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Forum zu den Eisenbahnen in Tschechien
Beiträge im Thema:
6
Erster Beitrag:
vor 10 Jahren, 1 Monat
Letzter Beitrag:
vor 10 Jahren, 1 Monat
Beteiligte Autoren:
malo, brejlovec750, obermuchel, Niels K., wxdf

Eine lebende Legende, und zwei, die es vielleicht mal werden

Startbeitrag von malo am 20.06.2008 15:29

Hallo,

ich will ja nicht behaupten, das Joachim und ich eines Tages Legenden werden. Doch Spuren in der Eisenbahnwelt haben wir bereits genug hinterlassen, als das mit unseren Ableben eines Tages alles sang- und klanglos in Vergessenheit gerät.
Oder gar "des oide Glump in den Brennessln nei kimt!", wenn evtl. Erben einmal vor dem Archiv stehen werden und sich die Frage stellen müssen: Wohin nun damit?

Im letzten LR Heft 7/08 hatte das trefflichst Wolfgang Clössner im Artikel "Out of Blankenburg" beschrieben.
Der Ewigkeitsanspruch...

Heinz geht es soweit gut! Unsere "Gesichter", die der im Egertal, und Vojkovice regelmäßig aufgetretenen Fotografen, Fuzzys usw., sind ihn in bester Erinnerung.

Doch zu Heinz besteht eben ein besonderes Verhältniß. Ich als "Halbkind" der Eger (seit 1993) und mit sprachlich fast ebenbürdigem Mundwerk! ausgestattet, muß ihm wohl 1996 zum ersten Aufeinandertreffen doch imponiert haben.

Wenn wxdf auf ihn getroffen ist, dann nur so:

"Sie sann aus Deidschlond, niad woua?
Nao, waal Earner Audo aff da oannern Seidn schdejd.
Nao, ii bin dou aa a Deidscher! Heinz Briknr hoas ii, im Duppaer haou ii gwond, bevor sa uns nouch Neinzafimferfirzich ausgsiedld ham. Aa tschechische Fraa hob ie kheierd, so durfd ii wengsnds dou bleim. Die Fraa is schou gschdorm, un etz lebi hold aloa.
Uma Neinzaneizich bin ii a moll mitn Fouaroud durch mei oide Homadd gfouarn, dess gejd etz aa nimmer.
Un fufza Joua worri dou Foardiensdleider. Dess is nou annersch gwouarn nou da Elekdrisierung.

Fraale, und niad blous dea - Schoarnweis sann se in mei Konzlei eikumma und wolldn döis un sell wissn, wenn de wieda moll a Sergej affdachd, und seds Zeich.

A Bouch dou drieba forran gwiesn "aawebee" soull wool a boi rass kumma.



Usw... Zum Lesen für manchem wohl grauenvoll :-)

Forumsfreunde, in die Mundart zu übersetzen, und gerade in diese, ist nicht einfach!
Heinz erhielt erst kürzlich Besuch von einem Professor. Mit dem Tonbandgerät.
Der Dialekt will für die Zukunft fest gehalten werden!!!


Da habt ihr uns DREI.
Malo in Ehren ergraut, Heinz als Pensionär, und auch Joachim Piephans :-)
awp´s Egertalbuch war noch am Abend zuvor im Hotel "Zlati Zajic" in Libochovice an ein älteres Unternehmer-Ehepaar aus Krefeld verkauft worden! Das Belegexemplar für Heinz liegt aber hier schon bereit.

Jetzt gerade hätte ich Lust, die paar Tage Urlaub mit Freundin Anja hier zu verfassen und zu präsentieren. "Urlaub 2008, Jeschken und Unteres Egertal / 13. - 17.Mai 2008" Doch da war nichts! mit Eisenbahn. Fast nichts... Also nix fürs Forum. Allenthalben ein paar Freunden im Mailverteiler werde ich das zugänglich machen.
Es war für uns "nur" der Jested, Tanecni, Ebersbach/Sa., Praha, Louny, Milesovka, Rana-vrch, Trebivlice, Kostice, Trebelice, Litomerice, Terezin, Zaksin, Jablonne v P, Polesi, undundund...
Wenig unter Anleitung des Buches, mehr unserer neugierigen Nase gerade aus.
Nach Böhmen!


Gruß,
malo

Antworten:

Da hat er sich aber große Mühe mit der Aussprache gegeben ...

