Diese Seite mit anderen teilen ...

Informationen zum Thema:
Forum:
Radiohörer-Forum
Beiträge im Thema:
36
Erster Beitrag:
vor 2 Jahren, 11 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 2 Jahren, 11 Monaten
Beteiligte Autoren:
Spacelab, Schwabinger, Cha, Noch'n Saarländer, Sebastian Dohrmann, rolling_stone, Winterkönig, Lorenz Palm, Murky, Dampfradio, ... und 8 weitere

SR1 driftet immer mehr Richtung Dudelwelle ab

Startbeitrag von FrankSch am 09.11.2014 08:08

SR1 wird mehr und mehr zur ÖR-Redundanz zu Radio Salü. Der Spot "Es ist deine Musik" läuft ja schon länger, und jetzt fangen sie auch noch an Claims wie "SR1, die beste Musik" einzuführen, während die Musikauswahl im Tagesprogramm immer eintöniger wird. Wenn dann, frei nach den toten Hosen, "und immer wieder sind es die selben Lieder" zum xten mal in der Woche ein Titel wie "Revolverheld - Lass uns gehen" läuft, gehe ich auch, und zwar mit der Hand zum Aus-Knopf am Radio. Was zum Geier machen die da auf dem Halberg?

Antworten:

a) gehört das ins Radiohörerforum
b) ist das schon so, seit "Wenn schon Radio, dann diese Show", Kraftpaket, Hit mal mit, Fragen an den Autor, Glücksrad, Hits der Woche .... also jede Form von Inhalt aus dem Programm gewichen ist.

von Noch'n Saarländer - am 09.11.2014 09:11
Schon seltsam. Jetzt, wo die Öffentlich-Rechtlichen dank der Zwangsabgabe eigentlich absolut unabhängig von der Quote sein müßten, fangen sie an die Privatsender noch stärker zu kopieren.

von Kay B - am 09.11.2014 12:44
SR1 wurde in den letzten Jahren immer nachgesagt dass das Programm zu dröge und zu behäbig geworden sei. Das hat viele Hörer gekostet. Radio Salü mit seinem selten dümmlichen Dudelprogramm ist hingegen der absolute Marktführer im Saarland und SR1 nähert sich sich diesem nun an. Man möchte halt auch mal wieder auf einen grünen Zweig kommen. Denn auch als öffentlich rechtlicher Programmveranstalter muss man mindestens eine Cashcow in Portfolio haben und mehr Hörer = teurere Werbepreise.

von Spacelab - am 09.11.2014 12:58
Zitat
Spacelab
Radio Salü mit seinem selten dümmlichen Dudelprogramm ist hingegen der absolute Marktführer im Saarland und SR1 nähert sich sich diesem nun an. Man möchte halt auch mal wieder auf einen grünen Zweig kommen. Denn auch als öffentlich rechtlicher Programmveranstalter muss man mindestens eine Cashcow in Portfolio haben und mehr Hörer = teurere Werbepreise.


Die Frage ist, ob dies nur über eine immer weitere Verkleinerung der Tagesrotation möglich ist, oder ob nicht gerade der umgekehrte Weg, d.h. die Integration seltener Titel, wenigstens versucht werden sollte.
Es könnte ja sein, dass auf diese Weise Leute zurückgewonnen werden, die dem Radio in den vergangenen Jahren den Rücken gekehrt haben, gerade weil die Inhalte immer flacher werden.
Heutige Radiomacher trauen sich einfach nichts mehr.

SR1 Europawelle gehört mit zu jenen Programmen, die ich in meiner Kindheit und Jugend recht häufig auf 1422 kHz gehört habe. Damals in den späten Achtzigern, waren die sehr abwechslungsreich. Das einzige, was ich negativ in Erinnerung habe, war der verhältnismäßig flache Klang im Unterschied zum benachbarten Radio Luxembourg, das nach meinem Kenntnisstand einen speziellen Optimod aus den USA eingesetzt hatte.

von Wellenjaeger - am 09.11.2014 14:48
Zitat

Die Frage ist, ob dies nur über eine immer weitere Verkleinerung der Tagesrotation möglich ist, oder ob nicht gerade der umgekehrte Weg, d.h. die Integration seltener Titel, wenigstens versucht werden sollte.
Es könnte ja sein, dass auf diese Weise Leute zurückgewonnen werden, die dem Radio in den vergangenen Jahren den Rücken gekehrt haben, gerade weil die Inhalte immer flacher werden.

