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Forum zu den Eisenbahnen in Tschechien
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ChristianMUC, Guliver, Joachim Piephans, AAW, Strojmistr, JeDi, s-lin, Brotbüchse

Beschleunigung der KBS 183 und Durchbindung bis Zwiesel möglich?

Startbeitrag von Guliver am 03.06.2009 12:32

Hallo,

gibt es eigentlich Pläne die KBS 183 Plzen - Zelezna Ruda zu beschleunigen? Mit einer Fahrzeit von 2:15 für 97 km ist sie ja nicht gerade die schnellste Verbindung.

Möglichkeiten zur Beschleunigung sehe ich wenn man einzelne Halte bei Schnellzügen auslassen würde (Insgesamt 18 Halte), wenn man stärkere Loks einsetzen würde (Etwa statt eine BR 754 mit 1460 kW einen ER 20 mit 2000 kW bzw. statt einer BR 242 mit mit 3080 kW einen ES 64 U4 mit 6000 kW), wenn man den Lokwechsel in Klatovy vermeiden könnte (Mit einem Mehrsystemfähigen ES 64 U4 könnte man auch gleich bis Praha durchfahren und würde somit einen weiteren Lokwechsel in Plzen vermeiden). Ein größeres Projekt wäre eine Elektrifizierung Klatovy-Zelezna Ruda, die einen Lokwechsel ersparen würde und durch die stärkeren E-Loks Fahrzeitgewinne ermöglichen würde.

Mit diesen Maßnahmen könnte man doch sicherlich insgesamt 28 Minuten Fahrzeit einsparen, so das man zur Minute :14 in Zelezna Ruda ankommt. Würde man das erreichen, könnte man die Züge nach Zwiesel durchfahren lassen. Ein Umsteigevorgang dort wäre doch sinnvoller als in Bay. Eisenstein. Jedoch müsste man dann auch eine kurze Wendezeit hinbekommen, das die Züge nach dem 00er-Knoten wieder zurück nach Plzen fahren können.

Grüße,
Peter

Antworten:

Persönlich erachte ich es für wichtiger, wenn die Region grenzüberschreitende Tickets anbieten würde. Zuletzt habe ich die Strecke lediglich für eine gemütliche, langsame Ausreise genutzt. Dabei hat mich weniger die Geschwindigkeit, sondern eher die reizvolle Landschaft interessiert.

An eine wirkliche Magistrale von Böhmen nach Niederbayern, die dafür modernisiert werden müsste, möchte ich da nicht denken, denn dafür gibt es bessere Alternativen. Der neue Schengenraum muss aber mit Leben gefüllt werden. Dazu gehören in den Touristenregionen engere Kooperationen bei Tickets.. Gerade zwischen Alt-Bayern und Böhmen fehlt da noch vieles.

von Brotbüchse - am 04.06.2009 11:13

Kleinere Verbesserungen würden auch schon viel bringen,

zum Beispiel Anschlussgarantien mit Direktzügen München - Bayerisch Eisenstein.

Entscheidend ist weniger, wo umgestiegen werden muss, sondern wie oft. Eine Durchbindung der tschechischen Züge dürfte an der fehlenden Zulassung der Loks in Deutschland scheitern. Damit bleibt Zelezna Ruda /Bayerisch Eisenstein als Umsteigebahnhof auf weiteres zwingend.

Die Zahl der Grenzübertritte über Bayerisch Eisenstein sollte nicht unterschätzt werden. Gleichwohl hat Furth im Wald wegen der besseren Verbindungen (und der günstigeren Lage nach Nürnberg) eine ungleich höhere Frequenz. Fakt bleibt, dass die Verbindung über Bayerisch Eisenstein entfernungsmäßig kürzer und landschaftlich attraktiver (Kunstbauten, Tunnels) ist.

Die Reisendenfrequenz würde sich erhöhen lassen, wenn man die landschaftliche Schönheit ein bischen vermarktet und es den Reisenden leichter macht, die Reise nach Böhmen bzw. Bayern über Bayerisch Eisenstein anzutreten. Bislang kaum zu empfehlen, da z.B. die Anschlüsse in Plattling ungewiss sind (Daher halte ich auch längere Umsteigezeiten in B.E. für durchaus sinnvoll).

Was könnte man konkret tun?

