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Radiohörer-Forum
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MA IP Audio 2015

Startbeitrag von Spacelab am 13.03.2015 08:06

Am 11.3 kam ja die Mediaanalyse "IP Audio 2015" heraus und gestern gab es auf DRadio Wissen ein Interview mit einem Menschen von der agma.

Zuerst einmal die Basics in kürze: Das Medium "Radio" hat im Jahr 2014 und im ersten Quartal 2015 drastisch an Hörern verloren. Extrem stark verloren hat UKW als klassischer Übertragungsweg. Immer mehr Hörer geben an über DAB+ und über Internet Radio zu hören. Erstaunlicherweise werden aber dort nicht die Sparten- oder Spezialprogramme eingeschaltet. Sondern genau die Programme die es auch ganz klassisch über UKW zu hören gibt. Einzige Ausnahme scheint hier 1live diggi zu sein. >HIER

Antworten:

Zitat

Erstaunlicherweise werden aber dort nicht die Sparten- oder Spezialprogramme eingeschaltet. Sondern genau die Programme die es auch ganz klassisch über UKW zu hören gibt.

Es werden in der ma ip aber doch sowieso nur wenige und vor allem die klassischen Programme ausgewertet, und nicht alle. Insofern ist es auch nicht weiter erstaunlich, daß die Sparten- oder Spezialprogramme nicht dort vorkommen.

von iro - am 13.03.2015 08:48
Nicht ganz. Sogar wir bei ZündFM hatten eine Anfrage der agma bekommen zur Übermittlung der Hörerzahlen. In jedem Fall dabei sind aber die Spartenprogramme von Antenne Bayern, FFH und wie sie alle heißen. Nur sind diese recht weit hinten. Das sagte auch der Mensch von der agma gestern im Interview.

von Spacelab - am 13.03.2015 08:54
Wieviele Sender werden denn mittlerweile bei der ma ip ausgewertet?
Die ersten waren ja noch eher mit kleinem Teilnehmerfeld, so daß sie noch keine wirkliche Aussagekraft hatten. Aber wenn jetzt sogar bei ZündFM angefragt wird, lässt das ja hoffen, daß das mal etwas brauchbares werden könnte.

von iro - am 13.03.2015 09:12
Vielleicht sind die auch auf UKW empfangbaren Programme so weit hinten WEIL sie via UKW gehört werden, was man z.B. vom DLF nicht immer sagen kann.

von Japhi - am 13.03.2015 09:15
@iro: Bei der ersten MA IP waren es 227 Programme. Bei der aktuellen MA IP sind es 560.

@Japhi: Es ist aber genau anders herum. Bis auf 1live diggi sind NUR Programme in der Top 20 die es auch auf UKW gibt.

Aber einen hatte ich noch vergessen! Laut der aktuellen MA IP ist die Zahl der mobilen Internetradio Hörer stark rückläufig. Dafür stieg die Anzahl der Hörer die Zuhause IP Radio hören rasant an.

von Spacelab - am 13.03.2015 09:23
Kann es nicht einfach sein, dass die starken Schwankungen auf zu geringen Fallzahlen basieren?

von Habakukk - am 13.03.2015 10:27
Die Messmethoden bei den teilnehmenden Programmen hat sich ja seit der letzten MA IP nicht geändert. Es sind lediglich neue Programme dazu gekommen. Wobei ich die Zahlen an sich noch nicht mal so interessant finde. Das Beiwerk das so bei der Erhebung mit rausgefallen ist finde ich viel spannender und diskussionswürdiger. Da wären:

*Immer weniger UKW Hörer. Die Zahl sinkt rapide. Warum auf einmal?

*Deutlich gestiegene IP Radio Nutzung Zuhause. Hört jeder nur noch über Laptop oder Tablet Radio? Die Verkaufszahlen von WLAN Radios sind ja auch am zurück gehen.

*Sehr stark rückläufige Nutzung von mobilem IP Radio. War das nur ein kurzer Hype der sich schon wieder am auflösen ist?

von Spacelab - am 13.03.2015 10:51
Also, zu all den Fakten:

DAB+: War wohl nur eine Spekulation des Agma-Menschen. Bisher weigert sich der Verein nämlich DAB+ überhaupt abzufragen. Man kann also pauschal nicht sagen dass die Rückgänge bei UKW gleichzeitig Zugewinne bei DAB+ sind. Zumal einige bundesweite Sender die auch über DAB+ senden massiv verloren haben.