Das hatte man einmal (eher halbherzig) ausprobiert. Das war zu der Zeit als man den Slogan "Qualität sendet sich durch" hatte. Gebracht hatte es nix. Man muss aber auch dazu sagen das man von da an sehr dröge und lahm wurde. Irgendwer verwechselte bei SR1 wohl "Musikqualität" mit "lahmem geleiere". Entsprechend stark brachen die Hörerzahlen ein. Beim SR folgerte man aber daraus das der Otto-Normal-Hörer lieber Dudelfunk hört. Und so stellte, bzw. stellt man offenbar immer noch, nach und nach das Musikprogramm wieder auf Gedudel um. :rolleyes:

Bei der 1422khz kamen damals eh schon blechern klingende Thomcast Sender zum Einsatz die zusätzlich noch sehr stark Hochpass gefiltert wurden. Also man hat brutal die Bässe herausgefiltert um bärig laut senden zu können was ja auf AM gleichzeitig Reichweite bedeutet. Schön klang das natürlich nicht. Als später der DLF auf die 1422khz kam und man anfangs noch die Konfiguration der Europawelle Saar weiterverwendete klang das als würden die Sprecher durch ein altes Ofenrohr sprechen.

von Spacelab - am 09.11.2014 15:38
Um die Jahrtausendwende gab es mal eine gute Musiksendung, JFK - "Jazzy, Funky, Kool", die wöchentlich im Abendprogramm von SR1 ausgestrahlt wurde. Für eine deutsche Popdudelwelle eine einmalige Musikauswahl. Diese Sendung wurde dann entsprechend schon 2002 (?) leider eingestampft.

von Chris85 - am 09.11.2014 20:36
Es gibt Öffi-Programme die sind gegenüber den direkt konkurierenden Privatsendern seit Ewigkeiten nur die Nr. 2.
Zum Beispiel
hr3 in Hessen gegenüber FFH.
Bayern 3 gegenüber ABY.
SR 1 gegenüber Radio Salü.

Da stellt sich -neben dem nagenden Imageverlusst als ewiger Verlierer- dem einen oder anderen der das fragen darf, schon die Frage,"warum können es die anderen anscheinend besser".

Soweit ich SR 1 in den letzten 2 Jahren mal beobachtet habe, war das Programm dermaßen lahm, schnarchig, unwitzig und zäh und eigentlich nur für Leute > 40 Jahre geeignet. Noch lahmer als Bayern 3 mit der unwitzigsten MoShow der Welt.

Dass dann SR 1 wie die deutlich erfolgreichere direkte saarländische landesweite Konkurrenz auf engere Rotation setzt, kann man da fast nachvollziehen. Die anderen Abgrenzungsrezepte haben ja auch nicht funktioniert und SR 1 ist die ewige Nr. 2.
Ob die jetzt alle 3 Stunden "Geronimo" von Sheppard oder "New Age" von Marlon Roulette abdudeln, weiß ich nicht. ABY und nahezu alle Münchner Locals machen das.

von Schwabinger - am 10.11.2014 18:07
Ich versteh ja nicht warum man bei SR1 das Programm nicht mal etwas flotter gestaltet. Ein flott und kraftvoll aufgemachtes Programm hat ja nichts mit einer kleinen Rotation und ständigem Chartsgedudel zu tun. Ganz im Gegenteil. Ein immer wieder geäußerter Kritikpunkt an Radio Salü ist das an einem Nachmittag das ein und selbe Lied 3 mal läuft. Und das über Wochen hinweg. Aber Salü ist flott und hat, zumindest für ein deutsches Radioprogramm, etwas Drive. Meine Mutter hat SR1 oftmals den ganzen Tag in ihrem Küchenradio laufen und da schlafen einem echt manchmal die Füße ein. Nicht nur das die ganze Aufmachung irgendwie schnarchig daher kommt. Nein, man mischt die Musik auch noch sehr schlecht durch. Da kommen 3 stinkend öde Balladen direkt hintereinander, dann probiert der Moderator verzweifelt die letzten wachen Hörer vor dem einschlafen zu hindern und versucht sich an einer "witzigen" Geschichte und anschließend haut man die nächste jammer jaul Ballade raus. :rolleyes: Erst nach 4(!) Liedern kommt dann mal wieder etwas halbwegs flottes.

von Spacelab - am 11.11.2014 07:40
Zustimmung, Schwabinger.

