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Forum zu den Eisenbahnen in Tschechien
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PKP-ST44, Brotbüchse, Ingo118, moki, NL_SO, nix mehr

Jizdenka na leto

Startbeitrag von nix mehr am 11.08.2013 15:43

Jizdenka na leto

Servus,


da rauschte es durch das DS-Auslandsforum zuerst, mit dem Sommerangebot einer 14-tägigen Netzkarte bei CeskyDrahy. „Jizdenka na leto“, für jedermann, ohne Altersbeschränkung. Auch für Deutsche?
Ja, einer der extrem seltenen positiven Dinge der EU. Niemand darf darin diskriminiert werden… Für Juli und August wird das angeboten. Da Böhmen und Mähren zur Urlaubszeit ab Mitte Juli bis Ende August durchaus ungemütlich in Sachen Übernachterei, ->belegt…, werden kann, entschied ich mich gleich für Anfang Juli. Eine sehr gute Wahl, wie sich heraus stellte.

Die Frau brachte mich am 2.Juli, am Dienstagabend mit dem PKW nach Cheb. Erst mal jene Fahrkarte kaufen, was auch anstandslos gelang. 1190 Kc für 14 Tage? Ja, da wurde das Gefühl von beinaher Vogelfreiheit meiner fetten Jahre mit den Trampermonatsticket bei der Deutschen Bundesbahn, anno 1985 bis 1994, wach. Und genau darauf zielte auch meine Tour. Fahren! Loks fotografieren, nach meiner Suchliste, Porträts anfertigen. Und im Gegensatz zu früher: relativ wenig um Preise einer Übernachtung scheren. Und: ohne PKW unterwegs, keine stressige Fahrt in die Städte mit Sucherei der Bahnhöfe, einer Parkmöglichkeit und mittlerweile dem Zwang der Parkgebühren… Hie und da ein Bierchen. Das wird fein!

So rumpelte ich denn pünktlich um 18.33 Uhr mit dem rychlik gen Praha. Unwissend wo oder wie die Nacht zugebracht werden wird. Unterwegs loggte ich mich solo sitzend in Abteil und Waggon!, ins www ein, um mir mal die Lokeinsätze der fehlenden 362 von Brno zu begutachten. Bis Plzen hatte ich alles parat. Der 3.Juli schien damit ein äußert entspannter Tag zu werden. Alle fünf Loks müßten im zwei-Stunden-Takt stressfrei abgelichtet werden können.

Ankunft in Praha war um 21.44 Uhr. Bis zur Abfahrt um 0.01 Uhr oder 0.06 Uhr war Zeit. Erst noch ein Bier in der „u stare posta“, aber da war nix mehr. Putzen! Also gleich daneben in die Eckkneipe und eben da eines geschwemmt. Noch etwas umher tappen, dann war ich am Bahnsteig und wartete auf den günstigeren der beiden Nachtzüge. Im Bereich des EN477 sammelte sich bereits das Unbehagen: viel junges Volk mit Taschen und Rucksäcken. Die geben in Nachtzügen nie Ruhe! So war es vor 20 Jahren und so ist es heute noch. Also war klar, die Runde 0.06 Uhr Richtung Ostrava-Svinov, Umstieg um 4.19 auf 4.47 Uhr, nach Brno hl n, Ankunft dort 7.00 Uhr, und mehr brauchte es nicht.
Im Abteil waren wir zu dritt. Fk-Kontrolle nach der Abfahrt, Licht aus und Ruhe. So mag ich das!


3.Juli, Sonne, wenige Schleier, Tendenz zum völlig blauen Himmel. Fein! Das wohl letzte Schauspiel des unversehrten Hauptbahnhofes konnte beginnen. Mitte Juli war Beginn der Bauarbeiten an der nordöstlichen Einfahrt geplant. Wenige Bilder bei k-report zeugen bereits vom Umstand. Sicher wird es hinterher auch wieder gehen mit Bildern. Aber die schöne rustikale Einfahrt mit den vier ausgeleierten DKW über der Straßenunterführung wird wohl nicht mehr sein .


