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Radiohörer-Forum
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vor 2 Monaten, 1 Woche
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vor 2 Monaten
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Felix II, Raptor68m, iro, robin1990, DH0GHU, dab_4

Interview zu UKW/DAB+/Internet

Startbeitrag von dab_4 am 05.10.2017 17:44

Interviewt wurde Michael Radomski (Geschäftsführer UPLINK Network GmbH), und das kam dabei heraus (meines Erachtens lesenwert):
"UKW, DAB+ UND DER GAMECHANGER AUS DEM INTERNET - Warum die Frage des Übertragungsweges bald in den Hintergrund rücken könnte"

Antworten:

Zitat

Dem Hörer ist doch letztlich völlig egal, über welchen Verbreitungsweg sein Programm zu ihm findet. Ihm sind die Inhalte und das Angebot wichtig, also lokale Informationen, die Morning-Show seines Lieblingsradios oder eben aktuelle Musik. Auch hier stellt sich weniger die Frage zwischen UKW und DAB+ sondern eher zwischen dem Lokalradio vor Ort und Spotify oder Amazon.


Na ich weiß ja nicht... Wenn ich gerne z.B. sunshine live im Auto während der Fahrt hören möchte dann ist es mir nicht egal wie das Programm mich erreicht. Wenn ich das Wissen habe das mein Wunschprogramm via DAB+ empfangbar ist aber das eingebaute Radio ein UKW-only Gerät ist dann ist doch "das Radio scheiße" oder im Extremfall "das ganze Auto ist Scheiße". Adapter sind Friemeleien die in moderne Auto nicht wirklich reingehören und wenn ich mein Smartphone erst via Bluethoot mit dem Autoradio verbinden muß ist das unpraktisch und verursacht zusätzliche Kosten (Streaming via IP, online, Internet). Zumal bei bei in Deutschland üblichen Volumentarifen das schnelle Internet irgendwann aufgebraucht ist und dann hat es sich mit meinem Lieblingsprogramm während der Fahrt erledigt...

Darüber hinaus: Spotify und Amazon werden sicher nichts lokales aus meiner Region bringen.

von Felix II - am 07.10.2017 10:35
Wenn ich lese, dass dein Wunschprogramm "sunshine live" ist, kann ich das mit dem Rest deines Beitrags nicht in Einklang bringen.
Bist du ein junggebliebener 60jähriger oder ein Jugendlicher ohne Überblick?
Hast du das Interview gelesen oder nur mal so drübergeguckt? Dir ist schon klar, dass dort steht "Warum die Frage des Übertragungsweges bald in den Hintergrund rücken könnte"? Da reden wir nicht von jetzt oder gestern.

Wie telefonierst du übrigens im Auto, wenn du kein Bluetooth nutzt?

Vodafone (z.B.) bietet bereits Tarife an, in denen der komplette Datenverkehr frei wählbarer Anbieter nicht auf das Datenvolumen angerechnet wird (da war ich letztes Jahr Testteilnehmer). Die Konkurrenz wird folgen, siehe Telekom.

Darüber hinaus: Nicht nur Spotify und Amazon arbeiten an Angeboten, lokales aus der Region, Nachrichten nach Interessensgebieten und maßgeschneiderte Unterhaltung in die Streams zu integrieren.

von Raptor68m - am 10.10.2017 17:02
Genau an dem "Bald" kann man auch nach Lektüre des interviews und auf Basis der Argumente von Felix zweifeln.

Die reibungslose Integration von Webradio ins Car Entertainment ist momentan bei kaum einem PKW ab Werk zufriedenstellend gelöst bzw. lösbar, und angesichts des durchschnittlichen Alters der PKWs in D wird sich das auf absehbare Zeit nicht ändern. Klar, bei z.B. meinem Auto verbindet sich das Auto automatisch mit dem Smartphone, wenn ich einsteige. Auf den "radioplayer" kann ich deshalb noch lange nicht zugreifen, und wenn ich gar die Dachantenne für 3G/4G nutzen will (weil eben das Handy im Wageninneren nicht immer Empfang hat), muß ich pro Monat und GB nochmal 10 oder 15 € für den im PKW integrierten WLAN-Accesspoint extra löhnen. Da hat sich das DAB+-Modul nach einem Jahr schon amortisiert.
Dass sich das auf absehbare Zeit ändern wird, glaube wer möchte. Dass das komfortabler ist als DAB+, ebenso. Ich nicht.
Nope.

Außerdem gehts doch letzendlich nur darum, dass Geschäftsmodelle bewahrt werden sollen.

Die Werbewirtschaft versucht DAB kleinzureden, weil es das UKW-Protektorat gefährdet, aber keinen Rückkanal bietet. Die UKW-Sendenetzbetreiber blasen natürlich ins gleiche Horn, weil sie weder von einem schrumpfenden Sendernetz bei einem UKW-DAB-Umstieg noch von Webradio etwas haben werden - weshalb die blumigen Worte fürs Streaming nicht wirklich glaubwürdig sind.

