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Radiohörer-Forum
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Vermisstmeldung: Zwischenpausen im Radio (zwischen den Musikstücken)

Startbeitrag von dxbruelhart am 10.01.2007 08:38

In den letzten Jahren wurde die Pause zwischen zwei Musikstücken immer kürzer. In letzter Zeit wird sie nun bei einigen Radiostationen komplett ausgelassen. So entsteht ein pausenloser Einheitsbrei, d.h. ein Stück geht nahtlos ins andere über. Dieser Einheistbrei macht mürbe! Nur mit einer kurzen Zwischenpause (vielleicht eine halbe Sekunde) kann der Hörer das vorhergehende Stück 'geisitg abhaken' und sich auf das neue einstellen.
Zulässig ist ein solcher Einheitsmusikteppich IMHO höchstens bei Dance- und Techno-Musik; bei Direktübertragungen aus einer Disco oder aus einem Club geht das gut, eben wenn man konzentriert der Musik zuhört, aber nicht bei Musik, die man halb nebenbei bei der Arbeit beispielsweise hört, da muss eine Zwischenpause rein, damit man das Musikstück richtig aufnehmen kann.

Dieses Thema habe ich vom der SRG-Meinungsplattform aufgenommen http://srg.finebrain.com/app/de/private/knowledgenet/cache/allquestions/189?ck=1168417092953¬ification=true (Logjn nötig), es ist aber wirklich auch ein Anliegen, ein Thema von mir!

Antworten:

Hmm, wär mal was zum Nachdenken, wenn das ein Großteil der Hörer so sieht.
Eigentlich gehört das gekonnte Fading ja zur hohen Kunst des Radiomoderators, der oft die Herkulesaufgabe hat, absolut nicht passende Stücke nacheinander abzuspielen. Seit das ganze automatisiert läuft, werden die Fadingphasen beim Einpflegen festgelegt und dann automatisch durchgeführt. Für mich würde es sich recht seltsam anhören, wenn bei einem flotten Musikprogramm zwischen jedem Stück eine Pause kommt. Bei Musikspecials ist das aber durchaus angebracht, da ja hier das Musikstück als solches im Mittelpunkt steht.
Für stark divergierende Stücke gibt es ja bei fast jedem Radiosender noch Transition-Jingles, die dann von einem harten, schnellen Stück sanft überleiten zu einer Ballade und umgekehrt.


von PeterSchwarz - am 10.01.2007 09:56
Zugegeben, ich höre meine eigene Musik selbst am Liebsten mit entsprechendem Crossfading. Gibt der Sache irgendwie mehr Drive, als wenn ein Lied nach dem anderen runtergeleiert wird. In den meisten Fällen kann ich zumindest bei meinen Musikgenres auch so die einzelnen Songs auseinanderhalten. ;)

von Wrzlbrnft - am 10.01.2007 11:00
Geht mir auch so, ich hab früher bei meinen Tapes versucht, die Pausen zu minimieren, wo es ging.


von PeterSchwarz - am 10.01.2007 12:15
Was auch immer öfter passiert, ist dass Radiosender Musikstücke schneller abspielen als sie in Wirklichkeit sind. Das sind dann zwar nur 2-3 bpm mehr, aber das verkürzt dann einen Titel schonmal um ein paar Sekunden. Und auf den Tag gesehen läppert das sich - mehr Zeit für Werbung oder mysteriöse Wörter, Geräusche, Geldscheinsuchaktionen oder sonstigen Müll....

von oli84 - am 11.01.2007 19:02
Die Pitcherei gab's auch schon mal in den 90ern. Solange es für mich nicht "hörbar" ist, stört mich sowas nicht. Jedoch ist mir just vor einiger Zeit gleich bei mehreren Titeln beim niederländischen Radio 538 die Pitcherei bei einigen Dance-Titeln sehr negativ aufgefallen...

von Wrzlbrnft - am 11.01.2007 20:08
Zitat
dxbruelhart
In den letzten Jahren wurde die Pause zwischen zwei Musikstücken immer kürzer. In letzter Zeit wird sie nun bei einigen Radiostationen komplett ausgelassen. So entsteht ein pausenloser Einheitsbrei, d.h. ein Stück geht nahtlos ins andere über. Dieser Einheistbrei macht mürbe! Nur mit einer kurzen Zwischenpause (vielleicht eine halbe Sekunde) kann der Hörer das vorhergehende Stück 'geisitg abhaken' und sich auf das neue einstellen.