Einfach den Betrieb auf dem Hauptbahnhof genießen. Umher wandeln, Loks ablichten.
Unter den blauen Würfeln ist nicht rostiges Stahlblech, sondern Stahl mit Kupferanteil. Es bildet sich eine Patina, die dann vor weiteren Rost schützt.


Etwas arg viel Najbrt. Aber so ist die Zukunft der CD.


Besagte Nordosteinfahrt. Eine traditionelle plechac mit Honeckers letzter Rache hinten dran. Über diese DKW kracht und poltert es nur so. Und unten drin in der Unterführung hätte man es auch mal erleben sollen. Nun wühlen hier im Gleisbett die Bagger… In wie weit, konnte ich schon sehen. Orangefarbene Sprühlinien an jeder Trennstelle. Was hieß: nach fünf Metern des Bohlenüberweges ist derzeit Schluß mit Zugverkehr.
Zahlreiche Bilder entstanden bis zum Mittag. Gerechnet mit zwei großen Besuchen 2002 und 2006 hab ich genug vom Betrieb im Hauptbahnhof von Brünn.

Mittags 10.30 Uhr war Luft für ein Frühstück im Bahnhofsrestaurant. Frühschoppen mit zwei „Staro Brnsko“, nepasterizovane. Das Seidel (0,5 L) vom Fass 60 Cent!!! Dazu bekam ich den bisher besten Schoppauer Salat. Hernach kippte ich mir noch einen turecka kava hinein. Und zog wieder los auf den Bahnsteig. Sommer! Gerade noch unterm Bahnsteigdach auszuhalten. Man bedenke, bis kurz vorher war ja Spätwinter. Der Frühling 2013 existierte bis dato nur ansatzweise. Eine Aklimatisation an einen Sommer als solchen nun heftig.

Die dritte gewünschte 362 kam daher, jedoch dumm am Bahnsteig zum stehen. Schattenseite, anderer Bahnsteig zugestellt. Aber es kam auch passend. Die fuhr gen Breclav, wo nachmittags zwei weitere Kandidaten erscheinen sollten. Vielleicht bot sich unterwegs auf einer der Haltestationen etwas. Also Zug entern, mitfahren hinter der Lok.

Podivin war dann Ausstieg. Gnädig ging die Lok ab. Hinten dran schiebend. Die Wendezugseuche ist um Hodonin - Breclav – Prerov bereits extrem. Brauchbar für meine Sammlung stand ein MVTV02 herum. Danke dafür.
Nun war eine knappe Stunde Zeit. Irgendwie erinnerte das Umfeld und die Landschaft stark an ungarische Puszta… Aber ach, wie heimelig! Es gab eine Bierschwemme. Zeit zum Figurenstudium. Im Grunde war es ein überdachter Imbiss mit Campingmöbeln, Spielautomaten, „trafica“, minutky, und Bier und Kaffee. Also auch hier zwei Brnoer Biere bei knappen 30° gepresst. 70 Cent das Bier. Was will man mehr.
Dann fuhr ich bis Breclav. Jener Bahnhof ist heute Korridor-konform. Es sind noch immer Bauarbeiten mit drei bunten 740ern. Auch hier für mich abgekartetes Aufwarten der beiden momentan mir fehlenden letzten 362. Einen Kaffee in der Bahnhofswirtschaft „lokalka“, die aber mit der vermeintlich böhmischen Gemütlichkeit gar nix mehr zu tun hat. Modernst bis dort hinaus. Dennoch: die schwarzweißen Großaufnahmen von CSD-Dampfern an der Wand MUSS man gesehen haben. Rückfahrt nach Brno zur Unterkunft war mit einem Eurocity, zuschlagsfrei, im Speisewagen. Noch nen Kaffee und einen Palatschinken.

Brinn Hauptbaahnhoof, Ausstajgän bittä!