Aber mir stellt sich die Frage, was die öffentlich-rechtlichen Programme (hr3, SR 1, Bayern 3) antreibt, nach zig erfolglosen Jahren den Privaten weiter erfolglos hinterher laufen. Glauben die wirklich noch, dass sie die Privaten irgendwann einholen? Bei hr3 habe ich auch das Gefühl, dass da kein Elan mehr drin ist. Man trottet halt so hinterher, weil man sich sowieso damit abgefunden hat.

Warum macht man aus der Not keine Tugend und setzt bewusst auf ein Format, das eine Alternative zum Marktführer darstellt? Man hat quotentechnisch eh nichts zu verlieren und befindet sich in der komfortablen Situation, dass man sichere Einnahmen hat. Ein Beispiel dafür ist radioeins vom rbb. Natürich funktioniert ausgerechnet dieses Format nicht überall, aber es dient ja auch nur als Beispiel.

von Sebastian Dohrmann - am 11.11.2014 07:58
Ich verstehe es zum zwoelfhundertdreissigsten Male absolut nicht, warum ein oeffentlich-rechtliches Programm UNBEDINGT die Nummer 1 sein muss.

Dass zumindest 1-2 Programme der Oeffentlich-rechtlichen populaer sein sollen und nicht an der breiten Masse vorbei senden sollen, gebongt! Aber ich sehe es nicht als Teil des oeffentlich-rechtlichen Auftrags an, sich auf Gedeih und Verderb dem Kommerz auszuliefern, nur um in irgendeiner zweifelhaften Markterhebenung Platz 1 zu belegen.

von Habakukk - am 11.11.2014 08:27
Zitat
Sebastian Dohrmann
Bei hr3 habe ich auch das Gefühl, dass da kein Elan mehr drin ist.


Vollste Zustimmung - dito hr2. Seit man die Ecken und Kanten immer mehr abschleift, verlieren beide Sender ihr Profil (wobei hr2 eigentlich schon seit mindestens zehn Jahren erfolglos nach einem Profil gesucht und schlussendlich aufgegeben hat).

von rolling_stone - am 11.11.2014 09:32
Zitat
Schwabinger
Soweit ich SR 1 in den letzten 2 Jahren mal beobachtet habe, war das Programm dermaßen lahm, schnarchig, unwitzig und zäh und eigentlich nur für Leute > 40 Jahre geeignet.


Tja, schön dass Leute, die in Schwabing wohnen, keinerlei Ressentiments gegenüber Über40jährigen haben.
Wenn ich mein Radio andrehe, ist die Skala voll mit Sendern, die lärmig, nervtötend, gequält auf lustig machend, hirnlos sind.
Eigentlich nur für Leute < 40 Jahre geeignet. :xcool:

von SagittariusA - am 11.11.2014 13:08
Zitat
Schwabinger
Ob die jetzt alle 3 Stunden "Geronimo" von Sheppard oder "New Age" von Marlon Roulette abdudeln, weiß ich nicht. ABY und nahezu alle Münchner Locals machen das.


Dann hör mal lieber nicht bei Energy München rein, dort werden die aktuellsten Hits aller anderthalb Stunden wiederholt. (Ich sehs hier bei den Aufnahmen in Radio.fx)

OT: Wo ist denn das Kotz-Smiley hier im Radiohörer-Forum abgeblieben? Das gehört zur Grundausstattung aller Foren! :D

von Cha - am 11.11.2014 14:02
Zitat
SagittariusA
Tja, schön dass Leute, die in Schwabing wohnen, keinerlei Ressentiments gegenüber Über40jährigen haben.

Das hat damit gar nichts zu tun.
SR 1 bezeichnet sich m. W. als sogenannte Popwelle. Und klassischerweise schließen Popwellen an sogenannte Jugendwellen an, also so ca. so ab 29/35 Jahren.
SR 1, aber auch Bayern 3, klingen im Gegensatz zu anderen Popwellen der Öffis wie SWR 3 oder Jump, schon -sorry für den Begriff- "älter".
Und dass SR 1 erst Hörer ab > 40 erreicht, kann wohl nicht als ureigenstes Ziel der Saarbrücker bezeichnet werden.
Meine ich jetzt mal.

