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Forum zu den Eisenbahnen in Tschechien
Beiträge im Thema:
7
Erster Beitrag:
vor 11 Jahren
Letzter Beitrag:
vor 11 Jahren
Beteiligte Autoren:
Cmelak 1988, awp, Strojmistr, Martin Kop.

Lokalkas, 4 Züge in 10 Minuten und bescheidenes Wetter

Startbeitrag von Cmelak 1988 am 16.06.2007 13:51

Hallo!

Die Anfahrt zu einem heutigen Besuch in Sebnitz erfolgte "zufällig" durch die Tschechei. Frei nach dem Motto- „Mal schaun was uns so vor die Linse fährt.“

Das erste Bild zeigt 810 466 als Os 16007 bei der Durchfahrt in Lipova u Sluknova.



Auf der Rückfahrt gelangen dann folgende Sichtungen:

So und das ist er nun der „Starzug“ der KBS 085 Sp 1812, welcher hier in Gestalt von 810 255, über den Bahnübergang bei Zahrady u Rumburka „rast“ (Vmax an dieser Stelle 20 km/h)!



Danach entschieden wir uns mal einfach so einen kurzen Abstecher nach Rybniste zu machen und das sollte sich mehr als auszahlen. Am Bahnhof angelangt erst mal große Enttäuschung auf den ersten Blick war kein einziger Zug zu sehen, aber was ist das ??- 742 135 mit einem 2-Wagen-Güterzug! Aber das sollte noch nicht alles sein (wie gesagt wir sind ohne vorher in den Fahrplan gesehen zu haben einfach mal vorbeigefahren!) plötzliche trötete es allzu bekannt aus Richtung Rumburk und 810 466 mit Os 2638 kam angefahren. Hmm vielleicht kommt ja auch noch ein Anschlusszug aus Varnsdorf?? 4 Minuten später wieder ein tröten und dann kam auch schon 810 300 angefahren. Hier mal eine „Gesamtbild“.



Doch warum fährt die „Büchse“ nach Decin nun nicht planmäßig weiter- die Schranken waren doch schon geschlossen. Plötzlich ein Rumpeln und dann kam 742 130 mit ihrem Mn um die Ecke.



Im Anschluss fand dann ein ziemlich verwirrendes Rangieren statt, genug Rangierpersonal war ja vorhanden.
Tja wie nun weiter- wir entschieden uns in Richtung Rumburk weiterzufahren, vielleicht fährt der Güterzug ja in Bälde los. Und auch diesmal gingen unsere Überlegungen auf, allerdings hatte sich das Wetter deutlich verschlechtert, als die Fuhre Krasna Lipa mesto passierte.



Kurz darauf, wir waren grade knapp einem Wolkenbruch entgangen, kam dann auch noch 854 008 mit Sp 1917 angefahren.



Nun begann es aber richtig zu gießen, aber trotzdem noch mal kurz in Rumburk vorbeigeschaut, wo 814 017 mit ihrem Anhängsel 810 334 abgelichtet werden konnte.




Antworten:

Zitat
Cmelak 1988
Hallo!

Die Anfahrt zu einem heutigen Besuch in Sebnitz erfolgte "zufällig" durch die Tschechei.


Könntest du Bitte in Zukunft auf diesen Begriff verzichten? Er ist eindeutig für die meisten TschechInnen mit der "Rest-Tschechei" und damit mit dem dritten Reich konnotiert. Weiterhin hat er auch im Tschechischen keinerlei Entsprechung, weshalb er auch nicht als "Übersetzung" durchgeht. Und nur weil ein großer Teil der sächsischen Bevölkerung den Nazi-Begriff übernommen hat, heisst dies noch lange nicht, daß man ihn fördern muß.
Also bitte in Zukunft "Tschechien", "Tschechische Republik", "Böhmen"/"Mähren"/"Schlesien" oder Ähnliches, aber bitte nicht "Tschechei".