Holla die Waldfee, das TRAMO-Gefährt hatte sich mittlerweile eingefunden. Lichttechnisch ungünstig. Belegaufnahmen fertigte ich an. Hoffnung war auf den anderen Tag früh.
Zu Fuß ging es zur Penzion „u Leopolda“ in der Jeneweinova. Auf einem Radweg, entfernt der Hauptstraße, mit vielen Inline-Skatern. In dieser Penzion war ich schon 2006. Alles passte. Abend Essen drüben übern Bach im Squash- und Beachvolleyball-Center. Hernach trottete ich noch etwas in dem Stadtteil umher. In einer Wirtschaft irgendwo, Tschechei pur, noch einen Absacker. 22 Uhr Feierabend in der Penzion.


Freitag, 4.Juli.

Der Mitarbeiterin lehrte ich das Fürchten, was ein Mensch so (fr)essen kann… Die überlegt sich bestimmt, ob ein bufet zukünftig zu teuer wird. Morgenluft, frisch, frei, fromm, fröhlich bei Wolken dappelte ich wacker zum hl n. Passend kam Sonne heraus, um beide Hektoren zu lichten.



Natürlich gab es bis zur Abfahrt gen Prerov/Olomouc und dem Tagesziel Cesky Tesin noch diverse Loks. Abfahrt 8.36 Uhr gen Olomouc, mit Kopf machen in Breclav… In Prerov war Notausstieg für mich. Stand doch hier zufällig wieder ein 460 von Bohumin, der mir fehlte. Bei DPOV drüben nix los. Außerdem Bauarbeiten abgeschlossen, Bahnhof vergeßbar. Desweiteren war regelrechte Friedhofsruhe, und das Freitag vormittags! Ich hatte das all die letzten 13 Jahre anders in Erinnerung.

Weiter rollte ich nach Olomouc. Hier war Kurzweil. Allerhand fotografierbares in passendem Licht.

150 203 voll aufgebrezelt zieht aus dem Bahnhof gen Süden. Olomouc wird in naher Zukunft im Beton versinken. Die Renovierung tut Not! Aber ob es nicht reichen würde, die Dächer zu reparieren, alles zu säubern und zu streichen? Braucht es den mafios strukturierten Betonzwang dieser EU?

Nun war es längst Zeit, sich um die fünf fehlenden 471 zu kümmern. Pendeln müssten sie in Richtung Jablunka-Pass. Cesky Tesin versprach lichttechnisch gut zu sein.
Dort angekommen, natürlich per Speisewagenfahrt von Olomouc bis Ostrava-Svinov, gut gekühlt in jenem Gefährt bei gut gekühltem Biere… Und mit einem schmandigen 460 via O-Kuncice, O-Bartovice, Havirov in Tropenhitze weiter, den Kopf vom Fester draußen. Hinterher pappte der Bremsstaub auf der Stirn das es Striemen gab.

In Cesky Tesin wars gut mit dem Licht. Jedoch brudelten rundherum nur so die Wolken, mit Tendenz zu Gewittern. Es herrscht guter Verkehr mit 460, 471, 814, 131, usw.

Einfahrt eines 460 aus Ostrava-Svinov. Rechts am Triebkopf das Hotel, wo ich zum Abendessen war.

Es gibt nur zwei Najbrt-Reginas. Und beide pendeln auf ihrer Stammstrecke nach Frydek-Mistek.

Hier Zug 191. Oben drüber prangt Leuchtreklame vom Hotel „Piast“, was schon polnisch klingt.

Wer es sozialistisch einwandfrei will, sollte das Piast wählen. Buchung erfolgte um 16 Uhr. So war mein DB-Rucksack am Zimmer geblieben, und ich nur mehr mit Kamera und Liste unterwegs. Beim Rückweg zum Bahnhof gegenüber dachte ich mir, ob es so gut war, 13 Euro gegenüber dem Hotel „Central“ zu sparen. Zwar war das Zimmer einwandfrei sauber, aber Speisekarte, -Saal und Personal sah unlustig aus. Nun gut, man muß ja nicht im Hause dinieren.


ZSSK donnerte von Jablunka-Pass herunter, wohl mit Rohstoffen für die huta in Ostrava-Bartovice. Meine 471 kamen auch daher. Zumindest die 80er Nummern.

Vor allem jener hier:

Der 081 gelang sehr gut.

