Radio Ohr macht Aktion gegen Werbung

Startbeitrag von Handydoctor am 16.10.2006 17:12

Eigentlich lebt ja der Privatfunk von der Werbung, beim badischen "Hausfrauenradio" Hitradio Ohr läuft im Moment eine Aktion gegen Werbung. Sind die jetzt so "gespickt" das keine Werbeeinnahmen mehr gebraucht werden?
Quelle: http://www.hitradio-ohr.de/ohrevent/event.php?id=157#

Antworten:

Hier geht es um Aufkleber für den Briefkasten.

Also geht das ganze gegen die Lokale Presse. Das ist ja -so sagt man- die große Konkurenz (Der "Feind") des Lokalrundfunks.

Die Idee von Radio Ohr ist wahrscheinlich diese: Je weniger Leute Zeitungen/Werbung in die Briefkästen bekommen, desto eher Werben die Firmen im Radio.

Ich finde das eine gute/innovative Idee.

von Nordi - am 16.10.2006 20:53
Das Problem an der Geschichte ist, der Ortenauer "Hausfrauensender" gehört zum Zeitungsverlag Reiff in Offenburg. So schiesst man sich doch ein Eigentor?

von Handydoctor - am 17.10.2006 05:03
Nein man will sich wohl die Konkurrenz der Gratiszeitungen vom Hals schaffen, doch über die Offenburger Provinz braucht man sich eh nicht mehr zu wundern und vor allem nicht über das Hause Reiff. Für das Verlegersöhnchen Rouven Reiff ist sein Haussender eine "Robbie-Williams-Abspielstation", hab schon gehört, dass er gerne dort anruft und die "Musikredaktion" dazu zwingt, ständig was von Robbie zu spielen.

Die Check the Vibe Radioshow mit Chris - Soul, Funk, Jazz, Hiphop bei Querfunk Freies Radio Karlsruhe 104,8 MHz - jeden 3. Samstag im Monat von 14 bis 16 Uhr. Zuerst bei RBS Strasbourg, jetzt Querfunk, doch niemals Radio Ohr!

von Chris85 - am 21.10.2006 19:26
Also, das Hitradio OHR gehört -- wie oben erwähnt -- zum Verlag Reiff.

Vielleicht ist euch bekannt, dass diese Verlage neben den regionalen Zeitungen auch die kostenlosen Anzeigenblätter produzieren, die wöchentlich im Hausflur herumliegen.

Diese Abzeigenblätter leben von den Kleinanzeigen einerseits, von den darin enthaltenden Werbeanzeigen und vor allem von den eingelegten Prospekten (Mediamarkt, Möbelhäuser...).

In diesem Bereich aber gibt es zunehmend Konkurrenz. Außerhalb der Anzeigenblätter findet man ja eigentlich nur die berühmten Pizzeria/Asienimbiss-Speisekarten im Briefkasten, die ja oft in Eigenregie verteilt werden. Daneben gibt es schon mal ein Faltblatt eines Supermarktes etc.

Nun ist es wichtig zu wissen: Die Anteigeblätter gehören NICHT zur Werbung. Wer also auf seinem Briefkasten das Schild "Werbeeinwurf verboten" hat, bekommt diese trotzdem. Wer sie nicht will, muss dieses dem Anzeigenblatt mitteilen.

Damit haben diese Anzeigenblätter also eine privilegierte Position gegenüber der lose verteilten Werbung. Der Grund ist, dass es in den Anzeigeblättern ja immerhin einen nennenswerten lokaljournalistischen Inhalt gibt. Man kann ja die Pressefreiheit nicht per Gesetz oder Verordnung aushebeln, so dass es auch keine Bestimmung geben kann, die das Einwerfen von Anzeigenblätter in mit "Werbeeinwurf verboten"-Briefkästen verbietet.

Wer also eine Werbung in einem Gebiet möglichst lückenlos verteilen will, der soll sich aus Sicht der Anzegenblattverlage möglichst an diese wenden und seine Werbung nicht lose verteilen. Daher ist es für sie sinnvoll, dass möglichst viele Leute ein "Werbeeinwurf verboten"-Schild auf dem Briefkasten haben.

Deshalb wirbt Hitradio OHR für so gegen die Werbung.

Das Werbeprospekt von "Kaufland" ist inzwischen auch mit einem redaktionellen Inhalt verbunden (Rezeptvorschläge, "Leserwitze"), um damit das "Werbeeinwurf verboten"-Schild zu umgehen.

Die Deutsche Post verteilt hier in Folie eingeschweiste Mappen mit Prospekten und dem Fernsehprogramm für die aktuelle Woche. Auch diese können in die "verbotenen" Briefkästen eingeworfen werden.

Der Markt für Wurfsendungen wird also immer enger. Allerdings würde ich mir als Supermarktbesitzer schon meine Gedanken machen, wie ich meine Werbung verteilen wollte: Natürlich kann ich ein paar Schüler oder Rentner anheuern, welche meine Prospekte in einem bestimmten Umkreis verteilen sollen. Die Frage ist, wie zuverlässig das ist oder ob die Prospekte im Paket in der nächsten Mülltonne landen. Außerdem dürfen die ja auch nicht in die "verbotenen" Briefkästen eingeworfen werden, ansonsten ist evt. ein Bußgeld fällig.

Wenn ich Wahlwerbung für die SPD verteile, dann werden grundsätzlich alle Briefkästen damit bestückt, da kenne ich keine Gnade. Die anderen Parteien halten das aber genau so.

von Alqaszar - am 22.10.2006 20:29
Klar, so habe ich es auch gemeint, das Hause Reiff will sich gegen lose Prospektwerbung wehren, die Kauflandzeitung gehört trotz der dpa-Promimeldungen und Leserwitze zur verbotenen Prospektwerbung, ich habe den "Tip der Woche" vier Jahre lang in Kehl ausgetragen und ich musste mich an diese Verbotsordnung halten.

von Chris85 - am 22.10.2006 21:50
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