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Forum zu den Eisenbahnen in Tschechien
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Erster Beitrag:
vor 5 Jahren, 2 Monaten
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AAW

Von Goldgelbem und Hartsitzverweigerern sowie Recht und Ordnung in Mähren

Startbeitrag von AAW am 12.05.2013 16:59

Hallo zusammen,

zur Flucht vorm TdS war ich die mährischen Tramvaje besuchen:

Los ging's im "Metropol", der erwartungsgemäß ziemlich "knacke" war. So setzte ich mich bis Prag erstmal in den Budapester Verstärkerwagen (Großraum). Den Anschlußfahrschein ab "Schöna-Hřensko" (Gr) wurde beim Schaffner erworben, was in CZ weitaus schneller klappt, als in D das Einscannen eines Onleinfahrscheins.

Und da nächtliches Reisen unter Flutlichtbeleuchtung mir nicht zu belieben vermag, begab ich mich nach Erwerb einer Kilometerbank in den in Prag einsetzenden Wagen. Zu dritt im abgedunkelten Abteil ist das weitaus "rilexter", wie man heute sagt. :) Überraschendes stand am Nachbarbahnsteig:


Der goldgelbe 809 281 wartet als Selbstbedienungs-MOs 9618 auf seine Fahrt gen Kralupy. (aus dem Abteilfenster mit ohne Stativ).

In Břeclav aus dem Zug gefallen, fuhr ich im "Hasenstall" des Pendler-Os 4640 zurück nach Brno. War zum Glück nicht übermäßig belegt. Darum blieben die Knie auch unbeschädigt. ;)

In Brno dann festgstellt, das es tatsächlich keine Gepäckaufbewahrung gibt und die komischen Schließfächer 80(!) Kc nur in 10- und 20 Kc-Stücken nehmen. Ich glaube hier hatte das schonmal jemand (Helmut?) berichtet und so deponierte ich meine Tasche am Busbf. für nur 50 Kc bei persönlicher Bedienung. Seit wann es wohl an Stelle der alten Gepäckaufbewahrung nur noch Kebap gibt? Und warum man sein Gepäck nicht am Kurierschalter, dessen Besatzung sich sichtlich langweilte, hinterstellen kann?

Am Abend ging's ziemlich geschafft (wenig Schlaf, viel Bewegung) im Schnellzug weiter gen Osten. Der Zug (R 745) bestand vorwiegend aus tschech. "IR-Wagen". Ich hörte schon meinen Hintern sagen, "nein, hier nicht rein, neiiiiin!" Aber zum Glück war noch ein aufgehübschter BD im Zug. In einem seiner Abteile hoppelte ich (über dem Drehgestell) in die Nacht.

Während mich die Abendsonne erst zusammen mit dem Auf und Ab des Hüpfens im Gleis in den Schlaf wog, sinnierte ich - nachdem das Handtelefon des Abteilgenossen mich aus dem Grunzen riß - in Reimform vor mich hin. Getreu dem Motto:

"Wer hoppelt im Zuge durch mährische Flur, es ist ein Fotofreund auf seiner Tour." ;) (Der genaue Inhalt ist natürlich längst vergessen.)

In Kojetín dann ein Déjà-vu: Im Anfahren leuchtete mir doch schon wieder Goldgelb entgegen. 810 271 sollte MOs 3967 nach Hulín bringen. In Přerov stand dann noch eine Arbeitsbüchse mit goldgelber Bauchbinde. Ubd das alles innert 20 Stunden.

Siehe da: Im Hbf zu Ostrava hat die Gepäckaufbewahrung sogar 24 h geöffnet - und das für nur 30 Kc! Aber ich brauchte sie ja bloß für ein paar Stunden - tags darauf.


Detail in der Unterkunft - Regionale Identität.

Am nächsten Abend fuhr ich im Ex 142 "Odra" nach Olomouc weiter. Statt in die slowakischen "Klimakisten" (die gar nicht so schlecht sind - für Wagen mit ohne Fenster zum Öffnen) verzog ich mich in einen der tschechischen, überholten klassischen Abteilwagen an der Zugspitze. Von meiner KMB zog der Schaffner indes für Ostrava-Schöna (Gr) schon vor Ostrava-Svinov ohne weiteres Überlegen 400 km ab.

Das einzige Mal, daß ich zwischen den wichtigsten Bahnhöfen einer dt. Stadt kontrolliert wurde, hatte ich im Übrigen noch nicht den neuen Semesterfahrschein eingesteckt, was mich im Nachgang 7 EUR "Bearbeitungsgebühr" kostete. :mad: Ansonsten bin ich sowohl zw. Dresden-Neustadt und Hbf, als auch zw. Berliner Bahnhöfen wohl noch nie kontrolliert worden.

Ganz im Ggs. dazu im Nachbarland. Zwischen Praha hl.n. und Holešovice oder eben wie oben innerhalb Ostravas kontrolliert zu werden, gehört nicht zu den seltesten Ereignissen einer Bahnfahrt. Besorgt fragte mich der Schaffner, wie ich wohl ab Prag weiter käme, da der EN bei Ankunft ja schon längst weg wäre. Da konnte ich ihn beruhigen, wollte ja nur die ersten 106 km der Strecke an diesem Abend zurücklegen.

In D dagegen ist mir das noch nie untergekommen, daß sich der Schaffner allein um das Weiterkommen des Fahrgastes sorgt und auch noch durch richtiges Fahrplanwissen überzeugt. Aber wir wissen ja alle, was die tschechischen "Ajznbona" den Deutschen voraus haben. Ist ja auch ein Grund dort mit der Bahn zu fahren.


Blick aus dem Frühstücksraum in die verregneten Altstadt Olmütz'.

Sonnabendmorgen Regen in Fäden, so daß ich doch länger im Bett blieb und schon nach dem späten Frühstück aufbrach. Ex 150 Hukvaldy hatte über 20' Plus, so daß vorher noch Leos Expresszug mit gleichem Ziel - Prag - am Bahnsteig erschien.

Ankunft in Prag mit nur mehr +5'. Da blieben dann über 4 Stunden Zeit, um etwas in Prag kreuz-und-quer zu fahren. Der 4 Stundenfahrschein für 9 Zonen kostet derzeit 68 Kc.

Schon auf dem Weg zum Bahnhof, es sollte im "Phoenix" heim gehen, fiel mir aus der Straßenbahn etwas Interessantes im Masarykbahnhof auf. Im genannten Zug fehlte im übrigen einer der Wagen nach Erfurt. So paßten diesmal alle Türen an den Bahnsteig "ganz hinten".


T478.3101 am Ende irgendeines dampfgeführten Sonderzugs nach der Ankunft. Aus meinem Zug nach Dresden konnte der Wagenpark dann auf der kaum befahrenen Umfahrungskurve in Richtung Bubny fahrend beobachtet werden.

Grüße,
André

PS: Straßenbahnteil in DSO: [www.drehscheibe-foren.de]

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