Um 19 Uhr war es dann entgültig gewittrig zugequollen. Auf zur Nächtigung. Und zum mampfen. Mal guggen, was geht. Fündig wurde ich im vorhin schon erwähnten Hotel, 150 Meter weiter wie das Piast.
[www.hotel-central.cz]
Hotel Central! Ach, welch Speisekarte! Und im Laufe des abends wurden es gerade mal fünf Gäste…
Ich lies es krachen bei Steak, Salat, hranolky, vier Bieren. Eine Oase für einen gemarterten Bahnfotografen :cheers: Und teuer wars auch wieder nicht.

Nach dieser Sättigung war Stadtbummel angesagt. Irgendwo Richtung Polen hinüber brummelte ein Gewitter. Mauersegler durchstreiften die Straßenschluchten. Es stank nach Kanal aus den Gullideckeln, muffige Luft zog aus Kellerfenstern. Alles in allem tiefste Kindheitserinnerungen wachrufend an eine vormalige Industriestadt Hof in Oberfranken. Die Bebauung deutsch. Sichtbarer Stil, auch Bauhaus Dessau. Hie und da Elemente einer k&k-Monarchie. Mähren, ehemals Deutschland.

Zu Fuß ging ich die 300 m rüber nach Polen. Schon komisch hier. Schade, das ich das hier nicht 1990 erlebt habe. Aber alles geht nicht.
Die Nacht war etwas unruhig. Sperrangel weit geöffnetes Fenster. Und jeder Zug hinauf, oder herunter vom Jablunka-Pass schepperte nur so im Talkessel! Denn die Schienen waren hier wohl nur 25-Meter-Stücke verschraubt. Ein rattern ohne Ende.


5.Juli, Samstag:
Um 6 Uhr verließ ich die Bleibe. Ohne Frühstück. Aber es gab ein „lunch“-Paket zum Mitnehmen. Wie nett. Das war tschechisches Brot, die Scheiben gut zwei Zentimeter dick. Drauf war ein kaltes gut gewürztes Schnitzel, Salat, Gurke, Tomate, Eier. Maulsperre beim hinein beißen garantiert!

Ich fuhr mit dem 471-Pendel bis Trinec. Planung zum Tagesverlauf hatte ich nicht unbedingt eine.
Trinec lag dunstig da. Staubereich der Beskiden. Fast neblig war es. Eine CD-cargo-blaue 181 gab es. Fein. Mit dem Lokführer war ein kurzer Plausch und das woher und wohin. Respekt gab es ob meines Tschechisch. Dabei kann ich nur das relevante für und um das Hobby. Acht sestikolaken haben sie hier. Und davon einige blau bereits. Also kann Cesky Drahy auf die alten Sechsachser immer noch nicht verzichten.

RegioJet hat hier einen seiner Wendebahnhöfe. Dahinter die Stahlbude, "Trinecke zelezarny", in der es nur so rauchte und zischte.


ZSSK donnert mit einem Leerzug in Richtung Pass hinauf. Danach gab es den Frühstückskaffee im Bahnhof. Und dazu hätte ich an drei Stellen Gelegenheit gehabt. Hier war ein Überangebot.

Was könnte ich für den Samstag noch machen? Günstig zeigte sich durch Kursbuchstudium Petrovice u Karvine, mit Umstieg via Detmarovice. Zig mal war ich hier. Und jedes mal war ein Hort an privaten Polenloks anzutreffen.
Nach Ankunft in Detmarovice kurz ein Sprint durch die Unterführung.

Der Russenzug eilte gen Ostrava hl n. Es folgte die Fahrt nach Petrovice u Karvine.

Nur diesmal war euronaft aus Trzebinia mit so einer Rumun mit UIC-Nummer da, dahinter ein euronaft-T448p. Aber das alles hatte ich schon.


Fein war der ODOS-Cmelak und der Hektor. Viel Zeit war eh nicht für meine Porträtaufnahmen, dann rumpelte ich mit dem 809-Pendel zurück nach Detmarovice. Auch hier ruhte sich ein blauer CDcargo-sestikolak aus.

