RegioJet 2015 erstmals mit schwarzen Zahlen (Radio Praha)

Startbeitrag von Niels K. am 18.08.2016 13:19

Getreu meinem Motto "Glaube nur der Statistik, die Du selbst gefälscht hast!“ zitiere ich hier mal aus einer Meldung von Radio Prag:
"Demnach konnte Student Agency auch erstmals Gewinne bei seiner Bahn-Tochter RegioJet verbuchen. Die Umsätze bei RegioJet stiegen um 37 Prozent auf 718 Millionen Kronen (27 Millionen Euro).“
Die gesamte Meldung zu gestiegenem Umsatz im Jahr 2015 findet Ihr hier: [www.radio.cz]

Das Wachstum der anfangs Vierwagenzüge auf heute meist acht bis zehn Wagen ist schon beeindruckend. Und die gelbe Lackierung empfinde ich aus fotografischer Sicht als sehr gelungen. Außer in der Zeit der Rapsblüte. ;)


Praha-Smichov, 21.II.2016

Antworten:

Hallo Niels,

ich bin gerade beim Nachlesen offener Beiträge. Kleine Analyse, was dazu beiträgt, daß die gelbe Bahn so gut dasteht:


  • der fortschreitende Ausbau der tschechischen Rennstrecke (als Grundlage)
  • Rückhalt der Eisenbahn bei Politik (leider schwindend mit den z.T. marktradikalen Ansätzen) und Bevölkerung (Radio Prag meldete neulich im europäischen Vergleich eine überproportionale ÖV-Nutzung in CZ)
  • einhergehende, vglw. sehr niedrige Infrastrukturbenutzungsentgelte
  • niedrigeres Lohnniveau i.Vgl. zu den Staatsbahnen
  • eingeschränktes Angebot an grenzüberschreitenden Direktverbindungen CZ-Nord-/Ostslowakei am v.a. Tage und
  • geringes unternehmerisches Engagement der Staatsbahnen: nur 1 x am Tag der platzbeschränkte SC fährt eigenwirtschaftlich, wobei eine nachfrageorientierte Wagenkomposition m.E. wirtschaftlicher zu betreiben wäre


Jetzt würde mich noch interessieren, wie (un)wirtschaftlich der gelbe Bahnbetrieb innerhalb der SK läuft ...

Es grüßt
AAW

von AAW - am 11.10.2016 12:36

Und der Nachtverkehr CZ-SK ... (Analyse)

Wo ich gerade bei Analyse bin, hier noch eine zum Nachtverkehr in der gleichen Relation:

Das Konzept der Staatsbahnen lautet dabei Prag-Poprad-Kosice unter Mitnahme aller Kurswagen von Prag nach Polen und etwas "ferner Osten" (Humenné). Alle anderen Relationen scheinen uninteressant. Man erkennt auch am geringen Sitzwagenanteil, daß man so kaum eine Konkurrenz zum Nachtbusverkehr darstellen kann. Insbesondere, daß der in CZ öfter haltende Bohemia abends nach dem Slovakia in Prag abfährt und damit alle vom Slovakia nicht bedienten Halte erst weit nach Mitternacht andient, erscheint mir widersinnig. ...

Regiojet sagt sich: "Getreu dem Busse". Losfahren und dann ohne größeren Halt durchziehen. Auch erkennbar am hohen Anteil der Sitzwagen. Dadurch lohnen sich die Liegewagen eigentlich nur für Leute die bis zur jeweiligen Endstation mitfahren wollen. Ankunft dort jeweils gegen Sechs.

Das Konzept der nachts fahrenden Züge (ihr kennt meine Definition von Nachtzug ;)) von Leo Expres(s) (nur zu erreichen ohne das gewisse "O" unter www.le.cz :rp:) könnte man "Prešov und Nachtschwärmer" nennen. Als einzige verbinden sie Tschechien mit der ewigen Zweiten im slowakischen Osten. Aber die Ankunftszeiten gen Osten früh vor Vier) und die Abfahrtszeiten gen Westen spät nachts sind nur etwas für Nachtaktive. Als einzige des Anbietertrios bieten sie aber Umsteigeverbindungen Ostslowakei - Mährische Slowakei ohne Umstieg mitten in der Nacht an (mit Anschluß in Přerov zwischen 9/10 bzw. früh gegen 6).

Meiner Meinung nach erkennt man hier deutlich, daß die beiden privaten eher Busverkehr auf Schienen betreiben und die Staatsbahnen "weiter wie bisher" agieren. Hoffen wir trotzdem, daß die richtigen Nachtzüge bestehen bleiben werden!

Potential, daß alle Verbindungen koexistieren ist da. Selbst Student Agency betreibt noch Busse parallel zu ihrem Nachtzug. Wobei, gen Osten fährt der Bus ziemlich genau zur Zeit des Nacht-Leo (und auch über Prešov)

Ahoj!