Das sehe ich allerdings völlig anders. Radio im AC-Format (oder gar im CHR-Format) ist leider per se eher Musikteppich als Radio zum "Zuhören". Und gerade deshalb sollte die Modulation hier halt NICHT abreißen. Geht man mehr in Richtung Soft AC oder Schlager, wird auch länger gefadet, und Titel werden hörbar leiser, bevor der nächste Titel startet.

Das ist einfach eine Format- und Drive-Frage. Will man etwas Dynamisches erzeugen, wäre eine Pause zwischen zwei Titeln grundsätzlich erstmal kontraproduktiv.

von RadioNORD - am 24.01.2007 09:40
Da wird schon teilweise von den Musikstücken die ersten und letzten 10sek. abgeschnitten.
So zumindest höre ich das so auf NDR2 .

von _Yoshi_ - am 25.01.2007 21:15
Bei Privatsendern hier werden viele Musikstücke verstümmelt wo es nur geht, nicht nur vorn oder am Ende des Stücks. Radio Brocken besitzt die Frecheit das Schlagzeugsolo von Phil Collins: "In the air to night" einfach mitten aus dem Titel komplett rauszuschneiden, da kommt sofort Brechreiz auf wenn das Beste des Stücks einfach fehlt.
Rockland hatte immer alle langsamen Stellen bei Led Zeppelin: "Whole lot a love" komplett mitten aus dem Titel entfernt und total verstümmelt, mittlerweise haben die aber leider alle älteren Stücke ganz komplett aus der Playlist entfernt, auch dieses verstümmelte. Nicht mal mehr AC/DC kommt mehr dort. Ich könnte noch mehr Verstümmlungs- Beispiele nennen.
Die Musikteppichsender können mich mal kreuzweise am Arsch lecken.... die sind selbst schuld, wenn sich immer mehr Leute von diesen Programmen abwenden und die Leute ihre mp3-s hören.
Trotzdem lernen diese Stationen nichts dazu und minimieren die Playlists immer mehr, ich sag nur : Abschalten!!!! , Frequenzen sofort räumen, stopt bitte diesen Äthermüll endlich.
Verstümmelte Musik brauchen wir nicht, gegen ein sauberes Crossfading habe ich aber nichts einzuwenden, ernsthaft Mitschneiden um sich ein Archiv zu erstellen wird diesen Soundprocessing- Müll wohl wirklich niemand.

von DLR-Fan Sachsen-Anhalt - am 25.01.2007 22:31
Eine Pause zwischen zwei Musikstücken heißt im Radiomacher-Jargon "Loch", in diesem Fall startet das Sendesystem eine Not-CD...

von Alqaszar - am 25.01.2007 23:53
Das Domradio hat sie noch, die kurzen Pausen zwischen den Musikstücken.
Im vergangenen Dezember sollten die Hörer mitteilen, warum sie den Sender hören, und ein Junge nannte genau diese Pausen als Argument, den Sender einzuschalten - für das Mitschneiden von Musik.

von Ingo-GL - am 26.01.2007 16:27
Und aus diesem Grund sieht die GEMA die Pausen gar nicht gerne! Im Gegenteil, es macht sich in den Kosten bemerkbar, wenn in ein Lied "reingequasselt" wird, bzw. es nicht ausgespielt wird. :-(

von Bolivar diGriz - am 27.01.2007 07:06
Zitat
Erwin Lindemann
Und aus diesem Grund sieht die GEMA die Pausen gar nicht gerne! Im Gegenteil, es macht sich in den Kosten bemerkbar, wenn in ein Lied "reingequasselt" wird, bzw. es nicht ausgespielt wird. :-(


Denn ich denke mal das sich jemand nicht gerade die mühe macht wegen ein Lied in den nächsten Elektromarkt fährt und sich die CD kauft.
Und darum wird sich das Musikstück dann illegal über P2P Tauschbörsen heruntergeladen.
Dazu kann man sich für die Titel und Interpreten suche die Play list des Senders zu nutze machen sofern die auf der Page veröffentlicht wird.

