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Forum zu den Eisenbahnen in Tschechien
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4
Erster Beitrag:
vor 1 Jahr, 6 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 8 Monaten
Beteiligte Autoren:
Niels K., Joachim Piephans, Frankenland, wxdf

Umgestaltung Masarykovo nádraží und Umgebung ab 2019 (mit 34 Fotos)

Startbeitrag von wxdf am 06.05.2016 04:06

Antworten:

So wie es aussieht, sollen zumindest das Bahnhofsgebäude und die Halle bestehen bleiben. Das wäre zumindest schon mal was. Besser als ein Abriss allemal.

Über die restlichen Bauten in der Umgebung brauchen wir nicht zu diskutieren, denke ich mal.

Grüße vom Karlheinz
dessen Prager Lieblingsbahnhof der Masarykovo n. ist.

von Frankenland - am 06.05.2016 09:09

Begrüßenswert und Besorgnis weckend

Den Bahnhof komplett zu liquidieren und seine Aufgaben auf den hl.n. zu übertragen, war jahrelang im Gespräch. Das scheint vom Tisch zu sein, der dortige Verkehr ist wohl doch zu umfangreich, als ihn so einfach verlagern und an anderer Stelle integrieren zu können - von der dann nötigen Führung der Züge aus Richtung Kralupy via Balabenka mal abgesehen, und die BEB (KBS 120) müßte aufwendig ganz anders ins Netz der Hauptstadt eingefädelt werden, das geht derzeit zwingend via Dejvice und Bubny nur zum mas.n.

Was mich wundert, daß die Investoren mit dem derzeitigen Plan nicht auf den ehemaligen Depo-Bereich mit den Werkstätten, Remisen und Schiebebühne (ex. StEG) ausgreifen. Womöglich greift hier der Denkmalschutz, aber eine andere Nutzung als einfach nur die Gebäude sich selbst zu überlassen wäre auch hier wünschenswert.

Das Areal der früheren, teils längst abgerissenen Güterschuppen und Abstellgleise längs der Straße "Na Florenci" ist nun wirklich kein erhaltenswertes Idyll mitten in der Metropole, nur unzureichend oder gar nicht genutzt. Stadtentwicklung ist hier geboten. Der Eisenbahn gehen aber die letzten vorhandenen Abstellgleise verloren (u.a. für die mit 714 bespannten Pendlerzüge der KBS 120), da wird man auf Libeň ausweichen müssen (denn auch für Bubny ist ja eine völlige Umgestaltung, Reduzierung des Bahnhofs und Bau eines neuen Stadtquartiers geplant).

Über die Form der visualisierten Bebauung kann man streiten - wie immer, wenn es um Architektur geht. Das ist nun eben mal die derzeit favorisierte Formensprache. Daß die geschwungenen Linien häßlicher sind als die Kästen mit ihren Lochfassaden längs der Einfahrt zum Münchner Hauptbahnhof (Arnulfstraße), bezeifle ich. Was dort positiv aus diesen Klötzen heraussticht, ist gerade der in völliger Rundung gebaute ZOB.
Die Grundsatzfrage heißt, ob es gut und angemessen ist, den Masaryk-Bahnhof als einen schön erhaltenen Vertreter der frühen altösterreichischen Bahnhofsbauten so einzuschnüren. Aber Platz in der City ist teuer und knapp, da werden Nostalgiker nicht gefragt.

Unter den verlinkten 34 Bildern finde ich aber besonders die letzten bemerkenswert, die auf die sozialen Folgen des Projekts vorausweisen: der mas.n. ist ein "Bahnhof der kleinen Leute", Biotop und Nische. Die Gentrifizierung durch dieses gigantische Vorhaben wird keinen Platz mehr lassen für die billige Kneipe, in der man seinen Türkischen oder sein Elfgrädiges trinken kann, für günstige Einkaufsmöglichkeiten und den Kassenzahnarzt im Bahnhof. Sie alle werden dort keinen (bezahlbaren) Platz finden. Und damit ihre Klientel auch nicht.


Es wird wohl Zeit, sich vom Altvater, Böhmerwald und Mettautal loszureißen und sich den alten Bahnhöfen der Hauptstadt zuzuwenden, solange es sie noch gibt. Ich nenne neben dem mas.n. vor allem Bubny, Vysočany, Smichov spol.n. - etliche andere sind modernisiert, unkenntlich gemacht oder gar verschwunden.


Gruß,
Joachim

von Joachim Piephans - am 06.05.2016 10:54

Re: Begrüßenswert und Besorgnis weckend

Zitat
Joachim Piephans
Es wird wohl Zeit, sich vom Altvater, Böhmerwald und Mettautal loszureißen und sich den alten Bahnhöfen der Hauptstadt zuzuwenden, solange es sie noch gibt. Ich nenne neben dem mas.n. vor allem Bubny, Vysočany, Smichov spol.n. - etliche andere sind modernisiert, unkenntlich gemacht oder gar verschwunden.


Hallo Joachim,

Deiner Aufzählung würde ich auf alle Fälle noch Praha-Dejvice hinzufügen. Trotz seiner Sanierung hat er in meinen Augen seinen historischen Charakter ganz gut erhalten und auch die straßenseitige Anbindung mit dem kleinen grünen Platz ist wesentlich einladender als bspw. das Umfeld des Bahnhofs Bubny. Diesen würde ich in Deiner Liste als letzten empfehlen, zu groß ist der Verfall. Da rettet auch das merkwürdige Denkmal nichts dran.
Absolutes architektonisches Highlight und gleichzeitig Sorgenkind Nr.1 dürfte der Bahnhof Vyšehrad sein. Ich habe das Gefühl, dass er nach wenigen Monaten schon wieder etwas verfallener wirkt. Ob er noch gerettet wird? Ich hoffe es. Trotz solcher nicht unbedingt optimistischen Meldungen: [www.novinky.cz]

von Niels K. - am 21.03.2017 09:41
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