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Forum zu den Eisenbahnen in Tschechien
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8
Erster Beitrag:
vor 3 Jahren, 4 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 2 Jahren, 7 Monaten
Beteiligte Autoren:
wxdf, AAW, schumlau

Mal ein bisschen JHMD

Startbeitrag von wxdf am 11.10.2014 09:26



Am 6.10. ging es zunächst nach Děčín, und siehe da, wenn man auf einen fähigen Schaffner trifft, bekommt man sogar eine Fahrkarte ab Schöna(Gr), die 9 Kč billiger ist als die ab Schöna :hot:
Gibt ja auf Drehscheibe-online immer wieder Haarspalter, die einem einreden wollen, der VVO-Tarif gelte nur bis Schöna, aber nicht bis Schöna(Gr).
Vielleicht bekommen so was aber auch nur Leute,die tschechisch sprechen, mit elektronischer Geldbörse bezahlen und dem Schaffner durch häufige Fahrten bekannt sind :con: :spos:



Weiter ging's mit dem Schnellzug nach Prag. Ausgerechnet in Povrly, wo in der Regel der Zug nach Liberec entgegen kommt, kam die Fahrscheinkontrolle, aber alles war gut, denn es kam zunächst LTE entgegen.



Quak! Auf 451001+002 hatte ich eigentlich gewartet, der mir hier arg verspätet zwischen Ústí n.L. sever und hl.n. entgegen kommt :D



Aber auch in Prag sind die Froschmäuler noch nicht ausgestorben.
Hier wunderte ich mich erst, dass der Schaffner keine Anstalten machte, mein Fahrrad in Empfang zu nehmen, dann fiel mir ein, dass das ja einer von diesen neumodischen Wagen ist, wo man das Rad selbst einlädt und an einem Haken aufhängt und einem zur Rad-Reservierung eine Platzkarte um 35 Kronen aufgenötigt wird :crash:



Eigentlich wollte ich die 19 min Aufenthalt in Tábor zum Mittag essen nutzen, aber das Bistro hat den Geist aufgegeben, dafür gibt es jetzt Mr. Baker, wo man bestenfalls Gebäck, parek v rohliku oder belegte Brötchen bekommt.
Dann ging es weiter über Schienenstöße rumpelnd nach Obrataň, wo diese Zugkreuzung stattfand.



Damit ging's weiter nach Jindřichův Hradec ...



... und das sind die Fahrkarten dazu.



Kreuzung in Chvalkov



3 min Planhalt in Kamenice nad Lipou ohne Kreuzung. Hašišbedna Nr. 2 war graffittibesprüht nebem dem Lokschuppen abgestellt.



Hašišbedna Nr. 3 und Gleisbaumaschine in Jindřichův Hradec

Weiter folgte ich nun fahrradmäßig der Ausschilderung nach Nová Bystrice, was sich als Fehler erwies, und so musste ich bergauf über Kačlehy nach Norden abbiegen, um zu meinem Quartier zu kommen.



Um 600 Kronen hatte ich mich nämlich für zwei Nächte hier eingemietet.



Kurz vor Einbruch der Dunkelheit wird der Güterwagen für den örtlichen Schrotthändler zum Beladen an der Rampe platziert. Die Muvka wird am nächsten Tag wieder zwecks Basteln an der Strecke zwischen Kunžak-Lomy und Nová Bystrice ausrücken.



Da habe ich sie nämlich am nächsten Tag beim Schwellen abladen in Senotín erwischt.



Auf der Homepage der JHMD hieß es, das einzige momentan verkehrende Zugpaar werde im Abschnitt Kunžak-Lomy - Nová Bystrice im SEV gefahren. Der Zeman-Bus ist der SEV :-)



Die Bauarbeiter, die hier von der Strecke zurückkehren, fuhren aber alle mit ihren eigenen Autos davon.
Fortsetzung folgt und weitere Fotos gibt's hier : [s713.photobucket.com]
Video : [youtu.be]

Antworten:

Tag 2

Draußen war es kalt und windig. Mein Hinterrad hatte immer wieder am Rahmen geschliffen, so dass ich es wiederholt ausrichten musste und dadurch hatte auch der Reifen verdächtige Risse bekommen.
Ergo ging es mit dem Bus nach Jindřichův Hradec, einen neuen Reifen und Verpflegung fassen.



