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Pitchen von Songs

Startbeitrag von Joe Kleffner am 27.03.2007 07:58

Hallo,

ist es schon einmal Jemanden aufgefallen, wie brutal BAYERN1 seine Songs, speziell Oldies pitcht.
(Zu schnell abspielt !) Mittlerweile werden sogar aufgenommene Texte, (heute Morgen kurz vor 7.00 Uhr ein Teaser von Alfons Schuhbeck) schneller abgespielt. Dies ist noch markanter, wenn man den Sprecher und seine Sprechweise persönlich kennt.
Vor ein paar Tagen wurden 2 Titel ( "Blue Moon " von den MARCELS und "I get around" von den BEACH BOYS) so arg gepitcht, dass die Tonqualität hörbar Qualität einbüsste.

Kennt Ihr auch Beispiele in Eurem Gebiet ??

Antworten:

Nicht nur das. Einige Sender schneiden auch noch an den Songs herum.
Denen reicht die Radio-Edit nicht mehr aus.
Aber das sind nur 2 Gründe weshalb Radio in Zukunft massig Hörer verlieren wird, sage ich mal vorraus. :)

von Nordi - am 27.03.2007 08:20
@ Nordi:ja stimmtda wird alles beschnitten was da ist,sei es alte Klassiker,aktuelle Hits oder sonstwas.
Meist werden instrumentale Stücke einfach rausgeschnippselt,so daß das Hören keinen Spaß mehr macht :mad:

von Robert S. - am 27.03.2007 10:56
Yep! Oft fehlen die besten Teile. Ein Beispiel: Die meisten Sender (wie z.B. Die neue 107.7) kappen bei Stairway to heaven das gesamte Flöten-Intro und starten direkt mit dem Gesang!
Daß Antenne Bayern pitcht ohne Ende, weiß ich ja. Aber ein 50plus-Sender wie Bayern1? Jagt man da jetzt speziell die englischen Titel schneller übern Äther, damit sie an der Zielgruppe schneller vorbeigehen?



von PeterSchwarz - am 27.03.2007 11:33
Mir fällt das konsequente Rausschneiden von Intros (und auch von Outros) bei Schweizer Privatsendern wie Radio Zürisee auf; weshalb die das machen, ist mir völlig schleierhaft - dies ist doch eine der wirkungsvollsten Methoden, Hörer zu vertreiben! Ich höre mittlerweile viel weniger Zürisee als noch vor einem Jahr... Das positive Gegenbeispiel hierzu ist z.B. Bayern Mobil, da werden die Lieder wirklich voll und ganz ausgespielt.

von dxbruelhart - am 28.03.2007 06:23
Diese Musikverstümmelung ist für den wahren Liebhaber ein echter Graus. Wobei ich jetzt auch nicht zu den absoluten Puristen gehöre, denn dann müsste ich auch sämtliche Remixe, MAsh-Ups oder Bootlegs verurteilen. DJs pitchen ja auch, was das Zeug hält Allerdings wird bei den Radiosendern ja nicht aus künstlerischen Gründen an der Musik rumgebastelt, sondern nur um angeblich formatuntaugliche Elemente rauszuschneiden. Als erster Sender in die Richtung ist mir damals der Hausfrauenfunk Radio Ton in Heilbronn aufgefallen. Die hatten bei "Killing me softly" von den Fugees den gesamten Rap-Part rausgeschnitten....anstatt sie (wesentlich zielgruppengerechter!!!) gleich das Original von Roberta Flack gespielt hätten, wenn sie keinen Rap wollen.
Mit der Pitcherei wollen die Sender wohl mehr (scheinbare) Dynamik erzeugen. Allerdings erzielt man das wesentlich wirkungsvoller durch gekonntes Fahren der Sendung, entsprechende Elemente (vergleicht z.B. mal 538 in Sachen Jingles etc. und auch der Moderation, die bei denen sogar meist trocken, d.h. ohne Musikbett kommt mit einem beliebigen deutschen Dudelsender) und eine entsprechende Musikauswahl. Wenn man aber, wie die meisten deutschen AC-Sender nur Schnarchlieder spielt, muß man halt pitchen, damit die Hörer nicht komatös werden!




von PeterSchwarz - am 28.03.2007 06:56
Drive hat 'ne Sendung, wenn man Dynamik drin hat. Schnellere und langsame Titel, laute und leise, Musikvielfalt nicht nur in den Claims und Teasern... Dazu ein umfangreiches Jinglepaket mit Musikbett für Wetter und Verkehr, aber bitte nicht für die Nachrichten. Kommt dann noch ein fähiger Moderator dazu, der nicht nur Claims aufsagt und Gewinnspielchen moderiert, dann kann schon mal nicht mehr so viel verkehrt gehen.