Eine Idee wäre, den Albert Einstein in seine traditionelle Fahrplanlage zurückzuverlegen (6.44 Uhr ab München), wogegen sich Arriva sperren dürfte, da ihre teure Diesellok sonst 2 h unnütz in Furth rumsteht. (Der CD werden Wendezeiten von zweieinhalb Stunden zugemutet - ohne das Entgegenkommen der CD gäbe es m.E. die durchgehenden Schnellzüge sowieso nicht mehr). Spiegelbildlich könnte man den Schnellzug von Z.R nach Prag auf 10.40 Uhr legen, so dass er mit dem RE ab 7.19 in München erreichbar wäre. Die Verbindung wäre dann für die Reisenden attraktiv, die 6.44 Uhr in München nicht schaffen und über die landschaftlich schönere Strecke fahren wollen (Touristen). Die Fahrplangestaltung käme auch dem Raum Oberpfalz mehr entgegen, da der jetzige Albert Einstein mit seiner späten Abfahrtszeit keine echten Tagesausflüge mehr ermöglicht.

Letztendlich müsste die Verbindung über B.E.anschlusstechnisch sicherer gemacht werden. Die Neuausschreibung der Waldbahn (2014???) würde Gelegenheit dazu bieten, ein paar Direktzüge nach München mitauszuschreiben. Die CD (bzw. das tschechische Verkehrsministerium) hat mit den Schnellzügen nach Z.R die Hand ausgestreckt, fragt sich, ob die bayerische Seite diese zu ergreifen bereit ist.

SG
ste



von s-lin - am 04.06.2009 14:54

Bayern-Böhmen-Ticket und Sone+DB sind schon ein Fortschritt

Mit dem Bayern-Böhmen-Ticket bzw. den Sone+DB /CDNet+DB/RegioNet+DB gäbe es schon grenzüberschreitende Tickets. Das Bayerwald-Ticket gilt auch im begrenzten Rahmen (bis Spicak) in den grenzüberschreitenden Waldbahnen und Bussen.

Aber natürlich wären weitere Verbesserungen im Ticketangebot sehr gut. Etwa ein dem "Prag-Spezial" vergleichbares Angebot.

von Guliver - am 04.06.2009 19:20

Waldbahn wird gerade für 2013 ausgeschrieben

Zitat
s-lin
Letztendlich müsste die Verbindung über B.E.anschlusstechnisch sicherer gemacht werden. Die Neuausschreibung der Waldbahn (2014???) würde Gelegenheit dazu bieten, ein paar Direktzüge nach München mitauszuschreiben. Die CD (bzw. das tschechische Verkehrsministerium) hat mit den Schnellzügen nach Z.R die Hand ausgestreckt, fragt sich, ob die bayerische Seite diese zu ergreifen bereit ist.


Aktuell läuft die Ausschreibung (Vorankündigung war im Mai im Europäischen Amtsblatt) für Betriebsaufnahme 2013.

Ausgeschrieben werden das Oberpfalznetz um Cham, die Waldbahn um Zwiesel und die Regionalbahnen Regensburg-Marktredwitz. Keine Erwähnung von Direktverbindungen nach München. (Wird es auch wohl nicht geben, da Passau-Plattling-München ab Dez. 2009) von der DB gewonnen wurden, und das oben genannte Paket aller vorraussicht nach ab 2013 von der Regentalbahn/Arriva (direkt und nicht mehr im Auftrag von DB Regio) gefahren wird.

Wobei ich persönlich die Anschlüsse in Plattling für sehr sicher halte. Fuhr die letzten 5 Jahre regelmässig von Grafenau nach München über Plattling und kann mich in diesen Jahren nie erinnern das der Anschluss RB auf Waldbahn nicht geklappt hätte. Wie es mit RE auf Waldbahn (7 Minuten kürzere Umsteigezeit) aussieht kann ich nicht beurteilen, da dieser nicht mit meiner Waldbahn nach Grafenau korrespondierte. Wobei 8 Minuten Umsteigezeit eigentlich ausreichen müssten. Ebenso wartet die Regentalbahn oft. In umgekehrter Richtung sind die Umsteigezeiten mit 6 Minuten knapper (Statt 13 Min zum RB), allerdings herrscht hier auch bahnsteiggleiches Umsteigen.

Die Umsteigezeiten in Zelezna Ruda dagegen finde ich schon überzogen. Fast 30 Minuten rumstehen ist jetzt nicht gerade wenig. Was mich dort ebenso etwas stört ist, das die Waldbahnen bzw. Züge der CD gut 100 m auseinander halten. Der Bahnsteig ist lang genug, dass die Waldbahnen bis zu den Tschechischen Zügen bzw. die tschechischen Züge bis zu den Waldbahnen durchfahren könnten um so direkt nebeneinander Umzusteigen. Wenigstens kann man nach dem Schengenbeitritt direkt über den Mittelbahnsteig zum CD-Zug gehen und muss nicht über den Hausbahnsteig.

