheinbrücke in Rheinhausen sollte eine Demo stattfinden und die Brücke blockieren, Termin war 8 Uhr. Zufällig befand ich mich wenige Minuten vor 8 mit dem Auto auf besagter Brücke, von besagter Demo nichts zu sehen, denn diese hatte Verspätung. Dennoch hörte ich im Radio "life zugeschaltet" den Reporter, der über Telefon tatsächlich sagte er befände sich gerade in den Menschenmassen in der Demo auf der Rheinbrücke. Vermutlich saß er im Studio und sprach in einen leeren Joghurtbecher, um das Telefon zu "emulieren", und konnte sich kaum das Lachen verbeißen.

Wenn der SWR so etwas macht, erstaunt mich das gar nicht. Gerade SWR 3 klingt doch wie eine traurige Kopie eines x-beliebigen "Antenne #Bundesland" Programmes.

von Bolivar diGriz - am 10.05.2014 17:59
Vermutlich können wir morgen durch eine Panne erfahren wie der Krieg in der Ukraine tatsächlich ausgeht. Verwundert es jemanden tatsächlich noch? Das jetzt dargebotene ist nüchtern betrachtet eher in Richtung Truman Show einzuordnen. Ich hoffe nur, es hatte nie jemand ernsthaft Zweifel daran...

von Thomas (Metal) - am 10.05.2014 19:29
Dass die Live-Interviews mit Korrespondenten beim SWR vorab aufgezeichnet sind, ist allgemein bekannt. Man muss nur mal den Vergleich ziehen, wie ein Live-Gespräch beim Schlandfunk abläuft - und die sind die Einzigen, die noch kennzeichnen, wenn sie ein Interview vor der Sendung aufgezeichnet haben. Aber mit der Grill-Party haben die beim SWR echt den Vogel abgeschossen. Oder vielleicht war die Grillparty am 1.Mai vorher aufgezeichnet? Die ganzen Techniker für die Übertragung hatten doch auch lieber am 1. Mai frei.

Der SWR war in Sachen SWR info noch nie gut, aber wenn man schon lügt, dann kriegen sie noch nicht mal das hin.

von rolling_stone - am 10.05.2014 19:45
Man hat wahrscheinlich mal verschiedene Berichte-Varianten für verschiedenes Wetter vorbereitet, um am entsprechenden Tag dann die entsprechende freizuschalten. (So ähnlich wie Politiker, die für verschiedene Wahlausgänge schon verschiedene Reden und Statements vorbereitet haben)
Ein voreiliger Techniker hat dann aber den nicht freigeschalteten Einzelbericht gleich in eine ansonsten komplette Sendung eingebaut und diese freigeschaltet.

von HansEberhardt - am 10.05.2014 20:10
Solange nicht Nachrufe auf noch gar nicht verstorbene Personen gesendet werden ist ja alles in Butter :D

von iro - am 10.05.2014 20:42
Da steht nicht wo der SWR gegrillt hat. Vielleicht hatte man eine Idee zum Verbraten des Überschusses aus dem Rundfunkbeitrag und zelebrierte diese, von der westlichen Welt schon sehnlichst erwartete, Sendung auf Millennium Island - und da war dann ja schon längst der 1. Mai. ;)

von Dr. Antenne - am 10.05.2014 21:20
Wobei ja ein südafrikanischer Sender es geschafft hat, einen Nachruf auf Mandela zu senden, als dieser noch gar nicht gestorben war (Quelle weiß ich leider nicht mehr).

von rolling_stone - am 11.05.2014 04:38
Das angeblich Live von irgendwo her gesendet wird ist doch nichts neues. Radio Melodie berichtet jedes Jahr "Live" ( :joke: ) vom Faasendumzug in Elm. Die stehen da mit einem altem schrammeligem Ü-Wagen, einer kleinen Bühne und jeder Menge Werbematerial von Sponsoren und Partnerfirmen. Der Moderator moderiert auch jedes mal wie ein Weltmeister und sagt sogar Musiktitel an. Aber wenn man dann mal das Radio einschaltet ist von der Liveübertragung kein Ton zu hören. Meist läuft nur Kollege Festplatte den ganzen Sonntag Nachmittag durch. Kritisch finde ich dabei aber solche Aussagen des Moderators der sich immer wieder bei den Sponsoren bedankt und diese nennt "da nur durch diese so eine Liveübertragung überhaupt möglich sei". Beschwert hat sich aber anscheinend bis jetzt noch keiner denn die machen das schon seit etlichen Jahren so.

Radio Saarbrücken hat auch mal so nen Bock geschossen. Im Radio erzählte man das ein Reporter in Saarbrücken-Schafbrücke stehen und jetzt Live vom jährlichen NPD Aufmarsch berichten würde. Ich war zu dem Zeitpunkt bei meiner Freundin die dort gewohnt hat und als ich das Fenster raus geschaut hatte war noch kein Mensch vor Ort. Der Grund stand am nächsten Tag groß und fett in der Saarbrücker Zeitung. Die Polizei hat den Umzug der Glatzen vom Marktplatz zur Veranstaltungshalle kurzfristig und ohne Vorankündigung über eine andere Strecke umgeleitet um ein Zusammentreffen mit den Linken zu verhindern. Und dabei hat man gleich 3 mal angeblich Live zu dem Reporter vor Ort umgeschaltet der groß und breit berichtete. Das war eine mega peinliche Aktion des Senders.

von Spacelab - am 11.05.2014 15:08
Zitat

Radio Melodie berichtet jedes Jahr "Live"