Dadurch wird das Problem nur unnötig verlagert.
Und nebenbei angemerkt die Hörerzahl sinkt dann natürlich auch.

von _Yoshi_ - am 29.01.2007 14:49
Zitat
Erwin Lindemann
Im Gegenteil, es macht sich in den Kosten bemerkbar, wenn in ein Lied "reingequasselt" wird, bzw. es nicht ausgespielt wird. :-(


Wo kommt denn der Quatsch her??!?! Es ist völlig wurscht, ob der Moderatior den Ramp volltextet oder 10 Sekunden früher blendet. Die GEMA-Gebühren bleiben dieselben. Ramptalk und Ausblenden werden ja nicht mal erfasst...

von RadioNORD - am 30.01.2007 03:17
Abgerechnet wird nach gespielten Sekunden und dabei ist es völlig egal, ob draufgequatscht wird oder man einen Teaser "reinfährt". Kostenersparnis würde das Spielen von Teilen oder eines halben Titels bringen. Auch geschnittene Versionen wären geringer zu bezahlen. Allerdings hat da der Künstler auch noch ein Mitspracherecht, was aus seinem Kunstwerk zurechtgeschnippelt wird...

von PowerAM - am 30.01.2007 10:16
Zitat
PowerAM
Allerdings hat da der Künstler auch noch ein Mitspracherecht, was aus seinem Kunstwerk zurechtgeschnippelt wird...


Das "Recht" hat er... allerdings schnibbeln "nicht wenige" Radiosender an den Songs rum, ohne dass es mit den Künstlern abgestimmt ist. So lange es keine Beschwerden der Künstler gibt, wird das halt geduldet...

von RadioNORD - am 30.01.2007 14:43
Hierzulande fehlen an fast allen Musikstücken, die im Tagesprogramm aufden hiesigen privaten Sendern laufen, zwischen 15 und 30 Sekunden; das Intro und das Ende werden meist "zurecht"gestutzt oder ganz weggelassen

von dxbruelhart - am 30.01.2007 15:19
Zitat
dxbruelhart
das Intro und das Ende werden meist "zurecht"gestutzt oder ganz weggelassen


Das kommt drauf an, was es für ein Ende ist: Einen Fade (langsam leiser werdend) kann man durchaus mal einige Sekunden früher blenden, ohne dass es großartig auffällt. Vor allem aus Timing-Gründen geht es auch nicht anders - irgendwo muss man die Zeit "zurechtschieben", wenn man feste Stop Sets z. B. um Voll und um halb hat.
Wer allerdings einen Quickfade (ein knackiger Ton am Ende, der eindeutig das Ende des Titels anzeigt) oder aber ein Cold End (Schlagzeug-Schlag und weg....) ohne Not früher ausblendet, der hat sein Handwerk nicht gelernt...

Was das Einkürzen des Ramps angeht - da kann man geteilter Meinung sein. Wenn ein Titel seeeehr soft und leise beginnt, kann ein Einkürzen durchaus sinnvoll sein, um eine gewisse Dynamik zu behalten. Das sollte aber nur in Ausnahmefällen geschehen.