Grüße,
Peter

von Guliver - am 04.06.2009 19:24

Eine Ergänzungsausschreibung wäre nötig...

... und sollte für drei Direktzüge auch möglich sein.

Aus meiner Erfahrung muss ich leider sagen, dass die Anschlüsse aus München Richtung Waldbahn alles andere als sicher sind.

Natürlich wartet die Regentalbahn soweit möglich, aber das Fahrplankorsett auf der 905 ist schon recht eng, da sich Verspätungen leicht übertragen. Mir ist es 2008 zweimal passiert, dass der 9.05 ab Plattling Ri B.E. nicht auf den RE aus München gewartet hat. Damit verrpasste ich auch den Anschluss 10.35 Uhr nach Prag und musste zusätzliche 2 h in B.E. warten (bis 12.40 Uhr). Einem Prag Touristen kann man die Route daher trotz aller landschaftlichen Reize nicht empfehlen. Und die Reisebüros, die Europa-Touren für Amerikaner organisieren und (immer noch) die Route Prag - München per Eisenbahn organisieren, werden sich auf sowas nicht einlassen, sondern die umsteigefreie Variante über Furth bevorzugen.

SG
ste

von s-lin - am 05.06.2009 11:19

Rückbau auf 905 ein Problem für Direktzüge.

Ein größeres Problem dürfte es allerdings bei den Direktzügen geben. Nach dem Rückbau 2003 bestehen nur noch Kreuzungsmöglichkeiten mit einer Länge von 120 m. Dadurch können Lokbespannte Züge höchstens mit 3 Wagen fahren. Die Bahnsteige wurden sogar auf 100 m gekürzt.

Dazu kommt noch, das die Direktzüge irgendwie in den Fahrplan reinpassen müssen. Hier muss man zum einen die Strecke Landshut - Plattling zu bedenken und zum anderen sind durch den oben genannten Rückbau auf der KBS 905 auch 2 Kreuzungsmöglichkeiten in Ulrichsberg und Regen entfallen.

Viel Platz bleibt da im wahrsten Sinne des Wortes nicht mehr.

Im Grunde macht es eigentlich nur Sinn, einen Direktzug in der Fahrplanlage aktuell verkehrender Züge zu fahren. Allerdings ergeben sich dadurch Probleme:

Zug fährt um 7:23 in München los, kommt um 8:58 in Plattling an ->
Problem: Ein 3 Wagen-Zug reicht hier nicht aus. Aktuell sind 2 Doppelstock-Wagen und 2 Einstöckige Wagen im Einsatz. Macht zusammen 450 Sitzplätze. 3 Bee hätten gerade mal 180 Sitzplätze. Man müsste also 2 Dostos oder 3 Einstöckige Wagen anhängen.

Abfahrt 9:05 in Plattling ->
Problem: Binnen 7 Minuten müsste man die 2 - 3 Zusatzwagen wegbringen und die Lok wechseln.

Ankunft 10:11 in Bay. Eisenstein Abfahrt 10:42.
Problem: 31 Minuten Aufenthalt in Bay. Eisenstein. Reichlich viel bemessen für Lokwechsel und Personalwechsel. 10 Minuten wie in Furth i. Wald müssten ausreichen.


Ausschreibungstechnisch kämen noch die Probleme dazu, das man jeweils einen RE der DB als auch eine Waldbahn von Arriva ersetzen müsste, was sich diese sicherlich teuer abkaufen lassen werden. Sprich, eine Zusatzausschreibung dürfte sicherlich nicht gerade billig werden. Zumal Bayern überhaupt kein Interesse hat diese kürzere Verbindung aufzuwerden. Die Bündelung des Münchner und Nürnberger Verkehrs sowie die Einbindung der Großstadt Regensburg überwiegen, gegenüber der kürzeren (aber nicht schnelleren) Streckenführung durch relativ dünnbesiedeltes Gebiet.