Internetradio @home: So langsam lernen die Leute dass jedes Smartphone im Wlan-Netz auch ein Internetradio ist. Warum boomen Soundbars, Bluetooth-Lautsprecher etc., Dockingstations so massiv? Viele hören inzwischen Radio über Smartphones. Wobei hier freilich neben klassischem Radio auch Streaming-Anbieter genutzt werden. Dass Laut.fm in der MA IP Radio auftaucht halte ich für einen Witz bei abertausend personalisierten Einzelsendern.

Internetradio unterwegs: So lange noch kröftig gedrosselt wird und viele Sender keinen Low Bandwith-Stream anbieten, hat dies keine Chance. Dass derr Boom wieder am Ende ist liegt wohl daran dass viele keinen Bock mehr haben ihr Highspeed-Volumen fürs Radiohören zu verbraten.

von Ihre Majestät - am 13.03.2015 12:06
Die Sache mit den boomenden Soundbars oder Bluetooth-Lautsprecher würde ich mal noch nicht so ernst nehmen. Für Otto-Normalhörer ist das doch viel zu kompliziert. Der will den An-Aus-Knopf drücken und hören. Und nicht erst den Funklautsprecher koppeln, die App starten, mit WLAN verbinden und sich erst mal zum Sender klicken.

von PhanTomAs - am 13.03.2015 14:37
Interessant wäre gewesen, wenn die ganzen kleinen Sender in einer Kategorie zusammengefasst worden wären und gemeinsam den UKW-Simulcast-Programmen gegenübergestellt worden wären. Wie groß wäre wohl der Anteil der kleinen Sender - 10%? 30%? über 50%?

von Zwölf - am 13.03.2015 16:39
Kann man die MA IP Audio 2015 irgendwo ganz einsehen?
Auf der Seite der AGMA finde ich leider nichts...

Bislang nur dieses: http://www.rms.de/fileadmin/Dokumente/Leistungswerte/ma_2015_IP_Audio_I.pdf
(aber auch nur ein Auszug....)

von iro - am 13.03.2015 17:21
Ich glaube die gibts nicht komplett für Otto-Normal-Sterbliche. Ist der gleiche Krampf wie bei beim jährlichen Webradiomonitor. Den bekommen auch nur die Radioprogramme die freiwillig mitgemacht haben und irgendwelche Pressevertreter komplett zu gesicht.

von Spacelab - am 13.03.2015 17:26
Zitat
Spacelab
Erstaunlicherweise werden aber dort nicht die Sparten- oder Spezialprogramme eingeschaltet. Sondern genau die Programme die es auch ganz klassisch über UKW zu hören gibt.


Manchmal habe ich den Eindruck, die Mehrheit der Bürger gibt sich mit dem billigsten Schund, der ihnen geboten wird, zufrieden. Im TV-Sektor ist es ja auch nicht anders. Selbst wenn ich sehe, was heutzutage in die Kinos kommt, kann ich häufig nur noch mit dem Kopf schütteln: Ständig irgendein Fantasy- oder Science-Fiction-Dreck ohne Bezug zur Realität.

von Wellenjaeger - am 14.03.2015 10:25
Ich glaub das ist es ja gerade. In der heutigen Hochleistungsgesellschaft will jeder nur noch Zerstreuung. Realität hat man die Woche über mehr als genug. Da will man am Wochenende im Kino zusammen mit ein paar freunden nur noch die Kuh fliegen lassen. Umso mehr es knallt und rummst umso besser ist das. Ist bei mir ja auch nicht anders. Nach 10 bis 12 Stunden arbeit täglich bekomme ich auch gar nichts anderes mehr auf die Reihe. Da lass ich mich abends nur noch auf die Couch fallen und zieh mir irgendeine US Serien rein wo man eh nicht mitdenken darf und gut iss.