Zitat

Radio Saarbrücken hat auch mal so nen Bock geschossen

Das sind aber alles Private, was die machen interessiert nicht wirklich in dem Zusammenhang. Der Unterschied ist nur: Wir reden hier von einer öffentlich-rechtlichen Anstalt! Die wird von unseren Steu ... ähm Beiträgen, wohl gemerkt Pflichtbeiträgen bezahlt. Bei Privatradios sieht das etwas anders aus, denn die müssen sehen wie sie an das Geld kommen und da kann sowas durchaus rauskommen. Allerdings ist es selbst dort nicht in Ordnung. Bei einer ÖR Anstalt ist es für mich ein dermaßener Ausfall, der mich stark an der Sinnhaftigkeit des ÖR Rundfunks zweifeln lässt. Außerdem muss man sich dann wirklich fragen, ob man zum Beispiel alle Nachrichtenmeldungen, vor allem auch die kritischen Meldungen ernst nehmen kann und sollte. Der ÖR ist genau aus den Gründen der Unabhängigkeit und Glaubwürdigkeit in Bezug auch auf die Vergangenheit gegründet worden, und nur deswegen sind die Beiträge von uns auch Pflichtbeiträge. Und nun wird die Glaubwürdigkeit dort mit Füßen getreten. Meiner Einschätzung nach gräbt sich der ÖR sein eigenes Grab. Leider, denn bisher war ich ein Verfächter des ÖR.

von Jens1978 - am 11.05.2014 16:17
Was soll's, solange es nur um "Berichterstattungen" von Grillpartys geht. Damit wird der Hörer auch nicht mehr belogen als mit der Behauptung, man präsentiere die grössten Hits aller Zeiten im besten Mix mit der grössten Abwechslung... ;)

von Rolf, der Frequenzenfänger - am 11.05.2014 17:58
Zumindest lässt die Sache bei mir wieder den Gedanken aufkommen alle "Pop" und Servicewellen der ARD zu privatisieren.
SWR3 ist ja (leider) nicht mehr generell von einem Privatradio zu unterscheiden und könnte sich spielend durch den hohen Bekanntheitsgrad und das dichte Sendernetz privat finanzieren.
Dadurch wäre der Gebührenzahler entlastet und der Werbekunde könnte sich freuen, nicht mehr an die Dängelung des Rundfunkstaatsvertags bei der Buchung der Werbezeiten gebunden zu sein.

Mit dem alten SWF3 hat dieses hirnlose Geclaime und das kleingeistige Gesülze ja überhaupt
nichts mehr gemein.
Traurig das alles.
Ich habe auch so meine Zweifel, dass dies alles mit dem willen der Höhrer einhergeht.:entnervt:

Abschließend sei noch gesagt, das die erste Welle des SWR hier einen deutlichen Unterschied an Seriösität und Charakter im Journalismus beweisst. Auch wenn dort auch das eine oder andere geclaime nervt, ist noch wenigstens im Ansatz der alte "Geist" (SDR3/SWF1) spürbar.

von janosch79 (Ex.w_weinmann) - am 11.05.2014 19:29
Ich höre regelmäßig NDR Info und dort werden Interviews auch oft angekündigt mit "Ich habe vor der Sendung mit XY gesprochen" oder "ich habe ihn heute Mittag gefragt". Der DLF ist damit nicht alleine.

Durch die zahlreichen technischen Möglichkeiten ist es mittlerweile kein Hexenwerk Off Air ein Gespräch aufzuzeichnen oder einen Kollegen Fragen stellen zu lassen und dem Moderator die fertigen Antwortfiles ins System zu packen (Moderator liest dann nur noch die fragen vor, der Gesprächspartner antwortet von der Festplatte). Gerade bei Themen die nicht minutengenau auf den Sender müssen eine schöne Sache, man muss damit nur umgehen können.

von Staumelder - am 12.05.2014 05:42
Das ist sogar sehr gefährlich, da damit der Manipulation Tür und Tor geöffnet ist. Bei Loriot und seinem Interview mit Helmut Schmidt oder Hermann Hoffmann und seinem Honecker-Interview war das sehr lustig, aber in wirklichem Leben kann man damit Existenzen vernichten, wenn die Antworten einfach mit anderen Fragen zusammengeschnitten werden. Ein seriöser Sender sollte so etwas nur in Satireprogrammen verwenden, wenn so etwas zum Standard wird, ist es nur ein kurzer Schritt/Schnitt zur Manipulation.

von Bolivar diGriz - am 12.05.2014 09:28
Meistens ist das aber Terminlich gar nicht anders zu händeln. Da muss halt der Redakteur, oder wer auch immer für so etwas verantwortlich ist, ein Auge drauf halten. Ist bei einer Zeitung ja auch nicht anders. Da ist ja dann erst recht jeder Manipulation Tür und Tor geöffnet.

von Spacelab - am 12.05.2014 09:38
Es ist ja nichts dagegen einzuwenden, wenn gesagt wird: "Das Gespraech haben wir vor der Sendung aufgezeichnet." Beim Erstellen der Sendefassung muss beim Schneiden aber aufgepasst werden. Ein herausgeschnittener Huster oder ein Versprecher gehoert zu professionellem Arbeiten. Wenn es aber dahin geht, dass Aussagen des Gespaechspartners so veraendert werden, dass die urspruengliche Meinung umgedreht wird, dann wird's kriminell.

von PowerAM - am 12.05.2014 13:12
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