Weiter fuhr ich nach Bohumin. Kurzer Fußweg ins Depot, da nix weiter los, bzw. nix neues für mich.

Polenrüssel 370 008 auf dem Weg gen Ostrava.

Als nächstes war Ostrava hl n, Ostrava-Svinov dran. Hier fuhr noch ein fehlender 471 der 50er Serie vor. Auch gut. Olomouc eine Stunde Aufenthalt. Ceska Trebova eine Stunde. Und dann Feierabend in Pardubice. Das Handy gab mir per Navi etliches an Übernachtungsmöglichkeiten im Centrum aus. Also los gelaufen. Ich hatte Durst, und Hunger!

Fündig wurde ich im [www.zelenazaba.cz]
Ein Glücksgriff. Mögen manche denken, um 1000 Kc fürs Apartman, das wäre teuer. Aber! Ich bewegte mich für 11 Euro pro Tag umher. Zweitens war Urlaub, da will ich mich laben. Und nicht mit Sparen krumm und buckelig suchen.
Ein Zimmer mit Klimaanlage. Und die war bitterlich nötig. Südseite… Das Ding angeknipst, runter ins restaurace. Wieder eine dieser 100%igen Oasen. Plsner Urquell vom Faß in höchster Kultur gezapft! Es rann die Kehle hinunter. Das erste auf ex, das zweite beinahe. Wie üblich gabs Schoppauer, und eine Schuhsohle von Steak mit Beilagen. Viel Jungvolk in der Kneipe. Wohl der oberen Gesellschaftsschicht Pardubices entstammend. Alles in allem aufs äußerste angenehm.
Mit Sicherheut buche ich mich heuer hier nochmals ein. Gibt es doch hier einen Tschechen mit einem der altehrwürdigen Lokarchive. Die Einladung steht schon seit zwei Jahren. Mit Laptop und Scanner wird dann zur Büroarbeit angerückt werden können.


Sonntag, 6.Juli:

Aufs Frühstück verzichtete ich. Gab es doch am Bahnhof um halb sieben meine vorletzte fehlende 380 zu lichten. Ohne Sonne. Aber egal, ich hab die erst mal. Hernach waren Kaffee und „chlebicky“ im Bahnhof das Frühstück. Die nächste 380 sollte vormittag in Praha hl n zu sehen sein. Also mit einem Ex ohne Speisewagen in die Hauptstadt geeilt. Die 380 kam, ich auch. Kommen, sehen, siegen. Zwack und weiter. Tja, wohin, mit dem noch recht jungen Tag?
Fährst mal nach Kralupy n V, mal guggen was da so steht.

Drei Varianten 809er! Das hat was. Und als vierte Variante eine Regina links hinten. Passend am EG stand ein 451, und es tröpfelte doch etwas Güterverkehr hindurch.
Noch zwei Bier in der Kneipe des Bahnhofes. Da tropft der Nikotin von der Decke… Die Tischdecken löchrig wie Netze, es pappt auf den Tischen. Nix für Luxusnasen. Hier ist noch 100%iger Alltag. Unverfälscht ohne Rauchverbot.
Schließlich fuhr ich nach Prag zurück. Nochmals zur Alten Post auf ein Pilsner, bevor ich mich zum Tagesausklang auf Beroun entschied. Dort gabs fotografisch tatsächlich noch eine mir neue 363.5. Auch recht.

Zum soundsovielten male war die Berounsky medved das Speiselokal. Die Abendkarte ganz anders als mittag. Und drei halbdunkle „polotmave“ zischten in die ausgedörrte Kehle.
Schon aus der Ferne von der Bahnhofsbrücke sah ich drin am Bahnsteig den Os Richtung Plzen stehen, und abfahren. Da mir die Kiste recht sauber vorkam, zückte ich vorsichtshalber die Knipse. 362 079! Eine bis dato mir unbekannte umgebaute 363. Nun als 362 wieder interessant fürs Porträt.

Zugaufnahme und Porträt gelangen auf das beste.