BTW: Es gibt nun mal den Begriff "Zielgruppe" und die definiert sich in Deutschland nun mal sowohl bei Öffis als auch Privaten erstmal durch Altersklassen. Ob das sinnvoll ist, lasse ich mal dahingestellt.
Andererseits wird auch die Reichweite in Deutschland sowohl bei Öffis als auch Privaten nun mal durch die MA definiert . Ob das sinnvoll ist, lasse ich mal dahingestellt.

von Schwabinger - am 12.11.2014 17:02
Muss ich mal weiter beobachten. Bisher empfand ich SR 1 als angenehm zurückhaltende Alternative zu SWR 3 und Co. Gerade die eher ruhige Moderation schätze ich. Bei anderen klingt alles so krampfhaft fröhlich und flott. So langsam wird aber die Musik immer mehr zum Abschaltgrund. Irgendwann unterscheidet man sich vielleicht gar nicht mehr von UNSERDING.

Bin inzwischen 35 und höre am liebsten Kultur- und alternative Jugendwellen. Bei den ARD-Popwellen kommt meiner Meinung nach keine auch nur im entferntesten an radioeins vom RBB ran. Hier in Birkenfeld-Nahe hat man via UKW leider fast nur die Auswahl zwischen meist nervtötendem wie SWR 3, immer nervtötendem wie RPR.1 und Radio Salü sowie den zum Glück noch existierenden Kulturwellen.

Auch mich nervt, dass man innerhalb der ARD fast immer den landesweiten Dudelwellen hinterherläuft. ES muss doch eine Möglichkeit geben, eine Alternative zu bieten und damit erfolgreich zu sein. Es wäre shön, wenn man sich mehr um jene kümmern würde, die Radio Salü, RPR.1 und Co. als Belästigung empfinden. Es muss doch noch etwas zwischen Gedudel und Kultur geben.

von Kreisel - am 14.11.2014 06:55
Zitat

Bei den ARD-Popwellen kommt meiner Meinung nach keine auch nur im entferntesten an radioeins vom RBB ran.

Der RBB wird es wohl aufgegeben haben. In B erreicht der ÖR insgesamt nur ca. 1/4 der Hörer. Für die Öffis ist der Zug in B eh abgefahren.
Von "Volkspartei" kann man beim RBB da eh nicht mehr sprechen (auch wenn sich die SPD in Ländern wie Sachsen noch so sieht und als "Großer" in eine große Koalition geht).

von Schwabinger - am 14.11.2014 18:50
Zitat
Schwabinger
Von "Volkspartei" kann man beim RBB da eh nicht mehr sprechen (auch wenn sich die SPD in Ländern wie Sachsen noch so sieht und als "Großer" in eine große Koalition geht).


Was hat jetzt eine Rundfunkanstalt mit einer Partei zu tun? :confused:

von Cha - am 14.11.2014 19:02
Nicht darum kümmern; dass der Herr manchmal nicht so präzise ist und gerne mal Klischees absondert, ist ja bekannt.

von rolling_stone - am 14.11.2014 20:13
Nunja, mir gefällt das Konzept von hr1 ganz gut. Natürlich unterscheidet es sich erheblich von dem früheren Programm, aber dieses will ich nicht thematisieren.

hr1 verbreitet ein angenehmes "Flair", spielt eine Musikauswahl, die ich so von keinem anderen Sender kenne und spricht eine relativ weite Zielgruppe positiv an, die von vielen (faktisch allen?) Radiosendern links liegen gelassen werden. Würde ich in Hessen wohnen, ich würde wahrscheinlich zwischen Radio Bob! und hr1 hin und her zappen...

hr1 ist für mich ein gutes Beispiel, als ö-r nicht die "Nummer 1 im Sendegebiet" zu sein, aber trotzdem den sogenannten Programmauftrag zu erfüllen...

von Murky - am 14.11.2014 20:19
In diesem Falle ist Schwabinger eigentlich recht gut zu verstehen, und hat sogar weitestgehend Recht. Der RBB hat im Hörfunkbereich die Marktführerschaft (also die Mehrheit der Hörer) verloren bzw. nie erreicht. Da der RBB erkannt hat, dass er in seinem für die BR Deutrschland recht einmaligen Umfeld mit außergewühnlich vielen Sendern im Äther die Marktführerschaft, respektive eine Stimmenmehrheit ohnehin nicht mehr erreichen kann, hat er es aufgegeben, den Mehrheiten hinterher zu rennen und hat sich darauf besonnen, was eine öffentöich-rechtliche Anstalt immer bieten sollte: Qualitätsradio mit einem gewissen Anspruch.