Pitchen und Kürzen von Titeln ist für mich ein Abschaltgrund - wenn ich es bemerke.

von PowerAM - am 28.03.2007 08:53
Besonders übel, wenn man sich auf eine bestimmte Stelle im Lied freut, und die dann gar nicht kommt. FFH ist da ganz großer Meister. Bei "One night in Bangkok" fehlt der gesamte zweite Teil des Liedes.
Und RTL2 treibt das auch sehr schlimm.

von hornig - am 28.03.2007 16:19
Gerade höre ich bei Radio 1 Zürich ein Lied mit einem einzigartigen Intro, das ich so (vielleicht) noch nie gehört habe, ich sagte gerade zu mir: Das ist ein tolles, wahrlich aussergewöhnliches Intro - was steckt da für ein Lied dahinter - das Lied selbst, kastriert, habe ich aber schon sehr oft auf anderen Stationen gehört: Madonna - Lucky star.
Ein klarer Pluspunkt für Radio 1, die kastrieren (kaum) Lieder!

von dxbruelhart - am 09.04.2008 11:12
N-Joy hat zu seinen besten Zeiten auch die Songs alle gestretcht (bitte nicht gepitcht!!) abgespielt. Zwischen pitchen und stretchen besteht nämlich ein Unterschied: Beim Pitchen ändert sich die Tonhöhe, beim Stretchen nicht!

Auch Antenne Bayern soll einige Titel schneller abspielen.

von TheSpirit - am 09.04.2008 12:57
@TheSpirit:
Bei Antenne Bayern ist definitiv auch die Tonhöhe höher, klingt bei manchen Titeln schon fast etwas Mickey-Maus-mäßig. Bei N-Joy kann ich mich nicht mehr erinnern, da müsste ich mal die alten Aufnahmen rauskramen. Find das aber insofern interessant, weil ja Pitchen deutlich einfacher ist, als ohne Veränderung der Tonhöhe eine Aufnahme schneller laufen zu lassen.
Wie wird das denn bei Profi-Geräten gemacht? Digital heißt das ja ganz klar: ich muss irgendwelche Informationen weglassen, wenn ich den gleichen Sound auf kürzere Zeit unterbringen muss. Das wirkt sich besonders bei sehr dynamischen, kurz klingenden Klängen (Percussion) schnell negativ aus im Klang. Und umgekehrt muss ich beim Stretchen die dann entstehenden Lücken mit irgendwelchen Klanginformationen auffüllen, was man ebenfalls schnell hört. Und gibt es sowas auch analog? Wie wird das da gemacht?

von Habakukk - am 09.04.2008 14:33
Beim Pitchen wird einfach die Samplingfrequenz geaendert, beim Stretchen einzelne Frames weggelassen bzw. vervielfacht.

Faellt mir noch zu den Titeln ein:
Als Charivari Regensburg ihre Musik noch ueber Technics Plattenspieler dudelte, stand der Pitchregler dieser Dinger grundsaetzlich auf +2.5 %. Das war Ende der 80er... scheinbar ein Problem seit Urzeiten.

Aber die Schnipplerei an den Titeln hat mittlerweile eine ganz neue "Qualitaet" in erschreckenden Dimensionen erreicht. Auf Dauer fuer mich ein absolutes K.O.-Kriterium, da hilft nur noch um- oder ausschalten.

von c-moon - am 09.04.2008 15:36
Pitchen finde ich bis zu einem gewissen Prozentsatz völlig okay. Dadurch bekommen viele Songs eine ganze Menge mehr Dynamik. Wer Lust/Zeit/Gelegenheit hat, sollte mal eine 08/15 Pop-Vinyl auf den Teller legen und das Tempo anziehen (+ 2 beim guten alten 1210er reichen aus). Man erschreckt sich dann doch schon, wie gewaltig plötzlich die Simple Minds klingen können. Ich hab mich zu Anfang meiner CD-Zeit immer geärgert, weil die Singles so anders klangen als bei Radio Veronica op Radio Drie. Dass es Audiokompression gab wusste ich, das mit dem Pitchen hat mir aber keiner erzählt.

Stretchen ist in meinen Augen Quatsch - es sei denn man möchte zwei Titel die in etwa gleich schnell sind ineinander mischen (aber welcher Volo kann das schon :D). Katrieren geht gar nicht, es sei denn es gibt noch keine Radio Version oder der 8 Minuten Remix klingt um Einiges besser als die Radio Version (auch heute gibt es nach wie vor viele gute Dance Versionen von Poptracks, ein Stichwort dürfte "Freemasons" sein). Ein Gitarrensolo rausschnippeln weils nicht in die Zielgruppe passt oder den Trommelpart bei "English Man In New York" rauspfeffern weil das weichgespülte Formatohr evtl sonst eine Fehlermeldung ans Hirn weitergibt, sind Gründe um den entsprechenden Sender auf ewig aus dem Speicher zu löschen.

