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Forum zu den Eisenbahnen in Tschechien
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Erster Beitrag:
vor 8 Jahren, 3 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 8 Jahren, 3 Monaten
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wxdf, Strojmistr, AAW, s-lin, Schwandorfer

Unfall bei Tochovice

Startbeitrag von Strojmistr am 10.06.2009 16:51

Es ist immer das Gleiche: Da fallen die jahrelang gewohnten Schranken weg, werden durch Warnblinkanlagen ersetzt - und schon kracht es. So geschehen heute bei Tochovice an der KBS 200. Leider ist dabei ein 11-jähriger Junge ums Leben gekommen, ein 18-jähriger wurde mit dem Hubschrauber nach Prag geflogen. Ein 810er hatte einen Skoda erfasst, dessen Fahrerin trotz (offensichtlich) funktionierenden Blinklichts den Bahnübergang befuhr.



Quelle: [pribramsky.denik.cz]

Antworten:

Nicht ganz richtig...

Na ¸elezničním přejezdu u Tochovic se ve středu odpoledne srazilo osobní auto s vlakem. Při nehodě zemřel jedenáctiletý chlapec, při transportu do nemocnice podlehla vá¸ným zraněním i jeho sestra, která vůz řídila.

Auf einem Bahnübergang bei Tochovice stieß am Mittwoch Nachmittag ein PKW mit einem Zug zusammen. Bei dem Unfall starb ein 11jähriger Junge, beim Transport ins Krankenhaus erlag auch seine Schwester, die den PKW fuhr, ihren schweren Verletzungen.

von wxdf - am 11.06.2009 07:41

macht mich nachdenklich...

hmm, natürlich ist selber schuld, wer beim roten Blinklicht noch drüberfährt. Aber wahrscheinlich war die Unglückliche jahrelang gewohnt, dass da eine Schranke war. Dann kam es zur Kurzschlussreaktion.

Mit Fug und Recht kann man sagen, dass die beiden noch am Leben wären, wenn die alte Sicherheitstechnik noch in Betrieb wäre.

Warum hat man hier bei der Modernisierung keinen beschrankten Bahnübergang installiert? Ist doch eine vielbefahrene Straße. In Trhove Dusniky haben sie meiner Erinnerung nach Halbschranken installiert, dabei endet die einspurige Dorfstraße dort in einem Feldweg...

von s-lin - am 12.06.2009 12:21

Re: macht mich nachdenklich...

Zitat

In Trhove Dusniky haben sie meiner Erinnerung nach Halbschranken installiert, dabei endet die einspurige Dorfstraße dort in einem Feldweg...


Das ist aber die einzige neue Schrankenanlage, die mir an der ganzen Strecke aufgefallen ist. Sonst wurden doch überall nur Blinklichter aufgestellt...

Viele Grüße

Tobias

von Schwandorfer - am 12.06.2009 18:58

Als ich am 13.6. am Unfallort vorbeifuhr...

... hatten die Einwohner am Übergang Totenlichter, Blumen , ein Kreuz und 2 Radkappen platziert und schauten dem Zug, der vor dem Übergang abbremste, grimmig entgegen:
[www.youtube.com]

Ein Ortskundiger hatte im K-Report geschrieben, dass hier wohl eine Rolle gespielt hat, dass die Fahrerin Anfängerin war und die Einwohner es von früher so gewohnt waren, dass nach dem Ertönen des Glockensignals und dem Schließen der Schranken eine Ewigkeit verging, bis der Zug vorbei kam, was dazu verleitete, eben mal schnell bei geschlossener Schranke über die Gleise zu gehen.

von wxdf - am 14.06.2009 14:23

Dann bist Du das wohl? ;-)



Der Weixdorfer in Aktion?

Hab mir die Stelle gestern auch angesehen. War ein ziemlich beklemmendes Gefühl. Auf den Bildern vom Unglücksort ist auch das Gras sehr hoch, was zusätzlich die Sicht eingeschränkt haben könnte - abgesehen davon, dass man bei rotem Blinklicht sowieso nicht mehr rüber fahren sollte. Gestern war hingegen alles schön gemäht. Die Einschaltpunkte sind eigentlich recht nah am BÜ gesetzt. Da sollte man sich sowas erst recht nicht erlauben. Aber in obigem Fall war zu mindestens 90 % die Macht der Gewohnheit im Spiel.

Zweierlei ist mir gestern besonders aufgefallen: Das Typhon wurde auffallend oft vor den BÜ betätigt, besonders dann, wenn kein Auto zu sehen war. Und viele Wagenlenker stoppten ihr Gefährt trotz weißem Blinklicht am BÜ - oder sehr oft auf dem BÜ, was natürlich im Ernstfall um so verheerender sein kann.

von Strojmistr - am 14.06.2009 15:37

Mensch Micha,

ich glaube, wir müssen unsere Ausflüge koordinieren, damit Du endlich mal dazu kommst, mir das versprochene Bier für die besorgten Güterzugfahrzeiten zu besorgen ;-)