Radio wird meistens bei der Arbeit gehört. Und da will man halt ein Programm das nicht wehtut oder gar ablenkt. Das soll im Hintergrund dudel dudel dudel machen und jede Stunde sollen ein paar Nachrichten in Häppchenform verlesen werden so das man in der Kantine was zum Mitreden hat. Würde Radio noch bewusst gehört werden, so wie damals mit Kind und Kegel rund um den Tisch mit dem alten Röhrenkasten, sähe diese Top 20 Liste sicherlich ganz anders aus. Umso mehr freut es mich aber das wenigstens der Deutschlandfunk es auf Platz 6 geschafft hat. :spos:

von Spacelab - am 14.03.2015 10:47
In der heutigen? Früher hat ein viel größerer Teil der Gesellschaft 10-12 Stunden am Tag gearbeitet und nebenher noch eine Landwirtschaft versorgt. Meist ist es doch selbstgemachter Freizeitstress, der die Leute durchdrehen lässt. Man muss ja unbedingt noch Kinder zum Training oder zur Musikschule oder weiß-der-Herr-wohin kutschieren. Sonst frisst sie ja der böse Wolf. Nee, Quatsch, mehr Freizeit als heute war noch nie. Allenfalls war früher mehr Lametta. Aber das war ja bleihaltig und alle haben es kiloweise gefressen und sind deshalb unterm Christbaum krepiert.

von Peter Schwarz - am 17.03.2015 07:49
Ich weiß gar nicht warum du dich da jetzt so aufregst.

Woher der Stress kommt ist doch vollkommen egal. Ob er aus dem Job kommt oder weil man eben mehr erleben oder nix verpassen will und deshalb Abends fix und fertig ist. Das ist doch vollkommen wumpe.

von Spacelab - am 17.03.2015 07:53
Die Leute sollen gefälligst nicht so viel in ihrer Freizeit unternehmen, damit sie anspruchsvolleres Fernsehen konsumieren können. ;)

Wobei ich es durchaus interessant fände, ob arbeitslose Menschen (und nicht als Hausmann/frau voll ausgelasted sind) eigentlich anspruchsvollere Rundfunkinhalte konsumieren, oder ob sie in ihren alten Gewohnheiten haften bleiben.

von Zwölf - am 17.03.2015 14:11
Das ueberwiegend bei der Arbeit gehoert wird kann nicht stimmen, bei nur 3 Stunden durchschnittlicher Hoerdauer.
Das UKW Marktanteile verliert war abzusehen, ist in anderen Laendern schon laenger zu beobachten und dieser Trend wird sich auch in Deutschland verstaerken.
Aus den MA 2015 / I Pressemeldungen hab ich es so verstanden, dass die Zahl der Radiohoerer insgesamt rückläufig ist.

von Nordlicht2 - am 18.03.2015 20:53
Wer hat denn gesagt, dass es hauptsächlich bei der Arbeit gehört würde?

Es gibt natürlich auch viele Jobs, bei denen man kein Radio hören kann. Da kann man dann nur vor/nach der Arbeit Radio hören.

von Zwölf - am 18.03.2015 22:11
Zitat

Das ueberwiegend bei der Arbeit gehoert wird kann nicht stimmen, bei nur 3 Stunden durchschnittlicher Hoerdauer.

Das ist doch nur ein statistischer Durchschnittswert. Radio wird auch sehr viel im Auto gehört. Und wenn viele angeben das sie nur auf ihren 10 oder 20 Minuten Arbeitsweg Radio hören müssen schon recht viele dabei sein die angeben 8 Stunden bei der Arbeit Radio zu hören um das ganze Level überhaupt auf die 3 Stunden durchschnittliche Hördauer anzuheben.

Zitat

Aus den MA 2015 / I Pressemeldungen hab ich es so verstanden, dass die Zahl der Radiohoerer insgesamt rückläufig ist.

Oh ja sehr stark rückläufig sogar. Und das eigentlich schon seit Jahren. Aber 2014 gab es nochmals einen kräftigen Ruck nach unten. Dafür explodieren die Nutzerzahlen der Streamingdienste wie Spotify. In manchen Ländern kann man sich ja sogar bei Spotify alle 30 oder 60 Minuten die neuesten Nachrichten einspielen lassen. Deutschland soll dieses Jahr auch noch dazu kommen. Also wenn ich den ganzen Tag im Büro arbeiten und mich zwangsberieseln lassen müsste wäre mir Spotify auch hundert mal lieber als jeder deutsche Dudelsender.

von Spacelab - am 19.03.2015 08:14
Es gibt neue Zahlen: KLICK. Auch hier liegen fast ausschliesslich die UKW-Platzhirsche auf den ersten Plätzen (wenn man die sog. Kombizahlen rausrechnet). Interessanter fänd ich übrigens die durchschnittliche Hörerzahl pro Stunde.