Nichtsdestotrotz: Es ist nicht die Aufgabe eines Radiosenders, sämtliche Titel vom allerersten Tönchen bis zum letzten Hauch auszuspielen und davor und danach noch zwei Sekunden Pause zu lassen, damit der geneigte Hörer auch alles mitschneiden kann (am besten noch ohne Jingles und ohne "Geblubber" des Moderators ;-) ). Radio ist ein Begleitmedium, das in erster Linie unterhalten soll, und ersetzt nicht die eigene Platten/CD/mp3-Sammlung.

von RadioNORD - am 30.01.2007 17:25
Das Drauflabern auf den Gesang oder ein sehr monumentales Intro ist eigentlich ein "No Go". Wer aber einigermaßen mit seinen Reglern umgehen kann, der reißt einen leise beginnenden Titel anfangs mehr hoch und kann dank Kenntnis des Titels den Pegel behutsam an der richtigen Stelle wieder zurückholen. Manche haben es nicht besser gelernt und lassen den dann zu lauten Pegel vom Kompressor einregeln und ziehen den Regler dann unter Beobachtung dessen zurück, was von der Regeltätigkeit des Kompressors angezeigt wird.

Das gekonnte Hochreißen eines instrumentalen Intros bringt oftmals den gewünschten Drive, ohne den Titel schneiden zu müssen und das manchmal wichtige Intro kappen zu müssen. Wer würde beispielsweise das Intro des ohnehin sehr kurzen Queen-Titels "We Will Rock You" wegschneiden? Gehört beim Potsdamer Privatfunk... :kotz:

von PowerAM - am 31.01.2007 10:43
Zitat
PowerAM
Das Drauflabern auf den Gesang oder ein sehr monumentales Intro ist eigentlich ein "No Go". Wer aber einigermaßen mit seinen Reglern umgehen kann, der reißt einen leise beginnenden Titel anfangs mehr hoch und kann dank Kenntnis des Titels den Pegel behutsam an der richtigen Stelle wieder zurückholen. Manche haben es nicht besser gelernt und lassen den dann zu lauten Pegel vom Kompressor einregeln und ziehen den Regler dann unter Beobachtung dessen zurück, was von der Regeltätigkeit des Kompressors angezeigt wird.

Das gekonnte Hochreißen eines instrumentalen Intros bringt oftmals den gewünschten Drive, ohne den Titel schneiden zu müssen und das manchmal wichtige Intro kappen zu müssen.


Drauflabern auf Intro-Gesang IST ein No-Go! Wenn es passiert, ist das eine Panne. Wer es allerdings bewusst so macht, sollte vielleicht besser auf der Kirmes oder in der Teenie-Disco auftreten als im Radio. Meine Meinung. Anders sieht es aus, wenn beim Fade des Titels noch gesungen wird. Da spricht man dann notgedrungen auch ein wenig über den Gesang. Das dann aber nur wirklich wenige Sekunden lang, bevor der Titel ganz verstummt. AC- und CHR-Sender haben teilweise auch die Richtlinie: GAR nicht über Fade-Gesang moderieren, sondern sofort per Reißblende ein Bett starten. Kann sich auch gut anhören, wenn der Mod es beherrscht!

Dass man den Pegel anpasst und nicht dem Optimod alles überlässt, sollte eigentlich auch selbstverständlich sein. Wenn allerdings ein Titel mit leisem Klaviergeklimper anfängt (z. B. Song for whoever von Beautiful South), kannst Du den Regler bis zum Anschlag aufreissen oder auch oben noch eine Verlängerung reinsägen ;-)... da bekommst du keinen vernünftigen Fade von einem dynamisch ausfadenden Titel hin. Einziges Hilfsmittel, wenn Du das Intro nicht ganz skippen willst: Transition-Jingle fast -> slow.

von RadioNORD - am 31.01.2007 12:48
Es gibt wohl Sender, die noch bewusst ausspielen:
"Radio 227 heeft "rust" hoog in het vaandel staan - zij kiest er daarom ook bewust voor enkele seconden "rust" te nemen tussen de muziek die gedraaid worden. Het is dus geen fout, maar dit wordt bewust gedaan!"

von PeterSchwarz - am 23.02.2007 22:43
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