Genauso wie die mittlerweile tatsächlich überwiegend ehemalige Volkspartei SPD eben aufhören sollte, der politischen Mitte hinterherzuhecheln, sondern lieber wieder orientiert auf ihre ursprüngliche Zielgruppe zu Werke gehen sollte.

von Noch'n Saarländer - am 14.11.2014 20:31
HR1 ist tatsächlich noch die bessere Wahl vs. der Privaten oder HR3, You FM, wenn ich in Hessen wäre, würde ich auch im Auto hr1 einschalten. Von den "Erwachsenenprogrammen" aller ÖR U-Wellen ist hr1 nach Radio1 RBB für mich das zweitbeste Programm.

von DLR-Fan Sachsen-Anhalt - am 15.11.2014 11:17
Mal von der sehr dümmlichen Moderation abgesehen besteht zwischen UnserDing und SR1 gar nicht so extrem viel Unterschied. SR1 könnte vielleicht mehr Oldies spielen und sich damit mehr von UnserDing abgrenzen. Und mit Oldies meine ich jetzt nicht das ewig gleiche 80er Gedudel das die schon seit Jahren spielen. :rolleyes:

von Spacelab - am 15.11.2014 11:22
Zitat
Cha
Was hat jetzt eine Rundfunkanstalt mit einer Partei zu tun? :confused:

Schon mal was von dem Begriff "Metapher" gehört :eek:

In dem Posting ging es darum, dass
a) ÖR-Sender die meinungsführerschaft verloren haben (sich aber immer noch so sehen)
b) in manchen Bundesländern die SPD als nur drittstärkste Kraft trotzdem ein große Koalition macht, obwohl das eigentlich schon vom Begriff her eine Koalition der zwei stärksten Parteien bedeutet.

Ach so: Üblicherweise sitzen auch eine ganze Menge von den Parteien in den Rundfunkanstalten in dem Rundfunk- und Fernsehräten :p

von Schwabinger - am 15.11.2014 15:58
Zitat
Spacelab
SR1 wurde in den letzten Jahren immer nachgesagt dass das Programm zu dröge und zu behäbig geworden sei. Das hat viele Hörer gekostet. Radio Salü mit seinem selten dümmlichen Dudelprogramm ist hingegen der absolute Marktführer im Saarland und SR1 nähert sich sich diesem nun an. Man möchte halt auch mal wieder auf einen grünen Zweig kommen. Denn auch als öffentlich rechtlicher Programmveranstalter muss man mindestens eine Cashcow in Portfolio haben und mehr Hörer = teurere Werbepreise.


Nach dem ja der SR an den dümmlichen Dudelprogramm beteiligt ist sollte es doch reichen.

von Winterkönig - am 15.11.2014 16:44
Offenbar nicht. Schon gar nicht weil der SR ja notorisch pleite ist und schon seit ner gefühlten Ewigkeit auf der Felge läuft. Da muss Kohle rein kommen.

von Spacelab - am 15.11.2014 17:57
Mit den 20% an Radio Salü wird der Kohl da halt auch nicht fett. Und die Zeiten, wo die Privaten ihr Geld förmlich gedruckt haben, sind nun mal auch vorbei.

von Noch'n Saarländer - am 15.11.2014 18:57
Zitat
Schwabinger
Zitat
Cha
Was hat jetzt eine Rundfunkanstalt mit einer Partei zu tun? :confused:

Schon mal was von dem Begriff "Metapher" gehört :eek:


Klar, wenn der Zusammenhang stimmt.
Ist ja auch egal, ich habs ja einigermaßen nachvollziehen können.

von Cha - am 16.11.2014 15:17
Zitat
KielFM
Mit den 20% an Radio Salü wird der Kohl da halt auch nicht fett. Und die Zeiten, wo die Privaten ihr Geld förmlich gedruckt haben, sind nun mal auch vorbei.


Da hast du auch wieder recht.

Im Prinzip frage ich mich sowieso was das überhaupt soll, das sich eine ÖR-Anstallt an den Privatfunk beteiligt.

von Winterkönig - am 17.11.2014 08:11
Verstanden hab ich das auch nie. Der SR war schon von Anfang an bei Salü beteiligt.

von Spacelab - am 17.11.2014 08:26
Der WDR ist auch mit 24,9 % an radio NRW beteiligt. So unüblich ist das offenbar nicht. Für mich hat das aber immer ein Geschmäckle, weil sich mir der Verdacht aufdrängt, dass hier keine echte Konkurrenz zustande kommt.

von Sebastian Dohrmann - am 17.11.2014 09:47
Ja irgendwie zwickt mich das auch ein bisschen. Man hat immer so den Gedanken an ein quasi Monopol im Hinterkopf. Auch wenn das jetzt vielleicht etwas übertrieben ist.

von Spacelab - am 17.11.2014 10:32
Die Bahn ist auch an Berlin Linien Bus beteiligt. Und manch städtisches Verkehrsunternhmen auch an privaten Eisenbahngeselllschaften.