von Staumelder - am 10.09.2015 05:02
Das sind aber üble Zahlen. Drastische Rückgänge bei vielen Anbietern, im QUARTAL gerade mal 24,5 Mio Klicks auf reine Webradios, die auch oft nur moderat wachsen. Macht bei 1h7min Nutzungsdauer ca. 27 Mio Stunden Nutzung im Quartal oder 300.000 Stunden pro Tag - bzw. 270.000 Nutzer pro Tag...
Etwas mehr als 1 Mio Menschen nutzen jeden Tag im Schnitt Webradio, das überrascht selbst mich als Fastnie-Nutzer...

von DH0GHU - am 10.09.2015 08:26
Diese Zahlen sind wirklich starker Tobak. Das Webradio ordentlich auf dem Rückzug ist, ist wahrlich kein Geheimnis. Darüber jammern die Webradiobetreiber schon seit langem. Aber das es wirklich so stark zurück geht hätte selbst ich nicht gedacht.

von Spacelab - am 10.09.2015 08:41
Da möchte ich nur kurz eine Überlegung einwerfen: Spotify und Co sind keine Konkurrenz für den normalen Rundfunk, sondern vor allem für Webradio.

von Japhi - am 10.09.2015 08:54
Wobei aber die Macher von normalem Rundfunk ebenfalls gerade über Spotify und Co jammern. Auch dort gehen die Hörerzahlen zurück. Wenn auch natürlich nicht so extrem. Aber dennoch gibt man für diesen Rückgang den Streamingdiensten die Schuld.

von Spacelab - am 10.09.2015 09:02
Irgendjemand muss ja schuldig sein :p Zugriffe auf Livestreams sind in der Tat rückläufig (höre ich aus verschiedenen Ecken). Oder liegt das an anderen Verbreitungswegen? Wenn ich z.B. einw App programmiere, kann ich ja den Stream von Radio XYZ abgreifen und auf einem anderen Weg durch meine App jagen (mein Traffic). Radio XYZ sieht nur mich, in meinem Reboradcast hängen allerdings 20 Hörer.

von Staumelder - am 10.09.2015 09:34
Naja, wenn ich schon online bin, warum soll ich dann ein Broadcast-Medium nutzen? Dann ist doch "on demand" viel attraktiver.

von DH0GHU - am 10.09.2015 17:59
viele werden auch beim kostenloesen youtube sein

von Felix II - am 10.09.2015 18:54
Halb OT:
Ich bekam gerade ein Anruf der GFK zum Thema Mediennutzung...
(Sehr wahrscheinlich im Auftrag der MA, oder machen die das selbst?)
Wann hatten sie zuletzt fern geschaut, radio gehört wie lange wie oft, haben sie Sender XYZ schon mal gehört usw.
Interessanterweise auch
Besitzen sie ein DAB oder DAB+ Radio?

von Möchtegern Dxer - am 26.11.2015 18:03
Es gibt eine neue MA IP Audio

http://www.radioszene.de/85501/ma-ip-audio-erstmals-spotify.html

Erstmals wurde Spotify berücksichtigt.

194 Millionen Zugriffe pro Monat, die im Schnitt 50 Minuten dauern, entfallen auf Online-Audio.
Davon entfallen wiederum auf Spotify ca. 88 Mio.
Auf klassisches Webradio entfallen somit ca. 106 Mio. Zugriffe pro Monat bzw. ca. 3,5 Mio. pro Tag, bei einer Durchschnittsverweildauer (mit spotify) von ca. 50 Minuten. Ohne vermutlich etwas über 1h/session (wie in Vorquartalen)

Die Tabelle ist ziemlich interessant:
http://www.radioszene.de/wp-content/uploads/2015/12/PM-Tabelle_ma_2015_IP_Audio_IV.pdf


Zum Vergleich: Tagesreichweite Hörrundfunk insgesamt ca. 54 Mio. mit mindestens ca. 66 Mio. Sessions (ARD 36M, Privatradios 30M).

von DH0GHU - am 09.12.2015 19:11
Interessant das sport1.fm um satte 22% abgestürzt ist. Wirklich überraschend ist das aber nicht. Denn wer nach Jahren(!) sein Sendeequipment noch nicht im Griff hat, hats nicht anders verdient.

von Spacelab - am 11.12.2015 09:38
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