MfG
Martin

von Martin Kop. - am 16.06.2007 21:05
Völlige Zustimmung! Mir gefällt es auch nicht besonders, wenn einige hierzulande meine Heimat mit "Schland" titulieren. Aber auffällig ist, daß nahezu alle meine deutschsprechenden č. Bekannten dieses Wort ohne Beklemmungen verwenden. Wir dürfen natürlich auf unsere eigenen Befindlichkeiten achten; und, als gute Menschen meiden wir künftig z. B. auch "organsieren", "aufziehen" und viele mehr, deren inflationäre Verbreitung von Viktor Klemperer als Sprache des 3. Reiches (geniales Büchlein) klassifiziert worden ist. Seit mir das bewußt wurde, versuche ich zumindest im Schriftlichen, das gedruckt werden soll, auf deren Ausschluß zu achten. Aber wie das halt manchmal so ist, mit Wörtern, die sich tief eingegraben haben... Übrigens, sein anschließendes Buch über die nachfolgende staatliche Organisation erschien hingegen erst nach deren Ende - zu viele Parallelen. Das ging schon für ihn damit los, daß beide Reiche mit Fackelzügen begannen. Dazu eine weitere, kleine literarische Geschichte aus der Feder der Inge von Wangenheim, "Die Entgleisung". Kurz zum Inhalt: Auf der Saalbahn ist bei Orlamünde ein Güterwagen entgleist und die Fracht liegt verstreut auf den Uferwiesen. Der Wagen wurde in Pößneck im Karl-Marx-Werk beladen. Es handelt sich um Broschüren, welche die inzwischen herbeigeeilte Bevölkerung nicht lesen kann (wird dann als schwedisch erkannt), aber die bildlichen Darstellungen sind eindeutig, frivol, um es vornehm auszudrücken. Beim Abendessen, der Sohn hat auch welche mit nach Hause gebracht, möchte er nun wissen, wer solchen Schund druckt. Großvater nimmt sich so ein Werk vor die Brille, blättert eine Weile und meint, es stünde doch da: Made in GDR, also, gedruckt im Großdeutschen Reich... Alle meine Bekannten hatten es im Bücherschrank stehen, dummerweise ist mein Exemplar grad irgendwie verschollen.
Was ich nicht vermutet hatte, den Begriff "Tschechien" las ich erstmals in einer Quelle aus den 1920ern, also keine - oder die Wiedererfindung - nach der Trennung.
Zitat: "Er ist eindeutig für die meisten TschechInnen mit der "Rest-Tschechei" und damit mit dem dritten Reich konnotiert." Wenn Du mir das so im Gespräch sagen würdest, käme meine postwendende Frage: Und für die Männer nicht? ;)

Daran denken: Heute ist der vergessene Feiertag!

LG

von awp - am 17.06.2007 06:38

Nicht so hastig

Da muß ich mal Cmelak 1988 in Schutz nehmen. Er gehört nämlich nicht zu den Leuten, die dieses Wort regelmäßig verwenden! Und auch sonst: Wenn man mal das Wort »Tschechei« als Suchbegriff oben eingibt, erhält man ganze 6 (!) Einträge in diesem Forum (3 allein bei diesem Thread - nun sind es 4 mit diesem Eintrag) und das in 2 Jahren! Es ist also kein Problemfall hier, wenn auch die Aussagen von Martin Kop. richtig sind.

von Strojmistr - am 17.06.2007 07:52

Besserung wird gelobt ;)

Hallo!

Ok also Asche auf mein Haupt, in Zukunft werde ich statt solcher zweideutigen Begriffe die Worte Tschechische Republik, geliebtes Nachbarland, Böhmen, Mähren, Land der guten Biere, oder einfach da wo man noch Eisenbahn erleben kann verwenden ;)

Hätte ja nicht gedacht das dass gleich solche Wellen schlägt! Ist mir gestern mehr zufällig rausgerutscht weil es halt in unserem "Aberlausitzer Sprochgebrauch" recht häufig vorkommt. Deswegen bitte ich da um ein bißchen Verständnis;) Und übrigens wie der Strojmistr bereits erwähnt hat benutze ich das "Unwort" äußerst selten ;) Maximal 1x im Jahr und das war halt gestern.

Zur Bestrafung werde ich mich zu einer Tagesfahrt in den unsäglich häßlichen "Sarg"-Steuerwagen bereiterklären ;) und vll sollte man nicht alles immer gleich auf die Goldwaage legen ;)

von Cmelak 1988 - am 17.06.2007 08:06

ja, die Elbe schlägt manchmal auch Wellen...

Da Du Dich selbst bestrafst, wird das Verfahren zugleich wegen erwiesener Einsicht und Geringfügigkeit eingestellt ;) "Land der guten Biere" ist klasse. Dafür dürftest Du Deine Strafe sogar im Motorwagen absitzen... :cheers:
Doch Sprache ist immens wichtig. Der US-amerikanische Imperialismus (so meine Schulbildung) hat bereits frühzeitig erkannt, daß Machtausdehnung zugleich über die Sprache transportiert wird. Deshalb plappern wir ja alle heute so ein fürchterliches Kauderwelsch, weil wir uns in vorauseilendem Gehorsam dem Götzen an der Wallstraße ergeben haben.

LG


Daran denken: Heute ist der vergessene Feiertag.

von awp - am 17.06.2007 08:36

..ok akzeptiert :)

Danke nochmal für die "Straferleichterung" hätte mich doch einige Überwindung gekostet im Steuerwagen Platz zu nehmen ;)

von Cmelak 1988 - am 17.06.2007 10:54
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