Aber im Radio hat das tatsächlich ein "Geschmäckle" (SR/Salü und WDR/Radio NRW). Vergleichbar, als wenn z. B. der MDR 14,32 % an ProSiebenSat1 halten würde oder der Sparkassenverbund 15,95 % an der Comdirekt-Bank :D

von Schwabinger - am 17.11.2014 17:57
In dieser frühen Zeit des Privatradios hatte man im Saarland noch Angst, dass der SR ganz verschwinden könnte. Auch die von Oskar Lafontaine geführte SPD Regierung war eher skeptisch gegenüber dem Privatfunk eingestellt.
Es gab auch noch andere Bewerber auf die 101,7, wie zum Beispiel das "Landesradio Saar"
Als aber die Vorstände des LRS merkten, dass der Trend in Richtung Euro-Radio Saar (Salü) ging, haben sie ihren eigenen Laden verraten und schwenkten in Richtung Salü. Sie wurden dann mit Aktienanteilen geködert.
Die "Nähe" zum SR drückt sich ja auch durch die Verbreitung über viele Senderstandorte des SR aus, bis auf den Sender Schoksberg.
Auch vermarktet die SR Tochter Werbefunk Saar das Programm von Radio Salü mit.

Nach dem Ende der SPD Regierung wurde dann weiter gedealt.
Die neue Regierung unter Peter Müller änderte das Mediengesetz, der Offene Kanal wurde abgeschafft und die 103,7 (Unser Ding) wieder vollständig an den SR zurückgegeben und die 105,0 in Neunkirchen ging an DRadio Kultur.
Auch die SR Frequenz 94,2 wird ja nun privat betrieben (Big FM).
Früher wurde dort das Stadtradio Saarbrücken betrieben (SR Pampers Studio) und die Frequenz diente als Notfrequenz bei Leitungsausfall nach Göttelborn.

von Dampfradio - am 21.11.2014 16:12
Zitat

Auch die von Oskar Lafontaine geführte SPD Regierung war eher skeptisch gegenüber dem Privatfunk eingestellt.

Das waren die meisten SPD-Landesregierungen damals. HH, Hessen, NRW und HB haben recht spät Privatsender bekommen.
Nur seltsam, dass NRW sehr schnell für das Privatfernsehen war, als sie die RTL-Gruppe abbekommen haben.

Die ersten Länder mit Privatfunk waren damals m. W. alle unionsgeführt (Bayern, S-H, NDS, Berlin (West), Rheinland-Pfalz, B-W).
In den SPD-Ländern ging das erst Ende der 80er/Anfang der 90er los. Und ich glaube, das 1. SPD-Land war HH mit Privatfunk (RHH und Radio 107), gefolgt von Hessen (FFH).
Das letzte westdeutsche Bundesland das Privatradio bekommen hat, war m. W. Bremen (Radio wir von hier oder wie das hieß).

von Schwabinger - am 22.11.2014 12:40
Insgesamt stimmt es zwar, daß die SPD-geführten Länder später Privatfunk eingeführt haben als die Unionsländer. Was Hamburg betrifft, war es aber so, daß die ersten Privatsender in Hamburg (Radio Hamburg) und in Niedersachsen (ffn) am selben Tag (31.12.1986) auf Sendung gegangen sind (Radio Hamburg sogar eine Stunde vor ffn). Durch die Konkurrenz aus den beiden damals von der CDU regierten Nachbarländern (RSH startete bereits am 01.07.1986), sah sich Hamburg damals gezwungen, auch Privatfunk einzuführen.

von Lorenz Palm - am 22.11.2014 17:23
Zur Information:
MySnip.de hat keinen Einfluss auf die Inhalte der Beiträge. Bitte kontaktieren Sie den Administrator des Forums bei Problemen oder Löschforderungen über die Kontaktseite.
Falls die Kontaktaufnahme mit dem Administrator des Forums fehlschlägt, kontaktieren Sie uns bitte über die in unserem Impressum angegebenen Daten.