Vorteile bei der von mir vorgeschlagenen Lösung wären in meinen Augen:
-Die Regentalbahn spart sich zwei Triebwagen ein.
-Zwiesel und Ludwigsthal erhalten Direktverbindungen nach Prag
-Die Gemeinden entlang der Strecken nach Bodenmais und Grafenau erhalten eine Verbindung nach Prag mit einmal Umsteigen.
-Der Schnellzug Prag-Zelezna Ruda stünde nicht 30 Minuten leer herum.
-Die Verbindung von Pilsen nach Zelezna Ruda würde um 30 Minuten beschleunigt werden.
-Statt nach Bay. Eisenstein könnten die Triebwagen der Waldbahn direkt nach Bodenmais und Grafenau weiterfahren und somit Direktverbindungen nach Plattling herstellen.

Grüße,
Peter




von Guliver - am 05.06.2009 12:28
Die Waldbahn fährt aber im Auftrag der DB, ist also kein Problem.

von JeDi - am 10.06.2009 12:08

Nur noch bis 2013

Die Waldbahn fährt lediglich bis 2013 "im Auftrag der DB Regio". Aktuell läuft ja eine Ausschreibung für den Zeitraum 2013 - 2023 in dem die Waldbahnstrecken mit aufgenommen sind.

von Guliver - am 10.06.2009 12:24

Re: Nur noch bis 2013

Laut Gerüchteküche nur noch, bis die Hamburger Hochbahn im Dönertal fährt, um Wald- und Oberpfalzbahn mit eigenem Personal, das dann da weiterbeschäftigt wird, zu fahren...

von JeDi - am 13.06.2009 17:53

Re: Dönertal?

"Dönertal"? Bitte helf' mir drauf, was du meinst.

von Joachim Piephans - am 13.06.2009 18:11

Re: Dönertal?

Gemeint ist die Donautalbahn zwischen Regensburg und Ulm.

von ChristianMUC - am 15.06.2009 14:16
Hallo,

ähnliche Gedanken hatte ich gestern bei einer Fahrt Prag - Feldmoching auch.
Genutzt habe ich den Schnellzug Praha - Klatovy (15.06 ab Prag, 17.52 an Klatovy), weiter ging es dann mit Os nach Eisenstein, RB nach Platting, RE nach Freising, dann Sausebahn...
Ich glaube durchaus, dass es auf der Strecke Potential gibt. Man hat aktuell (für den Fall eines Anschlusses) eine halbe Stunde Übergangszeit in Eisenstein, die aufgrund entfallener Grenzkontrollen eigentlich hinfällig sind. Ziel muss es also sein, die Fahrzeit Klatovy - Zwiesel um eine halbe Stunde zu kürzen, eine Kürzung zwischen Pilsen und Klatovy halte ich zwar auch für machbar, ist aber im Sinne des Taktfahrplans (Knoten zur vollen Stunde) nicht unbedingt sinnvoll.
Die Regionovaschachtel, die mich gestern von Klatovy weg beförderte, hatte auf nahezu allen Unterwegshalten ordentliche Standzeiten, eine Beschleunigung sollte also nicht unmöglich sein. Zusammen mit ein paar wenigen Infrastrukturprojekten sollte es möglich sein, vielleicht nicht bis morgen - aber bis zur nächsten Waldbahnausschreibung 2023 wäre doch mal eine Perspektive.

von ChristianMUC - am 15.06.2009 14:22
Zitat
ChristianMUC
Die Regionovaschachtel, die mich gestern von Klatovy weg beförderte, hatte auf nahezu allen Unterwegshalten ordentliche Standzeiten, eine Beschleunigung sollte also nicht unmöglich sein. Zusammen mit ein paar wenigen Infrastrukturprojekten sollte es möglich sein, vielleicht nicht bis morgen - aber bis zur nächsten Waldbahnausschreibung 2023 wäre doch mal eine Perspektive.

Mit beschleunigungsstarken Triebwagen (z.B. die RS1, die Regionovy gehören mit Sicherheit nicht dazu) im Durchlauf Plattling-Klatovy wäre sicher einiges an Fahrzeit im tschech. Abschnitt zu gewinnen. Ob das allerdings reicht die Knoten in Plattling und Klatovy auch mit abschnittsweisem Ausbau zu erreichen, ist zu bezweifeln - außer man fährt in Klatovy vorm Knoten ab (wozu auch Plzen-Klatovy beschleunigt werden müßte, die Züge aus Susice kommen eh schon .40 an). Möglich wäre also:

Plzen_____1.02/0.58 R alle 2h
Klatovy___1.40/0.20

Klatovy___1.44/0.14 Os alle 2h
Krzg. in Nyrsko und Zwiesel, dann wie gehabt
Plattling __1.52/0.05

Verdichterleistungen Klatovy-Nyrsko(-Eisenstein) müßte man dann außer Takt mit Anschluß vom Os aus Plzen fahren. Im bayerischen könnte weiter stündlich (auch bis Spicak) gefahren werden. Bis es mal soweit kommen könnte, wird wohl noch sehr viel Wasser die Bäche und Flüsse der Region hinabfließen.