Tatsächlich käme ihnen auch eine Schwächung des Lokalradiomarkts zugunsten nationaler Player nicht besonders zugute, da gerade mit den engmaschigen Funzelnetzen der Lokalradios ordentlich Kohle zu machen ist. Wo beispielsweise für den Großraum München 2 DAB-Standorte genügen, benötigt TopFM 8 Standorte, ohne die Stadt selbst direkt zu bedienen. Das ist für den UKW-Bereich von Uplink sicher ein Schreckenszenario. Insbesondere dann, wenn der eine regionale Mux von der Konkurrenz betrieben wird, und man sich nichtmal einzelne Anbieter als Kunde sichern kann.

Die Zeit läuft so oder so gegen UKW. MB hat sicher nicht nur aus regulatorischen Gründen den Rückzug von UKW angetreten. In anderen regulierten TK-Märkten sind auch keine Marktteilnehmer einfach so ausgeschieden, weil es sich im regulierten Marktumfeld nicht wirtschaften ließe.

Nein, UKW ist eigentlich ein Fall für die Palliativabteilung - und angesichts langer Abschreibungszeiträume für Investitionen brennt nun natürlich den UKW-Betreibern bzw. den Programm-Anbietern der Kittel, und man sucht händeringend nach lebensverlängernden Maßnahmen fürs Geschäft. Deshalb ist ja der UKW-Rückzug von MB auch eher problematisch für DAB+: Er erhöht die Motivation der UKW-Marktteilnehmer, für ihr UKW-Investment zu kämpfen. Schlicht, weil es betriebswirtschaftlich notwendig ist.
Um den Hörer gehts dabei weniger.

Sobald durch DAB-Pflichtchips und stärkere Gerätedurchdringung ein Großteil der Hörer DAB empfangen kann, werden viele Sender, die derzeit noch so sehr auf UKW schwören, ganz schnell ihr UKW-Netz ausdünnen - sobald eben die BWLer sagen, dass sich die eine oder andere UKW-Funzel nicht mehr lohnt. Und das kommt ganz schnell, wenn die Nur-UKW-Hörer-ohne-DAB-Alternative im Gebiet einer UKW-Funzel weniger Werbeeinnahmen generieren, als die UKW-Funzel kostet.

von DH0GHU - am 10.10.2017 18:13
Zitat
Raptor68m
Vodafone (z.B.) bietet bereits Tarife an, in denen der komplette Datenverkehr frei wählbarer Anbieter nicht auf das Datenvolumen angerechnet wird (da war ich letztes Jahr Testteilnehmer). Die Konkurrenz wird folgen, siehe Telekom.


Genau anders rum. Die Telekom Biete diese Option schon seit April und Vodafone hat gerade Test durchgeführt. Bei Vodafone ist das ganze erst ab 26. Oktober buchbar.

Ausserdem sind die Anbieter nicht Freiwählbar. Sie müssen sich bei der Telekom oder Vodafone melden um in das Portfolio aufgenommen zu werden.

von robin1990 - am 10.10.2017 18:37
Na, umso besser! Wo ist dann also das Problem? Die Möglichkeiten und Tarife gibt's bereits (oder sind bei gewissen Anbietern in 2 Wochen buchbar). ;)
Das Argument "höhere Kosten" ist damit aus dem Rennen.

von Raptor68m - am 10.10.2017 19:37
Zitat
Raptor68m
Das Argument "höhere Kosten" ist damit aus dem Rennen.

Nein, ist es nicht. Denn diese Option gibt es ja nur bei den hochpreisigen Tarifen. Du zahlst sowieso schon viel zu viel für zu wenig, jetzt gibt's eben noch was obendrein und das ganze relativiert sich dann von "viel zu viel" auf nur noch "zu viel".
Bei Stream On muss jetzt auch noch etwas geändert werden, die T darf Videostreams (werden datenreduziert) nicht anders als Radiostreams (1:1 Durchleitung) behandeln.

von iro - am 11.10.2017 09:04
Zitat

Wenn ich lese, dass dein Wunschprogramm "sunshine live" ist, kann ich das mit dem Rest deines Beitrags nicht in Einklang bringen.
Bist du ein junggebliebener 60jähriger oder ein Jugendlicher ohne Überblick?


Was hat mein Eintrag mit meinem Alter zu tun ? Sunshine live habe ich einfach als Beispiel genannt weil dieses Programm deutschlandweit ausgestrahlt wird. Manchmal höre ich auch ERF oder Schlagerparadies oder das Schwarzwaldradio.

Zitat

"Wie telefonierst du übrigens im Auto, wenn du kein Bluetooth nutzt?"


Nach Möglichkeit gar nicht, zumindest nicht während der Fahrt. Nichts ist so wichtig das es jetzt sofort und auf der Stelle während der Fahrt besprochen werden muß. Wenn doch, suche ich mir zeitnah eine Haltemöglichkeit und rufe zurück. Mit dem Telefon am Ohr.

von Felix II - am 11.10.2017 10:42
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