Abschlußbild nach vier Tagen jizdenka na leto war der Pendel über die 200 nach Budweis. Der 854 heult mit seinem CAT aus dem Bahnhof.
Um 21.27 Uhr war ich mit dem R764 wieder in Cheb zurück. Die Frau mit Auto stellte den Anschluß nach daheim her. Auf der Nikon-Kamera waren 205 Bilddateien, oder mit der Minolta sechs Diafilme belichtet.

Fazit: wie damals im DS-Auslandsforum erwähnt, sollte man die Fahrkarte in eine feste Klarsichthülle stecken. Die verschleißt doch erheblich, zumal in dieser Hitze. Ob das Thermopapier so gut ist?

Den Ausweis wollte man in ca. 50% der Kontrollfälle sehen. Meist wird aber nur Gesicht und Foto verglichen. Wenige sahen nach Namen im Ausweis und auf der Fahrkarte, ob identisch.

Wenn es 2014 wieder dieses Angebot gibt, werde ich erneut zuschlagen. Wer Böhmen und Mähren kennen lernen will, kann dies auf extrem günstige Weise machen. 14 Tage Zug fahren, nicht unbedingt in Triebtätern analog zu der DieBahn… Ohne Zuschläge für den EC bezahlen zu müssen, lässt einen sehr flexibel sein. Wer unterwegs noch per Mobiltelefon Unterkunften sucht, wenn sich der Tag neigt, diese anwählt und vororganisiert, wird kaum Probleme haben, abends zeitlich ein passendes Bett zu finden. Der Nachteil mit dem Zug: schnell weiter ist nicht unbedingt gegeben, wenn es am Receptionstresen heißt "ne mame!"

Klar ist, das Wetter muß auch passen. Und ich hatte hierin 2013 erneut Glück. Die Fahrt hatte wieder traumatisiert. Ganz einfach Eisenbahn auf ideale Weise erleben zu können.

malo

Antworten:

Danke für den Bericht. Ansonsten ist alles gesagt: der Weg ist das Ziel....

gruß steffen

von NL_SO - am 11.08.2013 16:10
Hallo Markus,

schöne Tour, erinnert mich an vergengene Reisen, die ich allerdings zusammen mit einem gleichgesinnten Kollegen unternahm. Damals gab es noch eine Wochenkarte, so gönnten wir uns auch die erste Klasse, was nicht viel mehr kostete aber ungleich bequemer war. Damals nutzten wir die Nachtzüge auch noch mehr zum pennen. Ich weiß noch gut, wie wir bei Sichtung von gleich zwei Bobinas im Einsatz auf der KBS 301 unseren Reiseplan schnell umstellten. Heute gibt es das freilich nimmer, die Zeit bleibt auch im Nachbarland nicht stehen. Trotzdem immer wieder interessant, was noch so rollt und wie es in den Bahnhöfen aussieht.

Danke für den Bericht, Moki

von moki - am 11.08.2013 18:37
Danke für den interessanten Bericht. Falls es die Jizdenka na leto kommendes Jahr wieder gibt würde ich so eine Rundreise mit der CD auch mal machen.

Gruß Ingo

von Ingo118 - am 11.08.2013 19:18
hallo Markus,

ein sehr interessanter Reisebericht mit reichlicher Fahrzeugvielfalt.
Das Fahrkartenangebot ist wirklich genial. Da braucht es wirklich kein Auto zum Reisen.
Da zieht man das entspannte Reisen mit dem Zug und einem erfrischenden "Pivo" vor.
Sehr schön!!!!

Viele Grüße Ronny

von PKP-ST44 - am 12.08.2013 06:38
Als Alternative zur eher tristen Vorstadt Český Těšín bietet sich im polnischen Cieszyn auch diese Unterkunft an der Olza an:

[dworekcieszynski.pl]

Sehr ruhig und stilvoll und gar nicht teuer. Ich zahlte vor einer Woche pro Nacht allein inkl. ordentlichem Frühstück nur 120 Zloty. Fußweg zum Bahnhof in Tschechien rund 10-15 Minuten.

von Brotbüchse - am 13.08.2013 09:01
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