Gruß André

.

von AAW - am 15.06.2009 19:02

Lohnt sich das denn überhaupt?

Ich glaube nicht, dass es so immens viele Bayowaren in das Innere Tschechiens ziehen wird, dass man sich da große Gedanken um eine Verdichtung des Zugangebotes machen müsste.
Bei meinem letzten (zwangsweisen) Aufenthalt in der bayrischen Grenzregion herrschte da eher eingefleischtes Gedankengut vor: jenseits des Bayrischen Waldes - das war alles der große unbekannte Osten. Damit wollte man nichts groß zu tun haben. Ist zwar schon 2005 gewesen, aber so schnell ändert sich in den Köpfen nichts, da man andererseits immer noch große Stücke auf den österreichisch/deutschen Politiker mit dem Bart und dem Scheitel hielt. Das ist immerhin noch ein paar Jährchen mehr Vergangenheit.

von Strojmistr - am 15.06.2009 20:05

Re: Lohnt sich das denn überhaupt?

Zitat
Strojmistr
Lohnt sich das denn überhaupt?

Naja, es ging ja nur darum, beim jetzigen Fahrplanangebot die Fahrzeiten zu verkürzen. Von Mehrverkehr war gar nicht die Rede (ist derzeit beiderseits der Grenze wohl auch nicht absehbar).

Das in den "heiligen ländlichen Grenzregionen dt. Nationen" immer noch die bösen Vorurteile in einigen Teilen der Bevölkerung drin sind, das kann man ja an den Wahlergebnissen bestimmter Parteien sehen. Kommt halt davon, wenn man es nur bis zu den Vietnamesenmärkten hinter der Grenze schafft.

Gruß André

.

von AAW - am 15.06.2009 22:47

Re: Lohnt sich das denn überhaupt?

Ich denke schon, dass sich das in gewissem Rahmen lohnt. Gegen die Verlängerung einiger Waldbahnen gab es ja auch anfangs große Vorbehalte. Mittlerweile hat sich das ganz gut etabliert - trotz grausamem Fahrplan. Gerade im Winter sind die Züge doch ordentlich voll (kleines Skigebiet in Spicak direkt am Bahnhof)...

von ChristianMUC - am 16.06.2009 07:21

Re: Lohnt sich das denn überhaupt?

Zum Skifahren wird die Bahn sicherlich auch gut genutzt werden. Doch hier locken sicherlich noch die günstigeren Preise in Tschechien zahlreiche Touristen über die Grenze. Irgendwann wird sich aber auch dass relativiert haben, dann sind die Preise hüben wie drüben gleich.
Ich frag mich nur, ob eine um 10 oder 15 Minuten schnellere Verbindung auch nur einen einzigen Bewohner des Bayrischen Waldes veranlassen wird, mal nach Klatovy oder gar weiter nach Plzen oder Prag zu fahren?

von Strojmistr - am 16.06.2009 09:18

Re: Lohnt sich das denn überhaupt?

Naja, Klatovy ist jetz nicht so das Ziel - da bin ich bisher auch nur umgestiegen. Es gibt aber schon recht viele Touristen, die von München, Landshut oder Regensburg nach Plzen zum Tagesausflug fahren. Bietet sich ja grad am Wochenende dank Bayern-Böhmen-Ticket an. Warum sollten die nicht bei besserem Fahrplan auch über Eisenstein fahren? Aktuell ist man von Plzen nach München über Eisenstein trotz kürzerer Strecke eine Stunde länger unterwegs, davon entfällt eine halbe Stunde auf den Umstieg in Eisenstein.
Sollte die Fahrzeit hier kürzer werden, gibt es sicher den ein oder anderern Touristen, der das Angebot nutzt. Die Auslastung ist ja im Moment nicht sonderlich schlecht - und würde sich bei einer Durchbindung eher verbessern.

von ChristianMUC - am 16.06.2009 14:32

Re: Klatovy

Hast Du dir noch nie die Altstadt von Klatovy angeschaut? Ist durchaus ein lohnendes Ziel!