... denn wir haben weitestgehend in Hochdeutsch miteinander kommuniziert :-)
Ich bin nämlich kein waschechter Sachse, weil aus Mücheln(Geiseltal) in Sachsen-Anhalt gebürtig, aber seit 1981 in Dräsdn lebend.
Eingeborene Sachsen merken das an meiner Aussprache auch sofort.
Warum aber böswillige Elemente Sächsisch zum deutschlandweit unbeliebtesten Dialekt abgestempelt haben, ist mir nicht klar. Ich find's so originell. Zu DDR-Zeiten gab es 2x im Jahr die "Messewelle Leipzig", wo der Komiker Manfred Uhlig den Leuten Sächsisch beigebracht hat. Da habe ich auch erst mal erfahren, dass es noch 3 Abstufungen des sächsischen Dialekts gibt, nämlich

1. Meißnisch in der Dresdner Gegend
2. Leipziger Sächsisch
3. Erzgebirgs-Sächsisch

Da habe ich Begriffe gehört, die mir völlig unbekannt waren ... Feierriepel z.B. .. Wer kommt da auf Schornsteinfeger ? :confused:

Zum Abschluß noch mal etwas, was da so in Vojkovice vorbeikam, toll war's allerdings nicht:

[www.youtube.com]

Nebenbei hatte Heinz übrigens noch gestanden, dass er früher, als er noch eine Rangierlok im Bahnhof zur Verfügung hatte, die Jungs oft heimlich in Richtung Kyselka auf den Weg geschickt hat, damit sie ihm Holz für die Heizung zu Hause ranschaffen ;-)

von wxdf - am 21.06.2008 08:59

Da legts dich nieder!

Hallo,

wenn einer merkt, das da einer "fremd" ist, wird er sich stets um halbwede verständliche Aussprache bemühen.

Gegen das Säx´sch habe auch ich nichts einzuwenden. Fast nix. Es gibt Gegenden, die sind unmöglich. Mir persönlich gefällt der breite, ruhige "Dresdner" am besten.
Vergiß nur eins nicht, das Erzgebirge ist von Franken her besiedelt worden, weswegen es da bis heute sehr viele Ähnlichkeiten gibt.
In Altenburg/Schmölln tut man ja auch in den Ofen "nei schiern".

Aber Heinz mit der Heizerei?
Holz von der Lokmanschaft besorgen lassen? :cheers:
Ein Schenkelklopfer! Was habe ich gelacht :-)

Gruß,
malo

von malo - am 21.06.2008 13:38
Ja mei! Da komm ich grad aus dem Jeseniker Zipfel zurück und war schon beim Gedanken mal einen Crash-Kurs Tschechisch zu belegen. Und nun lese ich dies und bin echt am Zweifeln, ob es noch andere Fremdsprachen zu lernen gibt. Obwohl ich in Lipova Lazne auch recht ähnliche Töne gehört habe, die von Menschen kamen, die mir fremder waren als die tschechischen Gastgeber, deren fremde Sprache ich nun wirklich nicht verstehe.

Trotzdem Dank für Eure Geschichten aus den "wenigen" Jahren, leider kann ich da nicht mithalten. Deshalb folgt nur ein sich hauptsächlich auf Fakten beziehender Bericht von 4 Tagen Altvatergebirge als neues Thema.

Bis dann ...

Niels

von Niels K. - am 22.06.2008 16:06

Re: Da hat er sich aber große Mühe mit der Aussprache gegeben ...

Hallo Helmut,

Das sächsisch im Dresdner Raum muß man noch viel mehr differenzieren:

Elbtal bei Meissen, wo doch Richtung Preußen starke Fremdeinflüsse bemerkbar sind,

Dräääsdn mit seinem wirklich unverkennbarem Dialekt, eine junge Frau sagte mir mal, daß Sie noch nie zuvor so breites Deutsch gehört hat. Wunderte mich schon sehr, da ich mir bei der Aussprache immer Mühe geb.

In Radeberg klingts schon wieder anders, nu nu wird dort meist durch nu ja ersetzt.

In Pirna spricht man B`ärnsch, die letzte mir bekannte Person die diesen Dialekt noch richtig beherrschte war meine Oma.

Und dann gibts noch das oberelbtal Sächsisch in Bad Schandau und Umgebung.

Im übrigen sind die Dialekte eine schöne Eigenheit der jeweiligen Region, und sollten deshalb nicht diskriminiert werden. Da fällt mir grade Jürgen Hart mit unserer Sachsenhymne ein: Sing mei Sachse sing.....
Für Uneingeweihte eine gute Möglichkeit sich mit einem sehr schönen Dialekt vertraut zu machen, auch wenns bloß in Leeibtscher Sächs´sch gesungen ist. :-)
Im Grunde genommen findet sich ja immer eine Möglichkeit der Verständigung.:cheers:

Eine schöne und streßfreie Arbeitswoche wünscht

Der Obermuchel (der zu seinem Dialekt steht)

von obermuchel - am 22.06.2008 20:01

Jürgen Hart (OT)

Tag,

Zitat

Jürgen Hart mit unserer Sachsenhymne ein: Sing mei Sachse sing.....


Man sollte sich aber die ganze Platte gönnen und möglichst zwischen den Zeilen lesen. Auch die heute gern mal verklärte Reichsbahn bekommt ihr Fett weg!

Ahoj
Daniel

von brejlovec750 - am 23.06.2008 11:48
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