Dann lief ich etwas hinaus Richtung Veselí n.L. in der Hoffnung, auch etwas Güterverkehr zu erleben, außer einer Regionova und den Schnellzügen Brno - Plzeň war aber nichts los.
Die 210 mit dem Batteriewagen war am Vortag erst bei meiner Ankunft 13:12 h mit einem recht langen Zug ausgefahren, obwohl der Fahrplan etwas von einem Aufenthalt zwischen 7 und 8 Uhr erzählt.



Die hašišbedna Nr. 3 wurde mal an den Bahnsteig rangiert, aber nur, um eine T47 ausrücken zu lassen. Und ich hatte schon gedacht, die macht eine Testfahrt.



Nach dem Reifenwechsel wurde erforscht, wo denn die Bauarbeiten an der Strecke statt finden.
Bis zum Haltepunkt Kaproun passierte erst mal nichts.



Hier soll der real nicht existierende, aber in zahlreichen Blödeleien auftretende Jara Cimrman [cs.wikipedia.org] 1930 aus dem Zug geworfen worden sein.



Am Bahnhof Senotín stand aber was.
Eigentlich wollte ich noch bis Nová Bystrice fahren, da das Hinterrad aber schon wieder blödelte, brach ich die Sache hier ab und fuhr ins Quartier zurück.
Im anderen Appartement war eine Prager Familie . Die hatten Glück, dass sie in Südböhmen Urlaub machten, in Mähren hätte sie vielleicht das Gespenst Jožín z bažín [www.youtube.com] gefressen :D



Der Schrotthändler belädt fleißig. Der Normalspurwagen hatte einen Wagenzettel von Horní Dvořiště. Ob der seinen Schrott nach Österreich verkauft ?



Leider wurde der Wagen erst bei Einbruch der Dunkelheit abgeholt.



Die Übernachtung im Bahnhof ist recht preis- und empfehlenswert. Dusche, Küche mit Kühlschrank, Mikrowelle, Geschirr und Besteck. Schokoladenbärchen, Tee und Kaffee als Willkommensgeschenk. Sogar an die lieben Kleinen mit Nachttöpfchen und Stühlchen zum Essen ist gedacht.
Kann online über [jhmd.cz] gebucht werden.
Schade nur, dass außerhalb der Saison nur ein Zugpaar verkehrt. Aber man kann ja auch mit dem Bus fahren.
Ursprünglich wollte ich noch um einen Tag Verlängerung bitten, da aber in Mähren besseres Wetter sein sollte, machte ich mich am Mittwoch früh doch auf, über Brno nach Sedlnice zu fahren.
Video : [www.youtube.com]

von wxdf - am 13.10.2014 13:02

Tag 3

Die Verwalterin des Bahnhofs war ganz entsetzt, dass ich schon gegen halb acht aufbrechen wollte und hieß mich, die Schlüssel der Prager Familie zu übergeben.
In Jindřichův Hradec wurde im Kaufland Verpflegung nachgefaßt und dann ging es mit R661 nach Brno. Unterwegs wurde die 210 mit Batteriewagen und ohne weitere Last registriert.
Scheint also öfters später als laut Fahrplan unterwegs zu sein.



In Jihlava hat's die Laminátka geschafft und bereits abgebügelt ...



Giulietta übernahm und brachte uns bis Brno hl.n. Keine Ahnung, warum die nach einer Automarke benannt wurde :con:



Vyškov na Moravě mit der exotischen Rangierlok der BR 748. Hier hat mir leider die Belichtungsautomatik einen Streich gespielt und das Bild unscharf gemacht :o



Von Brno ging's dann weiter nach Studénka und dann zum neuen Hp Sedlnice. Der Vierteiler fährt weiter nach Veřovice.



Die elektrifikace železnic hat ihr Tagewerk beendet und rückt in den vom Personenverkehr nicht mehr bedienten Bahnhof Sedlnice ein.



Das kleine weiße Etwas ganz hinten in Bildmitte ist der Tower vom Flughafen Mošnov.
Wer genau hin sieht, entdeckt zwei Stumpfgleise, die später mal ins Gewerbegebiet weiter geführt werden.



Huch, da kommt ja noch was :xcool:



Von Sedlnice aus kommt man zur Zeit nicht zum Flughafen, weil diese Überführung gebaut wird



Von hier aus hätte ich über's Feld stapfen müssen, um zum Endbahnhof zu kommen, dazu hatte ich aber keine Lust.