von Staumelder - am 09.04.2008 16:22
Bei unserem Lokaldudler (Hitradio Vest) ist mir das neulich mehrfach aufgefallen.
Da gab es wohl mehrfach Probleme, ein Titel stoppte mittendrin. Statt an der Stelle an der er gestoppt hat weiterzuspielen oder die fehlenden Sekunden zu überspringen wurden die fehlenden Sekunden im Eiltempo nachgeholt.
Ich vermute mal das das die Automatisierung macht um lückenlos bis zum nächsten Werbeblock zu kommen.

von Marc_RE - am 09.04.2008 19:31
Zitat

Beim Pitchen wird einfach die Samplingfrequenz geaendert, beim Stretchen einzelne Frames weggelassen bzw. vervielfacht.


Schon klar. Aber gerade letzteres führt sehr schnell zu hörbaren Beeinträchtigungen. Mach das mal in CoolEdit oder beim Winamp mit entsprechenden Plugins, klingt alles kacke. Da würde es mich interessieren, wie die Profigeräte das anstellen, gibt es da entsprechend schlaue Algorithmen, die anhand des Klangmaterials entscheiden, an welchen Stellen sie Frames weglassen und an welchen nicht, und wie sie das dann trotzdem so hinkriegen, dass der Grundrhythmus erhalten bleibt...

von Habakukk - am 09.04.2008 19:50
Also bei Cubase gibt es mehrere Qualitaetsstufen zur Auswahl. Ich orakel jetzt mal, dass man bei hoeherer Qualitaet die Frames nochmals in kleine Haeppchen zerschneidet, und dadurch eine bessere Genauigkeit erreicht (auf Kosten der Berechnungszeit). Die Ergebnisse waren fuer mich bis jetzt zufriedenstellend, wobei ich aber nie ganze Titel, sondern nur immer einzelne Passagen fuer meine Band bearbeitet habe.

Bei der Standardeinstellung muss ich Dir recht geben. Je groesser die Frames, umso mehr wird letztendlich weggelassen (besonders bei Schlagzeug und Bass sehr stoerend, verlieren dadurch stark an Dynamik, klingen extremst unsauber und ungenau).

von c-moon - am 09.04.2008 20:34
@ TheSpirit

Zitat

N-Joy hat zu seinen besten Zeiten auch die Songs alle gestretcht (bitte nicht gepitcht!!) abgespielt.


Irgendwie empfand ich den Klang von N-Joy schon Mitte der 90er sehr künstlich. Lag das am Stretchen oder am Soundprocessing.

Ist es eigentlich korrekt, wenn man sagt, daß beim Pitchen bzw. Stretchen die Laufzeit des Liedes verändert und beim Soundprocessing hingegen der Frequenzgang verändert wird?



@ Habakukk

Zitat

Bei Antenne Bayern ist definitiv auch die Tonhöhe höher, klingt bei manchen Titeln schon fast etwas Mickey-Maus-mäßig.


Ja, das kann ich bestätigen. Antenne Bayern hat keinen "Drive" sondern "Over-Drive" in seinem Sound. Auf Lautsprechern, die in Küchenbrüllwürfeln verbaut sind, hört sich das ganze dann noch beschissener an als sowieso schon.


von Kay B - am 30.07.2008 15:37
Wird das Pitchen bzw. Stretchen eigentlich vorher an einem Song durchgeführt oder geschieht das in Echtzeit, sodaß quasie der Moderator einen Song, der 3:15 Minuten dauert, läd und der Software sagt, daß sie den Song auf 3:00 Minuten re-sampled?


von Kay B - am 30.07.2008 15:40
Ich denk mal daß das vorher schon gemacht wird,meist sind es ja immer die gleichen Stellen die aus einem song herausgenommen werden.
Ich könnt mir das so vorstellen daß man den Song in Original bzw gekürzt auf Platte hat und sich dann raussucht welche Variante man spielt,sprich wie grad die Zeit verfügbar ist.

von Robert S. - am 30.07.2008 17:40
Sagen wirs mal so:

Die Sender hören sich die Songs an, schneiden die "formatuntauglichen" Stellen heraus und geben dann die abgespeckte Version in die Rotation. Es passiert selten, dass mal eine kastrierte und eine nicht kastrierte Fassung eines Songs gespielt wird.

Die einzigen Ausnahmen, die mir bekannt sind, welche das nur gelegentlich machen, sind die NRW-Lokalradios (und das auch nur bei einigen Songs, andere werden auch permanent gekürzt abgespielt). Sie versuchen mit dieser Methode zwischen dem xx:23:xx-Werbeblock und den Lokalnachrichten um halb noch zwei Songs möglichst passend ohne schlechtes Backtiming hineinzuquetschen. :rolleyes:

von NurzumSpassda - am 30.07.2008 18:17
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