PS: Interessant finde ich, daß Student Agency nur vom 3. bis 9.I.2021 einen Bus am Bf Brand in der Niederlausitz halten läßt und diese Fahrten am Flughafen Tegel enden (ob der da noch in Betrieb ist?) ...
Ziel Erhalt der Linienlizenz, welche bis 9.I.21 gilt? (Darüber bin ich im portal.idos.cz drüber gestolpert.)
Auch andere Unternehmen fahren genau ein Fahrtenpaar um die Fahrplanwechsel herum, damit vmtl. ihre Linienlizenz nicht verfällt. Bsp.: [portal.idos.cz]


von AAW - am 11.10.2016 14:55

Dann versuche mal Meister Jančura zu verstehen :

Zitat
AAW

Jetzt würde mich noch interessieren, wie (un)wirtschaftlich der gelbe Bahnbetrieb innerhalb der SK läuft ...

AAW


[finweb.hnonline.sk]

In dem Interview erzählt er, es sei ein europäisches Unikat , dass er auf der Strecke Bratislava - Komarno seit 2012 die Fahrgastzahlen auf 250 % steigern konnte und das Ministerium überzeugen will, bei der Beschaffung weiterer Triebwagen zu helfen. Die sollen dann als Verstärker im Abschnitt Kvetoslavov - Bratislava in bestehenden Zügen mit laufen.
Es wäre schon vorgekommen, dass die Züge so voll waren, dass nicht alle Fahrgäste mitgenommen werden konnten.
Voll in den Verkehrsverbund will er nicht einsteigen, aber auf Grund der hohen Fahrgastzahlen könne er sich eine Ermäßigung des Fahrpreises um 10 % vorstellen, wobei die Fahrkarten gleichzeitig im städtischen Nahverkehr Bratislava gelten würden.
Wann seine Züge Bratislava -Košice mit Gewinn fahren werden, könne er nicht voraussagen, er werde aber die Fahrpreise zu Spitzenzeiten wie donnerstags (wenn die Studenten nach Hause fahren) und freitags senken, wenn die Züge sehr voll sind und ihm damit genügend Einnahmen bescheren.
Damit dürfte sich wohl die Drohung erledigt haben, sich von der Strecke Bratislava -Košice zurück zu ziehen, wenn die ZSSK ab Dezember wieder 2 IC-Zugpaare einführen wird.

von wxdf - am 12.10.2016 13:05

Re: Dann versuche mal Meister Jančura zu verstehen :

Zitat
wxdf
In dem Interview erzählt er, es sei ein europäisches Unikat , dass er auf der Strecke Bratislava - Komarno seit 2012 die Fahrgastzahlen auf 250 % steigern konnte ...


Hallo Helmut,

da trägt er aber ganz schön dick auf. Bei dem Angebot vorher ist die Steigerungsrate eher logische Konsequenz, zumal die reine Anzahl an Fahrgästen nur eine geringe Aussagekraft hat (na gut, einem Ján-Normal-Journalisten schon :rp:). Prozentuale Steigerungen haben immer nur eine Aussage, wenn gleichzeitig auch die Ausgngsbasis (x Pkm bei y Zkm o.ä.) genannt wird.

(Nur am Rande: Die Steigerungsrate dürfte von einigen (der wenigen) verbliebenen Nebenstrecken in Sachsen in den Schatten gestellt werden. Freiberg-Holzhau hatte (meiner Erinnerung nach) mit Lok und Wagen zuletzt unter 200 Fahrgäste am Tag. Die FEG hat es m.W. auf über 700 Reisende gebracht.)

Zitat

Wann seine Züge Bratislava -Košice mit Gewinn fahren werden, könne er nicht voraussagen, er werde aber die Fahrpreise zu Spitzenzeiten wie donnerstags (wenn die Studenten nach Hause fahren) und freitags senken, wenn die Züge sehr voll sind und ihm damit genügend Einnahmen bescheren.


Man könnte auch sagen, der doppelte Fahrpreis (i. Vgl. zu den anderen Verbindungen) würde gesenkt. BA-KE kostet in der 2. Klasse derzeit bei den nachgefragten Verbindungen 21,50 Euro, sonst 12,10 Euro. Da ist der Aufschlag in CZ deutlich milder (wohl weil die Konkurrenz größer) ...

Ahoj
AAW

von AAW - am 13.10.2016 23:48
Zur Information:
MySnip.de hat keinen Einfluss auf die Inhalte der Beiträge. Bitte kontaktieren Sie den Administrator des Forums bei Problemen oder Löschforderungen über die Kontaktseite.
Falls die Kontaktaufnahme mit dem Administrator des Forums fehlschlägt, kontaktieren Sie uns bitte über die in unserem Impressum angegebenen Daten.