Eine Stunde später kommt der Zweiteiler von Veřovice zurück und ich übernachte um 350 Kronen in der Pension [www.firmy.cz] in der Nähe vom Bahnhof .
Mein Fahrrad darf ich diebstahlsicher im Hausflur lassen. Es gibt Dusche, Fernsehen, Internet und eine Gemeinschaftsküche auf dem Gang, in der früh um 5 eine Familie laut herumpoltert und wenn man da im Sommer bei offenem Fenster schlafen will, wird man nachts die lauten durchfahrenden Züge hören. Aber für den Preis fand ich's ganz in Ordnung.
Hinsichtlich Güterverkehr war völlig tote Hose und da außer Leo Express, Regiojet und diversen ČD-Zügen nichts Interessantes kam, schaute ich mir die tschechische Variante von "Wer wird Millionär?" an und legte mich dann schlafen.

von wxdf - am 13.10.2014 15:07

Giulietta

Giulietta übernahm und brachte uns bis Brno hl.n. Keine Ahnung, warum die nach einer Automarke benannt wurde :con:

Nein, nichts Automarke.
Benannt nach Fellinis Frau, der und die in den 60er Jahren ein nicht realisiertes Filmprojekt über Casanova mit Barrandov in der Pipeline hatten, dass erst Jahre später dann in Italien als Film mit einer Menge an skuriler Animation realisiert wurde, vielleicht auch noch mit einer Anspielung an tschechische Filme der 50er und 60er Jahre, wo gerne mit Kulissen, Coulagen und Hintergrundbildern experimentiert wurde.

von schumlau - am 13.10.2014 20:45

Tag 4: Mal nach Čadca



Außer montags beginnt der EC nach Žilina wegen Fahrgastmangel nicht in Prag, sondern erst in Ostrava hl.n.



Gegenüber wartet AWT und was polnisches auf neue Aufgaben, während eine 123 westwärts eilt



754.077 ist gerade von Frýdlant nad Ostravici eingetroffen



Blick rüber ins BW



Český Těšín ist Großbaustelle



Bohumín



Was tun, sprach Zeus, scheinen sich diese Bauarbeiter zu fragen. Kaum hat man im Bergbausenkungsgebiet um Karviná ein Gleis in Ordnung gebracht, sackt das nächste ab.



Kampf mit Windmühlenflügeln - die 721 hilft beim Elektrifizieren des neu geschotterten Gleises



Mit 15 min Verspätung sind wir in Čadca angekommen



Es wird angesagt, dass dieser Zug nach Kysucké Nové Mesto wegen Bauarbeiten auf dem Gegengleis fahren wird



Der Zug von Makov kommt. Das hindert keinen Slowaken daran, wenige Meter vor dem Zug noch den Übergang zu überschreiten.



Wer ab 5 € übernachten will, kann aus dem EG rechts raus Richtung Fussgängerbrücke gehen



Gerade mal ein einziger Güterzug machte sich auf nach Tschechien ...



... während ein völlig überdimensionierter 671 nach Skalité fährt



Mit EC Kysuca geht's zurück nach Tschechien



In Studénka hatte ich eigentlich mit durchfahrenden Güterzügen gerechnet, war aber total tote Hose. Dafür kam mit dem nächsten EC was Slowakisches.



Reiseziel war Přerov, wo hier der verspätete Sobiesky daher kommt



aus Deutschland ist was ins Herstellungsland zurück gekehrt



Privat und ČD in trauter Zweisamkeit



die sind für Polen vorgesehen

Auf Anregung einer Bahncard99 ;) suchte ich mir nun ein Nachtquartier. Aus dem Bahnhof links raus, nächste Ampel rechts und gleich wieder links finden wir gegenüber dem TESCO die [www.firmy.cz] , wo ich mich für 220 Kronen einmietete.
Badewanne ohne Seife und Handtuch, Internet, Küche mit Kühlschrank und Elektroherd, allerdings mit fast nicht vorhandener Ausstattung. Kein Besteck, keine Teller oder Töpfe, gerade mal 1 Trinkglas und 3 Tassen, 1 Reibe und eine Schöpfkelle. Für den Preis kann man da allerdings nicht meckern.
Aber wie gesagt, der TESCO gegenüber hat 6-22 Uhr auf, wo man alles Fehlende bekommt.