Gestern hatte ich nämlich wieder mal einen meiner verrückten Einfälle: Ich fuhr mit Fahrrad in der S-Bahn DD Hbf ab 0:15 h nach Schöna, an 1:11 h. Dort stieg noch eine Frau aus, die danach trachtete, in den Ort hinauf zu laufen und meinte, ich würde wohl anschließend auf dem Elbradweg nach Úsŧí nad Labem weiterfahren. Bis dahin nicht, erwiderte ich, aber bis Děčín. An der Elbe stand zwar ein Kleintransporter mit blauen Männlein herum, die belästigten mich aber nicht und gegen 2:15 h kam ich dann am Tesco an, wo ich mir mit dem Einkaufen viel Zeit ließ, denn der Hauptbahnhof ist bis 3:45 h ohnehin verschlossen.
4:21 h ging's dann mit dem ersten Schnellzug nach Prag, 6:04 h am Masaryk-Bahnhof aus dem ersten Waggon raus und im Laufschritt zum Hbf, denn von dort fährt 6:11 h der Schnellzug nach Plzen. An der Anzeige stand was von 6:11 h Bahnsteig 4, aber man muss schon vollständig lesen, denn das war der Zug nach Bohumin. Also zurück, Bahnsteig 1 pfiff es schon, der Schaffner registrierte mich aber noch, Tür auf und wieder zu und los ging's.
Unser Zug wurde von der Euro-Werbelok geführt, in Plzen stieg ich dann mit dem braven Soldaten Schwejk, einigen Soldaten und einer Mini-Musikkapelle in den Zug Richtung ČB und in Strakonice wieder aus, wo von einer 310 ein Zug mit 4 Wagen bereitgestellt wurde, davon 2 einen teils gläsernen Fußboden zur Betrachtung des Fahrwerks und ein Speiseabteil hatten.

[s713.photobucket.com]

Ich konnte einige Fahrgäste aufklären, dass man zum Öffnen der Fenster erst mal am Gurt ziehen muss ... komisch, nicht mal alle älteren Fahrgäste kannten das :eek:
In Blatna war dann erst mal 1 h Pause, damit die Loks Wasser und Kohle fassen konnten. Von Nepomuk kam dann nämlich auch noch ein Zug, allerdings mit 10 min Verspätung, und der brachte den gesamten weiteren Ablauf durcheinander.

[s713.photobucket.com]

Eigentlich hatte ich wenigstens mit einer Würstelbude gerechnet, aber es gab nur Zuckerwatte, Süßigkeiten und Getränke. Gut, dass ich Verpflegung mitführte.
Wir fuhren dann verspätet mit Dampf-Doppeltraktion los, eigentlich sollten wir in Bělčice mit dem Planzug kreuzen, der wurde aber in Březnice festgehalten und fasste darob 25 min Verspätung aus.
Dann wurde herumrangiert und es ging mit 1 h Verspätung wieder zurück.
Da der Schaffner schwor, wir würden den Schnellzug um 17:30 h in Nepomuk garantiert nicht erreichen, das war aber die Voraussetzung dafür, wenigstens noch nach Dolní ´leb zu gelangen, gab ich entnervt auf, fuhr mit dem R 1251 nach Prag.
Der Lokführer unseres Zugs war offensichtlich sehr nervös, denn er hupte sehr oft und lang anhaltend. Aber vielleicht machen das nach dem Unfall jetzt alle so.
18:29 stieg ich in den EN um und kam pünktlich 20:02 in Děčín an, wo zufällig auch eine 52 mit einem Zug des Lausitzer Dampflokclubs herumstand.
Das Restaurant im Bahnhof ist pleite und steht zum Verkauf, somit scheiterte ein ordentliches Abendessen.
Nun hätte ich zwar auch noch mit dem verspäteten EC von Wien nach Dresden fahren können, ich wollte es aber billiger haben und auch noch etwas für die Gesundheit tun, deshalb ging's 20:39 mit dem vlačík-motoráček nach Dolní ´leb, von da über den Elbradweg nach Schöna und weiter mit dem Zug.


von wxdf - am 14.06.2009 17:28

Re: Mensch Micha,

Zitat
wxdf
Gestern hatte ich nämlich wieder mal einen meiner verrückten Einfälle: Ich fuhr mit Fahrrad in der S-Bahn DD Hbf ab 0:15 h nach Schöna, an 1:11 h. Dort stieg noch eine Frau aus, die danach trachtete, in den Ort hinauf zu laufen und meinte, ich würde wohl anschließend auf dem Elbradweg nach Úsŧí nad Labem weiterfahren. Bis dahin nicht, erwiderte ich, aber bis Děčín. An der Elbe stand zwar ein Kleintransporter mit blauen Männlein herum, die belästigten mich aber nicht und gegen 2:15 h kam ich dann am Tesco an, wo ich mir mit dem Einkaufen viel Zeit ließ, denn der Hauptbahnhof ist bis 3:45 h ohnehin verschlossen.
4:21 h ging's dann mit dem ersten Schnellzug nach Prag, ...

Dem Spleen mit Reisen zu unmöglichsten Zeiten bin auch schon paar mal verfallen: Letzte S-Bahn nach Schöna (die leider nur noch di-Sa früh fährt), dann weiter zu Fuß bis Decin zum 1. Schnellzug Ri. Praha. Vor Schengen mußte man immer noch hoffen keinen Grenzbeamten zu begegnen. ;)

Auch meine 1. größere Tour begann so: Irgendwo nach Certova Voda fing es auch noch an zu schneien. Weiter ging's über Praha-Mezimesti-Walbrzych-Wroclaw-Tarnow-Zagorz nach Lupkow, dort etwas im Schnee herumgestapft, ein paar Züge fotografiert und jämmerlich gefroren (nur eine "Übergangsjacke" tragend). Den Grenzbeamten war es wohl auch zu kalt, haben mich zwar beobachtet, aber sind im Warmen geblieben. Zurück ging es über Zagorz, dann mit Bus nach Rzeszow, von dort wieder mit Zug nach Wroclaw-Zgorzelec und retour nach Dresden.

Im Nachhinein eine schöne Fahrt.

Gruß André

.

von AAW - am 14.06.2009 21:31
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