Und zu ¦pícak: das ist nicht irgendein kleines Schigebiet, sondern das mit Abstand größte auf der böhmischen Seite des Böhmerwalds ((naja, topographisch eigentlich noch auf der bayerischen des Böhmerwalds, fließt doch das Wasser des Südhangs über den Großen Regen in die Donau)).

Zu der ganzen Zeiteinsparungsdiskussion äußere ich mich nicht. Die Waldbahn, mehr noch ihre böhmische Seite als schon die bayerische, ist für den Reisenden eine Genußbahn. Für Touristen, ob sommers oder winters, eine Verlängerung des Urlaubs. Für die Menschen des oberen Angeltals und des Eisensteiner Kessels eine Lebensader nach einem in Jahrzehnten geprägten Zeitrhythmus. Wer von A nach B, von M nach P hetzen will, sollte sich andere Verkehrswege suchen. Laßt die Vordenker doch sich auf die Further Schiene beschränken - die werden wir, scheint mir, eh bald nicht mehr wiedererkennen - und wenigstens die Böhmisch-Bayerische Waldbahn davonkommen!

Allein, es wird vergeblich sein ...

Joachim

von Joachim Piephans - am 16.06.2009 16:22

Re: Klatovy

Zitat
Joachim Piephans
Hast Du dir noch nie die Altstadt von Klatovy angeschaut? Ist durchaus ein lohnendes Ziel!

Nein, bisher immer nur durchgefahren. Nachdem ich nicht sonderlich kulturell interessiert bin, hat mich die Stadt nie gereizt ;)

Zitat
Joachim Piephans
Und zu ¦pícak: das ist nicht irgendein kleines Schigebiet, sondern das mit Abstand größte auf der böhmischen Seite des Böhmerwalds ((naja, topographisch eigentlich noch auf der bayerischen des Böhmerwalds, fließt doch das Wasser des Südhangs über den Großen Regen in die Donau)).

Ich war zum Skifahren bisher immer in den Alpen. Und verglichem mit dem, was da teilweise geboten wird, ist Spicak mit seinen 2 Einersessel doch recht klein. Ich bin da vorletzten Winter mal zum Essen hochgefahren.

Zitat
Joachim Piephans
Zu der ganzen Zeiteinsparungsdiskussion äußere ich mich nicht. Die Waldbahn, mehr noch ihre böhmische Seite als schon die bayerische, ist für den Reisenden eine Genußbahn. Für Touristen, ob sommers oder winters, eine Verlängerung des Urlaubs.

In Zeiten von Regioshuttle und Regionova bin ich da etwas anderer Meinung.

Zitat
Joachim Piephans
Laßt die Vordenker doch sich auf die Further Schiene beschränken - die werden wir, scheint mir, eh bald nicht mehr wiedererkennen - und wenigstens die Böhmisch-Bayerische Waldbahn davonkommen!

Allein, es wird vergeblich sein ...

Joachim

Ich gehe davon aus, dass auch in Tschechien irgendwann sich einmal die Frage stellen wird, welche Strecken man sich dauerhaft leisten kann und will. Daher sollte sich nicht die Frage stellen, welche Strecken man "davonkommen lassen" kann, sondern welche Strecke man dauerhaft weiterbetreiben will.

von ChristianMUC - am 16.06.2009 18:05

Re: Klatovy

Zitat
ChristianMUC

... sondern welche Strecke man dauerhaft weiterbetreiben will.


Aber bitte nicht geschichtsblind und auch nicht aus dem Einheitsbaukasten modernisiert, sondern mit Blick auf die regionale Einbindung, Eigenheiten, Stil und Kultur!

von Joachim Piephans - am 16.06.2009 18:29

Re: Klatovy

Du kannst sicher sein, dass mir die Tschechische Einheitsmodernisierung auch nicht unbedingt gefällt - allerdings schlagen da zwei Herzen in meiner Brust (wie es in der klassischen Literatur so schön heißt).
Einerseits "zerstört" die Modernisierung natürlich das gewohnte "klassische" Bild des Fotografens, das ich zum Zwecke der Fotografie durchaus bevorzuge. Andrerseits sorgen genau diese Modernisierungsmaßnahmen dafür, dass die Strecken eine Zukunft haben.
Ganz abgesehen davon - wenigstens werden die tschechischen Bahnhofsmodernisierungen gründlicher durchgeführt als in deutschen Landen, wo die rostigen Gleisreste weiterhin rumliegen.

Übrigens: auch schon vor 100 Jahren gab es Einheitsbaukästen...

von ChristianMUC - am 16.06.2009 18:39
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