von wxdf - am 14.10.2014 17:54

Tag 5: Heimwärts

6 Uhr hole ich mein Rad aus der Waschküche und radele zum Bahnhof, wo mir auf Grund bevorstehender Wahlen von der Allianz unzufriedener Bürger (ANO) ein Pardubicer Lebkuchen und eine Propagandaschrift aufgenötigt werden. Den Lebkuchen esse ich auf, der Rest verschwindet im nächsten Papierkorb.
Um den lästigen Manipulationszuschlag von 10 Kronen zu sparen, fuhr ich bereits mit dem 460er um 6:27 h nach Olomouc.
Weiter ging es mit dem IC540 nach Pardubice.



Paralleleinfahrt von Regiojet und dem AZD-Meßtriebwagen. Der Tf von letzterem freute sich offensichtlich über mein Interesse und grüßte mit der Lichthupe :-)



Regiojet begegnet der Konkurrenz
Der Triebwagen gen Liberec füllte sich bis auf den letzten Platz. Es erwies sich als Fehler, sich links hinzusetzen - die Bauarbeiten in Richtung Hradec Králové wären rechts besser zu beobachten gewesen.



Bahnhofsvorplatz Hradec Králové mit O-Bus



754.030 begegnet 750.714



Unbekannter Mn gen Pardubice



Chlumec nad Cidlinou. 10 min Abfahrtverspätung wegen Wartens auf den Gegenzug



Zieselzug nach Ústí nad Labem mit MUVka. Ich hole mir am Kiosk vor dem Bahnhof eine Bratwurst und fahre mit dem verspäteten Schnellzug nach UL-Střekov.



Der Tf gibt sich alle Mühe, die Verspätung aufzuholen, wird aber vor der Einfahrt in Střekov abgeblockt. Offensichtlich wollte die Fahrdienstleiterin nicht drei Züge gleichzeitig im Bahnhof haben und ließ uns erst nach Ausfahrt des Gegenzugs rein.
Weiter ging's mit der Regionova über die 073 .



Der Grund für den SEV auf der 081



Quak! Fanansammlung vor Froschmaul in Děčín hl.n.



Güterverkehr gibt's auch und neben dem Desiro steht der nette Zugbegleiter, der mir bei der Hinfahrt die Fahrkarte ab Schöna(Gr) verkauft hatte :spos: :hot:



"Ach da ganz hinten haben sie meinen Zug nach Ústí nad Labem hin gestellt", mault der Pilzsammler.



Eigentlich hatte ich noch länger in Tschechien bleiben wollen, die anhaltende starke Bewölkung machte mir aber keinen Spaß mehr und so fuhr ich schon 14:40 h nach Bad Schandau, wo schon wieder was in's Herstellungsland zurück befördert wurde.

Ergänzte Bildergalerie mit weiteren Fotos : [s713.photobucket.com]

von wxdf - am 15.10.2014 17:48

Ehemalige Strecke nach Sedlnice

Das wusste ich noch nicht, dass die Strecke Studénka - Sedlnice in den 60er Jahren wegen des Flughafens verlegt wurde : [www.k-report.net]

von wxdf - am 30.06.2015 12:17

Re: Der alte Verlauf ...

... ist auf Luftbildern noch auszumachen. Die Strecke mündete einst von Osten her in den Bahnhof Studénka ein und passierte das heutige Flugplatzgelände am westlihen Ende:

[mapy.cz] (Ich habe mal die normale Ansicht gewählt, weil da die Reste der alten Streckenführung bei den Bf Studénka und Sedlnice dargestellt sind.)

Streckenverläufe über fischteiche scheinen in der Gegend beliebt gewesen zu sein, am bartosovicky rybnik (westlich der neuen Strecke) führte ein Anschlußgleis auch per Damm über so einen ...

Grüße,
André

PS: Immer wieder überraschend, wie aktuell die ÖPNV-Zugangsstellen bei mapy sind. Wobei der neue Hp Sedlnice i.Vgl. zum Bf auch nur marginal besser liegt.

Für Deutschland ist mir bisher noch kein Kartendienst untergekommen, auf dem bis in den letzten Winkel alle Haltestellen (meist mit Fahrplänen verknüpft) dargestellt werden.

von AAW - am 05.07.2015 12:32
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